Kohlenstoffsenke

Kohlenstoffsenken resultieren aus Prozessen die mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen, als sie freisetzen. Boden, Ozeane und Wälder sind die größten Kohlenstoffsenken der Welt.

Ozeane nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre durch marine Ökosysteme und die darin beheimatete Flora und Fauna auf. Der Prozess der Kohlenstoffbindung in marinen Ökosystemen wird allgemein als ‚blauer Kohlenstoff‘ bezeichnet. Auch terrestrische Ökosysteme wie Böden, Moore und Wälder speichern Kohlenstoff in Bäumen, Pflanzen und deren organischen Zersetzungsprodukten.

Menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Entwaldung führen dazu, dass mehr Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt, als natürliche Kohlenstoffsenken der Erde aufnehmen können, was zu globaler Erwärmung und Klimawandel führt. Menschliche Aktivitäten und der daraus resultierende Klimawandel führen zudem zur Degradation natürlicher Kohlenstoffsenken, was das Risiko birgt, dass der gespeicherte Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt wird. Daher sind der Schutz und die Ausweitung der Kohlenstoffsenken eine Schlüsselstrategie zur Bewältigung des Klimawandels und zur Stabilisierung des Klimas.

(Stand 03.2024)

Autor: Diego Guarin

Ökologischer Fußabdruck

Der ö. F., der in den 90ern als Indikator für die Nachhaltigkeit unseres Handelns entwickelt wurde, beschreibt, wieviel Biokapazität der Erde wir als Individuum für unseren Ressourcenverbrauch benötigen und wie dies im Verhältnis zu der global verfügbaren Biokapazität, d.h. den vorhandenen Anbauflächen und deren biologischer Produktivität, steht.

Dabei spielen sowohl die Ernährungsweise, das Mobilitäts- und Konsumverhalten sowie die Wohnverhältnisse eine Rolle. Der Wert, der sich dabei ergibt, wird in der Einheit globale Hektar‘ (gha) angegeben. Durch Ermittlung dieses Werts lässt sich herausfinden, wie viele Erden mit der Biokapazität unserer Erde in einem Jahr gebraucht werden würden, um der Nachfrage an Ressourcen gerecht zu werden, wenn die gesamte Weltbevölkerung so wie der Durchschnitt in einem betrachteten Land leben würde. Es zeigt sich dabei, dass das natürliche Angebot der Natur zumeist nicht mit unserer Ressourcennutzung übereinkommt [1]. Dies verdeutlicht das folgende Beispiel: Bei den für die Lebensweise der Deutschen erforderlichen 4,6 gha bräuchte man heute ganze drei Erden pro Jahr. Im Vergleich: in Äthiopien liegt der Verbrauch bei gha pro Person. Der ö. F. hängt vom Entwicklungsstand eines Landes ab. Wohlhabendere Staaten haben einen deutlich höheren Verbrauch mit entsprechenden Konsequenzen für die Ressourcen, die sich bei übermäßigem Verbrauch nicht so schnell regenerieren können wie es nötig wäre. Dies gefährdet neben der Biodiversität auch die Ernährungssicherheit der Menschen. Die Biokapaziät, die für jeden Menschen eigentlich nur verfügbar ist, beträgt 1,6 gha. Dies ist weit entfernt von den Verhältnissen in Deutschland und auch weltweit liegt der Durchschnitt mit 2,7 gha deutlich darüber [2].

Seit einigen Jahren wird der Earth Overshoot Day ermittelt, der angibt, wann die Ressourcen verbraucht sind, die eigentlich für ein Jahr reichen sollten. Jedes Jahr liegt der Tag etwas früher. 2022 ist es der 28.Juli, 1980 war es noch der 8.November und 1971 sogar der 25.Dezember [3]. Um den globalen ö. F. zu verringern, muss jeder Mensch bei sich selbst schauen, wie er seinen Ressourcenverbrauch einschränken kann, indem er z.B. seinen Konsum reduziert und Lebensmittelverschwendung vermeidet [4].

Hier kann man seinen eigenen ö. F. berechnen und sich Tipps einholen, wie man sein Leben nachhaltiger gestalten und die Ressourcen dieser Welt auf eine nachhaltige und sparsamere Weise nutzt, damit der persönliche und globale ö. F. verringert wird und auch zukünftige Generationen noch ein gutes Leben in dieser Welt führen können.

Quellen:

[1] Deutsche Welthungerhilfe e.V. (2022). Auf großem Fuß: Was ist der ökologische Fußabdruck? Von Welthungerhilfe-Website: https://www.welthungerhilfe.de/lebensmittelverschwendung/was-ist-der-oekologische-fussabdruck abgerufen

[2] Brot für die Welt. (2021). Über den Ökologischen Fußabdruck. Von www.brot-fuer-die-welt.de: https://www.fussabdruck.de/oekologischer-fussabdruck/ueber-den-oekologischen-fussabdruck/ abgerufen

[3] Global Footprint Network. (2022). Past Earth Overshoot Days. Von overshootday.org: https://www.overshootday.org/newsroom/past-earth-overshoot-days/ abgerufen

[4] Deutsche Welthungerhilfe e.V. (2022). Earth Overshoot Day – eine Erde reicht nicht. Von Welthungerhilfe-Website: https://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/klimawandel/earth-overshoot-day-welthungerhilfe abgerufen

(Stand 09.2022)

Autor: Joana Bonnen

Ozeanversauerung

Unter der O. versteht man den zunehmenden Säureanteil in den Meeren, der aus der Freisetzung von klimaschädlichen Gasen durch den Menschen resultiert. Die Messung des pH-Werts, ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine Lösung ist, bezeugt dies. Je niedriger dieser Wert, desto saurer die Lösung. Seit der Industrialisierung sank der ursprünglich um 8,2 liegende pH-Wert an der Meeresoberfläche um 0,1 und liegt heute bei rund 8,1. Dies klingt nach einer geringen Veränderung, bedeutet aber eine Versauerung um etwa 30 Prozent [1].

Die Ursache liegt bei dem anthropogenen Treibhausgas CO2, welches durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, der Waldrodung u.v.m. verstärkt in die Atmosphäre gelangt. Die Ozeane nehmen bis zu 25 Prozent dieses für den zunehmenden Klimawandel verantwortlichen Gases auf und werden daher auch als CO2-Senken bezeichnet. Was darauf folgt, sind chemische Reaktionen, die zu der genannten O. führen und einen zerstörenden Einfluss auf die Ökosysteme der Ozeane haben. CO2 reagiert mit Wasser zu Kohlensäure, die angesichts der zunehmenden CO2 Emissionen den pH-Wert der Meere sinken lässt. Es folgen weitere Reaktionen, die u.a. dazu führen, dass kalkbildende Organismen ihre lebensnotwendigen Schalen nicht mehr im erforderlichen Umfang aufbauen können, da der Kalkgehalt durch die O. zunehmend sinkt. Dadurch werden sie verletzlicher und sterben schließlich [2]. Ein sichtbares Zeichen ist das als Korallenbleiche bezeichnete Ausbleichen von Steinkorallen. Auch das marine Nahrungsnetz wird durch die O. geschädigt. Das kalkbildende Plankton, Grundlage der marinen Nahrungskette, wird zunehmend dezimiert, mit weitreichenden Konsequenzen für die nachfolgenden Konsumenten in der Kette. Die Sterblichkeitsrate des Fisch-Nachwuchses nimmt zu und den nachfolgenden Lebewesen in der Nahrungskette wird ihre Nahrungsquelle entzogen. Das hat auch eine negative Auswirkung auf die Fangquoten der Fischerei [3].

Der Körperhaushalt vieler Meerestiere kann nicht mit dem immer saurer werdenden Milieu in Einklang gebracht werden. Pflanzen und Tiere, die von der O. profitieren und sich stärker vermehren können, wie das Phytoplankton, bedrohen das fragile Gleichgewicht der Meere [4].

Laut wissenschaftlicher Prognosen soll der pH-Wert bis Ende des Jahrhunderts um 0,3 bis 0,4 weiter abnehmen, was den schon heute katastrophalen Zustand der Meere ins Unermessliche steigern wird. Um dieses globale Problem in den Griff zu bekommen, müssen enorme Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden [1].

Quellen:

[1] Alfred-Wegener-Institut. (28. Juni 2022). Fakten zur Ozeanversauerung. Von AWI-Website: https://www.awi.de/im-fokus/ozeanversauerung/fakten-zur-ozeanversauerung.html abgerufen

[2] BIOACID. (2015). Gewinner und Verlierer in der Plankton-Gemeinschaft. Von BIOACID-Website: https://www.bioacid.de/plankton-gemeinschaft/ abgerufen

[3] Wille, J. (30. November 2018). Das Meer wird saurer. Von klimareporter: https://www.klimareporter.de/erdsystem/das-meer-wird-sauer abgerufen

[4] BIOACID. (2015). Was ist Ozeanversauerung. Von BIOACID-Website: https://www.bioacid.de/ozeanversauerung/ abgerufen

(Stand 09.2022)

Autor: Joana Bonnen

Schadstoffbelastung Frachtcontainer

Über Frachtcontainer wird 90 Prozent des weltweiten Güterverkehrs abgewickelt. Container werden im Ausland, besonders im asiatischen Raum begast, um Pilze und Insekten aus anderen Ländern fern zu halten. Zum Begasen wird meistens Methylbromid genutzt, welches in der EU verboten ist. Ebenfalls lassen sich Rückstände von Phosphorwasserstoff, Benzol oder 1,2-Dichlorethan feststellen. Zudem sondern einige geladene Produkte Gase ab, so entsteht ein Chemie-Cocktail der ein Gesundheitsrisiko für die Arbeitnehmer darstellt, die den Container öffnen, letztlich aber auch für den Verbraucher, der mit den kontaminierten Waren in Kontakt kommt. 

In Deutschland sind nach Untersuchungen vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) 20 Prozent aller Container von solchen Verunreinigungen betroffen, von denen rund 25 Prozent durch Rückstände von Begasungsmittel belastet sind. Die restlichen 75 Prozent sind durch Industriechemikalien, also von Rückständen der Produktion, belastet. Die meisten Container passieren den deutschen Zoll allerdings unkontrolliert, im Durchschnitt wird nur ein giftiger Container am Tag gefunden, obwohl im Durchschnitt täglich 770 Frachtcontainer betroffen und 40 hochgradig giftig sind, also bleibende Schäden hinterlassen können. In den Niederlanden dagegen werden Container in den Häfen systematisch überprüft. Lassen sich Gase feststellen, wird der Container professionell entgast.

Die kontaminierten Container sind nicht von gekennzeichnet, die Arbeitnehmer die sie öffnen werden großen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt ohne sich davor schützen zu können. Einige der eingesetzten Substanzen sind Erbgut schädigend, krebserregend oder machen Unfruchtbar.

Verbraucherinnen und Verbraucher sind ebenfalls betroffen, da viele der Gase durch die Verpackungen in die Waren eindringen und noch über Wochen und Monate nachweisbar sind. Ein großes Problem sind beispielsweise Matratzen, die aus Luftkammern bestehen in denen sich während des Transportes Gase sammeln können. Ebenfalls problematisch sind Schuhe, welche häufig schon bei Fertigungsprozess mit dem krebserregenden Stoff Benzol in Verbindung kommen. Beim Transport werden diese noch mit weiteren Stoffen belastet.

Literatur

Siebert, Kristin  „Gift im Container“, ZDF: Planet E, 20.08.2017, https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-gift-im-container-100.html

IFA: Praxishilfen: „Gefahrenschwerpunk Frachtcontainer“, Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA), http://www.dguv.de/ifa/praxishilfen/gefahrenschwerpunkt-frachtcontainer/index.jsp, Zugriff 30.8.2017

(Stand August 2022)

Autor: KATALYSE Institut

Rotguss

Rotguss hat gute Gleiteigenschaften, ist verschleißfest und kavitationsbeständig. Er findet Einsatz bei der Produktion von hydraulischen Anlagen, Gleitlagern, Zahnrädern, Schleifringen und Schneckenrädern. In der Sanitärinstallationstechnik ist Rotguss der Werkstoff schlechthin und wird für die Herstellung von Absperr-, Sicherungs- und Regulierarmaturen und für Fittinge eingesetzt.  Rotguss ist salzwasserbeständig und besitzt eine Zugfestigkeit von 15 - 30 kp/mm². Rotguss ist universell einsetzbar und kann mit allen bekannten Installationswerkstoffen beliebig kombiniert werden, z. B. in der Rohrsystem-Verbindungstechnik mit Kupfer, Edelstahl, verzinktem Stahl und mit Kunststoff.  Rotguss lässt sich sehr gut bearbeiten und findet Anwendung in den unterschiedlichsten Pressverbindungssystemen. Während bei Bauteilen aus Messing Zugspannungen bedingt durch den Herstellungsprozess des Bauteiles auftreten können, z. B. Pressen oder durch fehlerhafte Montage, z. B. Überhanfen eines Gewindes. Rotgussteile sind dagegen frei von Spannungsrisskorrosion.  Rotguss ist ein nach EN 1982 (modifiziert nach DIN 50930/6) genormter Armaturen- und Installationswerkstoff. Die Beeinflussung der Trinkwasserbeschaffenheit wird in der DIN 50930 Teil 6 - 8.7.2 und 8.7.3 geregelt, danach darf Rotguss max. 3 Prozent Blei 3,0 Prozent und max. 0,6 Prozent Nickel enthalten. Legierungen aus Rotguss für Armaturen und Rohrverbinder müssen in Ihren Bestandteilen und in den für die Herstellung erforderlichen Begleitelementen bestimmte Anforderungen erfüllen, die durch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) mit einer Kennzeichnung bestätigt werden. Danach ist Rotguss ein Werkstoff, der für alle Trinkwässer verwendet werden kann, da die Abgabe von Legierungsbestandteilen im Rahmen der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) liegen.  Rotguss wird heute überwiegend aus recyclten Material hergestellt und schont somit Umwelt und Ressourcen.

Autor: KATALYSE Institut

Abiogenese

Abiogenese bezeichnet man den weitgehend unbekannten Mechanismus der Entstehung von Lebewesen aus organischen Stoffen.
Zurzeit des Bombardements, das vor ca. 4 Milliarden Jahren 100.000 Jahre andauerte, schlugen Meteorite und Kometen im Minutentakt auf der Erde ein. Diese luden zehnmal mehr Wasser ab, als derzeit in den Ozeanen der Erde vorhanden ist, und tausendmal mehr Gase, als die heutige Atmosphäre enthält. Und das ist noch nicht alles: Sie lieferten auch das reiche Büfett der organischen Moleküle, die wir im interstellaren Raum finden, und das in einer atemberaubenden Zahl von Portionen. Mindestens 10 Billionen Tonnen (oder 10.000.000.000.000.000 kg) organischer Kohlenstoff, vielleicht auch hundertmal so viel, sind aus dem Weltraum in unsere Atmosphäre eingedrungen. Das ist mindestens das Zehnfache der gesamten Kohlenstoffmenge, die heute durch lebende Zellen zirkuliert.
Das gesamte Wasser der Erde fließt einmal in 100.000 Jahren durch jeden denkbaren Punkt des Planeten. Also durch jeden hydrothermalen Schlot, an dem sich heute in unvorstellbarer Tiefe noch Leben existiert. Diese Schlote werden bis zu 60 Meter tief.
Was aber muss sich dort zusammenfinden und in welcher Reihenfolge? Wenn das Problem bereits gelöst wäre, könnten wir Leben im Labor erzeugen.

Ein paar der bekanntesten Hypothesen:
Die Liposomen-Welt-Hypothese: Die Abiogenese muss sich auf engem Platz abgespielt haben. Z.B. am Rande eines Felsen oder in dessen Mikrorissen in einer Tiefe von ca. 25 Meter unter der Meeresoberfläche, wo die UV-Strahlung die zusammenfindenden Moleküle nicht sofort wieder aufspaltet. Dort sammeltn sich Lipidschichten an die sich an den Gegenpolen anzogen und somit auf der Außenseite hydrophil (wasserliebend) und auf der Innenseite hydrophob waren. Sie bilden quasi Membranen die einige passierende Aminosäuren und jegliche organische Substanzen auffingen (dafür braucht es bewiesenermaßen keine Proteinkanäle wie in hochkomplexen Membranen). Eine Membran ist sehr wichtig, denn jeder Organismus hat die Eigenschaft seine „Innereien“ zusammen zu halten und von der Umwelt zu trennen und zu schützen.
Kaum hatten sich einige wenige Peptide und Nukleotide dort gebunden, so kamen sie aus der Membran nicht raus, da sie zu groß waren und die Membran zu unflexibel. Kleine Lipid-Bläschen bildeten sich im Druck des Wassers und lösten sich durch Wellen oder Erosionen wieder auf. Eine weitere wichtige Eigenschaft, welche alles Leben eint, ist die Selbstreplikation. Also die Autokatalyse (die sich selbst katalysierende Reaktion) mit Informationsweitergabe.
Ein Polymer (Makromolekül), der Kopien von sich anfertigen kann, ist bspw. Phosphatamidat-DNA. Es ist dazu auch noch zur Polymerisation (Fusion von Makromolekülen) fähig, was interessant wird, wenn wir annehmen, dass sich solch ein Polymer in einer heißen Quelle unter Wasser bildete. Dort sprudeln Vesikel, Liposome und all die anderen Fusionspotentiale für das sich bildende Leben. Und wenn man die Temperaturschwankungen und Dichteunterschiede miteinberechnet, dann kann man auch mit Schwankungen in der Bindungsfähigkeit rechnen und mit mechanischer Flexibilität der Bläschen rechnen. Der osmotische (von innen heraus ausdehnende) Druck kommt vor allem dann dazu, wenn die Substanz „metabolismusfähig“ ist, also stoffwechseln kann. Somit hätten wir auch schon eine Definition von primitivem Leben:
Ein sich selbsterhaltendes System, das zu Stoffwechsel, Replikation und Informationsweitergabe fähig ist und am evolutionärem Wettrennen teilnimmt.
Das ist wichtig für anstehende Projekte, denn nur wenn man weiß wonach man sucht kann man übergreifende Forschung möglich machen.

Stichwort Evolution: Die stabileren Membranen überlebten. Die schnelleren Replikatoren zeugtn mehr von sich. Daraus ergibt sich, dass sich die enzymatischen so wie die informellen Eigenschaften bspw. einer RNA bereits gut zeigten. Man kann von zufälligem Informationsaustausch sprechen. Fehler bei dem Replizieren werden von der natürlichen Auslese bestraft oder die „Erbsubstanz“ hat Erfolg. Erfolg + Erfolg = Mehr Erfolg (exponentiell). Das heißt, die Anfänge des Lebens waren viel mehr vom „verändere/verbessere dich oder ‚stirb‘“-Prinzip gekennzeichnet als das komplexe Leben heute. Zur Erinnerung: Unsere Erbsubstanz macht unter 1.000.000 (DNA-)Kopien nur einen Fehler.
Dadurch lief die Evolution damals aber schneller ab, was wichtig war, denn die Halbwertzeiten der molekularen Verbunde und das Schicksal auf der Urerde waren eine große Herausforderung für die Biogenese.

Die amerikanischen Wissenschaftler sind optimistischer was das Thema Abiogenese angeht. Sie haben einen breiteren Fokus, da viele der Meinung sind, Leben könnte interstellar entstanden und bereits in fertiger Form auf einem Träger (z.B. Meteorit) auf die Erde gebracht worden sein. Auch sind viele Wissenschaftler der Meinung, Leben kann selbst ohne Sonneneinstrahlung nur durch thermische Energien zu ersten Protozellen evolviert worden sein (ähnlich der heutigen Archaeen). Diese hydrothermalen Quellen findet man am mittelozeanischen Rücken, an dem durch Plattendrift Magma aus dem Erdmantel aufsteigt und neuer Meeresboden entsteht. Das Wasser kann einige hundert Grad erreichen (bei Ozeantiefen von 2000-3000 m). Die Geologen unterscheiden zwei Arten hydrothermaler Systeme:
- sedimentfreie, achsennahe Systeme (on-axis-systems) an plattentektonischen Spreizungszentren mit steilem Temperaturgradienten, da sie direkt über den Magmakammern liegen. Mittlere Temperatur des ausströmenden Wassers ~360 °C; Durchsatz 24 km³*a-1
- achsenferne Systeme (off-axis-systems), sie werden durch frei Konvektion angetrieben, entsprechend der Kühlung durch die Ozeankruste, mit Quellwassertemperaturen von etwa 150 °C.

Vor allem die Arbeiten von Russel (1989) und Wächterhäuser (1988) modifizierten das Modell der hydrothermalen Synthesen von Biomolekülen.
Wächterhäuser steht besonders in Kontrast zu den bisher genannten und beschriebenen Hypothesen. Seine Hypothese verneint das übliche präbiotische Ursuppenmodell, sowie das Vorliegen anderer "Welten (z. B. der RNA-Welt, Ton-Kristall-Welt usw.). Vorallem aber behauptet Wächterhäuser, dass nicht der primitive, genetische Apparat sondern ein einfacher Metabolismus (Stoffwechsel) funktionieren müsste um Biomoleküle zu einem System zusammen zu bringen. 
Dieser geforderte Metabolismus lief an der Oberfläche bestimmter Mineralien ab, die nach Meinung vieler Geologne auf der Urerde reichlich vorhanden waren. Die für den Aufbau wichtiger Moleküle aus einfachen Bausteinen wie z. B. CO2 oder CO (wir Lebewesen sind nämlich Kohlenstoffgebilde) stammen aus der oxidativen Bildung von Pyrit.
Die  Fixierung von CO2 an der Pyrit-Oberfläche führt zu anionischen Gruppen, wobei die Produkte in ihrem wachsenden Zustand gebunden werden. Ihre Verweilzeit am Pyrit entspricht ihrer Oberflächen-Bindungsstärke. Stark gebundene Produkte haben Zeit, um bestimme Reaktionen einzugehen. Sie bilden ein zweidimensionales Reaktionssystem, d. h. den Oberflächen-Metabolismus (bzw. zwei-dimensionalen Stoffwechsel).
Da Pyrit positiv geladen ist und die anionischen organischen Moleküle besser binden kann, gehe ich hier nur auf die „Pyrit-Hypothese“ ein, wobei es solche Überlegungen auch mit Tonmineralien gibt.
Mit Hilfe des Oberflächen-Metabolismus lassen sich auch Fragen zur Entstehung erster Zellstrukturen diskutieren. So könnte beispielsweise für den Zellmembran-Aufbau benötigte Moleküle im sog. reduktiven Citronensäure-Cyclus aufgebaut werden.
Abschließend stellte Wächterhäuser auch seine These über mögliche Nucleinsäure-Vorläufer vor. Danach bestand die prä-DNA nur aus Purinbasen. Die Pyrimidine konnten erst später enzymatisch synthetisiert werden.
Das Gebiet Astrobiologie und Abiogenese gehören zu den jüngsten Wissenschaften, was hoffentlich bedeutet, dass die nächsten Jahre und Jahrzehnte zu noch größeren Erkenntnissen und Lösungen für das Biogenese-Problem führen werden.

Autor: KATALYSE Institut

Solarium

Ein S. ist ein Raum, in dem man unter künstlicher Lichtquelle „Sonnenbäder“ nehmen kann.

Nach vorsichtigen Schätzungen der Niedersächsischen Akademie für Photomedizin und Gesundheitsbildung, besuchen rund zehn Millionen Bundesbürger einmal in der Woche ein Sonnenstudio, Kosmetiksalon, Sauna oder lassen sich zu Hause mit UV-Strahlung aus S. bestrahlen. In den alten Bundesländern werden schätzungsweise mehr als 10.000 Bräunungsstudios betrieben, und mehr als 1 Mio Haushalte sind mit einem Heim-S. ausgestattet, wobei deren Bestrahlungsstärke mit 20-50 mW/cm2 um ein Vielfaches über dem natürlichen Strahlungspegel liegen kann. Die Hautbräunung im S. beruht auf der abgegebenen UV-Strahlung (Sonnenbaden). Auch wenn S. nur die relativ energiearme UV-A-Strahlung verwenden, führt jedes Sonnenbad im S. zu einem erhöhten Risiko für Hautschädigungen und Hautkrebs (Sonnenbaden, Hautkrebs, UV-Strahlung). Wer im S. seine Augen nicht schließt (bzw. keine Schutzbrille trägt), geht zusätzlich die Gefahr einer Linsentrübung ein (Grauer Star). S. sollten grundsätzlich weder zu kosmetischen Zwecken, noch zur Steigerung des Wohlbefindens, noch zur nicht medizinischen Gesundheitsprophylaxe genutzt werden. Gerade helle Hauttypen sind besonders gefährdet und sollten diese Art der Bräunung gänzlich meiden.
Leider bekommt man bei einem Großteil der Bräunungsstudios in Deutschland keine qualifizierte Kundenberatung. Oft wird zum locken als Beispiel der Zusammenhang zwischen Sonnenlicht und der Vitamin-D3-Entstehung im menschlichen Körper genannt, wodurch der Knochenkrankheit Rachitis vorgebeugt wird. Zwar ist Sonnenlicht dafür unerlässlich, aber es reicht, wenn Handrücken und Gesicht dreimal in der Woche für zehn Minuten der Sonne ausgesetzt sind. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft rät, ob im S. oder unter freiem Himmel, pro Jahr nicht mehr als 50 Sonnenbäder zu nehmen.

Autor: KATALYSE Institut

Grundwasser

G. ist im Boden vor Jahrzehnten versickertes Niederschlagswasser, das sich an wasserundurchlässigen Schichten ansammelt.

Durch die Bodenpassage wird das G. filtriert und stellt daher das ideale Trinkwasser dar, da es normalerweise hygienisch einwandfrei, geschmacklos, frisch, klar und kühl ist.

Die Gefährdung des G. hat verschiedene Ursachen:
Durch die zunehmende Bebauung dringt immer weniger Niederschlagswasser in den Untergrund ein (Versiegelung des Bodens), durch Flußregulierungen wird die Erosionskraft des Wassers verstärkt (schnelleres Fließen). Dadurch vertieft der Fluß sein Bett, und der G.-Stand senkt sich, das Uferland versteppt. Ähnliche Auswirkungen können auch starke Grundwasserabsenkungen durch Brunnen haben.
Über verschiedene Belastungspfade gefährden Chemikalien das G.:

  • Eindringen von Nitraten ins G. aus überdüngten landwirtschaftlichen Flächen (Düngemittel, Gülle);
  • Eindringen von Pflanzenschutzmitteln wie Herbiziden (Atrazin) aus der Landwirtschaft in das G.;
  • Eindringen von wassergefährdenden Stoffen wie chlorierten Kohlenwasserstoffen ins G. durch Versickerung aus undichten Tanks, bei Transportunfällen und sonstigem unsachgemäßen Umgang;
  • Eindringen von Sickerwässern aus schlecht abgedichteten Deponien (Altlasten, Deponiesickerwasser);
  • Freisetzung von Schwermetallen durch die vom Sauren Regen ausgelöste Bodenversauerung;
  • Eindringen der sauren Niederschläge in das G.;
  • Eindringen von Nitrat und Keimen aus undichten Kanalisationen.

Durch das Aktionsprogramm G. der EG-Umweltminister, das das G. als ökologisch wertvollen Bestandteil des Naturhaushaltes für besonders schutzbedürftig erklärt, soll eine langfristige Überförderung des G. und damit verbundene Grundwasserabsenkungen vermieden werden. In vielen Trinkwassereinzugsgebieten ist der G.-Spiegel über die Jahre z.T. bis zu 10 m gesenkt worden.

In Westdeutschland werden bislang ca. 80% des Trinkwassers aus G. gewonnen (in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und West-Berlin sogar 100%). Daher wird bei zunehmender Verschmutzung des G. oder zu starker G.-Absenkung gerade die BRD gezwungen werden, mehr Trinkwasser aus Oberflächenwasser zu gewinnen, das kostenintensiv aufbereitet werden muß (Trinkwasseraufbereitung).

Autor: KATALYSE Institut

Umweltgrundrecht

Art und Ausmaß staatlicher Eingriffe in die durch das Grundgesetz garantierten Grundrechte unterliegen verfassungsgerichtlicher Kontrolle.

Art und Ausmaß von Eingriffen in die Gesundheit der Bürger, die aufgrund staatlicher sanktionierter Schadstoffmenge erfolgen, unterliegen dagegen mangels eines personellen "Grundrechts auf biologische und ökologische Selbstbestimmung" (B.Krems-Hemesath, D.Suhr) (Drittschutz) keiner Grundrechtskontrolle. Auch der gerichtliche Weg kann keinen effektiven Rechtsschutz leisten, da es bei summierten Immissionen schon am örtlich zuständigen Gericht mangelt.

Auch eine Rechtspflicht zur Ausschöpfung aller technischen Möglichkeiten zur Emissions-Minderung ließ sich bisher nicht installieren. Eine ebenfalls nicht verwirklichte Staatszielbestimmung Umweltschutz wäre im dargestellten Sinne hilfreich, könnte aber den Hauptmangel der Nichteinklagbarkeit individuellen Grundrechtsschutzes gegenüber der Zerstörung der Lebensgrundlagen nicht beheben. Benötigt werden daher eine Staatszielbestimmung Umweltschutz, ein individuelles Grundgesetz und darüber hinaus Rechtsnormen, die die Eigenrechte der Natur im Rechtssystem absichern.

Auf diesen drei Pfeilern ruhend, könnte der menschlichen und außermenschlichen Umwelt, der bisher vom Recht nur "Sterbehilfe" (P.C.Mayer-Tasch) geleistet wird, rechtlicher Schutz zuteil werden, der diesen Namen verdient.

Autor: KATALYSE Institut

Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen

Das W. wurde 1973 aufgrund einer Empfehlung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (Stockholm 1972) abgeschlossen und ist 1975 völkerrechtlich in Kraft getreten.

In der BRD ist das W. seit 1976 in Kraft, und seit 1984 wird das Übereinkommen in der gesamten EG nach gemeinschaftlichen Regeln durchgeführt. Dabei hat die EG in der Verordnung zur Anwendung des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen in der Gemeinschaft" von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, strengere Vorschriften als die im W. festgelegten zu erlassen.

Dies gilt allerdings nur für die Außengrenzen der EG. Bis heute sind dem Übereinkommen fast 100 Staaten beigetreten. Ziel des Übereinkommens ist es, durch Einschränkung des internationalen Handels eine der Hauptursachen der Gefährdung bestimmter Tier- und Pflanzenarten zu beseitigen. Das W. sieht ein umfassendes Kontrollsystem für den Handel mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten, deren ohne weiteres erkennbare Teile sowie ohne weiteres erkennbare hieraus gewonnene Erzeugnisse, vor.

Handel im Sinne des Übereinkommens ist die Ausfuhr, die Wiedereinfuhr, die Einfuhr sowie das Einbringen aus dem Meer. Die vom Übereinkommen erfaßten Tier- und Pflanzenarten sind entsprechend ihrer Schutzbedürftigkeit in drei Listen als Anhänge zum W. aufgeführt, die ständig überprüft und angepaßt werden.

Anhang I enthält die von der Ausrottung bedrohten Arten, deren Handel nur in Ausnahmefällen zugelassen wird, zu kommerziellen Zwecken ist er praktisch ausgeschlossen, z.B. verschiedene Arten von Meeresschildkröten. Die Einfuhr setzt sowohl das Vorliegen einer Einfuhrgenehmigung des Importstaates als auch eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates voraus.

Im Anhang II sind solche Tier- und Pflanzenarten erfaßt, deren Erhaltungssituation zumeist noch eine geordnete wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zuläßt, z.B. den Luchs. Diese Arten können unter bestimmten Voraussetzungen gehandelt werden, wobei für die Einfuhr lediglich eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates erforderlich ist.

Importstaaten können die Herkunftsländer bei der Ausfuhr von Anhang-II-Exemplaren nur unterstützen, indem sie den legalen Export überprüfen. In einem Anhang III sind solche Arten aufgeführt, die von einer Vertragspartei in ihrem Hoheitsgebiet einer besonderen Regelung unterworfen sind.

Nach Angaben des WWF werden jährlich bis zu 40.000 lebende Papageien, bis zu 1.000 Krokodile, Warane und mehrere tausend Riesenschlangen nach Deutschland, das zu den bedeutendsten Einfuhrländern wildlebender Tiere gehört, importiert.

Stärkere Importkontrollen sowie eine schärfere Rechtssprechung sind zur Durchführung des W. nötig. Ebenso wichtig ist die Änderung des Konsumverhaltens der Verbraucher, so daß die Nachfrage nach lebenden Wildtieren und Fellen geschützter Tiere gesenkt wird.

Lit.: BMU: Umweltbericht 1990

Autor: KATALYSE Institut

Alpenkonvention

Die A. wurde im Jahr 1991 von den Umweltministern der Alpenländer Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Slowenien, Liechtenstein, Monaco sowie der EU verabschiedet und ist seit dem 6.3.1995 in Kraft.

Die allgemein gehaltene Rahmenkonvention zum Schutz der Alpen, die inzwischen von allen Beteiligten ratifiziert wurde, wird jedoch erst durch Fachprotokolle konkretisiert. Diese Fachprotokolle sind zum Teil heftig umstritten.

Fachprotokolle zur Alpenkonvention:

  • Naturschutz und Landschaftspflege,
  • Berglandwirtschaft,
  • Raumplanung und Nachhaltige Entwicklung,
  • Bergwald,
  • Tourismus,
  • Energie,
  • Bodenschutz und
  • Verkehr.

Der Aufbau eines »Alpeninformationssystems« ist eingeleitet, das grenzüberschreitend koordinierte Auskunft über Stand und Entwicklung von Raum und Umwelt im Alpenraum und über die Ergebnisse der Alpenforschung geben soll.

Siehe auch unter den Stichwörtern: Alpen und Kunstschnee.

Autor: KATALYSE Institut

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse ist eine ausdauernde Pflanze von 30 bis 80 cm Höhe mit aufrechtem, kantigem Stengel, eiförmigen, gestielten und gekerbten Blättern und bis zu sechs weißgelben Blüten in Scheinquirlen.

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Melissa officinalis
  • Herkunft: östliches Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- und dreijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 5 bis 7 Jahren
  • Aussaat: Vorkultur von Sämlingen im März; Saat im Mai oder/und September mit 50 bis 60 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 30 Tonnen Festmasse/ Hektar: Stickstoff: 156 kg, Phosphat: 48 kg, Kalium: 209 kg, Kalzium: 75 kg, Magnesium: 34 kg; Stickstoff in vier Gaben: vor Pflanzung, nach Austrieb, vor Bestandesschluss und nach Schnitt
  • Pflanzenschutz: Pilze: Pfefferminzrost, Echter Mehltau, Blattflecken; Schädlinge: Grüner Schildkäfer, Zikaden, Wanzen; Sonstige: Virosen
  • Ernte: ab Mai bis September; drei bis vier mschinelle Schnitte/Jahr
  • Ertrag: Kraut: 40 bis 80 Tonnen/Hektar; Blatt: 15 bis 30 dt/Hektar, Saatgut: 300 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffe, Schleim sowie Blattanteil
  • Wirkspektrum: bakterizide und antivirale Wirkung gegen Herpes, beruhigender Wirkung auf den Hypothalamus; gegen Migräne, Bauchschmerzen. Blähungen und Schilddrüsenkrankheiten, entkrampfend.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Waldschädlinge

Wohl der bekannteste W. ist der Borkenkäfer und hier insb.der Fichtenborkenkäfer, der wegen des typischen Fraßbildes seiner Larven auch als "Buchdrucker" bezeichnet wird.

Neben dem Borkenkäfer gibt es noch eine große Anzahl anderer Insekten, die dann, wenn die Umstände ihrer Vermehrung förderlich sind (z.B. günstiges
Wetter, das Fehlen von Feinden, Monokulturen etc.), massenweise auftreten und große Schäden im Wald anrichten können. Hierzu gehören z.B. die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten, denen die jungen Knospen und Blätter u.a. als Nahrung dienen.

Allein auf die Eiche stürzen sich fast 300 Falterarten, wie etwa der Eichenwickler, der Eichenkarmin oder der Gemeine Eichenwaldspanner.
V.a. Insekten sind es auch, die die Anzahl der Schadinsekten im Wald regulieren, indem sie sich von diesen ernähren. Vögel verhindern das massenweise Auftreten von W. dagegen nur in eher begrenztem Umfang.
Neben Insekten treten auch Viren und Mikroorganismen (z.B. sog. Mycoplasmen). Bei einem zu hohen Wildbestand können sich Rehe und Hirsche ebenfalls zu W. entwickeln, indem sie die Triebe der jungen Bäume abfressen und so eine natürliche Verjüngung des Waldes verhindern.
Menschliche Eingriffe zur Reduzierung von W. sind das Aufstellen von Borkenkäferfallen, Fördern von Nützlingen und im Einzelfall der Einsatz von Pestiziden. Wichtig ist v.a. der vorbeugende, planerische Eingriff, um z.B. Monokulturen zu vermeiden, die das verstärkte Auftreten von W. fördern.
Der durch Sauren Regen vorgeschädigte Wald ist für W. besonders anfällig (Waldsterben, Waldschadenserhebung).

siehe auch: Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Waldpflege

Fast der gesamte Wald Deutschlands und der europäischen Länder ist Nutzwald, d.h., die dort wachsenden Bäume werden früher oder später gefällt, das Holz verkauft.

Um einen optimalen Ertrag zu erzielen, aber auch um ökologische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, ist die W. notwendig. Sie umfaßt u.a.:
das planmäßige Anflanzen neuer Waldbestände (Aufforstung), das Bekämpfen eventuell massenhaft auftretender Waldschädlinge, das Regulieren des Wildbestandes, um eine Verjüngung des Waldes nicht durch Verbißschäden zu gefährden sowie das Durchforsten des Waldes, um einzelne Bäume besonders zu fördern und ihnen eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.

Durch das Zurückdrängen besonders konkurrenzstarker Baumarten (etwa der Buche) kann der Förster auch Einfluß darauf nehmen, wie vielen Lebewesen der Wald eine Heimat bietet und dadurch, wie ökologisch stabil er ist.
siehe: Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Tropenwaldnetzwerk

Das Tropenwaldnetzwerk ist ein Zusammenschluß von deutschen und brasilianischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Dachverbänden, die sich mit ökologischen, sozialen und kulturellen Fragen zum tropischen Regenwald in Brasilien beschäftigen.

Mitglieder des NGO-Netzwerkes sind Initiativen, Stiftungen und Umweltschutzverbände, private und universitäre Forschungseinrichtungen und interessierte Privatpersonen. Mit Beobachterstatus beteiligt sind außerdem die staatlichen Träger der Entwicklungszusammenarbeit.
Vor dem Hintergrund des breiten und interdisziplinären Spektrums seiner Mitglieder begleitet das Netzwerk mit seiner Arbeit die Bemühungen, den Tropenwald des Amazonasbeckens und den atlantischen Küstenwald zu bewahren und nachhaltige Regionalentwicklungen in Kraft zu setzen.
Den Schwerpunkt der Aktivitäten bildet die zivilgesellschaftliche Beobachtung und Begleitung des internationalen Pilotprogramms zum Schutz des brasilianischen RegenwaldesPPG7, sowie von die Region berührenden Entwicklungsprojekten.
Mit seinen Aktivitäten engagiert sich das Netzwerk durch die Bereitstellung eines Informations- und Koordinationsforums für die Stärkung der zivilgesellschaftlichen Partizipation.
Weitere Ziele und Aufgaben sind eine koordinierte themenorientierte Öffentlichkeitsarbeit, verstärktes und fokussiertes Lobbying in den Institutionen der Geberländer, der Weltbank und der brasilianischen Regierung sowie die Einbindung der NGO als Beratungsinstitutionen bei staatlichen Stellen und in den Medien.

Autor: KATALYSE Institut

Tierhaltung

Unter Tierhaltung versteht man die Haltung von Nutztieren (Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Geflügel u.a.) sowie Haus- (Katze, Hund, Vögel u.a.) und Zootieren unter menschlicher Pflege und Aufsicht.

Landwirtschaftliche Nutztiere werden zur Erzeugung tierischer Nahrungsmittel, v.a. Fleisch, Milch und Eiern gehalten. Die Tierhaltung umfasst darüber hinaus u.a. die Züchtung, Fütterung, die Tierernährung, die Unterbringung, sowie Haltung und Pflege. Hinsichtlich der Haltungsformen unterscheidet man v.a. die Artgerechte Tierhaltung und die Massentierhaltung (beispielsweise die Batteriehaltung von Legehennen).

Landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland 1999

  • 102 Mio. Geflügel
  • 24 Mio. Schweine
  • 15 Mio. Rinder
  • 2,8 Mio. Schafe
  • 0,6 Mio. Pferde
  • 0,1 Mio. Ziegen

Autor: KATALYSE Institut

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine mehrjährige Pflanze mit aufrechtem, ästigem 50 bis 80 cm hohem Stengel, behaarten gestielten lanzettlichen Blättern und blasslila gefärbten Scheinährenblüten.

  • Systematik: Familie: Laminaceae (Lippenblütler); Art: Mentha piperita
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: ein- bis dreijähriger Anbau
  • Aussaat: Stolonen oder Kopfstecklinge; Stolonen: 80 bis 100 m2 bis Mitte Oktober oder im Frühjahr; Stecklinge: 50 bis 60 m2 ab März
  • Düngung: Nährstoffenzug bei 40 Tonnen Frischemasse/ Hektar: Stickstoff: 177 kg/ Hektar, Phosphat: 54 kg/ Hektar, Kalium: 270 kg/ Hektar, Kalzium: 85 kg/ Hektar, Magnesium: 29 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Pfefferminzrost, Verticillium-Welke, Rhizom- und Stengelfäule, Echter Mehltau, Blattflecken; Schädlinge: Minzenblattkäfer, Erdfloh, Schwarzpunktzikaden; Sonstige: Nematoden
  • Ernte: Juli bis September, spätestens zur Knospe; zwei bis drei maschinelle Schnitte/Jahr
  • Ertrag: Kraut: 30 bis 50 Tonnen/ Hektar, Krautdroge: 17 bis 30 Tonnen/ Hektar;
    Blattdroge: 2,5 bis  5,0 Tonnen/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffe sowie Blattanteil.
  • Wirkspektrum:
    Innerliche Anwendungen
    : Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Gallenbeschwerden, Reizdarmsyndrom
    Äußerliche Anwendungen:
    Spannungskopfschmerz, Mundschleimhautentzündung, Erkältungskrankheiten, Schnupfen und Muskel- und Nervenschmerzen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Mischkultur

 

Bei einer M. werden mehrere Pflanzenarten nebeneinander in einer Pflanzengemeinschaft angebaut.

 

Autor: KATALYSE Institut

Binärkampfstoffe

Chemische Kampfstoffe sind nicht nur bei ihrem Einsatz lebensgefährlich, auch ihre Produktion, die Lagerung, der Transport und die Handhabung bergen große Risiken.

Nach einer Lösung für dieses Problem wurde nach zahlreichen Unfällen vor allem in den USA seit langem gesucht und in der Entwicklung von B. gefunden. Hierbei handelt es sich um Geschosse, die in zwei Kammern mit zwei relativ ungefährlichen Chemikalien gefüllt sind. Erst wenn die Bombe zum Ziel unterwegs ist, werden die beiden Substanzen miteinander vermischt, und der Kampfstoff entsteht in kürzester Zeit. Der Vorteil der B. liegt für die Militärs vor allem darin, daß Lagerung und Tranport ungefährlicher werden, wodurch sich ihre Mobilität erhöht. 1987 wurde nach 20jähriger Forschungsarbeit in den USA die Produktion aufgenommen. Wenn die erste Produktionsphase abgeschlossen ist, stehen dort über 9.000 t der Nervenkampfstoffe Sarin und VX in binärer Form zur Verfügung. Auch bei den Ländern der ehemaligen UdSSR und Frankreich kann angenommen werden, daß sie die Technologie für die Herstellung von B. beherrschen.

Lit.: D.Wöhrle, D.Meissner: Die zunehmende Verbreitung eines Massenvernichtungsmittels, in: Nachrichten aus Chemie, Technik und Laboratorium, 1989

Autor: KATALYSE Institut

Adsorption

Anheftung eines Stoffes an die Oberfläche eines anderen Stoffes, ohne daß dabei feste Bindungen ausgebildet werden, z.B. A. von Schadstoffen an Aktivkohle. Nicht zu verwechseln mit Absorption.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltökonomie

Die U. widmet sich den Wechselwirkungen zwischen natürlicher Umwelt und ökonomischem System.

Entsprechend der Unterteilung der Wirtschaftswissenschaften nach ihren unterschiedlichen Erkennntnisobjekten in Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre unterscheidet man eine volks- und betriebswirtschaftliche Ausrichtung. Während die betriebliche U., neuerdings auch als Umweltmanagement bezeichnet, eine sehr junge Disziplin der Betriebswirtschaftslehre darstellt, ist die volkswirtschaftliche U. der ältere, theoretisch fundiertere Zweig.

Sie wird daher auch als klassische U. verstanden. Gemeinsam ist beiden Ausrichtungen, daß sie Umweltzerstörung als Charakteristikum der industriellen Produktionsweise betrachten, unabhängig von dem in Frage stehenden Wirtschaftssystem. Erkenntnisziel der volkswirtschaftlichen U. ist es, Möglichkeiten der gesellschaftlichen Wohlfahrtssteigerung, unter expliziter Berücksichtigung des öffentlichen Gutes "Natürliche Umwelt" aufzuzeigen.

Sie basiert vordergründig auf wohlfahrtstheoretischen, aber auch finanzwissenschaftlichen Überlegungen zur Theorie öffentlicher Güter und externer Effekte. Das hohe Abstraktionsniveau dieser Modelle verbietet ihre unmittelbare Umsetzung in der umweltpolitischen Realität, sie verdeutlichen aber, daß sich der häufig thematisierte Gegensatz zwischen Ökonomie und Ökologie bereits in mittel- bis langfristiger Perspektive auflöst.

Entscheidungshilfen für die Umweltpolitik liefern die Ermittlung der volkswirtschaftlichen Umweltkosten, die Gestaltung des umweltpolitischen Instrumentariums zur Umsetzung der umweltpolitischen Prinzipien (Verursacherprinzip, Kooperationsprinzip, Vorsorgeprinzip) und die Abschätzung der gesamtwirtschaftlichen Folgen der Umweltpolitik etwa im Hinblick auf das Beschäftigungsziel.

Lit.: L.Wicke,: Umweltökonomie, München 1991; L.Wicke et al.: Betriebliche Umweltökonomie, München 1992

Siehe auch: Umwelt, Ökosozialprodukt.

Autor: KATALYSE Institut

Saure Böden

Siehe Bodenversauerung.

Autor: KATALYSE Institut

Lagune

L. sind größere offene Wasserflächen, die von einem Riff eingesäumt werden. Das kann ein breiter Meeresarm sein, der zwischen Festland und einem weit vor gelagerten Barriere-Riff liegt oder beim L.-Saumriff die Wasserfläche zwischen Ufer und dem in Sichtweite liegenden Riffwatt. Am deutlichsten ausgeprägt sind die im Inneren der kreisförmigen Atolle liegenden L.

Der L.-Boden fängt bei etwa fünf Metern Tiefe an und kann bei sehr großen L. an den tiefsten Stellen bis unter 80 Meter absenken. Entsprechend uneinheitlich sind daher die Bedingungen und Lebensgemeinschaften in verschiedenen Abschnitten der L.. Für die ganze L. gilt jedoch, dass der Wasseraustausch im Vergleich zum Außenriff eingeschränkt ist. Damit verschlechtert sich nicht nur das Planktonangebot. Die Temperaturen schwanken hier stärker und liegen im Durchschnitt höher und der Sauerstoffgehalt des Wassers niedriger als am Außenriff.

L.-Bewohner
Typisch für L.-Böden ist daher ein Fleckenmuster aus offenen Sand- und Schuttflächen, Seegraswiesen und Algenteppichen. Sie werden von den seeseitigen Riffabschnitten ständig mit zusätzlichen Sedimenten versorgt, die sich im ruhigen L.Wasser absetzen können. Darunter sind auch organische Überreste, die von Detritus- und Kleinpartikelfressern verwertet werden. Tiere wie Seegurken und Seeigel nehmen sich dieser Nahrungsquelle an und sind auf dem L.-Boden teilweise sehr häufig. Zwischen den Weichböden liegen oft einzelne kleine Fleckenriffe und Korallenhorste. Wegen ihrer Versteckmöglichkeiten werden sie massenhaft von Klein- und Jungfischen bevölkert. Besonders stark vertreten ist hier die große Familie der Riffbarsche. Dreibinden-Preußenfische, Bauchfleck-Riffbarsche und Honigkopf-Riffbarsche sind Beispiele dafür.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
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Autor: KATALYSE Institut