Category Archives: Natur- & Artenschutz
Wildnis
Der Begriff W. ist kulturell unterschiedlich besetzt und reicht von der Wildpflanzenecke im Garten bis hin zum gefährlichen tropischen Urwald.
Der große Unterschied zwischen W. und der rasch um sich greifenden Zivilisation, hat in USA viel früher zur Achtung der W. als in Europa geführt. In Europa hat sich die Landschaft mit seinen menschlichen Nutzungsformen entwickelt und damit W. weitgehend verdrängt.
W. bedeutet im ursprünglichen Sinn Ödland, Brache oder Urwald. W ist teilweise negativ belastet, weckt Urängste (gefährliche Tiere wie Wolf, Bär) und fordert zum Bezwingen und Nutzen heraus.
Autor: KATALYSE Institut
Wattenmeer
Amphibisches Ökosystem zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie, das vom natürlichen Ungleichgewicht durch Wechsel der Überflutung lebt.
Die im W. lebende Tier- und Pflanzenwelt ist an den ständigen Wechsel von Flut und Ebbe angepaßt und nutzt das reichliche Nahrungspotential. Mit jeder Flut wird Plankton aus der Nordsee in das W. eingebracht, ebenso führen Flüsse Nährstoffe heran. Zusammen mit günstigen Lichtverhältnissen bei Niedrigwasser bewirkt der hohe Nährstoffeintrag reichliches Algenwachstum.
Algen dienen Muscheln, Schnecken und Würmern als Nahrung, von denen sich wiederum Fische, Krebse und Vögel ernähren. Die hohe Produktivität des W. an tierischer Biomasse wurde von jeher durch die Fischerei genutzt. Die Gefahr für das Ökosystem W. geht heute von zusätzlicher Nutzung durch den Menschen aus: Transportweg, Tourismus, Eindeichung, militärische Übungsgebiete, Abfallbeseitigung etc. Besonders die Einleitung von Abwässern mit düngenden und giftigen Substanzen (Schwermetalle, Halogenkohlenwasserstoffe, Ölprodukte, Dünnsäure, düngende Stoffe wie Phosphat und Nitrat usw.) verändert das ökologische Gefüge.
Ein erhöhter Nährstoffgehalt führt zu einer Massenentwicklung von bestimmten Planktonarten. Beim Absterben steigen diese zunächst nach oben und färben das Wasser. Später absinkendes totes Plankton verursacht in Jahren mit geschichtetem Nordseewasser Sauerstoffmangel in der Tiefe. Mehr Plankton führt auch zu mehr Muscheln, algenfressenden Bodentieren und Schnecken. Außerdem entstehen vermehrt blattförmige Grünalgen. Diese wachsen zu dicken Matten und ersticken das Leben unter sich im Wattboden.
Verschiedene Schadstoffeinträge können sich gegenseitig beeinflussen. Dadurch lassen sich Auswirkungen von Schadstoffen nur schwer erfassen. Z.B. können erhöhte Einträge von Düngemitteln die Giftwirkung bestimmter Stoffe kompensieren, so daß die Produktivität von Biomasse nichts über die Schädigung bestimmter Tier- oder Pflanzenarten aussagt.
Die 1986 erfolgte Gründung des Nationalparks W. sorgt für erste, noch völlig unzureichende Schutzvorkehrungen. Seit dem 18.2.1991 gilt für die Nordsee die Katogorie 5 des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL). Diese Übereinkunft verbietet jegliches Überbordkippen von Schiffsabfall. Leider finden die Kategorien 1,2 und 4 keine Anwendung für die Nordsee. Demnach dürften keine ölhaltigen Gemische, Ladungsreste von Chemikalien und Schiffsabwässer mehr in die Nordsee eingeleitet werden.
- Ökosystem
Autor: KATALYSE Institut
Wasserschutzgebiet
Das W. ist ein spezielles gesetzliches Instrument, Grundwassernutzungen für die öffentliche Wasserversorgung zu schützen.
Es ist in mehrere Zonen gegliedert, für die abgestufte Handlungsbeschränkungen und Verbote gelten. Das W. wird von der Kreisverwaltungsbehörde auf Antrag des Betreibers der Wasserversorgung festgesetzt.
Der unmittelbare Einzugsbereich von Trinkwassergewinnungsanlagen muss frei von wassergefährdenden Stoffen sein. Die zuständige Wasserbehörde kann für ein genau bezeichnetes Gebiet ein Wasserschutzgebiet festlegen. In diesem Wasserschutzgebiet können Handlungen (z.B. Transporte von Gefahrgut) verboten werden, die das Gewässer gefährden.
Für die öffentliche Trinkwasserversorgung sind grundsätzlich Wasserschutzgebiete einzurichten.
Autor: KATALYSE Institut
Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen
Das W. wurde 1973 aufgrund einer Empfehlung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (Stockholm 1972) abgeschlossen und ist 1975 völkerrechtlich in Kraft getreten.
In der BRD ist das W. seit 1976 in Kraft, und seit 1984 wird das Übereinkommen in der gesamten EG nach gemeinschaftlichen Regeln durchgeführt. Dabei hat die EG in der Verordnung zur Anwendung des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen in der Gemeinschaft" von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, strengere Vorschriften als die im W. festgelegten zu erlassen.
Dies gilt allerdings nur für die Außengrenzen der EG. Bis heute sind dem Übereinkommen fast 100 Staaten beigetreten. Ziel des Übereinkommens ist es, durch Einschränkung des internationalen Handels eine der Hauptursachen der Gefährdung bestimmter Tier- und Pflanzenarten zu beseitigen. Das W. sieht ein umfassendes Kontrollsystem für den Handel mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten, deren ohne weiteres erkennbare Teile sowie ohne weiteres erkennbare hieraus gewonnene Erzeugnisse, vor.
Handel im Sinne des Übereinkommens ist die Ausfuhr, die Wiedereinfuhr, die Einfuhr sowie das Einbringen aus dem Meer. Die vom Übereinkommen erfaßten Tier- und Pflanzenarten sind entsprechend ihrer Schutzbedürftigkeit in drei Listen als Anhänge zum W. aufgeführt, die ständig überprüft und angepaßt werden.
Anhang I enthält die von der Ausrottung bedrohten Arten, deren Handel nur in Ausnahmefällen zugelassen wird, zu kommerziellen Zwecken ist er praktisch ausgeschlossen, z.B. verschiedene Arten von Meeresschildkröten. Die Einfuhr setzt sowohl das Vorliegen einer Einfuhrgenehmigung des Importstaates als auch eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates voraus.
Im Anhang II sind solche Tier- und Pflanzenarten erfaßt, deren Erhaltungssituation zumeist noch eine geordnete wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zuläßt, z.B. den Luchs. Diese Arten können unter bestimmten Voraussetzungen gehandelt werden, wobei für die Einfuhr lediglich eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates erforderlich ist.
Importstaaten können die Herkunftsländer bei der Ausfuhr von Anhang-II-Exemplaren nur unterstützen, indem sie den legalen Export überprüfen. In einem Anhang III sind solche Arten aufgeführt, die von einer Vertragspartei in ihrem Hoheitsgebiet einer besonderen Regelung unterworfen sind.
Nach Angaben des WWF werden jährlich bis zu 40.000 lebende Papageien, bis zu 1.000 Krokodile, Warane und mehrere tausend Riesenschlangen nach Deutschland, das zu den bedeutendsten Einfuhrländern wildlebender Tiere gehört, importiert.
Stärkere Importkontrollen sowie eine schärfere Rechtssprechung sind zur Durchführung des W. nötig. Ebenso wichtig ist die Änderung des Konsumverhaltens der Verbraucher, so daß die Nachfrage nach lebenden Wildtieren und Fellen geschützter Tiere gesenkt wird.
Lit.: BMU: Umweltbericht 1990
Autor: KATALYSE Institut
Waldfläche
Die W. der Erde beträgt etwa 3,9 Mrd ha. Durch unterschiedliche Eingriffe des Menschen nimmt sie ständig ab
Allein durch Raubbau am tropischen Regenwald, aber auch durch emissionsbedingtes Waldsterben und Ausdehnung von Siedlungsflächen, nimmt die W. jährlich ca. 13,5 Mio ha ab. Die Folgen sind u.a. Klimaveränderungen, Überschwemmungen, Ausbreitung der Wüsten, Verlust von fruchtbarem Humus und im Gebirge häufigerer Abgang von Lawinen und Steinschlägen (Waldfunktionen, Alpen ).
Die W. Deutschlands beträgt 10,4 Mio ha und bedeckt 30% des Landes. In Europa ist etwa eine Fläche von 1,1 Mrd ha mit Wald bedeckt, das sind etwa 39% der Gesamtfläche (s. Tab).
Autor: KATALYSE Institut
Urwald
U. sind definitionsgemäß bislang vom Menschen unberührte oder nicht veränderte, wildwachsende Waldgebiete.
Sie zeichnen sich durch eine stabile Struktur, einen ausgeglichenen Nährstoffkreislauf und optimal angepaßte Pflanzenmischung aus. Gleichaltrige, verjüngte Reinbestände können sich nach Waldbränden u.a. Naturkatastrophen bilden. Die größten zusammenhängenden U.-Flächen finden sich heute in tropischen und subtropischen Gebieten, werden derzeit aber durch intensiven Raubbau ausgeholzt und in Ödland verwandelt (Regenwald).
Aber auch außerhalb der Tropen wird U. vernichtet. In Ländern wie Kanada und Finnland werden riesige natürliche U. für die kommerzielle Holznutzung gefällt, ohne daß eine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben wird.
Mehr als 25% der Primärproduktion an Pflanzenmasse wird allein von (sub)tropischen Regenwäldern und regengrünen Monsunwäldern geliefert, außeredem ein wesentlicher Anteil an Sauerstoff.
In Deutschland gibt es so gut wie keine echten U. mehr. Nach dem Bundeswaldgesetz von 1975 sollen aber landschaftstypische Naturwälder zur Sicherung von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erhalten oder wiederhergestellt werden (Bayerischer Wald).
Eine forstwirtschaftliche Nutzung dieser Wälder ist nicht, eine Begehung nur über schmale, vorgeschriebene Wege erlaubt. Bei Gefährdung benachbarter Wirtschaftswälder durch Schädlinge u.ä. sind aber Forstschutzmaßnahmen (Anwendung von Pestiziden, Holzeinschlag u.ä.) erlaubt.
Autor: KATALYSE Institut
Tropenwälder
Siehe: Regenwald.
Autor: KATALYSE Institut
Trinkwasserschutzgebiet
Nach der DIN 2000 soll Trinkwasser als Naturprodukt so naturbelassen wie möglich sein.
Das Wasserschutzgebiet wird durch Verordnung festgesetzt. Vom DVGW und Länderarbeitsgemeinschsft sind gemeinsam Schutzgebietsrichtlinien erstellt worden.
siehe auch Stichwort Wasserschutzgebiet
Autor: KATALYSE Institut
Symbiose
Mit S. ist eine Beziehung zwischen zwei Arten gemeint, von der beide Beteiligten profitieren
Im englischen Sprachgebrauch wird hierfür der Begriff Mutualismus verwendet. Das englische "symbiosis" ist dagegen der Überbegriff für das "Zusammenleben" verschiedener Arten - egal ob es sich um Parasitismus, Kommensalismus oder Mutualismus handelt.
Beispiel:
Im Ökosystem Korallenriff sind die in Korallen und anderen Tieren lebenden einzelligen Algen von zentraler Bedeutung. Sie werden auch Zooxanthellen genannt und gehören vorwiegend zu den Dinoflagellaten und Diatomeen. Eine ähnliche Bedeutung haben vermutlich bestimmte Bakterien für die Lebensgemeinschaften an den mittelozeanischen Tiefseerücken. Statt Licht nutzen sie als Energiequelle
anorganische Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Methan, die zusammen mit der heißen Lava aus den unterseeischen Vulkanschloten strömen. Zu den Wirtstieren der auch frei lebenden Bakterien gehören Muscheln und Röhrenwürmer (Pogonophoren). Die heute bekannten Beispiele für Endosymbiose sind auch für Evolutionsbiologen interessant. Sie liefern einen Hinweis, wie eukaryotische Zellen (mit Zellkern) aus den einfacher gebauten Prokaryoten (Bakterien) entstanden sein könnten.
Quelle: Haegele, Gerd: Korallenriffe, CD-ROM im Habitat-Verlag, München 2004
Bestellung unter: www.habitat-verlag.de
Autor: KATALYSE Institut
Stiftung Ökologie & Landbau
Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.
Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.
Aktuelle Aktivitäten der SÖL:/liste}
- Seminarbauernhof Gut Hohenberg
- Publikationen zum ökologischen Landbau
- Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
- Beratung (Rundbrief, Seminare)
- Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
- Forschung(Wissenschaftstagungen)
- zwischen Institutionen
- Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
- Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
- Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
- Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.Kontakt:
Stiftung Ökologie & Landbau
Weinstraße Süd 51
67098 Bad Dürkheim
www.soel.de
Autor: KATALYSE Institut
Sport und Umwelt
Auch Sportler beeinflussen die Umwelt (Klima, Lärm, Gewässer, landschaft, Abfalkl usw.). Deshalb sind in diesem Bereich beispielhafte Maßnahmen zu integrieren.
Lärm: Lärm von Sportplätzen, Bolz-, Kinderspielplätzen u.ä. wird nach einem Beschluss des Lärmausschusses für Immissionsschutz (LAI; Hinweise zur
Ermittlung und Beurteilung des durch Freizeitaktivitäten verursachten Lärms) durch verschiedene Zuschläge (Spielgeräusche + 5 Dezibel [dB], menschliche Äußerungen + 5 dB, nach Feierabend, Wochenende usw. + 6 dB) lauter eingestuft als tatsächlich gemessen. Der LAI kommt dabei zu dem Ergebnis, dass Sportausübung in der Freizeit in Wohnungsnähe kaum noch ohne Auflagen möglich ist. Die Sportverbände wenden hiergegen ein, dass eine derart undifferenzierte Übertragung der Beurteilungsweise von Industrielärm (Freizeitlärm, Lärmgrenz- und –richtwerte) auf den Sport nicht vorgenommen werden könne.
Nicht nur Menschen sind durch den Lärm von Sporttreibenden betroffen. Besonders Wasservögel werden selbst durch geräuscharmes Zurufen oder Schwimmen in Naturgewässern stark gestört.
Abgase: Werden v.a. von allen Motorsportarten produziert, aber auch indirekt z.B. durch den Autoverkehr zu Großveranstaltungen des Sports, Abhilfe könnte durch die stärkere Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs geschaffen werden.
Gewässerverschmutzung: Als Beispiel für eine Gewässerverschmutzung durch den Sport sei die Belastung von Seen durch Motorboote genannt. Auf vielen deutschen Seen ist daher das Befahren mit Motorbooten verboten oder stark eingeschränkt.
Abfall: Der Sportler trägt seinen
Abfall z.B. als Skifahrer oder als Bergwanderer bis in die höchsten Gletscherregionen und beeinflusst dadurch vom Menschen bisher kaum berührte und z.T. sehr empfindliche Ökosysteme. Als oberstes Gebot sollte immer gelten, dass man Verpackungen o.ä., die man mit in die Natur nimmt, wieder mit nach Hause nimmt und sie dort entsorgt.
Landschaftsverbrauch: Der Landschaftsverbrauch springt besonders ins Auge bei Großprojekten wie Autorennstrecken oder Skipisten, für die z.T. große Flächen in ohnehin vom Waldsterben bedrohten Mittel- und Hochgebirgen abgeholzt werden. Zudem trägt der Sportler, der am Wochenende über breite Strassen mit seinem Auto schnell in die unberührte Natur fahren will, zur Erhöhung des Verkehrsflächenflächenbedarfs bei. Einen unvertretbar hohen Landschaftsverbrauch verursachen auch Rallyefahrer oder Mountainbiker, für die es einen besonderen Reiz darzustellen scheint, in möglichst unberührten und unbebauten Gebieten ihr Unwesen zu treiben und damit empfindliche Biotope und Geotope zerstören.
Von den rund 170.000 Sportstätten in Deutschland besteht bei der Mehrzahl in naher Zukunft ein erheblicher Sanierungsbedarf, insbesondere aufgrund des schlechten energetischen Zustands. Der im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes entwickelte Leitfaden "Contracting für kommunale Sportstätten - Strategien zu Klimaschutz und Kostensenkung" zeigt Wege auf, wie der für die Sanierung notwendige Finanzbedarf mit diesem Instrument gedeckt werden kann. Er erklärt die verschiedenen Contracting-Modelle, gibt Hinweise auf die haushaltsrechtliche Handhabung und vergaberechtliche Fragen, enthält Musterverträge und stellt an einer Reihe von Best-Practice-Beispielen Energieeinsparpotenziale dar. Etwa zwei Drittel der 170.000 Sportstätten sind grundsätzlich für Contracting geeignet. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden auch die durch Contracting erzielbaren CO2-Minderungspotentiale imSportstättenbereich untersucht und damit aufgezeigt, welchen Beitrag der Sport zum Klimaschutz leisten kann.
Im Sportstättenbereich beträgt das Einsparpotenzial rund eine Million Tonnen Treibhausgase. Würden die hierfür notwendigen Investitionen mit Hilfe des Instruments Contractinggetätigt, könnten die Haushalte der Sportstättenbetreiber - überwiegend sind dies die Kommunen - bereits im Vertragszeitraum laufender Projekte jährlich um 12 bis 37 Millionen Euro entlastet werden. Nach Ablauf der Verträge wird mit finanziellen Einsparungen zwischen 60 bis 185 Millionen Euro jährlich gerechnet. Diese Zahlen belegen, dass der Sporteinen erheblichen Beitrag zur Erfüllung des Klimaschutzziels der Bundesregierung leisten kann. Darüber hinaus würde eine vollständige Umsetzung des Contracting-PotenzialsInvestitionen im Umfang von ca. 420 bis 1.260 Mio. Euro auslösen und etwa 2.850 bis 8.540 neue Arbeitsplätze schaffen.
Die Grundsätze der Planung von Sport- und Freizeiteinrichtungen sind im Bundesbaugesetz (Baugesetzbuch) niedergelegt. Die Belange des Sports müssen auch in der Bauleitplanung berücksichtigt werden.
Folgende Lösungsansätze sind im Konflikt zwischen Sport und Umweltschutz denkbar:
- In innerstädtischen Bereich mit Unterversorgung an Sportanlagen: Nutzung und Rekultivierung aufgegebener Industrieflächen oder Mitbenutzung großer leerstehender Parkplätze.
- Im Außenbereich: Anwendung von Lösungen mit geringem zusätzlichen Landschaftsverbrauch, z.B. Golfplätze auf ökologisch minderwertigen Flächen wie ehemaligen landwirtschaftlichen Monokulturen oder Rekultivierungsgebieten anlegen; Anlage von Wander-, Jogger- und Radwegen so, dass besonders empfindliche Biotope durch gezielte Streckenführung geschützt werden.
Die Fußball-WM 2006 in Deutschland soll die weltweit erste klimaneutrale Sportgroßveranstaltung werden. Darüber hinaus sorgen anspruchsvolle, konkrete Ziele in den Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehr dafür, dass die WM bereits jetzt zu einem Erfolg für den Umweltschutz zu werden verspricht. Im Mittelpunkt des Umweltkonzepts "Green Goal" stehen quantifizierte Ziele zur Verminderung von Umweltbelastungen durch das sportliche Großereignis. Auf der Basis einer Ist-Analyse sollen inden Bereichen Wasser,
Abfall, Energie und Verkehrsemissionen Einsparungen von insgesamt jeweils 20 Prozent erfolgen. Dies wiegt umso schwerer, da - anders als bei den Olympischen Spielen in Sydney -insgesamt 12 Spielorte in ganz Deutschland ausgewählt wurden und dabei zumeist bereits vorhandene Stadien genutzt werden. Die erzielten Einsparungen werden auch die Betriebskosten der Stadiensenken. Eine Reihe der Stadien arbeitet bereits mit Umweltmanagementsystemen, die entsprechende Effizienzpotenziale aufdecken.
Experten gehen davon aus, dass die Fußball-WM in Deutschland - bedingt vor allem durch das Verkehrsaufkommen - rund 100 000 Tonnen an Treibhausgasen zusätzlich produzieren wird, die durch Klimaschutzinvestitionen ausgeglichen werden sollen.
Autor: KATALYSE Institut
Schutzwald
Bezeichnung für die Wälder in alpinen Regionen, die die Täler vor Lawinen, Geröll und Erdrutschen sichern sollen
Der alpine S. geriet erstmals im Sommer 1987 ins öffentliche Interesse, nachdem starke Regenfälle im italienischen Veltin-Tal einen von Fachleuten lange vorhergesagten Bergrutsch auslösten. Dabei wurden drei Ortschaften zerstört. Innerhalb von 6 Wochen wurde das Tal 2mal überflutet.
Seither gibt es immer wieder Pressemeldungen über Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutsche, die sich auf die zunehmende Zerstörung des S. zurückführen lassen. Der S. ist v.a. durch den sauren Regen sowie durch den Tourismus (Freizeit und Umwelt) bedroht. Jährlich kommen über 40 Mio Touristen in die Alpenregion, überqueren Hunderttausende das Gebirge auf ihrer Fahrt in den Süden. Die Autoabgase (Schadstoffe aus Kfz) schädigen zusammen mit den durch Ferntransport herangetriebenen anderen Luftschadstoffen den S..
In bestimmten Lagen ist der Wald fast zu 100% krank, viele Bäume sind bereits abgestorben. Aufforstungen bleiben vielerorts ohne Erfolg: Ein zu hoher Schalenwildbestand und ein versauerter Boden sorgen dafür, daß die geflanzten Bäume nur wenige Jahre alt werden.
Der Bau von über 12.000 Schleppliften und 40.000 Skipisten hat große Löcher in den alpinen S. gerissen. Ausgehend von diesen Pisten frißt sich die Erosion immer weiter vor, so daß immer mehr Wald zerstört wird. Für den Bau von Zweitwohnungen und Hotels mitten im Wald mußten ebenfalls viele Bäume sterben. Diese Art von Tourismus entzieht sich sehr schnell selbst den Boden. Ist der S. erst einmal zerstört, kann die betroffene Region kaum noch touristisch genutzt werden.
Außerdem, und dies ist noch viel schlimmer, verschwinden ganze Ortschaften unter Lawinen und Erdrutschen, werden die betroffenen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte aller Ortschaften in den Alpen akut bedroht. Der S. braucht unseren Schutz. Folgende Maßnahmen sind zwingend erforderlich:
Begrenzung des Massentourismus, Bauverbot im S., insb. kein Bau von weiteren Freizeiteinrichtungen, Reduzierung der Schalenwildmenge, EG-weite Geschwindigkeitsbegrenzung, Schaffung attraktiver Alternativen wie z.B. guter Bahnanbindungen (Schienenverkehr) und Verlagerung von Gütern auf die Bahn, um den Lkw-Verkehr zu reduzieren (Alpentransitverkehr, Kombinierter Verkehr).
- Waldfunktionen, Alpen
Autor: KATALYSE Institut
Renaturierung
Rückführung von genutzten Flächen in einen mehr oder weniger naturnahen Zustand.
Renaturiert werden alte Industriestandorte, Tagebaue (Braunkohle), Kiesgruben, unwirtschaftliche landwirtschaftliche Randzonen und Gewässer. In einer intensiv genutzten Kulturlandschaft ist R. zum Erhalt naturnaher Ruhezonen erforderlich. Jedoch kann damit der Verlust an Naturlandschaft durch Bebauung und Versiegelung nicht kompensiert werden. Die Rückzugsgebiete vieler Pflanzen und Tiere sind mittlerweile so zerschnitten, klein und weit auseinanderliegend und die genutzten Äcker, Wiesen und Gärten so artenarm, daß eine Wiederbesiedlung nahezu ausgeschlossen ist. Im Gegensatz zur R. von Gewässern und Feuchtgebieten, die durch die Flugverbreitung von Insekteneiern und Pflanzensamen im Gefieder von Wasservögeln begünstigt wird, ist die R. von Trockenrasen und Torfmooren, wenn überhaupt, nur in Hunderten bis Tausenden von Jahren möglich.
Autor: KATALYSE Institut
Regenwald
Der Regenwald ist der immergrüne Wald der inneren Tropen mit ganzjährig heißem, feuchtem Klima. Die tropischen Regenwald sind die artenreichste Lebensgemeinschaft auf der Erde.
In ihnen leben mindestens die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Bäume des Regenwald werden bis zu 60 m und mehr hoch. Durch Brandrodung für Viehzucht und Landwirtschaft, Staudämme (Wasserkraft), Bergbau und Industrie, Brennholzeinschlag und Holzkohleproduktion (
Holz) und v.a. auch Holzexporte (Tropenholz) ist der Bestand des Regenwald weltweit bedroht.
Der Tropenholz-Einschlag zerstört i.d.R. zunächst nicht den gesamten Wald, ist aber häufig Wegbereiter für die weitere Zerstörung, da er den Regenwald über Straßen etc. zugänglich macht. Laut FAO-Bericht wurden 1989 17 Mio ha Regenwald zerstört. Die Auswertung von Satellitenphotos ergab für 1990 sogar eine Fläche von 20 Mio ha. 40% der 1980 bis 1991 erfolgten Abholzung entfielen auf Südamerika, 30% auf Asien und die Pazifik-Regionen und 30% auf Afrika.
Die Regenwald-Zerstörung ist eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit. Folgen hieraus ergeben sich nicht nur für die örtliche Tier- und Pflanzenwelt (Artensterben), die Nahrungsgrundlagen der dort lebenden Menschen und die gesamte Ökologie (Erosion, Überschwemmungen usw.), sondern auch für das globale Klima (Treibhauseffekt).
Aus diesen Gründen fordern viele Umweltgruppen einen Boykott von Tropenholz und eine Einschränkung des Fleischkonsums.
In vielen Ländern mit Regenwald laufen neue Nutzungskonzepte an, die in Waldprodukten nicht nur Nutzholz sehen, sondern andere Waldprodukte, die teilweise einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Wert aufweisen, fördern. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht im Regenwald-Schutz auch die Existenzsicherung der lokalen Bevölkerung durch verbesserte Formen der Waldnutzung und -bewirtschaftung im Sinne einer ökologisch und sozial verträglichen Nutzung.
Dabei geht es z.B. um die nachhaltige Gewinnung von Waldprodukten wie Rattan, Kautschuk, Nahrungsmittel (Honig, Früchte, Nüsse u.a.), Gewürze, Duft- und Geschmacksstoffe, Baumsäfte und -harze, Heilkräuter und Arzneimittel. So hatten z.B. 1988 die medizinischen Endprodukte, die aus dem Regenwald gewonnen wurden, bereits einen kommerziellen Wert von ca. 15 Mrd US Dollar.
Die nachhaltige Nutzung des Regenwald ist Plantagen-Monokulturen vorzuziehen. Monokulturen produzieren nicht so hochwertige Qualitäten wie im Regenwald gewachsene Produkte, z.B. Teakholz. Außerdem ist in Monokulturen i.d.R. ein Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln notwendig, um den Ertrag zu sichern.
Eine weit bessere Nutzung von Regenwald und der Gewinnung seiner Produkte kann in sog. Nutzreservaten geschehen. Grundvoraussetzung dafür ist aber eine ökologische und soziale Bodenreform, die die Belange der Bewohner voll berücksichtigt (Anbau der eigenen Grundnahrungsmittel). Dann wäre ein Grundstock für eine ökologische Nutzung vieler verschiedener Waldprodukte des Regenwald gegeben, die mit einfachen landesüblichen Mitteln zu ernten und zu verarbeiten sind.
Lit.: C.Niemitz (Hrsg.): Das Regenwaldbuch, Berlin 1991
Autor: KATALYSE Institut
Plenterwald
In einem P. finden sich auf kleinster Fläche Bäume aller Entwicklungsstufen nebeneinander.
Er wird in der Hauptsache aus Buchen, Tannen und Fichten gebildet. Seinen einzigartigen ökologischen Aufbau verdankt der P. der Tatsache, daß der Förster in ihm immer nur einzelne Bäume schlagen läßt, statt, wie auch heute noch häufig üblich, auf einer größeren Fläche alle Bäume zu fällen. In einen P. muß der Förster meist nicht eingreifen, um die durch das Entnehmen einzelner Bäume entstandenen Lücken im Wald wieder zu schließen.
Kleinere Baumexemplare, die vorher im Schatten standen, drängen jetzt zum Licht und schließen das Blätterdach innerhalb weniger Jahre. Ein P. bietet viele verschiedene Lebensräume. Meist bietet er mehr Tier- und Pflanzenarten eine Heimat als ein Urwald, der in unseren Breiten ja hauptsächlich aus alten Buchen bestehen würde, die u.a. durch ihr dichtes Blätterdach den Wald sehr dunkel und damit artenarm machen. Leider wird nur auf 1% der westdeutschen Waldfläche geplentert. Vorkommen: Schwarzwald, Allgäu und Bayerischer Wald.
Autor: KATALYSE Institut
Pionierphase
Die P. bezeichnet in der Ökologie die Erstbesiedlung von bis dahin lebewesenfreien Arealen.
Neubildungen der Erdkruste geben Gelegenheit, P. zu beobachten, wie z.B. an der Südküste Islands, wo im November 1963 durch einen unterseeischen Vulkanausbruch die ca. 240 ha große Vulkaninsel Surtsey entstand.
Die Erstbesiedlung beginnt immer mit autotrophen und heterotrophen Spezialisten (Pionierarten) wie Blaualgen, Flechten, Moosen, Rädertierchen. Die Pionierarten verändern die abiotischen und biotischen Umweltfaktoren des Lebensraumes so, daß andere weniger spezialisierte Lebewesen Fuß fassen können, die die Pionierarten verdrängen. Eine Sekundärgesellschaft entsteht, die wiederum über eine Reihe von Sukzessionen in das Klimaxstadium übergeht.
Graphik: Klimaxstadium einer Biozönose
Autor: KATALYSE Institut
Paläontologie
Die P. beschäftigt sich mit der Entwicklung der Lebewesen und der Lebensbedingungen in der Erdgeschichte, deren Erkenntnisse im Wesentlichen aus Fossilien gewonnen werden
Überreste von Pflanzen, Tieren und Menschen liefern wichtige Hinweise über die ERdgeschichte. Ihre zeitliche Einordnung erfolgt durch geologische Schichten und radioaktiv zerfallende Isotope.
Wichtig ist auch der Vergleich mit bereits bekannten Leitfossilien aus der gleichen Schicht. Aufgrund von Fossilienfunden werden unterschiedliche Ansätze der Lebensumstände der Lebewesen und der Erdgeschichte rekonstruiert. Obwohl Fossilfunde in vielen Fällen auf Zufälle zurückgehen sind heute mindestens 250.000 verschiedene fossile Arten und unzählige Milliarden von Individuen bekannt.
Autor: KATALYSE Institut
Ökosystem
Ökosystem eine mehr oder weniger abgegrenzte ökologische Funktionseinheit, die sich aus einer Biozönose und deren Biotop zusammen setzt.
Vollständige Ökosystem e können folgendermaßen charakterisiert werden:
Es handelt sich um offene Systeme mit Zu- und Abfuhr von Energie und Stoffen sowie ihrem internen Kreislauf, der drei ernährungsphysiologische Typen von Organismen umfasst: nur die autotrophen Pflanzen können als primäre Produzenten (Erzeuger) ausschließlich aus abiotischen Quellen energiereiche
organische Verbindungen aufbauen (Photosynthese, primäre Produktion).
Davon leben die Konsumenten (Verbraucher), entweder direkt als Herbivore (Pflanzenfresser) oder indirekt als Carnivore (Fleischfresser, Räuber) erster, zweiter oder weiterer Ordnung. Die toten organischen Rückstände der Produzenten und Konsumenten (Detritus) werden schließlich durch Destruenten (Zersetzer) wieder zu anorganischen Stoffen abgebaut und damit erneut dem Kreislauf zur Verfügung gestellt.
Zu den Haupt-Ökosystem der Welt zählen: Meere, Flußmündungen, Meeresküsten, Ströme, Flüsse, Seen und Teiche, Sümpfe, Wüsten, Tundren, Graslandschaften oder Steppen und Wälder.
Zu den in Deutschland besonders gefährdeten Ökosystem zählen Wattenmeer, Moore, oligotrophe Seen, Auenlandschaft, Halbtrocken- und Trockenrasen und Heiden.
Nährstoffkreislauf, Nahrungskette, Detritus, ökologische Nische
Autor: KATALYSE Institut
Ökologische Nische
Die Ö. bestimmt die Rolle und Funktion einer Art im Ökosystem, ist sozusagen der Beruf einer Art.
Der Begriff der Ö. ist also keine Ortsangabe, sondern beschreibt die artspezifischen Beziehungen einer Art mit der Umwelt. Die Einnischung ist das wirkungsvollste Prinzip zur Vermeidung interspezifischer Konkurrenz und ermöglicht die Koexistenz vieler Arten im gleichen Biotop. Anschaulich ist z.B. die Einnischung unserer heimischen Vogelarten in den Wäldern.
Autor: KATALYSE Institut
Naturschutzgesetz
siehe Stichwort Bundesnaturschutzgesetz.
Autor: KATALYSE Institut
Naturschutzgebiet
N. sind, gemäß 13 des Bundesnaturschutzgesetzes, naturnahe Gebiete, bestimmt zum Schutz von Pflanzen und Tieren sowie deren Lebensräumen.
Nutzung und Betreten der Gebiete sollten so weit eingeschränkt sein, daß keine Zerstörung oder Veränderung des Gebietes erfolgt. Die Fläche aller Naturschutzgebiete in Deutschland betrug 2002 1.009.513 ha, das entspricht 2,8% der Gesamtfläche (Flächennutzung). Nur ca. 13% umfassen eine Fläche von 200 ha oder mehr; eine Mindestgröße ist aber zum Erreichen des Schutzziels notwendig. N. haben den größten Schutzstatus.
Trotzdem genießen sie keinen vollen Schutz, sondern werden durch landwirtschaftliche Nutzung (Landwirtschaftsklausel), Erholungseinrichtungen, Anpflanzungen fremder Hölzer u.ä. vielfach beeinträchtigt (Freizeit und Umwelt). Bei ca. einem Drittel der N. ist das Schutzziel gefährdet. Viele vom Aussterben bedrohte Arten werden von den N. nicht erfaßt (Artenschutz). Naturschutzverbände halten eine Vergrößerung auf mindestens 10% der deutschen Fläche für erforderlich.
- Bundesnaturschutzgesetz
Autor: KATALYSE Institut
Naturschutz
Die Aufgabe des Naturschutzes ist der Erhalt von wildlebenden Pflanzen- und Tierarten, ihrer Lebensgemeinschaften und natürlicher Lebensgrundlagen sowie der Erhalt von Landschaften und Landschaftsteilen unter natürlichen Bedingungen.
Die Schutzziele werden im Bundesnaturschutzgesetz festgelegt. Insbesondere sollen
- die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts erhalten,
- die Regenerations- und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter bewahrt,
- die Tier- und Pflanzenwelt in ihren Lebensräumen geschützt,
- die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert von Natur und Landschaft dauerhaft bewahrt
und so die Lebensgrundlage des Menschen und die Voraussetzungen für die Erholung von Natur und Landschaft nachhaltig gesichert werden.
Durch die Ausweisung von besonderen Schutzgebieten, die vor unerwünschten Veränderungen bewahrt werden, sollen in der Praxis Natur- und Artenschutz sowie der Schutz von natürlichen Lebensgemeinschaften und ihren Lebensräumen (den Biotopen) verwirklicht werden.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Schutzgebieten:
Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate, Landschaftsschutzgebiete, Naturparke oder Naturdenkmäler.
Der Schutz der Natur als staatliche Verantwortlichkeit reicht in Deutschland mit der Ausweisung des ersten Naturschutzgebietes (1836) und ersten Naturschutzgesetzen (z.B.1875 preußisches Schutzwaldgesetz) in das 19. Jahrhundert zurück. Das Reichs-Naturschutzgesetz von 1935 stellte bereits einen verhältnismäßig weitreichenden Schutz dar und behielt bis zum in Kraft treten des Bundesnaturschutzgesetzes 1976 Geltung.
Erst in den siebziger Jahren erhielt der Naturschutz neue Impulse, u.a. durch die Arbeiten des Club of Rome (Grenzen des Wachstums; Weltmodelle). Erst in dieser Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass die natürlichen Ressourcen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und die natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Nutzung erhalten werden müssen.
Bislang werden zum Schutz der Natur vorwiegend erhaltende (konservierende) Maßnahmen (Artenschutz, Naturschutzgebiete) ergriffen, die sich v.a. am Nutzen für den Menschen orientieren. Erst in jüngster Zeit setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass ganzheitlicher Naturschutz, der den ökologischen Erfordernissen unserer Umwelt Rechnung trägt, unabhängig von dem konkreten kurzfristigen Nutzen des Menschen zu erfolgen hat.
Als weiterer Schritt zum Schutz der Natur trat 1992 die europäische Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) in Kraft. Mit der Unterzeichnung der Richtlinie verpflichten sich die EU-Mitgliedsstaaten ein europaweites Netz von ausgewiesenen Schutzgebieten einzurichten (Natura 2000).
- Bundesnaturschutzgesetz, Umweltschutz, Artenschutz
Autor: KATALYSE Institut
Naturpark
Naturparks sind großräumige Schutzgebiete, die dem Erhalt von Kulturlandschaften dienen und als Erholungsgebiete von der Bevölkerung genutzt werden können.
Der Schutz erfolgt durch die Ausweisung der überwiegenden Fläche als Landschaftsschutzgebiet oder Naturschutzgebiet (§ 16 Bundesnaturschutzgesetz). Wie andere Schutzgebiete, sollen Naturparks vor zerstörenden Eingriffen bewahrt werden. Dieses Schutzziel verträgt sich jedoch häufig nicht mit der gleichzeitigen Nutzung als Erholungs- und Fremdenverkehrsgebiete, nach deren Erfordernissen Naturparks geplant und erschlossen werden, so werden z.B. Wanderwege, Parkplätze oder Campingplätze angelegt. Die daraus resultierende Nutzung führt zu starken Belastungen dieser Landschaften.
In Deutschland gibt es derzeit 95 Naturparke (Stand: 2006), die etwa 24 Prozent d.h. rund 8,4 Millionen Hektar umfassen.
Autor: KATALYSE Institut
Naturnahe Wälder
Wenn auch vom Förster begründet, zeichnen sich N. dadurch aus, daß sie den Wäldern ähneln, die natürlich an einem bestimmten Standort wachsen würden.
Ein N. kann, wenn der Mensch geschickt eingreift, wesentlich artenreicher sein als ein natürlich wachsender Wald. So würde ein natürlicher Wald in unseren Breiten im Endstadium seiner Entwicklung (Klimaxstadium) v.a. aus Buchen bestehen.
Die Buche ist jedoch sehr "unduldsam", d.h., nur wenige andere Pflanzenarten können unter ihrem Dach gedeihen. Reine Buchenbestände sind daher recht artenarm.
Im Gegensatz zu Monokulturen
- bieten N. u.a. mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Sie sind damit stabiler gegen Schädlingsbefall,
- sind N. oft unempfindlicher gegen Windwurf. In ihnen wachsen häufig Bäume unterschiedlicher Höhe, so daß das Kronendach keine glatte Oberfläche bildet; auftretende Windböen werden besser "abgefangen",
- sind N. von Luftschadstoffen teilweise stärker betroffen. Das "aufgerauhte" Kronendach des gestuften Waldes filtert besonders gut Schadstoffe aus der Luft.
Autor: KATALYSE Institut
