Aquaponic

„Aquaponic“-Farmen verknüpfen Aquakulturen (Fischzucht) und Hydroponic (Pflanzenanbau ohne Erde), in einem ökologischen Kreislauf. Der Kreislauf ist der Natur nachempfunden und Parameter wie Feuchtigkeit, Sauerstoff und Temperatur werden durch Computersteuerung automatisch überwacht.

In Fischtanks oder separaten Becken findet die kontrollierte Aufzucht von Fischen statt. Die anfallenden Ausscheidungen der Tiere gelangen in einen Filter, der nach festen, gröberen und feinen Partikeln sortiert. Nur die feinen Fischkot-Partikel bleiben im Wasserkreislauf und bei deren Zersetzung wird das für Fische giftige Ammoniak (NH3 / NH4+) frei. Daher befinden sich in dem nächsten Filter Bakterien, die das Ammoniak durch Oxidation zu Nitrit (NO2-) verstoffwechseln. Eine weitere Bakterienkultur wandelt das Nitrit in Nitrat (NO3-) um. Statt in Erde sind die Pflanzen in anorganischem Substrat wie Blähton, Kies und Mineralwolle kultiviert. Über die Wasserzufuhr wird das zuvor bakteriell erzeugte Nitrat von den Pflanzenwurzeln absorbiert und als Nährstoff verwertet. Anschließend gelangt das gereinigte Wasser zurück in den Fischtank, wo der Kreislauf von neuem beginnt.

Die benötigte Prozessenergie kann z.B. über Photovoltaikanlagen erzeugt, Wasser über abgefangenes Regenwasser gewonnen und aufbereitet werden. Im Vergleich zur konventionellen Fischzucht ist das System der Aquaponic unter professioneller Installation und bei qualifiziertem  Einsatz mit geringeren Kosten verbunden. Aquaponik eröffnet die Chance auch außerhalb von landwirtschaftlichen Flächen die Kombination von Fischzucht und Gemüse- / Salatanbau z.B. in städtischen Bereichen und kann die Nachfrage nach regionalen lokalen Lebensmitteln bereichern. Indem Gebäude verschattet, das städtische Mikroklima verbessert und lange Transporte der Lebensmittel-Produktion erspart werden, trägt Aquaponic zur Reduzierung von Treibhausgasen bei.

(Stand August 2022)

Autor: Regine Rehaag

Ökologischer Landbau: Adressen zu dem Thema

Die Begriffe ökologische Landwirtschaft, biologische Landwirtschaft, organische Landwirtschaft, Ökolandbau oder alternative Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet weitgehend auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Mineraldünger und Gentechnik, wie sie zum Teil in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Den Erzeugnissen der ökologischen Landwirtschaft dürfen vor dem Verkauf als Bio-Lebensmittel keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe zugefügt werden. 2013 wurden weltweit 43,1 Millionen Hektar, knapp ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, ökologisch bewirtschaftet. Flächenbezogen ist der Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Österreich (19,5 %) und Liechtenstein (31 %) am höchsten.

Autor: KATALYSE Institut

Konventioneller Landbau

Der K. ist die derzeit übliche moderne Landbaumethode.

Kennzeichen sind: intensive Bodennutzung, Spezialisierung, Konzentration von landwirtschaftlichen Betrieben, hoher Kapital- und Energieeinsatz (Agrochemikalien), Entkoppelung von Vieh- und Ackerbau (Massentierhaltung, Hormone,Futtermittelzusätze), Monokulturen und aggressiver Einsatz von landwirtschaftlicher Technik. Diese Form der Landwirtschaft ist die Folge derAgrarpolitik in Deutschland sowie der EG. Heute ernährt ein Landwirt durchschnittlich 28 Menschen, 1950 waren es noch 4.

Die Folgen für die Umwelt sind:
- Belastung des Bodens und in der Folge auch des Grund- und Trinkwassers durch den Einsatz von Herbiziden, Pestiziden, schwermetallbelasteten Klärschlämmen, nitrathaltiger Gülle und Düngemitteln, die Nitrate, Phosphate und Schwermetalle(v.a. Blei, Zink, Kupfer und Quecksilber) enthalten. Der Einsatz von Dünger stieg in der BRD von 1960 bis 1988 um 75%, der von Pflanzenschutzmitteln sogar um 285%.

- Verminderung der Bodenfruchtbarkeit durch bestimmte Feldfrüchte (z.B. Futtermais), die den Boden übermäßig beanspruchen. Auch Monokulturen (v.a. beim Getreideanbau) und das Fehlen von Fruchtfolgen führt zum Auslaugen der Böden.

- Bodenerosion durch großflächige Monokulturen ohne Hecken und Windschutzvorrichtungen, insb. bei
Mais, Hopfen,
Raps,

Weizen und anderen Getreiden, sowie von Überweidung durch Ziegen und Schafe, v.a.in den Mittelmeerländern (Erosion).

- Erhebliche Boden- und Luftbelastung durch Gülle (natürlicher Dünger, insb. Schweinemastgülle) und Kunstdünger: es kommt zu Verätzungen von Pflanzen und zu Geruchsbelästigung (Olf) durch Ammoniak in der Umgebung von Mastgroßbetrieben. Das aus der Gülle ausgewaschene Ammonium ist mitverantwortlich für das Waldsterben, das aus Gülle und Kunstdünger entweichende Methan trägt maßgeblich zum Treibhauseffekt bei.

Durch Überdüngung setzen Mikroorganismen verstärkt N2O (Distickoxid, Lachgas) frei, das ebenso den Treibhauseffekt verstärkt.

Durch Einsatz von schweren Maschinen kommt es außerdem zu Lärmbelästigungen und Bodenverdichtungen: Hohlräume werden verschlossen, Wasser kann nicht mehr einsickern (Versickerung). Der K. wurde zudem zum Energieverbraucher im großen Stil. Durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume (z.B. das Trockenlegen von Feuchtwiesen) wird das Artensterben verstärkt.

Nicht zuletzt hat der K. natürlich auch entscheidenden Einfluß auf die Qualität der produzierten Nahrungsmittel (Nahrungskette).
Prinzipiell unterscheidet sich die Landwirtschaft der ehemaligen DDR nicht von dem K. des Westens. Allerdings wurde der Wandel von der bäuerlichen Landwirtschaft zu Agrarfabriken im Osten wesentlich flächendeckender und systematischer vollzogen.

Die Folge waren LPGs und VEGs mit Produktionseinheiten mit Durchschnittsgrößen von 5.000 ha und Viehbeständen von durchschnittlich 2.000 Milchkühen, 5.000 Mastrindern oder 24.000 Mastschweinen bei scharfer organisatorischer Trennung von Pflanzenproduktion und Tierhaltung.

Direkte Folgen auf die Umwelt sind z.B., daß im Gebiet der ehemaligen DDR heute 1,2 Mio Menschen Wasser trinken müssen, dessen Nitratgehalt die Grenzwerte derTrinkwasserverordnung zeitweise oder ständig übersteigt. Am härtesten betroffen sind die ehemaligen Bezirke Halle, Gera, Chemnitz und Leipzig. 400.000 Menschen müssen nach vorsichtigen Schätzungen von Experten mit Pestiziden verseuchtes Wasser trinken.

Nach Vorstellung des Landwirtschaftsministeriums soll die ehemalige DDR zum agrarstrukurell schlagkräftigsten Gebiet Europas gemacht werden, in dem kein privater Bauer unter 200 ha zu wirtschaften anfange. Laut Minister Kiechle sollten zwischen Oktober 1990 und Ende 1991 50% der 800.000 Landarbeitskräfte ihre Arbeit verlieren.

Eine ganze Reihe politischer Bestrebungen versucht in jüngster Zeit, den umweltschädigenden Auswirkungen des "industriellen" K. zu begegnen: durch Verminderung und Verbote von Pestiziden (z.B. Atrazin), die Förderung von Flächenstillegungen oder des ökologischen Landbaus, durch die Wiedereinrichtung oftmals trockengelegter F. sind Flächen, die zum Teil ständig von seichtem Wasser bedeckt sind.Feuchtgebiete oder den gezielten Anbau nachwachsender Rohstoffe (öl- und gasliefernde Pflanzen).

Autor: KATALYSE Institut

Stiftung Ökologie & Landbau

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.

Aktuelle Aktivitäten der SÖL:/liste}

  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
  • Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
  • Forschung(Wissenschaftstagungen)
  • zwischen Institutionen
  • Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
  • Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
  • Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

Autor: KATALYSE Institut

Zuckerrübe

Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Langtagpflanze. Sie bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und eine fleischige Rübe (bis zu 20 Prozent Saccharose) aus der Hauptwurzel. Im zweiten Jahr wird ein Spross ausgebildet.

 

  • Systematik: Familie: Chenopodiaceae, Art: Beta vulgaris L.
  • Herkunft: Stammform vermutlich an Mittelmeer- und Nordseeküste, daraus gingen Zuckerrübe, Futterrübe, Rote Rübe und Mangold hervor
  • Klimaansprüche: heimisch, Mitteleuropa, nicht zu hohe, aber regelmäßige Niederschläge (mindestens 500 mm), Frostempfindlichkeit erfordert rechtzeitiges Einbringen, zur Saatgutgewinnung geschützte Überwinterung nötig
  • Fruchtfolge: geringe Selbstverträglichkeit (Rübenmüdigkeit), daher weitgestellte Fruchtfolge sinnvoll
  • Aussaat: in Europa ab März/April, da frostempfindliche und wärmeliebende Jungpflanzen; 5 bis 8 Pflanzen/m2, Einzelkornaussaat mit Monogermsaatgut, die durch Züchtung einfrüchtiger Samenträger gewonnen werden, zur Saatgutgewinnung geschützte Überwinterung oder Saatgutimport
  • Düngung: 140 bis 160 kg Stickstoff/Hektar, 140 bis 160 kg Phosphat/Hektar, 180 bis 240 kg Kalium/Hektar; Hoher Nährstoffbedarf wegen großer Massebildung, ausreichende Borversorgung ist für gesundes Wachstum wichtig
  • Pflanzenschutz: Beikrautbekämpfung wegen des langsamen Jugendwachstums notwendig, Anfälligkeit gegen Krankheiten und Schädlinge, daher hoher Aufwand an Pflanzenschutzmitteln; Resistenzzüchtungen
  • Ertrag: Je nach Pflege und Klima 40 bis 80 Tonnen Rüben/Hektar
  • Ernte: In Europa zwischen September und Dezember mit Bunkerköpf-Roder (Köpfung und Rodung in einem Arbeitsgang).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Zuckerrohr

Zuckerrohr ist eine mehrjährige, sich bestockende Kurztagspflanze. Sie bildet Gras mit bis zu sieben Meter hohen und 5 cm dicken Stängeln mit zuckerspeicherndem Mark (7 bis 20 Prozent Saccharose).

  • Systematik: Familie: Poaceae, Art: Saccharum officinarum L.
  • Herkunft: Neuguinea und umliegende Inseln
  • Klimaansprüche: typische Tropenpflanze, daher hoher Wärme-, und Wasserbedarf (Optima: 25 bis 28°C, 1200 bis 1500 mm Niederschlag); hohe Frostempfindlichkeit
  • Fruchtfolge: häufig Monokultur bei mehrjähriger Nutzung (2 bis 10 Jahre); der Ertrag sinkt mit der Nutzungsdauer, dafür entfallen Aufwendungen einer Neuanpflanzung
  • Aussaat: Stecklingsvermehrung; Vermehrung durch Samen hat nur in der Züchtung Bedeutung. 15-20 Stecklinge/m2; verbreitet ist das Anlegen von Furchen, die später zu Dämmen gehäufelt werden; Auspflanzung von Hand oder mit Maschinen, die Düngung, Schneiden der Stecklinge und Pflanzung in einem Arbeitsgang erledigen.
  • Düngung: je nach Standort, Sorte und Anbaubedingungen 80 bis 200 kg Stickstoff/Hektar bis 350 kg Kalium/Hektar; Hoher Nährstoffbedarf durch die hohe Massebildung; eine gute Stickstoffversorgung ist vor allem in der Hauptwachstumszeit notwendig, um hohe Erträge zu sichern. Die Phosphatdüngung ist von geringerer Bedeutung, da Zuckerrohr über eine Pilzflora (Endomykorrhiza) verfügt, welche die Phosphataufnahme steigert.
  • Pflanzenschutz: zum Teil hohe Verluste durch verschiedene Krankheiten und Schädlinge möglich; wichtig sind geeignete Fruchtfolgen, Sortenwahl, geeignete Standorte, Stecklingsbehandlung und Beikrautbekämpfung; Biologische Schädlingsbekämpfung gegen verschiedene Stengelbohrer mit Antagonisten wie der Cuba Fliege, Perufliege u.a.
  • Ertrag: je nach Standort und Witterung 5 bis 135 Tonnen/Hektar; Ausbeute kristallisierter Saccharose Ausbeute aus einer Tonne Zuckerrohre: 100 kg Zucker, 30 kg Bagasse und 40 kg Melasse.
  • Ernte: Häufig noch Handernte, bei großen Anlagen Maschinenernte; verschiedene Systeme der Reifekontrolle (Bestimmung des optimalen Zuckergehaltes).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Zuckerhirse

Die Zuckerhirse ist eine einjährige Kurztagspflanze mit kurzer Vegetationsdauer. Sie entwickelt bis zu fünf Meter hohe Halme mit zuckerspeichernden Mark und aufrechte Rispen von 10 bis 60 cm Länge.

  • Systematik: Familie: Gramineae, Art: Sorghum saccharatum
  • Herkunft: Afrika
  • Klimaansprüche: Wärmebedürftig, frostempfindlich, dürreresistent, teilweise Trockenstarre bis zu einsetzenden Regenfällen, d.h. angepasst an Subtropen und trockene Tropen
  • Bodenansprüche:arme Böden ausreichend: optimal tiefgründiger Lehm oder sandiger Lehm
  • Fruchtfolge: Soja und
    Mais, nicht nach Tabak
  • Aussaat: Reihenabstand etwa ein Meter, Saatdichte: 9 bis 12 Samen pro Meter, d.h. 6 bis 9 Pflanzen je Meter, Pflanzmaschinen für Tabak finden Verwendung
  • Düngung: 18 kg Stickstoff, 18 kg Phosphat, 18 kg Kalium je Hektar
  • Pflanzenschutz: Anthraknose durch Colletotrichum graminicola; Welke durch Helminthosporium, Schwarzfäule etc., Heuschrecken, Gallmücken, Vögel
  • Ertrag: je nach Standort und Witterung 20 bis 40 Tonnen Halmmasse/Hektar,. 1,8 bis 2 Tonnen Körner/Hektar als Saatgut oder Futter; Gehalt an Saccharose ca. 2 bis 5,5 Tonnen/Hektar
  • Ernte: wenn Körner wachsreif sind und höchster Zuckergehalt in den Halmen erreicht ist; Erntetechnik wie beim Zuckerrohr
  • Besonderheiten: Aus dem Stängel wird der Zuckersirup gewonnen. Das „Köpfen“ der Pflanzen erhöht den Zuckergehalt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005
Autor: KATALYSE-Institut, Köln

Autor: KATALYSE Institut

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse ist eine ausdauernde Pflanze von 30 bis 80 cm Höhe mit aufrechtem, kantigem Stengel, eiförmigen, gestielten und gekerbten Blättern und bis zu sechs weißgelben Blüten in Scheinquirlen.

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Melissa officinalis
  • Herkunft: östliches Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- und dreijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 5 bis 7 Jahren
  • Aussaat: Vorkultur von Sämlingen im März; Saat im Mai oder/und September mit 50 bis 60 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 30 Tonnen Festmasse/ Hektar: Stickstoff: 156 kg, Phosphat: 48 kg, Kalium: 209 kg, Kalzium: 75 kg, Magnesium: 34 kg; Stickstoff in vier Gaben: vor Pflanzung, nach Austrieb, vor Bestandesschluss und nach Schnitt
  • Pflanzenschutz: Pilze: Pfefferminzrost, Echter Mehltau, Blattflecken; Schädlinge: Grüner Schildkäfer, Zikaden, Wanzen; Sonstige: Virosen
  • Ernte: ab Mai bis September; drei bis vier mschinelle Schnitte/Jahr
  • Ertrag: Kraut: 40 bis 80 Tonnen/Hektar; Blatt: 15 bis 30 dt/Hektar, Saatgut: 300 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffe, Schleim sowie Blattanteil
  • Wirkspektrum: bakterizide und antivirale Wirkung gegen Herpes, beruhigender Wirkung auf den Hypothalamus; gegen Migräne, Bauchschmerzen. Blähungen und Schilddrüsenkrankheiten, entkrampfend.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Zeigerpflanzen

Zeigerpflanzen sind Wildpflanzen, deren Anwesenheit auf spezifische Eigenschaften eines Standortes hindeuten, da sie verstärkt oder ausschließlich dort auftreten (Bioindikatoren).

Standorteigenschaften wie z.B. Trockenheit, erhöhte Sonneneinstrahlung, erhöhter Bodensalzgehalt, Bodenstaunässe oder mechanische Belastung stellen für Pflanzen Lebensbedingungen dar, die viele Arten in ihrer Konkurrenzfähigkeit schwächen, mit der Folge, dass sie Kümmerwuchs zeigen, dort seltener auftreten oder gänzlich fehlen. Zeigerpflanzen, die an die Standortbesonderheiten angepasst sind, dominieren dort und sind somit charakteristisch für diese Standorte. Sie erlauben Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit oder auf die Belastung mit Schadstoffen. Damit gehören sie zu den sogenanten Bioindikatoren.

Bestimmte Ackerkräuter sind z.B. geeignet, die Bodeneigenschaften eines Ackers zu charakterisieren.

  • Anzeiger für Sandböden: Vogelmiere; Königskerze; für Feuchtigkeit: Acherminze, Ampfer, Schachtelhalm
  • Anzeiger für verdichtete Böden: Quecke, kriechender Hahnenfuß
  • Anzeiger für Staunässe: Mädesüß, Ackerminze, Ackerschachtelhalm
  • Anzeiger für Salzböden: Melde (Halophyten); für sauren Boden: Pfeifegras, Honiggras, Kamille, Sauerampfer
  • Anzeiger für alkalische Böden: Huflattich, Ackersenf, Luzerne, Leinkraut
  • Anzeiger für stickstoffreiche Böden:
    Brennessel, Vogelmiere, Kerbel, Melde.

Zeigerpflanzen besitzen in der Regel eine geringe Variabilität. Damit reagieren sie bereits auf geringe Veränderungen der Umweltbedingungen.

Autor: KATALYSE Institut

Wurzelzichorie

Die Wurzelzichorie ist eine zweijährige Pflanze, die eine flach am Boden anliegende Blattrosette und eine bis zu 25 cm langen Rübe (mit 11 bis 15 Prozent Inulin) bildet.

  • Systematik: Familie: Compositae, Art: Cichorium intubus
  • Herkunft: gemäßigte Zonen Europas
  • Klimaansprüche: gemäßigtes Klima Zentraleuropas
  • Düngung: anspruchslos, daher geringe Düngung
  • Pflanzenschutz: bisher kaum Entwicklung von Herbiziden, da geringes Marktvolumen und Krankheiten und Schädlingseinwirkung (Rost, Rüsselkäfer) noch nicht ausreichend erfasst
  • Ertrag: 25 bis 30 Tonnen Rüben/Hektar, unter Versuchsbedingungen bis zu 60 Tonnen Rüben/Hektar, d.h. Ausbeute bis zu 12 Tonnen Inulin/Hektar
  • Ernte: maschinelle Ernte im Herbst des ersten Jahres, wenn der Inulingehalt optimal ist.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Wolfsmilch

Die Wolfsmilch ist ein zweijähriges oder einjährig überwinterndes Kraut mit einer Wuchshöhe von bis 1,5 Metern. Sie besitzt kurze dünne Wurzel und kräftige Stängel und Blätter, die Milchsaft enthalten. Wolfsmilch hat einen trugdoldigen Blütenstand mit weiblichen und männlichen Blüten.

  • Systematik: Familie: Euphorbiaceae, (Wolfsmilchgewächse), Art: Euphorbia lathyris L.
    Herkunft: wahrscheinlich ursprünglich ausdem Mittelmeergebiet
  • Klima: wärmere Klimalagen mit mäßiger WinterhärteAnbausystem: Ende Juli, Anfang August; Reihenschluß erfolgt im Mai des darauffolgenden Jahres
  • Düngung: keine Angaben
  • Pflanzenschutz: Befall von Wurzelfäule, Maßnahme: vorbeugender Anbau auf leichteren Böden; Unkrautkonkurrenz, da später Reihenschluss, frühe Unkrautbekämpfung mittels Herbizideinsatz ein- bis zweimal im Frühjahr
  • Ernte: Druschreif nach etwa 14 Monaten; Ernte mit Mähdrescher 1,6 bis 2,6 Tonnen/Hektar
  • Ertrag: Samen enthalten 40 bis 50 Prozent fettes Öl, Fettsäuremuster weist hohen Ölsäureanteil von 80 bis 90 Prozent auf, zudem 5 bis 10 Prozent gesättigte Fettsäuren und bis zwei Prozent Linolsäure
  • Besonderheiten: im Samen ist Ricin und im Stängel und den Blättern Milchsaft (Latex) mit 8 bis 12 Prozent Terpenen und bis zu 18 Prozent Harz enthalten ; Pflanze besitzt hautreizende Stoffe.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Wildschäden

Verbißschäden an Forstpflanzen sind meist auf die Überhege des Wildes durch private Jäger ohne forstliche Ausbildung zurück zu führen.

Forstflächen, die von Förstern betreut werden, stehen meist in Einklang mit der Vegetation, da die Wildbestände so gesteuert und bejagt werden, das ein unbeschädigtes Aufwachsen neuer Pflanzen (Verjüngung) des Forster möglich ist.
Ein erhöhter Wildbestand kann durch W. das Ökosystem Wald empfindlich stören. W. sind u.a.:
- Verbiß: Abbeißen von Knospen an Jungpflanzen verhindert die Verjüngung. Insbesondere die zarten Tannen- und Laubbaumtriebe sind betroffen, so dass das Entstehen von Mischwäldern erheblich erschwert ist, wenn der Förster nicht geeignete Maßnahmen ergreift (z.B. Zäune, Spritzung gegen Verbiß).
- Schälen: Rotwildhirsche wetzen mit ihrem Geweih wird als Fegen bezeichnet) im Winter häufig die Rinde von Bäumen ab. Auch wird die Rinde durch Abbeißen und Abziehen von Rindenstreifen mit den Zähnen verletzt. Dies führt im "günstigsten" Fall zu Vernarbungen am Stamm (mit Verlust der Holzqualität), im schlimmsten Fall zum Absterben des betroffenen Baumes. Etwa 10 Prozent des alpinen Gebirgswaldes ist geschält (Schutzwald).

Autor: KATALYSE Institut

Weizen

Der Weizen ist einjähriges meist unbegrantes Gras. Die Ährenspindel sind mit Ährchen besetzt, die 3 bis 6 Blüten umfassen. Selbstbestäubung tritt noch vor der Öffnung der Blüte ein. Das Korn ist eine Karyopse.

    • Systematik: Familie: Gramineen, Art: Tritikum aestivum L.
    • Herkunft: Wildformen stammen aus eurasischen Gebieten
    • Klima: gemäßigte Zonen; Winterweizen ist bis -22° C winterhart. Winterweizenformen haben ein Kältebedürfnis um in die generativePhase einzutreten. Ertragreiche Sorten benötigen Niederschläge von 400 bis 900 mm
    • Anbausystem: Weizen reagiert sehr empfindlich auf eine ungeeignete Stellung in
      der Fruchtfolge. Gute Vorfrüchte sind
      Raps, Rüben, Feldfutter, Leguminosen und Mais
  • Aussaat: gewöhnlich wird Weizen mit einem Reihenabstand von 18 cm und einem Kornabstand von 2 cm gedrillt
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne Kornertrag und Hektar: Stickstoff: 30 kg; Phosphat: 12 kg; Kalium: 22 kg; Kalzium: 6 kg; Magnesium: 4 kg
  • Pflanzenschutz: Rostkrankheiten (Schwarzrost, Braunrost, Gelbrost) verursachen weltweit die größten Ertragseinbußen. Der Anbau verschiedener Sorten in einem Gebiet ist die wichtigste Gegenmaßnahme. Von Bedeutung sind auch Blattflecken- und Fußkrankheiten, die durch Fruchtwechsel, Saatbeize, Saatzeit, Sortenwahl bekämpft werden können.
  • Ernte: Das totreife Getreide wird weltweit mit Mähdreschern (Arbeitsbreite von bis zu 5,6 Meter) geerntet.
  • Ertrag: Winterweizen 5 bis 9 Tonnen/Hektar, Sommerweizen 4,5 bis 8 Tonnen/Hektar.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Weide

Die Weide ist eine Hochstrauch, der sich vegetativ über Stecklinge und Blätter vermehrt. Sie umfasst große Bäume wie die Silberweide bis hin zu kleinen Sträuchern. Größe und Blattform können durch äußere Einflüsse stark variieren. Weiden sind zweihäusige Pflanzen, die nur männliche oder nur weibliche Blüten besitzen.

    • Systematik: Familie: Salicaceae, Art: Salix viminalis (Korbweide)
    • Herkunft: Mitteleuropa
    • Klima: natürliches Vorkommen in Auen und an Flußufern, frostempfindlich; Vegetationszeit > 130 Tage, Temperatur in der Vegetationszeit > l3°C
  • Anbausystem: Umtriebszeit zwei bis vier Jahre, beste Wuchsleistung auf frisch feuchten, nährstoffreichen, sandigen Lehmen; Beikrautregulierung im Pflanzjahr mechanisch oder chemisch erforderlich
  • Pflanzung: Stecklinge werden im Frühjahr manuell oder mit Forst-Pflanzmaschine gepflanzt; 5.000 bis 7.000 Pflanzen pro Hektar,Reihenabstand 2,5 Meter, Abstand in der Reihe 0,6 Meter
  • Düngung: hoher Nährstoffbedarf, Stickstoffdüngung kann nach mehreren Umtrieben notwendig werden
  • Pflanzenschutz: bei hohem Wildbestand muss die Kultur mit Zaun (Kosten: ca. 1.200 Euro/Hektar) gegen Verbiss durch Rehwild geschützt werden.
  • Ernte und Ertrag: Ernte mit Mähhäcksler bei maximal 7 bis 8 cm Stockdurchmesser, 5 bis 10 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag
  • Besonderheiten: hoher Massenzuwachs in kurzer Zeit und Erreichen eines hohen Bestockungsgrades.

Die meisten Weiden blühen sehr früh, bevor die Blätter voll entwickelt sind. Die Früchte der Weiden reifen im Mai bis Juli und bestehen aus zweiklappigen Kapseln mit zahlreichen Samen, die mit einem Haarschopf zur Windverbreitung ausgestattet sind. Weiden sind sommergrüne Gehölze mit wechselständigen, ungeteilten, inealischen, elliptischen, lanzettlichen oder eiförmigen Blättern. Sie sind mehr oder weniger anspruchslos und bodentolerant und gedeihen selbst noch auf nährstoffarmen Standorten, wenn diese nicht zu trocken sind. Keine andere Gehölzgruppe enthält so viele Arten mit völlig unterschiedlichen Wuchsformen. Die Gattungsform umfasst zwischen 300 und 500 Arten, die überwiegend in der nördlichen, kühleren und gemäßigten Zone vorkommen.

Bedeutung und Nutzung von Weiden
Weiden zeichnen sich besonders durch ein schnelles Wachstum, vegetative Vermehrbarkeit, leichtes Holz, Frostresistenz, gute Regenahrationsfähigkeit nach Beschädigung und dünne biegsame Ruten aus. Aus diesen Eigenschaften ergeben sich unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten:

(a) Weiden als Schutzpflanzungen

  • in Feldfluren verringern sie die Winderosion und erhöhen damit gleichzeitig die Erträge der Landwirtschaft,
  • tragen zur Verringerung der Luftverschmutzung und Lärmbelästigung sowie zur Verschönerung der Landschaft bei,
  • alle Gehölzpflanzungen erhöhen das biologische Potential der Landschaft und bieten zahlreichen Tierarten einen Lebensraum.

(b)Weiden als Ertragspflanzen

  • zur Gewinnung von lebendem Baumaterial für ingenieurbiologische Verbauungen,
  • Flecht- und Bindegut für den Wein- und Obstbau und für die Korbflechterei,
  • Rinde für die Gerberei, zur Arzneimittelherstellung, die Bienenzucht.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • BRUNS-PFLANZEN: Sortimentkatalog 2005/2006. k.A.
  • LAUTENSCHLAGER-FLEURY, D.; LAUTENSCHLAGER-FLEURY, E.: Die Weiden von Mittel- und Nordeuropa. Basel 1994
  • SCHIECHTL, H.: Weiden in der Praxis. Hannover 1992
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

 

Autor: KATALYSE Institut

Wau

Wau ist eine bis zweijährige Pflanze, die zur Blütezeit im Juli/August einen etwa 150 cm hohen Stengel mit langen, rutenförmigen, gelblich-weißen Blütentrauben und länglichen, wechselständigen Blätter entwickelt.

  • Systematik: Familie: Resedaceae, Art: Reseda luteola L.
  • Herkunft: Mittelmeerraum und Vorderasien
  • Klimaansprüche: keine besonderen Klimaansprüche; höhere Farbstoffgehalte in trockenen, sonnigen Anbauregionen
  • Anbausystem: Vorfrucht soll unkrautunterdrückend und möglichst geringe Stickstoff-Hinterlassenschaft (Farbstoffgehalt sinkt) aufweisen; zweijährige Kultur
  • Aussaat: März bis April; Saattiefe so flach wie möglich, Reihenabstand 15 bis 30 cm
    Düngung: möglichst keine organische Düngung, Stickstoff max. 60 kg/Hektar, Phosphat: 50 kg/Hektar, Kalium: 250 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: aufgrund langsamer Jugendentwicklung ist mechanische Unkrautbekämpfung notwendig, nach Bestandsschluss gute Unkrautunterdrückung
  • Ernte: ganze Pflanze beispielsweise mit einem tiefschneidenen Mähbalken; Erntezeitpunkt bei Blühende im September; Trocknung der Pflanze bei 40 bis 60°C
  • Ertrag: 5 Tonnen Trockenmasse/Hektar; Farbstoffgehalt zwischen 2 und 4 Prozent bezogen auf die ganze Pflanze.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Waldwachstum

Das Waldwachstum hängt ab von äußeren Umweltbedingungen (z.B. Bodenart, Klima, Beeinträchtigung durch Schadstoffe etc.) und den inneren Voraussetzungen der Bäume (z.B.Baumart, genetische Möglichkeiten, Alter usw.).

So erreichen beispielsweise Licht- und Pionierbaumarten wie Birke, Erle und Bergahorn den Höhepunkt des jährlichen Zuwachses schon sehr früh (30 bis 60 Jahre). Baumarten des Schlußwaldes, wie die Tanne, können auch im Alter von mehreren hundert Jahren jährlich noch einen erheblichen Zuwachs haben. Der Holzzuwachs eines Waldes schwankt in unseren Breiten zwischen 3 und 20 m3/Hektar

siehe auch: Sukzession, Klima

Autor: KATALYSE Institut

Waldsterben

Immissionsbedingtes Waldsterben tritt seit der Errichtung größerer Industrien auf. Durch die zunehmende Industrialisierung und den Bau hoher Schornsteine, die die Schadstoffe großräumig verteilten, trat das Waldsterben dann seit Beginn der 70er Jahre großflächig auf.

Bis heute sterben die Wälder in ganz Europa und in Nordamerika. Nachdem das Waldsterben anfangs nur bei Tanne und Fichte registriert wurde, sind in der Zwischen-zeit fast alle anderen Baumarten ebenfalls betroffen, stellenweise ist der Krankheitszustand der Laubbäume bedrohlicher als der der Nadelbäume (vgl. auch Waldschadenserhebung 2003, Bundesverbraucherministerium Bonn).
Beim Waldsterben handelt es sich nicht um die Erkrankung einzelner Baumarten, sondern um eine Störung der gesamten Beziehung Baum-Boden-Luft, einer Erkrankung des gesamten 'Ökosystems. Diese Störung bedroht auch zunehmend mehr Tier- und Pflanzenarten in ihrer Existenz. Insofern ist der Begriff Waldsterben treffend und wird aber auch durch den Begriff »neuartige Waldschäden« ersetzt.
Eine Schlüsselrolle im Waldsterben kommt den Luftschadstoffen zu. Neben dem hauptsächlich aus der Landwirtschaft stammenden Ammoniak und den v.a. durch das Autofahren entstehenden Photooxidantien, wie Ozon (Sommersmog), sind es insbesondere die aus den Autos (Schadstoffe aus Kfz, Lkw-Verkehr), Flugzeugen (Flugverkehr), Heizungs-, Industrie- und Kraftwerksanlagen stammenden Stickoxide und das Schwefeldioxid, die den Wald schädigen.
Folgende Symptome des Waldsterben sind u.a. bekannt: Bei allen Baumarten tritt mit zunehmendem Krankheitszustand eine Verlichtung der Krone auf, d.h., die betroffenen Bäume verlieren mehr und mehr Blätter bzw. Nadeln, so dass man z.B. selbst im Sommer leicht durch das Blätterdach einer Buche hindurchsehen und an vielen Stellen den Himmel erblicken kann.
Speziell bei den Nadelbäumen treten folgende Schadsymptome auf: Das Höhenwachstum stagniert; Harzaustritt an Ästen und Stämmen im benadelten Kronenbereich; im fortgeschrittenen Stadium nur noch 1-2 Nadeljahrgänge an den Zweigen (bei gesunder Fichte 7-10, Tanne 10-12 Nadeljahrgänge).
Fichte: Nadelverlust in Verbindung mit hängenden Zweigen (Lamettasyndrom). Tanne: Absterben der Baumspitze und Bildung von Seitentrieben (Storchennest); Bildung von Waserreisern: büschelartig vom Stamm abstehende, spät nachwachsende Zweige.
Laubbäume, insbesondere Buche: gestörtes Seiten-wachstum der Triebe führt zu unnatürlich langen Trieben (Peitschentrieben); oft nur kleine Blätter; deformierte Blätter infolge von Wachstumsstörungen, Blätter fallen noch grün vom Baum. Ferner Mangelsymptome durch gestörte Nährstoffaufnahme, z.B. Vergilbung der Blätter durch Magnesiummangel, sowie weiße Blattflecken durch Ozon-Einwirkung.

Auswirkungen des Waldsterbens: Durch das Waldsterben sind alle Funktionen gefährdet, die ein gesunder Wald im Kreislauf der Natur übernehmen kann (Waldfunktionen). Eine der gravierendsten Folgen des Waldsterbens dürfte der Verlust des Waldes als Grund-Wasserspeicher (Wasserhaushalt des Waldes, Bodenversauerung, Saurer Regen, Sorptionsvermögen) und das Verschwinden der alpinen Schutzwälder sein, die eine Besiedlung vieler Alpentäler überhaupt erst ermöglichen. Die globalen Auswirkungen des Waldsterbens. auf Klima und Umwelt sind noch nicht annähernd erfasst. Mit Sicherheit wird das Absterben großer Waldteile, sei es durch Brandrodung oder emissionsbedingt, den Treibhauseffekt weiter anheizen, da der in den Bäumen festgelegte Kohlenstoff vorzeitig wieder freigesetzt wird. Ein geschädigter Wald bindet zudem weniger Kohlendioxid als ein gesunder.

Gegenmaßnahmen: Nach wie vor muss eine rasche Verminderung aller Luftschadstoffe das vordringliche Ziel sein; v.a. eine Senkung der Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen ist zwingend erforderlich. Dies kann v.a. erreicht werden durch:

  • Energiesparmaßnahmen,
  • Verstärkte Einführung regenerativer Energiequellen
  • Nachrüstung von Kraftwerken mit Rückhaltesystemen (Rauchgasentschwefelungsanlagen, Rauchgasentstickungsanlagen, Großfeue-rungsanlagenverordnung).

Von besonderer Bedeutung ist der Verkehrssektor, der im besonderen Maße für die Stickoxidemissionen und die Ozon-Entstehung verantwortlich ist. Sofortmaßnahme sollte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen sein. Mittel- und langfristig ist der
Auto- und Lkw-Verkehr zugunsten von Öffentlichem siehe Öffentlicher Personennahverkehr.Personennahverkehr und Schienenverkehr einzudämmen.
In den gefährdeten Bergwaldregionen ist die Freizeitnutzung einzuschränken.

Autor: KATALYSE Institut

Waldschädlinge

Wohl der bekannteste W. ist der Borkenkäfer und hier insb.der Fichtenborkenkäfer, der wegen des typischen Fraßbildes seiner Larven auch als "Buchdrucker" bezeichnet wird.

Neben dem Borkenkäfer gibt es noch eine große Anzahl anderer Insekten, die dann, wenn die Umstände ihrer Vermehrung förderlich sind (z.B. günstiges
Wetter, das Fehlen von Feinden, Monokulturen etc.), massenweise auftreten und große Schäden im Wald anrichten können. Hierzu gehören z.B. die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten, denen die jungen Knospen und Blätter u.a. als Nahrung dienen.

Allein auf die Eiche stürzen sich fast 300 Falterarten, wie etwa der Eichenwickler, der Eichenkarmin oder der Gemeine Eichenwaldspanner.
V.a. Insekten sind es auch, die die Anzahl der Schadinsekten im Wald regulieren, indem sie sich von diesen ernähren. Vögel verhindern das massenweise Auftreten von W. dagegen nur in eher begrenztem Umfang.
Neben Insekten treten auch Viren und Mikroorganismen (z.B. sog. Mycoplasmen). Bei einem zu hohen Wildbestand können sich Rehe und Hirsche ebenfalls zu W. entwickeln, indem sie die Triebe der jungen Bäume abfressen und so eine natürliche Verjüngung des Waldes verhindern.
Menschliche Eingriffe zur Reduzierung von W. sind das Aufstellen von Borkenkäferfallen, Fördern von Nützlingen und im Einzelfall der Einsatz von Pestiziden. Wichtig ist v.a. der vorbeugende, planerische Eingriff, um z.B. Monokulturen zu vermeiden, die das verstärkte Auftreten von W. fördern.
Der durch Sauren Regen vorgeschädigte Wald ist für W. besonders anfällig (Waldsterben, Waldschadenserhebung).

siehe auch: Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Waldschadenserhebung

Nachdem im Jahre 1983 die Waldschadensfläche auf Basis der 1982 erstmals durchgeführten W. sprunghaft zunahm und das "neuartige" weil erstmals großflächige Waldsterben im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion stand, wurden seit 1984 jährlich bundeseinheitliche W. durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchführt und veröffentlicht.

Das Verfahren zur W. wird seit 1984 unverändert angewandt, seit 1990 auch in den neuen Bundeländern. Die W. basiert auf einem mathematisch-statistischen Modell, bei dem anhand eines permanenten Stichprobennetzes im Raster 4 x 4 km die Waldschäden erfaßt werden (bei der W. von 1991 wurden an 7.794 Stichprobenpunkten rund 220.000 Bäume untersucht). Die erfaßten Bäume werden je nach ihrem Gesundheitszustand in 5 Schadstufen eingeteilt.
Für die Eingruppierung sind zwei Kriterien maßgebend: der relative Verlust an Nadel- bzw. Blattmasse und der Grad der Nadel- bzw. Blattvergilbung. Anhand des Nadel- bzw. Blattverlustes wird der untersuchte Baum einer Schadstufe zugeordnet; treten zusätzlich mittlere oder starke Vergilbungen auf, wird der Baum in eine um 1 oder 2 erhöht Stufe eingruppiert.
Wegen umfangreichen Sturmschäden wurde 1990 keine W. durchgeführt, die erhobenen Daten machten nur eine Trendaussage möglich. In den Jahren 1987-1989 wurde eine W. nur anhand eines Teils der Stichprobenpunkte (im 16 x 16 km Raster) erhoben. Die W. von 1991 ist also erstmals seit 5 Jahren das Ergebnis einer Vollstichprobe (s. Tab.).
Seit 1984 haben die Waldschäden in Westdeutschland weiter zugenommen. 1991 sind 59,8% (1984: 50,2%) aller Bäume, das sind 4,422 Mio ha in den alten Bundesländern krank, über 20% (17,3%) haben deutliche Schäden.
Die Luftreinhaltepolitik, auf die die Bundesregierung schon seit Jahren stolz hinweist (z.B. mit jeder W.), hat, an diesen Zahlen gemessen, auf der ganzen Linie versagt. Die Erfolge im Kraftwerksbereich (Großfeuerungsanlagenverordnung) werden durch die zunehmenden Verkehr-Emissionen kompensiert (Stickoxide). Besonders schlimm trifft es die über 60jährigen Bäume, also solche, die schon länger einer hohen Schadstofffracht ausgeliefert sind. Hier sind heute z.B. 87% aller Fichten, 84% aller Kiefern, 89% aller Tannen, 82% aller Buchen und 82% aller Eichen krank. Alte Baumriesen wird es bald gar nicht mehr geben.
In Ostdeutschland sind die Waldschäden mit einem Anteil von 73% kranker Bäume gegenüber 59,8% in Westdeutschland deutlich höher. In den neuen Bundesländern ist der Zeitpunkt nicht fern, an dem große Teile des Waldes abgestorben sein werden, in den Höhenlagen der dortigen Mittelgebirge haben die Schäden bereits ein katastrophales Ausmaß angenommen. Doch auch in den alten Bundesländern löst sich der Wald in den Höhenlagen großflächig auf. Besonders stark betroffen sind die alpinen Schutzwälder, wo z.T. 100% der Bäume krank sind. In Westdeutschland sind die süddeutschen Länder (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) mit 66% kranker Bäume stärker vom Waldsterben betroffen als die nordwestdeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein) mit 43%.
Die Tanne ist nach wie vor der Baum, dem die Luftverschmutzung am meisten zusetzt. Nachdem man jahrelang dachte, die Laubbäume seien gegenüber Luftverschmutzung widerstandsfähiger, spricht die Entwicklung der Schäden deutlich eine andere Sprache (s. Tab).
Seit 1987 wird für die Europäische Gemeinschaft ebenfalls eine W. durchgeführt. Die neusten Zahlen sind aus dem Jahr 1990. In allen an der Erhebung beteiligten Staaten werden die Symptome des Waldsterbens beobachtet; 15% aller Bäume zeigen deutliche Schäden (Schadklassen 2-4); 1989 waren es 9,9% und 1988 12,9%. Besonders hohe Schäden werden aus Osteuropa gemeldet. 1990 waren in Litauen, Polen, der Tschechoslowakei und Weißrußland mehr als 30% der Bäume deutlich geschädigt.
Aber auch in anderen europäischen Ländern haben die Waldschäden besorgniserregende Ausmaße angenommen, besonders betroffen sind Ungarn, Bulgarien, Großbritannien und Dänemark. Flächig absterbende Wälder gibt es vor allem in den höheren Gebirgslagen Bulgariens, Polens und der Tschechoslowakei. Besonders kritisch ist der Zustand der Laubbäume. Bei den älteren Eichen liegt der Anteil der deutlichen Schäden (Schadklassen 2-4) in der Tschechoslowakei, Weißrußland und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR über 50%.
Erste Ergebnisse der W. für 1991 zeigen, daß sich der Zustand der Wälder auch in der EG noch weiter verschlechtert hat.
Waldsterben

Lit.: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Waldschadensbericht 1991

Autor: KATALYSE Institut

Waldpflege

Fast der gesamte Wald Deutschlands und der europäischen Länder ist Nutzwald, d.h., die dort wachsenden Bäume werden früher oder später gefällt, das Holz verkauft.

Um einen optimalen Ertrag zu erzielen, aber auch um ökologische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, ist die W. notwendig. Sie umfaßt u.a.:
das planmäßige Anflanzen neuer Waldbestände (Aufforstung), das Bekämpfen eventuell massenhaft auftretender Waldschädlinge, das Regulieren des Wildbestandes, um eine Verjüngung des Waldes nicht durch Verbißschäden zu gefährden sowie das Durchforsten des Waldes, um einzelne Bäume besonders zu fördern und ihnen eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.

Durch das Zurückdrängen besonders konkurrenzstarker Baumarten (etwa der Buche) kann der Förster auch Einfluß darauf nehmen, wie vielen Lebewesen der Wald eine Heimat bietet und dadurch, wie ökologisch stabil er ist.
siehe: Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Waldgesetz

Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft vom 2.5.1975, zuletzt geändert am 27.7.1984 (Bundeswaldgesetz, BWaldG).

Das BWaldG ist, wie sich bereits in der Überschrift zeigt, kein reines Umweltschutzrecht, es umfaßt auch wirtschaftsverwaltungsrechtliche Bestimmungen. Nach dem Gesetzeszweck soll der Wald insb. wegen seines wirtschaftlichen Nutzens, wegen seiner Bedeutung für die Umwelt ( Klima , Wasserhalt, Reinhaltung der Luft, Bodenfruchtbarkeit, Landschaftsbild, Agrar- und Infrastruktur) sowie der Erholung der Bevölkerung erhalten, erforderlichenfalls gemehrt und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung gesichert werden (Waldfunktionen).

Bedeutsam ist der Nachhaltigkeitsgrundsatz, der sich inzwischen in weiteren Bereichen des Umweltrechts ebenfalls durchgesetzt hat. Danach darf der Wald als Bodenfrucht nur in dem Umfang genutzt werden, der dem natürlichen Zuwachs entspricht.
Das Bundes-W. enthält außerdem u.a. Regelungen zur forstlichen Rahmenplanung, über wirtschaftliche Zusammenschlüsse, Förderung der Forstwirtschaft durch staatliche Zuschüsse.

Naturschutz und Forstrecht müssen sich v.a. auf dem Sektor der räumlichen Planung gegeneinander abstimmen, hier kommt es zu Rückkopplungen und Verzahnungen. Nach 8 Bundes-W. sind bei Planungsvorhaben die Belange des Waldes besonders zu berücksichtigen. Hier findet sich eine partielle Umweltverträglichkeitsprüfung, die sich speziell auf den Abwägungsfaktor Wald bezieht und die Waldverträglichkeit öffentlicher Vorhaben sicherstellen will. Im Zeichen großflächiger Waldschäden (Waldschadenserhebung), die zum Zeitpunkt des Erlasses des Bundes-W. noch nicht sichtbar waren, sind weite Regelungsbereiche faktisch obsolet geworden.

Autor: KATALYSE Institut

Waldgesellschaften

In einer Zeit, in der der Mensch noch nicht umfassend in das Geschehen im Wald eingegriffen hat, haben sich unterschiedliche W. ausgebildet.

Je nach Standort setzte sich der Wald so zusammen, daß er optimal an Klima und Boden angepaßt war. Grob eingeteilt gibt es in Mitteleuropa folgende natürliche W.: Lärchen-Zirbel-Wald, subalpiner Fichtenwald, montaner Fichtenwald, Fichten-Tannen-Wald, Fichten-Tannen-Buchen-Wald, Buchenwälder, Hainbuchen-Eichen-Mischwälder, Kiefernwälder, Auwälder (z.B. Eschen-Ahorn-Wälder, Auenlandschaft ).
Da die Bäume im Wald u.a. das Licht "kontrollieren", bestimmen sie, welche anderen Lebewesen hier gemeinsam mit ihnen leben können. An jede W. sind daher meist ganz bestimmte Tier- und Pflanzenarten gebunden. Natürliche W. gibt es heute in Mitteleuropa so gut wie nicht mehr.
Naturnahe, von Förstern auch unter ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftete Wälder, können jedoch ebenfalls gut an einen Standort angepaßt und damit stabil sein. Reine Monokulturen (z.B. aus Fichten) sind dagegen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes häufig sehr anfällig gegen Schädlinge und Windwurf.

Autor: KATALYSE Institut

Waldfunktionen

Für die Natur, aber auch speziell für den Menschen, hat der Wald eine ganze Fülle wichtiger, meist unersetzlicher Funktionen.

Der Wald erzeugt Holz und liefert damit nicht nur einen wichtigen Rohstoff (Holzindustrie) und Energieträger, sondern schafft auch Arbeitsplätze und sichert Einkommen v.a. in strukturschwachen ländlichen Regionen.
Der Wald bietet den Menschen Erholungsraum und den Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum, kühlt und befeuchtet durch die hohe Verdunstungsleistung seiner Blätter und Nadeln durch die Luft (Klimaschutz), reinigt aufgrund der Filterwirkung seiner großen Blatt- und Nadeloberfläche die Luft und versperrt die Sicht auf hässliche Zivilisationsobjekte sowie Schallschutz vor Eisen- und Autobahntrassen.
Wald schützt den Boden vor Erosion, die Ortschaften und Täler vor Lawinen, das land entlang von Bächen und Flüssen vor Überschwemmungen und das Wasser vor Verschmutzungen. Er schützt angrenzende Landstriche vor Sturmschäden und Straßen vor Seitenwind und Steinschlag.

Autor: KATALYSE Institut