Qualitätsstandards für Obst und Gemüse

Rahmenrichtlinie Vermarktungs-/Handelsnormen

Die EU-Kommission hat mit Blick auf die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung hinderliche und unverhältnismäßige Vermarktungs- und Handelsnormen in den letzten Jahren kritisch überprüft und reduziert. Die entsprechend geänderte Durchführungsverordnung (EU) 2021/1890 (EU-Kommission 2021) sieht vor, dass Obst und Gemüse sowie deren Verarbeitungserzeugnisse Anforderungen an ‚Mindestqualität‘ erfüllen wie gesund (bspw. ohne Fäulnisbefall), sauber, frei von Schädlingen und fremdem Geruch und/oder Geschmack zu sein. Sie ermöglicht aber auch Produkte mit Qualitätsmängeln legal zu vermarkten. So können beispielsweise Äpfel und Birnen auch ohne Klassifizierung und mit einem Hinweis wie „zur häuslichen Verarbeitung" vermarktet werden.

Obst und Gemüse unterliegt aber nicht nur den auf der EU-Ebene gesetzlich vorgegebenen Vermarktungs- und Qualitätsnormen, sondern auch freiwilligen Qualitätsstandards wie den ‚Schönheitsnormen‘ des Handels. Sie führen dazu, dass Obst und Gemüse mit nicht normgerechten äußerlichen Merkmalen wie Größe, Form und Farbe - in England auch als ugly foods bezeichnet –systematisch aussortiert und zu Lebensmittelabfällen werden, obwohl sie sich geschmacklich und von der Zusammensetzung (Inhaltsstoffen) nicht von ‚normgerechten‘ Lebensmitteln unterscheiden, also ebenso gesund und genießbar sind. Um Wirtschaftsbeteiligte dafür zu sensibilisieren, auf Standards zu verzichten, die sich auf die bloße Optik der Lebensmittel beziehen (Schönheitsnormen) und ein Vermarktungshindernis für zwar optisch beeinträchtigte, aber unverändert für den Verzehr geeignete Lebensmittel darstellen, hat das Umweltbundesamt (UBA) eine Studie zu umwelt- und klima- relevanten Qualitätsstandards im Lebensmitteleinzelhandel (UBA 2020) und Empfehlungen zur Senkung handelsspezifischer Vorgaben im Hinblick auf das Aussehen und die Größe von Obst und Gemüse (UBA 2022) veröffentlicht.

Das UBA empfiehlt generell sich von unternehmensspezifischen Vorgaben zu trennen und vorrangig die Vorgaben der allgemeinen zuletzt durch die Durchführungsverordnung (EU) 2021/1890 (EU-Kommission 2021) geänderten Vermarktungsnorm der EU-Kommission zu verfolgen. Indikator für die Verkaufsfähigkeit von Obst und Gemüse sollten Haltbarkeit und Gewicht sein und damit die Aussortierung nach Größe und Aussehen verhindert werden. Polierte Kartoffeln oder mit Blattschmuck angebotene Bundmöhren oder Radieschen zeigen beispielhaft, dass Kriterien wie Aussehen oder Größe zweifelhaft sind, da bei der Politur der Kartoffel, um sie von Erde zu säubern, Beschädigungen verursacht werden und Blattschmuck den Wasserverlust beschleunigt, was die Qualität mindert und zu Entsorgung führen kann. Für die Umsetzung dieses Vorhabens empfiehlt das UBA, Verkaufsvorgaben branchenweit zur selben Zeit umzusetzen und Verbraucher umfänglich zu informieren.

Literatur

UBA (2020): Umwelt- und klimarelevante Qualitätsstandards im Lebensmitteleinzel-handel. Ursachen und Lösungen. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt (Texte, 72).

UBA (2022): Mehr Natürlichkeit im Obst- und Gemüseregal – gut für Umwelt und Klima. Empfehlungen des Umweltbundesamtes zur Senkung handelsspezifischer Vorgaben. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

(Stand 12.2023)

 

Autor: Regine Rehaag

Speiseöle

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Autor: KATALYSE Institut

Konervierungsstoffe

Unter dem Begriff Konservierungsstoffe (E200-E283) werden alle Zusatzstoffe zusammengefasst, die Mikroorganismen in oder auf Lebensmitteln abtöten oder in der Vermehrung hemmen.

Mit Ausnahme von Milch- und Essigsäure bedürfen alle K. der Zulassung (Zusatzstoff-Zulassungs-Verordnung).
E-Nummern und Lebensmittelzusatzstoffe.

Lit.: KATALYSE: Was wir alles schlucken, Hamburg 1985

Im Falle fehlender oder nicht ausreichender Konservierung kann ein erheblicher Schaden entstehen. Unzureichend konservierte Lebensmittel können beim Verzehr zur Erkrankung des Verbrauchers führen. Immer wieder kommt es z. B. zu Salmonellen-Infektionen durch den Verbrauch von Nahrungsmitteln. Tückisch ist die krebserzeugende Wirkung von Aflatoxinen, das sind Ausscheidungsprodukte von Schimmelpilzen. Wenn man die Entwicklung von Schimmelpilzen unterbindet, reduziert man zugleich die Bildung von Aflatoxinen. Neben der chemischen Konservierung durch Konservierungsmittel gibt es auch physikalische Verfahren zur Konservierung, die nach wie vor erhebliche technische Bedeutung besitzen. Dazu zählt die Konservierung durch:

  • Erhitzen (Pasteurisieren, Sterilisieren)
  • Wasserentzug (Trocknung)
  • Luftabschluss (Paraffinschicht für Käse u. ä., Vakuumieren) und
  • Tiefkühlen (≤ −18 °C).

Autor: KATALYSE Institut

Zuckerrübe

Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Langtagpflanze. Sie bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und eine fleischige Rübe (bis zu 20 Prozent Saccharose) aus der Hauptwurzel. Im zweiten Jahr wird ein Spross ausgebildet.

 

  • Systematik: Familie: Chenopodiaceae, Art: Beta vulgaris L.
  • Herkunft: Stammform vermutlich an Mittelmeer- und Nordseeküste, daraus gingen Zuckerrübe, Futterrübe, Rote Rübe und Mangold hervor
  • Klimaansprüche: heimisch, Mitteleuropa, nicht zu hohe, aber regelmäßige Niederschläge (mindestens 500 mm), Frostempfindlichkeit erfordert rechtzeitiges Einbringen, zur Saatgutgewinnung geschützte Überwinterung nötig
  • Fruchtfolge: geringe Selbstverträglichkeit (Rübenmüdigkeit), daher weitgestellte Fruchtfolge sinnvoll
  • Aussaat: in Europa ab März/April, da frostempfindliche und wärmeliebende Jungpflanzen; 5 bis 8 Pflanzen/m2, Einzelkornaussaat mit Monogermsaatgut, die durch Züchtung einfrüchtiger Samenträger gewonnen werden, zur Saatgutgewinnung geschützte Überwinterung oder Saatgutimport
  • Düngung: 140 bis 160 kg Stickstoff/Hektar, 140 bis 160 kg Phosphat/Hektar, 180 bis 240 kg Kalium/Hektar; Hoher Nährstoffbedarf wegen großer Massebildung, ausreichende Borversorgung ist für gesundes Wachstum wichtig
  • Pflanzenschutz: Beikrautbekämpfung wegen des langsamen Jugendwachstums notwendig, Anfälligkeit gegen Krankheiten und Schädlinge, daher hoher Aufwand an Pflanzenschutzmitteln; Resistenzzüchtungen
  • Ertrag: Je nach Pflege und Klima 40 bis 80 Tonnen Rüben/Hektar
  • Ernte: In Europa zwischen September und Dezember mit Bunkerköpf-Roder (Köpfung und Rodung in einem Arbeitsgang).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Zuckerrohr

Zuckerrohr ist eine mehrjährige, sich bestockende Kurztagspflanze. Sie bildet Gras mit bis zu sieben Meter hohen und 5 cm dicken Stängeln mit zuckerspeicherndem Mark (7 bis 20 Prozent Saccharose).

  • Systematik: Familie: Poaceae, Art: Saccharum officinarum L.
  • Herkunft: Neuguinea und umliegende Inseln
  • Klimaansprüche: typische Tropenpflanze, daher hoher Wärme-, und Wasserbedarf (Optima: 25 bis 28°C, 1200 bis 1500 mm Niederschlag); hohe Frostempfindlichkeit
  • Fruchtfolge: häufig Monokultur bei mehrjähriger Nutzung (2 bis 10 Jahre); der Ertrag sinkt mit der Nutzungsdauer, dafür entfallen Aufwendungen einer Neuanpflanzung
  • Aussaat: Stecklingsvermehrung; Vermehrung durch Samen hat nur in der Züchtung Bedeutung. 15-20 Stecklinge/m2; verbreitet ist das Anlegen von Furchen, die später zu Dämmen gehäufelt werden; Auspflanzung von Hand oder mit Maschinen, die Düngung, Schneiden der Stecklinge und Pflanzung in einem Arbeitsgang erledigen.
  • Düngung: je nach Standort, Sorte und Anbaubedingungen 80 bis 200 kg Stickstoff/Hektar bis 350 kg Kalium/Hektar; Hoher Nährstoffbedarf durch die hohe Massebildung; eine gute Stickstoffversorgung ist vor allem in der Hauptwachstumszeit notwendig, um hohe Erträge zu sichern. Die Phosphatdüngung ist von geringerer Bedeutung, da Zuckerrohr über eine Pilzflora (Endomykorrhiza) verfügt, welche die Phosphataufnahme steigert.
  • Pflanzenschutz: zum Teil hohe Verluste durch verschiedene Krankheiten und Schädlinge möglich; wichtig sind geeignete Fruchtfolgen, Sortenwahl, geeignete Standorte, Stecklingsbehandlung und Beikrautbekämpfung; Biologische Schädlingsbekämpfung gegen verschiedene Stengelbohrer mit Antagonisten wie der Cuba Fliege, Perufliege u.a.
  • Ertrag: je nach Standort und Witterung 5 bis 135 Tonnen/Hektar; Ausbeute kristallisierter Saccharose Ausbeute aus einer Tonne Zuckerrohre: 100 kg Zucker, 30 kg Bagasse und 40 kg Melasse.
  • Ernte: Häufig noch Handernte, bei großen Anlagen Maschinenernte; verschiedene Systeme der Reifekontrolle (Bestimmung des optimalen Zuckergehaltes).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse ist eine ausdauernde Pflanze von 30 bis 80 cm Höhe mit aufrechtem, kantigem Stengel, eiförmigen, gestielten und gekerbten Blättern und bis zu sechs weißgelben Blüten in Scheinquirlen.

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Melissa officinalis
  • Herkunft: östliches Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- und dreijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 5 bis 7 Jahren
  • Aussaat: Vorkultur von Sämlingen im März; Saat im Mai oder/und September mit 50 bis 60 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 30 Tonnen Festmasse/ Hektar: Stickstoff: 156 kg, Phosphat: 48 kg, Kalium: 209 kg, Kalzium: 75 kg, Magnesium: 34 kg; Stickstoff in vier Gaben: vor Pflanzung, nach Austrieb, vor Bestandesschluss und nach Schnitt
  • Pflanzenschutz: Pilze: Pfefferminzrost, Echter Mehltau, Blattflecken; Schädlinge: Grüner Schildkäfer, Zikaden, Wanzen; Sonstige: Virosen
  • Ernte: ab Mai bis September; drei bis vier mschinelle Schnitte/Jahr
  • Ertrag: Kraut: 40 bis 80 Tonnen/Hektar; Blatt: 15 bis 30 dt/Hektar, Saatgut: 300 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffe, Schleim sowie Blattanteil
  • Wirkspektrum: bakterizide und antivirale Wirkung gegen Herpes, beruhigender Wirkung auf den Hypothalamus; gegen Migräne, Bauchschmerzen. Blähungen und Schilddrüsenkrankheiten, entkrampfend.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Weizen

Der Weizen ist einjähriges meist unbegrantes Gras. Die Ährenspindel sind mit Ährchen besetzt, die 3 bis 6 Blüten umfassen. Selbstbestäubung tritt noch vor der Öffnung der Blüte ein. Das Korn ist eine Karyopse.

    • Systematik: Familie: Gramineen, Art: Tritikum aestivum L.
    • Herkunft: Wildformen stammen aus eurasischen Gebieten
    • Klima: gemäßigte Zonen; Winterweizen ist bis -22° C winterhart. Winterweizenformen haben ein Kältebedürfnis um in die generativePhase einzutreten. Ertragreiche Sorten benötigen Niederschläge von 400 bis 900 mm
    • Anbausystem: Weizen reagiert sehr empfindlich auf eine ungeeignete Stellung in
      der Fruchtfolge. Gute Vorfrüchte sind
      Raps, Rüben, Feldfutter, Leguminosen und Mais
  • Aussaat: gewöhnlich wird Weizen mit einem Reihenabstand von 18 cm und einem Kornabstand von 2 cm gedrillt
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne Kornertrag und Hektar: Stickstoff: 30 kg; Phosphat: 12 kg; Kalium: 22 kg; Kalzium: 6 kg; Magnesium: 4 kg
  • Pflanzenschutz: Rostkrankheiten (Schwarzrost, Braunrost, Gelbrost) verursachen weltweit die größten Ertragseinbußen. Der Anbau verschiedener Sorten in einem Gebiet ist die wichtigste Gegenmaßnahme. Von Bedeutung sind auch Blattflecken- und Fußkrankheiten, die durch Fruchtwechsel, Saatbeize, Saatzeit, Sortenwahl bekämpft werden können.
  • Ernte: Das totreife Getreide wird weltweit mit Mähdreschern (Arbeitsbreite von bis zu 5,6 Meter) geerntet.
  • Ertrag: Winterweizen 5 bis 9 Tonnen/Hektar, Sommerweizen 4,5 bis 8 Tonnen/Hektar.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Soja

Die Sojapflanze ist eine einjährige, krautige Pflanze, die 0,3 bis 2 Meter Höhe erreicht. Sie besitzt eine Pfahlwurzel mit einer Länge von bis zu zwei Metern. Alle Teile sind stark behaart und die Wurzeln mit Knöllchen-Bakterien besetzt. Ihre Früchte sind Hülsen mit zwei bis fünf Samen.

  • Systematik: Familie: Leguminosae (Schmetterlingsblütler), Art: Glycine max (L.) Merr.
  • Herkunft: Nordostchina
  • Klima: warm-gemäßigt und immerfeuchte Subtropen; optimale Temperatur etwa 25°C; Niederschlag mindestens 500 bis 700 mm
  • Anbausystem: Reinkultur; in wärmeren Regionen alternierende Reihenkultur (
    Mais, Hirse), Zwischenkultur von Dauerkulturen (z.B. Kaffee) Bewässerung in semiariden Gebieten
  • Aussaat: Ende April, Anfang Mai (in der EU); Bestandsdichte 30 Pflanzen pro m2; Impfung des Saatgutes mit spezifischen Knöllchenbakterien
  • Düngung: Phosphat: 20 bis 30 kg/Hektar; Kalium: 60 bis 80 kg/Hektar; Stickstoffversorgung durch symbiotische Knöllchen-Bakterien
  • Pflanzenschutz: Insektizideinsatz gegen Sojabohnenkäfer und Hülsenwickler in 0st und Südostasien; Pheromonfalleneinsatz; langsame Jugendentwicklung erfordert Unkrautfreiheit
  • Ernte: ab Ende August, Anfang September (in der EU); maschinell, traditionell mit Sicheln u. Messern; Vegetationszeit 4 bis 5 Monate
  • Ertrag: Weltdurchschnitt 2,1 Tonnen Sojabohnen/Hektar; bis 4 Tonnen/Hektar in USA um eine Tonne/Hektar in den Tropen
  • Besonderheiten: Öl- und Eiweißpflanze, Samen enthalten bis 25 Prozent Sojaöl, Fettsäurezusammensetzung: 48 bis 52 Prozent Linolsäure, 23 bis 32 Prozent Ölsäure,
    hoher Tocopherolgehalt; Anteil an hochwertigem Eiweiß 38 bis 40 Prozent, enthält 39 Prozent an essentiellen Aminosäuren.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Rharbarber

Rharbarber ist eine ausdauernde Staude mit kräftigen Wurzelstöcken. Seit etwa 300 Jahren Anbau als Gemüsepflanze üblich, Stiele und Blätter enthalten Fruchtsäuren, die Wurzeln Gerb- und Farbstoffe.

  • Systematik: Familie: Polygonaceae (Knöterichgewächse), Art: Rheum spec.
  • Herkunft: Mongolei, Nordchina, Ostsibirien
  • Klimaansprüche: gemäßigt anspruchslos, wichtig ist eine ausreichend hohe Wasserversorgung, wächst auch im Halbschatten, saure bis mäßig saure Böden werden toleriert, tiefgelockerter Boden und hoher Grundwasserstand von ein bis zwei Meter sind günstig.
  • Anbausystem: für Gemüsegewinnung als Dauerkultur üblich, Nutzungsdauer bei Anbau zur Wurzelgewinnung mindestens drei, besser vier Jahre Standzeit zur Ertragsbildung notwendig, soll nicht nach sich selbst und nicht nach Luzerne angebaut werden
  • Aussaat/Pflanzung: Vermehrung erfolgt vegetativ durch Auspflanzung von Rhizomstücken, Pflanzenabstände 1,5 x 1,5 Meter, Mikrovermehrung ist möglich
  • Düngung: 100 kg Stickstoff, 200 kg Kalium und 100 kg Phosphat je Hektar/Jahr, aufgrund großer Biomasseentwicklung ist der Nährstoffbedarf hoch
  • Pflanzenschutz: systematischer Pflanzenschutz ist nicht notwendig, Schädlinge und Krankheiten treten meist nur gelegentlich auf, Unkrautentwicklung wird ab dem zweiten Standjahr durch Abschattung des Bodens unterdrückt
  • Ernte: bisher nur Ernte der Stiele für Saft- und Mischobstprodukte sowie Wurzeln von Medizinalrhabarber üblich, Ernte wenig mechanisiert, keine großflächige Wurzelernte
  • Ertrag: unter mitteleuropäischen Bedingungen nach drei bis vier Jahren Wurzelerträge von ca. 50 Tonnen/Hektar/Jahr, Stielertrag ca. 50 bis 70 Tonnen/Hektar/Jahr; Herstellung von Gerbmitteln für Lederverarbeitung.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Pilze

P. sind keine Pflanzen. Es sind Organismen, die ebenso wie die Pflanzen (Plantae) und Tiere (Animalia)zu einem eigenständigen Organismenreich zusammengefasst werden.

Folgende drei "Gemeinsamkeiten" sind vorhanden und werden fälschlicherweise oft als Argumente für eine Verwandtschaft zwischen Pflanzen und Pilzen herangezogen:

  • Zellen von Pflanzen und P. sind von einer Zellwand umgeben, tierische Zellen sind zellwandlos. Jedoch gibt es auch Zellwände bei Prokaryoten (Bakterien, Blaualgen), andererseits sind die Wände der drei genannten Organismengruppen (Reiche) molekular unterschiedlich (sie enthalten unterschiedliche Molekülklassen), und ihr Biosynthesemodus und die Art des Zellwachstums sind verschieden.
  • Bei Pflanzen und Pilzen kommt ein Generationswechsel vor, der der P. ähnelt dem mancher Rotalgen. Generationswechsel findet auch im Tierreich (z.B. bei Coelentheraten) statt. Außerdem ist bekannt, dass sich der "Generationswechsel" selbst im Pflanzenreich im Verlauf der Evolution mehrfach und unabhängig voneinander entwickelt hat.
  • Deutlicher sind die Unterschiede zwischen den beiden Reichen: Die unterschiedliche Ernährungsweise: Pflanzen können Lichtenergie nutzen und sind autotroph, d.h., ihre Existenz und ihr Wachstum sind (in der Regel) von den Aktivitäten anderer Lebewesen unabhängig.
    P. sind stets heterotroph; sie auf organisches Material angewiesen. Verwerter von totem organischem Material nennt man Saprophyten, jene, die lebende Zellen angreifen, Parasiten.

P. bestehen oft aus verzweigten Fäden (Hyphen), die zu einem Geflecht, dem Myzel, miteinander verwoben sind. Neben der geschlechtlichen kommt bei vielen P. auch eine ungeschlechtliche Form der Vermehrung vor. Bei ungünstigen Umweltbedingungen können sich einzelne Zellen, Zellgruppen oder auch das gesamte Myzel in Dauerformen umwandeln, die erst durch günstige Standortverhältnisse wieder zu neuem Wachstum angeregt werden.

Einige P. leben zusammen mit Algen in Symbiose. Diese Lebensgemeinschaften werden als Flechten bezeichnet. Mittel gegen Pilzbefall bezeichnet man als Fungizide (Pflanzenschutzmittel, Holzschutzmittel).

Als Schimmelpilze werden P. aus verschiedenen taxonomischen Gruppen zusammengefasst, die sehr schnell auf Lebensmitteln oder anderen organischen Substraten (Staub, Tapeten u.a.) ein watteartiges Myzel, den Schimmel, bilden.

Die meisten Schimmelpilze sind Nahrungsmittelverderber, einige wenige Arten (Aspergillus flavus) scheiden hochgiftige Mykotoxine aus. Schimmelpilze vermehren sich ungeschlechtlich durch Sporenbildung. Bei massivem Schimmelbefall von Nahrungsmitteln und in Gebäuden kann es zu beträchtlichen Sporenkonzentrationen in der Luft kommen. Bei sensibilisierten Personen kann das zu ernsten allergischen Reaktionen führen (Schimmelpilze in Gebäuden, Allergie).

Quelle: Thorsten Kraska: Plant Pathology Internet Guide Book; Institute for Plant Diseases, University of Bonn, Germany

Autor: KATALYSE Institut

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine mehrjährige Pflanze mit aufrechtem, ästigem 50 bis 80 cm hohem Stengel, behaarten gestielten lanzettlichen Blättern und blasslila gefärbten Scheinährenblüten.

  • Systematik: Familie: Laminaceae (Lippenblütler); Art: Mentha piperita
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: ein- bis dreijähriger Anbau
  • Aussaat: Stolonen oder Kopfstecklinge; Stolonen: 80 bis 100 m2 bis Mitte Oktober oder im Frühjahr; Stecklinge: 50 bis 60 m2 ab März
  • Düngung: Nährstoffenzug bei 40 Tonnen Frischemasse/ Hektar: Stickstoff: 177 kg/ Hektar, Phosphat: 54 kg/ Hektar, Kalium: 270 kg/ Hektar, Kalzium: 85 kg/ Hektar, Magnesium: 29 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Pfefferminzrost, Verticillium-Welke, Rhizom- und Stengelfäule, Echter Mehltau, Blattflecken; Schädlinge: Minzenblattkäfer, Erdfloh, Schwarzpunktzikaden; Sonstige: Nematoden
  • Ernte: Juli bis September, spätestens zur Knospe; zwei bis drei maschinelle Schnitte/Jahr
  • Ertrag: Kraut: 30 bis 50 Tonnen/ Hektar, Krautdroge: 17 bis 30 Tonnen/ Hektar;
    Blattdroge: 2,5 bis  5,0 Tonnen/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerb- und Bitterstoffe sowie Blattanteil.
  • Wirkspektrum:
    Innerliche Anwendungen
    : Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Gallenbeschwerden, Reizdarmsyndrom
    Äußerliche Anwendungen:
    Spannungskopfschmerz, Mundschleimhautentzündung, Erkältungskrankheiten, Schnupfen und Muskel- und Nervenschmerzen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Resistenz

R. ist die Fähigkeit eines Organismus den Angriff eines potenziellen Erregers bis zu einem bestimmten Grade abzuwehren oder der Wirkung eines schädlichen Agens (z.B. eines Pflanzenschutzmittels) zu widerstehen.

Resistenzen werden nach Antibiotika-R., Pathogen.-R und Virus-R. usw. unterschieden.

Organismen können durch Mutation und Selektion resistent werden. Bakterielle Krankheitserreger können eine Antibiotikum-Resistenz entwickelt und die Behandlung von Infektionskrankheiten erschweren.

Einige Unkräuter sind inzwischen gegen Herbizide, Insekten gegen Insektizide oder Pilze gegen Fungizide resistent.

Zum Schutz gegen Infektionen, die bei Kulturpflanzen große Ernteschäden anrichten können, werden sogenannte Resistenzzüchtungen an den pflanzen vorgenommen. Die Faktoren, die für eine bestimmte R. zuständig sind werden gezielt in den Pflanzen gezüchtet. Klassischerweise werden Wildpopulationen oder primitive Sorten, die noch Resistenzgene aufweisen für diese Züchtung eingesetzt. Nachteile können geringere Ernteerträge und toxische Inhaltsstoffe sein, die erst durch aufwendige Rückkreuzungen beseitigt werden müssen.

Bei der "In-vivo-Selektion" werden Zellkulturen aus den einzelnen Kulturpflanzen hergestellt, die Stressfaktoren ausgesetzt werden. Die überlebenden Zellen bilden gegen den Stressfaktor eine R. aus, die nach Regeneration der Zellen wieder ganze Pflanzen mit den entsprechenden R. bilden.

Mit Hilfe der gentechnischer Methoden kann der langwierige Züchtungsprozess zur Herstellung von R. in Kulturpflanzen enorm abgekürzt werden. Genmanipulierte Pflanzen sind jedoch aufgrund ihrer unwägbaren Risiken und einer nicht mehr möglichen Rückholbarkeit nach der Freisetzung in die Umwelt abzulehnen.

Die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegen Krankheitserreger bezeichnet man als Immunität und umfasst die Anpassung des Immunsystems an die Krankheitserreger.

Autor: KATALYSE Institut

Nachhaltiger Fischfang

Der Nachhaltige Fischfang ist ein Gegenentwurf zur weitverbreiteten konventionellen Fischereiindustrie, die weltweit zur Überfischung führt. Nachhaltige Fischerei bedeutet, dass in einem Umfang gefischt wird, der das Nachwachsen der Bestände nicht gefährdet.

Bei einem nachhaltigen Fischfang wird darauf geachtet, dass die Bestände nicht überfischt werden, sondern dass ihre volle Reproduktionsfähigkeit erhalten wird. Dabei wird die fischereiliche Sterblichkeit (Entnahme aus dem Bestand durch die Fischerei) berücksichtigt. Zusätzlich sollen nicht nur überfischte Fischarten durch ein Fangverbot vor dem Aussterben gerettet, sondern auch dezimierte vorsorglich durch niedrigere Fangquoten geschützt werden.

Überfischung:
Derzeit sind 80 % der Mittelmeerbestände und 47 % der Bestände im Atlantik überfischt (vgl. Europäische Kommission 2012b). Dies liegt u.a. daran, dass die gesetzlichen Fangquoten über den von den Wissenschaftlern empfohlenen Quoten liegen. Durchschnittlich sind die Fangqouten 40 Prozent höher als die durchschnittlichen wissenschaftlichen Empfehlungen (vgl. Carlson 2013). Infolge von Nachhaltigkeitsmaßnahmen konnten sich in den letzten Jahren einige Fischbestände wieder erholen. Trotzdem ist der Zustand des Ökosystems Meer äußerst kritisch.
Die Überfischung bereitet auch der Fischereiindustrie Sorgen: rückläufige Fangmengen durch die Überfischung und damit verbunden abnehmende Profite schaden Fischern und der Fischereiindustrie.

Die Überfischung konnte vor allem durch die Technologisierung der Fischerei eintreten. So wird seit der Industrialisierung der Fischerei immer mehr Fisch durch die steigende Fangeffizienz aus dem Meer geholt. Die Technologisierung führt zu immer größeren Fangschiffen mit effizienteren Fangmethoden, zu einer genaueren Ortung und Erschließung von Fischgründen (durch z.B. 3D-Sonargeräte), zu höheren Fangraten und zu einer potentiell längeren Lagerung des Fisches.
Die Zerstörung des Ökosystems Meer wird zudem auch durch die Verwendung von Grundschleppnetzen vorangetrieben, die den Meeresboden aufwühlen und zerstören und Vegetation und Tiere vernichten (vgl. Rydl et al. 2013). .

Ein großes Problem der Fischerei ist der Beifang (europaweit ca. 460.000 von insgesamt 1,9 Mil. Tonnen gefangenen Fisch pro Jahr). Zu kleine oder deformierte Individuen und Fischarten, für die die Quoten ausgeschöpft sind oder für die es gar keine Quoten gibt, sowie unerwünschter Fisch für die z.B. der betroffene Fischer keine Quote hat, werden als Beifang wieder zurück ins Meer geworfen. Dies liegt einerseits an dem Verbot diese Fische anzulanden, andererseits auch an dem Interesse der Fischer, möglichst gewinnbringenden Fisch zu verkaufen. Der über Bord geworfene Fisch wird nicht erfasst und gilt somit als nicht abgefischt. Durch den Beifang sinkt also die Bestandsproduktivität vieler Fischarten noch weiter. Eine Kontrolle der fischereilichen Sterblichkeit durch den Rückwurf gestaltet sich schwierig. Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Beifang in den meisten Ländern nicht auf die Fangquote der Fischer angerechnet (Ausnahme ist z.B. Norwegen) wird.
Zudem verfangen sich auch andere Meerestiere, wie Wale, Delfine, Meeresschildkröten, Vögel, Robben, Rochen und Haie in den Netzen.

EU:
Die Europäische Union, bekannt für eine eher umweltschädliche Fischereipolitik, versucht angesichts der überfischten europäischen sowie globalen Fischbestände, hohen Beifangraten, rückläufigen Fangmengen, hohen Subventionen, Fischimporten und ihrer eigenen Flottenüberkapazität eine nachhaltige Fischereipolitik zu etablieren.

Deswegen plant die Europäische Kommission eine Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Durch diese Reform soll bei Entscheidungen des Fischereirats, der in der Vergangenheit vor allem kurzfristige politische und ökonomische Interessen im Blick hatte (vgl. Callum 2013:444), stärker das EU-Parlament und EU-Kommission eingebunden werden. Die neue Gemeinsame Fischereipolitik wird ab 2014 in Kraft treten (vgl. Europäisches Parlament 2013).

Einige Maßnahmen und Ziele sind folgende:

  • Lösung Beifang-/Rückwurfproblem: Ein Rückwurfverbot für alle fischereilich genutzten und regulierten Fischarten soll durchgesetzt werden, so dass die Fischer den Beifang mit an Land bringen müssen. Dadurch kann die Entnahme der einzelnen Fischarten besser registriert werden. Außerdem schafft dies Anreize Beifang zu vermeiden, da die Fischer Lagerplatz und Lagerplatzkosten durch eine geringere Beifangmenge reduzieren können. Es besteht die Hoffnung, dass ähnlich wie in Norwegen, die Fischer sich dann an technischen Innovationen, durch deren Einsatz man Beifang vermeiden kann, beteiligen und diese auf ihren Fischereiboten etablieren. Durch Fangnetze mit größeren Maschen oder durch Fluchtfenster in den Netzen können z.B. kleinere Individuen, die häufig als Beifang enden, flüchten. Zusätzlich hofft man, dass die Fischer den Bestand von kleineren Individuen und Jungtieren schonen, in dem sie z.B. in Gebieten mit hohem Jungfischaufkommen nicht fischen. Trotzdem muss das Rückfangverbot stark kontrolliert (Kameras, Fischereiaufseher) und geahndet werden. .
  • Nachhaltiges Bestandsmanagment: Ab 2015 dürfen keine Fanggqouten mehr beschlossen werden, die nicht nachhaltig sind. Deswegen soll auf Grundlage des „höchstmöglichen Dauerertrags“ (Maximum sustainable yield = MSY) gefischt werden, so dass nur die optimale Fangmenge (ohne Gefährdung der Fortpflanzungsfähigkeit) dem Meer entnommen wird und die Fischbestände auf dem höchstmöglichem langfristigen Ertragsniveau gehalten werden (vgl. Europäische Kommission 2013: 8). Dazu soll schrittweise die fischereiliche Sterblichkeit verringert werden, bis der höchstmögliche Dauerertrag (MSY) erreicht wird. So könnten sich stark dezimierte Arten erholen und die Entwicklung von größeren Individuen gefördert werden. Die Idee dahinter ist, dass nicht nur die Fischbestände und Arten, die als Beifänge ins Netz geraten, geschont werden, sondern auch durch eine größere Fangstabilität eine produktivere und zukunftssichere Fischereiwirtschaft bei den (stark) befischten Arten betrieben werden soll. Zudem wird die wissenschaftliche Datenlage (z.B. Analyse der langfristigen Entwicklungen in den Fangmengen und Fischbeständen) verbessert und in Zukunft in der Fischereipolitik eine größere Rolle spielen. Zum Schutz des Ökosystems Meer sollen die Nutzung umweltschädigender Fangtechniken, z.B. Grundschleppnetze, einschränkt werden. Auf dem Weg zur nachhaltigen Fischerei sollen folgende Instrumente helfen: Langfristige Managementpläne (z.B. zur Überwachung der fischereilichen Sterblichkeit), Einbinden der Mitgliedsstaaten, Berücksichtigung regionaler Begebenheiten und damit auch die Integration regionaler Beratung unter Berücksichtigung von Region spezifischen Traditionen und Know-How, die Unterstützung der handwerklichen Fischerei, die Bekämpfung der illegalen Fischerei sowie die Eingliederung in die Meeresumweltpolitik (vgl. Europäische Kommission 2012a). Auch die Einrichtung und Erweiterung von Meeresschutzgebieten, die besonders beim Erhalt der Bestände, der Arten und der Biodiversität hilft, soll vorangetrieben werden. 
  • Abbau der Flottenüberkapazität: Als Hauptgrund für die Überfischung gilt auch die große Fischereiflotte. Die EU versucht schon länger die Flottenkapazität zu verringern. Doch ohne nennenswerten Erfolg. Ein Grund für das Scheitern ist, dass die Fangeffizienz der Fangschiffe nicht wirklich bei den bisherigen Maßnahmen mit einbezogen wurde. Daher wird bei der GFP-Reform die Einführung der handelbaren Fangquoten/Fanganteile (ITQ = Individual Transferable Quote) vorgeschlagen. Diese werden von den Mitgliedstaaten, die eine Flottenübergrenze von der EU zugewiesen bekommen, an Fischer/Fischereiindustrie verteilt und können auch nur innerhalb des Mitgliedstaats verpachtet oder getauscht werden. Dadurch soll es für Fischer lukrativ werden, ihre Fanganteile zu verkaufen/zu verpachten. Dies wird wahrscheinlich aber im Ministerrat nicht durchsetzbar sein (vgl. Döring 2012). Bisher und wahrscheinlich auch weiterhin erfolgte bzw. erfolgt die Regulierung der Fischerei per Fangtage auf See. Diese Regulierung ist aber ineffizient, da die Fischer sowieso z.B. in bestimmten Jahreszeiten nicht fischen können oder trotz der begrenzten Fangtage zu viel Fisch aus dem Meer herausholen. Einen großen Beitrag zur Flottenüberkapazität hat die Subventionierung dazu gesteuert (De-Minimis Beitrag von 30.000 Euro ohne daran geknüpfte Bedingung, Befreiung von Kraftstoffsteuern, Unterstützung der Schiffsverschrottung bei einer gleichzeitigen Schiffsmodernisierung). Als Lösung könnte man Subventionen (finanziert aus dem EMFF, European Maritime and Fisheries Fund) von Nachhaltigkeitszielen abhängig machen (Selektivere Fanggeräte, wissenschaftliche Datenerhebung).

Die EU ist zudem in der Fernfischerei tätig. Weltweit fischt die EU-Fischereiflotte, indem Fangqouten in nicht-europäischen Fanggebieten gekauft werden, um die europäischen Flottenkapazität auszulasten. Zukünftig will die Europäische Kommission diese Fernfischerei einschränken. Auch sollen die Schiffe der EU-Flotte in anderen nicht-europäischen Fanggebieten den Richtlinien und Prinzipien der GFP folgen

Die nachhaltige Fischerei soll durch Datenerhebung (Wechselbeziehungen im Ökosystem, Reproduktionsbedingungen der Arten, Auswirkungen der Fischerei), wissenschaftlichen Gutachten, Kontrollen und entsprechenden Korrekturen des Fischereimanagements sichergestellt werden.

Kritik:

  • Für eine nachhaltige Fischerei sind klarere Bewirtschaftungsgrenzen der Fischbestände (Einhaltung der wissenschaftlichen Empfehlungen, einheitliche Regelung der nachhaltigen Bewirtschaftung, in der der Vorsorgeansatz berücksichtigt wird) erforderlich. Insbesondere durch die Ignoranz gegenüber den wissenschaftlichen Empfehlungen in der Vergangenheit (vgl. Salomon et al. 2012:42).
  • Es wird immer nur vom Erhalt des Fischbestands gesprochen. Ein
    Fischbestand ist aber nur gesund, wenn er eine natürliche Zusammensetzung ('gesunde' Größen- und Altersstruktur) besitzt. Dies berücksichtigt die GFP-Reform nicht, da eine solche Datenerhebung sich schwierig gestaltet und eine Fischereipolitik, die auf die Gesundheit der Bestände achtet, kaum umsetzbar ist.
  • Es wird z.T. kritisiert, dass die Maßnahme MYS als Zielwert zur Bestandserhaltung genommen wird, da durch die Wechselbeziehungen zwischen den Arten (Räuber-Beute-Beziehungen, Nahrungskonkurrenz), die Bestände nicht unbedingt das MSY-Niveau erreichen oder auf diesem Niveau bleiben können. Deswegen wird – auch von der EU-Kommission- vorgeschlagen, dass man die fischereiliche Sterblichkeit (dieser Wert wird nur durch die Fischerei beeinflusst), mit der MSY erreicht werden kann, als Zielwert nimmt.
  • Die Fangquoten müssen insgesamt niedriger sein, um den Vorsorgeprinzip gerecht zu werden (Sicherheitsabstand zur MYS).
  • Bereits überfischet Bestände erholen sich nicht, wenn sie nicht zuerst auf einen gesunden Bestand anwachsen können, so dass man ihr Fortbestehen gewährleisten kann. Dafür müssten die Fangmengen erst mal bis zu einem festgelegten Zeitpunkt abgesenkt werden, bis sich die Bestände erholt haben (vgl. WWF 2013).
  • Das Rückwurfverbot soll gestaffelt nach Fischart eingeführt werden. Der Grund für diese Regelung liegt an dem unterschiedlich hohen Aufwand für die technischen Veränderungen, die durchgeführt werden müssen. Allerdings wird es schwer, zu kontrollieren, welche Fischart als Beifang zurück ins Meer geworfen wird. Eine Staffelung nach Fischereien wäre hier einfacher zu kontrollieren.
  • Forderungen eines Rückwurfverbotes für alle Fischarten.
  • Beim Rückwurfverbot gibt es einige Außnahmen, so z.B. erlaubt eine Ausnahmeregelung  bis zu 5% der jährlichen Fangmenge der fangbeschränkten Arten genauso wie alle Arten ohne Fangbeschränkung über Bord zu werden. Diese Ausnahmen erschweren die Kontrolle des Rückwurfverbots.
  • Man schafft für die Fischer falsche Anreize, wenn man ihnen z.B. mehr Fangtage zuspricht, wenn sie Netze mit kleinere Maschen verwenden. Diese Anreize müssen abgeschafft werden.
  • Die von der EU vorgeschlagenen Flottenobergrenzen der Mitgliedstaaten entsprechen dem heutigen Stand und ziehen somit keine Verringerung der Flotte nach sich. Insgesamt wird der Erfolg der handelbaren Fangquoten angezweifelt. (vgl. Salomon et al. 2012:41)
  • Es wird gefordert, dass während und nach der Reform eine öffentliche Debatte in der Gesellschaft angestoßen werden soll.

Insgesamt aber sehen Experten und Umweltschutzverbände die Pläne der EU zur nachhaltigen Fischereipolitik positiv, mahnen allerdings auch, dass die Pläne konsequent umgesetzt werden müssen, um ein Erfolg für das Ökosystem Meer herbeizuführen.

@Umweltlexikon?! Fischerei, Fisch und Fischereiprodukte,
Fischbestand, Thunfisch, Fischsterben,

Lit.:

  • Carlson, Björn, BalticSea2020 (2013): EU-Fischereipolitik: Diese Reform kann Fische und Fischer retten. [Stand: 28.03.2013].
  • Europäische Kommission, Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei (2013): Fischeries and Aquaculture in Europe. 2013, Nr. 60.
  • Europäische Kommission, Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei (2012a): Häufig gestellte Fragen. [Stand: 28.03.2013]. 
  • Europäische Kommission, Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei (2012b): Hintergrund.[Stand: 28.03.2013]. 
  • Europäische Parlament (2013): Reform der EU-Fischereipolitik: Parlament fordert Ende der Überfischung. [Stand: 05.06.2013]. 
  • Döring, Ralf (2012): Die Reformformschläge zur EU-Fischereipolitik sind besser als ihr Ruf. In: GAiA, 2012, Nr. 3, S.173-176. 
  • Roberts, Callum (2013): Der Mensch und das Meer. München: Deutsche Verlags-Anstalt.
  • Rydl, Vladimir / Reichert, Inka - Planet Wissen (2013): Überfischung der Meere. [Stand: 28.03.2013].
  • Salomon, Markus / Budde, Johanna (2012): Eine nachhaltige Fischereipolitik für Europas Ruf. In: GAiA, 2012, Nr. 1, S.38-42. 
  • WWF (2013): Grobmaschige Fischereireform. [Stand: 04.06.2013].

Autor: KATALYSE Institut

Novel Food

engl. Bezeichnung für Neuartige Lebensmittel

Siehe auch: Gentechnologie.

 

Autor: KATALYSE Institut

Mundraub

Mundraub ist eine Internetplattform für Obstallmende.

Auf dieser werden öffentliche Fundstellen für Obst- und Fruchtgewächse angegeben. Damit verfolgt Mundraub das Ziel, auf vergessene Früchte der Kulturlandschaft hinzuweisen und diese so als Teil der Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu schützen.
Die Fundstellen können von allen Internetnutzern auf der MundraubMap eingetragen und abgerufen werden. Auf dieser Karte kann man Fundstellen von Obstbäumen, Nüssen, Beeren und Kräutern finden.
Seit 2010 ist mundraub.org online und es wurden bis heute weltweit über 5.000 Fundstellen - die meisten Fundstellen befinden sich in Deutschland - eingetragen. Seit 2011 gibt es ein Mundräuberhandbuch, in welchem auf allgemeine Regeln zur Nutzung und Pflege von Obstbäumen eingegangen wird.
Die "Mundräuberregeln" sollen einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit der Natur und den kulturellen und privatrechtlichen Gegebenheiten der Region sicherstellen.

Kontakt:
Terra Concordia gUG Deutschland
Bouchéstr. 79b
12435 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 - 54 82 11 01
Fax: +49 (0) 30 - 89 64 82 77
E-Mail: info@mundraub.org
www.mundraub.org

Autor: KATALYSE Institut

Monokultur

Eine Bodenbewirtschaftung, bei der eine Pflanzenart vorherrscht und mit maximaler Ausnutzung standörtlicher und marktpolitischer Vorteile, bei hoher Maschinisierung, meistens ohne Fruchtfolge, großflächig angebaut wird.

M. werden beispielsweise überwiegend im Kaffee-, Tee- und Reisanbau vorgenommen. Es gibt keine Fruchtfolge und führt daher häufig zu einem starken Schädlingsbefall der Pflanzen und dem zu Ertragseinbußen.
Die fehlende Fruchtfolge führt meist zu einer Verschlechterung der Böden. Nur selbstverträgliche Pflanzen wie Roggen können an geeigneten Standorten über Jahre ohne Ertragsverluste und Verlust an Bodenqualität angebaut werden. Ökologisch ist der M.-Anbau schädlich, da er grundsätzlich zu einem starken Artenrückgang auf der Anbaufläche führt und in der Regel eines höheren Einsatzes von Düngern und Pflanzenschutzmitteln bedarf.

Autor: KATALYSE Institut

Majoran

Majoran ist eine strauchförmige Pflanze mit 20 bis 50 cm hohen, vierkantigen, verästelten Stengeln mit verkehrt eiförmigen, angerundeten, behaarten Blättern.

 

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Majorana hortensis
  • Herkunft: Südwestasien, östliches Nordafrika
  • Klimaansprüche: Mittelmeer- und gemäßigte Zone
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur: Saat im Februar, Pflanzung im Mai; 30 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug (kg/10 Tonnen Festmasse/Hektar): Stickstoff: 49 kg/ Hektar, Phosphat: 13 kg Hektar, Kalium: 54 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Keimlingskrankheiten, Rost, Septioria; Schädlinge: Majoranmotte, Springwanzen; Sonstige: Nematoden
  • Ernte: ein bis drei maschinelle Schnitte/Jahr vor der Blüte
  • Ertrag: Kraut: 10 Tonnen/ Hektar, Krautdroge: 2,5 bis 3,0 Tonnen/ Hektar; Blattanteil im Kraut etwa 60 Prozent
  • Qualitätsmerkmale: Blattanteil, Gehalt an ätherischem Öl und Gerb- und Bitterstoffen
  • Besonderheiten: Unkraut- und Herbizidempfindlichkeit, Frostresistent bis -7°C, hohes Wärmebedürfnis
  • Wirkspektrum: stärkt den Magen und wirkt schleim- und krampflösend

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Mais

Der Mais ist eine einhäusige, getrenntgeschlechtlich (monözisch) Pflanze, die bis zu 2,5 Meter hohe Stängel hat, die in einen männlichen Blütenstand enden. Die weiblichen Blütenstände entspringen der mittleren Stängelhälfte. Die Fremdbestäubung erfolgt durch den Wind.

 

  • Systematik: Familie: Gramineen, Art: Zea mays L.
  • Herkunft: Südbrasilien/Paraguay, ursprüngliche Wildform ist nicht bekannt
  • Klima: verträgt keinen Frost und benötigt zur Keimung >10°C, das Optimum liegt bei 25°C; Niederschlagsmenge: 500 bis 700 mm; Vegetationszeit je nach Sorte und Standort: 95 bis 160 Tage
  • Anbausystem: selbstverträgliche Kulturpflanze ohne spezifische Vorfruchtansprüche
  • Aussaat: Einzelkornsaat mit pneumatischen oder mechanischen Einzelkorn Sähmaschinen; optimale Bestandsdichte in Reinkultur: 40.000 bis 55.000 Pflanzen/Hektar.
  • Düngung: eine Tonne Körner entzieht dem Boden: 20 kg Stickstoff, 8 kg Phosphat: 2 kg
    Kalium, 5 kg Magnesium.
  • Pflanzenschutz: durch Beizen des Saatgutes werden Auflaufkrankheiten vermieden.
    Im Jugendstadium ist Mais sehr empfindlich gegen Unkraut. Insektenschädlinge sind der Stengelbohrer und Maiszünsler.
  • Ernte: der Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn der Trockensubstanzgehalt 60 bis 65 Prozent beträgt
  • Ertrag: 7 bis 9 Tonnen/Hektar, große Erträge werden durch den Anbau von Hybridsorten erzielt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Leinöl

Leinöl wird als kaltgepresstes Extrakt u.a. im Lebensmittelbereich verwendet und ist als heißgepresster Rohstoff und mit Leinölverkochungen ein wichtiger Grundstoff in der Farben- und Lackproduktion.

fossil = 0 %
mineralisch = 0 %
metallisch
nachwachsend = 100%


 VI. Literatur und Quellen

  • Das KATALYSE Umweltlexikon, 2. Auflage Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, seit dem Jahr 1997 gepflegt und ständig erweitert als Online-Umweltlexikon, KATALYSE Institut Köln 2006
  • Bahadir, M./Parlar,H./Spiteller, M.: Springer Umweltlexikon; Springer Verlag, Hamburg 2000
  • Baier, E.: Umweltlexikon; Ponte Press Verlags GmbH, Bochum 2002
  • Karcher, R. Jakubke, H.: Lexikon der Chemie; Studienausgabe, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998
  • Römpp, H./Falbe, J./Regitz, M .: Römpp Lexikon Chemie, 10. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 1996-1999
  • Ullmann 1987: Ullmann`s Encyclopedia of Industrial Chemistry, Fifth Completely Revised Edition, Vol. A 10, Weinheim

Autor: KATALYSE Institut

Kümmel

Kümmel ist eine zweijährige Pflanze von 30 bis 80 cm Höhe mit mehrfach fiederteiligen Blättern und weißen Blüten. Sie wächst auf mageren Wiesen und an Wegrändern. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Blattrosette, im zweiten Jahr treiben die Blütenstängel mit zwei- bis dreifach fein gefiederten Laubblättern.

 

  • Systematik: Familie: Apiaceae (Doldengewächse), Art: Carum carvi
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zweijähriger Anbau, Selbstunverträglichkeit: Anbaupause von drei Jahren
  • Aussaat: Vorkultur von Jungpflanzen oder Aussaat von Februar bis Juni; 70 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzüge bei 10 Tonnen/Hektar (Früchte, Kraut): Stickstoff: 85 kg/ Hektar, Phosphat: 39 kg/ Hektar, Kalium: 94 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Sclerotinia, Fusariosen, Schädlinge: Kümmelmotte, Gallmilbe, Läuse; Sonstige: Mäuse, Hasen, Rehe
  • Ernte: maschinell Ende Juni bis Mitte Juli
  • Qualitätsmerkmale: ätherisches und fettes Öl
  • Ertrag: ein bis zwei Tonnen/Hektar
  • Besonderheiten: gute Kalkversorgung notwendig, gute Vorfruchtwirkung für Getreide
  • Wirkspektrum: blähungsreduzierend, verdauungsfördernd, krampflösend.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Koriander

Koriander ist eine einjährige, etwa 60 cm hochwachsende Pflanze mit gefiederten, hellgrünen Blättern. Die Blüten sind kleinen weiß bis rötlich in Doppeldolden und die Früchte sind braun bis strohgelb und können 1,5 bis 5 Meter groß werden.

  • Systematik: Familie: Araliaceae (Efeugewächse), Art: Coriandrum sativum
  • Herkunft: Südeuropa
  • Klimaansprüche: subtropisch bis gemäßigt, keine Temperaturen <9°C
  • Anbausystem: einjähriger Anbau, Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Düngung: Stickstoff: 10 kg/ Hektar; Phosphat 20 kg/ Hektar, Kalium: 40 kg/ Hektar
  • Aussaat: Früchte und Vorkultur: Februar/März; Anfang April als Drillsaat; 4 bis 5 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusariumwelke, Rost; Schädlinge: Blattwanzen; Sonstige: Doldenbrand
  • Ernte: maschinell bei rotbraunen Früchten im Juli/August
  • Ertrag: Früchte: 1,2 bis 2,0 Tonnen/Hektar; Stroh/Spreu: 2,4 Tonnen/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Gerbstoffe und fettem Öl mit kurzkettigen Fettsäuren
  • Wirkspektrum: krampflösend, durchblutungsfördernd, Anregung der Magensaftsekretion.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Kokospalme

Die Kokospalme ist ein unverzweigter Baum von 25 bis 30 Meter Stammhöhe mit Blätterkrone, die aus 30 bis 40 großen Blättern mit je 4 bis 6 Meter langer Mittelrippe und 60 bis 90 cm langen lanzettlichen Fiederblättern gebildet wird.

 

  • Systematik: Familie: Palmae (Palmengewächse), Art: Cocos nucifera L.
  • Herkunft: Südasien, Polynesien
  • Klimaansprüche: kultivierbar bis zu 600 Meter bei 2000 mm Niederschlag/Jahr, Jahresdurchschnittstemperatur: 27 °C
  • Anbausystem: Plantage mit 50- bis 80jährigem Anbau
  • Düngung: pro Baum/Jahr: Stickstoff: 0,25 bis 0,5 kg; Kalium: 0,45 bis 0,7 kg, Phosphat: 0,25 kg
  • Aussaat: Pflanzung von Sämlingen, 160 Bäume/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Phytophthora palmivora, Pestalotia palmarum; Schädlinge: Schwarzer Käfer, Braune Kokosnuss-Blattmotte, Kokos-Schildlaus; Sonstige: Nematoden (Rhadinaphelenchus cocophilus Corb.)
  • Ernte: etwa 12 Monate nach der Blüte, manuell durch Abschlagen der Fruchtbündel
  • Ertrag: 50 bis 200 Nüsse ergeben 10 bis 40 kg Kopra (getrockneter Kokosnusskern) je Palme
  • Qualitätsmerkmale: Ölgehalt der Kopra (65 bis 72 Prozent); Fasergehalt der Kokosnussschale.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Kartoffel

Die Kartoffel bildet Stauden, deren Sprossen in einen oberirdischen, bis zu zwei Meter langen laubblatttragenden und einen unterirdischen niederblatttragenden Abschnitt gegliedert sind. Die Pflanze hat unterbrochen gefiederteoder violette Blüten und kirschgroße Früchte, die bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen können.

 

  • Systematik: Solanaceen, Art: Solanum tuberosum L.
  • Herkunft: Anden Südamerikas
  • Klima: kühl-gemäßigtes, frostfreies Klima mit mittlerer Luftfeuchte, das Anbaugebiet reicht vom Äquator bis etwa 72°Nord, aufgrund großer Sortendiversitäten. Sehr hohe Tagestemperaturen vermindern den Knollenansatz ebenso wie lange Sonnenscheindauer
  • Anbausystem: auf leichten, steinfreien Böden ist die Kartoffel die tragende Frucht innerhalb der Anbaufolge mit einem sehr hohen Vorfrucht wert,ihre eigenen Vorfruchtansprüche sind dagegen sehr gering. Ihr Anteil an der Fruchtfolge sollte, aufgrund des erhöhten Krankheitsdrucks nicht höher als 25 Prozent betragen.
  • Düngung: ein Knollenertrag von 30 Tonnen/Hektar entzieht dem Boden: 150 kg Stickstoff, 45 kg Phosphat, 180 kg Kalium, 15 kg Calcium und 130 kg Magnesium. Steigerung der Stickstoff-Düngung führt zu einer Verminderung des Stärkegehalts.
  • Aussaat: nach Abklingen der Nachtfröste im April/Mai in Reihe gelegt. Der Pflanzgutbedarf liegt bei 6 bis 8 Tonnen/Hektar.
  • Pflanzenchutz: Viruskrankheiten haben wirtschaftlich große Bedeutung; Schädlinge: Kartoffelmotte, Kartoffelkäfer und Nematoden
  • Ernte: erfolgt großtechnisch mit dem Kartoffelsammelroder.
  • Ertrag: in Europa schwanken die Erträge von 7,5 bis 40 Tonne/Hektar

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut