Umweltökonomie

Die U. widmet sich den Wechselwirkungen zwischen natürlicher Umwelt und ökonomischem System.

Entsprechend der Unterteilung der Wirtschaftswissenschaften nach ihren unterschiedlichen Erkennntnisobjekten in Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre unterscheidet man eine volks- und betriebswirtschaftliche Ausrichtung. Während die betriebliche U., neuerdings auch als Umweltmanagement bezeichnet, eine sehr junge Disziplin der Betriebswirtschaftslehre darstellt, ist die volkswirtschaftliche U. der ältere, theoretisch fundiertere Zweig.

Sie wird daher auch als klassische U. verstanden. Gemeinsam ist beiden Ausrichtungen, daß sie Umweltzerstörung als Charakteristikum der industriellen Produktionsweise betrachten, unabhängig von dem in Frage stehenden Wirtschaftssystem. Erkenntnisziel der volkswirtschaftlichen U. ist es, Möglichkeiten der gesellschaftlichen Wohlfahrtssteigerung, unter expliziter Berücksichtigung des öffentlichen Gutes "Natürliche Umwelt" aufzuzeigen.

Sie basiert vordergründig auf wohlfahrtstheoretischen, aber auch finanzwissenschaftlichen Überlegungen zur Theorie öffentlicher Güter und externer Effekte. Das hohe Abstraktionsniveau dieser Modelle verbietet ihre unmittelbare Umsetzung in der umweltpolitischen Realität, sie verdeutlichen aber, daß sich der häufig thematisierte Gegensatz zwischen Ökonomie und Ökologie bereits in mittel- bis langfristiger Perspektive auflöst.

Entscheidungshilfen für die Umweltpolitik liefern die Ermittlung der volkswirtschaftlichen Umweltkosten, die Gestaltung des umweltpolitischen Instrumentariums zur Umsetzung der umweltpolitischen Prinzipien (Verursacherprinzip, Kooperationsprinzip, Vorsorgeprinzip) und die Abschätzung der gesamtwirtschaftlichen Folgen der Umweltpolitik etwa im Hinblick auf das Beschäftigungsziel.

Lit.: L.Wicke,: Umweltökonomie, München 1991; L.Wicke et al.: Betriebliche Umweltökonomie, München 1992

Siehe auch: Umwelt, Ökosozialprodukt.

Autor: KATALYSE Institut

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