Koralleninseln

Viele Inseln der tropischen Meere verdanken ihre Entstehung unmittelbar dem Wachstum von Korallen und anderen Riff bildenden Organismen. Diese Koralleninseln unterscheiden sich grundlegend von anderen Inseltypen, die entweder vulkanischen Ursprungs sind oder Vorposten beziehungsweise Reste kontinentaler Landmassen.

Korallen ertragen wenn überhaupt nur kurzfristiges Trockenfallen bei Ebbe und können nicht über den Meeresspiegel hinauswachsen. In der Brandung, Strömung und den Gezeiten lagern sich feine Sedimente auf dem Riffdach ab und führen zur Bildung einer Sandbank. Tropische Wirbelstürme können ähnliches quasi über Nacht bewirken und dabei nicht nur feinen Sand, sondern auch Korallenbruchstücke und sogar tonnenschwere Korallenblöcke auf den Riffkranz werfen und einen Korallen-Cay bilden. Unter günstigen Umständen stabilisiert sich der lose Haufen und backt zu einer immer dichteren und festeren Landmasse zusammen.

Wie läuft die Besiedlung einer Koralleninsel ab?
In diesem Anfangsstadium ist die Sand- und Schutt-Ansammlung noch ein sehr unwirtlicher Lebensraum. Der Boden bietet wenig Nährstoffe und die Versorgung mit Süßwasser ist ein noch größeres Problem für die Besiedlung durch Landpflanzen. Zu den ersten Besiedlern von Koralleninseln gehören deswegen Meeresschildkröten und vor allem Vögel, die dort rasten und nisten, ihre Nahrung aber im Meer finden. Vögel bringen Pflanzensamen auf die Inseln, die entweder in ihrem Gefieder stecken oder mit dem Kot ausgeschieden werden. Andere Pflanzensamen werden durch die Luft angeweht oder wie die schwimmfähigen Samen vieler Mangrovenpflanzen am Strand angespült.

Die ersten Pflanzen, die eine Insel erfolgreich besiedeln, sind anspruchslose Pioniere, die gut mit Trockenperioden, Nährstoff- und Wasserarmut und salzhaltigem Brackwasser zurechtkommen. Ihre Überreste tragen erheblich zur Humusbildung bei und damit auch zu einer verbesserten Fähigkeit des Bodens, Süßwasser zu speichern. Bei ausreichender Größe der Insel kann Regenwasser imBoden auch eine Süßwasserlinse bilden, die quasi auf dem schwereren Salzwasser schwimmt und von den Pflanzenwurzeln erreicht werden kann.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM:

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
direkt bestellen: http://www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut

Stiftung Ökologie & Landbau

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

Sie fungiert dabei durch Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Informationen als "Informationsdrehscheibe". Im Bundesprogramm Ökolandbau werden von der SÖL mehrere Projekte betreut.

Aktuelle Aktivitäten der SÖL:/liste}

  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
  • Erfahrungsaustausch zwischen Studentengruppen
  • Forschung(Wissenschaftstagungen)
  • zwischen Institutionen
  • Forschung für die Praxis (Projekt Ökologische Bodenbewirtschaftung,Projekt Weierhof)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Projekttage, Öko-Markttage Bad Dürkheim)
  • Dokumentation (Bibliothek, Archiv)
  • Fördertätigkeit (Karl-Werner-Kieffer-Preis,Stiftungsprofessur Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur
    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

Autor: KATALYSE Institut

Überdüngung

Düngergaben über den physiologischen Bedarf der Kulturpflanze hinaus, besonders mit leichtlöslichen

Wichtigster Schutz vor einer Ü. im konventionellen Landbau ist die Düngerbedarfsermittlung sowie die Düngung zum richtigen Zeitpunkt. Wegen Ü. bestimmter Gebiete (z.B. Weinbaugebiete) liegt der Nitratgehalt von Trinkwasser dort z.T. über dem gesetzlichen Grenzwert von 50 mg/l.
Bei Ü. wird von Mikroorganismen N2O (Distickoxid, Lachgas) freigesetzt, das zum Treibhauseffekt beiträgt.

Autor: KATALYSE Institut

Rindenhumus

R. stellt als Bodenverbesserungs- und Düngemittel eine Alternative zur Verwendung von Torf dar.

Das Rohmaterial Rinde fällt reichlich an, seit die Forstwirtschaft aus Kostengründen ihre Bäume nicht mehr sofort nach dem Fällen am ursprünglichen Standort entrindet. Dies geschieht jetzt in vollautomatischen Anlagen direkt in den Sägewerken.
Die Rinde wird nach dem Schälen fein zerkleinert und mindestens sechs Monate lang kompostiert (Kompostierung). Dabei werden pflanzenschädliche Stoffe wie Gerbsäure, Harze und Wachse abgebaut. Der Kohlenstoffanteil von Rindenkompost ist größer als beim Torf, so daß etwa 20% mehr Dauerhumus entsteht. Nicht erwünscht sind die hohen Mangananteile, die bei empfindlichen Pflanzen Eisenmangel hervorrufen können. Dieser Mangel kann durch Zugabe von Eisenverbindungen ausgeglichen werden. Kritisch zu beurteilen ist der Gehalt an Pflanzenschutzmitteln im R. aus der Forstwirtschaft.
Für R. existiert ein RAL-Qualitätszeichen.

Autor: KATALYSE Institut

Mineraldünger

Als M. bezeichnet man stickstoffhaltige, phosphorsäure- oder kaliumhaltige Düngemittel, welche entweder mineralischen Ursprungs sind (Kalisalze, Chilesalpeter) oder synthetisch hergestellt werden (Kalkstickstoff).

Handelsüblich sind Einzeldünger und sog. Volldünger (NPK-Dünger). Der Einsatz der M. geht auf die Forschungen Liebigs zurück. Vielfach wird argumentiert, daß nur mit Mineraldünger eine gezielte, auf das Wachstum der Pflanze abgestimmte Ernährung möglich ist.
Der hohe Einsatz von M. in der modernen Landwirtschaft ist ein entscheidender Faktor für die Ertragssteigerung in der Landwirtschaft, hat durch Überdüngung aber auch zur Belastung von Grundwasser beigetragen. Stickstoffhaltige M. werden umgangssprachlich als Kunstdünger (Düngemittel) bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Herbizide

Pflanzenschutzmittel (Pestizide) zur Verkämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 15.000 Tonnen Herbizide (Jahr: 2001)in der Land- und Forstwirtschaft gegen Unkräuter eingesetzt.

Viele Herbizid-Wirkstoffe sind ubiquitär in den Medien verteilt. Dies gilt auch für längst verbotene Herbizide wie etwa Atrazin. Der Herbizideinsatz hat starke Auswirkungen auf das Ökosystem, da mit der Floraverarmung ein Rückgang von Nutzinsekten sowie verstärktes Auftreten von Schadinsekten verbunden ist. Durch Herbizideinsatz wird zumeist das Räuber/Beute-Verhältnis zugunsten der Schädlinge verändert.
Eine differnzierte Sichtweise ist insofern notwendig, als dass ein verringerter und gezielter Herbizideinsatz in Einzelfällen sogar den Verzicht auf Insektizide ermöglicht, was auch ökonomisch die beste Lösung ist.
Nach der Wirkung können Herbizide in ätzende, Zellatmung, Keimung oder Photosynthese hemmende und Wuchsstoffe unterteilt werden. In Deutschland werden H. hauptsächlich im Getreide-, Rüben-,
Mais- und Kartoffelbau eingesetzt. Hierbei werden fünf Gruppen von Wirkstoffen unterschieden:

  • Carbonsäurederivate
  • Harnstoffderivate
  • Aromatische Nitroverbindungen
  • Heterocyclische Verbindungen
  • Bipyridylium-Salze

Die meisten Herbizide sind für Menschen und Säugetiere wenig bzw. nur schwach toxisch.

Autor: KATALYSE Institut

Gründüngung

Pflanzen, die angebaut werden, um sie in grünem oder bereits abgestorbenem Zustand unterzupflügen, werden als Gründünger bezeichnet.

Sie stehen in einer Fruchtfolge meist zwischen zwei Getreidefrüchten und dienen der Erhöhung des Humusgehaltes, der Bodenlockerung, der Zufuhr von Stickstoff (bei luftstickstoffbindenden Schmetterlingsblütlern), der Bodenbeschattung und damit der Erhaltung der Bodenorganismen, Erhaltung der sonst ausgewaschenen Nährstoffe, dem Schutz vor Erosion und der Unterdrückung des Unkrautes.

siehe auch: Humus, Bodenorganismen, Erosion, Fruchtfolge

Autor: KATALYSE Institut

Gartenpflege, ökologische

Die Natur vermag sich auch im Garten weitgehend selbst zu helfen. Voraussetzung dafür ist ein sinnvolles Zusammenwirken von Boden, Pflanzen, Klima und Nutzung.

Eine vielfältige, ausgewogen zusammengesetzte Pflanzengemeinschaft und standortgerechte Auswahl bilden die besten Voraussetzungen, um einen Befall durch sog. "Schädlinge" gar nicht erst auftreten zu lassen.
Untersuchungen bei Haus- und Kleingärtnern haben gezeigt, daß in 80% der Gärten chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Weit über 100 Mio DM werden nach groben Schätzungen jährlich in Westdeutschland allein für Rasenchemikalien in privaten Gärten ausgegeben. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden in Haus- und Kleingärten pro Flächeneinheit mehr chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, als in der ertragsorientierten Landwirtschaft.
Auch in öffentlichen Grünanlagen werden, v.a. in kleineren Städten und Gemeinden, noch immer Pestizide eingesetzt. Ergebnis: Solche Flächen sind extrem naturfern und artenarm. Boden und Grundwasser werden belastet. Die Umweltkosten, die durch den Einsatz von Pestiziden verursacht werden, hat die Allgemeinheit zu bezahlen.

Autor: KATALYSE Institut

Düngung in der Forstwirtschaft

Düngung spielt in der Forstwirtschaft eine untergeordnete Rolle, da die Entnahme von Biomasse im Vergleich zur Landwirtschaft gering ist, vorausgesetzt, Rinde und Äste bleiben im Bestand, und nur die Stämme werden geerntet.

Unter diesen Umständen genügt die Nährstoffzufuhr durch Gesteinsverwitterung und der Eintrag aus der Luft, um den Entzug auszugleichen. D. ist deshalb nur auf äußerst armen Standorten, dort, wo früher die Streu genutzt und dem Boden viele Nährstoffe entzogen wurden, sowie zur Anregung des Humusabbaus nötig bzw. sinnvoll, oder um Kulturen einen besseren Start zu ermöglichen (Melioration). D. gegen das Waldsterben wird erprobt:

- um die vom Menschen verursachte beschleunigte Versauerung der Böden zu stoppen,
- um die Bodenlebewelt zu aktivieren, die Streuzersetzung zu beschleunigen und den Auflagehumus abzubauen,
- um die vermehrte Auswaschung von Kalzium und Magnesium zu stoppen,
- um Mineralstoffauswaschung aus Blättern und Nadeln auszugleichen.

Eine D. im Wald kann nur unter sorgfältiger Abwägung aller Umstände, besonders der chemischen Zusammensetzung des Bodenwassers sowie der Emissionen bei der Düngemittelproduktion ins Auge gefasst werden. D. kann die Widerstandskraft gegen Frost, Schneebruch und Schädlinge herabsetzen. Kalkung führt zu einem beschleunigten Abbau des Auflagehumus, so daß mehr Stickstoff freigesetzt werden kann, als die Bäume aufnehmen können.
Nicht nur Nährstoffauswaschung ist die Folge, auch das Grundwasser wird durch Nitrate gefährdet. Ist die Mykorrhiza oder das Feinwurzelsystem geschädigt, können die Bäume die zusätzlichen Nährstoffe und Spurenelemente meistens nicht aufnehmen.

siehe auch: Waldboden, Waldsterben, Nährstoffkreislauf, Humus

Autor: KATALYSE Institut

Düngemittel

D. sind Stoffe, die dem Boden zugeführt werden, um die Erträge der Kulturpflanzen zu steigern.

Man unterscheidet organische Dünger, welche hauptsächlich im landwirtschaftlichen Betrieb selbst erzeugt werden (sog. Wirtschaftsdünger), von Mineraldüngern (i.d.R. Handelsdünger). An einem natürlichen Pflanzenstandort herrscht ein Nährstoffkreislauf; die von der Pflanze dem Boden entzogenen Mineralien gelangen spätestens beim Absterben der Pflanze wieder in den Boden zurück. Wenn diesem System keine Stoffe dauerhaft entzogen werden, bleibt es stabil, und bedarf keiner Düngung.
Wird das System jedoch durch den Entzug von Erntegut durchbrochen, muss gedüngt werden. Hauptnährelemente für das Pflanzenwachstum sind: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel; Spurenelemente sind: Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Chlor, Natrium, Bor und Molybdän. Eine einseitige Düngung fördert das Pflanzenwachstum nur so lange, wie der Boden die nicht gedüngten Elemente zur Verfügung stellt.
Zudem übersteigt die Menge an aufgebrachten D. oft die Nährstoffaufnahme der Pflanzen, was zu einer Nährstoffanreicherung des Bodens führt. Handelsdünger (Mineraldünger) sind entweder Einzeldünger wie Nitrat (Blaukorn) oder Kornkali oder aber Volldünger (Mehrnährstoffdünger: NPK, Nitrophoska) mit oder ohne Zusätze von Spurenelementen. Die Anwendung von Handelsdüngern begann um 1830, in nennenswertem Ausmaß jedoch erst um 1880.
Die Anwendung synthetischer Stickstoffdünger setzte nach Ende des Ersten Weltkrieges ein, da weltweit große Kapazitäten zur Stickstoffsynthese für die Munitionsherstellung eingerichtet worden waren und die Landwirtschaft als neuer Absatzmarkt gefunden wurde. Gerade eine reichliche Anwendung von D., insbesondere von Stickstoffdüngern, führt durch Auswaschungen zu Belastungen des Bodens und des Grundwassers mit Nitrat und Phosphor, erhöhtem Nitratgehalt in den Nahrungspflanzen und zu erhöhter Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit der Kultur- und Nutzpflanzen. Zudem wird durch die Überdüngung die Existenz von Pflanzen und Tieren in angrenzenden nährstoffarmen Lebensräumen bedroht.
Nachteilig ist der sehr hohe Energieverbrauch bei der Stickstoffsynthese; so werden zur Herstellung einer Tonne Düngestickstoff nach dem Haber/Bosch-Verfahren etwa 1,2 t Rohöl verbraucht. Die nichtstickstoffhaltigen D. wie z.B. Kornkali sind relativ unproblematisch, allerdings ist hier die Gefahr von Verunreinigungen mit toxischen Schwermetallen gegeben.

Lit.: A.Finck: Pflanzenernährung in Stichworten, Kiel 1982

siehe auch: Ökosystem, Eutrophierung, Wasser

Autor: KATALYSE Institut

Porenbetonsteine

P. werden aus quarzhaltigem Sand, den Bindemitteln Kalk oder Zement und Aluminiumpulver als Treibmittel hergestellt.

Das Aluminium bewirkt während des Herstellungsprozesse ein Aufschäumen des Sandes und Bindemittels, die dann im porösen Zustand unter Dampfdruck bei 180 Grad C fest abbinden. Die Herstellung von Aluminiumpulver ist energieintensiv und umweltbelastend, aber der Einsatz in den P. ist relativ gering. Der Gesamtprimärenergieeinsatz beträgt 474 kWh/m3. Durch großformatige Steine ist eine Ausführung mit unvermörtelter Stossfuge möglich. Als Kleber werden rein mineralische Dünnbettmörtel nach DIN 1053 mit einem Zusatz von Zellulose als Wasserrückhaltemittel eingesetzt. Die P. sind als ökologisch empfehlenswerte Mauerwerkssteine einzuordnen. P. gehören noch zu den schweren Bauweisen im Sinne der Wärmespeicherung. Der Schallschutz ist wegen des geringerem Gewicht etwas schlechter als bei schweren Baustoffen aber besser (+ 2 dB) als bei gleichschweren anderen Baustoffen, da eine innere Materialdämpfung infolge der Porenstruktur erfolgt.

Autor: KATALYSE Institut

Perlite

Als Rohmaterial für P. dient vulkanisches, wasserhaltiges Gesteinsglas, z.B. des Rhydoliths und anderer Ergußgesteine mit feinkugeligem, tropfenartigem Innengefüge.

Setzt man es kurzfristig hohen Temperaturen (ca. 1.000 Grad C) aus, verwandelt sich das eingeschlossene Wasser in Dampf und das Material bläht sich um das 15 bis 20fache auf.
Das entstehende Material nennt man "Bläh-P.", ein weißes Granulat, in Korngrößen von 0 bis 6 mm Durchmesser. Es wird zur Wärmedämmung (z.B. Schüttung in kerngedämmtem Mauerwerk) und Trittschalldämmung bei Fußböden und zur Kamindämmschüttung eingesetzt, da es nicht brennbar und unverrottbar ist.
Um P. feuchteunempfindlich und druckfester zu machen, muß es einer besonderen Behandlung (z.B. mit Bitumen, Kunstharzen) unterzogen werden. Teilweise verursacht eine erhöhte Radioaktivität (Radioaktive Baustoffe) des Ursprungsgesteins eine Belastung. Zudem steht dem mäßigen Dämmwert ein relativ hoher Energieaufwand bei der Herstellung gegenüber.
Man sollte P. möglichst dort einsetzen, wo die Einwirkung von Feuchtigkeit nicht zu befürchten ist (Imprägnierung überflüssig) und als Ersatz für faserhaltige Materialien beim Brandschutz. P. ist wiederverwendbar und ohne Imprägniermittel problemlos zu deponieren.
Baustoffklasse (Brandschutz), Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherzahl: k-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Ofenheizung

In Einzelöfen verbrennt man zur Wärmeerzeugung Kohle, Heizöl, Erdgas und Holz, ohne - wie bei der Zentralheizung - einen Wasserkreislauf zu erhitzen.

In den alten Bundesländern werden 10-20% der Wohnungen mit O. beheizt, in den neuen Bundesländern über 60% (Heizung). Im Neubaubereich spielen Einzelöfen heute keine Rolle mehr. Gewöhnliche Einzelöfen haben durch hohe Abgasverluste einen Wirkungsgrad von nur 50 bis 60% und damit einen entsprechend höheren Energieverbrauch als Zentralheizungen (Heizung, Brennwertkessel).

Im Vergleich zu Öl- und Gaszentralheizungen erzeugen Kohleeinzelöfen erheblich mehr Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Staub. Zur Verringerung des Schwefeldioxidausstoßes wird bei der Herstellung von Braunkohlebriketts schwefelarme Braunkohle verwendet.
Emissionen der O.: Heizung, Fernwärme

Autor: KATALYSE Institut

Natürliche Steine

N. charakterisieren sich durch hohes Raumgewicht (Bims), hohe Dichte, gutes Wärmespeichervermögen, schlechtes Wärmedämmverhalten und mit der Ausnahme von vulkanischen Gesteinen durch schlechtes Feuchteverhalten.

Eine erhöhte natürliche radioaktive Belastung kann bei Hartgesteinen (Granit, Gneis, Quarzite, Trachyte u.a.) und Gesteinen vulkanischen Ursprungs (Tuff) auftreten. Bei Kalksteinen, Sandsteinen und Marmor existiert diese Gefahr nicht. Natursteine werden zu Bruchsteinmauerwerk verarbeitet und als Baumaterial für Fassadenverkleidungen, Fußbodenbeläge, Fensterbänke und Treppenstufen eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Lehm

L. und Holz waren die einzigen Grundbaustoffe für den Hausbau der frühen Germanen.

Der Baustoff L. ist ein Gemisch aus den Verwitterungsgesteinen Ton und Sand (Schluff bis Kies). L. kann von Ort zu Ort sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Enthält es viele bindige Bestandteile, d.h. feine, tonige Teilchen, so bezeichnet man ihn als "fett". L. mit hohem Sandanteil nennt man "mager". Die Farbe variiert von Braun- über Rot- bis zu Gelbtönen, je nachdem, welche im Ton enthaltenen Metallverbindungen überwiegen. L. erhärtet ausschließlich durch Lufttrocknung. Da er nicht chemisch abbindet wie Kalk oder Zement, besitzt er die Eigenschaft, bei erneuter Wasserzugabe wieder plastisch und formbar zu sein, also völlig wiederverwendbar (Recycling). Das bedeutet aber auch, daß er nicht beständig ist gegen Feuchtigkeit. Durch konstruktive Maßnahmen (d.h. große Dachüberstände, Putze, Bekleidungen, Mauersockel) können Probleme durch Regen und Spritzwasser konstruktiv umgangen werden.
L. ist ein Wand- und Deckenbaustoff, der in weiten Teilen der Erde eine lange Tradition hat. Er eignet sich für die Herstellung von Steinen, Putz, Mörtel, ganzen Wänden und zu Ausfachungen von Fachwerken und Geschoßdecken. In Deutschland gewinnt er wieder an Beliebtheit, v.a. aufgrund der guten bauphysikalischen und umweltfreundlichen Eigenschaften. L. ist sorptionsfähig (Sorptionsvermögen), hygroskopisch, bindet Gerüche, regeneriert die Raumluft, gibt keine giftigen Gase und Dämpfe ab, brennt nicht, konserviert

Holz, hat ein gutes thermisches Verhalten, ist wärmespeicherfähig (k-Wert), hat gute Schallschutzeigenschaften, ist langfristig verfügbar, ist wiederverwendbar, ist regional verfügbar, ist vom Material her sehr billig und kann in Eigenleistung verbaut werden. Die gewerbsmäßige Verarbeitung scheitert meist an den hohen Lohnkosten.
L. wird in verschiedenen Ausführungen für den Hausbau verwendet. Wände aus Stroh-L. oder Blähton-L. werden wegen der verbesserten Wärmedämmeigenschaften bevorzugt als Außenwände aufgebaut. Innenwände werden wegen erhöhter Wärmespeicherfähigkeit (k-Wert) aus Stampf-L. erstellt. Man unterscheidet drei verschiedene Bautechniken: an Ort und Einbaustelle in Schalung gestampfter L. oder L.-Gemisch, L. wird von Hand in einzelnen Steine, Platten und Blöcke geformt, getrocknet und dann vermauert und Fachwerkausfachungen deren Geflecht z.B. aus Weidenruten mit L. beworfen werden.
Baubiologisch und ökologisch gesehen ist L. zusammen mit
Holz das ideale Baumaterial.

Autor: KATALYSE Institut

Waldboden

Der W. ist ein relativ naturnahes Bodensystem, da es in der Regel nicht oder nur selten bearbeitet oder gedüngt wurde. In vielen Wäldern Mitteleuropas wurden allerdings seit dem Mittelalter bis ins 19. Jh. Dem Wald Laubstreu oder Plaggen entnommen, was Nährstoffentzug und (Bodenversäuerung) zur Folge hatte.

Erst in den letzten Jahrzehnten erfolgten Düngungs- und Kalkungsmassnahmen, hauptsächlich um den Eintrag von Säuren durch die Luftverschmutzung mit Stickoxiden und Schwefeldioxid zu kompensieren. In manchen Regionen wie zum Beispiel in Schweden ist der pH-wert des Waldbodens bereits auf Werte um 3,5 pH abgesunken (Saurer Regen).

Die Versauerung bewirkt die Freisetzung von Aluminium-(Zellgift)- und Scwermetallionen und mindert die Organismentätigkeit mit der Folge, dass sich die Intensität des Abbaus des Laubstreus verringert, Humus langsamer gebildet wird und die Pflanzenverfügbarkeit der Nährstoffe abnimmt.
Waldböden unterliegen vor allem unter Nadelhölzern einem natürlichen Prozess der Versauerung mit der neigung zur Podsolierung (Bodentypen).

Waldböden tropischer Breiten unterliegen wegen ungünstiger Bindungsverhältnisse zwischen Nährstoffen und Tonmineralien in starkem Ausmass der Nährstoffauswaschung. Im Falle der Rodung verlieren diese Böden daher aufgrund mangelnder Nährstoffnachlieferung durch Laubfall schnell ihre Fruchtbarkeit (Regenwald).

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrsclub Deutschland (VCD)

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) setzt sich für eine nachhaltige Verkehrspolitik, die langfristig eine ökologische und sozialverträgliche Mobilität aller Verkehrsteilnehmer sichert, ein.

Der VCD macht sich u.a. stark:

  • für die intelligente Verknüpfung aller Mobilitätsarten: Zufußgehen, Fahrrad-, Bus-, Bahn- und Autofahren
  • für die kundenfreundliche Bahn
  • für einen besseren Nahverkehr
  • für die Förderung des Fahrradverkehrs (Mit dem Masterplan Fahrrad)
  • für die Lkw-Gebühr
  • für die clevere Autonutzung
  • für den Schutz besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer (Behinderte, Kinder, Senioren)

Die rund 70000 Mitglieder erhalten sechsmal jährlich das Magazin „fairkehr“, worin über Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen berichtet wird. Der VCD bietet ebenfalls eine ökologische Autoversicherung an, wo sich die Prämienhöhe an der ökologischen Qualität des Autos orientiert.
Weitere Angebote wie Car-Sharing, Verkehrsberatung (lieber Diesel oder Benzin?) und eine Mitfahrzentrale sind für Mitglieder und Nicht-Mitglieder zugänglich. Im Großraum Bonn baut der VCD in einem Pilotprojekt ein Netz auf, das Mitfahrgelegenheiten bei dem täglichen Weg zur Arbeit zu vermitteln versucht.

Kontakt:
Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. Bundesverband
Kochstraße 27
10969 Berlin
Telefon: 030 / 28 03 51-0
Fax: 030 / 28 03 51-10
www.vcd.org

Autor: KATALYSE Institut

Trias

T. bedeutet übersetzt Dreiheit und ist der erste Abschnitt der Erdgeschichte Dieser umfasst das ältere Drittel des Erdmittelalters (Mesozoikums).

Im Zeitalter der T. gab es erste Säugetiere und Dinosaurier. Die T. begann vor 250 Millionen Jahren und endete vor 200 Millionen Jahren. Das Ende der T. ist durch ein Massensterben von Tieren und Pflanzen geprägt.
Die T. fasst die drei Fossilienabschnitte bzw. geologische Formen von Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper zusammen.

Autor: KATALYSE Institut

Tanklager

Siehe Lagertank.

Autor: KATALYSE Institut

Straßenbau

Die Belastung des deutschen Fernstraßennetzes ist in zunehmendem Maße kritisch. Je nach unterstelltem Szenario wird bis 2015 ein weiteres Verkehrswachstum
von 52 bis 60 Prozent prognostiziert.

Der Ausbau des Fernstraßennetzes ist grundsätzlich originäre Staatsaufgabe; die Bundesinvestitionen in Fernstraßen betragen 4,6 Mrd./Jahr auf Bundesebene.
Etwa ein Drittel der Einnahmen des Straßenverkehrs fließen wieder in die Straßeninfrastruktur zurück.

Der Straßengüterverkehr soll nun bald durch die Einführung einer streckenabhängigen Autobahngebühr für schwere Lkw, welche die bisherige Autobahnvignette ersetzt, ab März 2005 Einnahmen von ca. 3,4 Mrd. € p.a. erzielen. Abzüglich der bisherigen Vignetteneinnahmen von ca. 450 Mio. €/Jahr und von ca. 300 Mio. € p.a., die als Kompensation für das Transportgewerbe vorgesehen sind, bedeutet dies für die LKW-Nutzer zusätzliche Kosten von etwa 2,65 Mrd. € jährlich.

Während die Speditionen protestieren sieht etwa der BUND grundsätzlich keinen weiteren Neu- und Ausbaubedarf für das Bundesfernstraßennetz. Im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätspolitik sollten die knappen Investitionsmittel statt in
Straßenbau auf die Sanierung der vorhandenen Verkehrswege, ein umfassendes Lärmschutzprogramm und den zügigen Ausbau der umweltgerechten Verkehrsmittel
konzentriert werden.

Der Bau neuer Autobahnen im Verkehrwegeplan 2003 ist aufgrund der hohen Eingriffsintensität und der verkehrlichen Wirkungen abzulehnen. Umweltpolitisch und auch verkehrlich sinnvoller ist sind ggf. die Optimierung und der teilweise Ausbau des untergeordneten Straßennetzes. Der Ausbau der bestehenden Autobahnkapazitäten hat zwar eine vergleichsweise geringe Eingriffsintensität und bringt für die Anwohner aufgrund der Rechtslage ggf. eine Verbesserung des Lärmschutzes mit sich, ist jedoch verkehrspolitisch kontraproduktiv, da damit die Konkurrenzfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene weiter geschwächt wird.

Generell abgelehnt werden vom BUND Projekte

  • mit einer durchschnittlichen Belastung von unter 10.000

    Kfz pro 24 Stunden (kein verkehrlicher Bedarf, insbesondere bei hohem oder sehr hohem Umweltrisiko)

  • parallel zu einem geplanten Ausbau der Autobahn (auch bei mehr als 5 km Entfernung von der Autobahn)

In den BVWP sollten nur verkehrs- und umweltpolitisch sinnvolle Projekte eingestuft werden. Der Nutzen-Kosten-Faktor bietet für diese Einstufung nur eine grobe Orientierung zur Einschätzung des verkehrlichen Nutzens und der
Umweltauswirkungen eines Projektes. Für die Bedarfseinstufung der Straßenbauprojekte müssen die Ergebnisse der gesamtwirtschaftlichen Bewertung in Verbindung mit den Ergebnissen der Raumwirksamkeitsanalyse und der Umweltrisikoeinschätzung differenziert interpretiert werden.

Mit der Einstufung eines Projektes in den vordringlichen Bedarf sollte außerdem nur über den verkehrlichen Handlungsbedarf im jeweiligen Planungsraum, nicht aber die generelle Bauwürdigkeit eines Projektes in der zu Grunde gelegten Dimensionierung entschieden werden. Die optimale Lösung des jeweiligen Verkehrsproblems im Sinne einer integrierten Verkehrsplanung muss in den folgenden Planungsstufen unter Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten ermittelt werden (Raumordnungsverfahren mit SUP, Planfeststellungsverfahren mit UVP).

Autor: KATALYSE Institut

Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL)

Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wurde 1962 gegründet.
Ziel der Stiftungsaktivität ist, den ökologischen Landbau zu fördern und zu unterstützen. Die SÖL setzt sich mit den Auswirkungen der ökologischen Landwirtschaft auf Boden, Wasser und Klima auseinander und stellt den Biolandbau mit seinen regionalen Vermarktungsstrukturen als wichtiges alternatives Konzept für die derzeitige Agrarpolitik dar.

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  • Seminarbauernhof Gut Hohenberg
  • Publikationen zum ökologischen Landbau
  • Koordination des Erfahrungs- und Erkenntnissaustausches
  • Beratung (Rundbrief, Seminare)
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    Die Stiftung gibt vier mal jährlich die Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, sowie den „SÖL- Berater- Rundbrief“ (€ 14 pro Jahr) heraus.

    Kontakt:
    Stiftung Ökologie & Landbau
    Weinstraße Süd 51
    67098 Bad Dürkheim
    www.soel.de

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Schwesterchromatid-Austausch

Schwesterchromatiden sind die beiden gleichartigen DNA-Stücke, die in diesem Stadium des Zellzyklus parallel angeordnet sind.

Während dieser Phase kann ein Austausch von ganzen, mehr oder weniger großen Chromosomenstücken stattfinden. Einerseits weil die DNA-Stränge nahe beieinander liegen und andererseits weil die DNA-Moleküle von Enzymen auseinander gezogen werden, um für die neu entstehende Zelle verdoppelt zu werden, wobei es zu Spannungen im Molekül kommt. An diesen offenen Stellen, den Replikationsgabeln, finden die Überkreuzungen der Chromosomenstücke statt (crossing over). Dabei kommt es – auch unter natürlichen Bedingungen – zu Strangbrüchen, die vom Reparatursystem der Zelle wieder geflickt werden. Bei der Reparatur kann es passieren, dass „falsche“ Stücke zusammengefügt werden. Dadurch erhält die DNA neue Eigenschaften, ein normaler Vorgang in der Evolution. Es kommt auch zu Vernetzungen (cross-linking) der DNA-Moleküle, was zur Hemmung oder gar dem Verlust der DNA-Funktion führen kann. Die Vernetzungen sind wieder feste kovalente chemische Bindungen, die nicht leicht zu lösen sind.

Im Labor werden zur Erhöhung der Strangbruchraten Chemikalien eingesetzt wie z. B. Mitomycin C (seit langem gut bekannt als Auslöser von Schwesterchromatid-Austauschen) oder Phytohämagglutinin (eine Substanz aus Bohnen, die menschliche Blutzellen verklumpen –  agglutinieren – lässt und Lymphozyten zur Teilung anregt), um die Stabilität bzw. Anfälligkeit vom Chromosomen zu testen. Der Schwesterchromatid-Austausch-Test ist eine gängige Methode zur Charakterisierung der Chromosomeneigenschaften. Außer mutagenen Chemikalien kann auch ionisierende Strahlung (Röntgen- und UV-Strahlung) zu Strangbrüchen und Schwesterchromatid-Austausch führen. Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob auch hoch- und niederfrequente Felder solche Auswirkungen haben können. Viele Experimente sprechen dafür.

Nach der gängigen Vorstellung kann jeder Eingriff in die DNA-Struktur eine Entartung von Zellen zur Folge haben. Entartung bedeutet, dass Wachstum, Funktion und Absterben einer Zelle nicht mehr den eigentlichen Regeln.

Autor: KATALYSE Institut

SAR-Wert

Der SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate) ist ein Maß für die in Lebewesen oder Gegenstände eingedrungene elektromagnetische Strahlung. Die Einheit dafür ist Watt pro Kilogramm Körpergewebe (W/kg).

Die Eindringtiefe hängt von der Wellenlänge und der Beschaffenheit des Materials ab. Er gibt also an, wie viel im Körpergewebe oder von anderen Materialien aufgenommen (absorbiert) wird. Strahlung, die in Materie eindringt, kann dort Auswirkungen haben. Die bekannteste Wirkung ist z. B. die Erzeugung von Wärme (thermischer Effekt). Dieser Effekt wird beim Mikrowellenherd ausgenutzt. Neben dem thermischen Effekt gibt es die athermischen Effekte, die bei Strahlungsdichten unterhalb der so genannten thermischen Schwelle auftreten. Diese Effekte sind z. B. Radikalbildung, Veränderung von Eigenschaften der Zellmembranen und der Hirnströme (
EEG).

Die Strahlung verteilt sich in Körpergewebe nicht gleichmäßig, denn jede Gewebeart hat eine andere Absorptionsfähigkeit. Stark wasserhaltiges Gewebe absorbiert stärker als wasserarmes. Zudem werden die Strahlen an Organgrenzen gebeugt oder reflektiert, so dass es einerseits Bereiche gibt, in denen eine geringere Strahlungsdichte vorhanden ist, und andererseits kann es zu „hot spots“ kommen.

Handys müssen so konstruiert werden, dass sie einen Grenzwert von 2 W/kg, gemittelt über 10 g Körpergewebe, bei maximaler Leistung einhalten. Das Messverfahren dafür ist genau festgelegt. Überprüft wird die Einhaltung des Grenzwertes an einem mit Flüssigkeit gefüllten Kunstkopf, der die Verhältnisse im menschlichen Kopf darstellen soll. Natürlich kann ein Kopf aus Kunststoff nicht die wahren Verhältnisse am lebendigen Körper repräsentierten.

Beim Telefonieren mit dem Handy wird meistens der Grenzwert unterschritten, weil das Gerät nur selten mit maximaler Leistung sendet, dank der automatischen Leistungsregelung. Trotzdem kann es bei langen Telefongesprächen zur Erwärmung des Gewebes am Kopf kommen.

Die heute auf dem Markt angebotenen Handys unterscheiden sich stark bezüglich der SAR-Werte. Darauf sollte man beim Kauf achten. Informationen dazu bekommt man z. B. unter www.handywerte.de.

Autor: KATALYSE Institut

Riffe

Abhängig von ihrer Form, der Entfernung zur Küste und ihrer Entstehungsgeschichte können Korallenriffe verschiedenen Rifftypen zugeordnet werden:

Saumriffe
Saumriffe beginnen mehr oder weniger direkt an der Küste und wachsen von dort seewärts weiter. Wie weit sie sich ins Meer erstrecken hängt vor allem davon ab, wie steil der Meeresboden abfällt. Sie sind der häufigste und weltweit verbreiteste Rifftyp. Die Riffe im Roten Meer gehören zum Beispiel fast ausschließlich diesem Typ an.

Plattformriffe
Dieser Rifftyp kann überall dort entstehen, wo das Wasser flach genug für Korallen ist und andere ökologische Bedingungen ihr Wachstum zulassen. Große Plattformriffe können im Lauf der Zeit Atollen sehr ähnlich werden, wenn sich in ihrem Zentrum eine Lagune einsenkt. In diesem Fall spricht man von Pseudoatollen, da sie eine andere Entstehungsgeschichte als die eigentlichen Atolle haben (s.u.).

Barriereriffe
Barriereriffe sind von der Küste durch eine tiefe und breite Lagune getrennt. Für ihre Entstehung sind geologische Absenkungsprozesse des Untergrunds oder größere Anstiege des Meeresspiegels nötig. Die größten Barriereriffe der Welt sind das Great Barrier Reef Australiens und das Barriereriff vor Belize.

Atolle
Atolle bestehen aus einem ringförmigen Riffkranz, der eine Lagune umschließt. Der Riff-Außenhang fällt manchmal mehrere tausend Meter steil ab. Für die Entstehung von Atollen ist das Absinken einer Insel notwendig. Dieser Rifftyp ist vor allem in der Südsee und auf den Malediven häufig zu finden.

Durch die Abhängigkeit der Korallen von warmem Wasser findet man Korallenriffe in relativer Nähe des Äquators. Dass die Grenze des Riffvorkommens nicht überall den gleichen Abstand zum Äquator hat, liegt an den großen Meeresströmen. So verdanken beispielsweise die weit im Norden gelegenen Bermudas ihre Korallenriffe dem warmen Golfstrom. Der kalte Humboldt-Strom verhindert dagegen das Wachstum hermatypischer Korallen an weiten Teilen der Pazifikküste Südamerikas.

Quelle und Text von Gerd Haegele, freier Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München und Autor der CD-ROM:

Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
Habitat Verlag Gerd Haegele
+49 (0)89-52 38 90 37
www.habitat-verlag.de
info@gerd-haegele.de
ISBN: 3-9809516-0-X
Anzahl Abbildungen: 1800 Unterwasser-Fotografien plus Grafiken und Animationen
Preis: 24,80 €;

Hier gelangen Sie zu unserer Rezension der CD-ROM

Hier können Sie die CD-ROM Korallenriffe - ein Lebensraum und seine Bewohner
direkt bestellen: www.habitat-verlag.de

Autor: KATALYSE Institut