Ozeanversauerung

Unter der O. versteht man den zunehmenden Säureanteil in den Meeren, der aus der Freisetzung von klimaschädlichen Gasen durch den Menschen resultiert. Die Messung des pH-Werts, ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine Lösung ist, bezeugt dies. Je niedriger dieser Wert, desto saurer die Lösung. Seit der Industrialisierung sank der ursprünglich um 8,2 liegende pH-Wert an der Meeresoberfläche um 0,1 und liegt heute bei rund 8,1. Dies klingt nach einer geringen Veränderung, bedeutet aber eine Versauerung um etwa 30 Prozent [1].

Die Ursache liegt bei dem anthropogenen Treibhausgas CO2, welches durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, der Waldrodung u.v.m. verstärkt in die Atmosphäre gelangt. Die Ozeane nehmen bis zu 25 Prozent dieses für den zunehmenden Klimawandel verantwortlichen Gases auf und werden daher auch als CO2-Senken bezeichnet. Was darauf folgt, sind chemische Reaktionen, die zu der genannten O. führen und einen zerstörenden Einfluss auf die Ökosysteme der Ozeane haben. CO2 reagiert mit Wasser zu Kohlensäure, die den pH-Wert der Meere sinken lässt. Es folgen weitere Reaktionen, die u.a. dazu führen, dass kalkbildende Organismen ihre lebensnotwendigen Schalen nicht mehr im erforderlichen Umfang aufbauen können, da der Kalkgehalt durch die O. zunehmend sinkt. Dadurch werden sie verletzlicher und sterben schließlich [2]. Ein sichtbares Zeichen ist das als Korallenbleiche bezeichnete Ausbleichen von Steinkorallen. Auch das marine Nahrungsnetz wird durch die O. geschädigt. Das kalkbildende Plankton, Grundlage der marinen Nahrungskette, wird zunehmend dezimiert, mit weitreichenden Konsequenzen für die nachfolgenden Konsumenten in der Kette. Die Sterblichkeitsrate des Fisch-Nachwuchses nimmt zu und den nachfolgenden Lebewesen in der Nahrungskette wird ihre Nahrungsquelle entzogen. Auch vielen Menschen, die vom Fischfang leben, geht damit ihre Lebensgrundlage verloren [3].

Der Körperhaushalt vieler Meerestiere kann nicht mit dem immer saurer werdenden Milieu in Einklang gebracht werden. Pflanzen und Tiere, die von der O. profitieren und sich stärker vermehren können, wie das Phytoplankton, bedrohen das fragile Gleichgewicht der Meere [4].

Laut wissenschaftlicher Prognosen soll der pH-Wert bis Ende des Jahrhunderts um 0,3 bis 0,4 weiter abnehmen, was den schon heute katastrophalen Zustand der Meere ins Unermessliche steigern wird. Um dieses globale Problem in den Griff zu bekommen, müssen enorme Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden [1].

Quellen:

[1] Alfred-Wegener-Institut. (28. Juni 2022). Fakten zur Ozeanversauerung. Von AWI-Website: https://www.awi.de/im-fokus/ozeanversauerung/fakten-zur-ozeanversauerung.html abgerufen

[2] BIOACID. (2015). Gewinner und Verlierer in der Plankton-Gemeinschaft. Von BIOACID-Website: https://www.bioacid.de/plankton-gemeinschaft/ abgerufen

[3] Wille, J. (30. November 2018). Das Meer wird saurer. Von klimareporter: https://www.klimareporter.de/erdsystem/das-meer-wird-sauer abgerufen

[4] BIOACID. (2015). Was ist Ozeanversauerung. Von BIOACID-Website: https://www.bioacid.de/ozeanversauerung/ abgerufen

(Stand 09.2022)

Autor: Joana Bonnen

Veröffentlicht in Allgemein, Kürzlich hinzugefügt/ aktualisiert, N - S, O, Wasser.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert