Bleichmittel

Wichtige Gruppe von Chemikalien, die in zahlreichen industriellen Prozessen (Bleicherei, Zellstoffbleiche), aber auch im Privathaushalt zum Einsatz kommt (dort vor allem als Wäsche-B. und in Fleckensalzen).

Neben adsorptiv wirksamen Stoffen (z.B. Aktivkohle, Bleicherden) handelt es sich um Substanzen, welche unerwünschte Farbstoffe durch Reduktion, meist aber durch Oxidation zerstören. Unter den oxidierenden B. sind vor allem zwei Wirkstoffgruppen zu unterscheiden:

1. Aktivchlorverbindungen werden bevorzugt in industriellen Bleichprozessen (z.B. in der Papierindustrie), aber auch in der gewerblichen Wäscherei eingesetzt. Im Privathaushalt dagegen spielt in Deutschland diese
Chlorbleiche fast keine Rolle bei der Wäschebehandlung. Da die Aktivchlorverbindungen zu einer erheblichen AOX-Belastung des Abwassers führen, werden sie zunehmend verdrängt durch

2. Aktivsauerstoffverbindungen (Sauerstoffbleiche) wie Wasserstoffperoxid oder Peressigsäure. Im Haushaltsbereich findet traditionell das relativ stabile Perborat Verwendung in den vorherrschenden Voll-Waschmitteln und neuerdings auch in den meisten chlorfreien Maschinen-Spülmitteln. Die von Umwelt- und Verbraucherverbänden bevorzugte Alternative Percarbonat läßt sich nicht in die üblichen Waschmittelrezepturen integrieren. Percarbonat ist dagegen das bleichende Prinzip separater Bleichkomponenten in Baukastenwaschmitteln oder Fleckensalzen.

Autor: KATALYSE Institut

Blei

Blei wird zur Herstellung von Akkumulatoren, Batterien, Kabelummantelungen, Rohren, Legierungen und Farben eingesetzt.

I. Geschichte
Blei war als Gebrauchsmetall bereits fürh bekannt und in Anwendung. Bereits Herodot berichtet, dass beim Brückenbau zur Befestigung von Eisen- und Bronzenklammern Blei eingesetzt wurde. In der frühen Bronzezeit war Blei das Metall schlechthin bis es weitgehend durch Zinn ersetzt wurde. Schon die Römer stellten Bleigefäße und Wasserleitungen aus Blei her. Das Blei gewannen sie durch Bergbau in Gallien, Britannien und Spanien. Besondere Bedeutung erlang die Bleiindustrie mit der Entwicklung der chemischen Industrie, der Maschinen- und Motorindustrie, die alle große Bleiabnehmer darstellten.

II. Gewinnung und Aufbereitung
Die größten Liefernaten für Blei sind auf dem Weltmarkt: USA, China, Australien und Peru. Blei wird im Tage- und teilweise auch Untertagebau aus Erzen gewonnen, die Bleiglanz, also Bleisulfid (PbS) enthalten. Bedeutende Bleimineralien sind Bleiglanz (Galenit, Pb S), Weißbleierz (Cerrusit, Pb Co³), Rotbleierz (Krokoit, Pb Cr O 4) sowie Grünbleierz (Pyromorphit). Auch das Recycling von bleihaltigen Gegenständen ist heute eine bedeutende Rohstoffquelle zur Bleigewinnung. Die Erze werden meist konzentriert und dann in Röst- und Sinteranlagen weiter aufkonzentriert (reduziert)- bis das sogenannte Werkblei entsteht, das noch Beimischungen von Silber, Zinn, Kupfer, Zink und Arsen in Höhe von bis zu 5 Gewichtsprozent enthalten kann. Am Ende der Aufbereitungsprozesse entsteht sogenanntes Weich- und Feinblei, das mit Reinheiten oberhalb von 99,9 Prozent vermarktet wird.III. Marktsituation
Blei kommt sowohl als Metall, Legierungsbestandteil als auch in Verbindungen zum Einsatz. Im Jahr 2003 wurden fast drei Mio Tonnen Blei weltweit gewonnen und vermarktet. Wie viele andere Rohstoffe hat sich auch der Bleipreis innerhalb der letzte drei Jahre mehr als verdreifacht und fand seinen vorläufigen Höhepunkt mit fast 1.450 US$ je Tonne im Februar 2006.

IV. Umwelt und Gesundheit
Die natürlichen Blei-Konzentrationen wurden in den letzten Jahrzehnten zunehmend von durch den Menschen verursachten Belastungen überlagert. Hauptaufnahmequelle für den Menschen ist die Nahrung, daneben kann auch die Atemluft eine Rolle spielen. Die ubiquitäre Belastung der Umwelt ist auf die Verwendung von Alkyl-Bleiverbindungen als Zusatz zum Benzin zurück zuführen. Mit der Einführung von bleifreiem Benzin sind die Bleiemissionen von 1973 bis 1990 auf knapp ein Zehntel abgesunken und lag 1990 in den alten Bundesländern bei ca. 25 ng/m3.

Eingeatmeter Staub wird zu ca. 30 bis 50 Prozent in der Lunge festgehalten, ein großer Anteil davon wird im Blutstrom gelöst (resorbiert). Die Resorption im Magen-Darm-Trakt liegt im allgemeinen bei 5 bis 10 Prozent, bei Kindern bis zu 50 Prozent. Calcium- und Vitamin-D-Mangel erhöhen die Blei-Resorption im Magen-Darm-Trakt. Die täglich resorbierte Bleimenge liegt durchschnittlich bei 26 bis 42 µg. Dieser Wert kann je nach Bevölkerungsgruppe stark variieren und ist nur ein grober Anhaltswert. Etwa 90 Prozent der im Körper vorhandenen Bleimenge befindet sich in den Knochen, bei Kindern um 60 bis 70 Prozent. Biologische Halbwertszeit in den Knochen etwa zehn Jahre. Die in den Knochen deponierte Bleimenge nimmt mit dem Alter zu und beträgt im Alter von 30 bis 40 Jahren (Plateauphase) bei beruflich nicht belasteten Personen ca. 80 bis 200 mg. Blei durchdringt die Placenta und gelangt so in den embryonalen Blutkreislauf. In geringem Umfang, besonders bei Kindern, passiert Blei auch die Blut-Hirn-Schranke. Muttermilch enthält geringe Bleimengen.

Zur Erfassung der Blei-Belastung dient die Blutuntersuchung. Da Toleranzwerte für Arbeitsstoffe (BAT-Wert) für die Allgemeinbevölkerung indiskutabel sind, fordern Umwelttoxikologen einen Sicherheitsfaktor zehn zu den BAT-Werten. Blutbleiwerte sollten 150 µg/l, bei Schwangeren und Kindern 70 µg/l nicht überschreiten. Der höhere Blutbleiwert von 150 µg/l stützt sich auf die Vermutung, dass aufgrund tierexperimenteller Befunde und epidemiologischer Studien möglicher Wirkungen des Bleis auf den menschlichen Organismus keine wesentlichen Gesundheitsschäden zu befürchten sind, aber insbesondere bei Risikogruppen auch nicht ausgeschlossen werden können. Bereits bei einer Blutbleikonzentration von 500 bis 600 µg/l können depressive und feindselige Verhaltensweisen sowie Störungen des Allgemeinbefindens auftreten. Das bedeutet, dass für bleibelastete Arbeiter mit einem BAT-Wert von 700 µg/l Blut bzw. 300 µg/l für Frauen Gesundheitsgefährdungen in Kauf genommen werden. Wahrscheinlich gibt es Zusammenhänge zwischen vorgeburtlicher und/oder frühkindlicher Blei-Belastung und Intelligenzminderung, Minderung der Lernleistung, Störungen der Bewegungsabläufe und Verhaltensstörungen (Hyperaktivität).

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Gesamtbelastung mit Blei bei 25 µg/kg/Woche. Die Hauptbelastungsquelle mit Blei stellt für Nichtraucher die Ernährung dar. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten i.a. mehr Blei als tierische. Bei Schlachttieren enthalten Leber und Niere die höchsten B.-Mengen. Wenig Blei enthalten Milch, Fleisch, Eier, Fruchtsäfte, Bier,

Weizen, Roggen und Kartoffeln, vergleichsweise mehr enthalten Schweineleber, Wein, Süßwasserfisch, Frucht- und Sprossgemüse, relativ viel B. enthalten Rinder- und Kalbsleber, Blatt- und Wurzelgemüse sowie Beerenobst.
Trinkwasser enthält im Durchschnitt wenig Blei. Wasserleitungen aus Blei können zusammen mit weichem Wasser dagegen zu hohen Blei-Konzentrationen führen (Bleirohre). Bei hartem Wasser kann sich eine Schicht aus basischem Blei-Karbonat bilden, die Blei-Ablösungen ins Trinkwasser behindert. Dass Bleileitungen im Haushalt heute noch das Trinkwasser belasten, hatte eine Studie der Abteilung Allgemeine Hygiene und
Umweltmedizin der Universität Göttingen Mitte 2002 ergeben. Für Leitungswasser hat die World-Health-Organisation (WHO) als Richtwert eine maximale Konzentration von zehn Mikrogramm je Liter angegeben. Die Ergebnisse der Studie liegen zum Teil bei Werten bis zu 186 µg/l. In Berlin wurde etwa 10.000 Familien mit Kindern angeboten, ihr Trinkwasser auf Bleispuren hin zu untersuchen. Bei den beiden untersuchten Tagesprofilen hatten 5,6 Prozent beziehungsweise sieben Prozent aller Haushalte Bleiwerte über dem WHO-Wert von zehn µg/l, der höchste Messwert lag bei 186 µg/l.

Die Bleigehalte im Schwebstaub betragen auf dem Land 10 ng/m3 und im städtischen und industriellen Bereichen bis zu 70 ng/m3, wobei auch Spitzenwerte bis zu 300 ng/m3 möglich sind. Trinkwasser enthält normalerweise unter 2 µg/Liter, höhere Konzentrationen bis 100 µg/Liter können in Haushalten mit Bleileitungen auftreten.

V. Stoffdaten
Chemische Abkürzung von Blei: Symbol Pb (lat.: plumbum), Ordungszahl (Protonenzahl): 82, Atommasse: 207,20, Schmelztemperatur in ° C: 327,5 Siedetemperatur in °C: 1725, Dichte in g/cm³ : 11,4.
Blei ist chemisches Element der IV. Hauptgruppe und ist ein an frischen Schnittstellen bläulich glänzendes, weiches (mit dem Fingernagel ritzbares) Schwermetall.

Grenzwerte für Blei sind u. a. in der Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten zu finden, die den Bleigehalt auf 1000 ppm vorschreibt; bei Verpackungen beträgt der Grenzwert sogar 100 ppm.

  • Trinkwasser: 40 µg; ab 1. Dezember 2003: 25 µg/l,
    ab 1. Januar 2013: 10 µg/l nach der neuen Trinkwaserrichtverordnung
  • Luft: MIK (nach VDI-Richtlinie 2310): 2 µg/m3
  • TA-Luft: 5 mg/m3 Emission und TA-Luft: 2 mg/m3 Immission
  • MAK-Wert beträgt 0,1 mg/m3

Autor: KATALYSE Institut

Blausäure

B. (Cyanwasserstoff,HCN), ist eine farblose, äußerst giftige Flüssigkeit (MAK-Wert 11 mg/m3, entspricht: 10 ml/m3 (ppm)), mit einem Bittermandel-Geruch.

Die Herstellung von B. erfolgt aus Methan und Ammoniak. B. wird oft als Begasungsmittel im Vorratsschutz eingesetzt, wobei die Dämpfe auch Decken und Wände durchdringen können. B. bildet mit der Luft explosive Gemische. Seine außerordentliche Giftigkeit begründet sich in der Blockierung eines Atmungs-Enzyms im Blut und damit den Sauerstofftransport von Hämoglobin in die Körpergewebe, wodurch eine rasche Erstickung eintritt.

Die tödliche B.-Dosis liegt bei 1 mg/kg Körpergewicht. B. gelangt über die Atmungsorgane, den Magen und die Haut in den Körper. Die Vergiftungssymptome sind: Reizung der Haut und Schleimhäute, Übelkeit, Bewußlosigkeit und innere Erstickung. B. wird z.B. bei der Verbrennung von Polyurethanen freigesetzt; dadurch gibt es auch immer wieder Tote bei Wohnungsbränden (PU-haltige Matratzen).

Autor: KATALYSE Institut

Blähton

Blähton ist ein anorganischer Stoff, der aus Tonperlen ohne Zusätze hergestellt wird.

Bei einem Brennvorgang von ca. 1.200 GradC (möglicherweise Schadstofffreisetzung) werden Tonkügelchen aufgebläht, die anschließend Luftporen aufweisen und gleichzeitig eine in sich abgeschlossene, druckfeste Oberfläche entwickeln. Die Verbrennungsgase werden auf diesem Weg in den Kern eingeschlossen und können nicht entweichen.

Meist wird B. als Dämmstoff eingesetzt, der in Form von Schüttungen zum Wärme- und Feuchtigkeitsschutz und als Trittschallverbesserung dient. Allerdings verfügt er über keine sehr hohe Wärmedämmfähigkeit und bedarf eines relativ hohen Energieaufwandes bei der Herstellung (425 kWh/m3). B. wird auch häufig zum Niveauausgleich unter Estrichen eingesetzt. Eine Wiederwendung des B. ist möglich, seine Deponierung unproblematisch.

Autor: KATALYSE Institut

Bitumen

B. kommt in der Natur als Bestandteil von Asphalten und Asphaltgesteinen vor, die sich in langen geologischen Zeiträumen durch Verdunsten der leichter siedenden Anteile des Erdöls gebildet haben.

Der weitaus größte Teil des industriell eingesetzten B. fällt bei der Mineralölverarbeitung an. Es ist die Fraktion des Erdöls, die nach der Destillation und Abtrennung der verdampfbaren Anteile zurückbleibt. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet man Destillationsbitumen, Hochvakuumbitumen, Oxidationsbitumen oder Polymerb.

B. wurde schon von den Sumerer, Babylonier und Assyrer als Baustoff genutzt und mit Sand für die verschiedensten Anwendungen gemischt. Der industrielle Einsatz von B. begann im 19. Jahrhundert mit der Zunahme des motorisierten Verkehrs. Die Einsatzbereiche von B. können grundsätzlich unterschieden werden in Heiß- und Kaltverarbeitung. Bei der Kaltverarbeitung wird B. in Lösemitteln gelöst oder als wässrige Dispersion verarbeitet. Bei der Heißverarbeitung wird - z.B. bei der Herstellung von B.-Bahnen - in stationären Anlagen erhitztes Bitumen auf ein Trägermaterial aufgebracht. Diese B.-Bahnen können auf Baustellen u.a. durch Schweißen mittels Gasbrenner oder durch Einlegen in Heißb. verarbeitet werden. Heißflüssige Massen auf B.-basis werden auch zum Verschließen von Fugen oder zum Verkleben von Dämmstoffen verwendet.

Die mit Abstand größte Menge des B. geht als Walzasphalt in den Straßenbau. B. ist ein Gemisch höherer Kohlenwasserstoffe und heterozyklischer Verbindungen (Kohlenwasserstoffe mit anderen Atomen wie Schwefel, Stickstoff oder Sauerstoff). Neben Kohlenstoff und Wasserstoff sind daher auch Schwefel (bis zu 8 Massenprozent), Stickstoff (etwa 0,5 Massenprozent) und Sauerstoff (1 bis 2 Massenprozent)Bestandteile des B.

Kritisch diskutiert wird meist der Anteil an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Bei Temperaturen unter 80° C treten praktisch keine Emissionen aus B. auf. Hier besteht lediglich die Möglichkeit, dass es durch Verschmutzungen zu Hautkontakt mit dem in Lösemitteln gelösten oder in Wasser dispergierten Bitumen kommt. Bei 150°C liegen die Emissionen nur bei etwa 1 mg/h. Bei 180°C wurden merkliche Emissionen festgestellt. Ab ca. 230° C (Einbautemperatur von Gussasphalt) treten höhere Emissionen auf.

Häufig werden B. und Teer immer noch verwechselt. Teer entsteht als Pyrolyseprodukt bei der thermischen Behandlung von Stein- oder Braunkohle bei 700 bis 1200° C. Alles was schwarz ist wird als Teer, oder, wenn die Substanz flüssig ist, als Pech bezeichnet. Dies führte und führt noch immer dazu, dass Gefahren beim Umgang mit B. gesehen werden, die nur beim Umgang mit Pech oder Teer auftreten. Insbesondere gilt dies für den Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie deren Leitsubstanz, dem
Benzo[a]pyren (B[a]P).

Die MAK-Kommission begründet ihre B.-Bewertung ("hautresorptiv" und "krebserzeugend Kategorie 2") vor allem damit, dass in B. PAK enthalten sind. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Gehalt an B[a]P mit 2 bis 3 mg/kg im B. deutlich unter den 50 mg/kg liegt, ab denen Substanzen entsprechend der Gefahrstoffverordnung als krebserzeugend gelten.

Literatur: Rühl R, Musanke U (Hrsg): Sachstandsbericht des Gesprächskreis Bitumen. 2001

Autor: KATALYSE Institut

Biphenyl

Auch Diphenyl. Farblose, aromatisch riechende Blättchen, unlöslich in Wasser.

In Schwerölen des Steinkohlenteers enthalten. Stark giftige B.-Abkömmlinge: Chlor-B. (stark leberschädigend), polychlorierte B. (PCB), chlorierte Kohlenwasserstoffe (persistente, akkumulierbare Umweltgifte). Verwendung: Behandlung von Zitrusfrüchten und Einwickelpapier gegen Schimmelbefall. Kennzeichnungspflichtig, wahlweise namentlich oder mit ihrer E-Nummer E-230. Schale trotz beschränktem Höchstgehalt (70 mg B. pro kg Frucht) nicht zum Verzehr geeignet.

Daher sollten mit B. behandelte Zitrusfrüchte auch nicht in den Kompost gegeben werden. Wegen Hitzebeständigkeit Verwendung in Heizflüssigkeiten. Gesundheitsschädigende Wirkung: beträchtliche haut- und schleimhautreizende Eigenschaften bei Hautkontakt, schwere Lungen- und Bronchialerkrankungen bei langfristiger Inhalation, Krämpfe, Lähmungen, Tod im Koma bei oraler Aufnahme hoher Dosen.

Vergiftungssymptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Gedächtnisverlust, Nieren-, Gehirn-, Knochenmarksschädigungen, in wenigen Tagen Tod durch Leberversagen. MAK-Wert 0,2 ppm bzw. 1 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Biogene Amine

(Proteinogene Amine) B. sind Spaltprodukte der Aminosäuren.

Im Stoffwechsel kommen sie nur in geringer Menge vor, spielen jedoch eine bedeutende Rolle als Überträgerstoffe.

Einzelne Lebensmittel enthalten erhöhte Mengen von B., wodurch bei allergischen Personen (Allergie) beim Genuß solcher Lebenmittel (z.B. Käse, Fisch oder Wein) die allergischen Symptome verstärkt auftreten können.

B. werden in Lebensmitteln gefunden, wenn mikrobielle bzw. Reifungs- und Gärungsprozesse das Lebensmittel verändern oder verderben.

Autor: KATALYSE Institut

Bioalkohol

Umgangssprachliche Bezeichnung für Alkohol, also Ethanol aus biologischer Herkunft, d.h. aus alkoholischer Gärung.

Der von Mikroorganismen (v.a. von Hefen) durch Vergärung verschiedener kohlenhydrathaltiger Rohstoffe erzeugte Ethanol kann vielfältig technisch eingesetzt werden, z.B. als Lösungsmitel, Brennstoff und Syntheserohstoff. Zur technischen Nutzung wird der Alkohol einer Reinigung und Konzentration unterzogen.

Synthesealkohol wird dagegen u.a. durch Hydratisierung von Ethylen aus Crackgasen bei hohen Temperaturen und unter hohem Druck unter Säurekatalyse oder durch das Schwefelsäureverfahren, ebenfalls unter der Verwendung von Ethylen hergestellt.

Autor: KATALYSE Institut

Bindemittel

Bindemittel sind die zusammenfügende Komponente in mehrkomponentigen Produkten (Beton, Gips, Zement).

Bindemittel in Farben: Neben Pigmenten, Farbstoffen und Lösemitteln wichtigste Komponente in Beschichtungsstoffen. Zu den Bindemittel werden Filmbilder (Kunst- oder Naturharze) sowie Weichmacher und Trockenstoffe gezählt.

Bindemittel verbinden die Pigmentteilchen untereinander und dadurch alle Komponenten gemeinsam mit dem Untergrund. Je nach Bindemittel-Art unterscheidet man Öllacke, Reaktionslacke, Naturharzlacke, Alkydharzlacke, Acryllackdispersionsfarben u.a. (Lacke und Anstrichfarben)

Autor: KATALYSE Institut

Bims

Bims ist ein vulkanisches Lavagestein (Natur-B.), dessen Vorkommen in Deutschland in den Gebieten von Laacher See und Neuwieder Becken sind und dort unter erheblicher Landschaftszerstörung abgebaut wird.

B. kann auch technisch erzeugt werden. Man bezeichnet diesen als Hütten-B.. B. wird häufig in der Bauindustrie verwendet und dient als Grundmaterial für die Herstellung von Leichtbetonsteinen. Der B. ist ein poröses Gestein und verleiht aufgrund dessen den Leichtbetonsteinen eine erhöhte Wärmedämmfähigkeit. Für die Bauindustrie sind ausreichende Ressourcen vorhanden.

Das Grundmaterial für Hütten-B. ist Hochofenschlacke, diese wird mit Hilfe von Wasser oder Dampf geschäumt und zerkleinert. Nach Zufügen von Wasser, Bindemitteln (Kalk oder Zement) und ggf. Zusätzen erhärtet der Hütten-B. an der Luft (mind. 90 Tage). Der Herstellungsprozeß von Hütten-B. ist energieintensiv. Als Schadstoffe werden Kohlen- und Schwefeldioxid, Säuren, Chrombestandteile und Stäube emittiert. Natur- und Hütten-B. können erhöhte Radioaktivität (radioaktive Baustoffe) aufweisen.

Autor: KATALYSE Institut

Beton

B. ist ein Gemisch aus {-Zuschlägen (v.a. Sand und Kies), Bindemitteln (Zement) und Wasser.}

Man unterscheidet nach verwendeten Zuschlagstoffen Leicht-B. (Bims, Blähton), Normal-B. (Sand, Kies, Schlacke) und Schwer-B. (Eisenerz, Stahlschrott). Darüber hinaus gibt es Bio-B., welchem als Bindemittel Kalk und als Zuschläge auch Kalksteinmehl und Ziegelsplitt beigemischt werden. Bio-B. ist für eine Ausführung als Stahlbeton ungeeignet, da er keinen Korrosionsschutz bietet.

B. erhärtet sowohl an der Luft als auch unter Wasser. Noch Jahre nach der Herstellung enthält B. viel Feuchtigkeit (Baufeuchte), was zu einem ungesundem Raumklima führt. Die Diffusionsfähigkeit von B., v.a. von Fertigbetonteilen, ist gering, der Dampf-Diffusionswiderstand ca. 5-50mal so hoch wie bei Ziegelsteinen. B. besitzt eine geringe Wärmedämmfähigkeit, jedoch ein gutes Wärmespeichervermögen (k-Wert).

Mit erhöhter Radioaktivität ist v.a. bei den Zuschlägen für Leicht-B. und einigen Zementen zu rechnen (Radioaktive Baustoffe).

Da B. keinen statischen Zug aufnehmen kann, werden Decken, Unterzüge, Stützen etc. aus B. mit Stahlstäben und -matten bewehrt. Dies führt zu Änderungen der natürlichen elektrischen und magnetischen Felder. Zusätzlich können künstliche elektrische Felder an die Bewehrung kapazitiv ankoppeln (Elektrosmog ).

Autor: KATALYSE Institut

Betablocker

Umgangssprachlich für Beta-Rezeptoren-Blocker, Pharmaka, welche die Wirkung der Streßhormone Adrenalin und Noradrenalin reduzieren.

Nach Gabe von B. sinkt die Herzfrequenz, die Erregbarkeit wird herabgesetzt, die maximale Kontraktionskraft reduziert, der Sauerstoffbedarf des Herzens ist vermindert.

Autor: KATALYSE Institut

Beschichtungen

B. sind meist mehrere in sich zusammenhängende Schichten, die aus Beschichtungsstoffen bestehen und auf Untergründen aufgebracht sind.

Untergründe sind z.B. Putz, Tapete, Stein, Beton, Metall,

Holz o.ä. Beschichtungsaufbau ist Imprägnierung, Grundierung, Zwischenanstrich und Endanstrich. Beschichtungsstoffe sind je nach Dicke: Imprägnierung, Wachs, Lasur, Dickschichtlassur, Lack, Anstrichsiegel oder Putz. B. lassen sich durch Streichen, Rollen, Spritzen, Tauchen, Spachteln oder Gießen aufbringen. B. beeinflussen als Grenzfläche zwischen Wand und Innenraum entscheidend das Innen-Raumklima.

Autor: KATALYSE Institut

Beryllium

Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Symbol Be, Ordnungszahl 4, Schmelzpunkt 1.285 Grad C, Siedepunkt 2.970 Grad C, Dichte 1,85 g/cm3, silberweißes, glänzendes, leicht oxidierbares, giftiges Metall.

B. und seine Verbindungen stehen in der MAK-Liste unter III A2 der im Tierversuch krebserzeugenden Arbeitsstoffe, TRK 0,005 mg/m3für Produktionsbetriebe bzw. 0,002 mg/m3 für alle anderen Betriebe. Sie werden in Form von Staub und Dämpfen in den Körper aufgenommen und verursachen schwere irreversible Lungenschäden (Lungenödem), die tödlich ausgehen können. Da B. praktisch nicht ausgeschieden wird, kann es bei chronischer Exposition zu Leberschäden und Milzvergrößerung kommen. Die Latenzzeit einer Erkrankung kann bis zu 30 Jahren dauern.

B. kommt in der Erdkruste recht selten vor (0,006 Prozent). Das wichtigste B.-Mineral ist der Beryll, aus dem früher auch Linsen geschliffen wurden (daher das Wort Brille). Die Weltförderung liegt rund 9.000 t. Reines B. ist für Röntgenstrahlen etwa 17mal stärker durchlässig als Aluminium und findet daher als Röntgenfenster Anwendung.

In Legierungen verleiht es anderen Metallen (Kupfer, Aluminium, Nickel, Cobalt, Eisen) Härte, Temperatur- und Korrosionsstabilität (z.B. Anwendung als Uhrfedern und in funkenfreien Werkzeugen). B. kann aber auch anstelle von Graphit oder schwerem Wasser in kleinen Kernreaktoren oder Atomwaffen als Moderator eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Bergbau

Im B. fördert man aus der Erde Metallerze, Salze, Gesteine und fossile Brennstoffe.

B. ist immer mit Eingriffen in Landschaft und (hydro-)geologische Verhältnisse sowie mit Staubemissionen verbunden (Staub). Durch Wiederverwendung gebrauchter Rohstoffe (Recycling, Metalle) lassen sich Abbau und damit Umweltbelastung reduzieren. Besondere Probleme treten wegen der hohen Materialentnahme aus der Erde und massiven Eingriffen in den Wasserhaushalt beim Abbau von Braun- und Steinkohle auf. Der Abbau von Uran führt zu radioaktiver Belastung von Bergarbeitern und Umwelt.

Autor: KATALYSE Institut

Benzo(a)pyren

B. (C20H12), ist ein aus 5 Benzolringen bestehender polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoff und stark cancerogen.

Der cancerogene Charakter wird durch die Lage der Benzolringe bestimmt (z.B. ist 3,4-B. ein starkes Kanzerogen im Gegensatz zu 1,2-B.).

Quellen der Belastung: Autoabgase (insb. aus Dieselmotoren; Schadstoffe aus Kfz), Straßenstaub, Ackererde, Tabakrauch (entscheidende Bedeutung für die Entstehung von Lungenkrebs), in geräucherten und auf Rost gegrillten Lebensmitteln. Hoher Gehalt in zahlreichen Nahrungsmitteln des täglichen Bedarfs durch "Fall-out" in Industriegebieten (Gemüse, insbesondere Blattgemüse, Obst).

B. entsteht bei 500-600 GradC, z.B. wenn Fett auf glühende Holzkohle tropft und verdampft (beim Grillen von Fleisch auf offenem Holzkohlenfeuer).
B. führt bei regelmäßiger Aufnahme in bestimmter Dosis zu Magenkrebs. Der Grenzwert für B. in Lebensmitteln liegt bei 1 ppb (1 mycrog/kg).

Der Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Zigarettenkonsum (Tabakteer) ist nachgewiesen.
Berufskrankheiten: Schornsteinfeger (Krebs), Arbeiter in Brikettfabriken (Gesichtskrebs).

Autor: KATALYSE Institut

Batterien

Zusammenschaltung mehrerer gleichartiger technischer Geräte (Strom-, Spannungsquellen, Kondensatoren).

Üblicherweise auch allgemeine Bezeichnung für einzelne elektro-chemische Energiespeicherzellen (Chemischer Speicher). Sie enthalten chemische Energie, die beim Entladen in Form von elektrischer Energie abgegeben wird. Die Grundbausteine sind zwei Elektroden aus unterschiedlichen Materialien und einer geeigneten elektrisch leitfähigen Flüssigkeit oder Paste (Elektrolyt). Die sich zwischen den Elektroden aufbauende Spannung ist abhängig von der Wahl der Elektrodenmaterialien. Häufig verwendete Systeme sind:

Alkali-Mangan-Batterien, Lithium-Batterien, Quecksilberoxid-Batterien, Silber-Luft-B., Zink-Kohle-B., Zink-Luft-B.. Die genannten Systeme sind nach Gebrauch nicht wiederaufladbar und werden daher als Primärbatterien bezeichnet. Man darf auf keinen Fall versuchen, Primär-B. aufzuladen, da der Elektrolyt auslaufen oder die B. sogar explodieren kann. Aufladbare B. heißen Akkumulatoren.

Bei Gebrauch von B. ist darauf zu achten, daß sie vollständig entladen werden oder im entladenen Zustand zu lange gelagert werden. Besonders bei Zink-Kohle-B. besteht die Gefahr des Auslaufens. Daher immer einen kompletten B.-Satz eines Gerätes bei deutlicher Leistungsabnahme wechseln (nie einzelne B. eines Satzes wechseln!) oder bei längerer Nichtbenutzung eines Gerätes B. herausnehmen. Neuerdings ist auf Primär-B. ein Datum aufgeprägt, welches bei richtiger Lagerung (+15 bis +25 Grad C) den Zeitpunkt angibt, zu dem der Hersteller noch eine volle Leistungskapazität garantiert.

B. bilden einen Großteil des Metallabfalls in unseren Haushalten (Hausmüll). Daher empfiehlt es sich, auch alle anderen B.-Typen aus dem Hausmüll ferzuhalten und sie einer gesonderten Batterie-Entsorgung zuzuführen.
Die größte Gesundheitsgefährdung geht von B. aus, wenn sie verschluckt werden (besonders darauf achten, daß kleine Bauformen z.B. Knopfzellen nicht in Kinderhände gelangen).

Die schützende Umhüllung kann sich im Magen auflösen, so daß der Inhalt schwere Vergiftungen oder Verätzungen bewirkt. Sollte eine B. dennoch verschluckt werden, auf keinen Fall warten bis sie über den normalen Weg ausgeschieden wird. Sofort durch Erbrechen versuchen sie aus dem Körper zu entfernen und auf jeden Fall einen Arzt benachrichtigen.

Autor: KATALYSE Institut

Backofen- und Grillreiniger

Aggressive Spezialreiniger (Reinigungsmittel) zur Entfernung verkrusteter Speiserückstände.

Neben den schmutz- und fettlösenden Tensiden beruht ihre Wirkung auf der Fett- und Eiweißspaltung durch starke Basen (Natriumhydroxid, organische Amine) und der Gegenwart von Lösemitteln (insbesondere Butylglykol). Entsprechend sind diese Produkte hoch alkalisch (pH-Wert bis 14) und ätzend. Besondere Gefahr geht von B. bei der Anwendung als Aerosol (Spraydosen) aus.

Backofen- und Grillreiniger sollten grundsätzlich vermieden werden. Handlungsalternativen wären Einweichen der möglichst noch frischen, warmen Verschmutzungen mit alkalischer Schmierseife (Seife) oder einem Speiseöl und nachfolgende Behandlung mit Scheuermitteln.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltstandards

U. sind Ziele einer zu erreichenden Umweltqualität und konkretisieren sich in Umweltqualitätszielen.

Konkret handelt es sich um Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie private Regelungen (z.B. DIN-Vorschriften) durch die umweltbezogene, unbestimmte Rechtsbegriffe (wie „schädliche Wirkung“, „Vorsorge“, „Regeln der Technik“) in konkrete Verbote, Gebote oder Erlaubnisse umgesetzt werden.

U. sind politisch festgelegte Werte, die in der Praxis unterschritten oder eingehalten werden müssen, um ein Umweltqualitätsziel zu erreichen. U. sind naturwissenschaftlich begründet und entsprechen dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Die drei Kategorien von Umweltstandards

  • Gesetzlicher Umweltstandard (Grenzwert)
  • Politisch-programmatischer Umweltstandardwert (z.B. Gewässergüteklasse)
  • wissenschaftlich-fachlicher Umweltstandard (Diskussions- und Richtwerte)

U. können einen zukunftsfähigen und gesellschaftlich vertretbaren Weg zwischen der „Null-Belastung“ und extremer „Umwelt- und Gesundheitsbelastung“ darstellen. Bisher basieren Grenzwerte jedoch vorwiegend auf Messungen und Daten von Einzelexpositionen. Trotz der hohen Komplexität sollte es in Zukunft möglich sein U. auch für kombinierte Expositionen aufzustellen.

Lit.: Streffer et.al.: Umweltstandards; Springer Verlag Heidelberg 2000

Autor: KATALYSE Institut

Ätznatron

Natriumhydroxid

Autor: KATALYSE Institut

Ätzkali

Natriumhydroxid

Autor: KATALYSE Institut

Umweltschutzinvestitionen

Eine Investition ist die langfristige Bindung finanzieller Mittel in Objekten materieller oder immaterieller Art, die im Hinblick auf eine bestimmte Zielsetzung, z.B. zur Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen, erfolgt.

Kennzeichen jeder Investition ist die mit Unsicherheiten behaftete Amortisation über zukünftige Erträge bzw. Einsparungen an Aufwendungen. Der Teil der Investitionen, der mit der Zielsetzung Umweltschutz getätigt wird, wird als U. bezeichnet. Hierzu zählen u.a. alle Sachanlagen, die ausschließlich dem Umweltschutz dienen (z.B. Klär- oder Filteranlagen), dem Umweltschutz dienende Teile von sonstigen Investitionen (z.B. Lärmminderung einer Maschine oder Katalysator beim Pkw) als auch produktbezogene Maßnahmen, die zur Herstellung von Erzeugnissen mit geringerer Umweltbelastung führen.

Gesamtwirtschaftliche U.: In der BRD wurden im Jahre 1987 15,62 Mrd DM in Umweltschutzmaßnahmen investiert, von denen anteilig ca. 50% auf die öffentliche Hand und 50% auf die Privatwirtschaft entfielen. Die Gesamtausgaben für Umweltschutz (Investitionen + laufende Ausgaben) betrugen im gleichen Jahr 32,25 Mrd DM. Der Anteil der U. an den Gesamtinvestitionen entsprach 1985 rund 5,3%.
Betriebliche U.: Für die Entscheidung über U. in Unternehmen sind insb. die finanziellen (und sonstigen betrieblichen) Auswirkungen von Bedeutung.

Die traditionellen Verfahren der Investitionsrechnung beurteilen die Vorteilhaftigkeit unterschiedlicher Alternativen ausschließlich anhand der für das Unternehmen bedeutsamen finanziellen Konsequenzen. Eine U. wird aufgrund dieser Beurteilungskalküle nur dann durchgeführt, wenn die Aufwendungen bei der Durchführung geringer sind als die bei einem Verzicht möglicherweise anfallenden Abgaben oder Strafen.

So werden etwa im Rahmen der statischen Investitionsrechnung die Kosten oder der Gewinn zweier Alternativen verglichen. Bei der Amortisationsrechnung wird der Zeitraum bestimmt, in dem der Kapitaleinsatz einer Investition über die Erlöse wieder in die Unternehmung zurückfließt.
Entgegen den traditionellen Verfahren der Investitionsrechnung, werden bei der Nutzwertanalyse auch nichtfinanzielle Wirkungen einer Investition, wie die Umweltverträglichkeit, in das Entscheidungskalkül einbezogen.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltschutzgesetze

Für Umweltschutzgesetze hat gemäß der Kompetenzverteilung der Bund für den Erlaß die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz.

Konkurrierende, also von Bund und Ländern gemeinsam wahrzunehmende Gesetzgebungsbefugnis besteht u.a. für die Bereiche:

  • Abfallentsorgung,
  • Luftreinhaltung,
  • Lärmbekämpfung,
  • Kernkraftwerke und Strahlenschutz,
  • Straßen- und Schienenverkehr,
  • Energiewirtschaft,
  • Schiffsverkehr,
  • Fischerei, Land- und Forstwirtschaft,
  • Tier- und Pflanzenschutz,
  • Seuchenbekämpfung und Arzneimittelrecht.

Eine Rahmengesetzgebungskompetenz hat der Bund für Wasserhaushalt, Naturschutz und Landschaftspflege, Jagdwesen und Raumordnung. Die Länder regeln die übrigen Rechtsgebiete ihres Hoheitsbereiches bzw. füllen die Rahmengesetzgebung des Bundes aus.

Frühe und besonders wichtige Umweltschutzgesetze sind:

  • Bundesim-missionsschutzgesetz (1974),
  • Abwasserabgabengesetz (1976),
  • Chemikaliengesetz (1980),
  • Abfallgesetz (1986),
  • Wasserhaushaltsgesetz (1986)
  • Bundesnaturschutzgesetz (1986).

Für den Vollzug der Umweltschutzgesetze sind fast ausschließlich die Länder und z.T. die Kommunen zuständig. Typische Vollzugsprobleme bzw. -Vollzugsdefizite sind: Nichtanwendung von Normen, zu großzügige Auslegung der Normen (z.B. Genehmigung einer Anlage, obwohl Grenzwerte überschritten werden), mangelnde politische Zielvorgaben und Kontrollen (z.B. bei der Ausweisung von Schutzgebieten), unzureichende Kontrolle und Überwachung (z.B. von Sicherheitsvorschriften), mangelnde Sanktionen (z.B. Verzicht auf Anklageerhebung bei illegalen Abwassereinleitungen), Höherbewertung anderer Interessen (z.B. bei Naturschutzbelangen Siedlung).

Autor: KATALYSE Institut