Bleichmittel

Wichtige Gruppe von Chemikalien, die in zahlreichen industriellen Prozessen (Bleicherei, Zellstoffbleiche), aber auch im Privathaushalt zum Einsatz kommt (dort vor allem als Wäsche-B. und in Fleckensalzen).

Neben adsorptiv wirksamen Stoffen (z.B. Aktivkohle, Bleicherden) handelt es sich um Substanzen, welche unerwünschte Farbstoffe durch Reduktion, meist aber durch Oxidation zerstören. Unter den oxidierenden B. sind vor allem zwei Wirkstoffgruppen zu unterscheiden:

1. Aktivchlorverbindungen werden bevorzugt in industriellen Bleichprozessen (z.B. in der Papierindustrie), aber auch in der gewerblichen Wäscherei eingesetzt. Im Privathaushalt dagegen spielt in Deutschland diese
Chlorbleiche fast keine Rolle bei der Wäschebehandlung. Da die Aktivchlorverbindungen zu einer erheblichen AOX-Belastung des Abwassers führen, werden sie zunehmend verdrängt durch

2. Aktivsauerstoffverbindungen (Sauerstoffbleiche) wie Wasserstoffperoxid oder Peressigsäure. Im Haushaltsbereich findet traditionell das relativ stabile Perborat Verwendung in den vorherrschenden Voll-Waschmitteln und neuerdings auch in den meisten chlorfreien Maschinen-Spülmitteln. Die von Umwelt- und Verbraucherverbänden bevorzugte Alternative Percarbonat läßt sich nicht in die üblichen Waschmittelrezepturen integrieren. Percarbonat ist dagegen das bleichende Prinzip separater Bleichkomponenten in Baukastenwaschmitteln oder Fleckensalzen.

Autor: KATALYSE Institut

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