Trinkwasseraufbereitung

Die T. dient der Herstellung einwandfreien Trinkwassers. Die Richtlinien dazu finden sich in der Trinkwasserverordnung (TVO).

Bei der T. in den großen Wasserwerken kommt eine Vielzahl von Verfahren und Verfahrenskombinationen zum Einsatz, die im wesentlichen drei Aufgaben erfüllen sollen:

  1.  die Entfernung von Verunreinigungen,
  2.  die Stabilisierung, die sicherstellen soll, dass sich die Beschaffenheit des Wassers während seiner Verteilung und dem Gebrauch nicht verändert und keine Korrosionsschäden an den Wasserrohren auftreten, und
  3.  die Hygienisierung, die unerwünschte Keime aus dem Wasser entfernen soll.

Je nach den Eigenschaften des Wasser und der Art der Verschmutzung werden hauptsächlich folgende Verfahren zur T. angewendet:

- Siebung: Mit Hilfe von Rechen und Mikrosieben werden grobe und feine Teilchen, z.B. Sand oder Plankton aus Oberflächengewässern, zurückgehalten.

- Sedimentation: Das Wasser durchläuft sehr langsam sogenannte Absetzbecken, in denen sich nicht gelöste Partikel absetzen. Da sehr viele kleine Teilchen (Feinstoffe) für die Sedimentation zu leicht sind bzw. durch Filter nicht zurückgehalten werden, setzt man Flockungsverfahren ein (Flockung).

- Filtration: Schwebstoffe, Ausfällprodukte und andere Rückstände der Enteisenung, Entmanganung, Entsäuerung und Enthärtung werden eliminiert. Je nach der Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers unterscheidet man zwischen Langsam- und Schnellfiltern. In den Schnellfiltern werden die Verunreinigungen hauptsächlich mechanisch zurückgehalten. In den Langsamfiltern spielen neben physikalischen Vorgängen (Sedimentation, Adsorption, Filtration) auch biologische und chemische Prozesse (Abbau, Oxidation chemischer Verbindungen) eine Rolle.

- Oxidation: Gehört seit Beginn der Trinkwasserversorgung zu den wichtigsten T.-Schritten, Hierzu werden Chlor, Chlordioxid, Ozon, Wasserstoffperoxid und Kaliumpermanganat verwendet. Diese Stoffe gehen Oxidationsreaktionen mit organischen und anorganischen Wasserinhaltsstoffen ein, die dadurch dem Wasser entzogen werden können. Schwer abbaubare organische Substanzen können durch Oxidation in leichter abbaubare Bruchstücke zerlegt werden, die dann in weiteren Reinigungsschritten entfernt werden.

- Entsäuerung: Wässer mit einem hohen Säuregehalt (in natürlichen Wassern hauptsächlich Kohlensäure) haben materialangreifende Eigenschaften. Dadurch vermögen sie Metalle (Eisen, Blei, Zink, Cadmium, Kupfer) sowie Asbestzementfasern aus den Wasserleitungsrohren zu lösen (Korrosion). Um dies zu verhindern, schreibt die TVO vor, dass das Trinkwasser im sogenannten »Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht« sein soll. In Abhängigkeit vom Härte und Säuregehalt werden verschiedene Entsäuerungsverfahren angewendet. Durch Filtration über halbgebrannten Dolomit oder Marmor und durch Zugabe alkalischer Substanzen, z.B. Calciumhydroxid, wird die überschüssige Kohlensäure chemisch neutralisiert.

- Enthärtung/Entcarbonisierung: Wasserhärte, Wasserenthärtung.

- Des weiteren sind eine Reihe von Chemikalien durch die TVO zugelassen, die zur Hemmung der Korrosion, zum Einstellen des pH-Wertes, zum Entzug bestimmter Inhaltsstoffe durch Fällung oder zum Einstellen z.B. eines bestimmten Salzgehaltes dem Trinkwasser zudosiert werden dürfen.

- Desinfektion: Die Desinfektion erfolgt mit Hilfe der Chlorung, Ozonierung und ultravioletter Strahlung statt.

Ein breites Spektrum an Verfahren und Maßnahmen zur Entfernung schädlicher Substanzen aus dem Trinkwasser ist vorhanden. Aber all diese Verfahren haben Grenzen. Es existiert kein Eliminierungsverfahren, das selektiv nur die Schadstoffe entfernt, sondern meist werden auch erwünschte Inhaltsstoffe reduziert. Außerdem entfernt kein Verfahren die Schadstoffe vollständig. Schließlich wäre es ökologisch und langfristig auch ökonomisch sinnvoller, durch vorbeugende Maßnahmen die Schadstoffe erst gar nicht in die Gewässer gelangen zu lassen, anstatt in immer aufwendigere „Aufbereitungsanlagen“ zu investieren.

Autor: KATALYSE Institut

Tierarzneimittel

T. müssen nach dem Arzneimittelgesetz zugelassen werden (§ 21 AMG). Homöopathische Arzneimittel werden nur registriert (§ 38 ff. AMG).

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin ist zuständig für die Zulassung bzw. Registrierung von T. Dort werden auch Ergebnisse über unerwünschte Wirkungen von Tierarzneimitteln gesammelt, ausgewertet und falls erforderlich, risikomindernde Maßnahmen ergriffen, was auch zum Widerruf der Zulassung führen kann.

T. werden aus therapeutischen und wirtschaftlichen Gründen, z.B. zur Verkürzung der Mastzeiten, eingesetzt. Rückstände dieser Stoffe können insbesondere bei kontinuierlicher Aufnahme zu gesundheitlichen Problemen beim Menschen führen (Allergien, Resistenz gegen pathogene Keime).

Autor: KATALYSE Institut

Tiefkühlkost

T. umfaßt Speisen oder Speisenkomponenten, Obst und Gemüse, Eiskrem und Backwaren, die zur Verlängerung der Haltbarkeit bei -18 Grad C tiefgefroren, transportiert und gelagert werden (Fast Food, Fertiggerichte).

Tiefkühlen zählt zu den schonendsten Konservierungsverfahren, ist aber unter ökologischen Aspekten wegen seines hohen Energiebedarfs während Verarbeitung und Lagerung bei Hersteller, Handel und Verbraucher (Gefriergeräte) als umweltbelastend zu bezeichnen.

Autor: KATALYSE Institut

Thunfisch

Der Thunfisch ist das größte Mitglied der Makrelenfamilie, ist ein langer, spindelförmiger Raubfisch und ein sehr beliebter Speisefisch.

Der Thunfisch ist ein Schwarmfisch der warmen Meeresgebiete. Er hat einen eleganten Körperbau, charakterisiert durch je eine Reihe kurzer einstrahliger Flössel, mit einem halbmondförmigen Schwanz. Die Oberseite ist dunkel graublau, die Unterseite ist weiß. Es sind mehrere Unterarten bekannt, von denen der Weiße und Rote Thunfisch die bekanntesten sind. Der Weiße Thunfisch wird bis einem Meter lang und lebt hauptsächlich im Atlantik und Mittelmeer, der Rote Thunfisch wird bis vier Meter lang und lebt auch im Pazifik.

Das Fleisch des Thunfisch ist dunkelrot, fett und vitaminreich, beim weißen Thunfisch ist es heller und fettärmer.

Logos und Aufdrucke auf  Thunfisch-Konserven wie z.B. "delphinfreundlich gefangen" oder "dolphin friendly" sind nicht geschützt und werden möglicherweise auch von Thunfisch-Importeuren verwendet, die nicht dem Kontrollprogramm angeschlossen sind.

Autor: KATALYSE Institut

Thiabendazol

T. (E233) wird wegen seiner fungiziden Eigenschaften (Pflanzenschutzmittel) gegen Pilzbefall von Citrusfrüchten, Bananen, Kernobst und Zwiebeln eingesetzt.

T. ist unter der Bezeichnung E233 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.

Autor: KATALYSE Institut

Tafelwasser

Siehe Mineralwasser.

Autor: KATALYSE Institut

Süßstoffe

Synthetisch hergestellte organische Stoffe, die eine höhere Süßkraft als Zucker, aber keinen Nährwert besitzen.

Zu ihnen gehören z.B. Saccharin, Cyclamat und Aspartam. Sie sind als Süßungsmittel für Diabetiker und Kranke, die keinen Zucker essen dürfen, von großer Bedeutung. In den 70er Jahren waren Saccharin und Cyclamat in den Verdacht geraten, Krebs zu erzeugen, nachdem bei Tierversuchen mit hoher Dosierung Blasenkarzinome aufgetreten waren. Wie Studien daraufhin jedoch ergeben haben, sind S. bei üblichem Verbrauch unbedenklich. Eine Einschränkung gilt für Aspartam; Patienten mit der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie dürfen diesen S. nicht zu sich nehmen.

Von den S. unterschieden werden die Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole). Hierzu gehören z.B. Mannit, Sorbit, Xylit. Sie werden in der Mehrzahl aus Zucker oder aus Stärke hergestellt und sind im Gegensatz zu den S. kalorienhaltig. Der Genuß größerer Mengen an mit Zuckeraustauschstoffen gesüßten Lebensmitteln bewirkt Durchfall. Diese Zuckeraustauschstoffe werden z.T. vom Körper nicht verstoffwechselt und entziehen dann dem Darm das Wasser.

S. und Zuckeraustauschstoffe können von der Mundflora nicht vergoren werden. Wenn sie statt Zucker verwendet werden, tragen sie erheblich zur Kariesvorbeugung bei.

Siehe auch: Lebensmittelzusatzstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Stählerne Kuh

Dosierapparate zur Abfüllung von Frischmilch in SB-Märkten. Der Kunde kauft einmalig eine Kunststoff- oder Glasflasche, die er auf Knopfdruck am Automaten selbst befüllt.

Auf Einweg-Milchverpackungen kann bei diesem System somit verzichtet und eine großes Volumen Abfall gespart werden. Bereits Ende der 70er wurden vereinzelt Versuche mit Milchabfüllgeräten unternommen, die jedoch aus hygienischen Gründen scheiterten, da die Milch vorzeitig sauer wurde.

Seit Anfang der 90er Jahre sind die hygienischen Mängel bei der Abfüllung behoben. Seither fand das Abfüllsystem bundesweite Verbreitung, verschwand aber nach einigen Jahren wieder, da der relativ hohe Personalaufwand in SB-Märkten nicht gewährleistet werden konnte und die Molkereien wieder verstärkt auf Schlauchbeutel und Pappkartons setzen.

Autor: KATALYSE Institut

Spülmittel

S. stellen die mengenmäßig bedeutendste Produktgruppe unter den Reinigungsmitteln dar.

Sie dienen zum Reinigen von Geschirr in Haushalt und Gewerbe. Es sind zwei Arten zu unterscheiden, nämlich Hand- und Maschinen-S., die völlig unterschiedlich aufgebaut und auch nicht austauschbar sind.

  • 1. Hand-S. sind im Vergleich zu Allzweckreinigern relativ konzentrierte Lösungen von Tensiden, welche vor allem Fett ablösen und in der Spülflotte stabilisieren sollen. Die eingesetzten Tensidkombinationen sind schaumstark und müssen entsprechend ihrem häufigen Gebrauch möglichst hautverträglich sein, bzw. es werden spezielle Hautschutzkomponenten zugesetzt. Schließlich soll ein guter Klartrocknungseffekt vorliegen.

    Wichtigster Bestandteil sind die härtetoleranten Fettalkoholethersulfate. Daneben finden als anionische Tenside Alkansulfonate, lineare Alkylbenzolsulfonate und Fettalkoholsulfate Einsatz. Bei den Lösemitteln handelt es sich v.a. um niedere Alkohole (z.B. Ethanol). Unter Umständen ist zur Einstellung der Viskosität noch Natriumchlorid (Kochsalz) enthalten.

    Unter humantoxikologischen Aspekten ist neben der dermatologischen Verträglichkeit auch von Bedeutung, inwieweit die auftrocknenden Tensidreste und deren mögliche Aufnahme im Organismus beim Gebrauch handgespülten Geschirrs ein Risiko darstellen. Letzteres wird angesichts einer Aufnahme an Tensiden auf diesem Weg in der Größenordnung von 0,1 g pro Jahr als vernachlässigbar angesehen.

    Insgesamt gehören moderne Hand-S. auf Basis schnell und vollständig abbaubarer Tenside zu den weniger umweltbelastenden Reinigungsmitteln. Ein Großteil der Säuberungsleistung beim Handspülen ist mechanischer Art und daher der Einsatz an Chemie gering.

  • 2. Maschinen-S. enthalten im Gegensatz dazu nur wenig oder gar keine Tenside. Die intensive Flottenbewegung der Spülmaschine verlangt extrem schaumarme Tenside. Diese Eigenschaft mit ausreichender biologischer Abbaubarkeit (Abbau) zu verbinden, war lange Zeit ein großes Problem.

    Basis von Maschinen-S. sind dagegen Bleichmittel (z.B. Aktivchlorspender oder Perborat) und Gerüststoffe (z.B. Phosphat, Metasilikat oder Soda). Die Produkte reagieren meist stark alkalisch (pH-Wert über 12) und wirken dadurch ätzend auf der Haut. Maschinen-S. sind trotz der heftigen Diskussion um das Phosphat der letzte große Einsatzbereich für diesen umweltbelastenden Stoff in Reinigungsmitteln.

    Die Substitution durch weniger problematische Phosphatersatzstoffe ist zwar prinzipiell möglich, aber schwieriger als bei Waschmitteln. Auf jeden Fall muß bei phosphatfreien Maschinen-S. die Regenerierung des in der Geschirrspülmaschine integrierten Ionenaustauschers sorgfältig vorgenommen werden, weil es andernfalls zur Bildung von Belägen auf dem Spülgut kommen kann.

    Maschinen-S. werden meist als Pulver, aber auch in flüssiger Form angeboten. Sie sind im Gegensatz zu den Hand-S. aufgrund ihres Phosphat- und Chlorgehaltes stark umweltbelastend. Hinzu kommt, daß beim Maschinenspülen ein zusätzliches Produkt, nämlich der Klarspüler, notwendig wird. Wenn schon das Maschinenspülen nicht vermeidbar ist, sollten phosphatfreie Produkte mit Sauerstoffbleiche eingesetzt werden, wie sie Alternativproduzenten schon seit Jahren anbieten.

    Vor kurzem brachten auch die großen Markenhersteller phosphat- und chlorfreie Maschinen-S. auf den Markt, in denen als Gerüststoffe Citrat, Polycarboxylate und weniger alkalische Silikate Einsatz finden. Üblicherweise arbeitet dieser neue Produkttyp zusätzlich mit Enzymen.

Siehe auch: Reinigungsmittel

Autor: KATALYSE Institut

Spülmaschine

S. belasten die Umwelt durch Stromverbrauch (Kraftwerk), Trinkwasserverbrauch, Reinigungsmittel und Salzeintrag.

Strom- und Wasserverbrauch von S. konnten in den letzten 10 Jahren um ca. 40% reduziert werden. Die meisten modernen S. verbrauchen weniger Energie und Wasser als das manuelle Spülen im Spülbecken. Verbrauchswerte der sparsamsten S.: 1,4 kWh Strom und 20 l Wasser für das tägliche Geschirr eines Vierpersonenhaushalts. Nur wer sehr sparsam mit der Hand abwäscht erreicht ebenfalls diese Werte. Neue Techniken wie z.B. das Recyclingverfahren, bei dem bereits benutztes Wasser gespeichert und erneut genutzt wird, werden den Wasserverbrauch weiter senken.

Der Energieverbrauch kann zusätzlich verringert werden, indem man warmes Wasser von der Zentral-Heizung (Warmwasserbereitung) oder von Sonnenkollektoren einspeist, was bei den meisten modernen S. möglich ist. Für viele Modelle gibt es für schwach verschmutztes Geschirr Sparprogramme.

Trotz aller Fortschritte gehören S. zu den Haushaltsgeräten mit dem höchsten Energieverbrauch. Durch die Wahl eines sparsamen Modells können beachtliche Mengen Energie, Wasser und Kosten eingespart werden (Haushaltsgeräte).
Im Vergleich zum Handspülen werden in S. aggressivere Reinigungsmittel eingesetzt, die die Umwelt belasten (Spülmittel).

S. sind auf die Zugabe von Salz angewiesen. Bei hartem Wasser werden pro Durchlauf 20-30 g Salz verbraucht. Auf diesem Wege gelangen in Westdeutschland pro Jahr 30.000-40.000 t Salz ins Abwasser.

Autor: KATALYSE Institut

Speisesalz

Siehe Natriumchlorid.

Autor: KATALYSE Institut

Sorbit

Auch Sorbitol genannt, Kohlenhydrat, Stoff aus der Gruppe der Zucker.

Zwischenprodukt einer Umwandlung von Fruktose in Glukose im Organismus. Anwendung: Süßstoff für Diabetiker. S. ist wasseranziehend. Deswegen wird es als pharmazeutischer Hilfsstoff eingesetzt und in Kosmetika verwendet, um die Haut geschmeidig zu halten

Autor: KATALYSE Institut

Sorbinsäure

S. kommt in Ebereschenbeeren (Vogelbeeren), Kirschen und Pflaumen vor und ist gegen sehr viele Schimmmelpilze, Hefen und bestimmte Bakterien wirksam.

Ihre physiologische Unbedenklichkeit wurde nachgewiesen. Daher wird sie als Konservierungsstoff für Lebensmittel, z.B. Schnittbrot, verwendet. S. wirkt im schwach sauren Bereich am besten. Sie steht chemisch den Fettsäuren nahe und wird wie diese im Körper abgebaut. Derivate der S. werden in der Kunststoff- und Lackindustrie als Zusatz zur Erzielung trockener Öle verwendet.

Siehe auch: Lebensmittelzusatzstoffe

Lit.: KATALYSE e.V. (Hrsg.): Was wir alles schlucken, Reinbek 1985

Autor: KATALYSE Institut

Setting-Ansatz

Der Setting-Ansatz ist ein anwendungsorientierter, von der WHO unterstützter Ansatz der Verhältnisprävention, der in den aktuellen WHO Gesundheitszielen für Europa Niederschlag gefunden hat (WHO 1988, 1989).

Er zielt auf die Veränderung des Alltags durch niederschwellige systemische Interventionen in konkreten Lebenswelten wie Schule, Betrieb oder Stadtteil, die alle Beteiligten einbeziehen. Grundlegende Philosophie der Setting-Intervention ist, dass die Zielgruppen als aktiv Handelnde Kompetenzen (Life Skills) zur Wahrnehmung ihrer eigenen gesundheitsbezogenen Interessen erwerben (Empowerment) und nicht Empfänger von gesundheitsförderlichen Botschaften und Angeboten sind. Grundlegende Elemente des Settings-Ansatzes sind Entwicklung von Life Skills, Partizipation und Strukturentwicklung. „Settings sind Organisationen, die eine durch ihre Struktur und Aufgabe anerkannte soziale Einheit darstellen“ (Baric, Conrad 2000, S. 18). Es handelt sich also um relativ dauerhafte Sozialzusammenhänge, von denen wichtige Impulse für Gesundheit (Gesundheitsbelastungen, Gesundheitsressourcen) ausgehen. (vgl. Rosenbrock 2004 S. 155 - 159)

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Baric, Leo, Conrad, Günther (2000): Gesundheitsförderung in Settings. Konzept, Methodik und Rechenschaftspflichtigkeit zur praktischen Anwendung des Setting-Ansatzes der Gesundheitsförderung. Gamburg.
  • Rosenbrock, Rolf et al. (2004): Primärprävention im Kontext sozialer Ungleichheit - Wissenschaftliche Gutachten zum BKK-Programm "Mehr Gesundheit für alle". BKK, Bremerhaven
  • WHO (1998): Gesundheit21: Eine Einführung zum Rahmenkonzept „Gesundheit für alle“ für die Europäische Region der WHO (Europäische Schriftenreihe „Gesundheit für alle“; Nr. 5) 1.Gesundheit für alle 2.Gesundheitspolitik 3.Prioritäten im Gesundheitswesen 4.Regionalplanung 5.Europa WHO, Kopenhagen I.Serie ISBN 92 890 7348 9 (NLM Klassifikation: WA 540 GA1) ISSN 1012-7372 http://www.euro.who.int/document/EHFA5-G.pdf
  • WHO (1999): Gesundheit21: Das Rahmenkonzept “Gesundheit für alle” für die Europäische Region der WHO, Europäische Schriftenreihe „Gesundheit für alle“ Nr.6, WHO, Kopenhagen

Autor: KATALYSE Institut

Sekundäre Pflanzenstoffe

Mit sekundären Pflanzenstoffen wird eine Gruppe von 60 000 bis 100 000 Substanzen bezeichnet, die von Pflanzen als Farbstoffe, Wachstumsregulatoren, Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten sowie Aroma- und Duftstoffe gebildet werden. Beispiele sind Phytosterole, Saponine, Glucosinolate, Polyphenole und Protease- Inhibitoren.

Beim Menschen haben sekundäre Pflanzenstoffe eine pharmakologische Wirkung. Sie wirken beispielsweise gegen Krebs, Infektionen durch Viren und Bakterien, hemmen die Entstehung von giftigen Stoffwechselprodukten, regen das Immunsystem an, verhindern Blutgerinnsel und fördern die Verdauung. Mit einer gemischten Kost werden täglich etwa 1,5 Gramm aufgenommen. Der heutige Wissensstand lässt jedoch keine Angaben darüber zu, welche Tageszufuhr an sekundären Pflanzenstoffen für eine Gesundheitsprophylaxe notwendig ist. Die Wirkungen können heute vielfach erst ansatzweise bestimmten Substanzen zugeordnet werden; hier bedarf es weiterer Forschung.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
HAHN, A., STRÖHLE,A., WOLTERS, M.: Ernährung. Stuttgart 2005.
Die Homepage www.ernaehrung.de
WDR Fernsehsendung Quarks&co.

Autor: KATALYSE Institut

Salmonellosen

Durch Salmonellen (gramnegative Bakterien) ausgelöste Infektionskrankheiten mit Brechdurchfällen, hervorgerufen durch Genuss verdorbener Lebensmittel, insbesondere infizierten Fleisches.

Jährlich erkranken in Westdeutschland ca. 65.000 Menschen an Salmonellen. Die Infektionskrankheit wird Salmonellose genannt. Besonders gefährdet sind Risikogruppen und Menschen mit wenig Magensäure, Kinder, Schwangere, Kranke und Alte. Ein besonderes Risiko besteht auch in der Gemeinschaftsverpflegung.

Insgesamt werden etwa 2000 Varianten von Salmonellen unterschieden, welche zur Familie der Enterobacteriaceae gehören. Sie bilden keine Sporen, sondern Enterotoxine. Salmonellen sind sehr resistent gegenüber Umwelteinflüssen.
Unterschieden werden Lebensmittelvergiftungen durch Salmonellen der Enteritisgruppe und die durch Salmonellen der Typhus- bzw. Paratyphusgruppe ausgelösten hochinfektiösen Formen Typhus abdominalis und Paratyphus. Paratyphus führt zu Immunität, etwa 2 bis 5 Prozent der Infizierten werden Dauerausscheider. Diese dürfen nicht im Bereich der Lebensmittelherstellung und –verarbeitung arbeiten.

Die Krankheit kann bereits ein bis drei Stunden nach Aufnahme der Erreger ausbrechen. Sie dauert meist nicht länger als fünf bis sieben Tage. Bedingt durch Brechdurchfälle kommt es zu einem hohen Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen; nur falls diese nicht ausreichend ersetzt werden, wird die Krankheit lebensbedrohlich.

Die häufigste Ursache für Salmonellose ist mangelnde Hygiene bei der Zubereitung und Verarbeitung oder eine unsachgemäße Lagerung leicht verderblicher Nahrungsmittel.

Die häufigste Übertragung erfolgt vor allem über verunreinigtes Trinkwasser. Da Salmonellose erst bei längerem Erhitzen abgetötet werden, stellen besonders Speisen, die mit rohen Eiern oder Fleisch zubereitet werden eine Infektionsgefahr dar.

Wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung sind:

- beim Einkauf auf Verbrauchsdatum achten
- Kühlkette darf nicht unterbrochen werden
- Küchengeräte müssen gründlich gereinigt werden
- nur frische, rohe Eier verwenden
- Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen lassen
- Tauwasser immer weggießen
- Aufgussgetränke mit kochendem Wasser aufgießen
- Empfindliche Lebensmittel immer kühl lagern
- allgemeine Küchenhygiene beachten
- leicht verderbliche Lebensmittel getrennt voneinander aufbewahren

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
FRIES, R.: Fleischhygiene und Lebensmitteluntersuchung. Stuttgart 1992.
KRÄMER, J.: Lebensmittel – Mikrobiologie. Stuttgart 1992.
PICHARDT, K.: Hygieneschulung Lebensmittel. Heidelberg 1998.

Siehe auch: Lebensmittelvergiftung, Bakterien

Autor: KATALYSE Institut

Saccharin

Siehe Süßstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Saatgutbehandlung

S. soll verhindern, daß ausgebrachtes Saatgut von Krankheitserregern, Pilzen und "Schädlingen" befallen bzw. von Vögeln oder Kleintieren gefressen wird (Vergällungsmittel) und stellt einen Schutz gegen Frühinfektionen dar.

Zu unterscheiden sind physikalische und chemische Beiz- und Entseuchungsverfahren und gentechnische Saatgutbehnadlung. Nach Einführung systemischer Fungizide spielen die physikalischen Verfahren (z.B. Heißwasserbeizung) nur noch eine untergeordnete Rolle bzw. werden noch im ökologischen Landbau eingesetzt. Dabei ist die physikalische S. mit niederenergetischen Elektronen ein sehr effektives und nachhaltiges Verfahren und hinterläßt im Gegensatz zur chemischen S. keine Rückstände.

Chemische Beizung
Die Beizung von Saatgut ist die sparsamste und umweltschonendste Methode, um Saatkorn und Keimling vor pilzlichen Erregern zu schützen.
Optimale Beizung besteht in einer exakten, der Zulassung entsprechenden und gleichmäßigen Verteilung des Mittels auf die Saatkörner. Um dies zu erreichen, muss - neben einer guten Rohware - gewährleistet sein, dass in den Beizstellen die Förderwege für Saatgut ausgelegt und bei Sortenwechsel gereinigt werden. Die Reinigungsanlage sollte bei Gerste mit einem Entgranner ausgerüstet sein. Die notwendige gute Sortierung des Korns erfordert ein Sortiment an gründlich gereinigten Sieben in allen erforderlichen Größen.

Die Beizanlagen sind einer regelmäßigen Überprüfung und Wartung zu unterziehen. Vor allem darf es nicht zu Staub und Abrieb kommen, die das Beizmittel binden und zu Verlusten auf dem Saatgut führen. Weiterhin muss gesichert sein, dass während des Beizvorganges ständig die genaue Abstimmung der Beizmittelmenge auf die Saatgutmenge überprüft wird. Positiv wirkt sich eine Verdünnung des Beizmittels aus, da das Korn durch Zugabe von Wasser besser umhüllt wird. Flüssigbeizen haben prinzipiell den Vorteil, dass sie besser am Saatkorn haften und keinen Staub entwickeln.

Physikalische Beizung
Für die Erzeugung und Erhaltung gesunden Saatgutes steht im ökologischen Landbau eine Reihe von Methoden zur Verfügung. Die Verwendung gesunden Saatgutes ist im ökologischen Landbau von besonderer Bedeutung. Lückenhafte Bestände als Folge schlechter Saatgutqualität können während der Vegetationszeit kaum ausgeglichen werden. Auch lassen sich Krankheiten, die ihren Ursprung am Saatgut haben, im Ökolandbau nicht durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. Mit dem klassischen Verfahren der Heißwasserbehandlung können die wichtigsten Krankheiten sowohl im Getreide- als auch im Gemüsebau unter Kontrolle gehalten werden. Auch moderne Verfahren wie die Elektronenbeizung sind anwendbar. Forschungsbedarf besteht im Hinblick auf eine selektive Bekämpfung, die Optimierung der Verfahren in Abhängigkeit von der jeweiligen Wirt-Parasit-Kombination sowie die Entwicklung oder Anpassung der Verfahren für bisher nicht einbezogene oder schwer zu bekämpfende Schaderreger.

Gentechnische Saatgutbehandlung
Gentechnisch manipulierte Agrarprodukte werden in der Landwirtschaft eingesetzt, um den Zwang zu schaffen, Koppelprodukte zu kaufen. Dies ist bereits heute in der Landwirtschaft der Fall, wo bestimmtes gentechnisch manipuliertes Saatgut ganz bestimmte Pflanzenschutzmittel erfordert, damit die Ernten erfolgreich werden. Die landwirte geraten damit in die Abhängigkeit einiger wenigher großer Agrarchemieunternehmen. HybriTech Europe und Monsantos European Centre for Crop Research (ECCR) in Louvain-la-Neuve arbeiten beispielsweise an der qualitativen und quantitativen Verbesserung des Weizenertrages durch genetische und chemische Forschung. Krankheitsresistenzen, Züchtung von ertragreicheren Sorten und Hybriden sowie innovativer Saatgutschutz, soll es ermöglichen chemische Pflanzenschutzmittel in geringeren Mengen auszubringen.

Autor: KATALYSE Institut

Rinderseuche

Siehe Bovine Spongioforme Enzephalopathie.

Autor: KATALYSE Institut

Reinheitsgebot

Genaue Vorschrift für Herstellung und Zusammensetzung eines Nahrungsmittels.

Verbot, Imitationsprodukte herzustellen und zu vermarkten. Die deutschen R. für Milchprodukte, Fleischerzeugnisse und Bier brachte der Europäische Gerichtshof nacheinander zu Fall, da sie eine unzulässige Beschränkung des freien Warenverkehrs innerhalb der EG darstellten. 1990 hob die Bundesregierung das R. für Milch auf. Weitere deutsche R. werden mit der Verwirklichung des EG-Binnenmarkts 1993 fallen.

Autor: KATALYSE Institut

Regionale Lebensmittel

Regionale Lebensmittel werden möglichst nah am Verkaufs- und Verbrauchsort produziert, verarbeitet, vermarktet und konsumiert.

Als Region wird allgemein eine räumliche Einheit bezeichnet, die z.B. gemeinsame, naturräumliche, kulturelle oder wirtschaftliche Eigenheiten aufweist. Teilweise gehen Verbraucher noch immer davon aus, dass regionale Lebensmittel mit ökologischen Lebensmitteln gleichzusetzen sind. Regionale Lebensmittel können nach den Kriterien des ökologischen Landbaus, aber auch konventionell erzeugt sein. Viele Initiativen haben sich mit unterschiedlichen Zielen und eigenen Richtlinien gegründet, entsprechend unterschiedlich sind die gesetzten Schwerpunkte und die Auslegungen des Begriffes:

  • der Verzicht auf importiertes Futtermittel (z.B. Soja),
  • eine Herstellung die den Naturschutz fördert (z.B. Kulturpflanzenarten),
  • die Berücksichtigung des Tierschutzes (z.B. artgerechte Tierhaltung),
  • der Verzicht auf Gentechnik (z.B. Gentechnikfreier Oberrhein),
  • die Einbeziehung gesellschaftlicher Randgruppen (z.B. Projekte mit Behinderten),
  • die Erhaltung regionaler Arbeitsplätze.

Ein einheitliches Markenzeichen für regionale Lebensmittel gibt es nicht, da dies den vielfältigen Regionen nicht gerecht werden würde. Viele Regionen haben ihr eigenes Logo entwickelt, mit denen sie ihre Produkte vermarkten. In den letzten Jahren haben verschiedene Initiativen mit dem Ziel gestartet, die Vermarktung von regional hergestellten Lebensmitteln und anderen Produkten zu fördern.

Regionale Initiativen erzeugen nicht nur Lebensmittel, sondern sorgen für eine attraktive Landschaft, einen hohen Erlebniswert und eine Belebung der heimischen Wirtschaft. Jeder Verbraucher hat die Möglichkeit, mit seinen Handlungen mit zu entscheiden was in Zukunft auf den lokalen Märkten angeboten wird.

Im Oktober 2005 wurde zum ersten Mal, die bundesweite Aktion der „Tag der Regionen“ veranstaltet. Die Initiatoren kommen aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Kirchen, Land- und Forstwirtschaft, Jugendarbeit, Tourismus, Bildung, Verbraucherschutz und Gastronomie. Der Konzeptansatz reicht hier weit über den Lebensmittelbereich hinaus und dient v.a. dazu die Region bekannt zu machen. Dennoch werden heute in Deutschland beim Lebensmitteleinkauf nur weniger als ein Prozent des Umsatzes für Produkte aus der Region ausgegeben.

Quellen:
http://www.landfrauenverband-suedbaden.de
http://www.naturkost.de
LÖBBERT, R; et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
STILLGER, V.: Leben und Arbeiten im ländlichen Raum. Fachhochschule Osnabrück, Seminar SS 2005.
Verbraucherzentrale Bundesverband: Regionale Lebensmittel – Lebensmittel aus der Region.
UGB FORUM: Regional nur zweite Wahl?. 2004.

Autor: KATALYSE Institut

Räuchern

Neben dem Trocken und Salzen gehört das Räuchern zu den ältesten Methoden der Lebensmittelkonservierung.

Beim Räuchern sinkt der Wassergehalt, da die Lebensmittel von der Oberfläche her austrocknen. Gleichzeitig gelangen die antioxidativ und antibakteriell wirkenden Substanzen aus dem Holzrauch in das Lebensmittel. Vitamine und Mineralstoffe bleiben bei dieser Konservierung weitgehend erhalten. Allerdings verringert sich der Gehalt an B- Vitaminen um 25 Prozent.

Wurde früher die Räucherware in den abziehenden Rauch des Hausbrands gehängt, wird heute fast ausschließlich das Räuchern in vollklimatisierten, elektronisch gesteuerten Räucherautomaten vorgenommen. Man unterscheidet die Kalträucherung mit Temperaturen von 15 bis 25 Grad und die Heißräucherung bei 60 bis 65 Grad, die in modernen Anlagen heute nur wenige Stunden dauern. Der Rauch wird durch Verschwellung von zerkleinerten Harthölzern (z.B. Buche, Eiche) erzeugt und entsteht durch unvollständige Holzverbrennung. Er enthält etwa 5.000 verschiedene chemische Substanzen. Neben den erwünschten Wirkungen birgt das Räuchern auch Nachteile. So sind im Rauch einige gesundheitlich bedenkliche Stoffgruppen vertreten, u.a. Benzopyren und
Phenole. Benzopyren ist krebserzeugend und kann bei regelmäßiger Aufnahme zu Magenkrebs führen. Aus diesem Grund wurde der Maximalgehalt von Benzopyren 1973 durch den Gesetzgeber auf 1 ppb festgesetzt.

Quellen:
KATALYSE (Hrsg.): Was wir alles schlucken, Reinbek 1986
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.

Autor: KATALYSE Institut

Rapsöl

R. wird aus geschroteten Samen durch Pressung und Extraktion und anschließender Raffination mit Schwefelsäure gewonnen.

Typisch für R. war in der Vergangenheit der hohe Gehalt an Erucasäure, die einer Verwertung für die menschliche Ernährung hinderlich ist und gesundheitliche Schäden bei vielen Tieren verursachte. Seit Mitte der siebziger Jahre werden in Deutschland erucasäurearme Rapssorten angebaut.

R. ist heute eines der weltweit am meisten produzierten Pflanzenöle.
Raps wird vor allem in Kanada, China, Indien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien angebaut und zu Öl und Tierfutter verarbeitet. Das Öl kommt überwiegend als raffiniertes Speiseöl in den Handel und ist Bestandteil vieler Margarinesorten. Meist ist es nicht speziell als
Rapsöl ausgewiesen, sondern verbirgt sich hinter der Bezeichnung Pflanzenöl oder Pflanzenmargarine. Kaltgepreßtes, unraffiniertes
Rapsöl wird bisher nur vereinzelt in Naturkost- oder Reformwarengeschäften angeboten. Es hat noch seine grüne Farbe und seinen typisch rapsartigen, an Senf erinnernden Geschmack.

Rapssamen enthalten rund 40 Prozent Öl, das zu 60 Prozent aus Ölsäure und zu 5 bis 7 Prozent aus Alpha-Linolensäure besteht. Ölsäure kann als einfach ungesättigte Fettsäure den Cholesterinspiegel im Blut senken und so Herz-Kreislauferkankungen vorbeugen. Die Linolsäure ist mit etwa 20 Prozent ebenfalls reichlich vertreten. Die meisten anderen Pflanzenöle - außer Leinöl und Walnußöl - enthalten nicht einmal ein Prozent der essentiellen Omega-3-Fettsäure. Wegen seines hohen Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte insbesondere kaltgepreßtes, unraffiniertes
Rapsöl weder hoch erhitzt noch lange gelagert werden. Am besten wird es in kleinen Mengen eingekauft sowie kühl und dunkel aufbewahrt. Im Rahmen der Vollwert-Ernährung ist kaltgepreßtes, natives
Rapsöl für Salate sehr empfehlenswert.


Rapsöl wird auch als Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen sowohl zur Energieerzuegung als auch in Form von Biodiesel als Kraftstoff (RME) für Fahrzeuge eingesetzt. Die Anbau als auch die herstellung von Biodiesel wurde in den letzten zehn intensiv durch die Bundesregierung gefördert.

Siehe Stichwort: Biodiesel, Speiseöle, Autoantrieb, alternativer

Autor: KATALYSE Institut

Raps

Raps zählt zu den wichtigsten einheimischen Ölpflanzen. Der mit Kohl verwandte Raps ist ein- oder zweijährig. Das gelbblühende Kraut wird bis 1,2 Meter hoch und hat lange Pfahlwurzel und einen kräftigen bis zu zwei Meter langen Stängel.

  • Systematik: Brassica napus L. ssp. oleifera (Metzg.) Sinsk.)Raps wurde nachweislich aus dem Genom des Rübsen und des Kohls zusammengesetzt.
  • Herkunft: wahrscheinlich Südeuropa
  • Klima: gemäßigt; Winterraps: Kältebedürfnis, Winterfestigkeit bei -15 bis -20°C; Langtagspflanze
  • Anbausystem: als Sommner- und Winterraps zur Grünfuttergewinnung oder als Gründüngung eingesetzt, heute v.a. als Quelle für die Herstellung von Speiseöl oder Biodiesel
  • Aussaat: Mitte August bis Anfang September; Bestandsdichte 50 bis
    150 Pflanzen pro mz; 2 bis 4 Tonnen Saat/Hektar
  • Düngung: Stickstoff 60 bis 100 kg/Hektar; Gülle kann einen Teil der Mineraldüngung ersetzen
  • Pflanzenschutz: Bekämpfung tierischer Schädlinge und Krankheitserreger (v.a. Pilze) notwendig
  • Ertrag: der Ölgehalt des Rapes liegt zwischen 40 und 50 Prozent
  • Anbaufläche: als nachwachsender Rohstoff im Jahr 2005: 1.064.000 Hektar in Deutschland
  • Qualitätsmerkmale: hoher Öl- und Eiweißgehalt, geringer Gehalt an Rohfasern, geringer Glucosinolatgehalt
  • Ökologie: Da Raps außerordentlich eiweißreich ist, hat die Pflanze einen erhöhten Stickstoffbedarf, der sich bei konventionellem Rapsanbau in Nitrat- und Nitritbelastungen des Grundwassers widerspiegeln kann.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut