Ökologischer Fußabdruck

Der ö. F., der in den 90ern als Indikator für die Nachhaltigkeit unseres Handelns entwickelt wurde, beschreibt, wieviel Biokapazität der Erde wir als Individuum für unseren Ressourcenverbrauch benötigen und wie dies im Verhältnis zu der global verfügbaren Biokapazität, d.h. den vorhandenen Anbauflächen und deren biologischer Produktivität, steht.

Dabei spielen sowohl die Ernährungsweise, das Mobilitäts- und Konsumverhalten sowie die Wohnverhältnisse eine Rolle. Der Wert, der sich dabei ergibt, wird in der Einheit globale Hektar‘ (gha) angegeben. Durch Ermittlung dieses Werts lässt sich herausfinden, wie viele Erden mit der Biokapazität unserer Erde in einem Jahr gebraucht werden würden, um der Nachfrage an Ressourcen gerecht zu werden, wenn die gesamte Weltbevölkerung so wie der Durchschnitt in einem betrachteten Land leben würde. Es zeigt sich dabei, dass das natürliche Angebot der Natur zumeist nicht mit unserer Ressourcennutzung übereinkommt [1]. Dies verdeutlicht das folgende Beispiel: Bei den für die Lebensweise der Deutschen erforderlichen 4,6 gha bräuchte man heute ganze drei Erden pro Jahr. Im Vergleich: in Äthiopien liegt der Verbrauch bei gha pro Person. Der ö. F. hängt vom Entwicklungsstand eines Landes ab. Wohlhabendere Staaten haben einen deutlich höheren Verbrauch mit entsprechenden Konsequenzen für die Ressourcen, die sich bei übermäßigem Verbrauch nicht so schnell regenerieren können wie es nötig wäre. Dies gefährdet neben der Biodiversität auch die Ernährungssicherheit der Menschen. Die Biokapaziät, die für jeden Menschen eigentlich nur verfügbar ist, beträgt 1,6 gha. Dies ist weit entfernt von den Verhältnissen in Deutschland und auch weltweit liegt der Durchschnitt mit 2,7 gha deutlich darüber [2].

Seit einigen Jahren wird der Earth Overshoot Day ermittelt, der angibt, wann die Ressourcen verbraucht sind, die eigentlich für ein Jahr reichen sollten. Jedes Jahr liegt der Tag etwas früher. 2022 ist es der 28.Juli, 1980 war es noch der 8.November und 1971 sogar der 25.Dezember [3]. Um den globalen ö. F. zu verringern, muss jeder Mensch bei sich selbst schauen, wie er seinen Ressourcenverbrauch einschränken kann, indem er z.B. seinen Konsum reduziert und Lebensmittelverschwendung vermeidet [4].

Hier kann man seinen eigenen ö. F. berechnen und sich Tipps einholen, wie man sein Leben nachhaltiger gestalten und die Ressourcen dieser Welt auf eine nachhaltige und sparsamere Weise nutzt, damit der persönliche und globale ö. F. verringert wird und auch zukünftige Generationen noch ein gutes Leben in dieser Welt führen können.

Quellen:

[1] Deutsche Welthungerhilfe e.V. (2022). Auf großem Fuß: Was ist der ökologische Fußabdruck? Von Welthungerhilfe-Website: https://www.welthungerhilfe.de/lebensmittelverschwendung/was-ist-der-oekologische-fussabdruck abgerufen

[2] Brot für die Welt. (2021). Über den Ökologischen Fußabdruck. Von www.brot-fuer-die-welt.de: https://www.fussabdruck.de/oekologischer-fussabdruck/ueber-den-oekologischen-fussabdruck/ abgerufen

[3] Global Footprint Network. (2022). Past Earth Overshoot Days. Von overshootday.org: https://www.overshootday.org/newsroom/past-earth-overshoot-days/ abgerufen

[4] Deutsche Welthungerhilfe e.V. (2022). Earth Overshoot Day – eine Erde reicht nicht. Von Welthungerhilfe-Website: https://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/klimawandel/earth-overshoot-day-welthungerhilfe abgerufen

(Stand 09.2022)

Autor: Joana Bonnen

Ozeanversauerung

Unter der O. versteht man den zunehmenden Säureanteil in den Meeren, der aus der Freisetzung von klimaschädlichen Gasen durch den Menschen resultiert. Die Messung des pH-Werts, ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine Lösung ist, bezeugt dies. Je niedriger dieser Wert, desto saurer die Lösung. Seit der Industrialisierung sank der ursprünglich um 8,2 liegende pH-Wert an der Meeresoberfläche um 0,1 und liegt heute bei rund 8,1. Dies klingt nach einer geringen Veränderung, bedeutet aber eine Versauerung um etwa 30 Prozent [1].

Die Ursache liegt bei dem anthropogenen Treibhausgas CO2, welches durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, der Waldrodung u.v.m. verstärkt in die Atmosphäre gelangt. Die Ozeane nehmen bis zu 25 Prozent dieses für den zunehmenden Klimawandel verantwortlichen Gases auf und werden daher auch als CO2-Senken bezeichnet. Was darauf folgt, sind chemische Reaktionen, die zu der genannten O. führen und einen zerstörenden Einfluss auf die Ökosysteme der Ozeane haben. CO2 reagiert mit Wasser zu Kohlensäure, die angesichts der zunehmenden CO2 Emissionen den pH-Wert der Meere sinken lässt. Es folgen weitere Reaktionen, die u.a. dazu führen, dass kalkbildende Organismen ihre lebensnotwendigen Schalen nicht mehr im erforderlichen Umfang aufbauen können, da der Kalkgehalt durch die O. zunehmend sinkt. Dadurch werden sie verletzlicher und sterben schließlich [2]. Ein sichtbares Zeichen ist das als Korallenbleiche bezeichnete Ausbleichen von Steinkorallen. Auch das marine Nahrungsnetz wird durch die O. geschädigt. Das kalkbildende Plankton, Grundlage der marinen Nahrungskette, wird zunehmend dezimiert, mit weitreichenden Konsequenzen für die nachfolgenden Konsumenten in der Kette. Die Sterblichkeitsrate des Fisch-Nachwuchses nimmt zu und den nachfolgenden Lebewesen in der Nahrungskette wird ihre Nahrungsquelle entzogen. Das hat auch eine negative Auswirkung auf die Fangquoten der Fischerei [3].

Der Körperhaushalt vieler Meerestiere kann nicht mit dem immer saurer werdenden Milieu in Einklang gebracht werden. Pflanzen und Tiere, die von der O. profitieren und sich stärker vermehren können, wie das Phytoplankton, bedrohen das fragile Gleichgewicht der Meere [4].

Laut wissenschaftlicher Prognosen soll der pH-Wert bis Ende des Jahrhunderts um 0,3 bis 0,4 weiter abnehmen, was den schon heute katastrophalen Zustand der Meere ins Unermessliche steigern wird. Um dieses globale Problem in den Griff zu bekommen, müssen enorme Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden [1].

Quellen:

[1] Alfred-Wegener-Institut. (28. Juni 2022). Fakten zur Ozeanversauerung. Von AWI-Website: https://www.awi.de/im-fokus/ozeanversauerung/fakten-zur-ozeanversauerung.html abgerufen

[2] BIOACID. (2015). Gewinner und Verlierer in der Plankton-Gemeinschaft. Von BIOACID-Website: https://www.bioacid.de/plankton-gemeinschaft/ abgerufen

[3] Wille, J. (30. November 2018). Das Meer wird saurer. Von klimareporter: https://www.klimareporter.de/erdsystem/das-meer-wird-sauer abgerufen

[4] BIOACID. (2015). Was ist Ozeanversauerung. Von BIOACID-Website: https://www.bioacid.de/ozeanversauerung/ abgerufen

(Stand 09.2022)

Autor: Joana Bonnen

Oxidation

Ursprüngliche Bezeichnung für eine langsame, schnelle oder explosionsartig verlaufende Vereinigung von Sauerstoff mit anderen Elementen oder Verbindungen. Heute versteht man unter Oxidation den Entzug von Elektronen aus den Atomen eines Elements.

Die O. ist ein chemischer Prozeß, bei dem einem Atom Elektronen aus der äußeren Elektronenhülle entzogen werden. Oxidationsprozesse spielen in Natur und Technik eine ausserordentlich wichtige Rolle ( Verbrennung, Papierindustrie, Sauerstoffbleiche, aerob).

Biologische Oxidation:
Die Energiegewinnung durch stufenweise Oxidation energiereicherer, organischer Stoffe vor allem innerhalb der Atmungskette.

Autor: KATALYSE Institut

Ottomotor

Der O. ist ein Verbrennungsmotor mit interner Verbrennung.

Die Mischung des flüssigen Kraftstoffs mit der angesaugten oder komprimierten Luft (Turbolader) erfolgt im Vergaser oder bei der Einspritzdüse im Lufteinlasskanal. Bei gasförmigem Kraftstoff (Wasserstoffmotor, Autogas) lässt sich zwar leichter eine homogene Luft-Gas-Mischung herstellen, was sich günstig auf Brenneigenschaften, Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen (Schadstoffe aus Kfz) auswirkt, es ergeben sich aber Sicherheits- und Regelungsprobleme, da der Kraftstoff unter Druck steht.

Die Entzündung wird durch einen Funken von der Zündkerze bewirkt. Sowohl Autogas als auch Benzin und Alkoholkraftstoff bestehen aus Kohlenwasserstoffen. Eine für Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen wichtige Größe beim Verbrennungsprozess ist die Luftzahl, das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff, das mit dem griechischen Buchstaben lambda bezeichnet wird.

Und zwar bedeutet lambda = 1, dass genauso viele Sauerstoffmoleküle in der Mischung zur Verfügung stehen, dass alle Wasserstoffatome zu Wasser und alle Kohlenstoffatome zu Kohlendioxid verbrannt werden können. Ein Gemisch mit lambda > 1 nennt man mager (Magermotor), eines mit lambda < 1 fett. Zum Starten mit kaltem Motor und für höchste Leistung braucht man fette Gemische, für geringsten Kraftstoffverbrauch leicht magere. Bei zu magerer Einstellung steigt der Verbrauch wieder an, und die Entzündung wird schwieriger.

Die Leistungsregelung erfolgt beim O. durch Dosierung des Gemisches, d.h., bei Teillast gelangt weniger Luft und weniger Kraftstoff in den Brennraum. Die Mischung wird bei niedrigen Drehzahlen meistens angefettet, um sichere Zündung zu gewährleisten.

Durch höhere Verdichtung kann man höhere Temperaturen im Brennraum und damit höheren Wirkungsgrad bzw. geringeren Kraftstoffverbrauch erreichen, muß aber auch mit vermehrter Stickoxid-Bildung rechnen (Schadstoffe aus Kfz).

Man benötigt dann einen Kraftstoff mit höherer Klopffestigkeit (Oktanzahl), dessen teurere Herstellung die Kraftstoffeinsparung teilweise wieder aufhebt. Seit einiger Zeit gibt es Antiklopfregelungen, bei denen durch einen Klopfsensor meist der Zündwinkel elektronisch so geregelt wird, daß ein Klopfen gerade vermieden wird. Solche Motoren können sich an unterschiedlich klopffeste Kraftstoffe anpassen.

Beim Zweitakt-O. wird das zum Schmieren notwendige Öl dem Kraftstoff beigemischt und mehr oder weniger unverbrannt durch den Auspuff ausgestoßen (erkennbar an der bläulichen Abgasfahne und am Geruch).

Zweitaktmotoren werden heute fast nur noch als einfache und kleine Antriebe für Mopeds, Rasenmäher und Boote hergestellt. Wegen ihrer besonders hohen Kohlenwasserstoff-Emissionen stellen sie eine große Umweltbelastung v.a. auf den Binnengewässern dar. Sie können ohne weiteres durch Viertaktmotoren, die es auch schon in der Größe von Modellflugzeugmotoren gibt, ersetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Osmose

Wanderung (Diffusion) des Wassers oder anderer Lösemittel aus Lösungen unterschiedlicher Konzentration durch halbdurchlässige (semipermeable) Wände, so daß die Konzentrationsunterschiede möglichst ausgeglichen werden.

Die Wanderungsgeschwindigkeit hängt ab von Teilchengröße, Temperatur, Konzentrationsunterschied und Porengröße der semipermeablen Membran. Der Stofftransport in tierischen und pflanzlichen Zellen beruht z.T. auf O.
Umkehrosmose

Autor: KATALYSE Institut

Organismus

Der Begriff O. wird für ein- oder vielzellige, lebende Wesen, dessen Teile ein funktionelles Ganzes ergeben oder für das gesamte System der Organe eines Lebewesens oder für ein tierisches oder menschliches Gemeinwesen benutzt.

Lebende Organismen sind gekennzeichnet durch:

  • Die Zelle als kleinste, selbständige und dauerhaft funktionsfähige Grundeinheit
  • Die lebende Substanz des Cytoplasmas in den Zellen
  • Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und Vermehrung
  • Energiegewinn (z.B. durch Photosynthese oder Oxidation)
  • Angepasstheit an die Umwelt und aktive Bewegungserscheinungen.

Autor: KATALYSE Institut

Ordnungszahl

Die O. gibt die Anzahl der Protonen im Atomkern an und legt damit gleichzeitig chemische Eigenschaften des Atoms sowie die Stellung des Atoms im Periodensystem fest.
Die O. ist identisch mit der Kernladungszahl.

Autor: KATALYSE Institut

Orangenöl

Orangenöl bzw. Orangenterpene haben eine desinfizierende und desodorierende Wirkung, die den aromatischen Duft von Orangen trägt und wird deshalb auch in geringen Mengen in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Optisches Umweltmesssystem

Verfahren zur Ermittlung der Luftverschmutzung.

Das O. peilt Schadstoffwolken, z.B. aus Industriebetrieben, durch Laser- bzw.Lichtstrahlen an. Anhand des an den Schadstoffen zurückgestreuten Lichtstrahls kann die Zusammensetzung, Konzentration und Bewegung der Gase errechnet werden. Ein typisches O. kann 40 Gase (z.B. Schwefeldioxid, Stickoxide und Ozon) gleichzeitig aus einer Entfernung von maximal 10 km messen.

Autor: KATALYSE Institut

Optische Aufheller

Mit O. (Weißtöner, Weißmacher) bezeichnet man bestimmte organische Farbstoffe, z.B. in Waschmitteln, auf Papier etc., die absorbierte UV-Strahlung in sichtbares, blaues Licht umwandeln.

Zieht ein O. im Laufe eines Waschprozesses aus der Lauge auf ein natürlich weißes, leicht gelbliches Textil auf, so kommt es durch Farbaddition zu einem blaustichigen Weiß, das vom menschlichen Auge viel intensiver wahrgenommen wird. Eine derartige Umfärbung macht wenn überhaupt nur für Weißwäsche Sinn und kann bei Buntwäsche eher unerwünschte Farbverschiebungen zur Folge haben. Aus diesem Grund sind die aufhellerhaltigen Vollwaschmittel an sich nur für Weißes geeignet. Für die heute vorwiegenden farbigen Textilien (ca. 80% des Wäschebestandes) sind Feinwaschmittel bzw. Baukastenwaschmittel die angemessenen Produkte.

Inwieweit O. beim intensiven Hautkontakt mit der Wäsche zu dermatologischen Problemen führen ist umstritten. Die aquatische Toxizität ist recht hoch mit LCo-Werten für Fische von 10-100 mg/l. Die realen Konzentrationen in Oberflächengewässern liegen aber deutlich darunter. Das liegt daran, dass O., die praktisch keinem biologischen Abbau unterliegen, fast vollständig an den Klärschlamm adsorbiert werden.

Autor: KATALYSE Institut

ÖPNV

Abkürzung für Öffentlicher Personennahverkehr, siehe Stichwort

Autor: KATALYSE Institut

Onkogen

Gene in menschlichen oder tierischen Zellen, die unter bestimmten Bedingungen (z.B. Virusinfektion, spontane Mutation oder Mutation nach Bestrahlung) die Ursache für die Wandlung einer gesunden Zelle zu einer Tumorzelle sein können (Krebs).

Es handelt sich dabei um Gene mit besonders wichtigen regulatorischen Aufgaben für die Zellfunktion.

Autor: KATALYSE Institut

Öltank

Lagertank

Autor: KATALYSE Institut

Olfaktometrie

Methode zur Bestimmung der Geruchsintensität bestimmter Gase und Gaszusammensetzungen. Mit Hilfe einer Mischapparatur, dem sog. Olfaktometer, werden beliebige definierte Gaskonzentrationen erzeugt.

Mittels "Testriecher" oder anderen Organismen wird die Schwelle, ab der kein Geruch mehr wahrnehmbar ist bzw. bis die Organismen keine Reaktion mehr zeigen, ermittelt. Die notwendige Verdünnung zum Erreichen der Geruchsschwelle wird als Zahlenwert in "Geruchseinheiten" angegeben und gilt als Maß für die Geruchsintensität. V.a. bei komplexen Gasgemischen und großflächiger Verteilung von Geruchsemissionen z.B. durch Kläranlagen (Abwasserreinigung), Deponien, Industrieanlagen etc. wird die O. häufig angewandt, da eine analytische Bestimmung der Immissionen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand durchzuführen wäre.
Olf

Autor: KATALYSE Institut

Olf

Das Auftreten des sog. Sickbuilding-Syndroms hat zu einer Festlegung der Kriterien für die Behaglichkeit und zu einer Einführung der Einheiten O. und Dezipol geführt.

Das O. (lat. Olfactus = Geruchssinn) ist eine Einheit zur Bewertung der Stärke einer Geruchsquelle und ist definiert als die Geruchsstärke, die von einem Menschen mit Standardeigenschaften (1,8 m2 Hautoberfläche, sitzende Tätigkeit, 0,7 Duschbäder/Tag, täglich frische Wäsche) verursacht wird. Ermittelt wird diese Geruchsstärke über Testpersonen (Riecherkollektiv), die die Geruchsintensität einer bestimmten Geruchsquelle im Vergleich mit genormten Geruchsquellen bestimmen.

Die Grundidee ist, über den Geruch ein Maß für die vielen (bis zu 8.000) Luftverunreinigungen in Innenräumen und damit ein Maß für die erforderliche Lüftungsrate zu erhalten. Vorteilhaft ist es daher, wenn Hersteller von Baustoffen, Teppichen, Farben, Möbeln usw. die Geruchsintensität ihrer Produkte in O. angeben würden, damit Bauherren zwischen einem geruchsintensiveren Produkt und einer größeren Lüftungsanlage wählen können.

Kritisch anzumerken bleibt der O. nichts über die Qualität (z.B. angenehme Duftstoffe oder schädliche Lösemittel) eines Geruches aussagt.

Beispiele für typische Geruchsemissionen in olf:

    Personen:

  • Person sitzend 1 olf
  • Kind (12 Jahre) 2 olf
  • Athlet 30 olf
  • Raucher (dauernd) 25 olf
  • Raucher (normal) 5 olf

    Baustoffe:

  • Teppich (Wolle) 0,2 olf/m2
  • Teppich (Kunstfaser) 0,4 olf/m2
  • PVC/Linoleum 0,2 olf/m2
  • Marmor 0,01 olf/m2
  • Gummidichtung (Fenster, Tür) 0,6 olf/m2

Autor: KATALYSE Institut

Öl

Unter Ö. versteht man Gemische aus flüssigen Kohlenwasserstoffen.

Im Energiesektor wird Ö. v.a. aus Erdöl gewonnen (Raffinerie, Heizöl). Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung von Ö. durch Kohleverflüssigung.
Ö. können auch aus nachwachsenden Rohstoffen auf pflanzlicher oder tierischer Basis erzeugt werden (Biomasse). Sojaöl, Rapsöl, Leinöl, Olivenöl, Palmöl, Rizinusöl sind Beispiele von Ö., die hauptsächlich im Nahrungsmittelsektor Verwendung finden (Speiseöle), zunehmend aber auch im technischen Bereich eingesetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Oktanzahl

Die O. kennzeichnet den Kraftstoffeinfluß auf die Klopffestigkeit bei Ottomotoren.

Eine hohe O. bedeutet einen langen Zündverzug (geringe Zündwilligkeit) des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Je kürzer der Zündverzug ist, um so höher ist die Gefahr der Selbstzündung und die Klopfgefahr im Motor.

Beim Klopfen (auch Klingeln) verbrennt der Kraftstoff fast augenblicklich. Es entstehen örtlich hohe Drücke, die den Motor beschädigen können. Das Klopfen hängt außer vom Kraftstoff (Benzin, Autogas, Alkoholkraftstoff), den Kraftstoffzusätzen, noch von der Verdichtung und den Zündbedingungen ab.

Die O. eines Kraftstoffes wird in einem Prüfmotor durch Vergleich mit einer Mischung aus Heptan und Isooktan ermittelt. Für Heptan ist die O. mit 0, für Isooktan mit 100 festgelegt worden. Die ROZ (Research-O.) gilt für die Beschleunigung aus niedrigen Drehzahlen, die MOZ (Motor-O., niedrigere Werte) bei höheren Drehzahlen und Vollast. Für gasförmige Kraftstoffe gilt entsprechend die Methanzahl (MZ).

Autor: KATALYSE Institut

Ökostrom

Mit Zertifikaten wird die Qualität des Ö. garantiert. Für die Vergabe solcher Zertifikate ist die Zusammensetzung des Ö. entscheidend.

Manche Zertifikate verlangen die reinvestition eines teils der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen und dass die Anlagen ein gewisses Alter nicht überschreiten dürfen. In Deutschland gibt es derzeit vier Zertifikate.

"OK power" von EnergieVision e.V.
Das Zertifikat wird vom Öko Institut e.V.,dem WWF Deutschland und der Verbraucher-Zentrale NRW vergeben. Im Mittelpunkt steht die Garantie, dass die mit dem Gütesiegel zertifizierte Ö. zu einer Umweltentlastung führt. Hierzu muss der Anbieter den Neubau von Kraftwerken auf regenerativer Basis nach quantifizierten Mindestbedingungen fördern. Das Gütesiegel wird für Ö.-Modelle vergeben:

Händlermodell
Der Kunde wird mit Strom aus erneuerbaren Energien beliefert, der zu zwei Drittel aus Anlagen stammt, die nicht älter als drei Jahre sind. Die Hälfte dieser Neuanlagen sollen außerhalb des Förderbereichs des Erneuerbare Energien Gesetzes entstehen.

Fonds- oder Zuschussmodelle
Hier wird der gleiche Strom wie bisher geliefert. Der Aufpreis auf den üblichen Tarif wird für die Investitionen neuer regenerativer Kraftwerke verwendet. Das Gütesiegel steht für die Verwendung der Fördermittel. Zudem wird der Anbieter verpflichtet, seine Kunden über die Art des gelieferten Stroms zu informieren.

Grüner Strom Label e.V.
Der Grüne Strom Label e.V. wurde von Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind u.a. der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund Deutschland, der Bund der Energieverbraucher sowie EUROSOLAR. Auch hier gibt es zwei Varianten:

Grüner Strom Gold Label
Das "Goldene Label" wird für Angebote vergeben, die zu 100 Prozent regenerativ erzeugten Strom nutzen.

Grüner Strom Silber Label
Das "Silberne Label" kann für Strom aus erneuerbaren Energiequellen erteilt werden, dem ein Anteil von maximal 50 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung beigemischt ist. Desweiteren wird zwischen "Händlermodell" und "Zuschußmodell" unterschieden. Beim Händlermodell (Gold oder Silber) liefert der Anbieter dem Kunden Grünen Strom, der den Bezug konventionellen Stroms ersetzt, während beim Zuschußmodell (Gold) der Kunde konventionellen Strom bezieht, dem Anbieter aber regelmäßig Zuzahlungen leistet, die dieser für die Finanzierung von Anlagen zur Erzeugung von Grünem Strom verwendet

Landesgewerbeanstalt Bayern
Die Landesgewerbeanstalt Bayern hat Ö.-Siegel geschaffen, nachdem Sachverständige der LGA überprüfen, ob der angebotene Öko-Strom aus regenerativen Quellen wie Windkraft, Wasserkraft, Biogas, Sonnenenergie, Geothermie (Öko-Strom, regenerativ) oder aus der effektiven Kraft-Wärme-Kopplung stammt. Das Ö.-Gütezeichen wird in zwei Ausführungen vergeben:

Öko-Strom (regenerativ)
Die Stromerzeugung muss aus erneuerbaren Energien erfolgen.und es wird eine Investition in Neuanlagen auf Basis einer Marktprognose gefordert.

Öko-Strom (effektiv)D
ieses Gütezeichen kann vergeben werden, wenn mindestens 25 Prozent der Energiegewinnung aus regenerativen Energiequellen stammt, die restliche Strommenge muß mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden.

TÜV
Beim TÜV-Zertifikat müssen Anbieter erneuerbaren Energiequellen nutzen und bestimmte Vergabekriterien erfüllen. So muss mindestens ein Viertel des Stroms aus Anlagen stammen, die für das Ö.-Angebot geschaffen wurden . Maximal 75 Prozent kann anderen regenerativen Energiequellen stammen (wie etwa aus Wasserkraftwerken. Das TÜV-Zertifikat verlangt jedoch, dass es ein "wesentliches Ziel der Unternehmenspolitik der Zubau von Erzeugungskapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist.

Autor: KATALYSE Institut

Ökosphäre

siehe Biosphäre

Autor: KATALYSE Institut

Ökosozialprodukt

Die Kritik an dem in der wirtschaftspolitischen Diskussion dominierenden Indikator des Bruttosozialprodukts führte zu verschiedenen Vorschlägen, Umweltaspekte in einen solchen Indikator mit einzubeziehen.

Diese Konzepte werden in der Regel dem Begriff des Ö. zugeordnet.
In der zeitlichen Dimension hat sich die Frage nach dem Sinn und Zweck des Bruttosozialprodukts als wirtschaftspolitische Orientierungsgröße gewandelt. Bis in die sechziger Jahre war der Indikator Bruttosozialprodukt unangefochtenes Maß des wirtschaftlichen Wachstums. In den 70er Jahren wurden Konzepte des qualitativen Wachstums entwickelt, die darauf abzielten, die Berechnung des Bruttosozialprodukts zu verändern, indem bestimmte Produktionen, die als nicht wohlfahrtsfördernd eingestuft wurden, ausgeschlossen und insb. außermarktliche Produktionen, wie z.B. Haushaltsproduktionen, einbezogen werden.

In den 80er Jahren mehrten sich die Hinweise, daß sich die Diskrepanz zwischen dem Indikator Sozialprodukt und der realen Wohlfahrtsentwicklung immer mehr vergrößert. Die Beeinträchtigung der Ökosystem-Potentiale und der Abbau von Naturvermögen, aber auch die kompensatorischen Kosten zur Verminderung von Umweltbelastungen und zur Reparatur von Umweltschäden (Externe Kosten) tragen in der Sozialproduktsrechnung zu einer Überschätzung der nachhaltigen Nettoproduktion bei (Leipert). Damit verlieren die Wachstumsraten des Bruttosozialprodukts ihre Bedeutung als Wohlfahrtsindikatoren für die Gesellschaft. Es wird damit ein Indikator erforderlich, der einerseits die wirtschaftliche Entwicklung erfaßt, auf der anderen Seite die Naturnutzung in Rechnung stellt. Zielgröße müßte von daher ein Indikator sein, der die wirtschaftliche Entwicklung in Abhängigkeit von den Naturnutzungen erfaßt.
Die Diskussion über die Entwicklung des Ö. steht noch am Anfang. Das Ö. berechnet sich nach Stahmer aus dem Bruttosozialprodukt unter Abzug der quantitativen Verminderung z.B. der Bodenschätze und des Bestandes an Pflanzen und Tieren und der qualitativen Verschlechterung der Umweltmedien Boden, Luft und Wasser in der Berichtsperiode.
Bei diesem Konzept sind allerdings eine Vielzahl z.T. komplizierter Bewertungsfragen zu lösen, zudem existieren erhebliche statistische Defizite in diesem Bereich. Die Einbeziehung von Umweltfaktoren in ökonomische Rechnungslegungssysteme ist damit nur begrenzt möglich, zugleich besteht die Gefahr, dass ein Schwerpunkt der Aufnahme solcher Faktoren und Dimensionen erfolgt, die leicht monetarisierbar sind.
Gegenwärtig gehen die Überlegungen in zwei Richtungen, einerseits sollen zu den Berechnungen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Ergänzungen vorgenommen werden, die die ökonomisch-ökologischen Wechselwirkungen einbeziehen (Satellitensysteme), auf der anderen Seite gibt es auch Überlegungen, eine ökologische Gesamtrechnung zu etablieren.
Aufgrund der erwähnten methodischen und statistischen Probleme ist auf absehbare Zeit zu erwarten, daß die traditionelle Sozialproduktsrechnung wie bisher fortgeführt und durch ein Rechenwerk für die Darstellung der ökonomischen/ökologischen Zusammenhänge ergänzt wird.
Externe Kosten

Autor: KATALYSE Institut

Ökoprofit

Ö. ist ein Instrument des Betrieblichen Umweltschutz, dass in Deutschland als Projekt im Rahmen der Lokalen Agenda 21 in rund zwanzig Kommunen durchgeführt wird.

Ziel von Ö. ist die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes durch geeignete Maßnahmen z.B. zur Vermeidung von
Abfall, Reduzierung von Emissionen, Einsparungen von Energie und „sauberer“ Produktion (engl. Cleaner production). Gleichzeitig werden damit spürbare Kostenreduzierungen in den beteiligten Unternehmen erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Im österreichischen Graz wurde das Konzept von ÖkoProfit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umweltschutztechnik) entwickelt und seit 1993 in Kooperation zwischen Stadt, Verbänden und Unternehmen erfolgreich umgesetzt. Die Stadt München hat das ÖkoProfit in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer 1998 übernommen, auf deutsche Verhältnisse „übersetzt“ und mit Erfolg umgesetzt.

Ausgehend von bekannten Umweltproblemen untersucht und hinterfragt Ö. Produktionsprozesse, Verwaltungsabläufe sowie alle anderen Tätigkeiten auf ihre optimierte Material- und Energienutzung. Dazu werden Produkte, Technologien und Einsatzstoffe kritisch überprüft, um Emissionen und Abfälle zu vermeiden bzw. eine Verwertung nicht vermeidbarer Abfälle zu ermöglichen. Mit dem Ö. leisten die teilnehmenden Unternehmen im Rahmen der Lokalen Agenda 21 einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation in ihrer Kommune.

Das Öko Profit ist im besonderen Maße für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) geeignet, die bisher nur wenig Umweltschutzmaßnahmen eingeführt bzw. umgesetzt haben. Speziell in kleineren Unternehmen wie etwa Handwerksbetrieben wird durch das Ö. ein kostengünstiger und wirksamer Einstieg in das Umweltmanagement ermöglicht. Für größere Unternehmen liegt der Vorteil der Teilnahme an Ö. in einer standardisierten und mit anderen Betrieben abgestimmten Vorgehensweise gegenüber Behörden und bei der Präsentation der Umweltleistungen in der Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Ö. besteht die Möglichkeit bei einer erweiterten (insgesamt 3 Jahre dauernden) Teilnahme zum ÖkoAudit (Validierung nach EMAS und/oder Zertifizierung nach ISO 14.000 ff.) zu gelangen.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologisches Gleichgewicht

Das Ö. bezieht sich auf den Zustand eines Ökosystems, dessen Arten- und Individuenbestand und damit auch Stoffhaushalt und Energieumsatz über längere oder kürzere Zeiträume um einen konstanten Mittelwert pendelt.

Es handelt sich dabei um ein dynamisches Gleichgewicht, das sich nach der sich fortwährend ändernden Gesamtkapazität des Ökosystems richtet. Je nachdem, ob die Kapazität durch Umweltfaktoren erhöht oder erniedrigt ist, finden mehr oder weniger Arten im System Platz (Ökologische Nische). Artenverminderung durch menschliche Eingriffe ist aus der Sicht des Naturschutzes immer als negativ zu bewerten, da sie das Ö. gefährdet (Artensterben).

Autor: KATALYSE Institut

Ökologischer Landbau: Adressen zu dem Thema

Die Begriffe ökologische Landwirtschaft, biologische Landwirtschaft, organische Landwirtschaft, Ökolandbau oder alternative Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet weitgehend auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Mineraldünger und Gentechnik, wie sie zum Teil in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Den Erzeugnissen der ökologischen Landwirtschaft dürfen vor dem Verkauf als Bio-Lebensmittel keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe zugefügt werden. 2013 wurden weltweit 43,1 Millionen Hektar, knapp ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, ökologisch bewirtschaftet. Flächenbezogen ist der Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Österreich (19,5 %) und Liechtenstein (31 %) am höchsten.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Planstelle

Durch Kombination der verschiedenen abiotischen und biotischen Umweltfaktoren wird in einem Ökosystem eine Vielfalt von ökologischen Planstellen angeboten.

Wird eine derartige Stelle besetzt, bildet die besetzende Art eine ökologische Nische aus. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von den ökologischen Lizenzen, die ein Biotop für die Ausbildung bestimmter Nischen erteilt. Reich strukturierte und das ganze Jahr über vielfältig bleibende Biotope, wie etwa der tropische Regenwald, sind artenreicher als einseitig ausgebildete und im Winter verarmte Biotope der gemäßigten Breiten. Die erdgeschichtliche Entwicklung getrennter Kontinente hat bewirkt, dass ähnliche ökologische Planstelle von verschiedenen Tierarten besetzt werden. Man bezeichnet dieses Phänomen als Stellenäquivalenz der verschiedenen geographischen Räume.

Autor: KATALYSE Institut