Blattnekrose

Absterbende Blattbereiche.

Es treten Blattrandnekrosen, Intercostalnekrosen (lat.: inter costa = zwischen der Rippe) in den Feldern zwischen den Blattadern sowie punktförmige B. auf. An Waldbäumen stellen B. ein Schadsymptom dar, das u.a auf Luftschadstoffe zurückzuführen ist. Lage und Farbe der B. lassen z.T. Rückschlüsse auf den einwirkenden Schadstoff zu.

 

Autor: KATALYSE Institut

Biologische Abgasreinigung

Die Verfahren der B. beruhen auf der aeroben Oxidation von Luftschadstoffen durch Mikroorganismen.

In Abhängigkeit vom Medium, in dem der Abbau stattfindet, unterscheidet man Biofilter, Biowäscher (Abgaswäsche mit nachfolgender Belebtschlammbehandlung) und Biotropfkörper. Wegen ihres niedrigen spezifischen Energieverbrauchs sind B. vorzuziehen bei der Behandlung von Abgasen mit niedrigen Konzentrationen biologisch abbaubarer Schadstoffe, insbesondere bei geruchsbeladener Abluft.

Lit.: Fischer (Hrsg.): Biologische Abluftreinigung, Esslingen 1990

Siehe auch: Oxidation, Mikroorganismen

Autor: KATALYSE Institut

Biofilter

Als B. bezeichnet man Abgasreinigungsverfahren, bei denen Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) in einem Filter Abgas- oder Abluftströme durch den aeroben Abbau der Luftschadstoffe reinigen.

Das Filtermaterial besteht typischerweise aus Müll- oder Rinden-Kompost, Torf, Heidekraut und inerten Zuschlagsstoffen. B. werden seit mehreren Jahrzehnten inEuropa erfolgreich zur Reinigung geruchsbeladener Abluft, vor allem ausKläranlagen ( Abwasserreinigung), Kompostieranlagen, nahrungsmittelverarbeitenden Betrieben und der Geruchsstoffindustrie eingesetzt.

Seit den 80er Jahren werden sie auch verstärkt zur Entfernung von (toxischen) organischen Schadstoffen eingesetzt, um die Grenzwerte der TA Luft einhalten zu können. Anwendungsbeispiele sind Abgase aus Gießereien, Druckereien, chemischer Industrie und der Kunstharzproduktion und -anwendung. Für Abgase mit niedrigen Konzentrationen biologisch abbaubarer Schadstoffe bieten B. ökonomische Vorteile im Vergleich zur thermischen und katalytischenNachverbrennung. Der spezifisch niedrige Energieeinsatz und die fast vollständige Vermeidung von Sekundärschadstoffen sind Umweltvorteile dieser Technologie.

Lit.: VDI Richtlinien 3477: Biologische Abgas/Abluftreinigung, Düsseldorf 1991; VDI Berichte 735: Biologische Abgasreinigung, Düsseldorf 1989

Siehe auch: Abgasreinigungsverfahren, Mikroorganismen, Bakterien, Pilze, Filter, Abbau

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Betankungsverlust

Als B. bezeichnet man den Teil des (Benzin-)Kraftstoffes, der auf dem Weg von der Raffinerie bis zum Motor als gasförmige Kohlenwasserstoffe in die Umwelt entweicht.

Es entweichen jährlich in Westdeutschland: 100.000t bei Lagerung und Tankstellenbelieferung, 45.000 t bei der Kfz-Betankung (Verschütten und Verdunsten beim Betankungsvorgang) und 265.000t durch Verdunstung und Tankatmung beim Fahrzeug. Die verflüchtigten Bestandteile des Kraftstoffes machen einen erheblichen Teil der Kohlenwasserstoff-Emissionen des Verkehrs aus (Schadstoffe aus Kfz ) und sind zum Teil noch gefährlicher als die unverbrannten Kohlenwasserstoffe, die aus dem Auspuff kommen.

An Tankstellen herrscht eine erhebliche Luftbelastung durch das krebserregende Benzol, das aus verschüttetem Benzin verdunstet. Abhilfe läßt sich schaffen durch Betankungssysteme mit Absaugung der Kraftstoffdämpfe (wie in den USA obligatorisch) z.B. mit Gaspendelsystemen (Gasrückfuhr-Zapfpistole).

Die Umrüstung deutscher Tankstellen sollte ursprünglich 1991 beginnen, wurde dann aber insb. auf Druck der Mineralölwirtschaft (zusätzliche Kosten von ca. 2 Mrd DM) und aufgrund fehlender EG-Beschlüsse verschoben.
Die Verluste beim Fahrzeugtank lassen sich durch sorgfältiges Abdichten des Kraftstoffsystems und Aktivkohlefilter in der Tankatmung reduzieren.

Siehe auch: Kraftstoffes, Raffinerie, Kohlenwasserstoffe, Umwelt

Autor: KATALYSE Institut

Benzol

B. ist der chemische Grundbaustein der Stoffklasse der Aromaten. B. ist eine stark giftige, farblose, brennbare Flüssigkeit, in Wasser wenig löslich, erst unter extremen Bedingungen zersetzbar; B.-Luft-Gemisch explosiv. Gewinnung hauptsächlich aus Erdölraffination, weniger aus Steinkohle und Kokereigas.

B. findet Verwendung als Zusatz in Motorkraftstoffen (nach EU-Richtlinie max. 5 Prozent Zusatz zum Benzin), Ausgangsmaterial für viele chemische Prozesse (Nylon-, Synthesekautschuk-, Kunststoff-, Farbstoff-, Insektizidherstellung und als Lösemittel für Kautschuk, Wachse, Öle.

Benzol ist in den Industriestaaten praktisch überall nachweisbar, d.h. ubiquitär vorkommend. Umweltbelastung durch B.-Emission z.B. aus Autoabgasen und Kokereien. Der Straßenverkehr ist die Hauptursache für hohe B.-Konzentrationen in der Umwelt. Man rechnet etwa 85 bis 90 Prozent der Benzolbelastungen in der Umwelt heute dem Kraftfahrzeugverkehr zu.

Die B.-Belastungen schwanken zwischen 1 µg/m3 und 5 bis 10 µg/m3 in Ballungsgebieten und bis zu 30 µg/m3in der Nähe von Emittenten. Die tägliche Einwirkung kann daher zwischen 2 und 60 µg/m3 liegen. In der Innenraumluft rechnet man mit etwa 8 µg/m3 in Nichtraucher-Haushalten. Bei einem Tabakkonsum von 20 Zigaretten können bis zu 600 µg/d aufgenommen werden. In Automobilen wird die Aufnahmemenge auf 25 bis 100 µg bei einer täglichen Fahrzeit von 30 Minuten geschätzt. Der Grenzwert für Trinkwasser beträgt 0,01 mg/Liter.

B. ist beim Menschen eindeutig krebserregend (MAK-Wert-Liste), blutschädigend und chromosomenschädigend, unbedenkliche Konzentrationen können nicht angegeben werden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit vier zusätzlichen Leukämienauf 100.000 Einwohner bei Benzolbelastungen von 1 µg/m3.

Die schädigende Wirkung erfolgt nicht durch B. selbst, sondern durch im Stoffwechsel entstehende Substanzen. Vergiftungen meist durch Einatmen in Räumen, in denen B. erzeugt oder benutzt wird; Aufnahme über die Haut ebenfalls möglich; Vergiftungssymptome: Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute, Schwindel, Kopfschmerzen, Brechreiz, Trunkenheitsgefühl und Euphorie (B.-Sucht). Folgen von Einatmen schwach konzentrierter Dämpfe über längeren Zeitraum sind: Abnahme der roten Blutkörperchen, Blutungen unter der Haut, Blutgefäßveränderungen,Leukämie, Knochenmarks-schädigungen. Folgen von Einatmen höher konzentrierter B.-Dämpfe in kurzer Zeit sind: Schwindel, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Tod.

Der Aufenthalt von Kleinkindern in der Nähe stark befahrener Straßen ist zu vermeiden, da B. schwerer als Luft ist und sich daher in Bodennähe konzentriert. Während in den USA Benzol bereits vor Jahren als Benzinzusatz verboten wurde, konnte dies in Deutschland und Europa bisher nicht erreicht werden.

Autor: KATALYSE Institut

Belüftung

B. ist ein Gasaustausch, die Einbringung von Sauerstoff oder die Belüftung von Gebäuden.

 

  • Gasaustausch zwischen Wasser und Luftzum Einbringen von Sauerstoff und ggf. Ent-fernen gelöster Gase
  • Abwasserbehandlung: Einbringung von Sauerstoff in Belebungsbecken mittels Luft- oder Sauerstoffzufuhr
  • Kombinierte Belüfter sind Systeme, bei denen durch mechanische Vorrichtungen die eingeblasene oder eingesaugte Luft im Abwasser fein verteilt wird.
  • Belüftung von Gebäuden

Siehe auch: Behaglichkeit, Klimaanlage, Lüften, Raumklima

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Brennessel

Die Brennessel ist eine zweihäusige Pflanze mit 60 bis 150 cm hohem starkem vierkantigem Stängel. Die männlichen und weiblichen Blüten sitzen meist auf verschiedenen Pflanzen und besitzen kreuzgegenständige, lanzett- bis herzförmige Blätter.

 

  • Systematik: Familie: Urticaceae (Brennesselgewächse), Art: Urtica dioica
  • Herkunft: Südeuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigte Breiten Eurasiens und Nordamerikas; inzwischen weltweit verbreitet
  • Anbausystem: ein- und/oder mehrjähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur von Jungpflanzen; Pflanzung im Mai, 13.600 bis 17.000 Stecklinge pro Hektar
  • Düngung: Stickstoff: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar, Kalium: 100 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusarium, Rhizoctonia; Schädlinge: Schmetterlingsraupen
  • Ernte: Das Kraut steht von August bis Oktober in Vollblüte. Maschinelle Fasergewinnung zum Blühende; Ernteprodukte: Kraut, Wurzeln und Blätter für Pharmazie und Kosmetikindustrie und Verwendung als Futter und Gemüse
  • Ertrag: Ab dem zweiten Jahr etwa 8 bis 10 Tonnen Stengelstroh ergibt etwa
    1.200 kg Reinfasern/Hektar und bis zu 2.400 kg technische Fasern/Hektar; Blätter: 20 bis 40 Tonnen/Hektar; 2,5 bis 4,0 Tonnen/Hektar Droge
  • Wirkspektrum: entwässernd, blutzuckersenkend

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

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Borkenkäfer

Insektenfamilie kleinster Käfer, deren Larven in der Rinde oder im Holz von Bäumen leben.

Man unterscheidet rindenbrütende B., die Bäume absterben lassen können, und holzbrütende B., die gestürzte oder gefällte Bäume so schädigen, dass das Holz nicht weiterverarbeitet werden kann. Die einzelnen Arten werden an den sog. Fraßbildern, dem Verlauf ihrer Fraßgänge, unterschieden und zum Teil entsprechend benannt. Günstige Bedingungen für Massenvermehrungen sind Monokulturen, Trockenheit, durch Luftverschmutzung geschwächte Bäume sowie große Mengen Totholz, z.B. nach Schneebrüchen.
Schädlingsbekämpfung, Biozide, Pheromone, Waldschädlinge

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Biomasse

Als B. wird die auf der Erde vorhandene organische Substanz in lebenden, toten oder zersetzten Organismen bzw. deren Exkrementen bezeichnet. Biochemische Grundlage jeglicher B. ist der Kohlenstoff. Alle B. ist durch die von grünen Pflanzen gespeicherte Sonnenenergie entstanden.

Im Prozess der Photosynthese wird Sonnenenergie in biochemische Bindungsenergie überführt; man kann das Pflanzenreich auch als riesigen Sonnenkollektor betrachten.

Tiere nehmen mit der Nahrung diese Energie auf und bilden die tierische B.. B. wird als Nahrung, Holz, Papier und für Textilfasern benutzt (nachwachsende Rohstoffe).

Weltweit wachsen jährlich rund 80 Mrd t B. nach, etwa zur Hälfte in Form von Holz. B.-Energie ist Energie die aus verschiedenen Arten von B. mit unterschiedlichen Verfahren gewonnen wird. Zu nennen sind:
1. Verbrennung,
2. Vergasung: B., insb. Holz, wird unter Luft- und Dampfzutritt aufgeheizt. Es entsteht v.a. das brennbare Gas Methan sowie Kohlendioxid. Bei der Abtrennung unerwünschter Gase fallen giftige Abwässer an, die ebenso wie die Asche entsorgt werden müssen.
3. Pyrolyse: Zersetzung bei 500-1.000 GradC unter Luftabschluß. Dabei wird B. zu festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen mit höherem Heizwert, z.B. Holzkohle. Auch hier müssen giftige Abwässer und Schlacke entsorgt werden.
4. Alkoholische Gärung: Insb. zuckerhaltige B. wird durch Hefe in Ethanol und Methanol umgewandelt. Beide können als Agrartreibstoff verwendet werden. Die in Brasilien großtechnisch betriebene Zuckerrohr/Ethanol-Produktion ist durch die entstehenden Abwässer zu einem großen Umweltproblem geworden (Alkoholkraftstoff, Autoantrieb, alternativer).
5. Methangärung: Durch mikrobielle Zersetzung unter Luftabschluß wird B. zu Biogas bzw. bei Zersetzung von Klärschlamm zu Klärgas bzw. Deponiegas. Bio-, Klär- und Deponiegas haben eine ähnliche Zusammensetzung wie Erdgas.

Aus B. sind die fossilen Energieträger Kohle, Erdgas und Öl entstanden. Da die fossilen Energiereserven schrumpfen, wird in Zukunft B. als regenerative Energiequelle genutzt werden (nachwachsende Rohstoffe).

Autor: KATALYSE Institut

Biologische Schädlingsbekämpfung

Unter biologischer Schädlingsbekämpfung versteht man die Verwendung von Organismen und Viren, um Schädlinge (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Viren) in ihrer Anzahl zu begrenzen und um den durch sie angerichteten Schaden unter eine wirtschaftlich bedenkliche Schwelle abzusenken.

Ziel aller Maßnahmen ist nicht die Vernichtung der Schädlinge, sondern die Einschränkung ihrer Vermehrung durch natürlich vorkommende oder eingeführte Gegenspieler (Antagonisten), sogenannte Nützlinge. Die bei der chemischen Bekämpfung auftretenden Probleme der Resistenzbildung gegen ein Pestizid und die darauffolgende starke Vermehrung der resistenten Organismen, das Problem der unspezifischen Wirkung gegen Nützlinge und Schädlinge gleichzeitig und das Problem der Schädigung der Umwelt durch oft schwer abbaubare Stoffe sollen bei der biologischen Schädlingsbekämpfung vermieden werden.
Bei den "klassischen" biologischen Verfahren kommen Räuber, Parasiten und Krankheitserreger zum Einsatz. Unter Räubern versteht man solche Tiere, die sich von einer bestimmten anderen Tierart ernähren; Beispiele sind viele Vögel, Laufkäfer, Marienkäfer, Raubwanzen, Raubmilben und Larven von Schwebfliegen. Zu den Schmarotzern oder Parasiten gehören solche Organismen, die sich auf Kosten eines sogenannten Wirtes entwickeln und zu diesem Zweck ganz oder zeitweise in oder auf ihm leben, ihn aber nicht sofort abtöten, sondern durch ihre Nutzung zunächst sehr schwächen; z.B. werden Schlupfwespen zur Bekämpfung der Weißen Fliege in Gewächshauskulturen eingesetzt.
Als Krankheitserreger oder Pathogene bezeichnet man parasitische Mikroorganismen (Pilze, Bakterien) und Viren, welche in ihren Wirten Infektionen hervorrufen können, die zu einer Schwächung oder zu einem mehr oder weniger schnellen Tod des Wirtes führen. Ein Beispiel hierfür ist das Bakterium Bacillus thuringiensis, das mittlerweile weltweit in verschiedenen Präparaten vor allem zur Bekämpfung schädlicher Schmetterlingsraupen, wie z.B. des Maiszünslers oder Kohlweißlings, eingesetzt wird.
Weitere Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung sind Autozid-Verfahren (Selbstvernichtungsverfahren: Ausbringung von sterilisierten Männchen in eine Schädlingspopulation, woraufhin die nachfolgende Generation deutlich vermindert oder sogar ausgerottet wird), Resistenzzüchtung, die gezielte Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen und -tieren gegenüber Schadorganismen durch spezielle Stärkungsmittel oder Präimmunisierung ("Schutzimpfung"), und die Förderung der Nützlinge durch bestimmte Anbaumethoden (Mischkulturen, Fruchtfolge), reduzierte Bodenbearbeitung und Düngung oder Kulturmaßnahmen.
Dazu gehört das Anpflanzen von Hecken zur Förderung der Vögel sowie das Stehenlassen von Brachlandinseln als Rückzugsmöglichkeit für Nützlinge. Außerdem können mit Hilfe von Lockstoffen (Duftstoffe, Pheromone) Schädlinge in Fallen gelockt und vernichtet werden (Pheromonfallen bei Borkenkäfern).
Werden nicht die Organismen selbst, sondern nur bestimmte wirksame Stoffwechselprodukte eingesetzt, wie z.B. Antibiotika oder Toxine von Mikroorganismen, so spricht man von Biotechnischer Schädlingsbekämpfung. Im Integrierten Pflanzenbau werden Verfahren der biologischen Schädlingsbekämpfung mit biotechnischen und konventionellen Verfahren kombiniert.

Lit.: A.Krieg, J.M.Franz: Lehrbuch der Biologischen Schädlingsbekämpfung, Berlin und Hamburg 1989

 

siehe auch: Alternativer Landbau

Autor: KATALYSE Institut

Bioland

Bioland ist ein Zusammenschluss von 3.500 Biobauern insgesamt 116.000 Hektar Fläche bewirtschaften. Überdies gibt es 600 Verarbeiter, die Bioland-Rohstoffe weiterverarbeiten, wie zum Beispiel Bäcker oder Molkereien. Damit ist Bioland der Größte der neun ökologischen Anbauverbände in Deutschland.

Bioland gliedert sich in den Bundesverband mit Sitz in Mainz und acht Landesverbände, welche die Mitglieder in der jeweiligen Region betreuen. Mit Ausnahme einiger weniger Erzeuger in Südtirol sind die Betriebe nur in Deutschland angesiedelt. Auf der Homepage des Verbandes ist unter http://www.bioland.de/im-fokus.htm kann man sich über Themen wie Gentechnik, Pestizide und andere wissenswerte Texte informieren.

Die Zeitschrift bioland, Fachzeitschrift für den ökologischen Landbau; ist die auflagenstärkste Fachzeitschrift im ökologischen Landbau. Für Mitglieder des Verbandes ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Kontakt:
Bioland Bundesverband
Kaiserstr. 18
55116 Mainz
Tel: 06131 / 239 79-0
Fax: 06131 / 239 79-27
www.bioland.de

Autor: KATALYSE Institut

Bronchitis

Entzündliche Erkrankung des Bronchialsystems mit Verschleimung, Husten, Fieber, Kopfschmerz und Luftnot. Man unterscheidet zwei Verlaufsarten: die akute B. und die chronische B.

Die akute B. entsteht meist durch Virusinfektion oder im Rahmen anderer Erkrankungen; seltener durch Bakterien, Pilze oder Reizgasinhalation (Saurer Nebel, Schwefeldioxid, Stickoxide, Ozon, Kohlenwasserstoffe).

Die chronische B. ist noch vor Asthma die häufigste chronische Lungenerkrankung. Die Ursachen sind einerseits exogene Faktoren, insb. Zigarettenrauch (jeder zweite Raucher über 40 leidet an chronischer B., Tabakrauch), Luftverschmutzung, häufige Infekte und Nebenhöhlenentzündung, andererseits endogene Faktoren wie verminderte Immunkompetenz oder ein zellulärer Defekt des Selbstreinigungsapparates der kleinen Bronchien (Flimmerepithel).

Die dreistufige Entwicklung der chronischen B. beginnt mit reversiblem Husten und Auswurf, wonach sich ein Lungenemphysem mit Luftnot und Leistungsabfall entwickelt; schließlich entsteht Atem- und Rechtsherzinsuffizienz. Die beiden letzten Stadien sind irreversibel und können zum Tod führen. Laut WHO-Statistik scheint die Häufigkeit der chronischen B. in den Industrieländern zuzunehmen.
Sommer-B.: Ozon

Autor: KATALYSE Institut

Bundesgesundheitsamt

Das B. (BGA) war bis 1994 die zentrale staatliche Forschungseinrichtung Deutschlands auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege.

Es hatte den Auftrag, Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier früh zu erkennen, diese zu bewerten und im Rahmen seiner gesetzlichen Kompetenzen einzudämmen.
Das Amt war in sieben wissenschaftliche Institute und eine Zentralabteilung gegliedert:

  • Robert Koch-Institut (zuständig für Infektionskrankheiten)
  • Max von Pettenkofer-Institut (zuständig für Verbraucherschutz, Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Bewertungsstelle nach Chemikaliengesetz)
  • Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie (zuständig für Entwicklung und Anwendung von Methoden der Gesundheitsstatistik)
  • Institut für Strahlenhygiene (zuständig für die Erforschung der Wirkung von Radioaktivität auf Mensch und Umwelt)
  • Institut für Veterinärmedizin (zuständig für Hygiene tierischer Lebensmittel, Tierkrankheiten und Rückstandsforschung)
  • Institut für Arzneimittel (zuständig für Arzneimittelzulassungen, -registrierungen und -wirkungen)
  • Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene (zuständig für wissenschaftliche und gesetzvorbereitende Arbeiten beim Wasser- und Bodenschutz (Bodenbelastung), Abwasser, der Luftreinhaltung (Luftverschmutzung) und teilweise - produktbezogen - des Verbraucherschutzes).

Die Aufgabe der Zulassung von Arzneimittel hat jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte übernommen.

Autor: KATALYSE Institut

Brucellose

Bakterien der Gattung Brucella, die keine Sporen oder Toxine bilden. Die Erreger parasitieren intrazellulär in Makrophagen.

Symptome: Fünf bis 60 Tage nach Infektion kommt es zu grippeartigen Beschwerden mit einem wellenförmigen Fieberverlauf. Möglich sind auch Husten, Gelenkentzündungen und Osteomyelitis, seltener Endomyokarditis und Enzephalitis. Die Letalität bei unbehandelten Patienten liegt bei fünf Prozent.

Therapie: Oral 200 mg Doxycyclin pro Tag plus 600 bis 900 mg Rifampicin über sechs Wochen. Zur Prophylaxe nach Exposition sollten die Medikamente über drei Wochen eingenommen werden.

Impfung: Derzeit nicht möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Botulismus

Das Bakterium Clostridium botulinum produziert ein Toxin, das etwa 100 000 mal toxischer als das Nervengas Sarin ist. Das Toxin zählt damit zu den giftigsten Substanzen.

Symptome: Nach Inhalation des Giftes können Beschwerden innerhalb von 24 Stunden, aber auch erst nach einigen Tagen auftreten. Trockener Mund, verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Lichtscheu, Schluckstörungen kennzeichnen den Beginn der Vergiftung.

Später kann es zu einer absteigenden Lähmung und Atemstillstand kommen. Die Patienten haben dabei meist kein Fieber. Allerdings können Sekundärinfektionen Fieber verursachen.

Therapie: Ein Anti-Toxin, das frühzeitig verabreicht werden muss, kann die Letalität auf bis zu zehn Prozent senken. In Deutschland sind noch geringe Mengen des Antidots verfügbar. Die Rekonvaleszenz kann Wochen bis Monate dauern.

Wichtig für den Verbraucher: Konserven mit einem ausgebeulten Deckel, Einmachgläser die von selbst aufgehen, Vakuumverpackungen, die sich aufblähen oder Trübungen von darin enthaltenen Flüssigkeiten deuten auf Verderb hin und müssen weggeworfen werden. Zwar wird durch Kochen das hitzeempfindliche Gift zerstört, die Sporen werden aber erst nach acht Minuten bei einer Temperatur von 120 Grad abgetötet. Daher können sich in abgekochten Speisen neue Sporen bilden.

Autor: KATALYSE Institut

Blausucht

M. ist eine erhöhte Konzentration der oxidierten Form des roten Blutfarbstoffs in den roten Blutkörperchen.

M. entsteht durch Aufnahme bestimmter Medikamente bzw. Substanzen, die eine Oxidation von Hämoglobin bewirken oder Aminoverbindungen und andere Oxidationsmittel. Säuglinge sind Genuss von nitrathaltigem Trinkwasser gefährdet.

Siehe auch: Methämoglobinämie

Autor: KATALYSE Institut

Berufskrebs

B. entsteht durch chemische und physikalische Einwirkungen am Arbeitsplatz.

Die WHO schätzt die B.-Fälle, gemessen an der Krebsrate der allgemeinen Bevölkerung, auf 1%. Nicht selten machen sich im Bereich der B. aufgrund der langen Latenzzeit die Folgen früherer Versäumnisse in den arbeitshygienischen Verhältnissen erst heute bemerkbar.

Viele Asbestarbeiter z.B. starben oder werden an einem seltenen Tumor sterben, dem Mesotheliom, der vom Brust- oder Bauchfell ausgeht; auch Lungenkrebs und Tumore des Magen-Darm-Traktes kommen gehäuft vor. Die Zeit von der Einwirkung bis zum Ausbruch der Krankheit (Latenzzeit) kann bei Asbest 15-50 Jahre betragen. Heute stellt sich heraus, daß immer neue Berufsgruppen ein erhöhtes Krebsrisiko haben.

Siehe auch: Arbeitsplatz

Autor: KATALYSE Institut

Berufskrankheiten

Bezeichnung für Erkrankungen, die als Folge einer beruflichen Tätigkeit entstehen und häufiger als bei der Allgemeinbevölkerung auftreten.

Die Kriterien zur Anerkennung einer B. sind in einer staatlichen Verordnung (B.-Verordnung von 20.6.68) festgelegt worden. In der Neufassung dieser Verordnung vom 1.4.88 werden 59 verschiedene B. aufgeführt. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die durch physikalische, chemische, biologische Einwirkungen verursacht sein können. Ein besonderes Problem bilden die Berufskrebse und Berufs-Allergien.

Siehe auch: Silikose

Autor: KATALYSE Institut

Berufsgenossenschaften

Innerhalb der Sozialversicherung nehmen die B. die Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherung wahr.

Dazu gehören Unfallverhütungsmaßnahmen, Erste Hilfe sowie Rehabilitation nach Unfällen und bei Berufskrankheiten sowie finanzielle Entschädigung bei Gesundheitsschäden. Insgesamt gibt es 34 B., bei denen ca. 1,5 Mio Unternehmen versichert sind.
Ähnlich wie die Gewerbeaufsichtsämter haben die technischen Aufsichtsbeamten der B. eine Aufsichtspflicht über die Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften, Analyse von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie Messung und Überwachung von Schadstoffen.
Die B. befinden sich durch ihre Doppelfunktion als Unfallversicherungsträger und Arbeitsschutzorgan immer in einem Konflikt zwischen
- der Anerkennung von Berufskrankheiten (Schutzfunktion) und
- dem Zwang, für die anerkannten Berufskrankheiten auch bezahlen zu müssen (Versicherungsfunktion).
Durch Nichtanerkennen von Berufskrankheiten können sie Kosten vermeiden. Um das Interesse der Arbeitnehmer an einer stärkeren Schutzfunktion zu unterstützen, müßten Maßnahmen wie das z.Z. diskutierte Verbandsklagerecht für Betriebsräte gegenüber den überbetrieblichen Aufsichtsbediensteten eingeführt werden.

Lit.: KATALYSE u.a.: Chemie am Arbeitsplatz, Reinbek 1987

Autor: KATALYSE Institut

Bergflachslunge

Alte umgangssprachliche Bezeichnung für die Berufskrankheit Asbestose. (siehe auch Stichwort Asbestose).

Engl.: asbestosis; ist eine Staublungenkrankheit durch eingeatmeten Asbeststaub, die zur Lungeninsuffizienz führen kann. Es tritt eine Lungenfibrose mit Atemnot, Reizhusten, Auswurf und Hinfälligkeit auf. In sehr später Phase kann eine bösartige Entartung (»Asbestkrebs« der Lunge) erfolgen.

Asbestose ist inzwischen eine von den Berufsgenossenschaften anerkannte und entschädigungspflichtige Berufskrankheit.

Autor: KATALYSE Institut

Behaglichkeit

Ob ein Mensch sich in seiner Umgebung behaglich fühlt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Einerseits gibt es individuelle Faktoren wie z.B. Gesundheit, Kleidung, Aktivitätsgrad, Konstitution, Nahrungsaufnahme, andererseits gibt es Umweltfaktoren wie Raumlufttemperatur, Temperatur der Umgebungsflächen, Luftfeuchte, Luftbewegung, Geräusche, Gerüche, Beleuchtung (Licht), Kontakt zur Umwelt etc., die Einfluß auf die B. haben. Früher wurden bei der Auslegung von Raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen, Klimaanlagen) im wesentlichen nur die Lufttemperatur, Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit berücksichtigt. Dies hat häufig zu Unzufriedenheit bis hin zu einer Beeinflussung der Gesundheit bei den von RLT-Anlagen betroffenen Personen geführt. Dies ist auch unter dem Begriff Sick building Syndrom bekanntgeworden. Aus diesem Grunde wird versucht, bei der Auslegung von RLT-Anlagen immer mehr Einflußfaktoren zu berücksichtigen. So wurde neben dem Aktivitätsgrad und der Kleidung auch die Luftreinheit bzw. die Geruchsbelastung als Auslegungsparameter eingeführt. Hierzu wurden eigens zwei neue Einheiten, das Olf und das Dezipol geschaffen.

Siehe auch: Raumklima, Bauökologie, Baubiologie

Autor: KATALYSE Institut

BAT-Wert

B. bedeutet Biologischer Arbeitsstoff-Toleranz-Wert. Er wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für verschiedene Stoffe festgelegt.

Der B. beschreibt die beim Menschen im Blut, Plasma, Harn oder Ausatemluft maximal zulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes, die nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens die Gesundheit der Beschäftigten auch dann nicht beeinträchtigt, wenn sie während 40 Wochenstunden regelmäßig erzielt wird. B. sind für gesunde Arbeitnehmer konzipiert und berücksichtigen nicht diejenigen, die körperlich geschwächt sind.

Die im Rahmen ärztlicher Vorsorgemaßnahmen ermittelten Analysen-Werte unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Die Beurteilung der im biologischen Material eines Beschäftigten gemessenen Werte ist dem Arzt vorbehalten, der hierfür auch die Verantwortung trägt.

Mit den B. werden bis zu einem gewissen Grade Vergiftungen zugelassen, wobei die Methode geeignet ist, für bestimmte schmutzige Arbeitsplätze die Arbeitnehmer auszuwählen, die mit den Schadstoffen am schnellsten fertig werden. Dadurch ist der Arbeitgeber nicht gezwungen, Arbeitsplatzsanierungen vorzunehmen.

Siehe auch: MAK-Wert

Autor: KATALYSE Institut

Barytstaublunge

(Barytose) Gutartige Staublunge mit knötchenförmigen Einlagerungen von Baryt (BaSO4) in das Lungenbindegewebe.

Führt zu keiner Beeinträchtigung der Lungenfunktion, da der Körper auf Baryt nicht allergisch reagiert und Baryt auch nicht giftig ist. Das Lungengewebe verändert sich nicht im Gegensatz zu der Silikose, Asbestose, Kaolinlunge und Aluminium-(Staub-)Lunge. B. tritt bei der Verarbeitung von Schwerspat auf.

Siehe auch: Eisenstaublunge

Autor: KATALYSE Institut