DDD

Abk. für Dichlordiphenyldichlorethan.

DDD fällt bei der Produktion von DDT als Beiprodukt an (ca. 0,3%). Entsteht auch durch Umwandlungsprozesse von DDT und ist biologisch sehr schwer abbaubar (Persistenz, Abbau). Die jährlich in die Umwelt eintretende Menge beträgt schätzungsweise bis zu 10.000 t.

Autor: KATALYSE Institut

Dauergrünland

D. ist landwirtschaftliche Nutzfläche, die als Weide oder Wiese zur Heu- und Silagegewinnung genutzt wird.

Je nach Intensität und Art der Nutzung (Düngung, Pestizide, Art der Beweidung, Mahdhäufigkeit) kann D. ökologisch wertvolle Fläche darstellen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Landwirte für die Berücksichtigung ökologischer Aspekte auf D. staatliche Ausgleichszahlungen erhalten. Da beim D. im Gegensatz zu Ackerkulturen der Boden das ganze Jahr über durch eine Vegetationsdecke geschützt ist, bietet D. wirksamen Schutz vor Boden-Erosion in Überschwemmungsgebieten und Hanglagen.

Autor: KATALYSE Institut

Chlordan

C. ist Insektizid ein breitwirkendes Kontakt-, Fraß-und Atemgift gegen Bodenschädlinge und in Deutschland seit 1971 verboten. Wird heute noch in der Termitenbekämpfung eingesetzt.

Wie andere chlorierte Kohlenwasserstoffe ist auch C. als äußerst problematisch einzustufen, da es schlecht abbaubar (Abbau) ist und sich im Fettgewebe anreichert. Akute Vergiftungen über die Nahrungskette können zu Schädigungen von Leber, Nieren, Herz, Lunge und Darm führen, beim Inhalieren von Stäuben können Entzündungen der Atemwege und der Lunge auftreten.
C. ist ubiquitär nachweisbar, wichtigster Aufnahmepfad sind Lebensmittel, hierdurch Anreicherung in Fettgewebe, Nieren und Muskelgewebe und kann bei Diäten mobilisiert werden. Konzentrationen in der Muttermilch sind meist um den Faktor 10 höher als in Kuhmilch.
C. steht im Verdacht Krebs zu erzeugen (Hinweise aus Tierversuchen, daher Einstufung in MAK-Liste III b). Beim Menschen allerdings unzureichende Datenlage für eine Beurteilung.
MAK-Wert: 0,5 mg/m3, LD50 bei Ratten: 283 bis 590 mg); ADI-Wert: 0,0005 mg/kg; Trinkwassergrenzwert in den USA: 0,002 mg/Liter

Autor: KATALYSE Institut

Chinaschilf

Chinaschilf ist ein mehrjähriges Gras, wächst bis zu drei Meter hoch, gehört wie
Mais zu den C-Pflanzen, deren Biomasse-Produktion durch die Zwischenspeicherung von Kohlenstoff besonders hoch ist.

 

  • Systematik: Familie: Poaceae, Art: Miscanthus sinensis x giganteus
  • Herkunft: Ostasien
  • Klima: humides Klima, Vegetationsperiode 1. Mai bis 31. Oktober; benötigte Jahrestemperatursumme 2.500°C bis 3.000°C; Niederschlagsminimum in der Vegetationsperiode 350 bis 500 mm
  • Anbausystem: Dauerkultur 15 bis 20 Jahre
  • Aussaat: Nach Anzucht werden Jungpflanzen mit 20 bis 30 cm Länge Ende Mai bis Ende Juni auf dem Acker ausgepflanzt, Standraum eine Pflanze je m², im ersten Standjahr ist eine mechanische Beikrautregulierung notwendig
  • Düngung: Stickstoff: 50 bis 100 kg/Hektar/Jahr
  • Pflanzenschutz: Bisher keine spezifischen Krankheiten oder Schädlinge bekannt
  • Ernte: Ernte der Stengel im Spätherbst oder Frühjahr über Ballenlinie oder Häksellinie
  • Ertrag: Blätter verbleiben auf dem Feld, 15 bis 30 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag. Die nach der Ernte gebildeten jungen Triebe sind auswinterungsgefährdet, daher empfiehlt sich in klimatischen Grenzlagen eine Ernte erst im späten Frühjahr, Vorteil: Die Stengel werden „gefriergetrocknet", der Wassergehalt im Erntegut sinkt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Chemische Schädlingsbekämpfung

Einsatz von Pestiziden in flüssiger Form im Spritz-, Sprüh-, oder Nebelverfahren oder als Stäubemittel oder Granulate zur Beseitigung von sogenannten Schädlingen.

Nach der Wirkungsart sind Nervengifte, Kontaktgifte, Atemgifte, Fraßgifte und systemisch wirkende Mittel zu unterscheiden. Die C. hat wegen ihrer schnellen Anwendbarkeit und starken Wirkung eine große Verbreitung gefunden. Die C. hat erhebliche Erfolge in der Seuchenbekämpfung, dem Vorrats- und Materialschutz und zu einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität geführt.
Der Preis dieser Errungenschaften sind: Anreicherung von Pestiziden in der Nahrungskette und der Umwelt, Vergiftungen, Krebsschäden, Schädigung und Tod von "Nützlingen", Artenschwund, Artenverschiebung und Resistenzbildung. C. stellt einen massiven Eingriff in jedes Ökosystem dar und versucht eine Art künstlichen Regelkreis zu schaffen.
Die Zahl der Anwendungen in der Landwirtschaft ist in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gestiegen. Obstbäume werden bis zu 30mal, Weizen bis zu 10mal pro Vegetationszeit behandelt. Bei der üblichen C. in Form eines Sprühnebels gelangen nur etwa 40% des Wirkstoffs auf Boden und Pflanze. Bei Wind kommt es zur Abdrift auf andere Kulturen, Straßen, Tiere und Menschen. Anwender der C. sind oft nur unzureichend für diese Tätigkeit ausgebildet und informiert.

siehe auch: Pflanzenschutzmittel, Resistenz, Schädlingsbekämpfung

Autor: KATALYSE Institut

Brennessel

Die Brennessel ist eine zweihäusige Pflanze mit 60 bis 150 cm hohem starkem vierkantigem Stängel. Die männlichen und weiblichen Blüten sitzen meist auf verschiedenen Pflanzen und besitzen kreuzgegenständige, lanzett- bis herzförmige Blätter.

 

  • Systematik: Familie: Urticaceae (Brennesselgewächse), Art: Urtica dioica
  • Herkunft: Südeuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigte Breiten Eurasiens und Nordamerikas; inzwischen weltweit verbreitet
  • Anbausystem: ein- und/oder mehrjähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur von Jungpflanzen; Pflanzung im Mai, 13.600 bis 17.000 Stecklinge pro Hektar
  • Düngung: Stickstoff: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar, Kalium: 100 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusarium, Rhizoctonia; Schädlinge: Schmetterlingsraupen
  • Ernte: Das Kraut steht von August bis Oktober in Vollblüte. Maschinelle Fasergewinnung zum Blühende; Ernteprodukte: Kraut, Wurzeln und Blätter für Pharmazie und Kosmetikindustrie und Verwendung als Futter und Gemüse
  • Ertrag: Ab dem zweiten Jahr etwa 8 bis 10 Tonnen Stengelstroh ergibt etwa
    1.200 kg Reinfasern/Hektar und bis zu 2.400 kg technische Fasern/Hektar; Blätter: 20 bis 40 Tonnen/Hektar; 2,5 bis 4,0 Tonnen/Hektar Droge
  • Wirkspektrum: entwässernd, blutzuckersenkend

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Borkenkäfer

Insektenfamilie kleinster Käfer, deren Larven in der Rinde oder im Holz von Bäumen leben.

Man unterscheidet rindenbrütende B., die Bäume absterben lassen können, und holzbrütende B., die gestürzte oder gefällte Bäume so schädigen, dass das Holz nicht weiterverarbeitet werden kann. Die einzelnen Arten werden an den sog. Fraßbildern, dem Verlauf ihrer Fraßgänge, unterschieden und zum Teil entsprechend benannt. Günstige Bedingungen für Massenvermehrungen sind Monokulturen, Trockenheit, durch Luftverschmutzung geschwächte Bäume sowie große Mengen Totholz, z.B. nach Schneebrüchen.
Schädlingsbekämpfung, Biozide, Pheromone, Waldschädlinge

Autor: KATALYSE Institut

Biomasse

Als B. wird die auf der Erde vorhandene organische Substanz in lebenden, toten oder zersetzten Organismen bzw. deren Exkrementen bezeichnet. Biochemische Grundlage jeglicher B. ist der Kohlenstoff. Alle B. ist durch die von grünen Pflanzen gespeicherte Sonnenenergie entstanden.

Im Prozess der Photosynthese wird Sonnenenergie in biochemische Bindungsenergie überführt; man kann das Pflanzenreich auch als riesigen Sonnenkollektor betrachten.

Tiere nehmen mit der Nahrung diese Energie auf und bilden die tierische B.. B. wird als Nahrung, Holz, Papier und für Textilfasern benutzt (nachwachsende Rohstoffe).

Weltweit wachsen jährlich rund 80 Mrd t B. nach, etwa zur Hälfte in Form von Holz. B.-Energie ist Energie die aus verschiedenen Arten von B. mit unterschiedlichen Verfahren gewonnen wird. Zu nennen sind:
1. Verbrennung,
2. Vergasung: B., insb. Holz, wird unter Luft- und Dampfzutritt aufgeheizt. Es entsteht v.a. das brennbare Gas Methan sowie Kohlendioxid. Bei der Abtrennung unerwünschter Gase fallen giftige Abwässer an, die ebenso wie die Asche entsorgt werden müssen.
3. Pyrolyse: Zersetzung bei 500-1.000 GradC unter Luftabschluß. Dabei wird B. zu festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen mit höherem Heizwert, z.B. Holzkohle. Auch hier müssen giftige Abwässer und Schlacke entsorgt werden.
4. Alkoholische Gärung: Insb. zuckerhaltige B. wird durch Hefe in Ethanol und Methanol umgewandelt. Beide können als Agrartreibstoff verwendet werden. Die in Brasilien großtechnisch betriebene Zuckerrohr/Ethanol-Produktion ist durch die entstehenden Abwässer zu einem großen Umweltproblem geworden (Alkoholkraftstoff, Autoantrieb, alternativer).
5. Methangärung: Durch mikrobielle Zersetzung unter Luftabschluß wird B. zu Biogas bzw. bei Zersetzung von Klärschlamm zu Klärgas bzw. Deponiegas. Bio-, Klär- und Deponiegas haben eine ähnliche Zusammensetzung wie Erdgas.

Aus B. sind die fossilen Energieträger Kohle, Erdgas und Öl entstanden. Da die fossilen Energiereserven schrumpfen, wird in Zukunft B. als regenerative Energiequelle genutzt werden (nachwachsende Rohstoffe).

Autor: KATALYSE Institut

Biologische Schädlingsbekämpfung

Unter biologischer Schädlingsbekämpfung versteht man die Verwendung von Organismen und Viren, um Schädlinge (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen und Viren) in ihrer Anzahl zu begrenzen und um den durch sie angerichteten Schaden unter eine wirtschaftlich bedenkliche Schwelle abzusenken.

Ziel aller Maßnahmen ist nicht die Vernichtung der Schädlinge, sondern die Einschränkung ihrer Vermehrung durch natürlich vorkommende oder eingeführte Gegenspieler (Antagonisten), sogenannte Nützlinge. Die bei der chemischen Bekämpfung auftretenden Probleme der Resistenzbildung gegen ein Pestizid und die darauffolgende starke Vermehrung der resistenten Organismen, das Problem der unspezifischen Wirkung gegen Nützlinge und Schädlinge gleichzeitig und das Problem der Schädigung der Umwelt durch oft schwer abbaubare Stoffe sollen bei der biologischen Schädlingsbekämpfung vermieden werden.
Bei den "klassischen" biologischen Verfahren kommen Räuber, Parasiten und Krankheitserreger zum Einsatz. Unter Räubern versteht man solche Tiere, die sich von einer bestimmten anderen Tierart ernähren; Beispiele sind viele Vögel, Laufkäfer, Marienkäfer, Raubwanzen, Raubmilben und Larven von Schwebfliegen. Zu den Schmarotzern oder Parasiten gehören solche Organismen, die sich auf Kosten eines sogenannten Wirtes entwickeln und zu diesem Zweck ganz oder zeitweise in oder auf ihm leben, ihn aber nicht sofort abtöten, sondern durch ihre Nutzung zunächst sehr schwächen; z.B. werden Schlupfwespen zur Bekämpfung der Weißen Fliege in Gewächshauskulturen eingesetzt.
Als Krankheitserreger oder Pathogene bezeichnet man parasitische Mikroorganismen (Pilze, Bakterien) und Viren, welche in ihren Wirten Infektionen hervorrufen können, die zu einer Schwächung oder zu einem mehr oder weniger schnellen Tod des Wirtes führen. Ein Beispiel hierfür ist das Bakterium Bacillus thuringiensis, das mittlerweile weltweit in verschiedenen Präparaten vor allem zur Bekämpfung schädlicher Schmetterlingsraupen, wie z.B. des Maiszünslers oder Kohlweißlings, eingesetzt wird.
Weitere Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung sind Autozid-Verfahren (Selbstvernichtungsverfahren: Ausbringung von sterilisierten Männchen in eine Schädlingspopulation, woraufhin die nachfolgende Generation deutlich vermindert oder sogar ausgerottet wird), Resistenzzüchtung, die gezielte Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen und -tieren gegenüber Schadorganismen durch spezielle Stärkungsmittel oder Präimmunisierung ("Schutzimpfung"), und die Förderung der Nützlinge durch bestimmte Anbaumethoden (Mischkulturen, Fruchtfolge), reduzierte Bodenbearbeitung und Düngung oder Kulturmaßnahmen.
Dazu gehört das Anpflanzen von Hecken zur Förderung der Vögel sowie das Stehenlassen von Brachlandinseln als Rückzugsmöglichkeit für Nützlinge. Außerdem können mit Hilfe von Lockstoffen (Duftstoffe, Pheromone) Schädlinge in Fallen gelockt und vernichtet werden (Pheromonfallen bei Borkenkäfern).
Werden nicht die Organismen selbst, sondern nur bestimmte wirksame Stoffwechselprodukte eingesetzt, wie z.B. Antibiotika oder Toxine von Mikroorganismen, so spricht man von Biotechnischer Schädlingsbekämpfung. Im Integrierten Pflanzenbau werden Verfahren der biologischen Schädlingsbekämpfung mit biotechnischen und konventionellen Verfahren kombiniert.

Lit.: A.Krieg, J.M.Franz: Lehrbuch der Biologischen Schädlingsbekämpfung, Berlin und Hamburg 1989

 

siehe auch: Alternativer Landbau

Autor: KATALYSE Institut

Bioland

Bioland ist ein Zusammenschluss von 3.500 Biobauern insgesamt 116.000 Hektar Fläche bewirtschaften. Überdies gibt es 600 Verarbeiter, die Bioland-Rohstoffe weiterverarbeiten, wie zum Beispiel Bäcker oder Molkereien. Damit ist Bioland der Größte der neun ökologischen Anbauverbände in Deutschland.

Bioland gliedert sich in den Bundesverband mit Sitz in Mainz und acht Landesverbände, welche die Mitglieder in der jeweiligen Region betreuen. Mit Ausnahme einiger weniger Erzeuger in Südtirol sind die Betriebe nur in Deutschland angesiedelt. Auf der Homepage des Verbandes ist unter http://www.bioland.de/im-fokus.htm kann man sich über Themen wie Gentechnik, Pestizide und andere wissenswerte Texte informieren.

Die Zeitschrift bioland, Fachzeitschrift für den ökologischen Landbau; ist die auflagenstärkste Fachzeitschrift im ökologischen Landbau. Für Mitglieder des Verbandes ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Kontakt:
Bioland Bundesverband
Kaiserstr. 18
55116 Mainz
Tel: 06131 / 239 79-0
Fax: 06131 / 239 79-27
www.bioland.de

Autor: KATALYSE Institut

Biodiesel

In einer Ökobilanz des ifeu-Institutes (2003) wurde nachgewiesen, dass beim Einsatz von einem Liter B. 2,2 Kilogramm Treibhausgase eingespart werden. Für die Handhabung des Produktes Biodiesel sprechen seine gute biologische Abbaubarkeit und die daraus resultierende niedrige Wassergefährdung.

Nach der Einführung einer Vornorm galt in Deutschland seit 1997 die E DIN 51606 für die Definition der Eigenschaften von Biodiesel. Sie hatte seinerzeit zwar den Status eines Normentwurfs, war jedoch voll gültig und stellte die technische Grundlage für nahezu alle Freigaben der Fahrzeughersteller dar.
Im November 2003 wurde die bisherige Norm durch die europäische Norm EN 14214 - in Deutschland entsprechend DIN EN 14214 - abgelöst. Diese Norm ist in einigen Parametern strenger als die bisherige und enthält außerdem zusätzliche Anforderungen. Die DIN EN 14214 ist in Bezug auf Biodiesel die technische Grundlage der novellierten Kraftstoff-Qualitäts- und Kennzeichnungsverordnung (10. BImSchV).
B. darf als Kraftstoff nur entsprechend der Kennwerte der DIN EN 14214 angeboten werden. B. wird daher an den Tanksäulen ausdrücklich durch einen Aufkleber nach der aktuellen Norm ausgezeichnet.
Die Biodiesel-Norm fordert eine Kältefestigkeit von -20 °C. Dieser Wert wird - ähnlich wie bei Mineralöldiesel - durch Zugabe von Additiven bei der Herstellung erreicht. Fachleute empfehlen daher nach der Umstellung auf Biodiesel nach zwei bis drei Tankfüllungen das Kraftstofffilter außerhalb der üblichen Revisionsfristen zu wechseln, um den Filterversatz durch Altablagerungen zu verhindern. Normgerechter Biodiesel selbst führt nicht zum vorzeitigen Filterverschluss.
Aufgrund des niedrigeren spezifischen Energiegehaltes von Biodiesel ist ein Mehrverbrauch zu erwarten. Dieser fällt jedoch im praktischen Betrieb wesentlich niedriger aus als die formale Rechnung ergibt, da andere günstige Kennwerte des Biodiesel einen effizienteren Motorbetrieb gestatten. In Flottenversuchen wurden Mehrverbräuche von 0 bis 5 Prozent gegenüber dem Einsatz von Dieselkraftstoff ermittelt.
Die Qualifikation zum Thema Biodiesel in den Werkstätten vor Ort sehr unterschiedlich. Manchmal drängt sich auch der Eindruck auf, dass technische oder Verschleißprobleme vorsorglich auf den Biodiesel-Einsatz "abgeladen" werden, ohne dass ein Zusammenhang wirklich nachgewiesen wird. Der Kunde ist immer gut beraten, wenn er den Nachweis führen kann, stets qualitätsgesicherte Ware bezogen und benutzt zu haben.
Biodiesel darf ausschließlich in den dafür vom Hersteller ausdrücklich freigegebenen Fahrzeugen eingesetzt werden. Es ist eine Verpflichtung des Fahrzeughalters, sich dementsprechend sachkundig zu machen. Wird ein Fahrzeug (z.B. PKW, LKW, Schlepper) mit Biodiesel betrieben, ohne dass diese Verwendung in der Betriebsanleitung als zugesicherte Eigenschaft beschrieben ist, haften der Fahrzeughersteller bzw. Händler nicht für eventuell auftretende Schäden.

Autor: KATALYSE Institut

Baumwolle

Baumwolle ist ein einjähriger, meist bis zu 1,2 Meter hoch kultivierter Busch mit dichter basaler Verzweigung und langgestielten, behaarten, 3 bis 7-lappigen Blättern und kurzgestielten, in den Blattachseln sitzenden Blüten.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Gossypium sp.
  • Herkunft: Mittelasien oder Südafrika
  • Klimaansprüche: Wärme, Sonne und mindestens 180-200 frostfreie Tage sowie 800 bis 1000 mm Niederschlag
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: vor Beginn der Regenzeit in den Tropen; 1 bis 3 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 60 kg/Hektar, Phosphat: 40 kg/Hektar, Kalium: 50 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rhizoctonia, Sclerotium, Rhizopus; Schädlinge: Baumwollkapselkäfer, Kapselwurm, Baumwollwurm, Milben, Baumwollblattlaus, Zwergzikaden; Viren: Kräuselvirus; Sonstige: Wurzelgallenälchen
  • Ernte: Pflücken der Samenhaare nach Aufspringen der Kapsel; maschinell oder manuell
  • Ertrag: 1,5 bis 3,5 kg/Hektar Fasern
  • Qualitätsmerkmale: Faserlänge und -gehalt, Ölgehalt und -ausbeute
  • Besonderheiten: Hohes Wärme- und Feuchtebedürfnis

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Basilikum

Basilikum ist eine stark verzweigte, 50 cm hohe Pflanze mit großen, gestielten, eiförmigen, gesägten Blättern und weißen Lippenblüten.

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Ocimum basilikum
  • Herkunft: Vorderindien
  • Klimaansprüche: tropisch bis gemäßigt
  • Anbausystem: einjähriger Anbau bei mehrmaliger Ernte
  • Aussaat: Vorkultur; Direktsaat oder Pflanzung; 10 bis 16 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 100 kg /Hektar in Teilgaben, Kalium: 120 kg/Hektar, Phosphat: 70 kg/Hektar; hoher Nährstoffbedarf, überhöhte Phosphatgaben mindern den Ölertrag
  • Pflanzenschutz: Pilze: Grauschimmel, Blattflecken; Schädlinge: Eulenraupen, Wiesenwanzen; Viren: Luzernemosaikvirus; Sonstige: Schnecken, Kleeseide
  • Ernte: 7 bis 8 Wochen nach der Pflanzung bei Blühbeginn, maschinell; Sproß und Blätter: für Pharmazie und Gewürz
  • Ertrag: Kraut: 12 bis 18 Tonnen/Hektar, 15 bis 30 Tonnen/Hektar Droge
  • Saatgut: 80 bis 100 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: hoher Gehalt an ätherischem Öl
  • Besonderheiten: druckempfindliches Erntegut
  • Wirkspektrum: Verdauungsprobleme, Koliken, Blähungen, Magenkrämpfe, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Epilepsie und Migräne

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Baldrian

Baldrian ist eine ausdauernde formenreiche Pflanze von 50-180 cm Höhe mit lanzettlichen gefiederten Blättern und rötlichen endständigen, rispigen Schirmdoldenblüten.

  • Systematik: Familie: Valerianaceae (Baldriangewächse), Arten: Valeriana officinalis (Gemeiner Baldrian) und Valeriana wallichii (Asiatischer Baldrian)
  • Herkunft: heimisch
  • Klimaansprüche: gemäßigt; Mindestniederschlag: 650 mm/Jahr
  • Anbausystem: ein- und/oder zweijähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur ab Mitte Februar; Saat August bis April; 6 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne Trockensubstanz:
    Blätter: Stickstoff: 23 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 34 kg/Hektar, Calcium: 30 kg/Hektar; Wurzeln: Stickstoff: 18 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 21 kg/Hektar, Calcium: 6 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Mehltau, Falscher Mehltau, Verticillium-Welke
  • Schädlinge: Blattläuse, Thripse
  • Ernte: im Herbst bis Anfang November oder Frühjahr
    maschinell---> Rhizom mit Wurzel für die Pharmazie und Blätter als Futtermittelzusatz
  • Ertrag: Wurzeln, Rhizom: 10 bis 20 Tonnen/Hektar, 2 bis 5 Tonnen/Hektar Droge
  • Qualitätsmerkmale: feine Wurzeln, da Wirkstofflokalisierung in der Wurzelrinde;
    Gehalt an ätherischen Ölen und Valpotriate
  • Wirkspektrum: beruhigend, Steigerung der Konzentrationsleistung

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Wurst

Siehe Fleisch und Fleischerzeugnisse.

Autor: KATALYSE Institut

Bakterizide

Chemische Mittel zur Abtötung von Bakterien.

siehe Desinfektionsmittel, Antibiotika, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Aufforstung

A. ist die künstliche Bewaldung von nicht oder nicht mehr mit Wald bewachsenen Flächen durch Pflanzung junger Bäume oder Saat von Samen.

Die Wieder-A. kahlgeschlagener Flächen ist nach dem Waldgesetz Pflicht. Die Neu-A. nur schwer wirtschaftlich nutzbarer Böden, wie etwa von ehemaligem Ackerland, spielen in Deutschland flächenmäßig eine untergeordnete Rolle.
Das Wiederaufforstungsgebot (§ 11 BWaldG) regelt in Verbindung mit den jeweiligen Landesgesetzen die Mindestverpflichtung für alle Waldbesitzer, kahlgeschlagene Waldflächen und verlichtete Waldbestände in angemessener Frist wieder aufzuforsten oder zu ergänzen, soweit die natürliche Wiederbestockung unvollständig bleibt. In den Landeswaldgesetzen wurde die angemessene Frist unterschiedlich, in der Regel auf 2 bis 3 Jahre, festgesetzt.
Nachdem man bei der A. jahrzehntelang hauptsächlich Monokulturen aus Fichte und Kiefer anpflanzte, werden in den letzten Jahren auch wieder verstärkt Mischwälder gegründet, bzw. zumindest der Waldsaum mit Laubbäumen aufgeforstet, da diese Stürmen besser widerstehen und so den restlichen Baumbestand vor Windwurf schützen können.
Von großer Bedeutung sind die Schutzwald-Aufforstung im Gebirge zur Vermeidung von Erosion, Steinschlag und Lawinen. Infolge des Waldsterbens, aber auch durch Wildschäden kann hier die A. nicht mit dem Sterben der Bäume Schritt halten. Wegen des versauerten Bodens gehen viele der gepflanzten Bäume bereits nach wenigen Jahren wieder ein (Saurer Regen).
Deutschland ist zu rund 30 Prozent bewaldet. Die Waldfläche nahm seit 1960 um rund 500.000 Hektar zu und beträgt heute 10,7 Mio. Hektar. Der Wald ist damit ein bedeutender großflächiger Lebensraum, zugleich die naturnächste Landnutzungsform und ein wesentliches landschaftsprägendes Element. Die vier häufigsten Baumarten sind heute Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.
Deutschland nimmt bei den Holzvorräten mit durchschnittlich 270 m3/Hektar im europäischen Vergleich einen führenden Platz ein. Dem jährlichen Holzeinschlag in Deutschland von
3,7 m3/Hektar steht ein potenzielles und nachhaltig nutzbares Rohholzaufkommen von 5,7 m3/ha gegenüber. Das Holzeinschlagspotenzial wird demnach nur zu 70 Prozent ausgeschöpft.

 

Quelle: u.a. Nationales Forstprogramm Deutschland
Ein gesellschaftspolitischer Dialog zur Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung 1999/2000; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn

siehe: Waldfläche, Waldfunktionen, Waldsterben, Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Atrazin

Von den Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) der bekannteste und bisher, vor allem im Maisanbau, am häufigsten eingesetzte Wirkstoff.

Seine Wirkung beruht auf einer Hemmung der Photosynthese. In pflanzlichen Lebensmitteln sind bis zu 0,1 mg/kg zugelassen, in Gemüsemais 1,0 mg/kg.
Trotz gegenteiliger Annahme stellte sich mit Verbesserung der analytischen Möglichkeiten heraus, daß A. bis ins Grundwasser gelangt.
Im Trinkwasser wurde für Pflanzenbehandlungsmittel unabhängig von deren Giftigkeit ein einheitlicher Grenzwert von 0,1 mycrog/l festgelegt; er trat zum 1.10.1989 in Kraft. Der Hauptanteil aller positiven Befunde und Grenzwertüberschreitungen bei Pflanzenbehandlungsmitteln ist auf A. und dessen Hauptabbauprodukt Desethyl-A. zurückzuführen.
Seit März 1991 ist zum Schutz des Grundwassers die Anwendung von A. und 6 weiteren Wirkstoffen verboten. Ein Nachweis im Grundwasser ist noch auf Jahre hinaus zu erwarten. Bei Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser ist eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung möglich. Voraussetzung ist ein erfolgversprechender Sanierungsplan und Einhaltung des Ausnahmegrenzwertes von 3 µg/l für A.
Die Wirkung von Atrazin, beruht auf Hemmung der Photosynthese von Schadpflanzen. Es wird in der Umwelt nur relativ langsam abgebaut. Atrazin ist für Wasserorganismen giftig. Für Vögel und Nützlinge (z. B. Bienen), sowie für Bodenlebewesen ist der Wirkstoff weitgehend ungefährlich. Atrazin reichert sich in der Nahrungskette nicht an.
Atrazin weist für den Menschen eine geringe akute Giftigkeit auf. Reizungen der Haut, Augen und der Atemwege sind vereinzelt beim Menschen beobachtet worden.
Am 31. Oktober 1986 gelangten etwa 400 Liter Atrazin über die Abwässer der Firma Ciba-Geigy in den Rhein, was zusammen mit einem weiteren Chemieunfall der Firma Sandoz bei Basel einen Tag später ein Fischsterben im Rhein auslöste.
A. ist noch immer in der Umwelt weit verbreitet, nach dem Elbehochwasser im Jahre 2002 beispielweise wurde es ausgeschwemmt und konnte später vor Helgoland vermehrt nachgewiesen werden, auch in der Leber von Miesmuscheln und der Flunder.

Autor: KATALYSE Institut

Artenvielfalt

Artenvielfalt oder auch "Biologische Vielfalt" oder auch Biodiversität genannt, umfasst drei Dimensionen:

  • die Vielfalt der Lebensräume in lokalen, regionalen, globalen Ökosystemen.
  • die Artenvielfalt innerhalb der Lebensräume, also alle dort lebenden Organismen: Tiere, Pflanzen und Mikroskopisch kleine, einzellige Organismen, z.B. Bakterien, Blaualgen sowie ein großer Teil der Algen und Pilze. Mikroorganismen.
  • die genetische Vielfalt innerhalb der Arten.

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biologischen Vielfalt waren ein wichtiges Thema auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Als U. werden, geprägt durch deutlich anthropogene Sichtweise, die den Menschen umgebenden Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) mit den dort lebenden Organismen in ihrer Gesamtheit bezeichnet.Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, bei der die Konvention über

Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity (CBD) zusammen mit der Agenda 21 beschlossen wurde.

Die Konvention über Biologische Vielfalt verfolgt drei Ziele:

  • Erhalt der Biologischen Vielfalt
  • Nachhaltige Nutzung der Biologischen Vielfalt
  • Ausgewogene und gerechte Verteilung der Chancen, die sich aus der Nutzung der Biologischen Vielfalt, insbesondere der genetischen Der Begriff Ressourcen besitzt zwei Bedeutungen.Ressourcen, ergeben.

Autor: KATALYSE Institut

Arnika

Arnika ist eine mehrjährige Pflanze mit aufrechtem, flaumig behaartem Stengel (20 bis 50 cm), lanzettlichen dichthaarigen bodenanliegenden Rosettenblättern und gelben Einzelblütenköpfen.

  • Systematik: Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Arnica montana, chamissonis
  • Herkunft: heimisch (Mitteleuropa)
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: dreijähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur Februar bis März, Pflanzung im Mai; 12 bis 16 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff <50 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Alternaria, Grauschimmel, Mehltau; Schädlinge: Bohrfliegenlarven
  • Ernte: A. Chamissonis: Mai bis Juni und A. montana: Juni bis August
  • manuelle Ernte von Blüten, Rhizom und Wurzeln
  • Ertrag: A. montana: Blüten: 2,5 bis 5,0 Tonnen/Hektar, 400 bis 800 kg/Hektar Droge;
    Wurzeln: 4,0 bis 8,0 Tonnen/Hektar, 1,0 bis 20 Tonnen/Hektar Droge;
    A. Chamissonis:
    Blüten: 4,5 bis 6,0 Tonnen/Hektar, Drogen: 700 bis 800 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl über 0,1 Prozent, Glycoside, Cholin und Flavonoide
  • Besonderheiten: Hohe Salz- und Kalkempfindlichkeit
  • Wirkspektrum: entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, Herztonikum

 Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Antibiotika

Antibiotika sind Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die Bakterien bekämpfen. Ihre Eigenschaften können bakteriostatisch (Hemmung der Vermehrung), bakterizid (Tötung) oder bakteriolytisch (Tötung und Auflösung) sein.

Die halb- oder vollsynthetischen Abwandlungsprodukte werden ebenfalls A. genannt. Sie haben wachstumshemmende oder abtötende Wirkung auf Bakterien, Pilze und Protozoen. A. besitzen ein bestimmtes Wirkungsspektrum. In diesem werden alle Sorten von Mikroorganismen zusammengefaßt, die gegenüber einer Substanz Empfindlichkeit zeigen.
Die Ära der A.-Anwendung begann mit der Entdeckung des Penicillins (Fleming 1929) und dem Nachweis der hohen Wirksamkeit dieser Substanz (Chain 1940).
Bis Ende der 90er Jahre wurden A. in der Tierhaltung vorsorglich gegen Ansteckungsgefahr bei Infektionskrankheiten gegeben und als Masthilfsmittel eingesetzt worden.
A. können zu Resistenzen von Bakterien führen, weshalb ihr Eisnatz auf die wirklich notwendige Gabe beschränken sollte. Auf keinen Fall sollte eine A.-Therapie abgebrochen werden, da sonst nicht alle Erreger abgetötet werden. Hierdurch können sich bei den Bakterien Resistenzen auszubilden. Es werden sogar Patienten von Bakterienstämmen infiziert, die eine Multiresistenz aufweisen.

Autor: KATALYSE Institut

Saatgutbehandlung

S. soll verhindern, daß ausgebrachtes Saatgut von Krankheitserregern, Pilzen und "Schädlingen" befallen bzw. von Vögeln oder Kleintieren gefressen wird (Vergällungsmittel) und stellt einen Schutz gegen Frühinfektionen dar.

Zu unterscheiden sind physikalische und chemische Beiz- und Entseuchungsverfahren und gentechnische Saatgutbehnadlung. Nach Einführung systemischer Fungizide spielen die physikalischen Verfahren (z.B. Heißwasserbeizung) nur noch eine untergeordnete Rolle bzw. werden noch im ökologischen Landbau eingesetzt. Dabei ist die physikalische S. mit niederenergetischen Elektronen ein sehr effektives und nachhaltiges Verfahren und hinterläßt im Gegensatz zur chemischen S. keine Rückstände.

Chemische Beizung
Die Beizung von Saatgut ist die sparsamste und umweltschonendste Methode, um Saatkorn und Keimling vor pilzlichen Erregern zu schützen.
Optimale Beizung besteht in einer exakten, der Zulassung entsprechenden und gleichmäßigen Verteilung des Mittels auf die Saatkörner. Um dies zu erreichen, muss - neben einer guten Rohware - gewährleistet sein, dass in den Beizstellen die Förderwege für Saatgut ausgelegt und bei Sortenwechsel gereinigt werden. Die Reinigungsanlage sollte bei Gerste mit einem Entgranner ausgerüstet sein. Die notwendige gute Sortierung des Korns erfordert ein Sortiment an gründlich gereinigten Sieben in allen erforderlichen Größen.

Die Beizanlagen sind einer regelmäßigen Überprüfung und Wartung zu unterziehen. Vor allem darf es nicht zu Staub und Abrieb kommen, die das Beizmittel binden und zu Verlusten auf dem Saatgut führen. Weiterhin muss gesichert sein, dass während des Beizvorganges ständig die genaue Abstimmung der Beizmittelmenge auf die Saatgutmenge überprüft wird. Positiv wirkt sich eine Verdünnung des Beizmittels aus, da das Korn durch Zugabe von Wasser besser umhüllt wird. Flüssigbeizen haben prinzipiell den Vorteil, dass sie besser am Saatkorn haften und keinen Staub entwickeln.

Physikalische Beizung
Für die Erzeugung und Erhaltung gesunden Saatgutes steht im ökologischen Landbau eine Reihe von Methoden zur Verfügung. Die Verwendung gesunden Saatgutes ist im ökologischen Landbau von besonderer Bedeutung. Lückenhafte Bestände als Folge schlechter Saatgutqualität können während der Vegetationszeit kaum ausgeglichen werden. Auch lassen sich Krankheiten, die ihren Ursprung am Saatgut haben, im Ökolandbau nicht durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. Mit dem klassischen Verfahren der Heißwasserbehandlung können die wichtigsten Krankheiten sowohl im Getreide- als auch im Gemüsebau unter Kontrolle gehalten werden. Auch moderne Verfahren wie die Elektronenbeizung sind anwendbar. Forschungsbedarf besteht im Hinblick auf eine selektive Bekämpfung, die Optimierung der Verfahren in Abhängigkeit von der jeweiligen Wirt-Parasit-Kombination sowie die Entwicklung oder Anpassung der Verfahren für bisher nicht einbezogene oder schwer zu bekämpfende Schaderreger.

Gentechnische Saatgutbehandlung
Gentechnisch manipulierte Agrarprodukte werden in der Landwirtschaft eingesetzt, um den Zwang zu schaffen, Koppelprodukte zu kaufen. Dies ist bereits heute in der Landwirtschaft der Fall, wo bestimmtes gentechnisch manipuliertes Saatgut ganz bestimmte Pflanzenschutzmittel erfordert, damit die Ernten erfolgreich werden. Die landwirte geraten damit in die Abhängigkeit einiger wenigher großer Agrarchemieunternehmen. HybriTech Europe und Monsantos European Centre for Crop Research (ECCR) in Louvain-la-Neuve arbeiten beispielsweise an der qualitativen und quantitativen Verbesserung des Weizenertrages durch genetische und chemische Forschung. Krankheitsresistenzen, Züchtung von ertragreicheren Sorten und Hybriden sowie innovativer Saatgutschutz, soll es ermöglichen chemische Pflanzenschutzmittel in geringeren Mengen auszubringen.

Autor: KATALYSE Institut

Regionale Lebensmittel

Regionale Lebensmittel werden möglichst nah am Verkaufs- und Verbrauchsort produziert, verarbeitet, vermarktet und konsumiert.

Als Region wird allgemein eine räumliche Einheit bezeichnet, die z.B. gemeinsame, naturräumliche, kulturelle oder wirtschaftliche Eigenheiten aufweist. Teilweise gehen Verbraucher noch immer davon aus, dass regionale Lebensmittel mit ökologischen Lebensmitteln gleichzusetzen sind. Regionale Lebensmittel können nach den Kriterien des ökologischen Landbaus, aber auch konventionell erzeugt sein. Viele Initiativen haben sich mit unterschiedlichen Zielen und eigenen Richtlinien gegründet, entsprechend unterschiedlich sind die gesetzten Schwerpunkte und die Auslegungen des Begriffes:

  • der Verzicht auf importiertes Futtermittel (z.B. Soja),
  • eine Herstellung die den Naturschutz fördert (z.B. Kulturpflanzenarten),
  • die Berücksichtigung des Tierschutzes (z.B. artgerechte Tierhaltung),
  • der Verzicht auf Gentechnik (z.B. Gentechnikfreier Oberrhein),
  • die Einbeziehung gesellschaftlicher Randgruppen (z.B. Projekte mit Behinderten),
  • die Erhaltung regionaler Arbeitsplätze.

Ein einheitliches Markenzeichen für regionale Lebensmittel gibt es nicht, da dies den vielfältigen Regionen nicht gerecht werden würde. Viele Regionen haben ihr eigenes Logo entwickelt, mit denen sie ihre Produkte vermarkten. In den letzten Jahren haben verschiedene Initiativen mit dem Ziel gestartet, die Vermarktung von regional hergestellten Lebensmitteln und anderen Produkten zu fördern.

Regionale Initiativen erzeugen nicht nur Lebensmittel, sondern sorgen für eine attraktive Landschaft, einen hohen Erlebniswert und eine Belebung der heimischen Wirtschaft. Jeder Verbraucher hat die Möglichkeit, mit seinen Handlungen mit zu entscheiden was in Zukunft auf den lokalen Märkten angeboten wird.

Im Oktober 2005 wurde zum ersten Mal, die bundesweite Aktion der „Tag der Regionen“ veranstaltet. Die Initiatoren kommen aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Kirchen, Land- und Forstwirtschaft, Jugendarbeit, Tourismus, Bildung, Verbraucherschutz und Gastronomie. Der Konzeptansatz reicht hier weit über den Lebensmittelbereich hinaus und dient v.a. dazu die Region bekannt zu machen. Dennoch werden heute in Deutschland beim Lebensmitteleinkauf nur weniger als ein Prozent des Umsatzes für Produkte aus der Region ausgegeben.

Quellen:
http://www.landfrauenverband-suedbaden.de
http://www.naturkost.de
LÖBBERT, R; et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
STILLGER, V.: Leben und Arbeiten im ländlichen Raum. Fachhochschule Osnabrück, Seminar SS 2005.
Verbraucherzentrale Bundesverband: Regionale Lebensmittel – Lebensmittel aus der Region.
UGB FORUM: Regional nur zweite Wahl?. 2004.

Autor: KATALYSE Institut