Aufforstung

A. ist die künstliche Bewaldung von nicht oder nicht mehr mit Wald bewachsenen Flächen durch Pflanzung junger Bäume oder Saat von Samen.

Die Wieder-A. kahlgeschlagener Flächen ist nach dem Waldgesetz Pflicht. Die Neu-A. nur schwer wirtschaftlich nutzbarer Böden, wie etwa von ehemaligem Ackerland, spielen in Deutschland flächenmäßig eine untergeordnete Rolle.
Das Wiederaufforstungsgebot (§ 11 BWaldG) regelt in Verbindung mit den jeweiligen Landesgesetzen die Mindestverpflichtung für alle Waldbesitzer, kahlgeschlagene Waldflächen und verlichtete Waldbestände in angemessener Frist wieder aufzuforsten oder zu ergänzen, soweit die natürliche Wiederbestockung unvollständig bleibt. In den Landeswaldgesetzen wurde die angemessene Frist unterschiedlich, in der Regel auf 2 bis 3 Jahre, festgesetzt.
Nachdem man bei der A. jahrzehntelang hauptsächlich Monokulturen aus Fichte und Kiefer anpflanzte, werden in den letzten Jahren auch wieder verstärkt Mischwälder gegründet, bzw. zumindest der Waldsaum mit Laubbäumen aufgeforstet, da diese Stürmen besser widerstehen und so den restlichen Baumbestand vor Windwurf schützen können.
Von großer Bedeutung sind die Schutzwald-Aufforstung im Gebirge zur Vermeidung von Erosion, Steinschlag und Lawinen. Infolge des Waldsterbens, aber auch durch Wildschäden kann hier die A. nicht mit dem Sterben der Bäume Schritt halten. Wegen des versauerten Bodens gehen viele der gepflanzten Bäume bereits nach wenigen Jahren wieder ein (Saurer Regen).
Deutschland ist zu rund 30 Prozent bewaldet. Die Waldfläche nahm seit 1960 um rund 500.000 Hektar zu und beträgt heute 10,7 Mio. Hektar. Der Wald ist damit ein bedeutender großflächiger Lebensraum, zugleich die naturnächste Landnutzungsform und ein wesentliches landschaftsprägendes Element. Die vier häufigsten Baumarten sind heute Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.
Deutschland nimmt bei den Holzvorräten mit durchschnittlich 270 m3/Hektar im europäischen Vergleich einen führenden Platz ein. Dem jährlichen Holzeinschlag in Deutschland von
3,7 m3/Hektar steht ein potenzielles und nachhaltig nutzbares Rohholzaufkommen von 5,7 m3/ha gegenüber. Das Holzeinschlagspotenzial wird demnach nur zu 70 Prozent ausgeschöpft.

 

Quelle: u.a. Nationales Forstprogramm Deutschland
Ein gesellschaftspolitischer Dialog zur Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung 1999/2000; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn

siehe: Waldfläche, Waldfunktionen, Waldsterben, Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

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