Kamille

Kamille ist meist eine einjährige Pflanze von 15 bis 40 cm Höhe mit fiederteiligen Stengelblättern und langgestielten Blüten mit weißen Zungenblüten.

 

  • Systematik: Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Matricaria chamomilla
  • Herkunft: östliches Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: einjähriger sommer- und/oder winteranueller Anbau
  • Aussaat: Anfang September und/oder März bis April; 30 bis 35 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 21 Tonnen Trockenmasse/Hektar: Stickstoff: 53 kg/Hektar, Phopshat: 21 kg/Hektar, Kalium: 86 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Falscher Mehltau, Fusarium, Alternaria; Schädlinge: Kamillenglattkäfer, Bohrfliegen
  • Ernte: April bis Juli zur Vollblüte; ein bis zwei maschinelle Ernten/Jahr
  • Ertrag: Blüten: 10 bis 14 Tonnen/Hektar, Droge: 1,5 bis 2,0 Tonnen/Hektar; Kraut mit Blüten: 4 Tonnen/Hektar, Grus: 1,2 Tonnen/Hektar, Spreu: 2,0 Tonnen/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Flavonen und Glycosiden.
  • Wirkspektrum: gegen Magen-Darm-Störungen, Krämpfe, Brechreiz, Blähungen, Entzündungen des Magen-Darmtraktes.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Jute

Jute ist eine einstengelige Pflanze von 1,5 bis 4,5 Meter Höhe mit glatten, länglich-ovalen gezähnten Blättern und blassgelben Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Tiliaceae, Art: Corchorus capsularis L., Corchorus olitorius L.
  • Herkunft: Corchorus capsularis L: Burma; Corchorus olitorius L.: Afrika
  • Klimaansprüche: tropisch
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: unmittelbar vor der Regenzeit; 250 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 35 kg/ Hektar, Phopshat: 45 kg/ Hektar, Kalium: 45 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Macrophomina phaseoli, Pellicularia; Schädlinge: Juteeule, Bärenraupe, Milben
  • Ernte: nach 4 bis 5 Monaten zur Blüte; maschinell oder manuell
  • Ertrag: Fasern: 1200 bis 1500 kg/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Fasergehalt und -feinheit

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Jojoba

Jojoba ist ein immergrüner, trockenresistenter, Wüstenstrauch, der zwischen 0,6 bis 5 Meter hoch wird. Er besitzt Pfahlwurzeln mit einer Länge von bis zu 10 Metern. Jojoba ist zweihäusig und seine Früchte sind dünnschalige Nüsse. Jojoba hat eine Lebensdauer von 100 bis 200 Jahren.

 

  • Systematik: Familie: Simmondsiaceae (Buchsaceae), Art: Simmondsia chinensis L.
  • Herkunft: Sonorawüste (Mexiko)
  • Klima: trockene Standorte, verträgt extreme Wüstentemperaturen von 43 bis 46°C; Niederschlagsoptimum 380 bis 500 mm pro Jahr; kurz zeitige Frosttoleranz
  • Anbausystem: Dauerkultur bei wenig Niederschlägen erfolgt Bewässerung
  • Aussaat: Direktsaat oder vegetativ durch Anzucht von Jungpflanzen; Vereinzelung wüchsiger Pflanzen auf 1,5 Meter Abstand; bei Pflanzungen muss auf ein Verhältnis weiblicher zu männlicher Pflanzen von 6:1 geachtet werden
  • Düngung: Nur auf extrem nährstoffarmen Böden wirtschaftlich
  • Pflanzenschutz: relativ unanfällig; ggf. Pilzbefall; Fruchtschäden durch Insektenlarven; Fraßschäden in Junganlagen durch weidende Tiere
  • Ernte: 3 bis 5 Jahre nach Aussaat; die Fruchtentwicklung dauert 6 bis 7 Monate, die Samenreife fällt in die Trockenperiode; Ernte durch Handpflücken oder Erntemaschinen
  • Ertrag: nach 5 Jahren: 400 bis 500 Gramm Nüsse, nach 12 Jahren 2 bis 4 kg, nach 25 Jahren bis 13 kg Nüsse je Busch
  • Besonderheiten: Nüsse enthalten 48 bis 56 Prozent Jojoba-Öl, das überwiegend aus Estern primärer Alkohole mit Fettsäuren (30 Prozent) besteht; chemisch ist es ein Wachs, aufgrund seines niedrigen Schmelzpunktes (7°C).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Johanniskraut

Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze von 30 bis 60 cm Höhe mit markigem, aufrechtem, reichästigem, zweikantigem Stengel, durchscheinend fein durchlöcherten Blättern und gelben Blüten mit rötlich punktierten Kronblättern.

 

  • Systematik: Familie: Hypericaceae (Johanniskraut-/Hartheugewächse), Art: Hypericum perforatum
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- und mehrjähriger Anbau
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 20 Tonnen Frischmasse/Hektar: Stickstoff: 108 kg/ Hektar, Kalium: 114 kg/ Hektar, Phosphat: 41 kg/ Hektar, Calcium: 40 kg/ Hektar, Magnesium: 13 kg/ Hektar
  • Aussaat: Mitte Mai und/oder Anfang September bis November; 8 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Welkekrankheiten, Schädlinge: Johanniskrautkäfer, Wickler
  • Ernte: ab Juni mehrere Schnitte; Triebspitzen (20 cm) des blühenden Krautes; maschinell
  • Ertrag: Blühendes Kraut: 10 bis 20 Tonnen/ Hektar; Droge pro Schnitt: 2 bis 5 Tonnen/ Hektar; und ca. 800 kg/Hektar Saatgut.
  • Qualitätsmerkmale: Blütenanteil, Gehalt an ätherischem Öl, Hypericin und Flavonoiden.
  • Besonderheiten: sehr feines Saatbett erforderlich, Auswinterungsgefahr durch Krankheiten; Cadmium-Sammler
  • Wirkspektrum: durchblutungsfördernd, gegen Depressionen und hysterische Zustände.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Jauche

J. besteht aus dem mit Stroh- und Kotteilchen, Regen- und Sickerwasser gemischten Harn von Tieren.

Sie ist also eine kotarme Gülle. J. ist ein Phosphor-Kalium-Dünger und enthält nur wenig Stickstoff.

Autor: KATALYSE Institut

Integrierter Pflanzenbau

Das Bewusstsein über die Risiken des konventionellen Landbaus hat zur Entwicklung des I. geführt.

Im Pflanzenschutzgesetz wird der I. als eine Kombination von Verfahren definiert, bei denen unter Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenbehandlungsmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird.
Die bewußte Ausnutzung der natürlichen Begrenzungsfaktoren gegenüber Schadorganismen steht im Vordergrund. Chemische Pflanzenschutzmittel werden nur nach Überschreiten der wirtschaftlichen Schadensschwelle (Anzahl von Schaderregern, die Verluste am Ernteertrag und -erlös erzeugt, die gleich hoch sind wie die Kosten einer wirksamen Schädlingsbekämpfung) eingesetzt, wobei nützlingsschonenden Präparaten der Vorzug gegeben werden soll.
Eine konsequente Einführung des I. als Weiterentwicklung des konventionellen Landbaus würde eine wesentliche Verbesserung der ökologischen Situation bedeuten. Leider ist der I. bisher mehr ein Ziel als Realität. Modelle bestehen für einzelne Kulturen; in der Praxis bewährt sich der I. allein im Apfel- und Hopfenanbau, da zur Durchführung des I. eine Vielzahl von Voraussetzungen notwendig sind, die teilweise noch nicht erfüllt wurden:
- Kontrolle der Schädlings- und Nützlingsentwicklung,
- Kenntnisse der Lebensweisen von Schädlingen und Nützlingen,
- Wahl der optimalen Standorte und Optimierung der Kulturbedingungen,
- Anbau resistenter Sorten,
- intensive Beratung und genaue Kenntnis der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln,
- Beachtung von Warndiensten,
- Verzicht auf Mittel mit Breitenwirkung,
- Verzicht auf "Routinespritzungen",
- Kenntnisse der Schadensschwellen.

Die propagierten selektiv wirkenden Pestizide und das notwendige dichte Berater- und Warndienstnetz existieren zur Zeit nicht.
Der I. wird zunehmend in Gesetzestexten berücksichtigt, wie z.B. im neuen Pflanzenschutzgesetz oder im Entwurf zum Bundesnaturschutzgesetz, und wird von Agrarpolitikern und behördlichen Beratungsstellen propagiert.
Von dieser Seite wird der I. als die einzige Möglichkeit gesehen, einen gleichermaßen umweltfreundlichen wie wirtschaftlichen Landbau zu betreiben. Da bisher keine anerkannten Richtlinien und Kontrollen für den I. existieren, gibt es große Unterschiede über das Verständnis von diesem Verfahren und der Einschätzung über den bereits erreichten Grad der Umsetzung in die Landwirtschaft.

siehe auch: Schädlingsbekämpfung, chemische Schädlingsbekämpfung, Pflanzenschutzgesetz

 

Autor: KATALYSE Institut

Insektizide

Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

Die häufigsten Wirkstoffe sind: organische Phosphorverbindungen, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pyrethroide. I. werden zum Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich eingesetzt. Physiologisch können I. als Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem (Erregungsleitung oder -Übertragung wird gehemmt) wirken. In Westdeutschland werden jährlich über 50.000 Tonnen I. produziert.

 

siehe auch: Toxaphen, Pflanzenschutzmittel

 

Autor: KATALYSE Institut

Indigofera

Bei Indigofera unterscheidet man zwei Arten: Indigofera tinctoria, eine 1,5 Meter hohe Staude mit schmalen bis gefiederten Blätter; Hülsen sind gerade oder leicht gebogen und enthalten etwa 7 bis 12 Samen. Indigofera arrecta: großer bis zu 3 Meter großer Busch mit gefiederten Blätter; in Kultur oft nur einjährig; 5 mm große Blüten und 2 bis 2,5 cm langen Hülsen.

  • Systematik: Familie: Leguminosaceae mit etwa 700 Unterarten; für die Farbstoffgewinnung sind von Bedeutung: Indigofera arrecta und Indigofera tinctoria
  • Herkunft: Ostinidien, tropisches Afrika, Subtropen
  • Klimaansprüche: Indigofera-Arten können bis auf eine Höhe von 1.650 Meter angebaut werden. Sonnige Standorte mit heißem und feuchtem Klima sind besonders geeignet und sollten mindestens 1750 mm Niederschlag im Jahr umfassen.
  • Anbausystem: zwei- bis dreijährige Kultur
  • Aussaat: Samenaussaat; 3 bis 4 Samen/Loch; 60 cm Abstand in den Reihen; 45 bis 60 cm zwischen den Reihen
  • Ernte: Etwa drei Schnitte pro Jahr zur Blüte möglich
  • Ertrag: Indigofera arrecta ist die Hauptquelle des Farbstoffes Indigos und erzielt in Indien Erträge zwischen 20 bis 100 Tonnen Frischmasse/Hektar, dass entspricht 137 bis 375 kg Indigo/Hektar. Indigofera tinctoria dagegen erzielt nur 10 bis 13 Tonnen Frischmasse/Hektar.
  • Besonderheiten: Blauer Farbstoff kann erst durch einen Gärungsprozess gewonnen werden.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Hormone

Körpereigene Regulationsstoffe, Informationsüberträger zwischen den verschiedenen Zellarten des Organismus.

H. unterliegt gemeinsam mit nervalen Regelmechanismen die Steuerung von Stoffwechselprozessen, Wachstum und Fortpflanzung. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt "antreiben", "in Gang setzen". Nach der alten, lange gültige Definition waren Hormone Signal- oder Botenstoffe im Körper, die in einer Drüse gebildet werden, von dort ausgeschieden und über das Blut zu ihrem Zielorgan transportiert werden. Heute werden Hormone in verschiedene Gruppen eingeteilt, nach ihrem Herkunftsort (Hypophyse, Nebenniere, Schilddrüse usw.), nach ihrer Funktion (z. B. Wachstum, Verdauung, Fortpflanzung) und ihrer chemischen Struktur (Proteo-, Aminosäre- und Steroidhormone), und auch Neurotransmitter oder Mediatoren werden dazugerechnet.
Hormone sind in äußerst geringen Konzentrationen wirksam, das bewegt sich im Mikro-, Nano- und sogar Picogramm-Bereich. Die Produktion von Hormonen ist sehr genau auf den Bedarf abgestimmt. Ihre Wirkung ist die Stimulierung oder Hemmung einer Reaktion im Stoffwechsel. Die Regulation erfolgt durch Rückkopplung (feed back), d. h. sie werden zu jedem Zeitpunkt in der jeweils benötigten Menge hergestellt. Ist die "richtige" Konzentration erreicht, wird die Produktion zurückgefahren oder eingestellt. Daher reagiert der Körper empfindlich auf kleinste Veränderungen. Sind die Botenstoffe an ihrem Zielorgan angekommen, lagern sie sich an einen spezifischen Rezeptor an und bewirken dadurch eine Veränderung oder Umsetzung einer Stoffwechselreaktion. Hormone haben eine geringe Lebensdauer, sie sind nur Minuten bis Stunden aktiv, dann werden sie wieder abgebaut und dem Bedarf entsprechend neu synthetisiert.
Das Hormon Melatonin beispielsweise wird tagsüber nur in geringer Menge, nachts in hoher Konzentration in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet. Die Steuerung erfolgt über die Lichtstärke (Hell-Dunkel- oder zirkadianer Rhythmus). Darüber hinaus ist Melatonin bei anderen Reaktionen beteiligt, z. B. beim Immunsystem. Beim Menschen produzieren außer den Geschlechtsorganen (Östrogene, Gestagene und Androgene) und z. B. Schilddrüsen, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und bestimmte Drüsen im Gehirn (Hypophyse, Hypothalamus) die verschiedensten Hormone, von denen sich einige gegenseitig beeinflussen und die z. T. an verschiedenen Stellen im Körper wirken.
H. werden als Doping-Mittel verwendet mit z. T. erheblichen gesundheitlichen Folgen. Auch als Masthilfsmittel in der Tierhaltung werden sie eingesetzt, da dadurch ein schnellerer und größerer Masterfolg erzielt werden kann. Substanzen mit H.-Wirkung sind jedoch in Deutschland zur Anwendung in der Tierernährung wegen Rückstandsgefahr in Lebensmitteln und möglicher schädlicher Nebenwirkungen am Tier nicht zugelassen.
Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, DFD-Fleisch, PSE-Fleisch

Autor: KATALYSE Institut

Holz

Holz ist das Zellgewebe von Bäumen. Es besteht zum größten Teil aus Zellulose und zelluloseähnlichen Stoffen.

Holz gehört zu den regenerativen Energiequellen und ist ein nachwachsender Rohstoff. Er ist ein vielseitig verwendbares Material, v.a. als Bauholz, für den Möbelbau und als Energieträger.
Holz hat aufgrund seiner Bearbeitbarkeit, seines Aussehens und seiner positiven bauphysikalischen Eigenschaften (wärmedämmend und -speichernd, feuchtigkeitsregulierend, atmungsaktiv, hohes Elastizitätsmodul, hohe Oberflächentemperatur) vielfältige Einsatzmöglichkeiten und schafft ein angenehmes Raumklima.
Bauholz muss zum Schutz gegen Pilze und Insekten nur in wenigen Fällen mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Wichtiger ist es, das H. durch konstruktive Maßnahmen wie Dachüberstände und Sockel vor Niederschlägen und Eindringen von Wasser zu schützen (konstruktiver Holzschutz).
Holz ist der Grundstoff für Holzwerkstoffe wie Spanplatten, Sperrholz, Holzfaserplatten und Holzwolleleichtbauplatten.
In den Wäldern Deutschlands wird derzeit weniger Holz genutzt als zuwächst. Der gesamte Holzzuwachs liegt bei rund 60 Mio. Kubikmeter jährlich. Der durchschnittliche Holzeinschlag an Nutzholz beträgt nur rund 40 Mio. Kubikmeter jährlich.
Dadurch werden jährlich rund 4,2 Mio. Tonnen Kohlenstoff im Holz bzw. 6,6 Mio. Tonnen Kohlenstoff in der Baumbiomasse zusätzlich gebunden. Weiter vergrößern wird sich der Kohlenstoffspeicher Wald im Zuge der Aufforstung ehemals landwirtschaftlich genutzter Flächen in Deutschland.
Der Holzeinschlag in den Tropen und Subtropen sowie borealen Wäldern führt weltweit zu katastrophalen Umweltschäden. Ursachen: zu starke Holznutzung durch die Bevölkerung, der andere Energieträger nicht zugänglich sind, und besonders großflächige Waldrodungen zur landwirtschaftlichen Nutzung und industriellen Holzgewinnung (Regenwald, Tropenholz, europäisches Holz). Folgen sind: Bodenerosion, Versteppung, Klimaveränderung (Klima,Treibhauseffekt).

Autor: KATALYSE Institut

Herbizide

Pflanzenschutzmittel (Pestizide) zur Verkämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 15.000 Tonnen Herbizide (Jahr: 2001)in der Land- und Forstwirtschaft gegen Unkräuter eingesetzt.

Viele Herbizid-Wirkstoffe sind ubiquitär in den Medien verteilt. Dies gilt auch für längst verbotene Herbizide wie etwa Atrazin. Der Herbizideinsatz hat starke Auswirkungen auf das Ökosystem, da mit der Floraverarmung ein Rückgang von Nutzinsekten sowie verstärktes Auftreten von Schadinsekten verbunden ist. Durch Herbizideinsatz wird zumeist das Räuber/Beute-Verhältnis zugunsten der Schädlinge verändert.
Eine differnzierte Sichtweise ist insofern notwendig, als dass ein verringerter und gezielter Herbizideinsatz in Einzelfällen sogar den Verzicht auf Insektizide ermöglicht, was auch ökonomisch die beste Lösung ist.
Nach der Wirkung können Herbizide in ätzende, Zellatmung, Keimung oder Photosynthese hemmende und Wuchsstoffe unterteilt werden. In Deutschland werden H. hauptsächlich im Getreide-, Rüben-,
Mais- und Kartoffelbau eingesetzt. Hierbei werden fünf Gruppen von Wirkstoffen unterschieden:

  • Carbonsäurederivate
  • Harnstoffderivate
  • Aromatische Nitroverbindungen
  • Heterocyclische Verbindungen
  • Bipyridylium-Salze

Die meisten Herbizide sind für Menschen und Säugetiere wenig bzw. nur schwach toxisch.

Autor: KATALYSE Institut

Henna

Henna ist ein mehrjähriger Busch. Er wird zwei bis sechs Meter hoch in Kultur aber auf 60 bis 70 cm gehalten. Die Blätter sind gegenständig, glatt, oval gespitzt, sehr kurzstielig. Weiße Blüten sind in Büscheln angeordnet.

  • Systematik: Familie: Blutweiderichgewächse (Lythraceae), Art: Lawsonia inermis L.
  • Herkunft/Vorkommen: Nordafrika bis China, v.a. Indien
  • Klimaansprüche: tropische und heiße Klimazonen
  • Anbausystem: mehrjährige Hennafelder
  • Ernte: Das Erntegut sind dunkelgrüne Blätter, die zweimal im Jahr geerntet werden. Maximale Erträge werden 4 bis 8 Jahre erreicht.
  • Ertrag: unter intensiven Anbaubedingungen 2,5 bis 3,0 kg Trockenmasse/Hektar getrocknete Blätter; enthalten etwa ein Prozent Farbstoff
  • Besonderheiten: Der rot-orange-Farbstoff findet v.a. Verwendung als Haarfärbemittel.
  • Wirkspektrum: Farbstoff zur Haut- und Haarfärbung, lokal auf Furunkel, Verbrennungen und Hautkrankheiten, zum Gurgeln bei Halsentzündungen und brennenden Füßen.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Hanf

Hanf ist eine einjährige Kurztagspflanze mit verzweigtem Stängel, der 5 bis 20 cm dick wird. Er trägt fremdbefruchtende, windbestäubende Blüten und die Frucht ist eine Nuss mit nur einem ölhaltigem Samen, der 2 bis 5 mm groß wird.

 

  • Systematik: Familie: Cannabinacae; Art: Cannabis sativa
  • Klima: Faserhanf: 1900 bis 2000 °C Wärmesumme; Samenhanf: 2500 bis 3000 °C Wärmesumme, 500 bis 700 mm Niederschlag, mindestens aber 300 mm
  • Boden: nährstoffreiche, tiefgründige, nicht verdichtete und neutrale bis leicht basische Böden mit hoher Wasserspeicherkapazität
  • Fruchtfolge: zwischen zwei Getreiden, Vorfrüchte aus Leguminosen, selbstverträglicher Anbau auf gleicher Fläche zwei bis drei Jahre möglich
  • Düngung: Faserhanf: 80 bis 120 kg Stickstoff/Hektar; 60 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 80 bis 100 kg Kalium/Hektar; Samenhanf: 100 bis 125kg Stickstoff/Hektar; 70 bis 90 kg Phosphat/Hektar, 120 bis 160 kg Kalium/Hektar
  • Aussaat: Ende April bis Ende Mai mit Drillmaschine, Reihenabstand bei Fasernutzung: 25 cm ergibt 30 bis 40 kg Saatgut/Hektar
  • Pflanzenschutz: bei Faserhanf keine Unkrautregulierung notwendig, bei Samenhanf mechanische Maßnahmen; Schädlinge: Hanferdfloh, kleine Hanfmotte, Maiszünsler, aber alle kaum ertragsbeeinflussend
  • Ertrag: Hanfstroh 7 bis 10 Tonnen/Hektar, Fasergehlt: 28 bis 30 Prozent (2 bis 3 Tonnen/Hektar), davon 25 Prozent Kurzfasern, 5 Prozent Langfasern; Samenertrag: 500 bis 80 kg/Hektar
  • Besonderheiten: Es ist nur der Anbau von zugelassenen Hanfsorten mit einem THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent im oberen Blattdrittel und der registrierten Sorten der EU-Sortenliste erlaubt (Antrag bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn).
  • Ökologie: Hanf ist wenig anfällig für Krankheiten, das Auftreten vonm Schädlingen verursacht in der Regel keine Ertragseinbußen, daher benötigt Hanf bei normaler Bestandstenwicklkung keine Herbizide, da es durch seine Schnellwüchsigkeit Beikräuter verdrängt.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Gülle

G. entsteht bei der strohlosen Aufstallung der modernen Tierhaltung.

Dabei fallen die

Exkremente durch Gitterroste oder Bodenspalten in Vorratsgruben. In der BRD fielen 1987 insgesamt 234,4 Mio t Mist an. Davon waren 39,1 Mio t Festmist und Jauche, 139,3 Mio t G.. Bei einer jährlichen Ausbringungsmenge von 50-100 m3/ha gelangen mindestens 200 kg reinen Stickstoffs auf 1 ha Fläche. Die Hälfte dieses Stickstoffs ist sofort für Pflanzen verfügbar, gut wasserlöslich und damit eine Gefahr für das Grundwasser.

Weil aber die G.-Ausbringung bei der heutigen intensiven Viehhaltung meist mehr eine Abfallbeseitigung als eine Düngung darstellt, gelangen zum Teil noch größere Mengen auf den Acker. Jede über den Stickstoffbedarf der Kulturpflanze hinausgehende Düngung führt zur Auswaschung ins Grundwasser.
Weitere Probleme der G.-Wirtschaft: Durch das Ausgasen von Ammoniak aus der G. kommt es zu Atemwegserkrankungen der damit arbeitenden Menschen. Zudem ist Ammoniak einer der Luftschadstoffe, die zum Waldsterben beitragen. An Schadstoffen enthält Gülle Phenole, Benzoate und organische Säuren. G.-Düngung kann zu einer Verschiebung der Organismengruppen des Bodenlebens führen. Fütterungsbedingt kann G.-Düngung aus Schweinemastbetrieben eine Vergiftung des Bodens mit Kupfer zur Folge haben. Versuche, die G.-Problematik durch behördliche Regelungen (G.-Programm 1990 Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) in den Griff zu bekommen, sind als nicht geglückt zu betrachten, da sie nicht die Ursachen verändern.
Die Probleme der G.-Wirtschaft sind ganz eng mit denen der Massentierhaltung verbunden. Dieses Problembündel läßt sich nicht durch Maßnahmen wie verbesserte Ausbringungstechnik, mobile Trocknungsanlagen, G.-Tourismus, G.-Großlagerstätten usw. in den Griff bekommen.

Autor: KATALYSE Institut

Grüne Revolution in der Dritten Welt

Als G. bezeichnet man die Einführung neuer Sorten Mais, Weizen oder Reis in Dritte-Welt-Ländern.

Die traditionell über einen langen Zeitraum dort angebauten, ökologisch optimal an die vorherrschenden Boden- und Niederschlags-, Temperatur-, Düngungs- und Anbauverhältnisse angepaßten lokalen Landrassen wurden verdrängt (Genbank, Gentechnologie). Die Ertragsfähigkeit der neuen Sorten gegenüber den Landsorten ist nur dann höher, wenn gleichzeitig die Bodenbearbeitung mechanisiert wird, Bewässerungssysteme angelegt werden, Dünger und Pflanzenschutzmittel eingekauft werden, die von den agrotechnischen Großunternehmen gleich mitvertrieben werden. Es werden also die ökologischen Bedingungen der angebauten Kultur angepaßt und nicht umgekehrt.
Neben den ökologischen Bedenken, daß die hohen Erträge nur durch massive zerstörende Eingriffe in die traditionell angepaßten extensiveren, naturnahen und deshalb stabilen Kulturpflanzen-Ökosysteme zustande kommen, sprechen auch soziale Bedenken gegen die G..
Die Konkurrenzfähigkeit der Kleinbauern, die im Vergleich zu den Großgrundbesitzern ohnehin auf den schlechteren Böden wirtschaften, nimmt bei den extrem hohen Kosten, die die neue Technologie verursacht, ab. Die Verarmung der Landbevölkerung nimmt zu. Landflucht ist die Folge. Auch bodenbesitzlose Landarbeiter flüchten vermehrt in die Städte, weil sie durch Landmaschineneinsatz arbeitslos werden.

Autor: KATALYSE Institut

Gründüngung

Pflanzen, die angebaut werden, um sie in grünem oder bereits abgestorbenem Zustand unterzupflügen, werden als Gründünger bezeichnet.

Sie stehen in einer Fruchtfolge meist zwischen zwei Getreidefrüchten und dienen der Erhöhung des Humusgehaltes, der Bodenlockerung, der Zufuhr von Stickstoff (bei luftstickstoffbindenden Schmetterlingsblütlern), der Bodenbeschattung und damit der Erhaltung der Bodenorganismen, Erhaltung der sonst ausgewaschenen Nährstoffe, dem Schutz vor Erosion und der Unterdrückung des Unkrautes.

siehe auch: Humus, Bodenorganismen, Erosion, Fruchtfolge

Autor: KATALYSE Institut

Gen und Umwelt

Ob ein (durch Mutation entstandenes) Gen sich in einer Population hält oder gar verbreitet, hängt von dem Selektionsdruck ab, den die Umwelt auf die neue Eigenschaft ausübt.

Z.B. ist phänotypisch (Phänotyp) ausgeprägte Sichelzellenanämie (vgl. Genotyp) tödlich. Trotzdem trägt jeder 12. schwarze US-Amerikaner diese Anlage. Die Erklärung: In ihren afrikanischen Herkunftsländern genießt der phänotypisch Gesunde, der aber das rezessive Gen für die Anämie trägt, einen gewissen Schutz gegen Malaria.
Die Wirkungen gut definierter Einzelgene lassen sich aber meist nur statistisch beschreiben. Z.B. fällt bei 0,1% der europäischen Bevölkerung das Gen für das Protein Antitrypsin aus. Rauchen solche Personen, werden sie meistens vor dem 40. Lebensjahr ein Lungenemphysem entwickeln. Ebenso sind diese Menschen durch das ständige Einatmen von staubiger Luft an ihrem Arbeitsplatz besonders gefährdet.
Solche Zusammenhänge nutzen Industrieunternehmen, indem sie Personal bei der Einstellung genetisch und biochemisch untersuchen lassen (screening). Dadurch können sie die Arbeiter nach für vorliegende Schadstoffbelastungen geeigneten genetischen Ausstattungen auswählen, statt die Entstehung der Schadstoffe an der Quelle zu vermeiden.

Autor: KATALYSE Institut

Gelber Enzian

Gelber Enzian ist eine 50 bis 140 cm hohe Pflanze, die graugrüne, kräftige Staude hat einfache aufrechte Stängel. Die Blätter sind kreuzweise gegenständig und breit lanzettlich. Blütezeit Juni bis August.

 

  • Systematik: Familie: Gentianaceae (Enziangewächse), Art: Gentiana lutea
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt bis in 2500 Meter Höhe
  • Anbausystem: vier bis sechsjähriger Anbau
  • Aussaat: Samen oder Vorkultur; Saat oder Pflanzung Januar bis Mai; 7 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 70 kg/Hektar, Kalium: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Wurzelhalsfäule, Blattflecken, nichtparasitäre Vergilbungen
  • Ernte: maschinell im Frühjahr vor Austrieb oder im Herbst; maschinell; Wurzelstock: Pharmazie, Essenzen, Spirituosen
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an Bitterstoffen
  • Ertrag: 20 bis 40 Tonnen/Hektar Biomasse, 5 bis 10 Tonnen/Hektar Droge
  • Besonderheiten: Unkrautdruck im Jungpflanzenstadium
  • Wirkspektrum: gegen Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Leber- und Gallenerkrankungen, fiebrige Erkältungskrankheiten.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

GATT

G. (General Agreement on Tariffs and Trade) ist eine Sonderorganisation der UNO, die die Rahmenbedingungen des Welthandels festlegt. Erklärtes Ziel ist es, durch Abbau von Handelshemmnissen den Welthandel zu fördern.

Als bedeutsamste Handelshemmnisse wurden 1990 vom G. Subventionen und sog. freiwillige Selbstbeschränkungsabkommen und technische Vorschriften in den Bereichen Agrargüter, Textilien, Stahl- und Elektronikprodukte beurteilt.
Obwohl Umweltaspekte wie auch Interessen der Dritten Welt über G.-Verhandlungen bei der Organisation des Welthandels Bedeutung erlangen könnten und sollten, orientieren sich die G.-Regelungen bislang zu eng an der Idee des Freihandels. Dadurch treten immer wieder Konflikte auf, wenn z.B. ein Import-Verbot eines einzelnen Landes oder etwa der EG aus Verbaucher-, Tierschutz- oder Umweltgründen erlassen wird.
Ein Beispiel für diese Problematik ist das sog. G.-Thunfischurteil: auf Druck der amerikanischen Umweltschützer hatte der Senat der USA das sog. "Marine Mammal Protection Act" ein Embargo gegenüber Thunfisch-Importen aus Schleppnetzfischerei, bei der Delphine mit abgeschlachtet werden, beschlossen (Fischerei).
Daraufhin hat das von dem Embargo betroffene Mexiko die USA beim Schiedsgericht der G. angeklagt und Recht zugesprochen bekommen. Das Embargo stellt nach Auffassung des Schiedsgerichtes ein nicht zulässiges Handelshemmniss dar. Dieses Urteil ist für die internationale und nationale Umweltgesetzgebung außerordentlich weitreichend und grundsätzlich. G. ermöglicht somit durch die Hintertür, nationale Umweltgesetze zu Fall zu bringen.
Die Widersprüche zwischen G.-Regelungen und Umweltschutz treten, wie inzwischen auch Weltbank, OECD und nationale Regierungen einsehen, immer deutlicher zutage.

Autor: KATALYSE Institut

Gartenteich

Ein G. bietet selten gewordenen Pflanzen, Plankton, Muscheln, Insekten neuen Lebensraum, ist Laichplatz für Amphibien und wird als Tränke von Vögeln und Säugern genutzt.

Der Teich sollte in einer mindestens 4 bis 6 Stunden besonnten, naturnahen Umgebung liegen. Seine Größe ist mit 10 bis 20 m2 für Amphibien optimal, kann aber auch wesentlich größer angelegt werden. Ausgebuchtete Uferlinien mit Halbinseln, Flachwasserbecken mit kleineren Steilufern und vielfältige Wassertiefen in 3 Stufen von 0-30 cm, 30-50 cm und 50-100 cm bieten vielen Tieren einen Lebensraum. Nach dem Aushub kann der völlig mit Sand geglättete Untergrund entweder mit Beton, Ton oder einer UV-beständigen, 2 mm starken Folie ausgelegt werden. Darauf bringt man ein 20 cm starkes Sand-Lehm-Gemisch. Zu bevorzugen ist Ton (Tonminerale). Bei Folien sind wegen ihrer geringeren Entsorgungsproblematik PE-Folien (Polyethylen) unbedingt PVC-Folien vorzuziehen. Bei der Bepflanzung ist auf die natürliche Zonierung zu achten. Ins Tiefwasser pflanzt man: gelbe Teichrose, Seerose, Tausendblatt, Hornkraut, ins Flachwasser: Rohrkolben, Wasserschwertlilie, Froschlöffel, und in die Uferzone: Pfeilkraut, Wasserminze, Blutweiderich, Segge und Binse.

Lit.: H.Wilke: Der Naturteich im Garten, München 1988

siehe auch: Feuchtbiotop

Autor: KATALYSE Institut

Gartenpflege, ökologische

Die Natur vermag sich auch im Garten weitgehend selbst zu helfen. Voraussetzung dafür ist ein sinnvolles Zusammenwirken von Boden, Pflanzen, Klima und Nutzung.

Eine vielfältige, ausgewogen zusammengesetzte Pflanzengemeinschaft und standortgerechte Auswahl bilden die besten Voraussetzungen, um einen Befall durch sog. "Schädlinge" gar nicht erst auftreten zu lassen.
Untersuchungen bei Haus- und Kleingärtnern haben gezeigt, daß in 80% der Gärten chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Weit über 100 Mio DM werden nach groben Schätzungen jährlich in Westdeutschland allein für Rasenchemikalien in privaten Gärten ausgegeben. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden in Haus- und Kleingärten pro Flächeneinheit mehr chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, als in der ertragsorientierten Landwirtschaft.
Auch in öffentlichen Grünanlagen werden, v.a. in kleineren Städten und Gemeinden, noch immer Pestizide eingesetzt. Ergebnis: Solche Flächen sind extrem naturfern und artenarm. Boden und Grundwasser werden belastet. Die Umweltkosten, die durch den Einsatz von Pestiziden verursacht werden, hat die Allgemeinheit zu bezahlen.

Autor: KATALYSE Institut

Fungizide

Chemikalien zur Bekämpfung parasitärer Pilze und unerwünschter Mikroorganismen in der Landwirtschaft sowie bei Textilien, Teppichen, Farben, Futtermitteln und in der Medizin.

Aufgrund der schweren biologischen Abbaubarkeit finden sich Rückstände in Lebensmitteln, im Innenraum sowie in Textilien und Baustoffen. Einige Fungizide (wie Hexaclorbenzol, PCP, Quecksilber- und Zinnorganika) sind in Deutschland nicht mehr zugelassen. Die meisten zugelassenen Fungizide besitzen für den Menschen nur eine geringe Toxizität.

ADI- und DTA-Werte (in mg/kg nach BgVV) von Fungizid-Wirkstoffen:

  • Wirkstoffe ADI-Werte DTA-Werte
  • Maneb 0,03 0,05
  • Propineb 0,007 0,005
  • Metiram 0,03 0,03
  • Thiram 0,01 0,01
  • Benomyl 0,02 0,065
  • Carbendazim 0,01 0,065
  • Thiabendazol 0,1 0,1
  • Cyproconazol --- 0,003
  • Triadimefon 0,03 0,03
  • Imazalil 0,03 0,03
  • Fenfuarm --- 0,01
  • Vinclozolin 0,07 0,03

Autor: KATALYSE Institut

Fruchtfolge

Zur Erhaltung einer möglichst naturnahen Vielfalt von Pflanzen und Tieren auch in einer Acker- und Gemüsekultur empfiehlt es sich, mehrere Pflanzenarten zeitlich nacheinander auf einem Feldstück anzubauen.

Innerhalb eines Jahres, vom Frühjahr bis zum Winter, wachsen nacheinander verschiedene Kulturen und nutzen so das Nährstoffangebot des Bodens optimal. Man nennt diese F. innerhalb einer Vegetationsperiode Vor-, Zwischen- oder Nachkultur.
Am besten geschützt vor einseitiger Nährstoffauslaugung oder vor starkem, auf bestimmte Kulturen spezialisierten Schädlingsbefall, ist ein Fruchtwechsel nicht innerhalb eines Jahres, sondern eine mehrjährige F. Ein Wechsel von Blatt- und Halmfrüchten (Getreide), von Flach- und Tiefwurzlern, von Nährstoffzehrern und genügsamen Pflanzen oder sogar Nährstofflieferanten (stickstoffsammelnde Schmetterlingsblütler) drängt den Schädlingsbefall und einseitige Verunkrautung des Bodens stark zurück und steigert somit die Ertragsfähigkeit des Bodens für die Folgekultur und vermindert den Chemikalieneinsatz.
Im Zuge des Anbaus von Monokulturen wurden die früher üblichen F. z.B. im Getreideanbau vielfach aufgegeben. Die dadurch auftretenden Krankheiten, wie z.B. die Halmbruchkrankheit, wurden durch Fungizide bekämpft. Nach nur zehnjährigem Einsatz dieser Fungizide sind die Erreger der Halmbruchkrankheit heute überwiegend resistent (Resistenz).
Dies zeigt die Wichtigkeit einer ausgewogenen F., die auch in der modernen Landwirtschaft durch chemische Mittel nicht zu ersetzen ist. Ein Beispiel für eine F. ist die Gründüngung als Nachkultur nach Wintergerste, die schon im Juni/Juli geerntet wird.

siehe auch: Gründüngung, Mischkultur, Monokultur, Resistenz

Autor: KATALYSE Institut

Frostschäden im Wald

Laubhölzer passen sich der Winterkälte dadurch an, dass sie Laub als nährstoffverbrauchenden Ballast im Herbst abwerfen.

Wintergrüne Nadelhölzer bauen im Laufe des Herbstes eine gewisse Frosthärte auf, indem sie durch Zuckerbildung den Gefrierpunkt des Zellsaftes herabsetzen. Gefährlich sind daher hauptsächlich die Spätfröste, die noch unverholzte Triebe erfrieren lassen, und die Frühfröste, die noch vor dem Aufbau der Frosthärte einsetzen.
Winterkälte, Temperaturstürze, Früh- und Spätfröste sowie Eisregen werden teilweise für das Waldsterben verantwortlich gemacht. Kälte ist nur ein Faktor, der die Geschwindigkeit des Waldsterbens mitbestimmen kann.

siehe auch: Klima, Waldsterben

Autor: KATALYSE Institut

Freisetzungsrichtlinie

Im April 1990 verabschiedete der EG-Ministerrat die Richtlinien 90/220 und 90/219 über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Umwelt und die Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen.

Sie sollen europaweit den Umgang mit diesen Organismen regeln und sind in nationales Recht umzusetzen. Dieser Verpflichtung kamen bis zur Frist Oktober 1991 lediglich Dänemark, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland (Gentechnikgesetz) nach.

siehe auch: Gentechnologie

Autor: KATALYSE Institut