Gen und Umwelt

Ob ein (durch Mutation entstandenes) Gen sich in einer Population hält oder gar verbreitet, hängt von dem Selektionsdruck ab, den die Umwelt auf die neue Eigenschaft ausübt.

Z.B. ist phänotypisch (Phänotyp) ausgeprägte Sichelzellenanämie (vgl. Genotyp) tödlich. Trotzdem trägt jeder 12. schwarze US-Amerikaner diese Anlage. Die Erklärung: In ihren afrikanischen Herkunftsländern genießt der phänotypisch Gesunde, der aber das rezessive Gen für die Anämie trägt, einen gewissen Schutz gegen Malaria.
Die Wirkungen gut definierter Einzelgene lassen sich aber meist nur statistisch beschreiben. Z.B. fällt bei 0,1% der europäischen Bevölkerung das Gen für das Protein Antitrypsin aus. Rauchen solche Personen, werden sie meistens vor dem 40. Lebensjahr ein Lungenemphysem entwickeln. Ebenso sind diese Menschen durch das ständige Einatmen von staubiger Luft an ihrem Arbeitsplatz besonders gefährdet.
Solche Zusammenhänge nutzen Industrieunternehmen, indem sie Personal bei der Einstellung genetisch und biochemisch untersuchen lassen (screening). Dadurch können sie die Arbeiter nach für vorliegende Schadstoffbelastungen geeigneten genetischen Ausstattungen auswählen, statt die Entstehung der Schadstoffe an der Quelle zu vermeiden.

Autor: KATALYSE Institut

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