Bezeichnung für Vertreter der chlorierten Dioxine, die vier Chloratome enthalten, oft mit TCDD, TeCDD oder T4CDD abgekürzt.
Dioxine und Furane.
Autor: KATALYSE Institut
Bezeichnung für Vertreter der chlorierten Dioxine, die vier Chloratome enthalten, oft mit TCDD, TeCDD oder T4CDD abgekürzt.
Dioxine und Furane.
Autor: KATALYSE Institut
T. gehört zu den leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen. Über 50 Prozent der in Deutschland verbrauchten Menge entweicht als Emission in die Atmosphäre. T. besitzt sehr gute Fettlöseeigenschaften, weshalb es seit den 20er Jahren als Lösemittel verwendet wird. Es wird in großen Mengen zum Reinigen von Autoteilen und -karosserien und anderen Metallteilen sowie elektronischen Chips und Textilien eingesetzt. Gegenüber den Kohlenwasserstoffen haben sie den Vorteil, dass sie nicht leicht entzündlich sind. T. besitzt eine schlechte Abbaubarkeit, so dass T. z.B. im Grundwasser viele jahrzehnte erhalten bleibt.
Die bis 1997 geltenden MAK-Werte von 50 ml/m3(ppm) bzw. 345 mg/m3 wurden ausgesetzt und die Anwendung des BAT-Wertes empfohlen. Die chronische Aufnahme von T. kann zu Leber- und Nierenschäden sowie nervösen Störungen führen. Im Tierversuch konnte eine kanzerogene Wirkung bei Mäusen nachgewiesen werden. Seit 1999 ist T. in der MAK-Wert-Liste in der Kategorie der krebserzeugenden Arbeitsstoffe aufgeführt, so dass für T. keine MAK-Werte mehr angegeben werden.
Vorkommen im Haushalt: Fleckwasser, dem es als unbrennbarer Zusatz zur Senkung der Feuergefährlichkeit zugesetzt wird (bedingt durch Benzin, Aceton u.a).
Wirkungen: Gelangt T. über den Abfluß in das Abwassersystem, können Störungen des Faulprozesses in Kläranlagen (Abwasserreinigung) durch die biozide Wirkung auf die Bakterienflora auftreten. Darüber hinaus belastet der in der Atmosphäre sehr stabile chlorierte Kohlenwasserstoff die Flüsse und deren Sediment und reichert sich in den Fischen an (Persistenz, Bioakkumulation).
Darum: Fleckwasser nicht in den Ausguß schütten!
Die durchschnittliche T.-Belastung erreicht in ländlichen Regionen weniger als 1 µg/m3 und in Ballungsgebeiten zwischen 2 und 5 µg/m3.
Grenzwerte und Richtwerte:
Autor: KATALYSE Institut
T. (Tetrachlormethan, CCl4) ist eine farblose, schwere Flüssigkeit mit einem MAK-Wert von 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 65 mg/m3.
Autor: KATALYSE Institut
siehe Tetrachlorkohlenstoff.
Autor: KATALYSE Institut
siehe Bleitetraethyl.
Autor: KATALYSE Institut
Teilbereich der Textilveredelung neben Bleichen, Bedrucken, Appretieren, Knitterfestmachen.
Bereits seit dem Altertum, wahrscheinlich über China, Indien und Ägypten nach Griechenland und Rom gelangt, waren Farbstoffe wie Purpur, Indigo, Krapp, Katechin u.a. bekannt. Während der Völkerwanderung gingen die Kenntnisse weitgehend verloren und wurden erst über die Araber und Kreuzfahrer nach Italien gebracht, von wo sich die T. über ganz Europa ausbreitete.
Um die Mitte des 15. Jh. entstanden die ersten künstlichen organischen Farbstoffe, die zu einer völligen Umwälzung der Färbemethoden führten. 1856 synthetisierte H. Perkin zufällig Mauvein, als er ein Malariamedikament herstellen wollte. 1859 wurde der erste Triphenylmethanfarbstoff Fuchsin hergestellt, 1868 Alizarin, der Hauptinhaltsstoff des Krapp, 1878 Indigo und 1901 der erste Küpenfarbstoff der Anthrachinonseide Indanthrenblau. 1911 wurden erste Naphtol-AS-Farbstoffe hergestellt, die erstmals die Erzeugung von Azofarbstoffen auf Baumwollfasern ermöglichten. Es folgten Kupferkomplexfarbstoffe für Baumwolle, Kupferphthalocyaminkomplexfarbstoffe und Reaktivfarbstoffe. Die Entwicklung neuer Farbstoffe ist oftmals von den besonderen Erfordernissen neu entwickelter Fasern geprägt. Je nach Einsatz von Farbmitteln (Direktfarbstoffe, Reaktivfarbstoffe, Farben) und Art des Färbeguts (loses Fasergut, Spulen) werden verschiedene Färbetechniken unterschieden. Insg. geht die Entwicklung in die Richtung geringerer Farbstoffmengen pro gefärbte Textilmenge bei steigender Anzahl von Textilfärbehilfsmitteln. Während die Tendenz von Nachchromierungsfarbstoffen aufgrund der Abwasserbelastung sinkt, steigen Reaktivfarbstoffe und Küpenfarbstoffe an. Relativ unverändert hoch ist der Anteil der Azofarbstoffe mit ca. 60% an der Gesamtmenge. Die vermutlich krebserzeugenden Azofarbstoffe sind aus der verwendeten Palette verschwunden. Nicht entschieden ist der Streit, ob sich auch die anderen Azofarbstoffe bei Zersetzung unter aggressiven Bedingungen von Absonderungen der Haut in die krebsauslösenden Ausgangsstoffe zersetzen. Der Trend zu einem höheren Anteil an Naturfasern in Gemischen wird wohl nicht den Vorrang der Azofarbstoffe brechen, deren Vor- und Zwischenprodukte fast die Hälfte der nach Chemikaliengesetz neu angemeldeten Chemikalien bilden.
Autor: KATALYSE Institut
Die ältesten Geflechte (Leinengewebe) sind vor 6.500 Jahren in Ägypten bereits mit Spindel und Webstuhl entstanden.
In China entwickelte sich im 2. Jahrtausend v.Chr. eine Seidenkultur, die über Byzanz die Textilkunst ins Abendland brachte. Aus der handwerklichen Fertigung führte bereits das späte Mittelalter zur Großerzeugung von Textilien in Flandern und Italien. Aus der Erfindung maschineller Technik in Spinnerei und Weberei entstand die erste Großindustrie des Frühkapitalismus in Engand. Die erst im späten Mittelalter nach Europa gelangte Baumwollfaser verdrängte die ältesten Zweige des Textilgewerbes, die Verarbeitung von Flachs, Hanf, Rohseide und Wolle.
Zur T. zählt man Spinnerei, Weberei, Wirkerei und Stickerei, zur Textilveredelung Ausrüstung und Färberei. Nach Art der eingesetzten Rohstoffe unterscheidet man Baumwoll-, Seiden-, Woll-, Chemiefaser- und Bastfaserindustrie. In der heutigen Standortverteilung und Struktur spiegelt sich die ursprüngliche Entwicklung aus der Hausweberei und Kleinindustrie wider. Die Zahl der Betriebe nimmt unter dem Konkurrenzdruck fernöstlicher Billiglohnländer ständig ab, ist aber immer noch stark mittelständisch organisiert. Die Umsetzung von umweltverträglichen Innovationen ist damit aus finanziellen Gründen schwer machbar. Unterstützt von Veränderungen in Mode und Lebensweise sind in der chemischen Industrie insb. in den letzten 10 Jahren eine große Zahl von neuen Stoffen und Zubereitungen entwickelt worden. Aus betriebsinternen Gründen zumeist unbekannt, gelangen diese Stoffe bei allen Erfolgen der Abwasserreinigung im Hinblick auf leichtabbaubare Stoffe in die Abwässer, ohne daß kontrollierende Behörden überhaupt wissen können, wonach zu suchen notwendig wäre. Nur eine deutliche Umorientierung rechtlicher Prinzipien wie Akteneinsichtsrecht, Verursacherprinzip und geänderte Einschätzung der sog. Restverschmutzung kann diese unerträgliche Dauerbelastung der sensiblen Ökosysteme reduzieren. Die T. und verwandte Industriezweige belasten die Umwelt durch Geruchsemissionen sowie durch z.T. erhebliche Abwasserprobleme. Zur Verminderung der Geruchsbelästigungen können Biofilter oder - wie in einem Projekt des Altanlagensanierungsprogramms demonstriert wurde - eine Rückführung der geruchsbeladenen Abgase in den Feuerraum eines Heizkessels des Betriebs eingesetzt werden.
Die Abwässer aus Gerbereien gehören wegen ihrer vielen giftigen Inhaltsstoffe zu den am schwierigsten zu behandelnden Industrieabwässern überhaupt. Zur Abwasserreinigung muß bei den Gerbereien eine Neutralisation, eine Bindung oder Vernichtung der Sulfide, eine Ausfällung der organischen Bestandteile sowie ein Absetzen der Feststoffe erfolgen (Fällung). Bewährt hat sich ein Verfahren, das im Belebungsbecken (Abwasserreinigung) schwebende Aktivkohleteilchen benutzt. Bei den übrigen Textilabwässern werden die sauren oder alkalischen Behandlungsbäder z.T. zurückgewonnen. Die dann noch anfallenden Abwässer müssen neutralisiert und biologisch aerob oder anaerob behandelt werden. Eine bessere Reinigung kann ebenfalls durch Zugabe pulverförmiger Aktivkohle in das Belebungsbecken sowie durch zusätzliche chemische Behandlungsstufen (Fällung, Flockung, Weitergehende Abwasserreinigung) erreicht werden.
Kleidung
Berufskrankheiten in der T.: Byssionose (Baumwollstaublunge)
Autor: KATALYSE Institut
(Griechisch: thallein = grünen; wegen intensiver Grünfärbung einer nichtleuchtenden Gasflamme) Chemisches Element der III.
Hauptgruppe, Symbol Tl, Ordnungszahl 81, Schmelzpunkt 303,5 Grad C, Siedepunkt 1.457 Grad C, Dichte 11,85 g/cm3, ein an frischen Schnittstellen weißglänzendes, an Luft sofort grau anlaufendes giftiges Schwermetall, MAK-Wert 0,1 mg/m3 (gemessen als Gesamtstaub). T.-Verbindungen reichern sich besonders in Haut, Haaren und Nägeln an. Etwa 1 g T.-(I)sulfat wirkt beim Menschen tödlich. Auch schon kleinere Dosen (wenige mg) führen zu schweren Vergiftungserscheinungen (Haarausfall, grauem Star, Nervenschwund, Sehstörungen, Wachstumshemmungen, Neuralgien und Psychosen). T. gehört zu den seltenen Elementen mit einem Anteil an der oberen, 16 km dicken Erdkruste von rund 10-5% (vergleichbare Häufigkeit wie Quecksilber und Iod). Es tritt meist als Begleiter von Zink, Kupfer, Eisen, Blei usw. auf. Größere T.-Mengen findet man z.B. im Schlamm der Bleikammern von Schwefelsäurefabriken. Nach Schätzungen emittieren die Kohlekraftwerke in Westdeutschland jährlich ca. 4 t T.. Die jährliche Produktion betrug 1975 15 t. Im Vergleich dazu fallen rund 600 t/Jahr T. in angereicherten Abfallprodukten an. Bis zum Jahr 2000 wird mit keiner Erhöhung der Nachfrage von T. und seinen Verbindungen gerechnet. T. dient der Herstellung von optischem Spezialglas, das Infrarotstrahlung durchläßt. In Verbindung mit Quecksilber eignet es sich als Füllung für Tieftemperaturthermometer (Legierung mit 8,7% T. gefriert bei -60 Grad C, reines Quecksilber bei -38,87 Grad C). Das radioaktive Isotop Tl 201 (Halbwertszeit 3,05 d) findet in der Medizin Anwendung.
Autor: KATALYSE Institut
Die T. ist eine Methode, um Wärmestrahlung sichtbar zu machen.
Im einfachsten Falle geschieht dies mit einem für Infrarotstrahlung empfindlichen Filmmaterial, das nach der Belichtung entwickelt wird. Um die Wärmestrahlung direkt sichtbar zu machen, gibt es spezielle Kameras, die von den Oberflächen verschiedener Objekte abgegebene Strahlungstemperaturen punktweise erfassen und als Bild wiedergeben. Hierbei entspricht die Helligkeit bzw. die Farbe eines Punktes einer bestimmten Strahlungstemperatur. Unter bestimmten Randbedingungen ist die Strahlungstemperatur proportional zur Oberflächentemperatur. Auf diese Weise lassen sich sehr gut Wärmebrücken, mangelhafte oder fehlende Wärmedämmung, Rohrbrüche etc. aufspüren.
Autor: KATALYSE Institut
(H-3,T), radioaktives Isotop des Wasserstoffs, auch überschwerer Wasserstoff genannt, welches aus einem Proton und zwei Neutronen besteht.
Physikalische Halbwertszeit 12,3 Jahre, biologische Halbwertszeit 19 Tage. T. zerfällt unter Aussendung von Betastrahlung. T. hat natürlichen und künstlichen Ursprung. Es entsteht in verschiedenen Kernreaktionen, insb. bei Bestrahlung von atmosphärischem Stickstoff mit Neutronen. Dies kann durch kosmische Strahlung, Atomwaffenversuche oder in Kernkraftwerken geschehen. Oberirdische Atomwaffentests haben die T.-Menge der Erde in wenigen Jahren verzwanzigfacht. T. gelangt über Kühlwasser und Abluft von Kernkraftwerken in die Umwelt; T.-Wasser (überschweres Wasser) ist chemisch von normalem Wasser nicht zu unterscheiden und kann mit keinem praktisch anwendbaren Verfahren aus dem Wasser entfernt werden. Als Gas ist seine Ausbreitung kaum zu kontrollieren, da es durch fast alle Materialien diffundieren kann. T. wird vom Körper aufgenommen und führt zu einer gleichmäßigen
Strahlenbelastung aller Organe. Beim Zerfall von T. muß neben der Strahlenwirkung die Transmutation berücksichtigt werden: Dem Zerfall eines in den Strang der DNS eingebauten T.-Atoms folgen tiefgreifende Strukturveränderungen wie z.B. Kettenbrüche der DNS (Strahlenschäden). T. wird als Fusionsbrennstoff bei Wasserstoffbomben (Atomwaffen) und Kernfusionsreaktoren (Kernfusion) verwandt. Die dazu nötigen Mengen werden aus Lithium erbrütet und stellen das größte radioaktive Risiko der Kernfusion dar.
Autor: KATALYSE Institut
siehe Partikelfilter
Autor: KATALYSE Institut
siehe Wünschelrute
Autor: KATALYSE Institut
Bei R. werden auf Altreifen neue Fahrprofile aufgeschweißt. 20% der Altreifen (66% Lkw, 34% Pkw) werden auf diese Art wiederverwendet.
So werden wertvolle Rohstoffe eingespart und die Abfallmenge und Emissionen verringert (Recycling). R. sind um 40% billiger als neue Reifen. Nach Herstellerangaben werden bei R. nicht mehr Reklamationen verzeichnet als bei Neureifen. R. tragen das Umweltzeichen.
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Rotguss wird auch als Mehrstoffbronze bezeichnet, da es aus Kupfer, Zinn, Zink, Blei, Nickel und Antimon bestehen kann. Der Gusswerkstoff ist eine Legierung (CuZnSn); sie enthält Kupfer (80-90 Prozent), Zinn (1,5-11 Prozent), und Zink (1-9 Prozent).
Rotguss hat gute Gleiteigenschaften, ist verschleißfest und kavitationsbeständig. Er findet Einsatz bei der Produktion von hydraulischen Anlagen, Gleitlagern, Zahnrädern, Schleifringen und Schneckenrädern. In der Sanitärinstallationstechnik ist Rotguss der Werkstoff schlechthin und wird für die Herstellung von Absperr-, Sicherungs- und Regulierarmaturen und für Fittinge eingesetzt.
Rotguss ist salzwasserbeständig und besitzt eine Zugfestigkeit von 15 - 30 kp/mm². Rotguss ist universell einsetzbar und kann mit allen bekannten Installationswerkstoffen beliebig kombiniert werden, z. B. in der Rohrsystem-Verbindungstechnik mit Kupfer, Edelstahl, verzinktem Stahl und mit Kunststoff.
Rotguss lässt sich sehr gut bearbeiten und findet Anwendung in den unterschiedlichsten Pressverbindungssystemen. Während bei Bauteilen aus Messing Zugspannungen bedingt durch den Herstellungsprozess des Bauteiles auftreten können, z. B. Pressen oder durch fehlerhafte Montage, z. B. Überhanfen eines Gewindes. Rotgussteile sind dagegen frei von Spannungsrisskorrosion.
Rotguss ist ein nach EN 1982 (modifiziert nach DIN 50930/6) genormter Armaturen- und Installationswerkstoff. Die Beeinflussung der Trinkwasserbeschaffenheit wird in der DIN 50930 Teil 6 - 8.7.2 und 8.7.3 geregelt, danach darf Rotguss max. 3 Prozent Blei 3,0 Prozent und max. 0,6 Prozent Nickel enthalten. Legierungen aus Rotguss für Armaturen und Rohrverbinder müssen in Ihren Bestandteilen und in den für die Herstellung erforderlichen Begleitelementen bestimmte Anforderungen erfüllen, die durch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) mit einer Kennzeichnung bestätigt werden. Danach ist Rotguss ein Werkstoff, der für alle Trinkwässer verwendet werden kann, da die Abgabe von Legierungsbestandteilen im Rahmen der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) liegen.
Rotguss wird heute überwiegend aus recyclten Material hergestellt und schont somit Umwelt und Ressourcen.
Autor: KATALYSE Institut
Die R. der gefährdeten Tiere und Pflanzen in Deutschland wird im Auftrag der Bundesregierung erstellt und z.T. durch Landeslisten ergänzt.
Der Bestand der Tier- und Pflanzenarten wird alle 7-10 Jahre überprüft, zuletzt in den Jahren 1977 und 1984. Von den Farn- und Blütenpflanzen wurde zuletzt 1988 eine neue Liste erstellt. Der Name R. geht auf die Arbeit der Internationalen Naturschutzorganisation, IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources), zurück, die erstmals 1966 aussterbende Säugetiere im sog. Red Data Book festhielt. In der R. werden Tiere und Pflanzen in fünf Gefährdungsstufen eingeteilt:
0: ausgestorben oder verschollen,
1: vom Aussterben bedroht,
2: stark gefährdet (nahezu im gesamten einheimischen Verbreitungsgebiet gehen die Bestände zurück),
3: gefährdet (in großen Teilen des Verbreitungsgebietes gehen die Bestände zurück) und
4: potentiell gefährdet (räumlich begrenztes Vorkommen).
In der 1988 vorgelegten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen werden von 2.728 Arten rd. ein Drittel als gefährdet angesehen (s. Tab). Beispiele für vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten in Westdeutschland:
Farnartige Gewächse: Stachelporiges Brachsenkraut, Virginianische Mondraute, Pillenfarn, Schwimmfarn u.a.
Samenpflanzen: Zwergteichrose, drei Küchenschellenarten, Moltbeere, Wasserfalle, Deutsche Tamariske, Karlszepter, Wasserlobelie, Edelraute, Schachblume, Sumpfgladiole, Monte-Baldo-Segge, neun Orchideenarten.
In Westdeutschland gibt es noch 600 wildlebende Wirbeltierarten, von denen die Hälfte in ihrem Fortbestand als gefährdet gilt (s. Tab). Beispiele für vom Aussterben bedrohte Tierarten in Westdeutschland:
Säugetiere: Alpensteinbock, Biber, Baumschläfer, Otter, Luchs, Nordische Wühlmaus, Schweinswal, Birkenmaus sowie vier Fledermausarten. Vögel: Seeadler, Steinadler, Wanderfalke, Kornweihe, Wiesenweihe, Uhu, Sumpfohreule, Sperlingskauz, Weißstorch, Kranich, Moorente, Rohrdommel, Kormoran, Goldregenpfeifer, Birkhuhn, Auerhuhn, Wiedehopf u.a. Fische: Flußneunauge, Lachs, Meerforelle, Maifisch, Huchen, Zobel, u.a. Neue Daten zur R. der Wirbeltiere werden voraussichtlich Ende 1992 erscheinen.
Artensterben, Artenschutz
Autor: KATALYSE Institut
siehe Kieselrot
Autor: KATALYSE Institut
Stoffe zur Verhinderung (R.) oder zum Abbau von Rost (Rostentfernungsmittel, Rostumwandler).
R. können Bleimennige (Blei) oder krebserzeugendes Zinkchromat enthalten. Produkte ohne Blei und Chromat tragen das Umweltzeichen und enthalten Zinkphosphat, Zink o.a. Rostumwandler bestehen aus ätzender 25%iger Phosphorsäure (Säuren) oder stark reizenden Peroxiden, die Eisenoxid (Rost) in Eisenphosphat umwandeln sollen. Außerdem sind entfettende giftige Substanzen wie 1,1,1-Trichlorethan und Tetrachlorethen enthalten. Das für Großobjekte mangels kostengünstiger Alternativen immer noch verwendete Bleimennige wird bei Sanierungsmaßnahmen, z.B. Sandstrahlen von Stahlbrüchen, in großen Mengen in die Umwelt eingebracht.
Autor: KATALYSE Institut
Rost bildet auf Eisen und Stahl unter Einwirkung von Wasser und Sauerstoff und trägt somit zur Zerstörung dieser Materialien bei.
Rostschutz bedeutet, Eisen und Stahl gegen Feuchtigkeit oder Sauerstoff abzusperren. Rostschutzmassnahmen sind zum Beispiel Legieren, dass heisst Aufbringen von Schmelzüberzügen, aus nichtrostenden Metallen ( Zink, Zinn, Blei, Kupfer, Nickel, Chrom), Emaille oder Kunststoffen ( PVC, PE), Anstrich mit Rostumwandlern (phosphor- bzw. chromatsaure Lösungen) oder Rostschutzanstriche ( Rostschutzmittel). Es werden auch ölige Kunstharze, synthetischer Kautschuk, Aluminiumbronze, Teer und Bitumen verwendet.
Der Einsatz nichtrostender Materialien bei Rostschutz bietet häufig Alternativen. Ist dies nicht möglich, sind konstruktive Lösungen zu bevorzugen. Dazu zählt auch die einkontaktliche Bildung eines Rostfilms auf der Oberfläche. Ein Verrosten tieferer Schichten wird auf diese Weise erschwert oder gar verhindert.
Autor: KATALYSE Institut
R. (Abflussreiniger) sollen Verstopfungen im Abflussbereich, die sich aus Kalkseifen, Fett, Haaren und Speiseresten aufbauen können, verhindern bzw. bereits entstandene wieder beseitigen.
Dazu wird sehr aggressive Chemie eingesetzt. Es gibt zwei Anwendungsformen:
1. R.-Granulate enthalten Natriumhydroxid. Die hoch alkalische Substanz verseift Fette und greift Haare etc. an. Außerdem löst es das ebenfalls enthaltene metallische Aluminium unter starker Wärmeentwicklung und Bildung von Wasserstoff-Gas. Die Gasproduktion soll den Schmutz lockern helfen. Da Wasserstoff mit Luft das entzündliche Knallgas bilden kann, wird noch Nitrat zugesetzt, welches den Wasserstoff unter Bildung von Ammoniak abfängt.
2. Flüssige R. sind gleichfalls hoch alkalisch, enthalten daneben noch Tenside und Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge), wobei letzteres insb. gegen Haarverstopfungen wirkt.
Von beiden Varianten muss dringend abgeraten werden. Sie sind aufgrund ihrer ätzenden Natur gefährlich für den Anwender und korrodieren die verschiedensten Materialien. Bei den chlorhaltigen Varianten besteht bei falscher Anwendung zusammen mit Säuren (WC-Reiniger) die Gefahr spontaner Bildung von Chlor-Gas. Hinzu kommt hier die AOX-Belastung des Abwassers als weiterer Nachteil.
Seit kurzem werden R. auf Enzym-Basis angeboten. Hier ist das unmittelbare Gefährdungspotential sicherlich geringer, das ändert nichts an der Tatsache, dass Rohrverstopfungen wirksamer, preiswerter und umweltschonender mit mechanischen Methoden wie Saugglocke und Spirale behoben werden können.
Autor: KATALYSE Institut
siehe Ribonukleinsäure
Autor: KATALYSE Institut
R. besitzen ein wesentlich geringeres Maß an Verbindlichkeit als Grenzwerte.
Rechtlich gesehen kommt ihnen der Wert einer Veröffentlichung oder gutachterlichen Stellungnahme zu. R. basieren auf einem mehr oder weniger großen Wissens- und Erfahrungsstand und regeln eine Fülle von Bedeutungsinhalten, z.B. MIK-Werte, R. für Schadstoffe in Nahrungsmitteln, tolerierte Gehalte für Schwermetalle im Boden, Toleranzgrenzen, angestrebte Werte etc.
Autor: KATALYSE Institut
Eine EG-Richtlinie hat den Status eines verbindlichen europäischen Gesetzes.
In der Umweltpolitik ist die R. die übliche und am häufigsten angewandte Rechtsnorm. Die R. wird auf Vorschlag der EG-Kommission vom Ministerrat der EG beschlossen und richtet sich an die Mitgliedstaaten. Die R. muss - meistens innerhalb von zwei Jahren - in jeweiliges nationales Recht umgesetzt werden ("Rechtsangleichung") und erlangt somit erst zu diesem Zeitpunkt ihre Gültigkeit. Dabei bleibt es den Adressaten überlassen, welche Form und Mittel sie zur Erreichung der vorgegebenen Ziele einsetzen wollen.
Es gibt ca. 200 EG-Richtlinien im Bereich des Umweltschutzes, von denen ca. 45 größere Bedeutung erlangt haben, insb. im Bereich des Gewässerschutzes (Trinkwasserrichtlinie), des Chemikalienrechts, der Überwachung von Industrieanlagen (Sevesorichtlinie), des Luft-Immissionsschutzes; v.a.sind zu nennen: die UVP-Richtlinie, die Vogelschutz-Richtlinie.
Bei der Umsetzung von Umweltrichtlinien in nationales Recht und Praxis in den Mitgliedstaaten gibt es erhebliche Unterschiede. Dänemark und Frankreich gaben bislang am wenigsten Anlaß zur Klage. Dagegen haben Italien, Luxemburg und Irland nur 50 - 60% der Richtlinien umgesetzt.
Deutschland nimmt in der Umsetzung mit 99 vom 136 Umwelt-Richtlinien einen Mittelrang ein; ca. 30 Verfahren wegen Nichtumsetzung wurden von der EG-Kommission gegen Deutschland eingeleitet. Beanstandungen bei der Umsetzung der Vogelschutz-, Badegewässer- und Trinkwasserrichtlinien führten bereits zu Urteilen vor dem Europäischen Gerichtshof.
Autor: KATALYSE Institut
Abk.: RNS und RNA (engl.)) Die genetische Information, die in der DNS gespeichert ist, wird zu ihrer Realisierung in eine spezifische Boten-Ribonukleinsäure (m-RNA) umgeschrieben, die bei höheren Organismen aus dem Zellkern ins Zellplasma transportiert wird.
Dort bindet sie an die proteinbildenden Zellorganellen, die Ribosomen, wo nach der Information der m-RNA Proteine synthetisiert werden. Dies geschieht mit Hilfe der Transfer-Ribonukleinsäuren (t-RNA), die die Aminosäuren des Zellplasmas zu den Ribosomen transportiert.
Einige Viren bilden Ribonukleinsäure als Speicher der Erbinformationen anstelle der DNS.
Autor: KATALYSE Institut
siehe Wiederverwertung (Recycling), Abfallgesetz, Sekundärrohstoffsystem, Verpackungsverordnung.
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