Rohrreiniger

R. (Abflussreiniger) sollen Verstopfungen im Abflussbereich, die sich aus Kalkseifen, Fett, Haaren und Speiseresten aufbauen können, verhindern bzw. bereits entstandene wieder beseitigen.

Dazu wird sehr aggressive Chemie eingesetzt. Es gibt zwei Anwendungsformen:
1. R.-Granulate enthalten Natriumhydroxid. Die hoch alkalische Substanz verseift Fette und greift Haare etc. an. Außerdem löst es das ebenfalls enthaltene metallische Aluminium unter starker Wärmeentwicklung und Bildung von Wasserstoff-Gas. Die Gasproduktion soll den Schmutz lockern helfen. Da Wasserstoff mit Luft das entzündliche Knallgas bilden kann, wird noch Nitrat zugesetzt, welches den Wasserstoff unter Bildung von Ammoniak abfängt.
2. Flüssige R. sind gleichfalls hoch alkalisch, enthalten daneben noch Tenside und Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge), wobei letzteres insb. gegen Haarverstopfungen wirkt.
Von beiden Varianten muss dringend abgeraten werden. Sie sind aufgrund ihrer ätzenden Natur gefährlich für den Anwender und korrodieren die verschiedensten Materialien. Bei den chlorhaltigen Varianten besteht bei falscher Anwendung zusammen mit Säuren (WC-Reiniger) die Gefahr spontaner Bildung von Chlor-Gas. Hinzu kommt hier die AOX-Belastung des Abwassers als weiterer Nachteil.
Seit kurzem werden R. auf Enzym-Basis angeboten. Hier ist das unmittelbare Gefährdungspotential sicherlich geringer, das ändert nichts an der Tatsache, dass Rohrverstopfungen wirksamer, preiswerter und umweltschonender mit mechanischen Methoden wie Saugglocke und Spirale behoben werden können.

Autor: KATALYSE Institut

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