Erbkrankheiten

Die Ursachen von E. sind krankhafte Erbanlagen in Form defekter Gene oder Gengruppen.

Unter E. versteht man über die Gene weitergegebene, vererbte Krankheiten, die wie folgt unterschieden werden:

  • autosomal dominante Erbkrankheiten
  • autosomal rezessive Erbkrankheiten
  • geschlechtschromosomale Erkrankheiten

Die E. sind nicht immer von vorgeburtlich erworbenen Missbildungen zu trennen. Genetische Anteile und Umwelteinflüsse können zusammenwirken und eine Fruchtschädigung hervorrufen, Embryotoxizität. Beispiele für E. sind die Sichelzellenanämie (Genotyp), die Bluterkrankheit, der Zwergwuchs; sie sind durch den Defekt eines einzigen Gens verursacht.

In den USA sind etwa 0,33 Prozent der Neugeborenen von solchen Erbleiden betroffen. Chromosomenschäden (z.B. Down-Syndrom treten bei 0,54 Prozent auf (Gen und Umwelt).

Siehe auch: Mißbildungen

Autor: KATALYSE Institut

Epidemiologie

Wenn von epidemiologischen Studien die Rede ist, geht es immer um Statistik, also um das Rechnen mit Krankheitsfällen. Definitionsgemäß ist die Epidemiologie die „Lehre von den Volkskrankheiten“ oder die „Wissenschaft vom Auftreten der Krankheiten in der menschlichen Bevölkerung“.
Eine Epidemie (griechisch für „im Volk verbreitet“) ist eine Krankheit, die gehäuft in einem bestimmten Zeitraum in einem bestimmten Gebiet auftritt. Wenn diese Krankheit sich weltweit verbreitet, spricht man von einer Pandemie. Ursprünglich ging es in der Epidemiologie um die übertragbaren Seuchen (Infektionskrankheiten), heute werden auch Umwelt-, Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten epidemiologisch überwacht mit dem Ziel, möglichst frühzeitig Vorsorgemaßnahmen ergreifen zu können.
Um das Krankheitsgeschehen beziffern zu können, muss man Begriffe definieren, die für die statistische Auswertung eingesetzt werden können. Hier einige Beispiele:
Prävalenz ist die Anzahl der Erkrankten an einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Zeitraum; demgegenüber ist die Inzidenz die Anzahl derer, die als Neuerkrankte hinzukommen. Um rückblickend festzustellen, ob bestimmte Bedingungen krankmachend sind, werden Fall-Kontroll- oder Kohorten-Studien durchgeführt. Bei Fall-Kontroll-Studien sucht man die Krankheitsfälle einer bestimmten Krankheit über einen gewissen Zeitraum, z. B. 20 Jahre, zusammen und vergleicht die Lebensumstände der erkrankten Personen mit denen von Nichterkrankten oder anderen Bezugsgruppen; bei Kohortenstudien werden bestimmte Berufs- oder Altersgruppen miteinander verglichen. Man erhält durch Befragungen Daten, mit denen man Risikofaktoren ausrechnen kann. Ein Risikofaktor von 1 besagt, dass es keine Unterschiede zwischen Kontrolle und Krankheitsfall gibt, der Faktor 2 bedeutet, dass das Risiko doppelt so hoch ist, an einer bestimmten Krankheit zu erkranken.
Ein grundlegendes Problem bei epidemiologischen Studien ist, dass die untersuchten Kriterien in ihrer Bedeutung abgeschätzt werden, somit Unsicherheiten enthalten. Ein weiteres ist, dass es häufig zu kleine Fallzahlen gibt, wodurch man dann nicht mit Sicherheit sagen kann, ob die Krankheit zufällig entstanden oder den Bedingungen zuzuordnen ist. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich dann, wenn eine Ursache, z. B. ein Allergen, verschiedene Symptome hervorrufen kann.

Autor: KATALYSE Institut

Entero Toxin B

Staphylococcus aureus bildet Entero-Toxin B, eines der Toxine, die eine Lebensmittelvergiftung verursachen.

Die Wirkung beruht auf Überaktivierung des Immunsystems. Selbst Zehnerpotenzen unter der letalen Dosis ist das hitze- und aerosol-stabile Gift stark wirksam: Betroffene sind für zwei Wochen arbeitsunfähig.

Symptome: Drei bis 12 Stunden nach Exposition klagen die Patienten über hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und trockenen Husten. Das Fieber kann fünf Tage lang dauern, der Husten bis zu vier Wochen.
Therapie: Nur adjuvant möglich
Impfung: An Vakzinen wird geforscht.

Autor: KATALYSE Institut

Embryotoxizität

Giftigkeit, Schädigungsmöglichkeit des sich entwickelnden Kindes im Mutterleib durch Einwirkung chemischer Substanzen auf die Mutter.

E. bezeichnet strenggenommen nur die Schädigung des Embryos (18. Tag-8. Woche). Schwere Schädigungen vor dem 18. Tag führen zum Keimtod. Geringgradige Schäden vor dem 18. Tag heilen größtenteils ohne Defekt aus.
Schädigungen des Embryos führen zu Organschäden. Dabei kommt es weniger auf die Art des Stoffes als auf den Zeitpunkt an, zu dem der Stoff wirkt. Die größte Gefahr von Mißbildungen besteht zwischen der 4.-8. Woche. In der Zeit nach der 8. Woche (Fetalzeit) rufen Schädigungen meist keine Mißbildungen, sondern nur noch mangelhaft funktionierende Organe hervor.

Die E. von Stoffen hängt hauptsächlich davon ab, ob diese Stoffe in die Plazenta eindringen können. Die Liste solcher Stoffe ist sehr lang. Z.B. ist E. die schwerwiegendste Nebenwirkung von Arzneimitteln. Die Tierversuche zur Erprobung neuer Stoffe sind nicht generell auf den Menschen übertragbar. I.A. gilt für Schwangere, den Kontakt mit aggressiven Chemikalien (Lacke, Pflanzenschutzmittel, spezielle Reiniger) zu meiden und Arzneimittel nur auf Verordnung von Ärzten einzunehmen.

Autor: KATALYSE Institut

Elektroenzephalogramm

Gehirn und Nervensystem arbeiten mit elektrischen Impulsen, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Diese elektrischen Vorgänge kann man mit dem Elektro-Enzephalografie-Gerät sichtbar machen, einem Gerät, das die Hirnströme aufzeichnet, und man erhält das Elektroenzephalogramm (EEG) (encephalon = griechisch das Gehirn). Bei der Messung eines EEGs werden mehrere Elektroden auf der Kopfhaut angebracht. Man kann mehrere Frequenzbereiche in den Hirnströmen unterscheiden:

Alpha(α)-Wellen zeigen sich im entspannten Wachzustand mit Frequenzen von 8–12 Hz; Beta(β)-Wellen erscheinen bei leichtem Schlaf (Hirnaktivität,
REM-Schlafphase) mit 13–30 Hz;
Delta(δ)-Wellen in der überwiegend traumlosen Tiefschlafphase bei 0,5–4 Hz; Theta(θ)-Wellen bei normalem Schlaf mit Frequenzen von 4–8 Hz.

Seit den 1950er Jahren werden die Schlafrhythmen intensiver erforscht. Während des gesamten Schlafes laufen verschiedene Phasen ab. Im Wesentlichen wechseln sich zwei Phasen ab, die
REM- und die Non-REM-Phase, die vier bis sechs Mal pro Nacht auftreten. REM heißt rapid eye movement = schnelle Augenbewegung. In dieser Phase ist das Gehirn sehr aktiv, auch ohne Reize von außen, es verarbeitet die Eindrücke des Tages. Sie ist auch die Periode des intensiven Träumens. Dabei werden die Erlebnisse des Tages mit gespeicherten Erfahrungen vermischt, weshalb es oft zu absurden Träumen kommt. Die Non-REM-Phase ist charakterisiert durch wenig Aktivität und auch Träume sind selten; es ist die Ruhe- und Erholungsphase. Diese beiden Phasen gehen über verschiedene Stadien ineinander über, vom leichten Schlaf bis in den Tiefschlaf zu wieder leichterem Schlaf und Übergang in das REM-Stadium.

Bei Erwachsenen beträgt die REM-Phase etwa 20 bis 25 % der gesamten Schlafdauer. Wenn der REM-Schlaf vermindert wird, kann es in den darauf folgenden Nächten zu dem so genannten Rebound-Effekt kommen (rebound = englisch zurückfallen, Rückschlag), d. h. ein verlängertes Auftreten der REM-Phasen. Damit der Schlaf erholsam ist, müssen die Phasen im Gleichgewicht sein. Bei Verschiebung der Phasen kann es zu Verhaltensänderungen und Lern- und Konzentrationsstörungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten wie z. B. Epilepsie verändert sich das EEG-Muster.

 

Autor: KATALYSE Institut

Ekzem

Krankhafte Hautveränderung, gekennzeichnet im akuten Stadium durch Juckreiz, Rötung, Nässen, Krusten, im chronischen Stadium durch Juckreiz, Flechtenbildung, Verhornung, Hautrisse. E. gehören zu den häufigsten Hauterkrankungen (ca. 5-10% der Bevölkerung).

Man unterscheidet aufgrund der Entstehungsmechanismen:

a) Das endogene E. (auch Neurodermitis, atopisches E.), welches durch innere Ursachen bedingt ist, und auf eine allgemeine Bereitschaft des Körpers zu allergischen Reaktionen hinweist. Es entsteht häufig schon im Säuglingsalter als sog. Milchschorf (Nahrungsmittelallergie).

b) Das Kontakt-E., das durch Hautkontakt mit reizenden Substanzen entstehen kann. Wird es durch Stoffe verursacht, die die Haut direkt schädigen (z.B. Säuren, Laugen, organische Lösemittel, Mineralöl, Bohröl,
Phenole, Kunststoffbestandteile wie Formaldehyd, Polyurethane, Polyester, Epoxidharze), bezeichnet man es als toxisches Kontakt-E. Es kann aber auch durch Substanzen hervorgerufen werden, auf die der Betroffene allergisch (Allergie) reagiert.

Allergieauslösend wirken Metallsalze (Nickelsalze, Chromate, z.B. im Zement (Chrom, Nickel)), manche Gummibestandteile, Wollwachsalkohole als Bestandteile des Wollfetts, Formaldehyd, Kolophonium,

Holz- und Steinkohleteer (Teer), Farbstoffe, Terpentine u.a.
Das E. beschränkt sich zumeist auf einen abgegrenzten Hautbezirk, kann aber in schweren Fällen die gesamte Hautoberfläche befallen.

Autor: KATALYSE Institut

Eisenstaublunge

(= Siderosen). Eingeatmete eisenhaltige Stäube oder Rauche werden u.U. in der Lunge gespeichert und führen dann zu gutartigen Erkrankungen (= "Speicherlungen").

Die Rote Eisenlunge ist seit 1867 bekannt und wird durch Stäube oder Rauche von Eisenoxyden verursacht. Es lassen sich anfangs weder Beschwerden noch Befunde ermitteln. Der Nachweis der Erkrankung kann nur röntgenologisch erfolgen. Auch die Schweißerlunge ist eine Eisenoxyd-Speicherlunge. Siderosen sind keine entschädigungspflichtigen Berufskrankheiten. MAK-Wert: 6 mg/m3.

Lit.: B.Griefahn: Arbeitsmedizin, Stuttgart 1989

Siehe auch: Barytstaublunge

Autor: KATALYSE Institut

Ebola

Einige hochkontagiöse RNA-Viren lösen hämorrhagische Fieber aus. Infektionen führen nach vier bis 20 Tagen zu Krankheiten wie Lassa-, Ebola-, Marburg-, Krim-Kongo- und Rift-Tal-Fieber.

Symptome: Anfangs grippeartige Beschwerden mit hohem Fieber, Erbrechen und Myalgie, später können Geschwüre und Exantheme entstehen. Wenige Tage nach Krankheitsbeginn können allgemeine Blutungsneigung und Schock auftreten. Bei Ebola verklumpt das Blut, die Adern verstopfen. Aus der Haut und aus den Augen kann ebenfalls Blut austreten. ZNS- und Leberschädigungen sind bei einigen Erregern möglich. Die Letalität, etwa bei Ebola, beträgt bis zu 70 Prozent.
Therapie / Prophylaxe: Bisher kaum möglich. Ribavirin kann zumindest die Mortalität und die Morbidität bei Lassa-Fieber senken.

Impfung: Vakzine werden entwickelt, sind aber noch nicht verfügbar.

Autor: KATALYSE Institut

E.coli

(Escherichia coli) E. ist ein stäbchenförmiges Bakterium mit einer Länge von 2-4 mycrom und einem Durchmesser von 1 mycrom.

Es tritt natürlicherweise als harmloser Bewohner des menschlichen Darms auf. E. ist eines der wichtigsten Untersuchungsobjekte der Mikrobiologie, Biochemie und Gentechnologie und der am besten bekannte Organismus. Es wird zur biotechnischen Produktion von Pharmazeutika, Nahrungsmittelzusatzstoffen u.a. in großtechnischen Anlagen (Fermentern) eingesetzt. Da E. auch eine gewisse Zeit außerhalb des Darmes überlebt und sich leicht nachweisen läßt, dient es als Indikator für fäkale Verunreinigungen von Trinkwasser und Gewässern.

Autor: KATALYSE Institut

Dioxine und Furane

Sammelbezeichnung für die Stoffgruppe der 75 polychlorierten Dibenzo-p-dioxine (PCDDs) und 135 polychlorierten Dibenzofurane (PCDFs).

Diese Vielzahl an Verbindungen ergibt sich aus acht möglichen Chlorierungspositionen im Dibenzo-p-dioxin- oder Dibenzofuranmolekül. Die bekannteste und bestuntersuchte Verbindung aus dieser Klasse ist das 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (Abk. 2,3,7,8-TCDD), weil es auch die giftigste ist. Manchmal ist mit D. speziell diese Verbindung gemeint.

Auch bromierte oder gemischt chlorierte/bromierte Vertreter dieser Gruppe haben inzwischen Beachtung gefunden, die als polyhalogenierte Dioxine bzw. Furane (PXDD, PXDF, X steht für Halogen) bezeichnet werden. Mit Brom und/oder Chlor gibt es 1.720 PXDDs und 3.300 PXDFs, von denen jedoch bisher nur wenige untersucht wurden. D. werden auch als "Ultragifte" bezeichnet, da sie zu den giftigsten vom Menschen erzeugten Stoffen gehören.

Von toxikologischem Interesse sind nur die D., die in den Positionen 2, 3, 7 und 8 mit Chlor (oder Brom) substituiert sind; es gibt 7 solcher PCDDs und 10 PCDFs. Um die Giftigkeit eines Gemisches dieser Substanzen anzugeben, hat man toxikologische Equivalentfaktoren (TEF) definiert, die die Giftigkeit eines PCDDs oder PCDFs in Relation zum 2,3,7,8-TCDD ausdrückt. So hat 2,3,7,8-TCDD einen TEF von 1, während octachlorodibenzo-p-Dioxin nur einen TEF von 0,001 hat.

Durch Addition der mit den TEFs gewichteten Mengen von D. in einer Probe lässt sich die toxikologische Equivalenz (TEQ) eines Gemisches von D. angeben. Die Giftigkeit ist nicht nur sehr unterschiedlich im Hinblick auf die jeweils vorliegenden PCDDs/PCDFs, sondern auch im Hinblick auf verschiedene Tierarten. Die LD50 (letale Dosis, bei der 50% der Versuchstiere nach einmaliger Verabreichung sterben) von 2,3,7,8-TCDD erstreckt sich von weniger als 1 µg pro kg Körpergewicht bei Meerschweinchen bis zu mehreren mg/kg bei Hamstern.

Anzeichen einer Belastung beim Menschen sind vor allem Chlorakne, eine sehr schwere und anhaltende Hautkrankheit mit Akne-ähnlichen Hauterscheinungen, die vor allem bei Chemiearbeitern der Phenol- und Pestizidherstellung auftrat. Andere, weniger spezifische Symptome sind Leberschäden, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen.

Für den Menschen von größerer Bedeutung als die akute Belastung mit D. ist die Langzeitbelastung mit kleinen Mengen (chronische Exposition), da D. sehr beständige Substanzen sind und sich in der Nahrungskette anreichern. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass D. ab einer bestimmten Konzentration Missbildungen in Nachkommen auslösen und Krebs erregen können.

Die mittlere tägliche Aufnahme des Menschen von D. liegt in industrialisierten Ländern bei einigen Picogramm TEQ pro kg Körpergewicht und Tag. In derselben Größenordnung liegt auch die maximale tägliche Aufnahme, die noch als gesundheitlich sicher beurteilt wird. Expertenmeinungen gehen hierzu stark auseinander. Das Bundesgesundheitsamt (BGA) sieht eine tägliche Aufnahmemenge von unter 1 Picogramm Dioxin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (1 pg/kg KG d) als vorläufig duldbar an (Richtwert im Sinne der Vorsorge).

Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat dagegen als zumutbare tägliche Aufnahme nur 0,008 pg/kg KG d Dioxin berechnet. Dabei geht sie davon aus, dass ein Krebsrisiko von einem zusätzlichen Krebstoten auf eine Million Menschen akzeptabel ist. Der deutsche Richtwert berücksichtigt damit nicht die Gefahr der Langzeiteffekte z.B. im Sinne eines erhöhten Krebsrisikos oder einer Schädigung des Immunsystems.

Da D. fettlöslich sind und sich in der Nahrungskette anreichern, sind die höchsten Konzentrationen in Milch und Milchprodukten, Fleisch und Fisch zu finden. Etwa 99% der menschlichen Belastung stammt aus der Nahrung. Eine besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe sind Babys, die gestillt werden. Muttermilch ist i.d.R. höher mit D. belastet als Kuhmilch, und Babys nehmen relativ zu ihrem Körpergewicht mehr Milch auf als Erwachsene. Die tägliche Belastung pro Körpergewicht kann damit 10- bis 100mal höher liegen als bei Erwachsenen.

D. entstehen als unerwünschte Nebenprodukte bei der Müllverbrennung, der Herstellung und der Verarbeitung bestimmter chlorierter Kohlenwasserstoffe, vor allem chlorierter
Phenole oder auch bei der
Chlorbleiche in der Papierherstellung. Einige Produktionsverfahren wurden inzwischen umgestellt, um die Entstehung von D. zu verhindern. Eine andere Quelle für D. sind Verbrennungs- und Hochtemperaturprozesse aller Art, bei denen die notwendigen Bestandteile Kohlenwasserstoffe, Sauerstoff und Chlor zugegen sind. In diese Kategorie fallen Müllverbrennung, der Automobilverkehr und einige metallverarbeitende Prozesse (Magnesium-, Eisenherstellung; Kupferhütten).

Durch zahlreiche gesetzliche Maßnahmen (Verbot von Zusatzstoffen im Benzin, Herstellungsverbot für PCB und PCP usw.) kommen heute die D.-Einträge kaum noch aus der Chemieindustrie und seinem Zweig der Chlorchemie, aber sie sind der Verursacher von Altlasten anzusehen. Heute sind es v.a. unvollständige Verbrennungsvorgänge (v.a. Industrie-, Gewerbe- und Hausbrandfeuerungen), die zu weiteren D.-Einträgen in die Umwelt führen. In der Umwelt werden D. äußerst langsam abgebaut mit Halbwertszeiten von einigen Jahren. Die biologische Halbwertszeit im Menschen reicht von 7 bis 10 Jahren. Die Analyse von D.-Proben ist sehr aufwendig und teuer.

  • Seveso: Am 10.7.76 entwich aus einem Reaktorkessel einer Trichlorphenolfabrik des Schweizer Chemiekonzerns Hoffmann-La Roche in Seveso, Italien, eine Menge 2,3,7,8-TCDD, die auf einige hundert Gramm bis einige Kilogramm geschätzt wird. In der Folge erlitten etwa 190 Personen Chlorakne, verendeten viele tausend Tiere oder mussten getötet werden. Die Behörden ließen ein 87 ha großes Areal evakuieren und bis zum heutigen Tag hermetisch abriegeln.
  • Agent Orange: In den Jahren 1965-1971 verspritzte die US-Army während des Krieges über Vietnam etwa 34 Mio. l des Entlaubungsmittels "Agent Orange", das bis zu einige mg D. pro Liter enthielt. Die gesamte versprühte D. -Menge wird auf 80 kg geschätzt. In der Folge traten erhöhte Missbildungsraten bei neugeborenen Vietnamesen sowie gesundheitliche Schäden bei den Veteranen des Krieges auf. Wegen der anderen Chemikalien im Agent Orange ist die epidemiologische Darlegung eines Zusammenhanges zu den D. jedoch schwierig.
  • Times Beach: Im US-Bundesstaat Missouri waren Anfang der 70er Jahre extrem D.-belastete Chemieabfälle unter Altöle gemischt und als Bindemittel gegen die Staubentwicklung auf Straßen versprüht. Einige Pferde und Vögel starben, Kinder erkrankten. Man schätzt, dass etwa 60 kg 2,3,7,8-TCDD versprüht wurden. Im Jahre 1983 wurden daraufhin die 2.000 Bewohner von Times Beach evakuiert.
  • Hamburg: In Deutschland wurde die Problematik der D. 1984 der breiten Öffentlichkeit verstärkt bewusst, nachdem D. auf mehreren Mülldeponien, außerhalb des Müllberges Georgswerder in Hamburg, auf dem Werksgelände der Hamburger Niederlassung von Boehringer-Ingelheim, in der Umgebungsluft von Müllverbrennungsanlagen und in Muttermilchproben gefunden wurde.
  • Marsberg: 1991 wurde bekannt, dass das als Sportplatz- und Wegebelag häufig benutzte Kieselrot hoch mit D. belastet war. Es stammte aus dem sauerländischen
    Marsberg und war ursprünglich ein Produktionsrest aus der Kupferherstellung.
 

Autor: KATALYSE Institut

Dialyse

Verfahren zur Abtrennung niedermolekularer Substanzen aus Lösungen hochmolekularer Stoffe mittels einer semipermeablen Membran.

Zur Anwendung kommt dieses Verfahren z.B. bei der Reinigung des Blutes von Salzen und anderen kleinen Teilchen mit Hilfe der künstlichen Niere. Die D. ist auch ein wichtiger Reinigungsschritt für Substanzen, die aus biologischem Material gewonnen werden.

Siehe auch: semipermeabel

Autor: KATALYSE Institut

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

C. ist eine schwammartige Erkrankung des Hirns beim Menschen. Die deutschen Wissenschaftler Hans Gerhard Creutzfeldt und Alfons Jakob beschrieben in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erstmals diese Krankheit und gaben ihr den Namen: Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK).

Die fortschreitende schwammartige Veränderung des Gehirn löst die Krankheitssymptome aus: zunächst treten Gedächtnisprobleme, Zunahme der Reizbarkeit, Nervosität, Schreckhaftigkeit, Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit und unkontrollierbares Muskelzucken auf. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Lähmungserscheinungen und körperlichem Abbau, der schließlich ins Koma und zum Tode führt. Eine Heilung oder Therapie ist nicht möglich.

Die CJK tritt nur sporadisch auf, d.h. auf eine Millionen Einwohner wird jährlich ein CJK-Fall diagnostiziert. An CJK Erkrankte sind in der Regel zwischen 60 und 70 Jahre alt. Man nimmt an, dass die Inkubationszeit von der Infektion bis zur Erkrankung 20 bis 40 Jahre beträgt. Über die Ursachen der Infektion ist bislang kaum etwas bekannt, lediglich bei rund 10-15 Prozent der Erkrankten konnte eine genetische Veranlagung festgestellt werden, eine sehr geringe Anzahl infizierte sich bei Transplantationen. Bei gut 85 Prozent der Erkrankten gibt es keine Hinweise auf die Ursache des Krankheitsausbruchs.

Etwa fünf Jahre nach Auftreten des ersten BSE-Falles, trat ab 1990 eine bislang unbekannte neue Form der CJK (vCJK für neue Variante der CJK) gehäuft auf. Das Durchschnittsalter der an vCJK Erkrankten liegt bei rund 30 Jahren. Der Krankheitsverlauf von vCJK ist länger als bei der klassischen Form (bis zu 14 Monate gegenüber sechs Monate). Und die Gehirne der an vCJK Verstorbenen weisen neben den schwammartigen Löchern zusätzlich sogenannte amyloide Plaques auf, Eiweißablagerungen entlang der Nervenzellen auf.

Auch die Gehirne BSE-erkrankter Rinder weisen diese Eiweißablagerungen auf. 1990 wurde bekannt, dass der für die Wiederkäuer Rind, Schaf, Ziege und Antilope tödliche Krankheitserreger auch Katzen, also Fleischfresser infizieren kann.

In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts erforschte Carleton Gajdusek eine rätselhafte Erkrankung des Volkes der Fore auf Papua-Neuguinea. Bei Kuru handelt es sich um eine außergewöhnliche Form der Creutzfeld-Jakob-Krankheit, da Kuru eine besonders hohe Übertragungsrate (36.000 Einwohner mit 300 Todesfällen im Jahr) und eine sehr kurze Inkubationszeit von nur vier bis sieben Jahren aufweist. Man nimmt an, dass dies auf die Aufnahme hoher Konzentrationen des Erregers durch rituelle Praktiken im Rahmen von Totenfeiern, bei denen sich die Hinterbliebenen mit dem Hirn des Verstorbenen einreiben und es verspeisen, zurückzuführen ist. Nach dem das Ritual aufgegeben wurde, ging die Anzahl der Erkrankungen deutlich zurück.

Autor: KATALYSE Institut

Chromosomenaberrationen

Unter Chromosomenaberrationen versteht man Veränderungen im Erbgut, Aberration heißt auf deutsch Abweichung. Beispielsweise können bei der Zellteilung Teile von Chromosomen verloren gehen oder sie werden falsch zusammengesetzt. Die Chromosomen können auch zerbrechen und bleiben als Bruchstücke in der Zelle liegen (Strangbrüche). Teilweise bilden sich so genannte Mikronuklei (mikro = klein und nucleus = Kern): winzige zellkernartige Gebilde, die keine Funktion haben und den Zellablauf stören.

Es kommt auch vor, dass die Chromosomen bei der Zellteilung nicht gleichmäßig auf die Tochterzellen verteilt werden, so dass in der einen Zelle ein Chromosom zu wenig und in der anderen eines zu viel ist. All diese Veränderungen können zu Fehlfunktionen der Zellen oder sogar zum Zelltod führen. Darüber hinaus kann die betroffene Zelle „entarten“, d. h. sie verliert ihr normales Zellteilungsverhalten und vermehrt sich ungehemmt – ein Tumor entsteht. Eine normale Zelle „weiß“, wann sie aufhören muss, sich zu teilen. Ausgelöst werden diese „Fehler“ während der Zellteilung entweder spontan (d. h. ohne Einwirkung von außen) oder durch schädliche Einwirkungen wie Chemikalien oder Strahlen.

Früher ging man davon aus, dass nur so genannte ionisierende Strahlung (z. B. Röntgen- und radioaktive Strahlung) genug Energie besitzt, um das Erbgut zu schädigen. Heute weiß man, dass auch nicht-ionisierende Strahlung diese Wirkung hat. Anders als bei ionisierender Strahlung ist der Wirkmechanismus hier noch nicht bekannt, weshalb das Phänomen von einigen Wissenschaftlern abgestritten wird, obwohl diese Eigenschaft von nicht-ionisierenden Strahlen mittlerweile in vielen Experimenten nachgewiesen wurde.

Autor: KATALYSE Institut

Chromatgeschwür

Auf den Schleimhäuten des Atemtraktes können sich bei chronischer Inhalation von Chrom-Staub oder dem Staub chromhaltiger Erze schlecht heilende Geschwüre bilden.

In manchen Gewerbezweigen ist ein Durchbruch der Nasenscheidewand als Endzustand häufig. Verletzungen, auch Risse der Hautoberfläche, entarten geschwürig, wenn nur kleine Mengen Chromat hineingelangen; die Heilungstendenz derartiger Geschwüre ist sehr schlecht.

Autor: KATALYSE Institut

Chlorakne

(auch: Chlorarylakne) Neben Ölakne ist die C. eine schwere Form der Kontaktakne);

C. wird ausgelöst durch chlorierte Kohlenwasserstoffe (Chlornaphthaline, Chlorphenol/Pentachlorphenol, Dioxine und Furane), die in direktem Hautkontakt, oral oder inhaliert zu schwersten C.Schüben führen können. Die Symptomatik ist gekennzeichnet durch Knoten, "fuchsbauartige" Fistelkomedonen sowie Zysten (Riesenkomedonen), was im chronischen Verlauf zu entstellenden Narben führt. Neben Hautveränderungen können auch innere Organe und zentrales Nervensystem beteiligt sein. Die C. tritt vorwiegend bei Arbeitern der Elektro- und Chemieindustrie auf (sog. Pernakrankheit/Perchlornaphthalene), beim Umgang mit Holzschutzmitteln (Pentachlorphenol) und nach technischen Störfällen.

Autor: KATALYSE Institut

Carcinom

Siehe Krebs.

Autor: KATALYSE Institut

Cancerogen

Siehe: Karzinogene, Krebs

Autor: KATALYSE Institut

Campher

Naturc. stammt aus dem ätherischen Öl von Holz, Wurzeln, Zweigen und Blättern des tropischen C.-baumes Cinnamomum camphora (L.), auch Kampferlorbeer genannt (ein Lorbeergewächs, engl.: camphor tree).

C. kommt als transparentes, weißes oder farbloses, kristallines Pulver vor, öfter aber in Form einer krümeligen oder brockigen, kristallinen Masse mit einer eigenartigen Zähigkeit, die kaum pulverisiert werden kann. Um ihn zu pulvern, muß C. zunächst mit Alkohol angefeuchtet werden. Auch ist es möglich, ihn mit dem Reibeisen zu zerkleinern.

Aus Ethanol umkristallisiert, entstehen rhomboedrische Kristalle. Schmilzt man die Kristallmasse und kühlt stark ab, bilden sich kubische Kristalle. C. ist bereits bei Raumtemperatur flüchtig, man lagert ihn daher am besten in dicht verschlossenen Glasgefäßen. Die Flüchtigkeit ist ein Reinheitskriterium, eine Probe reinen C. verflüchtigt sich bei Wasserbadtemperatur vollständig.

Wasser löst den Duftstoff nur schlecht, mit Ethanol 96 Prozent entstehen dagegen klare und farblose Lösungen. Wasserzugabe zu solchen Lösungen führt zur Ausscheidung des C. Der Stoff brennt leicht mit rußender Flamme ab.

Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation der Pflanzenteile von etwa 50 bis 60 Jahre alten Bäumen erzeugt. Die Blätter liefern 0,2 bis 3 Prozent, Äste und Zweige bis 2,7 und das zerkleinerte Stammholz durchschnittlich 4% C.-baumöl. Das Öl ist in speziellen Ölzellen des Pflanzengewebes oder in Spalten und Ritzen des Holzes abgelagert. Die Wasserdampfdestillation erfolgt in einer besonderen, meist hölzernen Apparatur. Der Gehalt an C. im ätherischen Öl beträgt bis zu 50 Prozent, wobei der Rohc. beim Erkalten des frischen Destillats größtenteils auskristallisiert und durch Zentrifugieren und Abpressen isoliert wird. Alternativ kann der C. auch durch fraktionierte Destillation des rohen C.-baumöls abgetrennt werden.

Synthetisches C. aus der großtechnischer Produktion beherrschen den Markt. Zur synthetischen Herstellung Darstellung verwendet man den preisgünstigen Duftstoff a-Pinen.

C. wird im kosmetischen Bereich mehr als Wirkstoff denn als Duftstoff eingesetzt. Er ist Bestandteil von Gesichts-, Rasier-, Haut- und Haarwässern. Campher wirkt in den Präparationen schwach antiseptisch, schmerzlindernd und juckreizstillend.

Medizinisch wird C. aufgrund der lokal stark reizenden Wirkung seit langer Zeit verwendet als Bestandteil von Einreibungen bei Rheuma, Muskelzerrungen, Neuralgien und Frostbeulen.
Die innerliche Einnahme von c.-haltigen Arzneimitteln wird in der Fachliteratur kritisch beurteilt. C. zeigt hierbei zentralerregende Wirkungen und regt (allerdings nur bei relativ hoher Dosierung) das Atem- und Vasomotorenzentrum an. Im menschlichen Organismus wird C. in die Glucosiduronsäure des Borneols umgewandelt.

Autor: KATALYSE Institut

Bronchitis

Entzündliche Erkrankung des Bronchialsystems mit Verschleimung, Husten, Fieber, Kopfschmerz und Luftnot. Man unterscheidet zwei Verlaufsarten: die akute B. und die chronische B.

Die akute B. entsteht meist durch Virusinfektion oder im Rahmen anderer Erkrankungen; seltener durch Bakterien, Pilze oder Reizgasinhalation (Saurer Nebel, Schwefeldioxid, Stickoxide, Ozon, Kohlenwasserstoffe).

Die chronische B. ist noch vor Asthma die häufigste chronische Lungenerkrankung. Die Ursachen sind einerseits exogene Faktoren, insb. Zigarettenrauch (jeder zweite Raucher über 40 leidet an chronischer B., Tabakrauch), Luftverschmutzung, häufige Infekte und Nebenhöhlenentzündung, andererseits endogene Faktoren wie verminderte Immunkompetenz oder ein zellulärer Defekt des Selbstreinigungsapparates der kleinen Bronchien (Flimmerepithel).

Die dreistufige Entwicklung der chronischen B. beginnt mit reversiblem Husten und Auswurf, wonach sich ein Lungenemphysem mit Luftnot und Leistungsabfall entwickelt; schließlich entsteht Atem- und Rechtsherzinsuffizienz. Die beiden letzten Stadien sind irreversibel und können zum Tod führen. Laut WHO-Statistik scheint die Häufigkeit der chronischen B. in den Industrieländern zuzunehmen.
Sommer-B.: Ozon

Autor: KATALYSE Institut

Bundesgesundheitsamt

Das B. (BGA) war bis 1994 die zentrale staatliche Forschungseinrichtung Deutschlands auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege.

Es hatte den Auftrag, Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier früh zu erkennen, diese zu bewerten und im Rahmen seiner gesetzlichen Kompetenzen einzudämmen.
Das Amt war in sieben wissenschaftliche Institute und eine Zentralabteilung gegliedert:

  • Robert Koch-Institut (zuständig für Infektionskrankheiten)
  • Max von Pettenkofer-Institut (zuständig für Verbraucherschutz, Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Bewertungsstelle nach Chemikaliengesetz)
  • Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie (zuständig für Entwicklung und Anwendung von Methoden der Gesundheitsstatistik)
  • Institut für Strahlenhygiene (zuständig für die Erforschung der Wirkung von Radioaktivität auf Mensch und Umwelt)
  • Institut für Veterinärmedizin (zuständig für Hygiene tierischer Lebensmittel, Tierkrankheiten und Rückstandsforschung)
  • Institut für Arzneimittel (zuständig für Arzneimittelzulassungen, -registrierungen und -wirkungen)
  • Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene (zuständig für wissenschaftliche und gesetzvorbereitende Arbeiten beim Wasser- und Bodenschutz (Bodenbelastung), Abwasser, der Luftreinhaltung (Luftverschmutzung) und teilweise - produktbezogen - des Verbraucherschutzes).

Die Aufgabe der Zulassung von Arzneimittel hat jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte übernommen.

Autor: KATALYSE Institut

Brucellose

Bakterien der Gattung Brucella, die keine Sporen oder Toxine bilden. Die Erreger parasitieren intrazellulär in Makrophagen.

Symptome: Fünf bis 60 Tage nach Infektion kommt es zu grippeartigen Beschwerden mit einem wellenförmigen Fieberverlauf. Möglich sind auch Husten, Gelenkentzündungen und Osteomyelitis, seltener Endomyokarditis und Enzephalitis. Die Letalität bei unbehandelten Patienten liegt bei fünf Prozent.

Therapie: Oral 200 mg Doxycyclin pro Tag plus 600 bis 900 mg Rifampicin über sechs Wochen. Zur Prophylaxe nach Exposition sollten die Medikamente über drei Wochen eingenommen werden.

Impfung: Derzeit nicht möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Botulismus

Das Bakterium Clostridium botulinum produziert ein Toxin, das etwa 100 000 mal toxischer als das Nervengas Sarin ist. Das Toxin zählt damit zu den giftigsten Substanzen.

Symptome: Nach Inhalation des Giftes können Beschwerden innerhalb von 24 Stunden, aber auch erst nach einigen Tagen auftreten. Trockener Mund, verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Lichtscheu, Schluckstörungen kennzeichnen den Beginn der Vergiftung.

Später kann es zu einer absteigenden Lähmung und Atemstillstand kommen. Die Patienten haben dabei meist kein Fieber. Allerdings können Sekundärinfektionen Fieber verursachen.

Therapie: Ein Anti-Toxin, das frühzeitig verabreicht werden muss, kann die Letalität auf bis zu zehn Prozent senken. In Deutschland sind noch geringe Mengen des Antidots verfügbar. Die Rekonvaleszenz kann Wochen bis Monate dauern.

Wichtig für den Verbraucher: Konserven mit einem ausgebeulten Deckel, Einmachgläser die von selbst aufgehen, Vakuumverpackungen, die sich aufblähen oder Trübungen von darin enthaltenen Flüssigkeiten deuten auf Verderb hin und müssen weggeworfen werden. Zwar wird durch Kochen das hitzeempfindliche Gift zerstört, die Sporen werden aber erst nach acht Minuten bei einer Temperatur von 120 Grad abgetötet. Daher können sich in abgekochten Speisen neue Sporen bilden.

Autor: KATALYSE Institut