Campher

Naturc. stammt aus dem ätherischen Öl von Holz, Wurzeln, Zweigen und Blättern des tropischen C.-baumes Cinnamomum camphora (L.), auch Kampferlorbeer genannt (ein Lorbeergewächs, engl.: camphor tree).

C. kommt als transparentes, weißes oder farbloses, kristallines Pulver vor, öfter aber in Form einer krümeligen oder brockigen, kristallinen Masse mit einer eigenartigen Zähigkeit, die kaum pulverisiert werden kann. Um ihn zu pulvern, muß C. zunächst mit Alkohol angefeuchtet werden. Auch ist es möglich, ihn mit dem Reibeisen zu zerkleinern.

Aus Ethanol umkristallisiert, entstehen rhomboedrische Kristalle. Schmilzt man die Kristallmasse und kühlt stark ab, bilden sich kubische Kristalle. C. ist bereits bei Raumtemperatur flüchtig, man lagert ihn daher am besten in dicht verschlossenen Glasgefäßen. Die Flüchtigkeit ist ein Reinheitskriterium, eine Probe reinen C. verflüchtigt sich bei Wasserbadtemperatur vollständig.

Wasser löst den Duftstoff nur schlecht, mit Ethanol 96 Prozent entstehen dagegen klare und farblose Lösungen. Wasserzugabe zu solchen Lösungen führt zur Ausscheidung des C. Der Stoff brennt leicht mit rußender Flamme ab.

Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation der Pflanzenteile von etwa 50 bis 60 Jahre alten Bäumen erzeugt. Die Blätter liefern 0,2 bis 3 Prozent, Äste und Zweige bis 2,7 und das zerkleinerte Stammholz durchschnittlich 4% C.-baumöl. Das Öl ist in speziellen Ölzellen des Pflanzengewebes oder in Spalten und Ritzen des Holzes abgelagert. Die Wasserdampfdestillation erfolgt in einer besonderen, meist hölzernen Apparatur. Der Gehalt an C. im ätherischen Öl beträgt bis zu 50 Prozent, wobei der Rohc. beim Erkalten des frischen Destillats größtenteils auskristallisiert und durch Zentrifugieren und Abpressen isoliert wird. Alternativ kann der C. auch durch fraktionierte Destillation des rohen C.-baumöls abgetrennt werden.

Synthetisches C. aus der großtechnischer Produktion beherrschen den Markt. Zur synthetischen Herstellung Darstellung verwendet man den preisgünstigen Duftstoff a-Pinen.

C. wird im kosmetischen Bereich mehr als Wirkstoff denn als Duftstoff eingesetzt. Er ist Bestandteil von Gesichts-, Rasier-, Haut- und Haarwässern. Campher wirkt in den Präparationen schwach antiseptisch, schmerzlindernd und juckreizstillend.

Medizinisch wird C. aufgrund der lokal stark reizenden Wirkung seit langer Zeit verwendet als Bestandteil von Einreibungen bei Rheuma, Muskelzerrungen, Neuralgien und Frostbeulen.
Die innerliche Einnahme von c.-haltigen Arzneimitteln wird in der Fachliteratur kritisch beurteilt. C. zeigt hierbei zentralerregende Wirkungen und regt (allerdings nur bei relativ hoher Dosierung) das Atem- und Vasomotorenzentrum an. Im menschlichen Organismus wird C. in die Glucosiduronsäure des Borneols umgewandelt.

Autor: KATALYSE Institut

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