Elektroenzephalogramm

Gehirn und Nervensystem arbeiten mit elektrischen Impulsen, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Diese elektrischen Vorgänge kann man mit dem Elektro-Enzephalografie-Gerät sichtbar machen, einem Gerät, das die Hirnströme aufzeichnet, und man erhält das Elektroenzephalogramm (EEG) (encephalon = griechisch das Gehirn). Bei der Messung eines EEGs werden mehrere Elektroden auf der Kopfhaut angebracht. Man kann mehrere Frequenzbereiche in den Hirnströmen unterscheiden:

Alpha(α)-Wellen zeigen sich im entspannten Wachzustand mit Frequenzen von 8–12 Hz; Beta(β)-Wellen erscheinen bei leichtem Schlaf (Hirnaktivität,
REM-Schlafphase) mit 13–30 Hz;
Delta(δ)-Wellen in der überwiegend traumlosen Tiefschlafphase bei 0,5–4 Hz; Theta(θ)-Wellen bei normalem Schlaf mit Frequenzen von 4–8 Hz.

Seit den 1950er Jahren werden die Schlafrhythmen intensiver erforscht. Während des gesamten Schlafes laufen verschiedene Phasen ab. Im Wesentlichen wechseln sich zwei Phasen ab, die
REM- und die Non-REM-Phase, die vier bis sechs Mal pro Nacht auftreten. REM heißt rapid eye movement = schnelle Augenbewegung. In dieser Phase ist das Gehirn sehr aktiv, auch ohne Reize von außen, es verarbeitet die Eindrücke des Tages. Sie ist auch die Periode des intensiven Träumens. Dabei werden die Erlebnisse des Tages mit gespeicherten Erfahrungen vermischt, weshalb es oft zu absurden Träumen kommt. Die Non-REM-Phase ist charakterisiert durch wenig Aktivität und auch Träume sind selten; es ist die Ruhe- und Erholungsphase. Diese beiden Phasen gehen über verschiedene Stadien ineinander über, vom leichten Schlaf bis in den Tiefschlaf zu wieder leichterem Schlaf und Übergang in das REM-Stadium.

Bei Erwachsenen beträgt die REM-Phase etwa 20 bis 25 % der gesamten Schlafdauer. Wenn der REM-Schlaf vermindert wird, kann es in den darauf folgenden Nächten zu dem so genannten Rebound-Effekt kommen (rebound = englisch zurückfallen, Rückschlag), d. h. ein verlängertes Auftreten der REM-Phasen. Damit der Schlaf erholsam ist, müssen die Phasen im Gleichgewicht sein. Bei Verschiebung der Phasen kann es zu Verhaltensänderungen und Lern- und Konzentrationsstörungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten wie z. B. Epilepsie verändert sich das EEG-Muster.

 

Autor: KATALYSE Institut

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