Stabilisatoren

Unsystematisch zusammenfassender Begriff für eine Vielzahl von Stoffen unterschiedlicher Zusammensetzung und Wirkungsweise. Als S. für Lebensmittel (Lebenszusatzstoffe), Kosmetika und Pharmazeutika gelten oft Konservierungsstoffe, die meist als Antioxidantien wirken.

Eine wichtige Bedeutung besitzen S. in Kunststoffen, die durch Zusatz von S. vor Oxidation und Zersetzung durch Licht und Wärme geschützt werden. Kunststoffe, die wie Polyethylen und Polypropylen eine gute Beständigkeit gegenüber Oxidation, Licht und Wärme zeigen, werden vielfach ohne oder mit geringen Mengen an S. verarbeitet.

Kunststoffe wie PVC, die eine extrem geringe Beständigkeit aufweisen, erfordern einen hohen Einsatz an S.. Ohne S.-Zusatz würde aus PVC-Produkten allmählich Chlorwasserstoff abgespalten werden.

Autor: KATALYSE Institut

Staatsziel Umweltschutz

Verfassungsbestimmung, die den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, die Landschaft und die Denkmale der Natur dem besonderen und umfassenden Schutz des Staates unterwirft.

Bei Geltung eines S. muss bei jeder staatlichen Entscheidung medialer, vitaler oder kausaler Umweltschutz als mitentscheidendes Abwägungskriterium Berücksichtigung finden.
Normadressaten sind Staat und Kommunen. Ein S. räumt den Bürgern hingegen keinen verfassungsrechtlichen Anspruch auf Schutz der Umwelt ein, sondern es bedeutet eine verfassungsrechtlich abgesicherte Verpflichtung für Rechtsprechung, vollziehende Gewalt und Gesetzgebung. Obgleich es einen schweren Mangel zeigt, dass ein so elementar wichtiger Bereich wie der Umweltschutz bisher nicht ein mindestens gleichberechtigter Belang der Verfassungsordnung neben anderen Staatszielen ist, bleiben Zweifel an der praktischen Wirksamkeit eines S., da sich insb. in Ländern wie Bayern, Saarland und Baden-Württemberg, deren Verfassung schon seit längerem ein S. aufweist, zeigt, dass ein Staatsziel ohne Gesetzeskonkretisierung und flankiert durch individuelle Grundrechte auf Umweltschutz i.d.R. Leerformel bleibt.
Umweltgrundrecht

Autor: KATALYSE Institut

Sprühabsorptionsanlagen

S. sind Anlagen zur Abscheidung von Schadstoffen aus dem Rauchgas.

Bei dem Verfahren wird in einem Reaktionsbehälter eine Waschflüssigkeit in den zu reinigenden Abgasstrom eingedüst. Durch Verdampfung reagiert das Absorptionsmittel (z.B. Calciumhydroxid) mit den Schadstoffen (z.B. Schwefeldioxid) und verbindet sich zu einem Reaktionsprodukt in Feststofform (vorwiegend Calciumsulfit). Die Rauchgase werden dabei nur geringfügig abgekühlt. In einem Elektrofilter oder Gewebefilter erfolgt dann die Abscheidung des Endproduktes aus dem Rauchgas. S. sind billiger als nasse Rauchgasentschwefelungsanlagen, haben jedoch nur einen Abscheidegrad von 85-95%. Neben der Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken werden sie auch zur Rauchgasreinigung in Müllverbrennungsanlagen eingesetzt.
Abgasreinigungsverfahren
 

Autor: KATALYSE Institut

Spritzgeräte

Landmaschinen zur Ausbringung flüssiger Pflanzenschutzmittel, zum Einsatz von Hand, vom Traktor oder aus der Luft (Hubschrauber und Flugzeuge).

Oft in technisch nicht einwandfreiem Zustand, was zu unkontrollierten Ausbringungsmengen führen kann. Es besteht keine Untersuchungspflicht für die S.. Sie könnte aber nach dem Pflanzenschutzgesetz verordnet werden. Die Möglichkeiten der freiwilligen Selbstkontrolle werden nicht genutzt. Im Bundesdurchschnitt des Jahres 1989 nahmen nur 21% der Gerätehalter freiwillig an der Kontrolle teil.
Gefahren für die Umwelt entstehen auch durch eine falsche Auswahl und Ausrüstung von S. (z.B. Spritzdüsentyp) im Verhältnis zu ihrem Anwendungszweck oder bei der unsachgemäßen Bedienung der S., z.B. die Einstellung des Flüssigkeitsaufwandes oder das Befüllen der Spritzbrühenbehälter mit Wasser, wobei die Möglichkeit einer Verschmutzung des Trinkwassernetzes gegeben ist.
Applikation, Chemische Schädlingsbekämpfung, Landwirtschaftliche Technik, Pestizide, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Spraydosen

Druck- und bruchfestes Gefäß zum Zerstäuben von Flüssigkeiten. In den alten Bundesländern wurden 1990 684 Mio S. verkauft, also 10 S. pro Einwohner und Jahr.
Als Treibmittel für S. wurden früher meist FCKW verwendet. Diese sind Hauptverursacher für die Zerstörung der Ozonschicht (Ozonabbau) und Mitverursacher des Treibhauseffekts. Bei Besprühen von offenen Flammen oder glühenden Gegenständen mit FCKW kann das hochgiftige Phosgen entstehen. Auch das Einatmen von FCKW ist nicht unbedenklich. Daher wurden FCKW als Treibgas in den 80er Jahren zunehmend von weniger schädlichen, aber nicht unproblematischen Kohlenwasserstoffen ersetzt und von Kohlendioxid, das als Treibmittel (ebenso wie Kohlensäure im Sprudel) völlig unbedenklich ist. Dieser Ersatz führte zu einer Verringerung der jährlich eingesetzten FCKW-Menge von 53.000 t (1976) auf 1.600 t (1990) (Treibgas).
Als Einwegverpackung tragen S. zur Vergrößerung der Hausmüll-Menge bei, weswegen sie durch nachfüllbare Pumpzerstäuber (Recycling, Mehrwegverpackung) ersetzt werden sollten.
Am wenigsten umweltschädlich ist es jedoch, gänzlich auf den Einsatz von S. zu verzichten, da es mittlerweile zu allen Arten von S. Alternativen gibt. So sollten z.B. Deoroller statt Deosprays oder Pumpzerstäuber für Haarspray verwendet werden. Zudem sollte man sich fragen, ob es notwendig ist, z.B. Schlagsahne in S. zu kaufen, oder ob die gute alte Fliegenklatsche nicht sinnvoller ist als ein Insektenvernichtungsspray, mit dem zusätzlich noch das Raumklima verschlechtert wird. Auch Luftverbesserungs-, Backofenreinigungs- oder Desinfektionssprays gehören in keinen umweltfreundlichen Haushalt.

Autor: KATALYSE Institut

Spiritus

(lateinisch: Lufthauch, Atem, Geist, Sinn.) Man bezeichnet mit S. Brennspiritus, der aus mit Vergällungsmitteln für den Genuß unbrauchbar gemachtem mehr als 90%igem Ethanol besteht.

Autor: KATALYSE Institut

Spielplatz

Fast 80% der Kinder-S. sind nach Untersuchungen des Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungsvereines (DEKRA) durch Abfälle und Hundekot verschmutzt.

Aufgrund von weiteren chemischen Analysen fand man eine sehr hohe Schadstoffbelastung auf S. in NRW: Schwermetalle wie Blei bis 8.000 mg/kg Boden, Cadmium bis 80 mg/kg oder auch Dioxin bis zu 859 mg TE (dies entspricht den üblichen Werten von Elektrofilterstäuben aus Müllverbrennungsanlagen!).
Belastungen von Kinder-S. sind einerseits darauf zurückzuführen, dass Spielsand als Hundeklo und Abfalldepot mißbraucht wird, andererseits auf kontaminierten S.-Untergrund, wie Schlacke von Müllverbrennungsanlagen, Kieselrot, belastete Böden (z.B. aus Schwermetallabbaugebieten) und Baurecyclingmaterialien (Bauschutt).
Auf den meisten S. befinden sich Großspielgeräte aus

Holz, die im "Normalfall" zur Verlängerung der Nutzungsdauer mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Nach einer kürzlich veröffentlichten Empfehlung des Umweltbundesamtes sollen aufgrund gesundheitlicher Bedenken keine Holzschutzmittel mehr auf S. eingesetzt werden. Die Realität ist aber heute noch, dass das meiste

Holz auf S. toxische Stoffe enthält. I.d.R. werden der Witterung ausgesetzte Hölzer mit schwer flüchtigen Mitteln behandelt.
Vorsorge: Die Kinder sollten nicht am

Holz lecken oder gar Teile essen. Eltern sollten darauf achten, dass v.a. Kleinkinder keinen Sand in den Mund nehmen.
Eine andere Problematik ist die Begrünung von S. mit teils giftigen Pflanzen und Büschen. Oft sind Sträucher und Bäume in der Nähe von S. angepflanzt wie z.B. Waldgeißblatt, gewöhnliche Berberitze und Eibe, deren Früchte die Kinder leicht mit anderen essbaren Beeren verwechseln.

Autor: KATALYSE Institut

Speiseöle

Inhalt nicht vorhanden

Autor: KATALYSE Institut

Speicherung

Speicher haben die Aufgabe, vorübergehend ein Gut, eine Energie oder Informationen so lange vorzuhalten, bis eine Nutzung möglich ist, also einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen.

Eine Sonderstellung nimmt hierbei die S. von elektronischen Daten (Computer) ein, da bei Zurückgreifen auf Informationen deren Nutzwert nicht verändert wird.
V.a. in der Energietechnik spielt die S. eine entscheidende Rolle. Während sich Wärme für relativ kurze Zeiträume (Stunden bis zu mehreren Tagen) recht einfach, z.B. in Warmwasserspeichern, speichern lässt, ist dies für Elektrizität nur mit ziemlich großem Aufwand möglich. Elektrizität selbst ist bis heute nicht speicherbar und muss zum Zweck der S. stets in eine andere Energieform überführt werden. So wird bei der Elektrobatterie (Akkumulatoren) Elektrizität in chemische Bindungsenergie umgewandelt. Gleiches gilt für die Wasserstofferzeugung (Wasserstofftechnologie). In Pumpspeicherkraftwerken wird Elektrizität in potentielle Energie umgewandelt. Neuerdings gibt es Versuche, elektrische Energie in supraleitenden Elektromagneten zu speichern.
Während die Kurzzeit-S. bei Wärmespeichern relativ problemlos ist, fehlt es hier an geeigneten Langzeitspeichern. Gerade dies ist eines der Handicaps bei der Nutzung regenerativer Energiequellen, denn es ist derzeit noch nicht möglich, die Strahlungsenergie der Sonne mit vertretbarem Aufwand ein halbes Jahr zu speichern. Wäre dies kostengünstig realisierbar, könnte die mit Sonnenkollektoren im Sommer gesammelte Energie bis zum Winter gespeichert bleiben und dann zu Heizzwecken genutzt werden (Raumwärmebedarf). Ansätze hierzu bieten jedoch große Aquiferspeicher oder Latentwärmespeicher.
Eine andere Methode, die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen, findet sich im Lastmanagement.
Eisspeicher

Autor: KATALYSE Institut

Spaltstoff

siehe Kernspaltung

Autor: KATALYSE Institut

Sozial-ökologische Forschung

Die S. wurde zur Stärkung einer transdisziplinär orientierten Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung im Rahmen des Programms des Bundesforschungsministeriums (BMBF) "Forschung für die Umwelt" eingerichtet.

Der neue Förderschwerpunkt “Sozial-ökologische Forschung” trägt der Erkenntnis Rechnung, dass ökologische, ökonomische, soziale und technische Problemlagen eng mit einander verschränkt sind und zu ihrer Lösung transdisziplinäre, problemorientierte Forschungsansätze gefragt sind.

Solche Ansätze, die naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche, universitäre und außeruniversitäre Forschung miteinander verzahnen, werden im Rahmen des neuen Förderschwerpunktes gezielt gefördert.

S. hat sich in den letzten Jahren als eine neue, interdisziplinäre und integrative Forschungsperspektive herausgebildet. Mit ihr wird auf Defizite in der bisherigen disziplinären Umweltforschung und sektoralen Umweltpolitik reagiert. In wissenschaftlicher Hinsicht ist es das Ziel sozial-ökologischer Forschung, die noch immer weitgehend unverbundenen Erkenntnisse der naturwissenschaftlichen und der sozialwissenschaftlichen Umweltforschung sowohl problembezogen miteinander zu verknüpfen als auch theoretisch zu integrieren.

Unter politischen und gesellschaftlichen Aspekten trägt S. der Tatsache Rechnung, dass Umweltpolitik immer stärker in ihren Verflechtungen und Wechselwirkungen mit anderen Politikfeldern wie Wirtschafts-, Sozial-, Verkehrs- oder Forschungs- und Technologiepolitik gesehen werden muss.

Statt einzelner, vermeintlich isolierbarer und durch punktuelle Maßnahmen lösbarer Umweltprobleme analysiert sozial-ökologische Forschung übergreifende sozial-ökologische Problemlagen und deren Dynamik. Allgemeiner formuliert - die komplexen Beziehungsmuster zwischen Gesellschaft und Natur sowie Möglichkeiten ihrer Transformation im Sinne von nachhaltigen Entwicklungspfaden.

Der komplexe Ansatz S. ist erst im Entstehen. Wissensbasis, Nachwuchs und Infrastruktur der Forschung sind nur in Ansätzen vorhanden und auszubauen.

Mit dem Förderprogramm S. werden folgende Ziele angestrebt:

  • Steigerung der gesellschaftlichen Handlungsfähigkeit angesichts neuer und schwer durchschaubarer sozial-ökologischer Problemlagen durch den Aufbau einer neuen Wissensbasis. Dies bedeutet, dass gestaltungsorientierte und akteursbezogene Forschung besonders gefördert wird.
  • Ausbau und qualitative Entwicklung der Forschungskapazität in ausgewählten sozial-ökologischen Problembereichen und Konfliktfeldern durch Projektförderung.
  • Sicherung und Stärkung der vorhandenen Forschungspotentiale und Einrichtungen einer integrierten Umweltforschung durch gezielte Infrastrukturförderung. In diesem Bereich der Forschungslandschaft haben die nicht-staatlichen, unabhängigen Forschungseinrichtungen als dritter Sektor der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung eine besondere Bedeutung.
  • Entwicklung und langfristige Sicherung der Forschungskapazität durch Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in allen Sektoren der Nachhaltigkeitsforschung und der integrierten Umweltforschung. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den Hochschulen.

Autor: KATALYSE Institut

Sorptionsvermögen

S. bezeichnet die Fähigkeit eines (Bau-)Stoffes, Dampf, Gase und Stäube aufzunehmen, zu speichern und verzögert wieder abzugeben.

Die Sorption hat ihren Ursprung im porigen Gefüge des Baustoffes, der eine große innere Oberfläche erzeugt.
Holz, Gips und Naturfasern haben z.B. ein hohes S. und tragen so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.
Bauphysik, Tonminerale

Autor: KATALYSE Institut

Sone

Einheit zur Bestimmung der Lautheit.

Im Gegensatz zum Dezibel ist das S. nicht aus Schallpegeldifferenzen (Druckdifferenzen) abgeleitet, sondern wird über die subjektiv empfundene Lautheit definiert. So wurde festgelegt, dass ein Pegel von 40 dB bei 1.000 Hz ein S. beträgt. In langen Versuchsreihen wurde ermittelt, dass eine Erhöhung des Pegels um 10 dB wie eine Verdoppelung der Lautheit empfunden wird, d.h., ein Pegel von 50 dB entspricht 2 S., von 60 dB 4 S. usw. Ganz allgemein bedeutet eine Verdopplung der Lautheit auch einen doppelt so hohen S.-Wert. Bei ganzen Geräuschen, also Spektren, muss noch eine Schallbewertung durchgeführt werden, um die Empfindlichkeit des Ohres entsprechend zu berücksichtigen. Hierzu wird in der Praxis das Phone verwendet. Da das Verfahren relativ aufwendig ist, hat es bisher kaum Verbreitung gefunden. Mit fortschreitender Computertechnik könnte sich das S. in Zukunft stärker durchsetzen. Der große Vorteile der S.-Skala ist die Tatsache, dass deren Größe der empfundenen Lautheit linear entspricht.

Autor: KATALYSE Institut

Soman

siehe Nervenkampfstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Solarkraftwerke

Man unterscheidet zwischen Photovoltaik-Kraftwerken und solaren Wärmekraftwerken (thermische S.).

In Photovoltaik-Kraftwerken wird die einfallende Sonnenstrahlung mit Hilfe von Solarzellen direkt in Strom umgewandelt.
Solarthermische Kraftwerke hingegen nutzen die Sonnenwärme als Prozesswärme oder zur Stromerzeugung. Außer dem Aufwindkraftwerk (s.u.) verwenden alle thermischen S. Spiegel zur Fokussierung des Sonnenlichts. Daher können sie nur in sonnenreichen Ländern mit einem hohen Anteil an Direktstrahlung (Globalstrahlung) eingesetzt werden. Optimaler Standort ist der sog. Sonnengürtel der Erde, in dem z.B. die Sahara und Südkalifornien liegen. In Europa kommen lediglich die Südteile von Spanien, Italien und Griechenland in Frage.

Vier unterschiedliche Konzepte stehen derzeit zur Diskussion:
Solartürme bestehen aus einem zentralen Empfängerturm, der von Spiegelgruppen umgeben ist, die die einfallende Sonnenenergie auf die Turmspitze konzentrieren. Dort können Temperaturen bis zu 1.000 Grad C erreicht werden, die sich sowohl als Prozesswärme oder zur Stromerzeugung nutzen lassen. Der größte Solarturm war Solar One mit einer Leistung von 10 MW (Barstow/Kalifornien), er wurde nach seiner 6-jährigen Testphase stillgelegt.

Parabolschüsselanlagen bestehen aus Parabolspiegeln, die in ihrem Brennpunkt die gebündelte Sonnenenergie an einen Wasserdampfkreislauf oder insb. auch an Stirlingmotoren abgeben. Parabolschüsseln halten mit einem Stromerzeugungs-Wirkungsgrad von 30% den Rekord aller S.. Kleine Anlagen stehen in verschiedenen Ländern.
Beim Aufwindkraftwerk erhitzt die Sonne Luftmassen unter riesigen, treibhausartigen Glasdächern. Die Luft steigt über einen Kamin nach oben und treibt dabei eine Windturbine an. Aufwindkraftwerke sind von der Technik her sehr simpel, benötigen aber aufgrund ihres geringen Wirkungsgrads von maximal 2% sehr große Flächen. Ein Demonstrationskraftwerk (50 kW) hat in Manzanares (Spanien) bis zu seiner Zerstörung durch einen Sturm 1989 sieben Jahre lang erfolgreich Strom produziert.

Bei Parabolrinnenanlagen (Solarfarm) konzentrieren trogförmige Spiegel das Sonnenlicht auf mit synthetischem Öl gefüllte Empfängerröhren, die sich in der Brennlinie der Spiegel befinden. Das bis zu 400 Grad C heiße Öl wird zu einem zentralen Wärmetauscher gepumpt, wo es seine Energie an einen Wasserdampfkreislauf zwecks Stromerzeugung abgibt. Der Gesamtwirkungsgrad der Stromerzeugung liegt bei 14%.

Die Parabolrinnenanlagen (auch: Solarfarmen) haben bislang als einzige S.-Technologie die kommerzielle Serienfertigung erreicht. In Kalifornien waren 1992 350 MW Solarfarmleistung installiert (über 95% der Leistung aller S. weltweit) und in Brasilien 150 MW in Planung. Neue Anlagen haben eine Größe von ca. 80 MW und Stromgestehungskosten von 15-20 Pf/kWh, was nur noch wenig über den Stromgestehungskosten fossiler Kraftwerke liegt und weit unter den Gestehungskosten photovoltaischer Systeme (Solarzelle). Mit Hilfe von thermischen Speichern oder fossilen Zusatzfeuerungen können Solarfarmen sogar 24 h unvermeidlichen Eingriffen in die Wüstenflora und -fauna kann es beim jetzigen Solarfarmkonzept zu Bodenkontaminationen durch das synthetische Öl kommen. In der nächsten Generation soll u.a. deshalb auf das Öl ganz verzichtet und statt dessen in den Empfängerröhren direkt Wasser verdampft werden.

Solarfarmen besitzen weltweit ein enormes Potential, mit ihrer Hilfe könnte man den Weltstrombedarf mehrfach decken und so z.B. durch eingesparte Kohlendioxidemissionen den Treibhauseffekt eindämmen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des BMFT, gemeinsam durchgeführt von allen namhaften solaren Instituten und Firmen Deutschlands (1992). Je nach politischen Rahmenbedingungen könnten bis zum Jahr 2005 rund um das Mittelmeer mit einem Investitionsvolumen von 15-60 Mrd DM Solarfarmen mit einer Gesamtleistung von 3.500-13.500 MW errichtet werden. Dadurch ließ sich der Zubau an Gas- und Ölkraftwerken in den entsprechenden Gebieten um 4-15% reduzieren, wodurch der Atmosphäre jährlich 7-27 Mio t Kohlendioxid erspart blieben. Langfristig ist in den Ländern Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko ein Areal von 500.000 km2 für den Aufbau von Solarfarmen geeignet.

Die allein auf dieser Fläche installierte Leistung von 12.000 GW könnte das Vierfache des derzeitigen Weltstrombedarfs decken. Der in der Sahara erzeugte Strom kann entweder mit geringen Verlusten über Höchstspannungstraßen (800 kV, Hochspannungsleitung) in die Ballungszentren geleitet werden oder aber auch auf die Wasserstofftechnologie zwecks Speicherung und Transport zurückgreifen.

Die unerschöpfliche und saubere Solarenergie hat begonnen, im Sonnengürtel der Erde kommerziell nutzbar zu werden. Es fehlt nicht die Technologie, sondern der politische Wille und damit das notwendige Kapital, den solaren Weg einzuschlagen und so endlich die weltweite Energieversorgung auf global umweltfreundliche Füße zu stellen, noch bevor der Treibhauseffekt die Erde verwüstet. Internationale Organisationen, wie z.B. die Weltbank, haben hier bislang eindeutig versagt.
Flächenbedarf: Regenerative Energiequellen

Lit.: M.Karus: Regenerative Energiequellen zur Stromerzeugung in Kalifornien, Öko-Institut, Freiburg 1987

Autor: KATALYSE Institut

Silikose

Die S. ist eine Staublungenerkrankung (Pneumokoniose) mit einer Bindegewebsneubildung.

Sie tritt als Folge der bindegewebsbildenden und bindegewebslösenden Wirkung der freien kristallinen Kieselsäure (SiO2) auf. Die S. kann auch als Folge der Einwirkung des Silikates Asbest (Asbestose) mit ähnlicher Wirkung auftreten. Zu unterscheiden sind die Quarzstaublunge (= reine S.) und die Mischstaublunge (= Misch-S.), v.a. der Kohlenbergarbeiter, der Eisenerzbergarbeiter (Siderose). Quarz ist häufig in mineralischen Mischstäuben enthalten, z.B. in Kohlenstaub und Talkum. Von der S. grundsätzlich zu unterscheiden sind die sog. Lungenverstaubungen mit einer mehr oder weniger reaktionslosen Staubeinlagerung in das Lungenzwischengewebe. Voraussetzung für die Entwicklung einer S. ist eine entsprechend lange Einwirkung einer ausreichenden Konzentration quarzhaltigen Staubes. Dieser Staub muss so fein sein, dass er bis in die Lungenbläschen vordringen kann. Mineralische Stoffe, welche freie kristalline Kieselsäure enthalten, werden im Bergbau, der Stein-, Kies- und Sandindustrie gewonnen. Ihre weitere Be- und Verarbeitung erfolgt in zahlreichen Industrie- und Gewerbezweigen; so z.B. in der keramischen, der Eisen- und Stahlindustrie, im Baugewerbe, in der feinmechanischen und elektrotechnischen sowie der chemischen Industrie.
Die S. ist auch heute noch die häufigste aller Staublungenerkrankungen (Pneumokoniosen). Sie ist eine fortschreitende Erkrankung, die nicht heilbar ist. Sie zeigt sich zunächst durch Atemnot, Reizhusten, Stechen auf der Brust oder Rücken. Sie führt durch Überlastung des Herzens und Einschränkung von Atmung und Kreislauf zum Tod. Dieser Prozess kann Jahre dauern. Der Zeitraum zwischen Staubeinwirkung und Auftreten einer S. beträgt heute etwa 20 Jahre. Arbeitsplätze mit Einwirkung extrem hoher Quarzfeinstaubkonzentration (z.B. beim Behauen von Steinen, beim Sandstrahlen, beim Sägen feuerfester Steine sowie in der Scheuerpulverindustrie und im Stollenbau) können jedoch zu einer Früh-S. bzw. akuten S. führen, welche sich innerhalb von Monaten entwickelt und oftmals zum Tode führt. Eine gefährliche Komplikation der S. ist die aktive Lungentuberkulose, die sog. Silikotuberkulose. Etwa ein Zehntel der angezeigten S.-Fälle erkrankten auch an Tuberkulose. Beide Erkrankungen beeinflussen sich gegenseitig ungünstig. S. und Silikotuberkulose können zudem unter bestimmten Voraussetzungen zu Bronchialkrebs führen. Obwohl die S. und die Silikotuberkulose in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen sind, wurden 1987 noch insgesamt 2.997 Fälle angezeigt (vgl. 1955: 23.000 angezeigte Fälle) und standen mit 18% an zweiter Stelle der erstmals entschädigten Berufskrankheiten (nach der Lärmschwerhörigkeit mit 27%). S. ist die am häufigsten auftretende Staublungenerkrankung unter den Berufskrankheiten. Die mittleren Gesamtkosten einer S.-Erkrankung werden mit etwa 250.000 DM beziffert. MAK-Wert für Quarzfeinstaub (Cristobalit, Tridymit): 0,15 mg/m3, für quarzhaltigen Feinstaub (1-4% Gewichtsanteile Quarz): 4 mg/m3.
Bergbau

Autor: KATALYSE Institut

Silikate

Artenreichste Klasse der Minerale, geologisch und technisch sehr wichtig.

Ca. 95% der obersten Erdkruste besteht aus Quarz und S.. S. sind Salze der Kieselsäuren, i.a. in Wasser unlöslich, mit Ausnahme der Natrium- und Kalium-S., die durch Schmelzen von Siliciumdioxid mit Soda, Ätznatron, Kaliumcarbonat oder Ätzkali (Natriumhydroxid) hergestellt werden können. Sie sind dann glasig erstarrt und werden wegen ihrer Wasserunlöslichkeit Wasserglas genannt. Wasserglas ist alkalischer Bestandteil von Klebstoffen, Glastinten, Farbaufstrichen und Flammschutzaufstrich, wird außerdem zur Konservierung von Eiern verwendet. Kristalline S., die Alkali-, Erdalkali- und andere Metalle, insb. Aluminium enthalten, bilden wesentliche Bestandteile der Gesteine. Zu den S. gehören auch Kunstprodukte und keramische Massen wie Glas, Porzellan, Tonwaren, Steinzeug, Emaille, Zement; viele davon sind weniger gut kristallisiert oder vollkommen glasartig. Das S. Zeolith A (Handelsname Sasil) wird in Waschmitteln als Ersatzstoff für Phosphat (Phosphatersatzstoffe) verwendet.

Autor: KATALYSE Institut

Siderose

siehe Eisenstaublunge

Autor: KATALYSE Institut

Shampoo

Vorwiegend Haarreinigungspräparate. Zunehmend erscheint der Begriff auch außerhalb der Kosmetik im Zusammenhang mit Produkten für die Autowäsche, bei Teppichreinigungs- und flüssigen Feinwaschmitteln für empfindliche Textilien (Waschmittel).

Anders als die ähnlich zusammengesetzten Duschbäder konkurrieren S. für die Haarwäsche praktisch nicht mit Seifen, weil die alkalische Seife bei der Haarwäsche nach heutiger Verbrauchererwartung eine saure Spülung notwendig macht. Die Produktion an Haarwaschmitteln ist in der alten BRD von 74.000 t (1988) auf 88.000 T (1990) angestiegen.
Bezüglich der human- und ökotoxikologischen Risiken sind S. wie Duschbäder einzuschätzen.
Eine tensidfreie, nicht schleimhautreizende Alternative zur Haarwäsche mit S. arbeitet mit adsorptiv wirkenden Mineralpulvern, die aufgeschlämmt als Packung angewandt werden. Größere Bedeutung hat in letzter Zeit die sog. Lavaerde (von lateinisch lavare = waschen) erlangt.

Autor: KATALYSE Institut

Sensitivitätsanalyse

Das Ergebnis von Beurteilungs- und Bewertungsverfahren wie Investitionsrechenverfahren, Kosten-Nutzen-Analyse, Nutzwertanalyse, Kostenwirksamkeitsanalyse, Produktlinienanalyse etc. ist häufig von einer Reihe von unsicheren oder nur äußerst schwer bestimmbaren Faktoren abhängig.

Aus diesem Grund wird häufig die S. angewandt, um die Empfindlichkeit eines Ergebnisses auf veränderte Randbedingungen zu testen. So kann eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bei der Annahme verschiedener Energiepreissteigerungen u.U. sehr unterschiedliche Ergebnisse ergeben.

Autor: KATALYSE Institut

Senfgas

siehe (Lost) Hautkampfstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Semipermeabel

(halbdurchlässig) S. Trennwände sind für Wasser und andere Lösungsmittel durchlässig, gelöste Teilchen werden jedoch zurückgehalten.

Diese Trennwände können aus gebranntem Ton, Pergamentpapier, Tierblasen oder künstlichen Membranen bestehen. S. Wände ermöglichen das Prinzip der Osmose.

Autor: KATALYSE Institut