Synökologie

Ökologische Betrachtungsweise, nach der im Gegensatz zur Autökologie insb. das gesamte Beziehungsgefüge und die herrschenden Wechselwirkungen einer Biozönose untersucht werden.

Hier sind im Gegensatz zur Autokölogie v.a. Freilanduntersuchungen erforderlich. Die S. befasst sich befurzugt mit den biologischen Umweltfaktoren.
Ökologie

Autor: KATALYSE Institut

Synergismus

Als S. wird das Zusammenwirken von unterschiedlichen Stoffen oder Einflußfaktoren bezeichnet, bei denen die Gesamtwirkung größer ist als die Summe der Einzelwirkungen.

Solche Effekte treten recht häufig auf und sind in den seltensten Fällen erforscht. U.a. ist die Festlegung von Grenzwerten aus diesem Grund meistens recht willkürlich. Synergetische Effekte treten z.B. beim Waldsterben auf.

Autor: KATALYSE Institut

Syndet

Abkürzender Begriff für synthetische Tenside (engl. synthetic detergent). Er ist im Deutschen kaum gebräuchlich, außer zur Abgrenzung von der echten Seife (Flüssigseife).

Diese wird im Bereich der Hand- und Körperreinigungsmittel zunehmend durch als "seifen-" oder "alkalifrei" bezeichnete flüssige Präparate oder feste Waschstücke auf S.-Basis verdrängt.

Flüssige S.-Präparate ähneln in ihrer Zusammensetzung den Duschbädern. Die pH-Werte dieser S.-Produkte werden z.B. mittels Milch- oder Citronensäure auf 5,5-7 eingestellt, was ein wesentlicher Unterschied zu den deutlich alkalischen Seifen (pH-Werte meist um 10 bei Feinseifen) ist. Die Werbung der Kosmetikindustrie bezeichnet ihre S.-Artikel hautverträglicher als Seifen, da sie angeblich den natürlichen "Säureschutzmantel" der Haut nicht angreifen. Es ist zwar richtig, dass die Erwachsenenhaut überwiegend einen leicht sauren pH-Wert hat (4,5-6,5), gerade aber die empfindlichsten Regionen im Anal- und Genitalbereich sowie unter den Achselhöhlen und die Säuglingshaut generell sind leicht alkalisch (7,5 - 8). Entscheidend ist nun, dass vom Hautprotein (Keratin) selbst drastische pH-Wert-Änderungen binnen Minuten abgepuffert werden können.
Das eigentliche Problem ist eher die Entfettungswirkung von Tensiden allgemein, die Austrocknung und Rauhigkeit der Haut zur Folge haben können. Hier wirken S. häufig massiver auf den schützenden Hydrolipidmantel ein als Seifen, weshalb sie mit Zusätzen an Rückfettern und Hautschutzstoffen verträglicher formuliert werden müssen. Problematisch für insb. vorgeschädigte Haut können die im Gegensatz zu den Seifen hier notwendigen Konservierungsstoffe sein. Stiftung Warentest sah bei einem Vergleichstest (1990) in Sachen Hautverträglichkeit keine Vorteile bei den wesentlich teureren S.-Stücken, die sich zudem schneller verbrauchten. Allenfalls bei fettender Problemhaut seien diese Produkte eher angebracht als Seifen. Ein Vorteil der S. ist ihre Unempfindlichkeit gegenüber der Wasserhärte, so dass die bei Seifenanwendung in hartem Wasser auftretenden Kalkseifenbeläge vermieden werden.

Autor: KATALYSE Institut

Suspension

Aufschwemmung; Verteilung kleiner Feststoffteilchen in Flüssigkeiten, die infolge der Schwerkraft allmählich zu Boden sinken.
Die Abtrennung der suspendierten Phase kann mit einer Zentrifuge erfolgen.
Suspendierte S.

Autor: KATALYSE Institut

Super-GAU

Größter Unfall in einer kerntechnischen Anlage (Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitungsanlage), der von den Sicherheitssystemen nicht mehr beherrschbar ist.

Im Gegensatz zum GAU, dem sog. Auslegestörfall, werden beim Super-Gau stets große Mengen radioaktiver Substanzen (Radioaktivität) in die Umgebung freigesetzt.
Unfallablauf und Folgen: GAU, Tschernobyl

Autor: KATALYSE Institut

Sulfonsäuren

S. sind Verbindungen des Schwefels und werden bei der Herstellung vieler Farbstoffe, Emulgatoren, Schädlingsbekämpfungs- und Arzneimittel als Katalysatoren verwendet. S. sind stark gewässerbelastend (Gewässerbelastung), teilweise schwer abbaubar (Abbau) und sind hauptsächlich in industriellen Abwässern enthalten.

Autor: KATALYSE Institut

Sukzession

Als Sukzession bezeichnet man die sich mit der Zeit auf einem gegebenen Areal einander ablösenden Lebensgemeinschaften von Organismen aufgrund allmählicher oder tiefgreifender Veränderungen der Existenzbedingungen in einem Biotop.

Die Umweltänderungen werden von den Organismen z.T. selbst verursacht (z.B. Anreicherung von abgestorbenen Pflanzenteilen bei der Verlandung eines Sees), deren Folgeorganismen der nächsten Sukzessions-Stufe als Umwelt dienen. Dieser Vorgang strebt einem Zustand, dem sog. ökologischen Gleichgewicht, entgegen, in dem die von den Pflanzen "erzeugten" Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zu den von den übrigen Lebewesen benötigten Nährstoffen stehen (die Primärproduktion entspricht dem Bedarf der Konsumenten).

Über eine primäre Sukzession, die Pionierphase und die folgenden Sukzession-Gesellschaften entwickelt sich schließlich ein stabiles Endstadium, das Klimaxstadium. Die Zeitdauer der Sukzession ist stark vom Medium des Ökosystems abhängig. Aquatische Ökosysteme sind schnellebig, sie erreichen die Klimaxphase oft in Jahresfrist. Dagegen beansprucht die Primär-Sukzession in terrestrischen Ökosystemen, etwa bei der Besiedlung von Lavafeldern, Moränen etc., viele tausend Jahre, bis der Klimaxzustand erreicht ist. Sekundär-Sukzession bezeichnen Wiederbesiedlungen von aufgelassenem Ackerland oder Kahlschlägen. Derartige Areale können in 100-200 Jahren wieder eine Klimaxgesellschaft werden.

Die Sukzession und damit das ökologische Gleichgewicht sind z.B. in Waldökosystemen durch den sauren Regen empfindlich gestört. Die natürliche Sukzession auf Kahlschlaggebieten kann nicht mehr erfolgen, da junge Pflanzentriebe aufgrund der Bodenversauerung (Auswaschung von Nährstoffen, Freisetzung von Schadstoffen, Schädigung der Feinwurzeln) im geschädigten Boden nicht mehr anwachsen können. Junge Baumtriebe müssen daher künstlich mit erheblichem Aufwand vorgezogen werden (Verjüngung, Waldsterben).
Graphik: Klimaxstadium einer Biozönose

Autor: KATALYSE Institut

Subsidiarität

S. ist ein allgemeines politisches Prinzip, das aber als solches v.a. im Rahmen der EG-Politik benannt wird.

Bei jeder Maßnahme, die die EG beschließt, muss entsprechend Artikel 130r Absatz 4 die jeweilige Aktionsebene (örtlich, regional, national, EG-weit, international) konkret bestimmt werden, auf der die Maßnahme in umweltpolitisches Handeln umgesetzt werden soll. Die Zuständigkeit der Gemeinschaft ist gegenüber der Aktionsebene grundsätzlich subsidiär (nachrangig). Umweltpolitisches Handeln muss immer vor Ort stattfinden, aber zugleich mit ortsübergreifenden, regionalen, nationalen und gemeinschaftsweiten Rahmenbedingungen verzahnt sein.

Autor: KATALYSE Institut

Styropor

siehe Polystyrol

Autor: KATALYSE Institut

Styrol-Butadien-Kautschuk

S. ist ein Copolymerisat aus 70-75% Butadien und 25-30% Styrol. S. wird in erster Linie zur Herstellung von Fußbodenbelägen (Synthese-Gummi-Beläge) verwendet.

Die Herstellung von S. ist mit Arbeitsschutzproblemen verbunden, da bei der Vulkanisation in Salzbädern Nitrosamine entstehen. Natur-Kautschuk wird oft mit S. gemischt. Der typische Gummigeruch wird von chemischen Substanzen verursacht, die meßtechnisch bisher noch nicht zu erfassen waren. Da Fußbodenbeläge aus S. langlebig und stark beanspruchbar sind, werden sie v.a. in U-Bahn-Stationen und Flughafenhallen verwendet. Eine Verwendung in anderen Bereichen ist problematisch, da die Vielfalt der Emissionen aus S. toxikologisch nicht einschätzbar ist.

Autor: KATALYSE Institut

Strontium

Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Symbol Sr, Ordnungszahl 38, Schmelzpunkt 768 Grad C, Siedepunkt 1380 Grad C, Dichte 2,67 g/cm3, unedles Metall, welches sich rasch mit dem Sauerstoff und der Feuchtigkeit der Luft verbindet.

S. gehört mit seinen radioaktiven (Radioaktivität) Isotopen Sr 89 und v.a. Sr 90 zu den gefährlichsten künstlichen Radionukliden. Physikalische Halbwertszeit 50,5 Tage bzw. 28,5 Jahre, die biologische Halbwertszeit ist mit 11 Jahren besonders lang.

Beide Isotope zerfallen unter Aussendung von Betastrahlung. Sr 89 und Sr 90 gelangen über Fallout von Atomwaffentests und Abgaben von Kernkraftwerken in die Umwelt. S. ähnelt chemisch dem Calcium und wird an dessen Stelle in die Knochensubstanz eingebaut. Über die Nahrungskette (z.B. Boden-Pflanze-Kuh-Mensch) reichert es sich in den Knochen an (Anreicherung) und bestrahlt die blutbildenden Organe (Knochenmark), was zu Immunsystemschwächungen führen kann.

Weitere mögliche Folgen sind Leukämie (Blutkrebs) und Knochenkrebs (Strahlenschäden, Tschernobyl). S. steht im Verdacht, die Sterblichkeit von Säuglingen zu erhöhen. Sr 90 zerfällt in das radioaktive Yttrium, das sich besonders in der Hirnanhangsdrüse, dem Pankreas und den Eierstöcken anreichert. Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) nimmt in der Steuerung des Hormonhaushalts eine zentrale Stellung ein, sie steuert Wachstum und Körperfunktionen. Schäden treten also insb. bei Embryos und Kleinkindern auf.

Lit.: P.Weish/E.Gruber: Radioaktivität und Umwelt, Stuttgart 1986

Autor: KATALYSE Institut

Streumittel

Man unterscheidet abstumpfende (Splitt, Granulat, Sand, Kies o.ä.) und auftauende S. (Streusalz, Harnstoff).

Bis in die 80er Jahre wurde in der BRD fast ausschließlich Streusalz als S. verwendet. Dies wird hauptsächlich aus Kochsalz (NaCl) oder einem Kochsalz-Kalziumchlorid-(NaCl-CaCl2)Gemisch hergestellt. Seinen Höhepunkt erreichte der Streusalzeinsatz in den strengen Wintern 1978/79 und 1980/81, als allein auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen 770.000 bzw. 776.000 t Streusalz gestreut wurden.
Der über Jahre hinweg hohe Streusalzeinsatz verursachte große Schäden an Pflanzen. Indirekt erfolgt eine Schädigung durch eine Änderung der Bodeneigenschaften (Bodenbelastung). Mit der Versalzung der Böden geht die Auswaschung von Nährstoffionen, die Verdichtung des Bodens und eine Erhöhung des pH-Werts einher. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme der Pflanze gestört. Eine direkte Schädigung erfolgt durch Kontakt mit dem Spritzwasser durch Wasserentzug im Wurzelbereich und einem Überangebot an Natrium und Chlorid. Folgen sind vorzeitiger Blattaustrieb, Blattnekrosen, vorzeitiger Laubabfall und letztendlich das Absterben der Pflanze. Besonders tausalzgefährdet sind Straßenbäume in den Städten.
Weitere Folgen des Einsatzes von Streusalz: Anreicherung des Grundwassers mit Chlorid durch Auswaschung des Bodens, Korrosionsschäden an Betonfahrbahnen, Betonbrücken und Kraftfahrzeugen (Autowäsche).
Hauptargument für eine weitere Streusalzverwendung war immer die Verkehrssicherheit. Studien in Berlin und Hamburg haben jedoch belegt, dass ohne Streusalz die Verkehrssicherheit im Winter nicht sinkt. Die Wirkung von Streusalz ist nur kurzfristig. Wenn zu tiefe Temperaturen herrschen, können gesalzte Flächen vereisen. Mittlerweile ist in ca. 80% aller Städte im alten Bundesgebiet der Einsatz von Streusalz verboten. Auf Straßen, wo ein Streusalzeinsatz unvermeidbar ist, kann der Verbrauch durch eine Verbesserung des Winterdienstes (besser dosierende Streufahrzeuge) verringert werden.
Umweltfreundlichere Alternativen zu Streusalz sind die abstumpfenden S.. Von ihnen geht keine Pflanzenschädigung aus. Ihr Nachteil liegt jedoch darin, dass sie Straßenmarkierungen aufreiben und der Verschleiß von
Auto- und Fahrradreifen verstärken (Abrieb). Zudem müssen sie nach jedem Winter von Straßen und Wegen aufgekehrt, von anhaftenden Schwermetallen, Ölen etc. gereinigt oder deponiert werden, damit sie nicht die Kanalisation verstopfen.
Da es das ideale S. nicht gibt, sollten Privatpersonen wie Kommunen sich Gedanken machen, wann und wo ein S.-Einsatz sinnvoll ist. Auf normalen Straßen und Gehwegen sollte nur mit abstumpfenden S. gestreut werden und nur in Ausnahmefällen oder potentiellen Gefahr- oder Unfallstellen (Steigungen, Kreuzungen, Treppen o.ä.) sparsam gesalzen werden.

 

Autor: KATALYSE Institut

Straßenverkehr

Der S. ist einer der Hauptverursacher der Kohlendioxid-Emissionen (CO2), welche zur globalen Klimaerwärmung beitragen und verursacht neben immer noch hohen Schadstoffemissionen auch erhebliche Lärmbelastungen.

Die CO2- Emissionen des Verkehrs stiegen von 1990 bis 1999 um 11 Prozent an, wobei allein im Straßenverkehr ein Zuwachs von 15 Prozent und dabei im Straßengüterverkehr um 47 Prozent zu verzeichnen war. Damit stieg der Anteil des Verkehrs an den gesamten nationalen CO2- Emissionen in diesem Zeitraum von 17 auf 21 Prozent.

Ähnlich wie bei den CO2-Emissionen ist die Entwicklung beim Verkehrslärm: Technische Minderungsmaßnahmen werden durch das zusätzliche Verkehrsaufkommen kompensiert. Laut einer Umfrage des UBA von 2020 zur Lärmbelästigung fühlen sich 76 Prozent vom Straßenverkehrslärm, 43 Prozent vom Flugverkehrslärm und 34 Prozent vom Schienenverkehrslärm belästigt (UBA 2022). Der Lärm kann zu körperlichen Stressreaktionen und langfristig zu Gesundheitsschäden führen.

Umweltfreundliches Mobilitätsverhalten heißt nicht nur mehr Klimaschutz, sondern auch mehr Lebensqualität - für alle, denn es gibt kaum jemanden, der nicht in der einen oder anderen Form unter dem zunehmendem Verkehrslärm leidet.

In den Diskussionen für und wider das Auto wird bisweilen mit widersprüchlichen Argumenten und gegensätzlichen Behauptungen gestritten. Der Ruf nach mehr Straßen und billigem Kraftstoff steht scheinbar unüberbrückbar der Forderung nach mehr Verkehrsbeschränkungen und weniger Autos gegenüber.

Literatur

UBA (2022) Umweltbewusstsein in Deutschland 2020. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Störfallkommission

1981 wurde vom Bundesminister des Innern die S. (SFK) mit Vertretern aus Industrie, Gewerkschaften, Bundesländern und Wissenschaft unter Führung des Umweltbundesamtes eingesetzt.

Aufgabe der S. ist es, die Sicherheit im Bereich der Anlagen, die der Störfallverordnung unterliegen, zu fördern. Dies geschieht durch die Bearbeitung aktueller und grundsätzlicher Sicherheitsprobleme sowie der Entwicklung von Methoden und Instrumentarien zur Erkennung und Bewertung von Gefahren, die durch Störfälle hervorgerufen werden können. Die S. erarbeitet Empfehlungen zum Stand der Sicherheitstechnik und Beispielesammlungen von Sicherheitsanalysen nach der Störfallverordnung, insb. auch durch Auswertung von Störfällen. Nach einer Serie von Betriebsstörungen im Herbst 1986 wurden die vier beteiligten Industrievertreter aus der S. ausgeschlossen, womit eine wichtige Informationsquelle der S. verlorenging, jedoch eine unabhängige Bewertung von Betriebsstörungen möglich wurde. Z.Z. wird an der Wiedereinberufung einer neu besetzten S. gearbeitet.

Autor: KATALYSE Institut

Stickoxide

Die Gase Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) werden unter dem Begriff NOx (Stickoxide) zusammengefasst.

Bei allen Verbrennungsvorgängen entstehen S. (NOx) als Verbindung zwischen dem Stickstoff der Luft und dem Sauerstoff, aber auch durch Oxidation von stickstoffhaltigen Verbindungen, die im Brennstoff enthalten sind. Insgesamt sind neun S. bekannt, drei der Formel NOx (x = 1,2,3) und sechs der Formel N2Ox (x = 1,2,3,4,5,6).

Stickstoffdioxid (NO2) ist ein rotbraunes, unangenehm riechendes Gas, das die Schleimhäute stark angreift. Es fällt als Zwischenprodukt bei der Salpetersäure-Herstellung an. Stickstoffmonoxid (NO) ist ein farbloses Gas, das an Luft sofort zu NO2 oxidiert wird. Je höher die Verbrennungstemperatur ist, desto höher ist die S.-Bildung.

Bei allen Verbrennungsvorgängen wird v. a. NO emittiert, das in der Luft weiter zu dem gesundheitsschädlicheren NO2 reagiert. Aus NO2 kann sich Salpetersäure bilden, die etwa zu einem Drittel an der Bildung des sauren Regens (Waldsterben) beteiligt ist. Unter Einwirkung von Sonnenlicht können S. zu gefährlichen Photooxidantien reagieren, zu denen das Ozon und das giftigere Peroxiacetylnitrat (PAN) gehört. Ozon ist Hauptbestandteil des im Sommer auftretenden Sommersmogs.

Der Kurzzeitgrenzwert für NO2 beträgt nach TA Luft 200 µg pro m3 Atemluft (Immissionsgrenzwerte). Wenn der Tagesmittelwert der NOx-Konzentrationen über 150 µg pro m3 Atemluft liegt, treten akute Erkrankungen der Atemorgane auf. Bei einer akuten Vergiftung mit S. kann sich ein Lungenödem ausbilden. Anzeichen einer chronischen Vergiftung sind Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Geschwüre der Schleimhäute.

1994 wurden in Deutschland über 2 Millionen Tonnen Stickoxide emittiert. V.a. in Städten sind die Stickstoffemissionen auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen: Gebäudeheizung, Gewerbe, Industrie und Kraftzeugverkehr, der zwischen 55 und 60 Prozent der Emissionen ausmacht. Trotz Einführung des Katalysators sind in den Städten die NOx-Konzentrationen nur im geringen Maße zurückgegangen. Jahresmittelwerte in Städten betragen 20-90 µg/m3 und in ländlichen Gegenden 8 µg/m3.

Als Mitverursacher von saurem Regen schädigen NOx Baustoffe, Metalle, Kunststoffe, Vegetation, Böden und Gewässer (höhere Nitratwerte). Stickstoffdioxid ist ein starkes Reizgas und wirkt auf Schleimhäute, Atemwege und beeinträchtigt die Lungenfunktion. Reversible Effekte treten bei Expositionen von 30 Minuten gegenüber Werten von ca. 500 µg/m3 auf. Bei höheren Konzentrationen können Veränderungen des Lungengewebes auftreten und das Bakterienabwehrsystem der Lungen schädigen. Chronische Effekte sind aber auch bereits bei niedrigen Konzentrationen zu erwarten.

Autor: KATALYSE Institut

Stickoxidabscheidung

Die Abscheidung von Stickoxiden aus dem Rauchgas erfolgt mittels einer Rauchgasentstickungsanlage.

Autor: KATALYSE Institut

Sterilisation

Unter S. versteht man das irreversible Inaktivieren aller vermehrungsfähiger Mikroorganismen.

Die pysikalischen S.-Methoden sind Ausglühen, Abflammen, trockene Hitze, gespannter Dampf, fraktionierte S., Tyudallisation (mehrmaliges Erhitzen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen), UV-Strahlung und ionisierende Strahlung.
Chemische Verfahren: Ozon, Ozonierung, Chlorung

Autor: KATALYSE Institut

Steinwolle

siehe Mineralwolle

Autor: KATALYSE Institut

Steinkohlenteer

Gemisch aus Tausenden von Einzelsubstanzen, das bei der Koksgewinnung (Kokerei) anfällt.

Verwendung fand S. z.B. im Bautenschutz (Holzschutzmittel) und als Dachpappenmaterial. S. enthält zahlreiche giftige und umweltgefährdende Substanzen, z.B. polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (krebserzeugend). S. zählt zu den krebserzeugenden Stoffen. Der Einsatz von S. ist heute stark eingeschränkt (Teerölverordnung).
Teer, S.-Öl: Teeröl

Autor: KATALYSE Institut

Steinkohle

S. (Kohle) ist ein fossiler Brennstoff. Wegen ihres höheren Alters liegt sie meist tiefer als Braunkohle und muss unter Tage abgebaut werden (Fördertiefen heute bis zu 1.200 m).

S. hat einen Anteil von 16% (1990) am Primärenergieverbrauch (Energie) Deutschlands, wo große Energiereserven an S. lagern. S. wird verwandt zur Stromerzeugung, als Koks (Kokerei) in der Eisenindustrie und als Brechkoks und Eierkohle zur

Hausfeuerung (Heizung, Ofenheizung).
Zur Stützung der gegenüber Importkohle erheblich teureren deutschen S. gibt es eine Reihe von Maßnahmen: Jahrhundertvertrag zwischen S.-Bergbau und Stromerzeugern, den Hüttenvertrag zwischen S.-Bergbau und Stahl-/Eisenindustrie, den Kohlepfennig im Strompreis, die Kohleimportkontingentierung und das Beheizen öffentlicher Gebäude mit S.. Allein zwischen 1988 und 1990 wurden aus dem Bundeshaushalt rd. 25 Mrd DM Zuschüsse an den deutschen S.-Bergbau gezahlt. Die derzeitge Förderung von 70 Mio t/Jahr soll bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter 55 Mio t/Jahr verringert werden. Derzeit sind 130.000 Bergleute im S.-Bergbau beschäftigt.
Umweltbelastungen durch S.-Nutzung treten auf beim Abbau: Im Ruhrgebiet, in dem 80% der deutschen S. gefördert werden, führt die Aushöhlung der Erde zu großflächigen Bodenabsenkungen um bis zu 20 m. Sie werden dadurch begünstigt, dass der anfallende Abraum heute praktisch nicht mehr zurück unter Tage gebracht, sondern oberirdisch auf riesigen Halden gelagert wird. Absenkungen treten verstärkt unter bebautem Gebiet auf und führen zu Gebäudeschäden.
In Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel führen Absenkungen zur Verpolderung (Poldergebiete): Da kein natürlicher Wasserabfluß mehr stattfindet, muss das Grundwasser, um ein Versumpfen zu verhindern, abgepumpt oder in künstlichen, tief liegenden Vorflutern (Abwasserkanälen) abgeführt werden. Beides entzieht der Trinkwasserversorgung das Grundwasser. Das aus den Gruben abgepumpte Grundwasser ist stark salzhaltig. Seine Einleitung in den Ruhrgebietsfluß Lippe z.B. macht diesen für die Trinkwassergewinnung ungeeignet. Das früher hohe Risiko der Bergarbeiter, an Staublunge, Tuberkulose und Lungenkrebs zu erkranken, konnte durch Verminderung der Staubkonzentration und Automatisierung unter Tage stark reduziert werden. Große Umweltbelastungen treten bei der Verbrennung von S. in Kohlekraftwerken auf, insb. werden große Mengen Schwefeldioxid, Stickoxide, Staub und Kohlendioxid emittiert.
Kohlekraftwerk, Kokerei, Kohleumwandlung, Fernwärme, Schmelzfeuerung, Wirbelschichtfeuerung, Großfeuerungsanlagen-Verordnung, Kohle

Autor: KATALYSE Institut

Stahlindustrie

S. wird auch als sogenannte Hüttenindustrie bezeichnet. Bei der Herstellung von Eisen und Stahl sowie anderer Metalle und Legierungen u.a. unter Einsatz von Röst-, Sinter-, Schmelz- Reduktions- und Raffinationsanlagen sowie zahlreicher Nebenanlagen werden in großem Ausmaß Staub mit teilweise toxischen Stoffen wie Schwermetallen, gasförmigen Stoffen wie Kohlenmonoxid, Schwefeldioxide, Stickoxide und Halogene freigesetzt.

Bei der Herstellung von Eisen und Stahl sowie anderer Metalle und Legierungen u.a. unter Einsatz von Röst-, Sinter-, Schmelz- Reduktions- und Raffinationsanlagen sowie zahlreicher Nebenanlagen werden in großem Ausmaß Staub mit teilweise toxischen Stoffen wie Schwermetallen, gasförmigen Stoffen wie Kohlenmonoxid, Schwefeldioxide, Stickoxide und Halogene freigesetzt.

Aufgrund der bedeutenden Umweltbelastungen wurde die Emissionssituation der S. in den letzten Jahrzehnten durch Verfahrensumstellungen sowie Abgaserfassungs- und –Reinigungseinrichtungen deutlich verbessert.
Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes (UBA) konnten allein die Staubemissionen bei der Rohstahlerzeugung von etwa 75.000 Tonnen im Jahr 1970 auf rund 10.000 Tonnen im Jahr 1986 gesenkt werden.

Waren 1965 noch 242.000 Beschäftigte in der Stahlindustrie so ist die Zahl der Beschäftigten Ende 2001 auf 72.000 gesunken; weitere Tendenz fallend.

Autor: KATALYSE Institut

Stadtflucht

S. ist die Bezeichnung für die Abwanderung der großstädtischen Bevölkerung in das Umland, i.d.R. in das stadtnahe Umland.

S. und zunehmende

Urbanisierung stehen nur scheinbar im Widerspruch zueinander. Vielmehr folgt aus der S. oft die Verstädterung des stadtnahen Umlands.
Wesentliche Ursachen sind die negativen Begleiterscheinungen wirtschaftlicher Konzentrationsprozesse in den Städten, insb. die Minderung der Umweltqualität (Lärm, Straßenverkehr, Stadtklima) sowie die zunehmende Diskrepanz zwischen den Wohnansprüchen und den Wohnverhältnissen in der Stadt.
Neben den durch die Abwanderung entstehenden sozialen Schwierigkeiten (z.B. Konzentration sozial Schwacher in schlechten Wohngebieten) ist der durch die zunehmende Trennung von Wohnung und Arbeitsplatz vermehrt auftretende Berufsverkehr problematisch, wobei die Pendler vorwiegend mit dem
Auto fahren. Dies führt wiederum zu einer Verschlechterung der Verkehrsverhältnisse in den Städten und zu weiteren Umweltbelastungen (Straßenverkehr).
Zusätzlich bedingt S. die Zersiedelung der Landschaft, die Verstädterung und den Verlust der Erholungsfunktion des stadtnahen Umlandes und trägt maßgeblich zum Flächenverbrauch bei (Flächennutzung).
Durch den Bund und die Länder werden den Städten und Gemeinden zahlreiche Möglichkeiten, die S. aufzuhalten, zur Verfügung gestellt. Maßnahmen zur Minderung der Umweltbelastung im Wohnumfeld, die in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinden fallen, sind u.a. die Verkehrsberuhigung, die Auslagerung störender Gewerbebetriebe, Gemengelagen und Lärmschutzbauten. Des weiteren sind verkehrsplanerische Maßnahmen wie Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, Erleichterung des Fußgänger- und Radverkehrs (Fahrrad) sowie die Anlage von Grün- und Freiflächen möglich.
Flächennutzung, Freizeit und Umwelt

Autor: KATALYSE Institut