Bagassosis

Allergische Staublungenerkrankung mit evtl. tödlichem Ausgang durch berufliche Einatmung von Zuckerrohrrückständen (frz.: Bagasse), die mit Actinomyceten (Strahlenpilze) kontaminiert sind.

Siehe auch: Farmer-Lunge, Berufskrankheiten

Autor: KATALYSE Institut

Biodiesel

In einer Ökobilanz des ifeu-Institutes (2003) wurde nachgewiesen, dass beim Einsatz von einem Liter B. 2,2 Kilogramm Treibhausgase eingespart werden. Für die Handhabung des Produktes Biodiesel sprechen seine gute biologische Abbaubarkeit und die daraus resultierende niedrige Wassergefährdung.

Nach der Einführung einer Vornorm galt in Deutschland seit 1997 die E DIN 51606 für die Definition der Eigenschaften von Biodiesel. Sie hatte seinerzeit zwar den Status eines Normentwurfs, war jedoch voll gültig und stellte die technische Grundlage für nahezu alle Freigaben der Fahrzeughersteller dar.
Im November 2003 wurde die bisherige Norm durch die europäische Norm EN 14214 - in Deutschland entsprechend DIN EN 14214 - abgelöst. Diese Norm ist in einigen Parametern strenger als die bisherige und enthält außerdem zusätzliche Anforderungen. Die DIN EN 14214 ist in Bezug auf Biodiesel die technische Grundlage der novellierten Kraftstoff-Qualitäts- und Kennzeichnungsverordnung (10. BImSchV).
B. darf als Kraftstoff nur entsprechend der Kennwerte der DIN EN 14214 angeboten werden. B. wird daher an den Tanksäulen ausdrücklich durch einen Aufkleber nach der aktuellen Norm ausgezeichnet.
Die Biodiesel-Norm fordert eine Kältefestigkeit von -20 °C. Dieser Wert wird - ähnlich wie bei Mineralöldiesel - durch Zugabe von Additiven bei der Herstellung erreicht. Fachleute empfehlen daher nach der Umstellung auf Biodiesel nach zwei bis drei Tankfüllungen das Kraftstofffilter außerhalb der üblichen Revisionsfristen zu wechseln, um den Filterversatz durch Altablagerungen zu verhindern. Normgerechter Biodiesel selbst führt nicht zum vorzeitigen Filterverschluss.
Aufgrund des niedrigeren spezifischen Energiegehaltes von Biodiesel ist ein Mehrverbrauch zu erwarten. Dieser fällt jedoch im praktischen Betrieb wesentlich niedriger aus als die formale Rechnung ergibt, da andere günstige Kennwerte des Biodiesel einen effizienteren Motorbetrieb gestatten. In Flottenversuchen wurden Mehrverbräuche von 0 bis 5 Prozent gegenüber dem Einsatz von Dieselkraftstoff ermittelt.
Die Qualifikation zum Thema Biodiesel in den Werkstätten vor Ort sehr unterschiedlich. Manchmal drängt sich auch der Eindruck auf, dass technische oder Verschleißprobleme vorsorglich auf den Biodiesel-Einsatz "abgeladen" werden, ohne dass ein Zusammenhang wirklich nachgewiesen wird. Der Kunde ist immer gut beraten, wenn er den Nachweis führen kann, stets qualitätsgesicherte Ware bezogen und benutzt zu haben.
Biodiesel darf ausschließlich in den dafür vom Hersteller ausdrücklich freigegebenen Fahrzeugen eingesetzt werden. Es ist eine Verpflichtung des Fahrzeughalters, sich dementsprechend sachkundig zu machen. Wird ein Fahrzeug (z.B. PKW, LKW, Schlepper) mit Biodiesel betrieben, ohne dass diese Verwendung in der Betriebsanleitung als zugesicherte Eigenschaft beschrieben ist, haften der Fahrzeughersteller bzw. Händler nicht für eventuell auftretende Schäden.

Autor: KATALYSE Institut

Baumwolle

Baumwolle ist ein einjähriger, meist bis zu 1,2 Meter hoch kultivierter Busch mit dichter basaler Verzweigung und langgestielten, behaarten, 3 bis 7-lappigen Blättern und kurzgestielten, in den Blattachseln sitzenden Blüten.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Gossypium sp.
  • Herkunft: Mittelasien oder Südafrika
  • Klimaansprüche: Wärme, Sonne und mindestens 180-200 frostfreie Tage sowie 800 bis 1000 mm Niederschlag
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: vor Beginn der Regenzeit in den Tropen; 1 bis 3 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 60 kg/Hektar, Phosphat: 40 kg/Hektar, Kalium: 50 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rhizoctonia, Sclerotium, Rhizopus; Schädlinge: Baumwollkapselkäfer, Kapselwurm, Baumwollwurm, Milben, Baumwollblattlaus, Zwergzikaden; Viren: Kräuselvirus; Sonstige: Wurzelgallenälchen
  • Ernte: Pflücken der Samenhaare nach Aufspringen der Kapsel; maschinell oder manuell
  • Ertrag: 1,5 bis 3,5 kg/Hektar Fasern
  • Qualitätsmerkmale: Faserlänge und -gehalt, Ölgehalt und -ausbeute
  • Besonderheiten: Hohes Wärme- und Feuchtebedürfnis

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Basilikum

Basilikum ist eine stark verzweigte, 50 cm hohe Pflanze mit großen, gestielten, eiförmigen, gesägten Blättern und weißen Lippenblüten.

  • Systematik: Familie: Lamiaceae (Lippenblütler), Art: Ocimum basilikum
  • Herkunft: Vorderindien
  • Klimaansprüche: tropisch bis gemäßigt
  • Anbausystem: einjähriger Anbau bei mehrmaliger Ernte
  • Aussaat: Vorkultur; Direktsaat oder Pflanzung; 10 bis 16 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 100 kg /Hektar in Teilgaben, Kalium: 120 kg/Hektar, Phosphat: 70 kg/Hektar; hoher Nährstoffbedarf, überhöhte Phosphatgaben mindern den Ölertrag
  • Pflanzenschutz: Pilze: Grauschimmel, Blattflecken; Schädlinge: Eulenraupen, Wiesenwanzen; Viren: Luzernemosaikvirus; Sonstige: Schnecken, Kleeseide
  • Ernte: 7 bis 8 Wochen nach der Pflanzung bei Blühbeginn, maschinell; Sproß und Blätter: für Pharmazie und Gewürz
  • Ertrag: Kraut: 12 bis 18 Tonnen/Hektar, 15 bis 30 Tonnen/Hektar Droge
  • Saatgut: 80 bis 100 kg/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: hoher Gehalt an ätherischem Öl
  • Besonderheiten: druckempfindliches Erntegut
  • Wirkspektrum: Verdauungsprobleme, Koliken, Blähungen, Magenkrämpfe, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Epilepsie und Migräne

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Baldrian

Baldrian ist eine ausdauernde formenreiche Pflanze von 50-180 cm Höhe mit lanzettlichen gefiederten Blättern und rötlichen endständigen, rispigen Schirmdoldenblüten.

  • Systematik: Familie: Valerianaceae (Baldriangewächse), Arten: Valeriana officinalis (Gemeiner Baldrian) und Valeriana wallichii (Asiatischer Baldrian)
  • Herkunft: heimisch
  • Klimaansprüche: gemäßigt; Mindestniederschlag: 650 mm/Jahr
  • Anbausystem: ein- und/oder zweijähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur ab Mitte Februar; Saat August bis April; 6 bis 10 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei einer Tonne Trockensubstanz:
    Blätter: Stickstoff: 23 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 34 kg/Hektar, Calcium: 30 kg/Hektar; Wurzeln: Stickstoff: 18 kg/Hektar, Phosphat: 2 kg/Hektar, Kalium: 21 kg/Hektar, Calcium: 6 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Mehltau, Falscher Mehltau, Verticillium-Welke
  • Schädlinge: Blattläuse, Thripse
  • Ernte: im Herbst bis Anfang November oder Frühjahr
    maschinell---> Rhizom mit Wurzel für die Pharmazie und Blätter als Futtermittelzusatz
  • Ertrag: Wurzeln, Rhizom: 10 bis 20 Tonnen/Hektar, 2 bis 5 Tonnen/Hektar Droge
  • Qualitätsmerkmale: feine Wurzeln, da Wirkstofflokalisierung in der Wurzelrinde;
    Gehalt an ätherischen Ölen und Valpotriate
  • Wirkspektrum: beruhigend, Steigerung der Konzentrationsleistung

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Bakterizide

Chemische Mittel zur Abtötung von Bakterien.

siehe Desinfektionsmittel, Antibiotika, Pflanzenschutzmittel

Autor: KATALYSE Institut

Butter

Lange Zeit waren Bauern die B.-Produzenten. Man schöpfte von der Milchoberfläche den Rahm ab und ließ ihn stehen, bis er mit Hilfe allgemein verbreiteter Milchsäurebakterien sauer wurde.

Zum Buttern schlug man den sauren Rahm in zylindrischen B.-fässern mit einem Stampfer, bis ein gewisser Anteil der Öltröpfchen zerschlagen war und zusammenfließen konnte. Die so durch Phasenumkehr entstandenen B.-körner wurden gewaschen und abgepresst. Erst Ende des 19. Jahrhunderts konnte die B.-produktion entscheidend rationalisiert und verbessert werden. Erste große B.-fabriken entstanden Mitte des 20. Jahrhunderts. Weltweit übersteigt die B._produktion heute 8 Mill. Tonnen im Jahr. Als Lebensmittel spielt B. vor allem in Europa und den USA eine wichtige Rolle; in Deutschland entfallen knapp 25 Prozent des gesamten Nahrungsfett-Verbrauchs auf B.

Gesetzliches: Die EU-Streichfettverordnung und die deutsche B.-verordnung definieren den Begriff B. und ihre verschiedenen Sorten genau. B. wird nur aus Milch von Kühen oder daraus gewonnener Sahne (Rahm) oder Molkensahne (Molkenrahm) hergestellt, nicht weniger als 82 Prozent Fett und nicht mehr als 16 Prozent Wasser enthalten darf.

B.-sorten:

  • Sauerrahmbutter: Butter, die aus mikrobiell gesäuerter Milch, Sahne (Rahm) oder Molkensahne (Molkenrahm) hergstellt ist und deren pH-Wert im Serum 5,1 nicht überschreitet
  • Süßrahmbutter: Butter, die aus nicht gesäuerter Milch, Sahne (Rahm) oder Molkensahne (Molkenrahm) hergestellt ist, der auch nach der Butterung keine Milchsäurebakterienkulturen zugesetzt wurden und deren pH-Wert im Serum 6,4 nicht unterschreitet
  • Mildgesäuerte Butter: Butter, die weder der Definition für Sauerrahmbutter noch der für Süßrahmbutter entspricht und deren pH-Wert im Serum unter 6,4 liegt.

Nur Molkereien oder Milcherzeugungsbetriebe dürfen B. herstellen, wobei eine Molkerei pro Tag im Jahresdurchschnitt mindestens 500 Liter Milch, die entsprechende Menge Sahne oder Quark be- oder verarbeiten muss.

Zur B.-herstellung verschiedene Verfahren. Zunächst wird die Rohmilch gefiltert und pasteurisiert, d.h. 30-40 sec auf 71-74 Grad C erwärmt, wodurch die meisten Keime abgetötet werden. Durch Zentrifugieren bei 40 Grad C mit etwa 6.000 Umdrehungen pro Minute wird der Rahm mit einem Fettgehalt von 45-50 Prozent von der Milch abgetrennt. Der Rahm wird dann bei 92-94 Grad C pasteurisiert und so haltbar gemacht. Je nach dem weiteren Verfahren unterscheidet man - wie oben beschrieben - Sauerrahmb., Süßrahmb. oder mildgesäuerte B..

Um ein Kilogramm B. herzustellen, benötigt man 25 Liter Rohmilch. Je nach Fütterung der Tiere, die je nach Jahreszeit differiert, schwankt auch die Zusammensetzung des Milchfettes und der Vitamingehalt, der in Sommerb. erheblich höher als in Winterb. ist. Um eine über das Jahr gleichbleibende Qualität der Butter zu garantieren, sind das Mischen von (harter) Winterbutter und (weicherer) Sommerb. und das Färben mit Beta-Carotin zulässig.

Die etwas weichere Konsistenz der Sommerb. hängt mit der Fütterung zusammen. Im Weidefutter im Sommer sind mehr ungesättigte Fettsäuren, die zu einem gewissen Teil im Pansen nicht zu gesättigten Fettsäuren (Stearinsäure) umgewandelt werden. Bekanntlich wird im Pansen der Kuh ein höherer Anteil der ungesättigten Fettsäuren, die über das Futter aufgenommen werden, zu gesättigten Fettsäuren und auch trans-Fettsäuren "gehärtet". Weil die Kuh mit einem solch' harten Körperfett "steif wie eine Kerze" und damit bewegungsunfähig wäre, werden Doppelbindungen in die entstehende Stearinsäure eingebaut, damit wieder flüssigere, ungesättigte Fettsäuren entstehen (Ölsäure, aber nur sehr wenig Linolsäure).

siehe auch Stichwort Fette

Quelle: Homepage des Margarine Instituts, Bonn

Autor: KATALYSE Institut

BSE

Am 17.Oktober 2001 wurde in Deutschland der 125 BSE-Fall gezählt. Bitte lesen Sie unter dem Stichwort "Bovine Spongioforme Enzephalopathie" weiter.

Autor: KATALYSE Institut

Broca-Index

Der Broca-Index ist ein, nach dem französischen Chirurgen und Anthropologen Pierre Broca (1824 bis 1880) benannter Index um das Normalgewicht zu berechnen.

Als Normalgewicht wird das Gewicht bezeichnet, bei dem ein Mensch weder unter- noch übergewichtig ist.

Das Broca-Normalgewicht wird, wie folgt berechnet:
Körpergröße in cm minus 100.
(Beispiel: 175 cm - 100 = 75 kg)

Der Broca-Index wird, wie folgt berechnet:
Körpergewicht dividiert durch Broca-Normalgewicht.
(Beispiel: 70 kg / 75 kg = 0,93)

Entspricht das Körpergewicht dem Normalgewicht, liegt der Broca-Index bei 1,0. Wünschenswert ist ein Index zwischen 0,85 und 1,0.

Neben dem Normalgewicht lässt sich mit dem Broca-Index das Idealgewicht wie folgt berechnen:
Bei Männern werden 10 Prozent, bei Frauen 15 Prozent vom Broca-Normalgewicht abgezogen.
(Beispiel (Mann): 75 kg - 11,25kg = 63,75 kg)

Nach früheren Vorstellungen war das Idealgewicht das Gewicht mit den geringsten Gesundheitsrisiken und der höchsten Lebenserwartung. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass das Gewicht, welches mit der höchsten Lebenserwartung korreliert, meist über dem Broca-Index liegt. Übergewicht liegt dann vor, wenn das Körpergewicht über zehn Prozent über dem Normalgewicht der Broca Formel liegt. Gesundheitsgefährdendes Übergewicht beginnt bei Überschreiten um 20 Prozent des Normalgewichts.

Kritisiert wird, dass der Broca Index vor allem bei kleinen Menschen ein zu niedriges, bei großen Menschen ein zu hohes Normal- bzw. Idealgewicht ergibt.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
KATALYSE: Das Ernährungsbuch. Köln 1989.
SPEKTRUM: Lexikon der Ernährung. Heidelberg 2001.

Autor: KATALYSE Institut

Bovine Spongioforme Enzephalopathie

BSE (auch als Rinderwahnsinn bekannt) trat erstmals 1985 in Großbritannien auf. Im Zeitraum 01.01.2001 bis 30.06.2005 wurden in Deutschland insgesamt 372 Fälle von BSE amtlich festgestellt.

BSE ist eine Erkrankung des Nervensystems, die durch infizierte Eiweißkörper ausgelöst wird. Aufgrund der langen Inkubationszeit (2-8 Jahre) ist es kaum möglich infizierte Rinder frühzeitig zu erkennen und auszusondern. BSE zählt zu einer Gruppe von Erkrankungen, die bei Schafen unter dem Namen Scrapie schon rund 200 Jahre bekannt ist. In Laborversuchen wurde bewiesen, dass auch Hamster, Mäuse und Schweine infiziert werden können.

Etwa ab 1985 trat in England eine bis dahin unbekannte Krankheit bei Rindern auf, deren Symptome denen von Scrapie bei Schafen sehr ähnelten. So bezeichnete der englische Tierarzt Colin Whitacker, der als erster mehrere BSE-Rinder untersucht hatte, die Krankheit der Kühe zunächst auch als Scrapie- ähnliches Syndrom. Die erkrankten Tiere waren ungewöhnlich aggressiv und schreckhaft und litten unter fortschreitendem Verlust der Koordination ihrer Gliedmaßen.
Die Untersuchung der Gehirne von erkrankten Tieren erbrachte eine schwammartige Zersetzung des Hirngewebes, ähnlich der beim Menschen bekannten, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK). Darüber hinaus wurden in den Gehirnen erkrankter Tiere auch massenhaft Eiweißablagerungen gefunden (sogenannte amyloide Plaques). Darin ähnelt die Hirnveränderung der neuen Variante der
CJK bei Menschen, die seit Anfang der 90er Jahre vor allem in Großbritannien vermehrt auftritt. Die neue Krankheit wurde wissenschaftlich BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie, schwammartige Hirnveränderung bei Rindern) und von den Medien; Rinderwahnsinn genannt.
In Großbritannien, dem Ausgangspunkt von BSE sind seit dem ersten Auftreten von 1985 mehr als 180.000 Rinder an der schwammartigen Gehirnveränderung erkrankt, in Irland 1453, in Portugal 974, in der Schweiz 458, und in Frankreich 968 Tiere (alle Angaben bis 2005).

Weitere Informationen zu BSE und seinen Hintergründen finden Sie im KATALYSE-Ratgeber: BSE und die Folgen, Verlag die Werkstatt, Göttingen 2001.

Autor: KATALYSE Institut

Botulinustoxin

Eines der gefährlichsten Bakteriengifte, hervorgerufen durch das Bakterium Clostridium botulinum.

Nach dem Genuß von verdorbenem Fleisch, Fisch oder Gemüsekonserven treten Vergiftungserscheinungen auf. Die Toxine sind nicht hitzebeständig

Autor: KATALYSE Institut

Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (auch als BMI, Quetelet-Index, Körpermassindex bezeichnet) ist heute das international anerkannte Maß zur Beurteilung des Körpergewichtes und des Ernährungsstatus.

Berechnet wird der Body-Mass-Index als Quotient aus Körpergewicht in Kilogramm und Quadrat der Körperlänge in Meter (kg/m2).
(Beispiel: 75 kg / (1,85m)2 = 21,91 BMI)

Der Body-Mass-Index-Normalwert liegt je nach Alter und Geschlecht zwischen 18,5 und 24,9. Unterhalb dieses Wertes ist von Unterernährung bzw. Untergewicht, oberhalb von Übergewicht bzw. Adipositas zu sprechen. Bei einem BMI von 16 besteht die Gefahr des Hungertodes. Die US-amerikanische National Academy of Sciences legt dagegen den Normbereich für den Body-Mass-Index für verschiedene Altersklassen fest: Bei einem Alter von 20-29 Jahren liegt der BMI zwischen 19 und 24, bei Personen über 65 Jahren zwischen 24 und 29.

Der Vorteil des BMI liegt in seiner nur geringen Beziehung zur Körpergröße und damit zum Körperbau. Dadurch wird im Gegensatz zum Broca-Index das Normalgewicht für kleine Personen nicht zu niedrig bzw. für große Personen nicht zu hoch angegeben. Der BMI steht in enger Beziehung zur Fettmasse des Körpers.

Quellen:
SPEKTRUM: Lexikon der Ernährung. Heidelberg 2001.
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.

Autor: KATALYSE Institut

Biotechnologie

B. ist die technische Nutzung lebender Organismen und ihrer Stoffwechselprodukte zur Produktion und Umwandlung von Substanzen.

Zur B. gehören Bereiche wie die Gentechnologie, Zellkulturtechnik, Fermentationstechnik sowie auch Techniken der Tier- und Pflanzenzucht.

Traditionelle Verfahren der B. sind z.B. die Brotsäuerung, die alkoholische Gärung und die Sauermilchherstellung, die als eine verfeinerte Nutzung von Naturvorgängen zu betrachten sind. In der modernen B. werden gezielt veränderte oder beschleunigte biologische Abläufe, die im Labor entwickelt und erprobt wurden, im großtechnischen Maßstab umgesetzt.

Die großtechnische Produktion mit Hilfe von Mikroorganismen wird heute in Bioreaktoren durchgeführt, die eine Größenordnung von ca. 150 m3 haben. B. findet auch in der Landwirtschaft sowie im Umweltschutz zur biologischen Abwasserreinigung, Abgasreinigung (Biofilter) Abfallbehandlung (Kompostierung, Biogas) und Beseitigung von Ölverschmutzungen (Tankerunfälle) Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Biotechnische Schädlingsbekämpfung

Im Unterschied zur biologischen Schädlingsbekämpfung erfolgt die B. mit Hilfe gentechnisch veränderter Pflanzen.

Gene für natürliche Abwehrsubstanzen von Bakterien, Insekten oder anderen Organismen werden dazu in Kulturpflanzen eingebaut, um ihre Resistenz gegen Schädlinge zu stärken. So wurde Tomaten z.B. das Gen des Bacillus thuringensis für ein Endotoxin eingepflanzt, welches bei Schmetterlingsraupen die Darmschleimhaut zersetzt.

Um die Resistenz gegen krankheitserregende Viren zu stärken, wurden Tomaten und Kartoffeln mit dem Gen für das Hüllprotein des Tabak-Mosaik-Virus ausgestattet, wodurch die Vermehrung des Virus gestört wird. In Deutschland wurden derartig veränderte Pflanzen bislang nicht zugelassen, in anderen EU-Ländern und den USA wurden sie jedoch schon zu Versuchszwecken freigesetzt.

Die Hoffnung, dass mit Hilfe der B. der Einsatz von Pestiziden verringert werden kann, steht entgegen, dass sich offensichtlich Resistenzen entwickeln und die Gefahren der Anwendung gentechnischer Pflanzen bisher immer noch weitgehend ungeklärt sind.

Autor: KATALYSE Institut

Biosiegel

Das Mitte 2001 eingeführte B. soll Transparenz und Klarheit auf dem Ökomarkt bei den Verbrauchern schaffen.

Allein in Deutschland gibt es über 100 Biomarken und Ökosiegel. Mit dem Biosiegel können alle Produkte ausgezeichnet werden, die nach den Standards der EU-Öko-Verordnung erzeugt wurden. Ausgezeichnet werden können nicht nur Öko-Lebensmittel deutscher, sondern auch ausländischer Herkunft soweit sie die Anforderungen der EU erfüllen.

Die neue Regelung soll in der Nutzung unbürokratischer und einfacher als das alte „Ökoprüfzeichen“ (ÖPZ) sein, das wegen der geringen Akzeptanz bei Lebensmittelhandel und Hersteller kaum Bedeutung am Markt erlangen konnte. Das Biosiegel soll in einer etwa einjährigen Übergangsfrist das ÖPZ ganz ablösen.

Bestehen bleiben dagegen die altbekannten Verbandszeichen und Marken von Demeter, Bioland, Naturland usw., die auch strengere Regelungen als die EU-Öko-Verordnung vorsehen.

Autor: KATALYSE Institut

Biosensoren

Meßelemente, bei denen eine physikalisch/chemisch arbeitende Komponente mit Nachweisfunktion mit einer biochemischen Komponente mit Selektionsfunktion gekoppelt ist.

Die physikalisch/chemische Komponente wird von Elementen gebildet, die optische Veränderungen, Temperaturveränderungen, Gasbildung oder elektrische Veränderungen wahrnimmt; die biochemische Komponente besteht aus Enzymen, Zellorganellen oder monoklonalen Antikörpern. Das biochemische Element bindet selektiv an eine Substanz, wobei Veränderungen auftreten, die auf den physikalisch/chemischen Sensor übertragen und von ihm in ein wahrnehmbares Signal umgesetzt werden. Somit brauchen keine Proben mehr genommen und chemisch aufgearbeitet zu werden. Einsatzgebiete: überall, wo eine verbesserte und schnellere Analytik benötigt wird, wie z.B. in der Schadstoffanalytik (z.B. Gewässerbelastung) und der Medizin. Mit Hilfe von B. können im menschlichen Blut z.B. Blutzucker- und Milchsäuregehalt kontinuierlich gemessen werden.
In der industriellen Produktion ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung mittels B. eine weitere Automatisierung. In Japan sind bereits B. im Handel, mit denen der Verbraucher die Frische von Fisch und Fleisch bestimmen kann.

Autor: KATALYSE Institut

Biophotonen

Nach F.A.Popp versteht man unter B. oder low-level-luminescence eine aus lebendem Gewebe austretende sehr schwache elektromagnetische Strahlung (Wellenlänge 200-800 nm, ca 100 Photonen pro s und cm2).

Die Intensität hängt vom Zustand des Gewebes ab, so erhöht sich z.B. die Anzahl abgestrahlter B. bei der Zellteilung. Es gibt Untersuchungen, nach denen das Spektrum der B. Aussagen über die Frische von Nahrungsmitteln zuläßt.

Autor: KATALYSE Institut

Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise

Dieses agrarwirtschaftliche System geht auf die theoretischen Grundlagen von Rudolf Steiner zurück und gehört zu den alternativen Landbauformen (Alternativer Landbau).

Bei der B. werden die notwendigen pflanzlichen Nährstoffe durch geschlossene Kreislaufprozesse im landwirtschaftlichen Betrieb zur Verfügung gestellt und auf synthetisch erzeugte Stickstoffdünger verzichtet. Gegen Unkräuter wird die mechanisch-biologische Bekämpfung, gegen Schadorganismen werden Mittel natürlicher Herkunft eingesetzt. Die B. nimmt innerhalb der alternativen Landwirtschaft eine Sonderstellung ein, die sich z.T. durch ihre Verankerung im anthroposophischen Gedankengut Rudolf Steiners erklärt

Neben naturwissenschaftlichen Erfahrungen spielen bei der B. auch geisteswissenschaftliche Erkenntnisse eine Rolle. Dazu gehört die "dynamische" Wirkung von Präparaten aus natürlichen, meist wirtschaftseigenen Substanzen (Hornkiesel, Schachtelhalmaufguß). In geringen Mengen aufgebracht, beeinflussen sie Stoffwechsel- und Wachstumsvorgänge der Pflanzen und bodenbiologische Vorgänge.

Eine wesentliche Rolle werden kosmischen Einflüssen wie der Mondphase und der Stellung des Mondes bei der Aussaat zugeschrieben, die im Zusammenhang mit Biorhythmen im Organismenreich stehen. Zwar gibt es einige Untersuchungen, die diese Annahmen stützen; eine naturwissenschaftlich gesehen eindeutige Erklärung des Phänomens steht allerdings aus.
1991 existierten ca. 1.000 Demeter-Betriebe (B.) mit einer Anbaufläche von 20.000 ha B. und Bioland bearbeiten zusammen den größten Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in den alten Bundesländern.

Dieses agrarwirtschaftliche System geht auf die theoretischen Grundlagen von Rudolf Steiner zurück und gehört zu den alternativen Landbauformen (Alternativer Landbau). Bei der B. werden die notwendigen pflanzlichen Nährstoffe durch geschlossene Kreislaufprozesse im landwirtschaftlichen Betrieb zur Verfügung gestellt und auf synthetisch erzeugte Stickstoffdünger verzichtet. Gegen Unkräuter wird die mechanisch-biologische Bekämpfung, gegen Schadorganismen werden Mittel natürlicher Herkunft eingesetzt.

Die B. nimmt innerhalb der alternativen Landwirtschaft eine Sonderstellung ein, die sich z.T. durch ihre Verankerung im anthroposophischen Gedankengut Rudolf Steiners erklärt. Neben naturwissenschaftlichen Erfahrungen spielen bei der B. auch geisteswissenschaftliche Erkenntnisse eine Rolle. Dazu gehört die "dynamische" Wirkung von Präparaten aus natürlichen, meist wirtschaftseigenen Substanzen (Hornkiesel, Schachtelhalmaufguß).

In geringen Mengen aufgebracht, beeinflussen sie Stoffwechsel- und Wachstumsvorgänge der Pflanzen und bodenbiologische Vorgänge. Eine wesentliche Rolle werden kosmischen Einflüssen wie der Mondphase und der Stellung des Mondes bei der Aussaat zugeschrieben, die im Zusammenhang mit Biorhythmen im Organismenreich stehen. Zwar gibt es einige Untersuchungen, die diese Annahmen stützen; eine naturwissenschaftlich gesehen eindeutige Erklärung des Phänomens steht allerdings aus.

1991 existierten ca. 1.000 Demeter-Betriebe (B.) mit einer Anbaufläche von 20.000 ha B. und Bioland bearbeiten zusammen den größten Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in den alten Bundesländern.

Autor: KATALYSE Institut

Bio-Kennzeichnungsverordnung

Europäische Regelungen zur Kennzeichnung von landwirtschaftlichen und verarbeiteten Produkten und des ökologischen Landbaus von 1991.

Siehe: EU-Bio-Kennzeichnungsverordnung

Autor: KATALYSE Institut

Batteriehaltung

B. ist die Form der Massentierhaltung bei Hühnern.

Die Haltung der Hühner erfolgt nach rein betriebstechnischen und arbeitswirtschaftlichen Überlegungen, wobei dem Bedürfnis des Tieres gerade so weit Rechnung getragen wird, daß es in einer an der normalen Lebenserwartung gemessen sehr kurzen Zeitspanne (ca. 14 Monate) ein Höchstmaß an Eiern produziert (ca. 280), in Dänemark sogar 380.

Die räumliche Enge (für jede Henne eine Fläche die, kleiner als ein DIN A4-Blatt ist) führt bei diesen "KZ-Hühnern" zu Verhaltensstörungen wie panikartigem Fluchtverhalten, Federpicken und ständiger Unruhe. Dazu kommen Krankheiten wie z.B. Störungen des Mineralstoffwechsels und Vergrößerung der Schilddrüse. Bei Käfigmasthähnchen kommt es zu generellen Skeletterkrankungen (brüchige Knochen).

Etwa 20% der Käfighühner sterben vorzeitig oder müssen notgeschlachtet werden. In Deutschland werden ca. 90 Prozent der Hühner in Batterien gehalten.

Weitere Probleme sind: Verstärkter Einsatz von Tierarzneimitteln (z.B. Chloramphenicol), Futterzusatzstoffen und die regionale Konzentration der Massentierhaltung (z.B. norddeutsche Landkreise Vechta und Oldenburg).

Ein Verbot der B. hätte eine ertragsmindernde betriebswirtschaftliche Umstellung (z.B. Bodenhaltung), höhere Kosten und damit höhere Preise sowie eine Qualitätsverbesserung der Eier zur Folge.

Nach 10jähriger Übergangsfrist sind Legebatterien in der Schweiz seit Anfang 1992 verboten. Die meisten Betriebe (99,3 Prozent) konnten in dieser Zeit auf andere, tierschutzgerechte Haltungsformen umstellen und es werden auch heute kaum mehr Eier in die Schweiz importiert wie vor der Umstellung.

Autor: KATALYSE Institut

Ballaststoffe

Ballaststoffe sind unverdauliche, nicht resorbierbare Bestandteile pflanzlicher Nahrung und liefern dem Körper somit keine Energie.

Ballaststoffe bestehen aus nicht verwertbaren Kohlenhydraten wie z.B. Zellulose und Rohfasern. Sie dienen den Pflanzen als Gerüstsubstanz der Zellstrukturen sowie als Füll- und Schutzmaterial. In tierischen Bestandteilen und Lebensmitteln kommen sie nicht vor.

Ballaststoffe werden nach ihrem Lösungsverhalten in wasserlösliche und -unlösliche Ballaststoffe, sowie nach ihrer Herkunft unterschieden. Zu den wasserlöslichen Ballaststoffe zählen u.a. Pektin und z.T. Hemizellulose. Wasserunlösliche Ballaststoffe wie z.B. Zellulose oder Lignin haben eine hohe Quellfähigkeit und bleiben als Partikel erhalten. Ihrer Herkunft nach werden sie in heimische, tropische und aquatische Ballaststoffe unterteilt. Die tropischen und aquatischen Ballaststoffe finden in isolierter Form, in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie Verwendung. Die heimischen Ballaststoffe, außer Lignin, bestehen überwiegend aus unterschiedlichen Polysachariden.

Die physiologischen Wirkungen sind bis heute nicht ganz geklärt, da Ballaststoffe nicht isoliert wirken, sondern in Verbindung mit der in der Nahrung enthaltenen Nährstoffen und Begleitstoffen.

Nachfolgend einige positive physiologische Wirkungen:

- Ballaststoffe regen die Darmperistaltik an und bewirken dadurch, dass der Speisebrei die einzelnen Darmabschnitte rascher durchlaufen kann.
Fäulnisprozesse werden somit verhindert. 

- Die bei der Fermentation entstehenden Fettsäuren und Gase machen den Stuhl weicher, was eine leichtere Darmentleerung bewirkt und der Bildung von Hämorrhoiden entgegenwirkt.

- Außerdem wird die Entstehung von Ausstülpungen, an der Wand des Dickdarms, verhindert und eine gesunde Darmflora gefördert.

- Ballaststoffe quellen nicht erst im Darm auf, sondern schon im Magen, damit hält das Sättigungsgefühl länger an.

- Durch ihre cholesterinsenkende Wirkung beugen Ballaststoffe der Entstehung von Herz- Kreislauferkrankungen vor.

- Ballaststoffe dienen der Erhaltung der Zähne.

- Durch Ballaststoffe wird der Glucose- und Cholesterinspiegel im Blut gesenkt.

In den letzten 100 Jahren ist die Ballaststoffzufuhr der Bevölkerung gesunken. Auffällig ist, dass sich der Verbrauch niedrig ausgemahlener Mehle zugunsten hochausgemahlener Mehle verschoben hat. Zwischen den Jahren 1880 bis 1990 hat sich der Verzehr von Getreideerzeugnissen um etwa 40 bis 60 Prozent, der Verzehr von Hülsenfrüchten um 90 Prozent reduziert. Im gleichen Zeitraum stieg der Verbrauch von isoliertem Zucker auf das Siebenfache, von Eiern auf das Fünffache und von Fleisch auf das Dreifache. Nach epidemiologischen Studien nimmt die Zufuhr um so mehr ab, je höher der materielle Wohlstand in einem Land ist. In Entwicklungsländern liegt die Zufuhr beispielsweise zwischen 40 und 140 Gramm, in Industrieländern zwischen 30 und 70 Gramm pro Person. In Deutschland lag die Ballaststoffzufuhr vor 100 Jahren bei 100 Gramm pro Person. Momentan beträgt die Zufuhr 19 Gramm. Ernährungsphysiologen empfehlen eine durchschnittliche Aufnahme von 30 bis 40 Gramm Ballaststoffe pro Tag.

Trotz einem niedrigen Energiegehalt haben Ballaststoffe eine gute Sättigungswirkung. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind Vollgetreideprodukte, Gemüse und Obst. Kostformen mit einem hohen Ballaststoffgehalt sind geeignet, die Ernährungsempfehlungen der DGE zu erfüllen, da Ballaststoffe eine hohe Nährstoffdichte für Vitamine und Mineralstoffe aufweisen.
Bestimmte Ballaststoffe aus der Nahrung werden von Darmbakterien zersetzt. Bei einer zu schnellen Umstellung auf Vollkornprodukte kann es zu unangenehmen Verträglichkeitserscheinungen oder Begleiterscheinungen wie Blähungen kommen.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
LEITZMANN, C.; MÄNNLE, T.; KOERBER, K.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1999.
http://petri-apotheke-olching.de/themen/gesund/ballast.htm

Autor: KATALYSE Institut

Babykost

Als B. wird industriell hergestellte (Halb-)Fertignahrung für Kleinkinder im 1. Lebensjahr bezeichnet.

Sie zeichnen sich durch ihre leichte Verdaulichkeit und Verwertbarkeit aus. B. unterliegt mit ihrer besonderen Beschaffenheit, Zusammensetzung und den Anforderungen von Reinheitsbestimmungen der Diät-Verordnung: max. 0,01 ppm Pestizidrückstände, max. 250 ppm Nitrat.

Lit.: KATALYSE: Kinderernährung, Köln 2002; Kiepenheuer & Witsch Köln

Autor: KATALYSE Institut

Brennwertkessel

Der B. stellt die modernste Heizkesseltechnologie für das Verbrennen von Erdöl bzw. Erdgas dar.

B. können zu Heizzwecken und zur Brauchwassererwärmung genutzt werden. B. verbrauchen deutlich weniger Energie und geben erheblich weniger Schadstoffe an die Umwelt ab als konventionelle Heizkessel.
Bei herkömmlichen Heizkesseln werden die Abgase mit Temperaturen von über 150 Grad C in den Schornstein abgeleitet. B. sind in der Lage, den Abgasen über einen zweiten Wärmetauscher einen großen Teil ihrer Wärme zu entziehen und für den Heizkreislauf nutzbar zu machen. Dabei wird auch der Wasserdampf, der als Verbrennungsprodukt in den Abgasen enthalten ist, so weit abgekühlt, daß er kondensiert und dabei zusätzliche Wärme (die sog. Kondensationwärme) freisetzt. Je niedriger die Rücklauftemperaturen der Heizung sind, desto mehr Abgaswärme wird genutzt. Deshalb erreichen B. ihren höchsten Wirkungsgrad mit niedrigen Vor- und Rücklauftemperaturen (Niedertemperatur-Heizsysteme).

Mit dem Begriff "Brennwert" bezeichnet man die gesamte Wärmemenge, die bei der Verbrennung entsteht, also auch die im Wasserdampf gebundene Wärme. Der sog. Heizwert ist der Brennwert abzüglich der Kondensationswärme des Wasserdampfes. Bei Gas macht diese Kondensationswärme 11% des Heizwertes aus (Öl: 6%).
Vorteile von B.: B. haben verglichen mit modernen, konventionellen Heizkesseln ein um 10-20% bessere Energieausnutzung. Bezogen auf den Heizwert liegen ihre Wirkungsgrade zwischen 105 und 110% (bei Gas). Zusammen mit dem Wasserdampf kondensieren auch die im Abgas befindlichen Schadstoffe, vor allem Stickoxide und Schwefeldioxid (bei Öl), und gelangen somit nicht in die Abluft. Dafür bilden sie mit dem kondensierten Wasser ein schwachsaures Kondensat, das bei Gas-B. unter 25 kW i.d.R. direkt ins Abwasser eingeleitet werden darf und durch die alkalischen Haushaltsabwässer (Wasch- und
Reinigungsmittel) weitgehend neutralisiert wird.

Bei größeren Gas-B. und bei Öl-B. (Bildung von schwefliger Säure) muß eine Neutralisationsbox vorgeschaltet werden. Damit der Schornstein nicht vom Kondensat angegriffen wird, muß er aus Edelstahl oder speziellen Kunststoffen bestehen. B. können auch im Dachgeschoß installiert werden. Während Gas-B. eine völlig ausgereifte Technologie darstellen, bestehen bei Öl-B. aufgrund ihres aggressiveren Kondensats zum Teil noch Korrosionsprobleme. In Deutschland werden B. von einzelnen Ländern und Städten bezuschußt, wodurch sie dann nur noch wenig teurer als konventionelle Kessel sind. In Holland und Frankreich sind Gas-B. bereits weit verbreitet. Inzwischen haben bundesweit alle Hersteller B. im Programm.

Siehe auch: Heizung

Autor: KATALYSE Institut