Weide

Die Weide ist eine Hochstrauch, der sich vegetativ über Stecklinge und Blätter vermehrt. Sie umfasst große Bäume wie die Silberweide bis hin zu kleinen Sträuchern. Größe und Blattform können durch äußere Einflüsse stark variieren. Weiden sind zweihäusige Pflanzen, die nur männliche oder nur weibliche Blüten besitzen.

    • Systematik: Familie: Salicaceae, Art: Salix viminalis (Korbweide)
    • Herkunft: Mitteleuropa
    • Klima: natürliches Vorkommen in Auen und an Flußufern, frostempfindlich; Vegetationszeit > 130 Tage, Temperatur in der Vegetationszeit > l3°C
  • Anbausystem: Umtriebszeit zwei bis vier Jahre, beste Wuchsleistung auf frisch feuchten, nährstoffreichen, sandigen Lehmen; Beikrautregulierung im Pflanzjahr mechanisch oder chemisch erforderlich
  • Pflanzung: Stecklinge werden im Frühjahr manuell oder mit Forst-Pflanzmaschine gepflanzt; 5.000 bis 7.000 Pflanzen pro Hektar,Reihenabstand 2,5 Meter, Abstand in der Reihe 0,6 Meter
  • Düngung: hoher Nährstoffbedarf, Stickstoffdüngung kann nach mehreren Umtrieben notwendig werden
  • Pflanzenschutz: bei hohem Wildbestand muss die Kultur mit Zaun (Kosten: ca. 1.200 Euro/Hektar) gegen Verbiss durch Rehwild geschützt werden.
  • Ernte und Ertrag: Ernte mit Mähhäcksler bei maximal 7 bis 8 cm Stockdurchmesser, 5 bis 10 Tonnen/Hektar Trockenmasse-Ertrag
  • Besonderheiten: hoher Massenzuwachs in kurzer Zeit und Erreichen eines hohen Bestockungsgrades.

Die meisten Weiden blühen sehr früh, bevor die Blätter voll entwickelt sind. Die Früchte der Weiden reifen im Mai bis Juli und bestehen aus zweiklappigen Kapseln mit zahlreichen Samen, die mit einem Haarschopf zur Windverbreitung ausgestattet sind. Weiden sind sommergrüne Gehölze mit wechselständigen, ungeteilten, inealischen, elliptischen, lanzettlichen oder eiförmigen Blättern. Sie sind mehr oder weniger anspruchslos und bodentolerant und gedeihen selbst noch auf nährstoffarmen Standorten, wenn diese nicht zu trocken sind. Keine andere Gehölzgruppe enthält so viele Arten mit völlig unterschiedlichen Wuchsformen. Die Gattungsform umfasst zwischen 300 und 500 Arten, die überwiegend in der nördlichen, kühleren und gemäßigten Zone vorkommen.

Bedeutung und Nutzung von Weiden
Weiden zeichnen sich besonders durch ein schnelles Wachstum, vegetative Vermehrbarkeit, leichtes Holz, Frostresistenz, gute Regenahrationsfähigkeit nach Beschädigung und dünne biegsame Ruten aus. Aus diesen Eigenschaften ergeben sich unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten:

(a) Weiden als Schutzpflanzungen

  • in Feldfluren verringern sie die Winderosion und erhöhen damit gleichzeitig die Erträge der Landwirtschaft,
  • tragen zur Verringerung der Luftverschmutzung und Lärmbelästigung sowie zur Verschönerung der Landschaft bei,
  • alle Gehölzpflanzungen erhöhen das biologische Potential der Landschaft und bieten zahlreichen Tierarten einen Lebensraum.

(b)Weiden als Ertragspflanzen

  • zur Gewinnung von lebendem Baumaterial für ingenieurbiologische Verbauungen,
  • Flecht- und Bindegut für den Wein- und Obstbau und für die Korbflechterei,
  • Rinde für die Gerberei, zur Arzneimittelherstellung, die Bienenzucht.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • BRUNS-PFLANZEN: Sortimentkatalog 2005/2006. k.A.
  • LAUTENSCHLAGER-FLEURY, D.; LAUTENSCHLAGER-FLEURY, E.: Die Weiden von Mittel- und Nordeuropa. Basel 1994
  • SCHIECHTL, H.: Weiden in der Praxis. Hannover 1992
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

 

Autor: KATALYSE Institut

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