Pilze

P. sind keine Pflanzen. Es sind Organismen, die ebenso wie die Pflanzen (Plantae) und Tiere (Animalia)zu einem eigenständigen Organismenreich zusammengefasst werden.

Folgende drei "Gemeinsamkeiten" sind vorhanden und werden fälschlicherweise oft als Argumente für eine Verwandtschaft zwischen Pflanzen und Pilzen herangezogen:

  • Zellen von Pflanzen und P. sind von einer Zellwand umgeben, tierische Zellen sind zellwandlos. Jedoch gibt es auch Zellwände bei Prokaryoten (Bakterien, Blaualgen), andererseits sind die Wände der drei genannten Organismengruppen (Reiche) molekular unterschiedlich (sie enthalten unterschiedliche Molekülklassen), und ihr Biosynthesemodus und die Art des Zellwachstums sind verschieden.
  • Bei Pflanzen und Pilzen kommt ein Generationswechsel vor, der der P. ähnelt dem mancher Rotalgen. Generationswechsel findet auch im Tierreich (z.B. bei Coelentheraten) statt. Außerdem ist bekannt, dass sich der "Generationswechsel" selbst im Pflanzenreich im Verlauf der Evolution mehrfach und unabhängig voneinander entwickelt hat.
  • Deutlicher sind die Unterschiede zwischen den beiden Reichen: Die unterschiedliche Ernährungsweise: Pflanzen können Lichtenergie nutzen und sind autotroph, d.h., ihre Existenz und ihr Wachstum sind (in der Regel) von den Aktivitäten anderer Lebewesen unabhängig.
    P. sind stets heterotroph; sie auf organisches Material angewiesen. Verwerter von totem organischem Material nennt man Saprophyten, jene, die lebende Zellen angreifen, Parasiten.

P. bestehen oft aus verzweigten Fäden (Hyphen), die zu einem Geflecht, dem Myzel, miteinander verwoben sind. Neben der geschlechtlichen kommt bei vielen P. auch eine ungeschlechtliche Form der Vermehrung vor. Bei ungünstigen Umweltbedingungen können sich einzelne Zellen, Zellgruppen oder auch das gesamte Myzel in Dauerformen umwandeln, die erst durch günstige Standortverhältnisse wieder zu neuem Wachstum angeregt werden.

Einige P. leben zusammen mit Algen in Symbiose. Diese Lebensgemeinschaften werden als Flechten bezeichnet. Mittel gegen Pilzbefall bezeichnet man als Fungizide (Pflanzenschutzmittel, Holzschutzmittel).

Als Schimmelpilze werden P. aus verschiedenen taxonomischen Gruppen zusammengefasst, die sehr schnell auf Lebensmitteln oder anderen organischen Substraten (Staub, Tapeten u.a.) ein watteartiges Myzel, den Schimmel, bilden.

Die meisten Schimmelpilze sind Nahrungsmittelverderber, einige wenige Arten (Aspergillus flavus) scheiden hochgiftige Mykotoxine aus. Schimmelpilze vermehren sich ungeschlechtlich durch Sporenbildung. Bei massivem Schimmelbefall von Nahrungsmitteln und in Gebäuden kann es zu beträchtlichen Sporenkonzentrationen in der Luft kommen. Bei sensibilisierten Personen kann das zu ernsten allergischen Reaktionen führen (Schimmelpilze in Gebäuden, Allergie).

Quelle: Thorsten Kraska: Plant Pathology Internet Guide Book; Institute for Plant Diseases, University of Bonn, Germany

Autor: KATALYSE Institut

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