UMPLIS

Zur umfassenden Dokumentation der Umweltdaten hat das Umweltbundesamt (UBA) das Umweltplanungs- Informationssystem U. entwickelt und aufgebaut.

U. vereinigt eine Vielzahl von Datenbanken, in denen Daten zu jeweils einem Themenschwerpunkt gesammelt und gespeichert werden. Die Umweltliteraturdatenbank ULIDAT sowie die Umweltforschungsdatenbank UFORDAT sind öffentlich zugänglich.

ULIDAT enthält Hinweise auf überwiegend deutschsprachige Umweltfachliteratur zu allen Sachgebieten. Die Datenbank UFORDAT enthält alle vom Bund finanzierten Forschungsprojekte.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltagentur, europäische

Nach 4jährigen Verhandlungen einigten sich die Umweltminister der EG-Mitgliedsstaaten 1990 auf die Gründung einer U., deren Aufgabe die Sammlung und Verbreitung von Umweltinformationen, die grenzüberschreitende Datenauswertung und die wissenschaftliche Beratung der EG-Kommission sein wird.

Weitere Aufgaben liegen in der Analyse und finanziellen Bewertung von Umweltschäden sowie in der Weiterführung des CORINE-Programms (EG-Programm zur Dokumentation von Umweltdaten). Weitergehende Befugnisse, für die das Europäische Parlament sich eingesetzt hatte, wie etwa die Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen bei EG-Projekten und die Überprüfung der Mitgliedsstaaten bei der Einhaltung von Umweltgesetzen, konnten gegenüber dem Ministerrat nicht durchgesetzt werden. Die U. wird der EG-Kommission direkt unterstellt sein und eng mit dem Parlament und dem Statistischen Amt der EG (EUROSTAT) zusammenarbeiten. Mit der Gründungsverordnug zur U. im Mai 1990 wurde ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz innerhalb der EG und zur Ausgestaltung der EG-Umweltpolitik vollzogen. Die Aufnahme der Arbeit scheitert allerdings bisher an Standortfragen. Frankreich hat die Klärung des Standortes der U. mit der Bedingung verknüpft, daß das Europäische Parlament in Straßburg verbleiben müsse, während andere Mitgliedsstaaten eine Verlegung des Parlaments nach Brüssel wünschen.
Neben der Verordnung über die U. schafft eine EG-Richtlinie zusätzliche Transparenz, die Bürgern und Umweltverbänden unabhängig vom Nachweis eines berechtigten Interesses den freien Zugang zu den behördlich verwalteten Umweltdaten in den Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft garantiert. Die 1990 vom Europäischen Rat beschlossene Richtlinie, nach der Bürgerinitiativen und Umweltschutzverbände ein "Umweltakteneinsichtsrecht" haben werden, ist bis 1992 in nationales Recht umzusetzen.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltaktionsprogramme der EG

1973 legte die EG-Kommission das 1. Aktionsprogramm für den Umweltschutz vor, das die umweltpolitischen Leitlinien für eine Dauer von 5 Jahren festlegte.

Das momentan gültige 4. Aktionsprogramm, mit einer Laufzeit von 1987-1992 gilt als die weitreichendste Konzeption transnationaler Umweltpolitik. Da der umweltpolitische Problemdruck jedoch weiterhin wächst, darf eine solche Konzeption bei der Umsetzung in die Praxis jedoch durchaus kritisch betrachtet werden. Mit dem 4. Aktionsprogramm soll nach Aussagen der EG-Kommission der Übergang zu einer vorbeugenden Umweltpolitik vollzogen werden.
Ein wichtiges Instrument für eine solche vorsorgende Umweltpolitik soll die Umweltverträglichkeitsprüfung sein. Daneben soll laut Beschluß des Ministerrates vom Mai 1990 eine umfassende Information über den Stand des Umweltschutzes durch die Errichtung einer europäischen Umweltagentur sowie eines Europäischen Umweltbeobachtungsnetzes möglich sein. Bis Ende 1991 bestand jedoch Unklarheit darüber, in welcher Stadt die Umweltagentur ihren Sitz haben soll.
Darüber hinaus stellt die EG-Kommission Finanzmittel für Investitionen zur Verbesserung bereit (Strukturfonds für die Landwirtschaft, oder Europäischer Fonds für regionale Entwicklung). Negativbeispiele aus Spanien zeigen jedoch, daß bei Projekten, die aus dem europoäischen Fonds zur Strukturentwicklung finanziert wurden, eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht stattgefunden hat.
Das 4. Aktionsprogramm wird Ende 1992 auslaufen. Die EG-Kommission erarbeitet derzeit das 5.Aktionsprogramm. Es soll sich von den vorgehenden Aktionsprogrammmen deutlich unterscheiden. Es ist vorgesehen, mit dem Programm einen wesentlichen Schritt in Richtung einer "nachhaltigen Entwicklung" zu tun, indem der Wert der Umwelt für das zukünftige wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben angemessen gewürdigt wird.
Zur Erreichung dieser Ziele sind folgende Instrumente vorgesehen: umweltorientierte Planung, Gesetzgebung, Information und Bildung sowie marktorientierte Instrumente (Steuern, Umweltzeichen).
Wesentliche Anstrengungen zur Verbesserung des Umweltschutzes sollen auf folgenden Feldern unternommen werden: Industriesektor, Energiesektor, Transportsektor, Landwirtschaft und Tourismus.
Bisher kann festgehalten werden, daß Ansätze und Instrumente der U. ungenügend sind, um auf die Zunahme der Umweltprobleme - auch durch die Vollendung des gemeinsamen EG-Binnenmarktes 1993 - angemessen zu reagieren.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltberatung

U. ist ein umweltpolitisches Instrument zur Beeinflussung des Lebens- und Konsumverhaltens privater Haushalte oder der Wirtschaftsweise von Institutionen und Betrieben hin zu einem ökologischen, umweltverträglicheren Handeln.

Daneben hat sie die Funktion einer Präventivmaßnahme zur Begrenzung von Umwelt- und Gesundheitsschäden. Durch die zunehmende Chemisierung des Alltags und dem gesteigerten Umweltbewußtsein der Verbraucher ist eine qualifizierte Verbraucheraufklärung und Beratung unerläßlich. Die U. "übersetzt" komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in eine allgemeinverständliche Sprache und hinterfragt sie kritisch. In Beratungssituationen werden hinsichtlich des Fachwissens und der Kompetenz die unterschiedlichsten Anforderungen an den Berater gestellt. Die Qualität der Beratung ist in starkem Maß von der persönlichen Eignung des Beraters zur Gesprächsführung abhängig. Fachwissen und methodisch-didaktische Fähigkeiten sind unerläßlich, um die U. nicht zu einer bloßen Informationsvermittlung zu reduzieren.
Angeboten wird U. derzeit hauptsächlich von Kommunen und Verbraucherzentralen (insb. in Nordrhein-Westfalen). Andere Träger sind Umweltverbände, Landeskirchen, die Industrie- und Handelskammer, Frauenverbände, diakonische Einrichtungen usw.
Methoden der U. sind insb.: Durchführung spezieller Aktionen (z.B. Wassersparen), telefonische Einzelberatungen, zielgruppenspezifische Beratungsangebote (z.B. Schulen, Kindergärten), Vorträge und Kurse mit Gruppen und Multiplikatoren und allgemeine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Eine zentrale Informationsstelle für Umweltberater in Deutschland fehlt bislang. Nur in Nordrhein-Westfalen wurde mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums eine Stabsstelle bei der Verbraucherzentrale eingerichtet. In den meisten Bundesländern existieren Landesverbände von Umweltberatern, ein Bundesverband für U. wurde 1989 gegründet. In Ostdeutschland laufen besondere, staatlich geförderte U.-Programme.
Abfallberatung

Autor: KATALYSE Institut

Ultraschall

Schall mit einer Frequenz oberhalb von 20.000Hz liegt außerhalb des Hörbereichs des Menschen.

Intensiver U. wird im technischen Bereich zur zerstörungsfreien Prüfung von Werkstoffen und Oberflächenreinigung benutzt. Im medizinischen Bereich wird U. zur Diagnostik sowie zur Zertrümmerung von Nierensteinen etc. verwandt. Die Diagnostik mit U. gilt als eine der schonendsten Diagnostik-Verfahren überhaupt.

Autor: KATALYSE Institut

Umkehrosmose

(Hyperfiltration) Die U. ist ein physikalisches Wasseraufbereitungsverfahren (Trinkwasseraufbereitung) zur Entsalzung.

Zur U. werden einseitig durchlässige Membranen verwendet, die wie ein Filter im Molekularbereich arbeiten. Wird eine wäßrige Lösung unter hohem Druck (größer als der osmotische Druck) durch eine solche Membran gepreßt, so bleibt der Hauptanteil der Salze, Bakterien u.a. Stoffe (Detergentien, Pflanzenschutzmittel) zurück. Reines Wasser tritt durch die Membran. Die U. wird bei der Entsalzung von Meer- und Brackwasser eingesetzt und bei der Aufbereitung von Wasser mit hohem Salzgehalt, z.B. Abwässer aus der Textilindustrie und der Galvanik (Metallindustrie). Die Verwendung des Verfahrens zur Aufbereitung von Trinkwasser in Haushaltsfiltern ist bedenklich, da die damit verbundene starke Entsalzung des Wassers einen Entzug an gesundheitsförderlichen Mineralien bedeutet, andererseits die Gefahr der Verkeimung immer gegeben ist.
Osmose

Autor: KATALYSE Institut

TUNEL-Methode

TUNEL ist eine Abkürzung und heißt ausgeschrieben „Terminale Desoxyribosyl-Transferase mediated dUTP Nick End Labeling“.

Mit dieser Methode kann man im Labor darstellen, ob, und wenn ja, wie viele Zellen zu Grunde gehen. Die TUNEL-Methode ist ein extrem empfindliches Verfahren, um apoptotische Zellen (Apoptose = programmierter Zelltod, s. ElektrosmogReport 9/2006) in einem Gewebe zu finden. Sogar einzelne Zellen im Anfangsstadium der Apoptose sind nachweisbar. Wesentliche Vorteile dieser TUNEL-Methode ist, dass sie im Lichtmikroskop untersucht und dass sie mit vielen anderen Nachweisverfahren gekoppelt werden kann, z. B. mit Immunreaktionen oder Methoden zu elektronenmikroskopischen Untersuchungen. Es gibt eine direkte und eine indirekte Methode.

Wenn Zellen eines programmierten Zelltods (Apoptose) sterben, entstehen im Zellkern charakteristische Bruchstücke der DNA, weil diese durch Enzyme (Endonukleasen) zersetzt wird. An den Enden der Bruchstücke kann mit TUNEL z. B. ein Fluoreszenz-Farbstoff angehängt werden, so dass direkt im Mikroskop durch das Aufleuchten des Farbstoffs ermittelt werden kann, wie viele Bruchstücke entstanden sind. Es werden Einzelstrangbrüche nachgewiesen, die durch spezifische so genannte Endonukleasen entstehen. Endonukleasen spalten Nukleinsäuren (DNA, RNA) im Inneren des Moleküls, im Gegensatz zu Exonukleasen, die an den Enden Schritt für Schritt einzelne Molekül-Bausteine abspalten. Das Anhängen des Fluoreszenz-Farbstoffs wird von dem Enzym Terminale Desoxynucleotidyl-Transferase (TdT) an das Ende des Bruchstücks ausgeführt. Genauso kann ein anderer Farbstoff mit einem anderen Verfahren angehängt werden, wobei der Nachweis dann indirekt erfolgt. Die direkte Methode hat den Vorteil, dass sie schneller geht, der indirekte Nachweis ist sensitiver. Apoptose ist nicht immer ein Hinweis auf krankhafte Prozesse, der programmierte Zelltod wird auch auf natürliche und nützliche Weise eingeleitet, wenn bestimmte Zellen in Organismus nicht mehr gebraucht werden. Mit der TUNEL-Methode kann man die Apoptose von der Nekrose abgrenzen. Bei der Nekrose gehen die Zellen nicht „nach Plan“ zugrunde, sondern sie werden durch Verletzungen oder Infektionen zerstört und vom Abwehrsystem beseitigt. Allerdings gibt es geringe Ungenauigkeiten, die u. U. eine genaue Abgrenzung erschweren.

Autor: KATALYSE Institut

Radium

(Lateinisch: radius = Strahl), chemisches Element der II. Hauptgruppe, radioaktives Metall (Radioaktivität, Radionuklid)), chemisches Symbol Ra, Ordnungszahl 88, Schmelzpunkt etwa 700 Grad C, Siedepunkt 1.140 Grad C, Dichte 5,5 g/cm3.

Von R. sind 25 Isotope bekannt, in der Natur kommen Ra 223, Ra 224, Ra 226 und Ra 228 vor. Wichtigstes Isotop ist Ra 226 mit einer Halbwertszeit von 1.602 Jahren. R. wird aufgrund seiner ionisierenden Strahlung und seines chemischen Verhaltens als sehr radiotoxisch eingestuft. In den Körper aufgenommen wird R. mit Calcium verwechselt und vor allem in den Knochen angereichert (Anreicherung), wo es Knochenkrebs und Leukämie auslösen kann. Neben seiner direkten Wirkung ist R. durch seine starke Emanation (lat.: emanatio = Heraustreten eines radioaktiven Gases aus einem festen radioaktiven Stoff) von Radon gefährlich. Die Freigrenze (Mengenangabe, unterhalb derer man ohne Genehmigung und Anmeldung mit der Substanz hantieren darf, Strahlenschutz, Strahlenschutzverordnung) von R. liegt bei 5.000 Bq (rd. 0,136 mycrog). R. wurde früher als Strahlungsquelle z.B. in der Medizin (Strahlentherapie) eingesetzt und in Leuchtfarben für Uhren, Kompasse, Flugzeuginstrumente usw. verwendet. R. kommt in lokal sehr verschiedener Konzentration im Trinkwasser und Mineralwasser vor.

 

Autor: KATALYSE Institut

Radikale

Als freie Radikale bezeichnet man in der Chemie allgemein ein Molekül oder Atom, das ein ungepaartes Elektron besitzt. Derartige Spaltungen können durch hohe Temperaturen oder energiereiche Strahlung bei allen Molekülen erzwungen werden. Bei chemischen Reaktionen werden normalerweise Elektronenpaare übertragen. Weil die Elektronen der Atome bzw. Moleküle gern gepaart durch die Welt ziehen, sind Radikale bestrebt, sich bei ihrer Entstehung unmittelbar ein Elektron aus der Umgebung zu greifen. Dadurch sind sie äußerst reaktionsfreudig und verändern das nächste Atom oder Molekül, dessen sie habhaft werden können. Da sie dem betreffenden Partikel ein Elektron entziehen, machen sie dieses ebenfalls zum Radikal, womit eine Kettenreaktion in Gang kommt. Beenden kann eine solche Kettenreaktion ein anderes Molekül, das als Radikalfänger bezeichnet wird. Zu diesen gehören die Vitamine A, C und E sowie bestimmte Schutzenzyme. Diese Moleküle stellen sich sozusagen als Elektronengeber zur Verfügung, und die Kette bricht ab. Eine andere Möglichkeit ist die Reaktion zweier Radikale miteinander, wobei sich die beiden Moleküle zusammenlagern und fest verbinden.

Die Folge dieser Radikal-Aktion ist, dass die gekaperten Moleküle oder Atome in ihren Eigenschaften verändert werden. Da diese Abläufe in bestimmten Membranen der Zelle vor sich gehen, werden folglich die Zellmembranen geschädigt. Denn die Radikale reagieren vor allem mit den Fettstoffen, die einen wesentlichen Anteil der Membran selbst bilden (Membran-Lipide). Die Membran einer Zelle ist im Prinzip die „Haut“ der Zelle, die genau kontrolliert, welche Stoffe in die Zelle hinein und aus ihr heraus dürfen. Bei geschädigten Membran-Lipiden kann diese Funktion nicht mehr ausgeübt werden. So können unerwünschte Stoffe in die Zelle eindringen oder benötigte Substanzen am Eindringen gehindert werden. Bei starker Schädigung geht die Zelle zugrunde.

Radikalbildung ist einerseits ein natürlicher Vorgang beim normalen Stoffwechsel, der z. B. beim Fettabbau vorkommt. Bei einigen Stoffwechsel-Reaktionen werden Radikale sogar gebraucht. Zum Abfangen der Radikale müssen deshalb Schutzstoffe zur Verfügung stehen, weshalb wir z. B. die oben erwähnten Vitamine mit der Nahrung aufnehmen müssen. Künstlich erzeugte Radikale entstehen durch energiereiche, ionisierende Strahlung und auch, wie man seit einiger Zeit weiß, durch nicht-ionisierende Strahlung oder aus molekularem Sauerstoff (O2).

Beim Abbau von Fetten in den Zellen entstehen freie Sauerstoff-Radikale, diese holen sich ein Elektron von einem anderen Molekül, und zwar von Fettstoffen in der Zellmembran. Das Fettsäure-Radikal reagiert mit molekularem Sauerstoff zu einem Peroxy-Fettsäure-Radikal (Lipid-Peroxidation), das sich ein Elektron von einer anderen Fettsäure holt und es kommt zur oben beschriebenen Kettenreaktion, die durch Schutzstoffe abgebrochen wird.

Viele wichtige Herstellungsprozesse in der Chemie benutzen Radikale. Mit Radikalen können Verbindungen wie die chlorierten Kohlenwasserstoffe hergestellt werden, die sonst in der Natur nicht vorkommen und daher in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden ( Abbau, Persistenz). 

Autor: KATALYSE Institut

Umweltministerkonferenz

In der U. (UMK) sind alle für den Umweltschutz zuständigen Landesfachminister und der Bundesumweltminister vertreten.

Sie tagt zweimal jährlich. Zu ihren Aufgaben gehören Absprachen über einheitliches Vorgehen der Länder bei den in ihrem Hoheitsbereich liegenden Umweltangelegenheiten (z.B. Smog-Verordnung) sowie Koordinierung von Bund und Länder gemeinsam betreffenden Umweltfragen (Zuständigkeiten). Nur vereinzelt bezieht die U. Position zu aktuellen Umweltkonflikten oder entwickelt eigene Forderungen (Großfeuerungsanlagenverordnung). Der U.-Vorsitz und damit die Geschäftsführung wechselt jährlich zwischen den Bundesländern. Vorbereitet und inhaltlich geprägt wird die U.-Arbeit durch den ständigen Abteilungsleiterausschuß. Fachliche Arbeit wird vorwiegend in den Landesarbeitsgemeinschaften (u.a. Länderarbeitsgemeinschaft
Abfall) geleistet.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Autor: KATALYSE Institut

Umweltnormen der EG

U. haben wie alle Normen keinen rechtsverbindlichen Charakter, zeigen jedoch eine den technischen Vorschriften vergleichbare Wirkung.

Im Rahmen der Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes stehen alle produktrelevanten Vorschriften und technischen Normen zur Überprüfung an, sofern nicht auf das (bequemere) Prinzip der gegenseitigen Anerkennung wegen erheblicher Normabweichungen zurückgegriffen werden kann. Die Gefahr der langfristigen Nivellierung von bereits gültigen hohen Umweltstandards für Produkte wurde von Experten wiederholt angemahnt ("kleinster gemeinsamer Nenner").
Die verantwortlichen europäischen Normungsbehörden sind: Europäisches Komitee für Normung (CEN), Europäisches Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) und Europäisches Institut für Telekommunikationsnormuung (ETSI). Diese Institutionen müssen im Sinne von EWGV, Artikel 100a, (Einheitliche Europäische Akte) im Rahmen der EG-weiten Harmonisierung der Produktstandards auch die Umweltbelange berücksichtigen, wobei die Rahmenbedingungen durch Richtlinien der EG vorgegeben werden.
Der Harmonisierungsaufwand einer jahrzehntelang gewachsenen nationalen Normungspolitik mit ca. 120.000 Normen europaweit wird auf mindestens 10 Jahre geschätzt. Die EG-Kommission strebt deswegen eine "Kurzfristnorm" an und will erst nach Ablauf einer bestimmten Frist eine neue, schärfere "Mittelfristnorm" festlegen, die dem höchstmöglichen Niveau entsprechen soll. Steueranreize sind in der ersten Stufe möglich, danach jedoch nur zur Erreichung von Höchstzielgrenzen zulässig. "Die Einheit des Gemeinsamen Marktes bleibt gewahrt" (Sprachgebrauch der EG-Kommission), was aus der Sicht des Umwelt- und Verbraucherschutzes problematisch bleibt, wenn umweltschädliche Produkte - auch nur vorübergehend - ungehindert vertrieben werden können.
Um die Arbeit zu effektivieren, ist von seiten der EG geplant, den zukünftigen Europäischen Normungsorganisationen einen Europäischen Normungsrat vorzuschalten. Gegen eine solche Kompetenzverlagerung bestehen aus umweltpolitischen Gesichtspunkten jedoch Bedenken, da Umweltbelange in einem solchen Gremium unzureichend repräsentiert sind. Von Umweltverbänden gefordert wird dagegen eine eigene Umwelt-Koordinierungsstelle bei den europäischen Normungsbehörden, wie etwa beim DIN-Institut in Deutschland, sowie eine Einbeziehung der geplanten europäischen Umweltagentur.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltpolitik

U. als eigenständigen Politikbereich gibt es in der BRD seit Beginn der 70er Jahre.

1972 veröffentlichte die Bundesregierung ihr erstes Umweltprogramm, in welchem bis heute gültige Ziele und Grundsätze (Vorsorgeprinzip, Kooperationsprinzip, Bundesimmissionsschutzgesetz) festgelegt wurden. Die ersten 10 Jahre deutscher U. bestanden hauptsächlich in der Erarbeitung von Grundinformationen (1974: Gründung des Umweltbundesamtes) und der Verabschiedung einzelner, medienbezogener Umweltschutzgesetze, die die schlimmsten Umweltbelastungen mindern und vorsorgend wirken sollten. Die Diskussionen zu Beginn der 80er Jahre waren geprägt von einer Kritik an der medial orientierten (also auf die Bereiche Wasser, Luft, Lärm bezogenen) U., der die Bundesregierung mit einem sog. "Aktionsprogramm Ökologie" und entsprechenden Umorganisationen des Innenministeriums begegnen und ein umfassenderes Konzept entgegensetzen wollte. Bevor dieses Programm Konturen annahm, setzte der Regierungswechsel von 1982 neue Akzente. Seither versuchen Umweltpolitiker sog. marktwirtschaftliche Instrumente in die Umweltgesetzgebung einzubauen (Umweltabgaben, Umweltzertifikate, Bubble-(Kompensations-)Politik).
Zu den Instrumenten gehören u.a.: Verbote (Einleitungsverbot für bestimmte Stoffe), Gebote (Verwertungsgebot), Genehmigungsverfahren, Zulassungspflicht (für Pflanzenbehandlungsmittel), Anmeldepflicht für neue Chemikalien (Chemikaliengesetz), Deklarationspflicht (Lebensmittelzusatzstoffe), Abgaben (für Abwassereinleitungen, Abwasserabgabengesetz), Festsetzung von Grenzwerten (für Emissionen, Immissionen, TA Luft), Festsetzen von Richtwerten (Rückstände in Lebensmitteln), Umweltverträglichkeitsprüfung, Ausweisen von Schutzgebieten (Naturschutzgebiete), Bewirtschaftungspläne (Wasserhaushaltsgesetz), Kooperationen (Branchenabkommen) und Sanktionen (Umweltstrafrecht).
Welche Instrumente wo eingesetzt werden, ist in den jeweiligen Bundes- und Landesgesetzen festgelegt. Die genaue Ausgestaltung (z.B. Höhe der Grenzwerte) wird zumeist mit Hilfe von Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften geregelt. Auf der kommunalen Ebene sind es Satzungen, mit denen die örtlichen Gebietskörperschaften ihre Rechtssetzung mit allgemein-verbindlicher Wirkung beschließen. Bebauungspläne werden als Satzung beschlossen, aber auch die Müllabfuhrtarife, ein Verbot von Streusalzanwendung (Streumittel) auf Gehwegen oder Baumschutzsatzungen sind kommunales Recht.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltpolitik in Japan

Japanische Umweltpolitik wird als technokratisch-aktiv (Weidner) bezeichnet, was bedeuten soll, daß sie mit systemstabilisierenden, ökonomisch rationalen und technokratisch intelligenten Mitteln arbeitet.

Sie unterscheidet sich von der deutschen Umweltpolitik hauptsächlich dadurch, daß andere Steuerungsinstrumente im Mittelpunkt stehen.
Ein Minimum an Gesetzen und Reglementierungen wird ergänzt durch freiwillige Vereinbarungen zwischen Kommunen, staatlichen Stellen oder Privaten (z.B. Umweltgruppen) mit emittierenden Unternehmen. Die japanische Gesellschaftsordnung bedingt, daß die Vereinbarungen von der Öffentlichkeit überwacht und von den Unternehmen eingehalten werden.
Effektiver Rechtsschutz

Autor: KATALYSE Institut

Umweltprobenbank

Sammelstelle, die Proben von Wassertieren, Nahrungsmitteln, Böden und menschlichem Gewebe einlagert.

In Zukunft können durch vergleichende Untersuchungen an eingelagerten und frisch entnommenen Proben Langzeitschäden und Schadstoffanreicherungen besser nach Ursache und Wirkung beurteilt werden. In Deutschland werden zwei U. des Bundes betrieben. Bei der KFA Jülich werden Umweltproben und in Münster Humanproben gesammelt.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltleitlinien der Chemischen Industrie

Herausgegeben vom Verband der Chemischen Industrie (VCI). Vor der Brandkatastrophe von Sandoz erarbeitet, aber erst danach großangelegt veröffentlicht.

Eine Sammlung von Halbwahrheiten, Auslassungen und Beschönigungen, wie es für eine Reklameschrift nicht anders zu erwarten ist. Die zentrale Leitlinie der U., an der der Wert der Aussagen zu messen sein wird, ist: "Wenn es die Vorsorge für Gesundheit und Umwelt erfordert, wird sie ungeachtet der wirtschaftlichen Interessen auch die Vermarktung von Produkten einschränken oder die Produktion einstellen. Dies gilt auch für die sog. Altstoffe, wobei die Bewertung in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Behörden und Berufsgenossenschaft erfolgt." Aus eigenem Antrieb ist bezüglich dieses Punktes bisher noch nichts geschehen!

Autor: KATALYSE Institut

Umweltdatenbanken

Die zunehmende Bedeutung des Umweltschutzes führt seit einigen Jahren sowohl zu einem erhöhten Bedarf nach umweltrelevanter Information, als auch zur Notwendigkeit, die anfallenden Daten zu selektieren, zu speichern und wieder verfügbar zu machen.

Elektronische Datenbanken können hierbei leistungsfähige Hilfsmittel sein. Weltweit gibt es inzwischen rund 5.000 öffentlich zugängliche Datenbanken, Tendenz steigend. Der Anteil der Datenbanken mit Umweltinformationen beträgt mit 475 im Februar 1992 laut CUADRA/Elsevier fast 10%. Trotz umfangreicher Bestrebungen der Bundesregierung (BMFT-Fachinformationsprogramme 1985-1988 und 1990-1994), externe Datenbanken einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen, bleibt die Nutzung auch weiterhin größtenteils Sache von Informationsfachleuten. Neben dem nötigen Know-how im Umgang mit Datenbanken müssen eine Reihe von technischen (Computer, Modem, Kommunikationssoftware) und organisatorischen (Verträge mit Datenbankanbietern, Telekom) Voraussetzungen erfüllt sein, die eine nicht zu unterschätzende Einarbeitungszeit und Investition erfordern. Bei geringfügiger Nutzung sind Recherchen in U. demnach keine praktikable Alternative zur konventionellen Literaturbeschaffung. Besteht jedoch ein erhöhter Informationsbedarf, oder geht es um sehr spezifische Fragestellungen, kann durch eine Eigen- bzw. Auftragsrecherche eine Menge Zeit eingespart werden.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltengel

siehe Umweltzeichen.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltethik

U. oder auch ökologische Ethik ist im Kontext der gefühlsmäßigen Betroffenheit über zunehmende Naturzerstörung entstanden und setzt sich mit Wertvorstellungen auseinander, die den Umgang mit der außermenschlichen Natur betreffen, versucht also den Prozeß der menschlichen Naturaneignung an ethische Normen zu binden.

Dazu muß geklärt werden, ob dem Menschen (anthropozentrischer Ansatz), allen Lebewesen (biozentrischer Ansatz) oder der belebten und unbelebten Natur (holistischer oder ökozentristischer Ansatz) ein eigenständiger Wert zugesprochen werden soll.
Beim anthropozentrischen Ansatz, dem im Prinzip die gesamte ethische Tradition zuzurechnen ist, wird Natur nur in ihrer Beziehung zum Menschen thematisiert. Daß der Mensch im Mittelpunkt der Betrachtung steht, heißt nicht, daß Natur auf einen Gegenstand technischer Manipulation bzw. den Aspekt der Nutzbarkeit reduziert werden muß. Bei diesem Ansatz würde z.B. die ästhetische Dimension der Natur, die von den Vertretern des holistischen Ansatzes als stärkstes Argument für den Selbstzweckcharakter der Natur angeführt wird, jedoch nur als Wert für den Menschen und nicht als Wert an sich thematisiert werden. "Wo immer der Mensch in eine ästhetische Beziehung zur Natur tritt, wo er Natur als schön erlebt, ist die Natur durch einen spezifischen Zug von Autonomie, Selbständigkeit wenn nicht gar Selbstgenügsamkeit gekennzeichnet ..., nur in den Aspekten, in denen sie nicht unmittelbar funktional ist, vermag Natur schön zu sein... So sehr die Natur innerhalb der ästhetischen Sichtweise als Subjekt, als An-Sich erscheint, so ist dieser Selbstzweckcharakter objektiv doch bloßer Schein" (Birnbacher). Natur ist Ressource in dem Sinn, daß sie ästhetisch-erotische Besetzung erlaubt.
Trotz aller Orientierungslosigkeit und dem Bedürfnis nach einem anderen Umgang mit der Natur können die Normen desselben aus der Natur selbst bzw. der Beschreibung ihrer Strukturen und Prozesse nicht abgeleitet werden. Auch wenn man von der Natur lernen kann, sind Achtung, Zurückhaltung, Schonung und Vorsorge keine natürlichen Züge von Lebewesen, sondern kulturell vermittelte Werte. "Die außermenschliche Natur prämiert ausschließlich das Überleben. Überleben ist aber eine allzu schmale Wertbasis für die Ethik" (Birnbacher).

Autor: KATALYSE Institut

Quecksilberoxid-Batterien

Q. werden meist als Knopfzellen oder Knopfzellenbatterien (mehrere zusammengeschaltete Knopfzellen, Batterien) angeboten.

Sie zeichnen sich durch eine relativ hohe Energiedichte (0,4-0,52 Wh/cm3 gegenüber Alkali-Mangan-Batterien mit 0,2-0,3 Wh/cm3) und eine praktisch konstante Spannung während der Betriebszeit aus. Sie enthalten 30-40% Quecksilber und rd. 12% Zink. Aus diesem Grund sind Q. mit dem ISO-Symbol 7000/1135 gekennzeichnet und müssen nach Gebrauch dem Händler oder einer Sammelstelle zugeführt werden (Batterie-Entsorgung).
Anwendungen finden sie in kleinen Geräten, die eine lange Lebensdauer haben sollen, z.B. Hörgeräte, Taschenrechner, Fotoapparate u. Uhren. Sie sollten aber nicht länger als 2 bis 3 Jahre gebraucht oder gelagert werden, da sonst die Gefahr eines Elektrolytaustritts besteht. Benötigt man höhere Leistungen oder längere Lebenserwartungen, ist man mit Lithiumbatterien gut beraten. Sie haben Energiedichten von 0,4-1 Wh/cm3 und Lebenserwartungen von über 10 Jahren.

Autor: KATALYSE Institut

Quecksilber

Chemisches Element, Symbol Hg, Ordnungszahl 80, Schmelzpunkt -38,84 Grad C, Siedepunkt 356,58 Grad C, Dichte 13,6 g/Kubikzentimeter.

Quecksilber gehört zu den selten vorkommenden Metallen, trotzdem entweichen jährlich zwischen 55.000 und 180.000 Tonnen gasförmig aus natürlichen Quellen (vgl. Welz & Sperling 1997, S.573). Hinzu kommen 8.000 bis 38.000 t Quecksilber, die vom Menschen in die Umwelt freigesetzt werden (z.B. Quecksilber-produzierende Industrie, Verkehr, Verbrennung von Kohle und Erdöl, Müllverbrennung sowie Erz- und Mineralaufbereitung) und weltweit verbreitet werden. 1995 betrugen die Quecksilber-Emissionen Deutschlands 31 Tonnen.

Zur Beurteilung von Toxizität und Umweltgefährdung müssen metallisches Quecksilber, anorganische Quecksilber-Verbindungen und organische Quecksilber-Verbindungen unterschieden werden:

  • Metallisches Q. oder auch als elementares Quecksilber bezeichnet: Chemisches Symbol Hg, flüssiges, silbrig glänzendes Schwermetall, das andere Metalle unter Bildung von Amalgamen löst (Amalgam-Zahnfüllungen). Metallisches Quecksilber verdampft aufgrund seines hohen Dampfdrucks leicht. In die Atmosphäre freigesetztes Quecksilber gelangt mit dem Regen in Gewässer (ca. 4.000 t/a), wo eine bakterielle Umwandlung in organische Quecksilber-Verbindungen erfolgt, weltweit entstehen dabei in Flüssen und Meeren ca. 490 t/a Methyl-Quecksilber. Metallisches Quecksilber wird u.a. als Thermometer-, Barometer- und Elektrodenmaterial (z.B. in Batterien) sowie als Extraktionsmittel für Edelmetalle verwendet.

    Quecksilber ist ein Zell- und Protoplasmagift, das u.a. in Leber, Nieren und Gehirn gespeichert und nur langsam über die Nieren (normale Ausscheidungsrate 10-20 mg/d) wieder ausgeschieden wird. Verschlucken von metallischem Quecksilber ist relativ ungefährlich, da Quecksilber aus dem Magen-Darm-Trakt schlecht resorbiert wird. Wesentlich gefährlicher ist der entstehende Quecksilber-Dampf (gute Fettlöslichkeit, hohe Diffusionsfähigkeit), der beim Einatmen zu ca. 80% resorbiert wird. Quecksilber-Dampf schädigt akut die Lungen und chronisch das Zentralnervensystem (ZNS). Chronische Vergiftungen sind ab 0,1-1 mg/m3 zu erwarten (akute Vergiftungssymptome: Metallgeschmack im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, chronische Vergiftungssymptome: Zahnlockerung, schwarzer Quecksilber-Saum an den Zähnen.). Am bedeutsamsten ist die Gefährdung durch inhalative Aufnahme von Quecksilber-Dämpfen am Arbeitsplatz (z.B. Zahnarztpraxen mit durchschnittlich 50 mg/kg und Spitzenbelastungswerten von 10 g Quecksilber/kg Hausstaub, Thermometerfabriken, Chloralkali-Industrie, Chlor). In Wohn und Arbeitsräumen verschüttetes Quecksilber muss sorgfältig eingesammelt werden. Aus Teppichen u.a. lässt sich Quecksilber mit Schwefel entfernen. Quecksilber ist Sondermüll, nicht in den Hausmüll geben!

  • Anorganische Quecksilber-Verbindungen (Quecksilber-Salze): Da Quecksilber-Salze kaum flüchtig sind besteht nur bei Aufnahme über Nahrung oder Trinkwasser sowie über die Haut Vergiftungsgefahr. Quecksilber-Salze wirken auf Haut und Schleimhäute ätzend. Einnahme führt zu Rachenentzündungen, Schluckbeschwerden, Benommenheit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kreislaufkollaps und Schock. Die tödliche Dosis liegt bei Quecksilber-Salzen zwischen 0,2 und 1 Gramm.
  • Organische Quecksilber-Verbindungen (Methyl-Quecksilber): gute Fettlöslichkeit und eine lange biologische Halbwertszeit (70 Tage). Sie werden hauptsächlich als Fungizide (Saatbeizmittel, Obstanbau) und zur Holzkonservierung (Holzschutzmittel) eingesetzt, entstehen aber auch in Gewässern durch bakterielle Umwandlung aus Quecksilber. Quecksilber-haltige Beizmittel werden in Deutschland immer noch produziert (Pestizidexport), die Anwendung ist jedoch seit 1982 verboten.
    Methyl-Quecksilber ist die bei weitem giftigste Quecksilber-Verbindung und die einzige Verbindung, die in der MAK-Liste als fruchtschädigend eingestuft wird. Methyl-Quecksilber wird über Lunge und Verdauungstrakt zu 80% resorbiert. Organische Quecksilber-Verbindungen reichern sich besonders im ZNS an - nennenswerte Konzentrationen finden sich auch in Haaren, Leber und Niere. Sie können die Placentaschranke überwinden und wirken nachgewiesenermaßen fruchtschädigend (teratogen), der Fetus reagiert 3-4mal empfindlicher auf Methyl-Quecksilber als die Schwangere. Ausgeschieden werden organische Quecksilber-Verbindungen hauptsächlich über die Galle, geringe Mengen auch über Urin und Muttermilch.
    Vergiftungssymptome treten ab 200 mg aufgenommener Menge auf, machen sich aber anders als bei metallischem Quecksilber erst nach Wochen bemerkbar. Beim Erwachsenen können Mengen von 350 mg Methyl-Quecksilber tödlich wirken. Zu Vergiftungskatastrophen durch organische Quecksilber-Verbindungen kam es u.a. in den 50er Jahren in Japan und 1971/72 im Irak (Minamata Krankheit).

Monitoring-Studien über Konsumfischarten aus Nordsee und Nordatlantik weisen darauf hin, dass die Quecksilber-Belastung in Seefischen hauptsächlich auf die altersbedingte Quecksilber-Akkumulation natürlich vorkommenden Quecksilber zurückzuführen ist. Thunfische galten lange Zeit als besonders Quecksilber-belastet. Untersuchungen von Thunfischkonserven zeigen jedoch, dass die Quecksilber-Belastung von Thunfischerzeugnissen in den letzten 15 Jahren nicht zugenommen hat und im Durchschnitt bei 0,21 mg/kg liegt. Wegen des geringeren Verdünnungspotentials für eingebrachte Schadstoffe findet man bei Fischen aus Binnengewässern deutlich höhere Belastungen als bei Seefischen.

Grenz- und Richtwerte

  • Laut WHO sollte die Quecksilber-Gesamtaufnahme einen Wert von 5 µg/kg Körpergewicht/Woche nicht überschreiten. Zum Vergleich beträgt die durchschnittliche Quecksilber-Aufnahme aus der Nahrung (USA) 0,7 µg/kg Körpergewicht/Woche.
  • Richtwerte für Lebensmittel: Diverse 0,03 – 0,05 mg/kg als ZEBS-Richtwerte; 0,5 mg/kg bei Fisch lt. Verordnung und für einige spezielle Fischarten (Aal, Hecht, Lachs, Zander, Blauleng, Eishai, Heringshai, Katfisch, Rotbarsch) mit 1 mg/kg.
  • Grenzwert für Trink- und Mineralwasser: 1 µg/Liter
  • MAK-Wert: 0,1 mg/m3 (Luft)
  • Klärschlamm: 8 mg/kg
  • Boden: 10 – 80 mg/kg Bundesbodenschutzgesetz-Prüfwerte

Lit.: Welz, Bernhard/ Sperling, Michael: Atomabsorptionsspektrometrie, 4. neubearb. Aufl., Weinheim 1997.

Autor: KATALYSE Institut

Qualifikation

Eine Qualifikation wird durch (Fort-)Bildung erreicht und bezeichnet den Aufstieg in eine begrenzte Gruppe, durch die Erbringung einer definierten Leistung.

Eine Qualifikation beschreibt die Fähigkeit einer Person, eine bestimmte Tätigkeit regelmäßig auf einem gewissen Niveau ausführen zu können. Im Sport bezeichnet man Vorausscheidungen für ein Turnier oder Wettbewerb. Auch innerhalb eines Turniers spricht man gelegentlich von der Qualifikation für die nächste Runde.

Heute wird im Bereich der Bildung auch häufig von der Vermittlung von Schlüsselqualifikation gesprochen. Damit sollen Menschen auf dem Arbeitsmarkt befähigt werden, berufliche, gesellschaftliche und individuelle Probleme selbständig zu lösen.

Dazu gehören beispielsweise Kommunikations- und Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Leistungsbereitschaft, analytisches und strukturierendes Denken sowie konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltfaktoren

Autor: KATALYSE Institut