Umwelttelefon

Zahlreiche Städte, Landesministerien und Umweltbehörden haben U. als erste Anlaufstelle für Bürgeranfragen eingerichtet.

Die Bürger können Beschwerden vortragen, Fragen stellen, Anregungen geben. Sofern eine Umweltberatung vorhanden ist, werden U. meist dort integriert. Z.T. wird unter U. auch die Einrichtung verstanden, unter einer festen Nummer wochen- oder monatsweise Umweltinformationen vom Band abrufen zu können. Geschätsstellen und Büros vieler Bürgerinitiativen und Umweltverbände erfüllen als Anlaufstelle für Umweltprobleme ähnliche Funktionen wie U.. Für Lärmprobleme wurden z.T. eigene Lärmschutztelefone eingerichtet.

Autor: KATALYSE Institut

Umweltschutzpapier

Als U. wird zu 100% aus Altpapier hergestelltes, nicht de-inktes (De-Inking-Verfahren), ungebleichtes und ohne Neufärbung hergestelltes Recyclingpapier bezeichnet (Zellstoffbleiche).

Um den Frischwasserverbrauch möglichst gering zu halten, wird das als Rohstoff verwendete Altpapier im geschlossenen Kreislauf ohne Zugabe von chemischen Binde- und Lösemitteln aufgelöst und gereinigt. Z.Z. ist U. nur in wenigen Qualitäten erhältlich.
Da der Begriff U. nicht rechtlich geschützt ist, bezeichnen auch einige Anbieter von de-inktem Papier ihr Produkt als U..
Chlorfreies Papier

Autor: KATALYSE Institut

Umweltschädlichkeitskennzahl

Bei der Beurteilung von Produkten, Verfahren, Dienstleistungen etc. nach nicht oder nur schwer bewertbaren Maßstäben wie z.B. Umweltverträglichkeit, Handhabung, Sicherheit, Vertrauen etc. werden häufig dimensionslose U. verwandt.

Diese sind vergleichbar mit einem Benotungssystem. Gebildet werden solche U. nach dem Prinzip der Nutzwertanalyse.

Autor: KATALYSE Institut

Verlandung

V. ist ein Prozeß organisch bedingter Sedimentbildung durch den Bewuchs an stehenden Gewässern wie Seen, Altarmen von Flüssen etc.

Aus den abgestorbenen Resten der Pflanzen- und Tierwelt bildet sich Schlamm ("Mudde") oder Torf, wodurch die Wassertiefe mit der Zeit immer mehr verringert wird und die einzelnen Pflanzengemeinschaften, die für die Wasser- und Ufervegetation charakteristisch sind, sich immer mehr in Richtung des Gewässerzentrums verlagern und schließlich das Verschwinden des Gewässers bewirken. Röhricht und Großseggen sind dabei von besonders hohem Bauwert für die Ablagerung organischer Bestandteile. Endstadium ist der Bruchwald.
In anderer Weise verlanden auch die nährstoff- und humusarmen (oligotrophen) und die nährstoffarmen, aber humusreichen (dystrophen) Süßwasserseen. In dem klaren Wasser oligotropher Seen können am Grunde lebende Rosettenpflanzen, in dystrophen Seen schwimmende Torfmoosdecken (Moor) eine allmähliche V. bewirken, an deren Ende wieder Bruchwälder (Auenlandschaft) stehen können.
Graphik: Moor

Autor: KATALYSE Institut

Vernetztes Denken

Das V. beschäftigt sich in erster Linie damit, Systeme unserer Umwelt und die Gesetzmäßigkeiten ihres Zusammenwirkens zu verstehen und zu beschreiben, womit es im Gegensatz zum linearen, monokausalen Ursache-Wirkungs-Denken steht, das häufig nur Teilaspekte eines Systems herausgreift.

Erst wenn wir versuchen, unsere Umwelt durch eine Kombination beider Denkweisen zu verstehen, wenn auch an unseren Universitäten und Schulen das V. gelehrt wird, werden wir von dieser Umwelt ein möglichst wirklichkeitstreues Bild zeichnen und die Folgen möglicher Eingriffe schon vorweg abschätzen können.
Beispiel Landwirtschaft: Statt durch Pestizide möglichen "Schädlingen" zu Leibe zu rücken, kann ein Bauer versuchen, schon vor einem Schädlingsbefall zu erkunden, wie die entsprechende landwirtschaftliche Kultur in ihre Umwelt eingebunden ist (Gibt es Lebensraum für natürliche "Schädlingsbekämpfer"? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um Nützlinge zu fördern? Kann durch Mischkulturen eine Stärkung der Pflanzen und damit weitestgehende Schädlingsresistenz geschaffen werden? Ist der Boden verdichtet, so daß die Pflanzen unter Staunässe leiden? Ist die Kultur an den Standort angepaßt? etc). So erfährt er immer mehr über den wirklichen Zustand seines Ackers, über Schwachstellen in diesem System (u.a. wegen einer verfehlten Agrarpolitik hat der Landwirt heute häufig nicht die finanziellen Möglichkeiten, um entsprechende Konsequenzen aus seinem Wissen ziehen zu können).
Kybernetik, Weltmodelle

Autor: KATALYSE Institut

Verbraucherverhalten

Das V. hat grossen Einfluss auf die Umweltbelastung. Dies beginnt schon beim Konsumverhalten. Der Kauf umweltfreundlicher Produkte (Umweltzeichen) entlastet nicht nur die Umwelt bei Herstellung, Verwendung und Entsorgung, sondern kann auch Einfluss auf die Unternehmenspolitik ausüben (umweltorientierte Unternehmensführung, Ökomarketing).


Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, das es das umweltfreundliche Produkt an sich nicht gibt und der beste Umweltschutz oft Konsumverzicht bedeutet. Andererseits kann zum Beispiel das Ersetzen alter Haushaltsgeräte oder Heizungen durch moderne, umweltfreundliche Modelle beträchtliche Einsparungen an Energie- und Ressourcenverbrauch bringen.

Wichtiger als die richtige Produktwahl (Haushaltsgeräte) kann das eigentliche Benutzerverhalten sein, zum Beispiel wie häufig Geräte eingesetzt werden. So werden viele technische Verbesserungen durch verschwenderisches V. zunichte gemacht (Waschmaschine, Duschen).

Siehe auch unter Raumklima, Lüften, Wassersparen, Trinkwasserverbrauch, Abfallvermeidung.

Autor: KATALYSE Institut

Verbundverpackungen

Unter V. versteht man Verpackungen, die durch Kombination unterschiedlicher Materialien (Kunststoffe, Aluminium, Pappe und Papier) erzeugt werden und deren Eigenschaften die der Einzelkomponenten übertreffen.

An ein Verpackungsmaterial werden zahlreiche Anforderungen gestellt wie Sauerstoffsperre zur Verhinderung von Oxidationsprozessen, Wasserdampf- und Aromasperre, Lichtschutz, hohe Festigkeit, Sterilisierbarkeit u.a. Da ein einzelner Werkstoff nicht alle gewünschten Eigenschaften bieten kann, werden unterschiedliche Materialien zu einem Verbund kombiniert, der dann alle gewünschten Eigenschaften aufweist.
Herstellung von V.: Hierbei unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Herstellungsverfahren:
1. Beschichtung von Papier, Zellglas oder Kunststoffen mit Lacken oder Harzen. Durch Beschichtung mit Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen erhält man verschweißbare V., da diese Kunststoffe sich bei Erwärmung verformen und damit verschweißen lassen.
2. Kaschieren: Hier werden die Verpackungsmaterialien durch Klebstoffe miteinander verbunden. Kleber aus Leim oder Stärke sind als ungefährlich, solche aus Phenol-, Epoxid- oder Acrylharz hingegen als gefährlich einzustufen.
3. Metallisieren: Hier werden temperaturbeständige Kunststoffolien mit Metall, meist Aluminium, bedampft. Die Metallschicht besitzt eine sehr geringe Sauerstoff- und Wasserdampfdurchlässigkeit.
Verwendung von V.:
V. finden nahezu im gesamten Bereich der Lebensmittelverpackung Anwendung. Beispiele sind: Saft- und
H-Milch-Tüten, Milchprodukte, Fleisch- und Fischwaren, Dauerbackwaren, Tiefkühlkost und Fertiggerichte. Der zunehmende Einsatz von
Mikrowellen-Geräten steigert die Produktion von mikrowellengerechten V. Eine ebenfalls große Nachfrage nach V. besteht in der Fleichwarenbranche.
Toxikologie von V.:
Da bei V. Kunststoffe eingesetzt werden, bestehen auch bei V. gesundheitliche Gefahren durch Rest-Monomere und Migration von Additiven. Hinzu kommen Klebstoffe und andere Additive, die speziell zur Herstellung der V. zugesetzt werden müssen.
Recycling von V.:
V. lassen sich sehr schwer oder gar nicht in ihre Einzelkomponenten zerlegen. Werden Kunststoffe wieder eingeschmolzen, so erhält man minderwertige Kunststoffe, die für den Lebensmittelkontakt nicht zugelassen sind. In Pilotprojekten zur Trennung von Polyethylen und Aluminium aus Getränketüten wird die Abtrennung unter Einsatz von heißen organischen Lösungsmitteln vorgenommen. Ob dieses Verfahren tatsächlich umweltfreundlich ist, bleibt zu bezweifeln. Die derzeitigen Entsorgungsmethoden für V. können nicht als echtes Recycling bezeichnet werden. Generell sind Mehrwegsysteme mit Pfand V. vorzuziehen, auch dann, wenn diese einer sog. stofflichen Verwertung zugeführt werden (Kunststoffrecycling, Verpackungsverordnung).

Autor: KATALYSE Institut

Verdünner

Im weiteren Sinne Bezeichnung für feste, flüssige oder gasförmige Stoffe, die zum Verdünnen konzentrierter Stoffe geeignet sind.

Im engeren Sinn versteht man unter den V. leicht verdunstende Flüssigkeiten, die Öl- und Lackfarben, Nitro- und Kunstharzlacken beigemischt werden. V. sind gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und bei Hautkontakt.
Terpentinöl, Toluol, Xylol, Nitroverdünner, Lacke und Anstrichfarben

Autor: KATALYSE Institut

Vergällungsmittel

Werden Waren zugesetzt, um diese aus steuerrechtlichen Gründen als Lebensmittel oder Genußmittel unbrauchbar zu machen (z.B. bei Ethanol, wenn dieser als Spiritus oder Lösemittel gebraucht werden soll, oder bei Streusalz (Streumittel)).
V. verderben oft nicht nur den Geschmack einer Ware, sondern sind für den Menschen z.T. auch giftig. Z.B. wird manchen Parfümalkoholen das giftige Diethylphtalat zugesetzt. Zahlreiche Lebensmittelvergiftungen, die 1981 in Spanien auftraten, wurden auf mit vergälltem
Rapsöl verfälschtes Olivenöl zurückgeführt. Übliche V. für Ethanol sind Aceton, Benzin, 2-Butanon, Ether, Methanol, Metylethylketon (Ketone), Petrolether, Phenol, Pyridinbasen, Terpentinöl. Andere V. für z.B. Streusalz sind Eisenoxid, Soda, Mineralöle, Seifenpulver (Seife).

Autor: KATALYSE Institut

Verjüngung

V. nennt man den natürlichen oder künstlichen Wechsel einer alten mit einer neuen Baumgeneration.

In den Urwäldern geschieht sie in den Lücken, die tote Bäume hinterlassen. In den von Menschen genutzten Wäldern wird V. planmäßig betrieben. Als Natur-V. bezeichnet man jede V., bei der Jungwuchs aus herabfallendem Samen, Stockausschlag oder Wurzelbrut des Altbestandes hervorgeht. Bei der künstlichen V. wird gesät oder gepflanzt. Die größte Behinderung der V. ist in Deutschland seit Jahrzehnten der hohe Wildbestand, der die V. von Mischwald außerhalb von wilddichten Zäunen unmöglich macht (Wildschäden). Dazu kommen nun durch Luftverunreinigung hervorgerufene Schäden: direkte Schädigung der Natur-V. v.a. bei Buchen. Die Wurzeln können den versauerten Oberboden nicht durchdringen, die Pflänzchen sterben ab (Bodenversauerung, Saurer Regen). Bei starker Schädigung der Bäume unterbleibt die Fruktifikation (= Ausbildung von Samen zur Vermehrung durch den Baum, z.B. Tannenzapfen), während sie sich bei einer leichten Schädigung eher verstärkt.
Urwald, Deposition, Waldsterben, Sukzession

Autor: KATALYSE Institut

Vanadium

Chemisches Element der V. Nebengruppe, Symbol V, Ordnungszahl 23, Schmelzpunkt 1.910 Grad C, Siedepunkt 3.380 Grad C, Dichte 6,12 g/cm3.

 

V. ist ein stahlgraues, dem Titan ähnliches Metall. Verbindungen finden sich in geringen Konzentrationen ubiquitär in der Erdkruste. V. kommt hauptsächlich in der Oxidationsstufe +3, +4 und +5 vor. Verwendung findet V. in der Stahllegierung, Luftfahrt, Atomindustrie.
Im Tier ist V. ein essentielles Spurenelement, der Mensch nimmt täglich ca. 35 mycrog/d mit der Nahrung zu sich. V.a. bei Inhalation wirken V.-Verbindungen (V.-Pentoxid) toxisch auf die Atemwege.
Höhere Dosen, über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, verursachen Nierenschäden, Fruchtschädigung und Schädigungen des Immunsystems.
Verdachtsmomente auf mutagene und kanzerogene Effekte sind nicht eindeutig zu bewerten.

Autor: KATALYSE Institut

Vektor

f}(lateinisch: Träger, Fahrer.) Eine in Mathematik, Physik und Technik verwendete Größe, die im geometrischen Sinn als eine mit bestimmtem Richtungssinn versehene Strecke aufgefaßt und als Pfeil dargestellt wird.

In der Gentechnologie vermitteln V. den Austausch von DNS zwischen Organismen. Der eigentliche Transfer erfolgt durch Übergabe der V. von einer Zelle auf eine zweite. Ein DNS-V. muß drei Bedingungen erfüllen: Er muß "Passagier-DNS" aufnehmen, in der Wirtszelle vervielfacht werden und mit hoher Effizienz DNS in die Wirtszelle übertragen können. Als V. dienen z.B. Plasmide und Virus-DNS.

Autor: KATALYSE Institut

VDI-Richtlinien

Informationen über den Stand der Technik, u.a. auch auf dem Gebiet der Luftreinhaltung, herausgegeben von der VDI(Verein Deutscher Ingenieure)-Kommission Reinhaltung der Luft.

Die Beachtung der V. wird in einigen Verordnungen (z.B. TA Luft) verbindlich vorgeschrieben. Die Richtlinien haben damit fast die gleiche juristisch bindende Wirkung wie staatliche Verordnungen (Umweltschutzgesetze). Dies ist auf dem Gebiet der Luftreinhaltung deshalb problematisch, weil in der VDI-Kommission Reinhaltung der Luft neben Vertretern der Industrie die Anlagenbetreiber selbst sitzen. Es handelt sich also hier - ähnlich wie beim TÜV - um eine Einrichtung zur freiwilligen Selbstkontrolle der Industrie.

Autor: KATALYSE Institut

Vorbelastung

Bei der Genehmigung einer neu in Betrieb zu nehmenden Anlage (Genehmigungsverfahren) muß die zuständige Behörde eine Bestandsaufnahme der derzeit auftretenden Immissionswerte von Schadstoffen (Immission) vornehmen.

Diese Immissionswerte werden unter dem Begriff V. erfaßt. Die Behörde muß außerdem mit Hilfe einer Ausbreitungsrechnung (Ausbreitung) beurteilen, um welche Immissionskonzentration sich die derzeitige Belastung durch den Betrieb der neuen Anlage erhöhen wird. Diese Immissionen werden Zusatzbelastung genannt. Die Behörde beurteilt dann unter Berücksichtigung des voraussichtlichen Zeitpunktes der Inbetriebnahme der Anlage, ob im Jahr der Inbetriebnahme die Summe aus Vor- und Zusatzbelastung kleiner als der Immisssionsgrenzwert der TA Luft ist. In Belastungsgebieten gilt, daß die Zusatzbelastung nicht mehr als 1% der V. ausmachen darf. Wenn dies der Fall ist, muß die Behörde die Anlage genehmigen. Jedoch werden in der Anwendungspraxis die Bestimmungen der TA Luft durch Sonderregelungen und Ausnahmegenehmigungen unterlaufen, so daß der Immissionsschutz nicht gewährleistet ist.
Bubble-(Kompensations-)Politik

Autor: KATALYSE Institut

Vorreiter

Deutschland wähnt sich häufig innerhalb Europas einer V.-Rolle im Umweltschutz. Nimmt man die Pro-Kopf-Umweltausgaben zum Maßstab, so steht Deutschland nach der Wiedervereinigung hinter Österreich und vor den Niederlanden an zweiter Stelle.

Gemessen am Industrialisierungsgrad, Verkehrsdichte, Bevölkerungsdichte, Abfallaufkommen und anderen Indikatoren für Umweltbeeinträchtigungen kann dies aber nicht verwundern. In den vergangenen 10 Jahren hat die BRD nicht zuletzt aufgrund eines gestiegenen Problemdrucks (Waldsterben, Gewässerbelastung, Abfall), erhöhten Umweltbewußtseins in der Bevölkerung sowie einer ansteigenden Handlungsbereitschaft in Politik, Wirtschaft und Medien in der Tat die Umweltpolitik entschlossener angepackt, als dies manche andere Mitgliedsstaaten der EG getan haben. Zu erwähnen sind:
- die Begrenzung von Luftschadstoffen durch die Großfeuerungsanlagenverordnung, die Vorbild der Großfeuerungsanlagenrichtlinie der EG war,
- die Entwicklung ökologischer Produktstandards, die z.B. für Kfz, für bestimmte Baustoffe oder FCKW-haltige Produkte gelten, auch Öko-Gütesiegel (Umweltzeichen) - allerdings z.T. mit erheblicher Verspätung gegenüber den USA und Japan,
- der Bau von Kläranlagen (Abwässerreinigung), Abgaben für Abwässereinleitungen,
- die internationale Tropenholz-Politik,
- die Forcierung der Recyclingwirtschaft und
- Produktion und Export von Umwelttechnologien.
Von einer V.-Rolle kann dennoch nicht gesprochen werden. Vielmehr haben andere Europäische Staaten ihrerseits partiell Führungspositionen eingenommen, so z.B.:
Dänemark, Niederlande und Italien in puncto ökologische Steuerreform, Dänemark, Niederlande und Großbritannien in puncto ökologische Reform der Landwirtschaft, Spanien und England beim Unterschutzstellen von ökologisch wertvollen Gebieten entsprechend der Vogelschutzrichtlinie der EG, Schweden und Dänemark bei der Verfolgung einer konsequenten Energiesparpolitik, Schottland bei der Wiederbewaldung mit einheimischen Baumarten, Belgien, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien und die Niederlande beim Verbandsklagerecht für Umweltverbände.
Bezogen auf die Umsetzung von EG-Richtlinien nimmt Deutschland einen Mittelrang innerhalb der EG ein. Verspätet und rechtlich unzureichend umgesetzt wurden u.a. die Trinkwasserrichtlinie, die Seveso-Richtlinie, die Vogelschutzrichtlinie und die Immissionsschutzrichtlinien für Schwefeldioxid und Stickoxide. Ferner zeigt die deutsche Politik keine Bereitschaft zur konsequenten Umsetzung der Richtlinie zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Es gibt großzügige Ausnahmeregelungen, die Öffentlichkeit wird beim
Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz ausgeschaltet, nicht alle Bundesländer haben Landesgesetze erlassen - Dinge, die von der EG-Kommission mehrfach gerügt wurden.
In anderen umweltrelevanten Sektoren nimmt Deutschland häufig eher eine abwartende Haltung ein, so etwa bei möglichen Produktverboten von Umweltgiften, in der Regelung der Gentechnologie oder bei der Nordsee-Schutzpolitik.
Schließlich ist auch die explizite Gegnerschaft Deutschlands gegen ökologische Forderungen anderer europäischer Staaten zu nennen:
gegen die Naturschutz-Richtlinie der EG wegen möglicher Folgen für die Landwirtschaft, gegen die Einführung einer deutschen und EG-weit einheitlichen Geschwindigkeitsbegrenzung, gegen die von den Alpenländern geforderten Verkehrsbeschränkungen im Alpentransitverkehr, gegen die von der EG-Kommission geforderte städtische Umweltpolitik auf EG-Ebene, gegen die entschlossene Einführung einer europäischen Kohlendioxidsteuer (Kohlendioxidproblem) auch ohne ein Mitziehen der USA und Japans und gegen die Beendigung der Förderung von Atomprogrammen (Kernkraftwerk) etwa im Bereich der EG-Forschungspolitik.

Autor: KATALYSE Institut

VX

siehe Nervenkampfstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Wachsmalstifte

W. bestehen aus Kaolin (Porzellanerde) und Wachs. Beide sind für den Nutzer gesundheitlich unbedenklich.

Vorsicht ist bei roten und orangen Farbstoffen in W. geboten, da sie oft aus Anilin-Verbindungen bestehen. Das Verschlucken solcher W. kann bei Kleinkindern zu Blausucht (Methämoglobinämie) führen.

Autor: KATALYSE Institut

Vinylchlorid

V. ist ein farbloses, narkotisch wirkendes Gas, das mit Luft explosive Gemische bildet.

Es dient als Ausgangsprodukt zur PVC-Herstellung und wird daher in großen Mengen benötigt. Gelagert und transportiert wird V. als verflüssigtes Gas. Bei Beschädigungen der Behälter besteht daher Explosionsgefahr.
V. ist als eindeutig krebserzeugender Stoff ausgewiesen. Es kann kein medizinisch unbedenklicher Grenzwert festgelegt werden, da jede noch so geringe V.-Konzentration schädigend wirkt. Für derartige Stoffe werden TRK-Werte vereinbart, die im Falle des V. bei 3 ppm (ml/m3) liegen.
Zur Herstellung von V. werden Ethylen und Chlor umgesetzt. Ein Zwischenprodukt bei dieser Produktion ist Dichlorethan(1,2-), ein Stoff mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential.
Bei der PVC-Herstellung aus V. müssen V.-Reste aus dem PVC entfernt werden. Durch diesen Prozeß gelangen in Deutschland jährlich 300 t V. in die Umwelt. 1991 wurden in den alten Bundesländern ca. 1,3 Mio t V. produziert.

Autor: KATALYSE Institut

Volkswirtschaft

Die Gesamtheit aller ökonomischen Austauschbeziehungen und Verflechtungen zwischen den verschiedenen Einzelwirtschaften (private Haushalte, Unternehmen, Staat), die innerhalb eines politisch, demographisch und geographisch abgegrenztes Gebiets meist in einheitlicher Währung integriert werden.

Allerdings haben - etwa in Europa - die Aufweichung der Grenzen und der ungehinderte Warenverkehr eine enge Verflechtung der verschiedenen nationalen V. bewirkt.
Betriebswirtschaftlehre

Autor: KATALYSE Institut

Versickerung

Bewegung des Wassers von der Erdoberfläche in tiefere Bodenschichten.

Die V. ist u.a. abhängig von der Art und Dichte der Vegetation, der Neigung des Geländes, der Struktur von Boden und Gestein und dem Gehalt des Bodens an Poren und Hohlräumen. Je kleiner der Porendurchmesser wird, desto stärker wird die Adhäsion in den Poren und desto langsamer auch die V.. An undurchlässigen und schlecht durchlässigen Bodenschichten staut sich deshalb das versickerte Wasser und bildet das Grundwasser. Auf sehr stark verdichteten Böden kann das Wasser gar nicht erst versickern, sondern fließt oberirdisch ab und führt dann zur Erosion.

Durch die zunehmende Versiegelung des Bodens wird der Wasserkreislauf an solchen Stellen unterbrochen und die Grundwasserneubildung vermindert: ein sinkender Grundwasserspiegel kann die Folge sein.

Das Wasser wird beim Durchsickern der Boden- und Gesteinsschichten gefiltert, d.h. von Schad- und Schmutzstoffen gereinigt, es löst aber auch Salze aus den oberen Bodenschichten und transportiert sie in tiefere Schichten oder bis ins Grundwasser. Dies betrifft natürlich auch Salze, die als Düngemittel in den Boden eingebracht worden sind. Über das Grundwasser gelangen sie ins Trinkwasser und werden hier zu Problemstoffen (Nitrat, Überdüngung).
Regenwasser, Uferfiltrat, Grundwasseranreicherung

Autor: KATALYSE Institut

Wasserstoffperoxid

f}W. (Wasserstoffsuperoxid, H2O2) ist in 30-40%iger Lösung stark ätzend.

Mindestens 60%ige W.-Lösung hat einen MAK-Wert von 1 ml/m3 (ppm) entsprechend 1,4 mg/m3. W. wird heute als Bleichmittel (z.B. als 2%ige Lösung für Haare), früher auch als Konservierungsstoff (heute verboten) eingesetzt. W. entsteht bei der Lebensmittelbestrahlung. Produktionsmenge 1991, Westdeutschland: 82.000 t.
Sauerstoffbleiche

Autor: KATALYSE Institut

Waschanlage

siehe Autowäsche.

Autor: KATALYSE Institut

Wäscher

Wäscher sind Anlagen, in denen die Schadstoffe aus den Rauchgasen durch eine Waschflüssigkeit entfernt werden.
Abgasreinigungsverfahren , Rauchgasentschwefelungsanlagen

Autor: KATALYSE Institut

Waschmaschine

Waschmaschinen belasten die Umwelt durch Stromverbrauch (Kraftwerk),Trinkwasserverbrauch und Waschmittel.

In Westdeutschland werden 14% des Trinkwassers und 9% des Haushaltsstroms zum Wäschewaschen verbraucht. Jährlich gelangen ca 700.000 t Waschmittel ins Abwasser .
In den letzten 10 Jahren konnte der Wasserverbrauch von W. um 45% (von 150 auf 80 l) und der Stromverbrauch um 33% (von 3 auf 2 kWh) gesenkt werden. Sparsame Geräte benötigen sogar nur 70 l Wasser und 1,8 kWh (Daten für Kochwäsche). Auch die heute am Markt erhältlichen W. unterscheiden sich drastisch im Verbrauch, so daß der richtigen Wahl beim Kauf einer W. eine wichtige Bedeutung zukommt

(Haushaltsgeräte). Der Effekt sparsamerer W. wird allerdings durch verändertes Verbraucherverhalten überkompensiert. So stieg die wöchentliche pro-Kopf-Wäschemenge von 1900 bis 1991 fast um den Faktor 4!
Wasser- und Stromverbrauch stehen in direktem Zusammenhang. Je weniger Wasser pro Waschgang erhitzt werden muß, desto weniger Energie wird hierzu benötigt. Dasselbe gilt für die Waschtemperaturen. Wird eine Kochwäsche durch eine 60-Grad-Wäsche ersetzt, so können 40% Energie gespart werden.
V.a. technische Neuerungen können Strom- und Wasserverbrauch senken:
Eine Mengenautomatik z.B. sorgt dafür, daß nur wenig mehr Wasser in die W. einfließt als von der Wäsche aufgesogen wird. So wird für die Wäsche von Synthetik-Textilien oder kleinen Mengen weniger Wasser verbraucht als für Baumwolle oder eine volle Trommel. Zu der aufgesogenen Wassermenge kommen noch knapp 5 l hinzu, die ständig abgepumpt und von oben wieder auf die Wäsche gesprüht werden.
Eine Dosierautomatik sorgt für die optimale Dosierung von Waschmittel, Enthärter , Bleichmittel und auf Wunsch auch Weichspüler je nach eingestelltem Programm, wodurch Überdosierungen durch leider viel zu oft auftretende Bedienungsfehler vermieden und die Mengen der einzusetzenden Mittel reduziert werden. Dosierautomatiken sind allerdings noch sehr teuer.
Eine weitere, billigere Methode, Waschmittel, Strom und Wasser zu sparen, ist das Einweichen vor der Wäsche und/oder die Verlängerung der Waschzeit. Einige W. haben entsprechende Sparprogramme. Dieser Effekt ist aber auch durch das zwischenzeitliche Ausschalten nach der ersten Wasserzufuhr zu erzielen. Hierdurch kann z.B. eine Koch- durch eine 60-Grad- oder eine 60-Grad- durch eine 40-Grad-Wäsche ersetzt werden, da durch die längere Verweildauer das Waschmittel besser einwirken kann und auch stärker verschmutzte Kleidung sauber wird.
Für Gegenden mit extrem hartem Wasser (Wasserhärte) sind vorgeschaltete Anionenaustauscher (Ionenaustauscher) empfehlenswert, die an alle W. angeschlossen werden können. Sie tauschen die härtebildenden Calcium- und Magnesiumionen im Wasser gegen Natriumionen aus und sorgen dafür, daß weniger Waschmittel bzw. Enthärter benötigt wird. Eine weitere Methode, die Wasserhärte zu senken, ist die Verwendung von sehr weichem Regenwasser (Regenwassernutzung).
Nur wenige W.-Modelle ermöglichen eine direkte Nutzung des Warmwassers aus der gas- oder ölgefeuerten Zentral-Heizung oder von Sonnenkollektoren, wodurch beträchtliche Mengen Strom eingespart werden können. Standardmodelle benötigen zur Einspeisung von Warmwasser externe Vorschaltgeräte, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind.
In älteren W. fanden häufig PCB-haltige Kondensatoren Verwendung, die durch Auslaufen (bräunliche Flüssigkeit) und bei der Verschrottung zur gesundheitlichen Gefahr werden können.

Autor: KATALYSE Institut