Qualitätsstandards für Obst und Gemüse

Rahmenrichtlinie Vermarktungs-/Handelsnormen

Die EU-Kommission hat mit Blick auf die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung hinderliche und unverhältnismäßige Vermarktungs- und Handelsnormen in den letzten Jahren kritisch überprüft und reduziert. Die entsprechend geänderte Durchführungsverordnung (EU) 2021/1890 (EU-Kommission 2021) sieht vor, dass Obst und Gemüse sowie deren Verarbeitungserzeugnisse Anforderungen an ‚Mindestqualität‘ erfüllen wie gesund (bspw. ohne Fäulnisbefall), sauber, frei von Schädlingen und fremdem Geruch und/oder Geschmack zu sein. Sie ermöglicht aber auch Produkte mit Qualitätsmängeln legal zu vermarkten. So können beispielsweise Äpfel und Birnen auch ohne Klassifizierung und mit einem Hinweis wie „zur häuslichen Verarbeitung" vermarktet werden.

Obst und Gemüse unterliegt aber nicht nur den auf der EU-Ebene gesetzlich vorgegebenen Vermarktungs- und Qualitätsnormen, sondern auch freiwilligen Qualitätsstandards wie den ‚Schönheitsnormen‘ des Handels. Sie führen dazu, dass Obst und Gemüse mit nicht normgerechten äußerlichen Merkmalen wie Größe, Form und Farbe - in England auch als ugly foods bezeichnet –systematisch aussortiert und zu Lebensmittelabfällen werden, obwohl sie sich geschmacklich und von der Zusammensetzung (Inhaltsstoffen) nicht von ‚normgerechten‘ Lebensmitteln unterscheiden, also ebenso gesund und genießbar sind. Um Wirtschaftsbeteiligte dafür zu sensibilisieren, auf Standards zu verzichten, die sich auf die bloße Optik der Lebensmittel beziehen (Schönheitsnormen) und ein Vermarktungshindernis für zwar optisch beeinträchtigte, aber unverändert für den Verzehr geeignete Lebensmittel darstellen, hat das Umweltbundesamt (UBA) eine Studie zu umwelt- und klima- relevanten Qualitätsstandards im Lebensmitteleinzelhandel (UBA 2020) und Empfehlungen zur Senkung handelsspezifischer Vorgaben im Hinblick auf das Aussehen und die Größe von Obst und Gemüse (UBA 2022) veröffentlicht.

Das UBA empfiehlt generell sich von unternehmensspezifischen Vorgaben zu trennen und vorrangig die Vorgaben der allgemeinen zuletzt durch die Durchführungsverordnung (EU) 2021/1890 (EU-Kommission 2021) geänderten Vermarktungsnorm der EU-Kommission zu verfolgen. Indikator für die Verkaufsfähigkeit von Obst und Gemüse sollten Haltbarkeit und Gewicht sein und damit die Aussortierung nach Größe und Aussehen verhindert werden. Polierte Kartoffeln oder mit Blattschmuck angebotene Bundmöhren oder Radieschen zeigen beispielhaft, dass Kriterien wie Aussehen oder Größe zweifelhaft sind, da bei der Politur der Kartoffel, um sie von Erde zu säubern, Beschädigungen verursacht werden und Blattschmuck den Wasserverlust beschleunigt, was die Qualität mindert und zu Entsorgung führen kann. Für die Umsetzung dieses Vorhabens empfiehlt das UBA, Verkaufsvorgaben branchenweit zur selben Zeit umzusetzen und Verbraucher umfänglich zu informieren.

Literatur

UBA (2020): Umwelt- und klimarelevante Qualitätsstandards im Lebensmitteleinzel-handel. Ursachen und Lösungen. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt (Texte, 72).

UBA (2022): Mehr Natürlichkeit im Obst- und Gemüseregal – gut für Umwelt und Klima. Empfehlungen des Umweltbundesamtes zur Senkung handelsspezifischer Vorgaben. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

(Stand 12.2023)

 

Autor: Regine Rehaag

Tetrachlordibenzo-p-dioxin

Bezeichnung für Vertreter der chlorierten Dioxine, die vier Chloratome enthalten, oft mit TCDD, TeCDD oder T4CDD abgekürzt.
Dioxine und Furane

Autor: KATALYSE Institut

Tempolimit

Deutschland ist eines der wenigen Länder auf der Welt, wo kein Tempolimit auf Autobahnen gilt, in Europa mit Ausnahme der Isle of Man sogar das einzige. Ein generelles Tempolimit auf Bundesautobahnen einzuführen, um die Treibhausgasemissionen zu verringern, ist in der politischen Debatte trotzdem so aktuell wie lange nicht mehr. Dabei gab es während der Ölkrise 1973 in der Bundesrepublik bereits ein erstes Tempolimit, bei dem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100km/h galt. Dieses Tempolimit wurde 1974 wieder abgeschafft und eine Richtgeschwindigkeit von 130km/h eingeführt, die bis heute bestand hat.[1]

Das Umweltbundesamt (UBA) befürwortet nun erneut ein generelles Tempolimit auf Bundesautobahnen, als eine Maßnahme, um gegen den Klimawandel vorzugehen. Laut Berechnungen des UBAs können schätzungsweise 1,9 Mio. Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) bei einem Tempolimit von 130 km/h jährlich reduziert werden, bei einem Tempolimit von 100km/h sogar ganze 5,4 Mio. Tonnen. [2]

Doch trotz diesen Erkenntnissen bleibt ein generelles Tempolimit in Deutschland bislang aus. Grund dafür ist vor allem die deutsche Automobilindustrie, die bei 5,4 Mio. Tonnen eingespartem CO2 im Vergleich zu den Gesamt-Emissionen in Deutschland von insgesamt 762 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2021[3] den Effekt als zu gering ansieht. Zudem seien die Bundesautobahnen die sichersten Straßen in Deutschland und es gebe keinen direkten Zusammenhang zwischen einem Tempolimit und dem Sicherheitsniveau auf Bundesautobahnen.[4]

Die Meinungen in der Bevölkerung gehen beim Tempolimit stark auseinander. Dennoch lässt sich in den letzten Jahren beobachten, dass immer mehr Autofahrer:innen ein generelles Tempolimit auf Bundesautobanen befürworten. Waren es 2012 nur 40% der Bevölkerung, die sich für ein Tempolimit aussprachen, sind es 2022 bereits 52%.[4]

 

[1] Gerhard, Saskia (2020): Das wissen wir über Tempolimits. Quarks https://www.quarks.de/impressum/

[2] Lange, Martin; Hendzlik, Manuel; Schmied, Martin (2020): Klimaschutz durch Tempolimit. Wirkung einer generellen Tempolimits auf Bundesautobahnen auf die Treibhausgasemissionen. Bundesumweltamt https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/klimaschutz-durch-tempolimit

[3] UBA (2022): Treibhausgas-Emissionen in Deutschland https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland

[4] ADAC (2022): Tempolimit auf Autobahnen https://www.adac.de/verkehr/standpunkte-studien/positionen/tempolimit-autobahn-deutschland/

(Stand 09.2022)

 

Autor: Laurenz Wenninghoff

Temperatur

Globaler T.-Anstieg: Treibhauseffekt; T. im Wohnbereich: Raumklima

Autor: KATALYSE Institut

Teflon

siehe Polytetrafluorethylen

Autor: KATALYSE Institut

Teeröl

Der bei der Steinkohlenverkokung (Kokerei) anfallende Teer kann destillativ in Leichtöl, Siedepunkt 80-180 Grad C, Mittelöl 180-230 Grad C, Schweröl 230-270 Grad C, Anthracenöl 270-400 Grad C und Pech aufgetrennt werden.

Während aus diesen Fraktionen bis 1960 54% der Primärchemikalien bereitgestellt wurden, waren es 1970 nur noch 9% und ab 1976 nahezu gleichbleibend 3-4%. Aus T. lassen sich so wichtige Verbindungen (s.Tab.) herstellen wie die Teerfarben, die die Grundlage für die großtechnische Chemieproduktion darstellen. Mit der Synthese der Teerfarben war es möglich, die großen Mengen T. aus der Koksherstellung aufzuarbeiten, die mit der industriellen Revolution verbunden waren. Man schätzt, daß mehrere 10.000 Verbindungen in T. enthalten sind, von denen nur ein Bruchteil bekannt ist und etliche als krebserzeugend (Krebs) einzustufen sind.

Lit.: Das Blaue Wunder, Köln 1990

Autor: KATALYSE Institut

Technetium

Chemisches Element der VII. Nebengruppe, Symbol Tc, Ordnungszahl 43, Schmelzpunkt 2.140 °C, Siedepunkt 5.030 °C, Dichte 11,5 g/cm³. Es existieren 21 Isotope, die alle instabil (Radioaktivität) sind.

Technetium gehört mit seinem metastabilen radioaktiven Isotop Tc 99m zu den wichtigsten künstlichen Radionukliden in der medizinischen Diagnostik. Technetium zerfällt unter Aussendung von Beta- und Gammastrahlung. Wegen seiner kurzen physikalischen Halbwertszeit von 6 h (Tc 99m) und seinem guten Anreicherungsverfahren eignet es ich für die Nuklearmedizin und ersetzt zunehmend das früher verwandte Iod 131, welches zu erheblich grösseren Strahlenbelastungen führt.
Siehe auch unter Iod

Autor: KATALYSE Institut

TCDD

Abkürzung für Tetrachlordibenzo-p-dioxin, oft auch speziell für 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin.

Autor: KATALYSE Institut

Taupunkt

Wird Luft kontinuierlich abgekühlt, steigt bei gleichbleibender absoluter Luftfeuchtigkeit die relative Luftfeuchtigkeit bis auf 100% an.

Dann besitzt die abgekühlte Luft den bei dieser Temperatur maximal möglichen Gehalt an Wasserdampf. Man sagt, die Luft hat ihren T. (besser: Tautemperatur) erreicht. Bei weiterem Abkühlen fällt notwendigerweise Wasser aus. Die Tautemperatur ist also ein Kriterium dafür, ob an einer Oberfläche Tauwasser anfällt oder nicht (z.B. Kondensatbildung an Fensterscheibe, als kältester Ort in einem Wohnraum). Die Angabe eines T. im Inneren eines Bauteils bedeutet nicht zwangsläufig, dass dort auch wirklich Tauwasser ausfällt. Die Klärung dieser Frage erfordert zusätzlich die Berücksichtigung der Dampfdiffusion behindernden Wirkung der Baustoffschichten (Diffusionswiderstand) und nicht nur die Bestimmung des T. von Luft und des Temperaturprofils im Bauteil.
Bauphysik

Lit.: P.Lutz et al.: Lehrbuch der Bauphysik, Stuttgart 1989

Autor: KATALYSE Institut

Tankerunfälle

T. verursachen durch Öleintrag ins Meer schwere Schäden an Tier- und Pflanzenwelt (Ölpest, Meeresverschmutzung).

Hauptursache für T. ist der harte wirtschaftliche Konkurrenzkampf innerhalb der Tankerbranche. Daraus resultieren: schlechte Wartung, hohes Alter der Schiffe, fehlende doppelte Schiffswand und zu kleine und übermüdete Besatzungen.

Die von T. ausgelöste akute Ölpest auf offener See kann durch folgende Maßnahmen bekämpft werden:

- schwimmende Barrieren verhindern bei ruhiger See die Ausbreitung des Öls;
- mit Spezialschiffen kann das Öl bei geringem Seegang abgesaugt werden;
- Chemikalien zersetzen das Erdöl, wenn es noch nicht zu stark verwässert ist; sie können aber für die Meeresbiologie schädlich sein.
Die biologische Bekämpfung mit Bakterien ist Anfang der 90er Jahre nur für kleinere Ölteppiche ausreichend entwickelt. Das Abfackeln des Öls ist wegen der damit verbundenen Luftverschmutzung und der Verbrennungsrückstände ebenfalls umweltschädlich.
Langfristig schlimmer als die akute Ölpest durch T. ist die chronische Ölverseuchung der Meere (Ölpest). Die vermeidbaren Verschmutzungen durch Tankspülwässer spielen dabei eine große Rolle.

Autor: KATALYSE Institut

TAED

siehe Sauerstoffbleiche

Autor: KATALYSE Institut

Tabun

siehe Nervenkampfstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Testbenzin

Durch Destillation von Erdöl gewonnene Lösemittel, die je nach Temperatur des Vorlaufs unterschiedliche Qualitäten haben.Testbenzin wird im Sprachgebrauch auch als Universalverdünnung, Universalreiniger, Waschbenzin, Werkzeugreiniger, Kunstharzverdünnung und mit weiteren Synonymen bezeichnet.

So unterscheidet man Petrolether, Testbenzin und Siedegrenzbenzin. Um die Ausbeuten zu erhöhen, werden dem Destillat hydrierte Fraktionen zugegeben, die den hohen Anteil ungesättigter Verbindungen aus Crackprozessen reduzieren.
Testbenzin darf nach der Gefahrstoff-Verordnung 0,1 Prozent krebserzeugendes Benzol und darüber hinaus 10 Prozent Xylol und 1 Prozent Toluol enthalten. Testbenzin wirkt reizend auf Schleimhäute.

Autor: KATALYSE Institut

Terpentinersatz

Aus Erdöl-Destillation gewonnenes Lacklösungs- und Verdünnungsmittel verschiedener Zusammensetzung, hauptsächlich aus Benzin und hydrierten Kohlenwasserstoffen (Testbenzin).

Terpentinersatz ist umweltgefährdend (Wasser).

Autor: KATALYSE Institut

Teppichreiniger

Diese speziellen
Reinigungsmittel für textile Bodenbeläge (Teppichboden) und Polster sind nur für die gelegentliche Grundreinigung gedacht, während die laufende Unterhaltsreinigung durch Saugen und Bürsten erfolgt und begrenzte Anschmutzungen möglichst frisch mit geeigneten Fleckentfernern beseitigt werden können.

Es sind drei Typen von T. zu unterscheiden:

1. T.-Pulver sind bei wasserempfindlichen Teppichen das Mittel der Wahl. Wirkstoffe sind Tenside auf saugfähigen Trägermaterialien (natürliche, wie z.B. Cellulosepulver, Sägemehl, Stärke oder synthetische, wie PUR-Hartschaummehl (Polyurethan)). Verstärkt wird die Schmutzentfernung noch durch Lösemittel (v.a. Alkohole, aber auch Aliphaten). Nach dem Einarbeiten dieser T. kommt es also zu einer Lösemittelbelastung der Raumluft, weshalb gut gelüftet werden sollte. Außerdem können erhebliche Pulverrückstände im Teppich verbleiben, insb., wenn kein guter Staubsauger zur Verfügung steht. Eine unmittelbare Abwasserbelastung entsteht naturgemäß bei diesem Verfahren nicht, da der Entsorgungspfad über den Hausmüll läuft.
2. Teppichschaumreiniger (Teppichshampoos) werden im Gegensatz zu den Pulvern auf wäßriger Basis hergestellt und angewandt. Nach dem Einarbeiten in den Teppich (per Hand oder mit speziellen Shamponiermaschinen) wird der vom Schaum gebundene und so angetrocknete Schmutz gleichfalls in einem nachfolgenden Arbeitsgang abgesaugt. Diese Art von T. werden als flüssige Konzentrate oder gebrauchsfertig in Spraydosen angeboten. Insb. gegenüber der Anwendung in Aerosol-Form werden Bedenken wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen (Kawasaki-Fieber) laut. Schon aus diesem Grund wäre ein prinzipieller Verzicht auf Einwegsprayprodukte angebracht, zumal die Selbstzubereitung von Reinigungsflotten aus Konzentraten immer wesentlich preiswerter ist, von allen ökologischen Vorteilen einmal abgesehen. Schaumreiniger bestehen im wesentlichen aus Tensiden, welche einen intensiven, stabilen Schaum ergeben müssen. Ebenso wie bei den Pulvern sind häufig noch Lösemittel (Alkohole, Aliphaten) zugegen. Weitere Wirkstoffe sind Komplexbildner (unter Umständen auch Phosphat) und Polymere, Polyacrylharze). Üblicherweise enthalten die Rezepturen noch Duftstoffe und Konservierungsmittel. Achtung: Manche T. enthalten desinfizierende Wirkstoffe (Desinfektionsmittel)!
3. Sprühextraktionsreiniger sind ähnlich zusammengesetzt wie die vorgenannten Shampoos. Wesentliche Unterschiede sind jedoch, daß hierbei Schaum völlig unerwünscht ist und daher schaumarme Tenside oder gar Entschäumer eingesetzt werden müssen sowie die Anwendungsweise. Das Einbringen der Reinigungsflotte in den Teppich und das Absaugen des Schmutzwassers erfolgen in einem Arbeitsgang mit Spezialgeräten, die zwar üblicherweise nicht in Haushalten vorhanden sind, aber heute überall in Fachgeschäften ausgeliehen werden können. Die Sprühextraktionsreinigung ist von der Wirkung und Rückstandsvermeidung her den anderen Verfahren überlegen und kann überall da empfohlen werden, wo feuchtigkeitsbeständige Teppiche einer Grundreinigung bedürfen.
Lose Teppiche dagegen können auch Fachbetrieben zur Reinigung übergeben werden. Dabei kommen einmal die wegen ihrer Lösemittel problematische chemische Reinigung, aber auch die Naßreinigung in Frage. Letztere ist unter Leistungs- und Umweltaspekten durchaus empfehlenswert.

Autor: KATALYSE Institut

Toluol

Wasserhelle Flüssigkeit mit benzolartigem Geruch. T. wird auch als Methylbenzol oder Phenylmethan bezeichnet und kommt in Steinkohlenteer und in vielen Erdölen vor und wird durch fraktionierte Destillation gewonnen.

T. ist ein wichtiges Ausgangsprodukt, z.B. für die Herstellung von Benzaldehyd, Benzoesäure und Sprengstoffen (TNT). T. wird als Lösemittel und Ersatzstoff für Benzol verwendet.

T. ist gesundheitsschädlich und verursacht bei hohen Konzentrationen Nervenschäden. Nach Inhalation kann es zur Müdigkeit, Unwohlsein, Missempfindungen, Störungen der Bewegungskoordination und verlängerte Reflex- und Reaktionszeiten kommen z.T. auch Heiterkeit und Erregungszuständen. Kritisch sind v.a., die fruchtschädigenden Wirkungen von T. zu sehen. T. wirkt weiterhin haut- und augenreizend. Einige T.- Abkömmlinge, besonders T.- Sulfonate haben ein starkes allergenes Potenzial.

Raumluft:
25 µg/m3 Zielwert B nach BGA
300 µg/m3 Richtwert I BgVV
3.000 µg/m3 Richtwert II BgVV: Interventionswert
500 µg/m3 Richtwert WHO
1.000 µg/m3 Richtwert 0,5 h WHO
190 mg/m3 MAK- und BAT-Wert nach Liste 1998

Autor: KATALYSE Institut

Tonminerale

Bei der chemischen Verwitterung von Gesteinen und Mineralen entstehen T., deren Größe 2 mycrom nicht übersteigt.

Sie sind schichtartig aufgebaut und haben daher eine stark vergrößerte Oberfläche. Dadurch können sie Wasser einlagern, so daß sie aufquellen und wieder schrumpfen können. Dieses Wasser ist zum überwiegenden Teil aufgrund der starken Bindung und dem im Verhältnis dazu schwachen Saugdruck der Pflanzenwurzeln für die Pflanzen nicht verfügbar. Bei einem Tonboden fangen deshalb die Pflanzen manchmal schon zu welken an, wenn der Boden noch feucht ist. Nährstoffionen (z.B. Nitrat) oder Schadstoffe können gleichermaßen fest in die Schichtpakete eingelagert und vor dem Auswaschen in tiefere Bodenschichten bewahrt werden. Tonböden sind meist nährstoffreiche Böden mit ungünstigem Wasser- und Lufthaushalt.
Bodenbestandteile, Sorptionsvermögen

Autor: KATALYSE Institut

Tourismus

siehe Sanfter Tourismus, Nachhaltiger Tourismus, Blaue Flagge, Freizeit und Umwelt, Alpen, Schutzwald.

Autor: KATALYSE Institut

Toxaphen

Auch Camphechlor, Insektizid. Seit 1980 Anwendungsverbot in der BRD, seit 1983 EG-weit verboten.

Der Grenzwert beträgt z.Z. 0,4 mg/kg. Mitte 1989 ging durch die Presse, daß Lebertran und Fischölkapseln z.T. erhöhte Konzentrationen enthalten. Aufgrund der Nahrungskette reichert sich dieses fettlösliche Pestizid u.a. in Fischölen an. Nach Verzehr solcher Produkte wird T. im menschlichen Körper ebenfalls gespeichert. T. ist ein Gemisch von mehreren hundert verschiedenen Molekülabkömmlingen - diese Tatsache verkompliziert eine exakte Analytik und erschwert genaue Aussagen zur Belastungssituation. Daraus folgt, daß der Verzehr von Produkten wie Lebertran, Fischölkapseln und sonstigen Fischfetten möglichst vermieden werden sollte.

Autor: KATALYSE Institut

Toxikologie

T. bezeichnet die Lehre von den schädlichen Wirkungen chemischer Substanzen auf lebende Organismen. Die giftige Wirkung ist abhängig von der Dosis, der Dauer der Einwirkung und der Art der Aufnahme in den Körper.

Chemische Substanzen können über die Haut oder die Schleimhäute (verschlucken, einatmen) aufgenommen werden. Die T. hat die Aufgabe, die möglichen Schäden zu erfassen, zu beschreiben und einzustufen. Man unterscheidet akute, subakute, chronische und subchronische Wirkungen. Seit einiger Zeit gehören auch die Untersuchungen von den immer häufiger auftretenden Allergie auslösenden Stoffen zu einem wichtigen Teilbereich der T.

Toxische Wirkungen können praktisch in allen Organen auftreten; vor allem betroffen sind Leber, Nieren, Nervensystem, Haut und Schleimhäute. Bei krebserregenden und erbgutverändernden Substanzen beispielsweise können schon geringste Mengen, die weit unter eventuell vorhandenen Grenzwerten liegen, bei Mensch und Tier zu Schäden führen.

Es gibt eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften, die vor Krankheiten durch chemische Stoffe schützen sollen. Im Bereich des Arbeitsschutzes sind es z.B. die MAK-Liste, die Gefahrstoffverordnung und verschiedene Unfallverhütungsvorschriften. Siehe auch Ökotoxikologie

Autor: KATALYSE Institut

Thioharnstoff

Dieser Wirkstoff vieler Silberputzmittel (Putzmittel) wird in der Schweiz in der Giftklasse 3 (starke Gifte) geführt und ist in der Gruppe IIIB der MAK-Werte-Liste 1991 enthalten (begründeter Verdacht auf krebserzeugendes Potential).

Autor: KATALYSE Institut

Thorium

Chemisches Element, Symbol Th, Ordnungszahl 90, Schmelzpunkt 1.750 Grad C, Siedepunkt 3.850 Grad C, Dichte 11,7 g/cm3.

Natürliche Strahlenbelastung, Glühstrümpfe, Kohlekraftwerk, Hochtemperaturreaktor.

Autor: KATALYSE Institut

THTR

siehe Hochtemperaturreaktor.

Autor: KATALYSE Institut

Tierversuche

Mit Hilfe von T. sollen Arzneimittelwirkungen und -verträglichkeiten sowie neue Kosmetika getestet werden.

T. werden aber auch für wissenschaftliche Forschungen in Medizin, Biologie und Biochemie sowie bei Demonstrationen vor Studenten durchgeführt. Beim Testen von Medikamenten auf Wirkungen und Nebenwirkungen wird dabei davon ausgegangen, daß die beim T. gewonnenen Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind. Wie folgende Beispiele zeigen, kann dies ein unkalkulierbares Risiko darstellen: Penicillin, ein für den Menschen gut verträgliches und wirksames Medikament bei Infektionen, ist für Meerschweinchen nach wenigen Tagen tödlich.

Methylalkohol (Methanol), an dem Tausende erblindeten, hat für alle bekannten Labortiere keinerlei schädliche Folgen. Der für den Menschen tödliche Knollenblätterpilz wird von den meisten Nagetieren gut vertragen. Viele Medikamente, die sich bei Tieren als völlig harmlos erwiesen haben, zeigten beim Menschen jedoch erhebliche, z.T. tödliche Nebenwirkungen, so daß diese Medikamente wieder vom Markt genommen werden mußten. 1988 wurden auf Veranlassung des Bundesgesundheitsamts 1.040 Arzneimittel vom Markt genommen, z.B. metamizolhaltige Schmerzmittel, die eine Verminderung der weißen Blutkörperchen verursachen und z.T. zum Tode geführt haben. Da T. wenig aussagekräftig sind, wurden alternative Testmethoden entwickelt: In-vitro-Versuche mit lebenden Zellen, aber auch Computermodelle, die Reaktionen des menschlichen Stoffwechsels auf Fremdsubstanzen simulieren.

Es ist äußerst fraglich, ob überhaupt ständig neue Medikamente und Kosmetika entwickelt und vermarktet werden müssen. Für viele Krankheitsbilder gibt es bereits eine große Zahl verschiedener, aber gleich wirksamer Medikamente, die außerdem gut verträglich sind. Hier dienen T., aber auch die in der klinischen Erprobungsphase nötigen Versuche am Menschen letzlich nur noch kommerziellen Zwecken.
Vor diesem Hintergrund fordern T.-Gegner die drastische Beschränkung von T., um Tieren, denen sie genauso wie Menschen ein Recht auf Unversehrtheit und Schmerzfreiheit zusprechen, sinnlose Qualen zu ersparen.

Autor: KATALYSE Institut