Vernetztes Denken

Das V. beschäftigt sich in erster Linie damit, Systeme unserer Umwelt und die Gesetzmäßigkeiten ihres Zusammenwirkens zu verstehen und zu beschreiben, womit es im Gegensatz zum linearen, monokausalen Ursache-Wirkungs-Denken steht, das häufig nur Teilaspekte eines Systems herausgreift.

Erst wenn wir versuchen, unsere Umwelt durch eine Kombination beider Denkweisen zu verstehen, wenn auch an unseren Universitäten und Schulen das V. gelehrt wird, werden wir von dieser Umwelt ein möglichst wirklichkeitstreues Bild zeichnen und die Folgen möglicher Eingriffe schon vorweg abschätzen können.
Beispiel Landwirtschaft: Statt durch Pestizide möglichen "Schädlingen" zu Leibe zu rücken, kann ein Bauer versuchen, schon vor einem Schädlingsbefall zu erkunden, wie die entsprechende landwirtschaftliche Kultur in ihre Umwelt eingebunden ist (Gibt es Lebensraum für natürliche "Schädlingsbekämpfer"? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um Nützlinge zu fördern? Kann durch Mischkulturen eine Stärkung der Pflanzen und damit weitestgehende Schädlingsresistenz geschaffen werden? Ist der Boden verdichtet, so daß die Pflanzen unter Staunässe leiden? Ist die Kultur an den Standort angepaßt? etc). So erfährt er immer mehr über den wirklichen Zustand seines Ackers, über Schwachstellen in diesem System (u.a. wegen einer verfehlten Agrarpolitik hat der Landwirt heute häufig nicht die finanziellen Möglichkeiten, um entsprechende Konsequenzen aus seinem Wissen ziehen zu können).
Kybernetik, Weltmodelle

Autor: KATALYSE Institut

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