Verbundverpackungen

Unter V. versteht man Verpackungen, die durch Kombination unterschiedlicher Materialien (Kunststoffe, Aluminium, Pappe und Papier) erzeugt werden und deren Eigenschaften die der Einzelkomponenten übertreffen.

An ein Verpackungsmaterial werden zahlreiche Anforderungen gestellt wie Sauerstoffsperre zur Verhinderung von Oxidationsprozessen, Wasserdampf- und Aromasperre, Lichtschutz, hohe Festigkeit, Sterilisierbarkeit u.a. Da ein einzelner Werkstoff nicht alle gewünschten Eigenschaften bieten kann, werden unterschiedliche Materialien zu einem Verbund kombiniert, der dann alle gewünschten Eigenschaften aufweist.
Herstellung von V.: Hierbei unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Herstellungsverfahren:
1. Beschichtung von Papier, Zellglas oder Kunststoffen mit Lacken oder Harzen. Durch Beschichtung mit Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen erhält man verschweißbare V., da diese Kunststoffe sich bei Erwärmung verformen und damit verschweißen lassen.
2. Kaschieren: Hier werden die Verpackungsmaterialien durch Klebstoffe miteinander verbunden. Kleber aus Leim oder Stärke sind als ungefährlich, solche aus Phenol-, Epoxid- oder Acrylharz hingegen als gefährlich einzustufen.
3. Metallisieren: Hier werden temperaturbeständige Kunststoffolien mit Metall, meist Aluminium, bedampft. Die Metallschicht besitzt eine sehr geringe Sauerstoff- und Wasserdampfdurchlässigkeit.
Verwendung von V.:
V. finden nahezu im gesamten Bereich der Lebensmittelverpackung Anwendung. Beispiele sind: Saft- und
H-Milch-Tüten, Milchprodukte, Fleisch- und Fischwaren, Dauerbackwaren, Tiefkühlkost und Fertiggerichte. Der zunehmende Einsatz von
Mikrowellen-Geräten steigert die Produktion von mikrowellengerechten V. Eine ebenfalls große Nachfrage nach V. besteht in der Fleichwarenbranche.
Toxikologie von V.:
Da bei V. Kunststoffe eingesetzt werden, bestehen auch bei V. gesundheitliche Gefahren durch Rest-Monomere und Migration von Additiven. Hinzu kommen Klebstoffe und andere Additive, die speziell zur Herstellung der V. zugesetzt werden müssen.
Recycling von V.:
V. lassen sich sehr schwer oder gar nicht in ihre Einzelkomponenten zerlegen. Werden Kunststoffe wieder eingeschmolzen, so erhält man minderwertige Kunststoffe, die für den Lebensmittelkontakt nicht zugelassen sind. In Pilotprojekten zur Trennung von Polyethylen und Aluminium aus Getränketüten wird die Abtrennung unter Einsatz von heißen organischen Lösungsmitteln vorgenommen. Ob dieses Verfahren tatsächlich umweltfreundlich ist, bleibt zu bezweifeln. Die derzeitigen Entsorgungsmethoden für V. können nicht als echtes Recycling bezeichnet werden. Generell sind Mehrwegsysteme mit Pfand V. vorzuziehen, auch dann, wenn diese einer sog. stofflichen Verwertung zugeführt werden (Kunststoffrecycling, Verpackungsverordnung).

Autor: KATALYSE Institut

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