Komposttoilette

Die K. oder Öko-Toilette verwandelt Fäkalien u.a. organische Stoffe (z.B. Küchenabfälle) in Humus, so daß die wertvollen Nährstoffe erhalten bleiben.

Sie benötigt kein Wasser und erzeugt somit kein Abwasser. In einem geschlossenen Behälter findet eine Kompostierung statt, die vom Kompostmaterial und den Faktoren Luftzufuhr, Feuchtigkeitsgehalt und Temperatur beeinflußt wird.
Dieses System ist ästhetisch und hygienisch einwandfrei und arbeitet mit einer aeroben Kompostierung, d.h. mit einer Umsetzung der Fäkalien und organischen Abfälle durch luftatmende Bodenorganismen. Die Genehmigungsbehörden erlauben nur in Ausnahmefällen dieses Toilettensystem, denn in Wohnungen, die einen Wasseranschluß besitzen, muß eine Spültoilette eingebaut und an vorhandene Abwasserleitungen angeschlossen werden.

siehe auch: Autonomes Haus

Autor: KATALYSE Institut

Kompostierung

Die K. (Verrottung) ist eine uralte Methode zur Umwandlung von organischen Reststoffen zu pflanzenverträglichen Bodenverbesserungsmitteln.

Dabei setzen aerobe Mikroben beim Abbau des kompostierbaren Abfalls den Sauerstoff und Kohlenstoff in Kohlendioxid und Wasser um. Kompostierbar ist ein Teil des Hausmülls, Klärschlamm und ein Großteil aller organischen Stoffe wie Laub, Holz, Garten- und landwirtschaftliche Abfälle. Der fertige Kompost ist kein Dung, sondern ein humusähnliches Bodenverbesserungsmittel.
Bei der K. oder Rotte wird durch Bodenorganismen der
Abfall in einfache Grundstoffe zerlegt. Hierzu ist Sauerstoff (Luft) erforderlich (im Gegensatz zur Faulung, diese findet ohne Sauerstoff statt, Biogas ). Kompost wird hauptsächlich im Wein- und Gartenbau eingesetzt.
Die K. kann in großtechnischem Maßstab zur Verwertung kommunaler Abfälle durchgeführt werden. Durch K.-Anlagen wird die Rotte gezielt gesteuert. In Deutschland findet die K. meist unter aeroben Verhältnissen statt. Hierbei entstehen Temperaturen bis ca. 70 Grad C, bei denen Keime und Samen abgetötet werden. Eine sinnvolle Alternative zur aeroben stellt die anaerobe K. dar, bei der mit Biogas ein wertvoller Brennstoff als Endprodukt anfällt.
Effektiver als eine großtechnische zentrale K. ist die Eigen-K. von Haushalts- und Gartenabfällen. Hierbei kann man im Garten oder auf Balkonen Kompostbehälter wie Wurmkisten oder Hochbeete zur K. nutzen. Voraussetzungen für den Rotteprozeß sind eine ausreichende Sauerstoffzufuhr, optimale Feuchtigkeit und eine lockere Struktur mit genügend großem Porenvolumen. Daneben ist ein günstiges Kohlenstoff/Stickstoffverhältnis und eine gute Entwässerung und Belüftung wichtig.
Die K. ist eine sinnvolle Abfallbeseitigung mit einer geringen Umweltbelastung. Hierzu ist jedoch erforderlich, daß die Schadstoffe im Müll, vor allem die Schwermetalle, im Ausgangsprodukt deutlich reduziert werden. Hiermit steht oder fällt die K. von Siedlungsabfällen. Eine gute Vorsortierung des Hausmülls (Kompost darf kein Glas, Metall, Plastik oder Haushaltschemikalien, aber auch keine Schalen von gespritzten Zitrusfrüchten enthalten) ist ebenfalls Voraussetzung für eine problemlose Verwertung. 1985 waren etwa 4% der Wohnbevölkerung der BRD an 17 K.-Anlagen angeschlossen.

Autor: KATALYSE Institut

Kompost

K. ist ein durch intensive Rotte verschiedenartiger Wirtschafts- und Haushaltsabfälle pflanzlicher und tierischer Herkunft gewonnener Humusdünger (Humus).

Besonders im alternativen Landbau wird K. zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt. Bei sachgemäßer K.-Bereitung werden Unkrautsamen, schädliche Mikroorganismen und auch einige Chemikalien zerstört bzw. abgebaut.
Enthalten Pflanzenreste Biozide, so kann dadurch die abbauende Mikroflora verändert und die Kompostierung verzögert werden. Der K. aus großtechnischen Kompostieranlagen enthält oft Schwermetalle und ist deshalb nur begrenzt auf Ackerböden einsetzbar. Zum guten Start der Bakterienentwicklung kann die Zugabe von "reifem" K. oder das Impfen mit Bakterienkulturen angebracht sein.

siehe auch: Abbau, Biogas

Autor: KATALYSE Institut

Kokospalme

Die Kokospalme ist ein unverzweigter Baum von 25 bis 30 Meter Stammhöhe mit Blätterkrone, die aus 30 bis 40 großen Blättern mit je 4 bis 6 Meter langer Mittelrippe und 60 bis 90 cm langen lanzettlichen Fiederblättern gebildet wird.

 

  • Systematik: Familie: Palmae (Palmengewächse), Art: Cocos nucifera L.
  • Herkunft: Südasien, Polynesien
  • Klimaansprüche: kultivierbar bis zu 600 Meter bei 2000 mm Niederschlag/Jahr, Jahresdurchschnittstemperatur: 27 °C
  • Anbausystem: Plantage mit 50- bis 80jährigem Anbau
  • Düngung: pro Baum/Jahr: Stickstoff: 0,25 bis 0,5 kg; Kalium: 0,45 bis 0,7 kg, Phosphat: 0,25 kg
  • Aussaat: Pflanzung von Sämlingen, 160 Bäume/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Phytophthora palmivora, Pestalotia palmarum; Schädlinge: Schwarzer Käfer, Braune Kokosnuss-Blattmotte, Kokos-Schildlaus; Sonstige: Nematoden (Rhadinaphelenchus cocophilus Corb.)
  • Ernte: etwa 12 Monate nach der Blüte, manuell durch Abschlagen der Fruchtbündel
  • Ertrag: 50 bis 200 Nüsse ergeben 10 bis 40 kg Kopra (getrockneter Kokosnusskern) je Palme
  • Qualitätsmerkmale: Ölgehalt der Kopra (65 bis 72 Prozent); Fasergehalt der Kokosnussschale.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Kenaf

Kenaf ist eine einjährige Faserpflanze, die mit Baumwolle verwandt und gehört zur Familie der Malvengewächse. Sie ist eine wärmeliebende Pflanze und in Europa auf Körnermaisstandorten gedeiht. Kenaf ist in Mitteleuropa einjährig, könnte aber ohne Frost mehrjährig sein. Der Name Cannabinus (hanfartig) läßt sich aus der hanfähnlichen Blattform ableiten.

 

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Hibiscus cannabinus
  • Herkunft: Nordafrika, Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: gemäßigt-heiß-feucht; gedeiht schlecht bei Sommertrockenheit
  • Anbausystem: Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von drei Jahren
  • Aussaat: Mitte bis Ende Mai ab 15 °C; 45 bis 50 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: erste Gabe 20 bis 30 kg/Hektar, zweite Gabe 50 bis 60 kg/Hektar, Phosphat 60 kg/Hektar, Kalium: 120 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Botrytis, Sklerotinia; Schädlinge: Maiszünsler
  • Ernte: von Dezember bis Februar nach Absterben der Pflanzen; maschinell; das Erntegut muss spätestens nach 12 Stunden getrocknet werden
  • Ertrag: 5 bis 10 Tonnen/Hektar Trockensubstanz; Gesamtfasergehalt etwa 28 Prozent; Langfasern etwa 18 Prozent und Kurzfasern etwa 10 Prozent.
  • Qualitätskriterien: Faserqualität und -feinheit
  • Besonderheiten: Hohe Kälteempfindlichkeit, unmittelbare Trocknung nach Ernte.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Kartoffel

Die Kartoffel bildet Stauden, deren Sprossen in einen oberirdischen, bis zu zwei Meter langen laubblatttragenden und einen unterirdischen niederblatttragenden Abschnitt gegliedert sind. Die Pflanze hat unterbrochen gefiederteoder violette Blüten und kirschgroße Früchte, die bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen können.

 

  • Systematik: Solanaceen, Art: Solanum tuberosum L.
  • Herkunft: Anden Südamerikas
  • Klima: kühl-gemäßigtes, frostfreies Klima mit mittlerer Luftfeuchte, das Anbaugebiet reicht vom Äquator bis etwa 72°Nord, aufgrund großer Sortendiversitäten. Sehr hohe Tagestemperaturen vermindern den Knollenansatz ebenso wie lange Sonnenscheindauer
  • Anbausystem: auf leichten, steinfreien Böden ist die Kartoffel die tragende Frucht innerhalb der Anbaufolge mit einem sehr hohen Vorfrucht wert,ihre eigenen Vorfruchtansprüche sind dagegen sehr gering. Ihr Anteil an der Fruchtfolge sollte, aufgrund des erhöhten Krankheitsdrucks nicht höher als 25 Prozent betragen.
  • Düngung: ein Knollenertrag von 30 Tonnen/Hektar entzieht dem Boden: 150 kg Stickstoff, 45 kg Phosphat, 180 kg Kalium, 15 kg Calcium und 130 kg Magnesium. Steigerung der Stickstoff-Düngung führt zu einer Verminderung des Stärkegehalts.
  • Aussaat: nach Abklingen der Nachtfröste im April/Mai in Reihe gelegt. Der Pflanzgutbedarf liegt bei 6 bis 8 Tonnen/Hektar.
  • Pflanzenchutz: Viruskrankheiten haben wirtschaftlich große Bedeutung; Schädlinge: Kartoffelmotte, Kartoffelkäfer und Nematoden
  • Ernte: erfolgt großtechnisch mit dem Kartoffelsammelroder.
  • Ertrag: in Europa schwanken die Erträge von 7,5 bis 40 Tonne/Hektar

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Influenza

Influenza wird auch als Grippe oder Virusgrippe bezeichnet und ist eine hoch ansteckende akute Infektionskrankheit des Atmungssystems, die endemisch, epidemisch und pandemisch auftreten kann.

Kennzeichen der Grippe sind plötzlicher Beginn mit erheblichem Krankheitsgefühl, Rachenbeschwerden, Frösteln, hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Heiserkeit und trockenem, schmerzhaftem Hustenverbunden. Häufige Komplikationen sind bakterielle Lungenentzündung, Herz- und Kreislaufversagen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Als Abwehrmaßnahme werden fiebersenkende und entzündungshemmende Arzneimittel als auch Antibiotika eingesetzt.

Die vorbeugende Grippeimpfung muss jährlich wiederholt werden, da der Schutz auf wenige Monate und nur auf bekannte Erreger begrenzt ist.

Autor: KATALYSE Institut

In-vivo

(lat.) an oder im lebenden Objekt ablaufend oder durchgeführt; bezogen auf biologische Vorgänge und wissenschaftliche Experimente.

Autor: KATALYSE Institut

In-vitro

(lat.) im Reagenzglas ablaufend oder durchgeführt; bezogen auf biologische Vorgänge und wissenschaftliche Experimente.

Autor: KATALYSE Institut

Immunsystem

Das I. ist ein Schutzsystem des Organismus zur Abwehr von Krankheitserregern, körperfremden Zellen oder Strukturen.

Die Organe des I. (Knochenmark, Lymphknoten, Thymus, Milz etc.) sowie die Zellen des I. sind über den ganzen Körper verteilt, so daß praktisch an jedem Ort des Körpers Infektionen abgewehrt werden können. Das I. unterscheidet "eigen" und "fremd". Reaktionen dürfen nur gegen körperfremde Substanzen oder Zellen ablaufen.

Im Lauf seiner Entwicklung erwirbt das I. Toleranz gegen das eigene Gewebe. Ist dieser Mechanismus gestört, so kommt es zur Autoimmunerkrankung. Die Auslöser einer Immunreaktion nennt man Antigene; diese können Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten), ganze Zellen, Proteine, Kohlenhydrate aber auch jede beliebige hochmolekulare synthetische Verbindung sein.

Zur Verteidigung des als fremd erkannten Antigens stehen dem I. die vielseitig spezialisierten weißen Blutkörperchen und deren Syntheseprodukte, besonders die Antikörper, aber auch Botenstoffe und Mediatoren (z.B. Histamin oder Interferon) zur Verfügung. Antikörper, auch Immunglobuline genannt, sind hochspezifische Proteine, die von besonderen weißen Blutkörperchen, den B-Lymphocyten, gebildet werden.

Jeder Antikörper besitzt zwei Bindungsstellen für ein bestimmtes Antigen, in die das spezielle Antigen ganz genau hineinpaßt (Schlüssel-Schloß-Prinzip). Jeder Antikörper für ein bestimmtes Antigen kommt in mehreren Variationen, den sog. Immunglobulin-Klassen vor, die alle unterschiedliche Funktionen haben (Allergie). Einige dieser
Immunglobulin-Klassen sind Plazenta-gängig und sorgen so für den "Nestschutz" des Neugeborenen.

Das I. hält stets gegen jede beliebige Determinante natürlichen oder synthetischen Ursprungs Lymphocyten mit passendem spezifischen Antikörper bereit (ca. 1012 verschiedene pro Organismus). Dies ist die Garantie dafür, daß bei Infektionen durch einen beliebigen Krankheitserreger Immunreaktionen in Gang gesetzt werden können. Dabei werden die Antigene von einem spezifischen Antikörper, der auf der Zelloberfläche eines B-Lymphocyten gebunden ist, erkannt. Diesen Prozeß bezeichnet man als Sensibilisierung.

Der sensibilisierte B-Lymphocyt teilt sich rapide, und es entsteht ein Zellklon, dessen Antikörper alle identisch sind. Der B-Lymphocyt reift dabei zur sog. Plasmazelle heran, die ca. 2.000 Antikörper/sec. produzieren kann. Nach der Sensibilisierung werden einige der spezifischen B-Lymphocyten zu langlebigen Gedächtniszellen. Diese sorgen dafür, daß bei einem zweiten Kontakt mit dem gleichen Antigen die Immunreaktion wesentlich schneller und effektiver abläuft.

Auf diesem Prinzip beruhen die aktiven Impfungen: Abgeschwächte Erreger, die ihre antigene Eigenschaft noch behalten haben, immunisieren den Organismus, ohne daß dieser erkrankt, und sorgen so für oft lebenslangen Schutz vor den Kranheiten, gegen die geimpft wurde.
Die Bindung eines Antikörpers an das Antigen allein genügt jedoch nicht, um eine Infektion zu bewältigen.

Zusätzlich reifen im Thymus T-Lymphocyten heran, die in ihrer Membran Antikörper-ähnliche Moleküle (Receptoren) besitzen, die ebenfalls Antigene binden können. Verschiedene Untergruppen der T-Lymphocyten haben unterschiedliche Aufgaben: T-Helferzellen stimulieren die Antikörper-Produktion und geben das Startsignal für T-Killerzellen. Die T-Killerzellen zerstören von Viren und von anderen Erregern befallene Zellen sowie Krebszellen. Die T-Suppressorzellen bremsen die T- und B-Lymphocyten nach getaner Arbeit und bieten Schutz vor Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Die T-Helferzellen sind auch Angriffspunkt der AIDS-Viren. Die AIDS-Viren dringen in die T-Helferzellen ein und entziehen sich so versteckt jeder immunologischen Abwehr. Im Thymus lernen die T-Lymphocyten die Unterscheidung von eigenem Gewebe = "selbst" und "nicht-selbst". Zur Identifikation des eigenen Gewebes tragen alle Körperzellen das gleiche spezifische Zelloberflächenmolekül, das von den T-Lymphocyten erkannt wird.

Diese Oberflächenstrukturen unterliegen innerhalb der Bevölkerung grossen genetischen Unterschieden. Das I. erkennt daher häufig Transplantate als fremdes Gewebe und vernichtet sie. Durch das Auswählen von möglichst gengleichen Spendern und den Einsatz von Medikamenten, die das I. unterdrücken (Immundepressiva), versucht man die Transplantatabstossung zu vermeiden.
Es wird zunehmend auch von wissenschaftlicher Seite erkannt, dass die Funitionstüchtigkeit des I. psychichen Faktoren unterliegt, sowohl bei der Bekämpfung von Infekten als auch von Krebserkrankungen. Mit dieser Problematik befasst sich die Psycho-Neuro-Immunologie.

Neben einer stabilen Psyche schaffen eine gesunde Ernährung durch ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen, aber auch genügend sportliche Bewegung die Voraussetzung für ein funktionstüchtiges I. Darüber hinaus können Umweltbelastungen wie Schadstoffe (z.B. Ozon) oder Strahlung (somatische Strahlenschäden), (UV-Strahlung) eine Schwächung des I. verursachen.

Lit.: J.M. Roitt, J. Brostoff, D.K. Male: Kurzes Lehrbuch der Immunologie, Stuttgart 1991; N. Staines, J. Brostoff, K. James: Immunologisches Grundwissen, Stuttgart 1987; GEO-Wissen: Abwehr, AIDS, Allergie, Hamburg 1988

Autor: KATALYSE Institut

Immunglobulin

Siehe Immunsystem, Allergie.

Autor: KATALYSE Institut

Humanökologie

H. ist die Wissenschaft der Struktur und Funktion der vom menschen in zunehmenden Maße veränderten Natur.

Sie untersucht systemeigenschaften der Ökosphäre (Wärme, Licht, Wasser, Luft etc.), die Wechselwirkungen und Veränderungen der Systemelemente (z.B. die Entwicklung der Kulturlandschaft) sowie das Ausmaß des Menschen von der natürlichen Umwelt.

Autor: KATALYSE Institut

Humangenomprojekt

Ziel des H. war die vollständige Entschlüsselung der DNS-Basensequenz des menschlichen Genoms.

Siehe auch: Human Genome Project.

Autor: KATALYSE Institut

Homöopathie

Griechisch: ähnliche Krankheit. Durch S. Hahnemann (1755-1843) begründetes medikamentöses Therapieprinzip.

Es werden solche Substanzen in extrem niedriger Dosis eingesetzt, die in hoher Dosis den Krankheitserscheinungen ähnliche Symptome hervorrufen würden. Dieses sog. Ähnlichkeitsprinzip wird in der klassischen H. ergänzt durch komplizierte Zuschreibungen von Stoffeigenschaften auf die Persönlichkeit des Patienten (Beispiel einer Diagnose: "das ist ein Pulsatilla-Typ").

Die Arzneistoffe werden in Dezimalschritten verdünnt. Der Exponent charakterisiert die Verdünnungsstufe: D1 = 1:10, D2 = 1:100 usw. Die H. beruht auf der Annahme, daß schwache und mittlere Reize die Lebenstätigkeit fördern, starke Reize sie dagegen hemmen.

Die H. kann in Einzelfällen z.T. erstaunliche Heilungen bewirken. Naturwissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit sind schwer zu erbringen bzw. stehen noch aus, da die H. eine sehr auf den Einzelfall bezogene Therapieform ist. Von "schulmedizinischer" Seite aus wurde/wird sie oftmals angefeindet.

Jüngste Studien aus Frankreich (J. Beneviste 1991) scheinen allerdings zu bestätigen, daß auch tausendfach in Wasser verdünnte Substanzen chemisch-physikalische Wirkung haben können - selbst wenn durch die extreme Verdünnung von der eigentlichen Substanz kein einziges Molekül mehr vorhanden ist. Als Ursache werden im Wasser zurückbleibende Magnetisierungen diskutiert.

Die H. wird hauptsächlich von Heilpraktikern angewendet. Voll approbierte Ärzte erhalten die Zusatzbezeichnung Homöopath nach Absolvierung von Zusatzkursen sowie einer 1 1/2jährigen Patenschaft durch einen anerkannten Homöopathen von der Ärztekammer.

Autor: KATALYSE Institut

Hippocampus

Der Hippocampus (irreführend als Seepferdchen bezeichnet) ist entwicklungsgeschichtlich einer der ältesten Teile der Großhirnrinde und gehört dem autonomen (vegetativen) Nervensystem an.

Er besteht aus zwei Hälften, die symmetrisch angeordnet im unteren Bereich der Schläfenlappen in beiden Hemisphären liegen. Zusammen mit der Amygdala (Mandelkern) und anderen Hirnbereichen bildet er das Limbische System. Dieses ist zuständig für die Verarbeitung und Zuordnung von Sinneseindrücken und von Gefühlen bzw. auch deren Verknüpfung. Dort werden Bilder zusammengesetzt, die die Sinnesorgane aufnehmen. Der Hippocampus ist eine wichtige Schaltzentrale für die Wahrnehmungen der Sinnesorgane und die Überführung vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis. Er „entscheidet“, was in das Langzeitgedächtnis geschoben wird. Zwar werden die Informationen im Großhirn gespeichert, aber das Erinnerungsvermögen wird vom Hippocampus gesteuert und auch, dass unterschiedliche Informationen, die zusammengehören, zusammengesetzt werden, selbst wenn größere Zeitabstände dazwischen liegen. Außerdem ist die Fähigkeit zur räumlichen Orientierung dort angesiedelt. Deshalb ist es einerseits möglich, dass man wieder zurückfindet, wenn man an einen unbekannten Ort geht, und andererseits, dass man sich daran erinnern kann und auch an andere Ereignisse, die dort stattfanden. Der Hippocampus hat auch Verbindungen zum Hypothalamus, einem Bereich im Zwischenhirn, der viele Körperfunktionen reguliert wie Temperatur, Blutdruck, Hunger- und Sättigungsgefühl, Tag-und-Nacht-Rhythmus und Hormonfunktionen.

In den letzten Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die Zellen des Hippocampus’ eine starke Teilungsfähigkeit besitzen, d. h. es werden immer wieder neue Neuronen (Einheiten aus Nervenzellen mit ihren Fortsätzen Neuriten und Dendriten, die von der Zelle ernährt werden) gebildet durch Zellteilung und Differenzierung. Man vermutet, dass diese Neubildungen mit Lernen und Vergessen zu tun haben.

Bei Verletzungen, Fehlentwicklungen oder degenerativem Abbau des Hippocampus-Gewebes, z. B. bei Demenz, gehen deshalb Erinnerungsvermögen und Orientierungssinn verloren. Ebenso die Lernfähigkeit und besonders das räumliche Lernen. Außerdem werden Autismus und Epilepsie mit Fehlfunktionen im Hippocampus in Verbindung gebracht.

Autor: KATALYSE Institut

Hautkrebs

H. gehört zu den Krebs-Arten, die weltweit am stärksten zunehmen. Hauptursache (90%) für H. ist UV-Strahlung (Sonnenbaden, Sonnenbrand), die infolge der Zerstörung der Ozonschicht (Ozonabbau) weltweit anwächst.

Andere Ursachen für H.: Ionisierende Strahlung (somatische Strahlenschäden), Arsen, Teer-Verbindungen, vererbter Hauttyp und Veranlagung, lang anhaltende Hautschädigung durch schwerwiegende Krankheiten und Spätfolge anderer Krebserkrankungen.
I.d.R. treten die relativ harmlosen H. Basalzellentumor (Basaliom) und Stachelzellenkrebs (Spinaliom) auf. Selten kommt es jedoch auch zum bösartigen schwarzen H. (malignes Melanom). Besonders gefährdet sind hellhäutige Menschen.

Die H.-Arten im einzelnen:
Basaliom (Basalzellentumor): Es tritt vorwiegend an dem Sonnenlicht ausgesetzten Hautbezirken (besonders im Gesicht) auf, bevorzugt bei alten und lichtempfindlichen Menschen. Es entsteht aus unreifen Zellen der obersten Hautschicht, die die Fähigkeit zur Verhornung verloren haben. Es wächst geschwürartig in die Tiefe und bildet i.d.R. keine Metastasen. Die operative Entfernung hat gute Heilungschancen.

Spinaliom (Stachelzellenkrebs): Es geht von den Stachelzellen der Haut aus. Vorstufen zum Spinaliom sind Hautveränderungen oder rötliche Stellen, die nicht abheilen und sich wie Sandpapier anfühlen. Das Spinaliom kann sich bösartig entwickeln, die operative Entfernung hat gute Chancen.
Plattenepithelkarzinom: Es ist seltener als das Basaliom (1:10); es wächst zerstörend und bildet Metastasen. Bevorzugt befallen wird der Übergang von Haut in Schleimhaut. Der Verlauf wird als relativ ungünstig eingeschätzt. Das vermehrte Auftreten von Hautkrebs bei Schornsteinfegern wurde schon 1775 durch Pott beobachtet.

Malignes (= bösartig) Melanom: Es zählt zu den bösartigsten Tumoren der Haut, da es ausgesprochen schnell Metastasen bildet. Es entsteht aus Pigmentzellen und bildet ein braun-schwarzes Mal. In 30% der Fälle entwickelt sich das M. aus einem Muttermal. Der Krankheitsverlauf hängt ab vom Melanomtyp, Metastasierung, Tumordicke, Eindringtiefe. Schon drei massive Sonnenbrände mit Hautabschälung genügen, um das Melanom-Risiko um das Drei- bis Vierfache zu erhöhen. Während die anderen H. meist mit Latenzzeiten von 30 Jahren auftreten, trifft das Melanom auch jüngere Menschen, meist um die 40, gelegentlich aber auch erst 20jährige, und verläuft in vielen Fällen tödlich. Wichtigstes Risikomerkmal ist die Anzahl der Leberflecken. Wenn sie sich in Form und Farbe verändern oder gar Knötchen bilden, nässen oder jucken, besteht höchste Gefahr.

Die Tumoren werden in der Regel operativ entfernt, Metastasen mit Strahlen- und/oder Chemotherapie behandelt; wichtig ist eine Früherkennung.
Häufigkeit des Auftretens: Exzessives Sonnenbaden und zunehmende UV-Strahlung haben die H.-Zahlen drastisch ansteigen lassen. In Deutschland hat sich die H.-Rate in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Insgesamt werden jährlich ca. 125.000 Bundesdeutsche von H. befallen, 8.000 von ihnen erkranken am lebensgefährlichen Melanom (das sind sechsmal so viele Menschen wie vor 20 Jahren). Die Melanomfälle nehmen derzeit alle 5 Jahre um ca. 5-10% zu. Derzeit sterben jedes Jahr etwa 2.000 Deutsche an H..
Nach einer Studie der UNO werden infolge der intensiveren UV-Strahlung (Ozonabbau) weltweit jährlich 300.000 zusätzliche H.-Erkrankungen erwartet.

Siehe auch: Krebs-Arten, UV-Strahlung

 

Autor: KATALYSE Institut

Kamille

Kamille ist meist eine einjährige Pflanze von 15 bis 40 cm Höhe mit fiederteiligen Stengelblättern und langgestielten Blüten mit weißen Zungenblüten.

 

  • Systematik: Familie: Asteraceae (Korbblütler), Art: Matricaria chamomilla
  • Herkunft: östliches Mittelmeergebiet
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: einjähriger sommer- und/oder winteranueller Anbau
  • Aussaat: Anfang September und/oder März bis April; 30 bis 35 Pflanzen/m2
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 21 Tonnen Trockenmasse/Hektar: Stickstoff: 53 kg/Hektar, Phopshat: 21 kg/Hektar, Kalium: 86 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Falscher Mehltau, Fusarium, Alternaria; Schädlinge: Kamillenglattkäfer, Bohrfliegen
  • Ernte: April bis Juli zur Vollblüte; ein bis zwei maschinelle Ernten/Jahr
  • Ertrag: Blüten: 10 bis 14 Tonnen/Hektar, Droge: 1,5 bis 2,0 Tonnen/Hektar; Kraut mit Blüten: 4 Tonnen/Hektar, Grus: 1,2 Tonnen/Hektar, Spreu: 2,0 Tonnen/Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Gehalt an ätherischem Öl, Flavonen und Glycosiden.
  • Wirkspektrum: gegen Magen-Darm-Störungen, Krämpfe, Brechreiz, Blähungen, Entzündungen des Magen-Darmtraktes.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Jute

Jute ist eine einstengelige Pflanze von 1,5 bis 4,5 Meter Höhe mit glatten, länglich-ovalen gezähnten Blättern und blassgelben Blüten.

 

  • Systematik: Familie: Tiliaceae, Art: Corchorus capsularis L., Corchorus olitorius L.
  • Herkunft: Corchorus capsularis L: Burma; Corchorus olitorius L.: Afrika
  • Klimaansprüche: tropisch
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: unmittelbar vor der Regenzeit; 250 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 35 kg/ Hektar, Phopshat: 45 kg/ Hektar, Kalium: 45 kg/ Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Macrophomina phaseoli, Pellicularia; Schädlinge: Juteeule, Bärenraupe, Milben
  • Ernte: nach 4 bis 5 Monaten zur Blüte; maschinell oder manuell
  • Ertrag: Fasern: 1200 bis 1500 kg/ Hektar
  • Qualitätsmerkmale: Fasergehalt und -feinheit

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Jojoba

Jojoba ist ein immergrüner, trockenresistenter, Wüstenstrauch, der zwischen 0,6 bis 5 Meter hoch wird. Er besitzt Pfahlwurzeln mit einer Länge von bis zu 10 Metern. Jojoba ist zweihäusig und seine Früchte sind dünnschalige Nüsse. Jojoba hat eine Lebensdauer von 100 bis 200 Jahren.

 

  • Systematik: Familie: Simmondsiaceae (Buchsaceae), Art: Simmondsia chinensis L.
  • Herkunft: Sonorawüste (Mexiko)
  • Klima: trockene Standorte, verträgt extreme Wüstentemperaturen von 43 bis 46°C; Niederschlagsoptimum 380 bis 500 mm pro Jahr; kurz zeitige Frosttoleranz
  • Anbausystem: Dauerkultur bei wenig Niederschlägen erfolgt Bewässerung
  • Aussaat: Direktsaat oder vegetativ durch Anzucht von Jungpflanzen; Vereinzelung wüchsiger Pflanzen auf 1,5 Meter Abstand; bei Pflanzungen muss auf ein Verhältnis weiblicher zu männlicher Pflanzen von 6:1 geachtet werden
  • Düngung: Nur auf extrem nährstoffarmen Böden wirtschaftlich
  • Pflanzenschutz: relativ unanfällig; ggf. Pilzbefall; Fruchtschäden durch Insektenlarven; Fraßschäden in Junganlagen durch weidende Tiere
  • Ernte: 3 bis 5 Jahre nach Aussaat; die Fruchtentwicklung dauert 6 bis 7 Monate, die Samenreife fällt in die Trockenperiode; Ernte durch Handpflücken oder Erntemaschinen
  • Ertrag: nach 5 Jahren: 400 bis 500 Gramm Nüsse, nach 12 Jahren 2 bis 4 kg, nach 25 Jahren bis 13 kg Nüsse je Busch
  • Besonderheiten: Nüsse enthalten 48 bis 56 Prozent Jojoba-Öl, das überwiegend aus Estern primärer Alkohole mit Fettsäuren (30 Prozent) besteht; chemisch ist es ein Wachs, aufgrund seines niedrigen Schmelzpunktes (7°C).

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Johanniskraut

Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze von 30 bis 60 cm Höhe mit markigem, aufrechtem, reichästigem, zweikantigem Stengel, durchscheinend fein durchlöcherten Blättern und gelben Blüten mit rötlich punktierten Kronblättern.

 

  • Systematik: Familie: Hypericaceae (Johanniskraut-/Hartheugewächse), Art: Hypericum perforatum
  • Herkunft: heimisch, Mitteleuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigt
  • Anbausystem: zwei- und mehrjähriger Anbau
  • Düngung: Nährstoffentzug bei 20 Tonnen Frischmasse/Hektar: Stickstoff: 108 kg/ Hektar, Kalium: 114 kg/ Hektar, Phosphat: 41 kg/ Hektar, Calcium: 40 kg/ Hektar, Magnesium: 13 kg/ Hektar
  • Aussaat: Mitte Mai und/oder Anfang September bis November; 8 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Welkekrankheiten, Schädlinge: Johanniskrautkäfer, Wickler
  • Ernte: ab Juni mehrere Schnitte; Triebspitzen (20 cm) des blühenden Krautes; maschinell
  • Ertrag: Blühendes Kraut: 10 bis 20 Tonnen/ Hektar; Droge pro Schnitt: 2 bis 5 Tonnen/ Hektar; und ca. 800 kg/Hektar Saatgut.
  • Qualitätsmerkmale: Blütenanteil, Gehalt an ätherischem Öl, Hypericin und Flavonoiden.
  • Besonderheiten: sehr feines Saatbett erforderlich, Auswinterungsgefahr durch Krankheiten; Cadmium-Sammler
  • Wirkspektrum: durchblutungsfördernd, gegen Depressionen und hysterische Zustände.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Jauche

J. besteht aus dem mit Stroh- und Kotteilchen, Regen- und Sickerwasser gemischten Harn von Tieren.

Sie ist also eine kotarme Gülle. J. ist ein Phosphor-Kalium-Dünger und enthält nur wenig Stickstoff.

Autor: KATALYSE Institut

Integrierter Pflanzenbau

Das Bewusstsein über die Risiken des konventionellen Landbaus hat zur Entwicklung des I. geführt.

Im Pflanzenschutzgesetz wird der I. als eine Kombination von Verfahren definiert, bei denen unter Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenbehandlungsmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird.
Die bewußte Ausnutzung der natürlichen Begrenzungsfaktoren gegenüber Schadorganismen steht im Vordergrund. Chemische Pflanzenschutzmittel werden nur nach Überschreiten der wirtschaftlichen Schadensschwelle (Anzahl von Schaderregern, die Verluste am Ernteertrag und -erlös erzeugt, die gleich hoch sind wie die Kosten einer wirksamen Schädlingsbekämpfung) eingesetzt, wobei nützlingsschonenden Präparaten der Vorzug gegeben werden soll.
Eine konsequente Einführung des I. als Weiterentwicklung des konventionellen Landbaus würde eine wesentliche Verbesserung der ökologischen Situation bedeuten. Leider ist der I. bisher mehr ein Ziel als Realität. Modelle bestehen für einzelne Kulturen; in der Praxis bewährt sich der I. allein im Apfel- und Hopfenanbau, da zur Durchführung des I. eine Vielzahl von Voraussetzungen notwendig sind, die teilweise noch nicht erfüllt wurden:
- Kontrolle der Schädlings- und Nützlingsentwicklung,
- Kenntnisse der Lebensweisen von Schädlingen und Nützlingen,
- Wahl der optimalen Standorte und Optimierung der Kulturbedingungen,
- Anbau resistenter Sorten,
- intensive Beratung und genaue Kenntnis der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln,
- Beachtung von Warndiensten,
- Verzicht auf Mittel mit Breitenwirkung,
- Verzicht auf "Routinespritzungen",
- Kenntnisse der Schadensschwellen.

Die propagierten selektiv wirkenden Pestizide und das notwendige dichte Berater- und Warndienstnetz existieren zur Zeit nicht.
Der I. wird zunehmend in Gesetzestexten berücksichtigt, wie z.B. im neuen Pflanzenschutzgesetz oder im Entwurf zum Bundesnaturschutzgesetz, und wird von Agrarpolitikern und behördlichen Beratungsstellen propagiert.
Von dieser Seite wird der I. als die einzige Möglichkeit gesehen, einen gleichermaßen umweltfreundlichen wie wirtschaftlichen Landbau zu betreiben. Da bisher keine anerkannten Richtlinien und Kontrollen für den I. existieren, gibt es große Unterschiede über das Verständnis von diesem Verfahren und der Einschätzung über den bereits erreichten Grad der Umsetzung in die Landwirtschaft.

siehe auch: Schädlingsbekämpfung, chemische Schädlingsbekämpfung, Pflanzenschutzgesetz

 

Autor: KATALYSE Institut

Insektizide

Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

Die häufigsten Wirkstoffe sind: organische Phosphorverbindungen, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pyrethroide. I. werden zum Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich eingesetzt. Physiologisch können I. als Kontaktgifte, Fraßgifte und Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem (Erregungsleitung oder -Übertragung wird gehemmt) wirken. In Westdeutschland werden jährlich über 50.000 Tonnen I. produziert.

 

siehe auch: Toxaphen, Pflanzenschutzmittel

 

Autor: KATALYSE Institut

Indigofera

Bei Indigofera unterscheidet man zwei Arten: Indigofera tinctoria, eine 1,5 Meter hohe Staude mit schmalen bis gefiederten Blätter; Hülsen sind gerade oder leicht gebogen und enthalten etwa 7 bis 12 Samen. Indigofera arrecta: großer bis zu 3 Meter großer Busch mit gefiederten Blätter; in Kultur oft nur einjährig; 5 mm große Blüten und 2 bis 2,5 cm langen Hülsen.

  • Systematik: Familie: Leguminosaceae mit etwa 700 Unterarten; für die Farbstoffgewinnung sind von Bedeutung: Indigofera arrecta und Indigofera tinctoria
  • Herkunft: Ostinidien, tropisches Afrika, Subtropen
  • Klimaansprüche: Indigofera-Arten können bis auf eine Höhe von 1.650 Meter angebaut werden. Sonnige Standorte mit heißem und feuchtem Klima sind besonders geeignet und sollten mindestens 1750 mm Niederschlag im Jahr umfassen.
  • Anbausystem: zwei- bis dreijährige Kultur
  • Aussaat: Samenaussaat; 3 bis 4 Samen/Loch; 60 cm Abstand in den Reihen; 45 bis 60 cm zwischen den Reihen
  • Ernte: Etwa drei Schnitte pro Jahr zur Blüte möglich
  • Ertrag: Indigofera arrecta ist die Hauptquelle des Farbstoffes Indigos und erzielt in Indien Erträge zwischen 20 bis 100 Tonnen Frischmasse/Hektar, dass entspricht 137 bis 375 kg Indigo/Hektar. Indigofera tinctoria dagegen erzielt nur 10 bis 13 Tonnen Frischmasse/Hektar.
  • Besonderheiten: Blauer Farbstoff kann erst durch einen Gärungsprozess gewonnen werden.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Hormone

Körpereigene Regulationsstoffe, Informationsüberträger zwischen den verschiedenen Zellarten des Organismus.

H. unterliegt gemeinsam mit nervalen Regelmechanismen die Steuerung von Stoffwechselprozessen, Wachstum und Fortpflanzung. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt "antreiben", "in Gang setzen". Nach der alten, lange gültige Definition waren Hormone Signal- oder Botenstoffe im Körper, die in einer Drüse gebildet werden, von dort ausgeschieden und über das Blut zu ihrem Zielorgan transportiert werden. Heute werden Hormone in verschiedene Gruppen eingeteilt, nach ihrem Herkunftsort (Hypophyse, Nebenniere, Schilddrüse usw.), nach ihrer Funktion (z. B. Wachstum, Verdauung, Fortpflanzung) und ihrer chemischen Struktur (Proteo-, Aminosäre- und Steroidhormone), und auch Neurotransmitter oder Mediatoren werden dazugerechnet.
Hormone sind in äußerst geringen Konzentrationen wirksam, das bewegt sich im Mikro-, Nano- und sogar Picogramm-Bereich. Die Produktion von Hormonen ist sehr genau auf den Bedarf abgestimmt. Ihre Wirkung ist die Stimulierung oder Hemmung einer Reaktion im Stoffwechsel. Die Regulation erfolgt durch Rückkopplung (feed back), d. h. sie werden zu jedem Zeitpunkt in der jeweils benötigten Menge hergestellt. Ist die "richtige" Konzentration erreicht, wird die Produktion zurückgefahren oder eingestellt. Daher reagiert der Körper empfindlich auf kleinste Veränderungen. Sind die Botenstoffe an ihrem Zielorgan angekommen, lagern sie sich an einen spezifischen Rezeptor an und bewirken dadurch eine Veränderung oder Umsetzung einer Stoffwechselreaktion. Hormone haben eine geringe Lebensdauer, sie sind nur Minuten bis Stunden aktiv, dann werden sie wieder abgebaut und dem Bedarf entsprechend neu synthetisiert.
Das Hormon Melatonin beispielsweise wird tagsüber nur in geringer Menge, nachts in hoher Konzentration in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet. Die Steuerung erfolgt über die Lichtstärke (Hell-Dunkel- oder zirkadianer Rhythmus). Darüber hinaus ist Melatonin bei anderen Reaktionen beteiligt, z. B. beim Immunsystem. Beim Menschen produzieren außer den Geschlechtsorganen (Östrogene, Gestagene und Androgene) und z. B. Schilddrüsen, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und bestimmte Drüsen im Gehirn (Hypophyse, Hypothalamus) die verschiedensten Hormone, von denen sich einige gegenseitig beeinflussen und die z. T. an verschiedenen Stellen im Körper wirken.
H. werden als Doping-Mittel verwendet mit z. T. erheblichen gesundheitlichen Folgen. Auch als Masthilfsmittel in der Tierhaltung werden sie eingesetzt, da dadurch ein schnellerer und größerer Masterfolg erzielt werden kann. Substanzen mit H.-Wirkung sind jedoch in Deutschland zur Anwendung in der Tierernährung wegen Rückstandsgefahr in Lebensmitteln und möglicher schädlicher Nebenwirkungen am Tier nicht zugelassen.
Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel, DFD-Fleisch, PSE-Fleisch

Autor: KATALYSE Institut