Verkehrsverbund

Ein V. ist der Zusammenschluß mehrerer Verkehrsunternehmen in einer abgegrenzten Region zur Neuordnung und Optimierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

Die V. in Westdeutschland schaffen die Verbindung folgender städtischer Ballungsräume mit ihrem Umland: Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Rhein-Ruhr, Rhein-Sieg, Hannover und Berlin-West. Beteiligte Nahverkehrsmittel sind Bundesbahn, Omnibus, Straßenbahn, U-Bahn und z.T. auch Schiffslinien, wobei der Schienenverkehr i.d.R. das grundlegende Verkehrsmittel ist.

Planungskompetenzen, die Erstellung koordinierter Gemeinschaftsfahrpläne und eines einheitlichen Tarifsystems mit gleichen Beförderungsbestimmungen, geben die Nahverkehrsunternehmen im V. an eine Verbundgesellschaft ab. Ziel des V. ist neben besserer Wirtschaftlichkeit die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV. Durch Einsatz moderner Fahrzeuge, Taktverkehr, attraktive Preisgestaltung wie Umwelttickets, übertragbare Zeitkarten, Familienpässe u.ä., nahm das Beförderungsaufkommen des ÖPNV 1990 in allen V. zu.

Durch eine Verlagerung des Individualverkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel wird die Belastung der Städte und der Umwelt durch den Straßenverkehr vermindert. Übergangsmodelle zum V. mit zentraler Verwaltung sind Verkehrs- oder Tarifgemeinschaften.

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrsunfälle

V. stellen mit der großen Anzahl getöteter und verletzter Personen sowie den Sachschäden in Milliardenhöhe die schwerwiegendsten Folgen des Straßenverkehrs dar.

Kein anderes technisches System hat seit seiner Einführung derartige Kosten gefordert. Im Lauf seines Lebens wird etwa jeder zweite Bundesbürger im Straßenverkehr verletzt, jeder 50ste getötet. Insg. sind in den Jahren 1953-1991 ca. 520.000 Menschen getötet und ca. 16 Mio verletzt worden (alte Bundesländer).

Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Zweiradfahrer und Fußgänger: 1990 waren 27% der durch V.getöteten und 23% der verletzten Verkehrsteilnehmer Fußgänger oder Radfahrer. Die meisten Unfälle ereignen sich innerorts. Das Risiko, im Verkehr zu verunglücken, ist am geringsten in der Binnenschiffahrt, dann Bus, Flugzeug, Eisenbahn, Pkw.

Im Innerortsbereich ist das Tötungsrisiko beim öffentlichen Personennahverkehr 15mal, das Verletzungsrisiko 56mal geringer als im Pkw-Verkehr.

In Deutschland sind 1991 11.248 Menschen auf den Straßen gestorben, 7.515 im Westen und 3.733 im Osten. In den neuen Bundesländern ergab sich damit eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 19%. Ursache: Gestiegene Motorleistungen, schlechte Straßenverhältnisse und vor allem ungenügende Geschwindigkeitsbegrenzungen.

27 Mio Menschen begeben sich in den alten Bundesländern täglich auf den Arbeitsweg, im Durchschnitt benötigen sie 40 Minuten. In dieser Zeit sterben mehr Menschen als während der achtstündigen Arbeitszeit.

Alle 45 Minuten stirbt ein Mensch auf Deutschlands Straßen, jede Minute wird einer verletzt. Berechnet man die durch V. verlorene Lebenszeit so liegt diese um 6% über der Fahrzeit aller deutschen Autos. Für jede Stunde Autofahren in Deutschland muß im Schnitt ein Verkehrsopfer 1,4 Stunden mit einer Behinderung leben.

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrspolitik

Wie gut oder schlecht V. ist, dafür gibt es einen klaren Maßstab: den Menschen und seine Umwelt.

Die offensichtlichen Nebenwirkungen des Straßenverkehrs, des Lkw-Verkehrs wie des Autofahrens: Luftverschmutzung, globale Erwärmung, Todesopfer und Verletzte aus Verkehrsunfällen, Verlust an Lebensraum und natürlichen Ressourcen sind Folgen einer verfehlten V. aller Bundesregierungen, die durch einseitige Investitionen in das Straßennetz - zu Lasten des Schienennetzes agierten und die Weichen für einen weiteren Ausbau des Individualverkehrs sowie Anstiegs des Güterverkehrs auf der Straße gestellt haben.

Engagierte, umweltverträgliche V. braucht eine zukunftsweisende Gesamtverkehrskonzeption mit folgenden Schwerpunkten: Verkehrsvermeidung, Verminderung der zu erwartenden Verkehrsleistungen im Straßen- und im Flugverkehr, Verlagerung von motorisiertem Individualverkehr auf das Fahrrad, die öffentlichen Verkehrsmittel und auf die Füße, eine fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt, in der sich auch Kinder, Alte und Behinderte frei bewegen können, mit Vorrang für umweltverträgliche Verkehrsmittel, Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene, technische Energieeinsparung an Verkehrsmitteln bei Herstellung und Gebrauch sowie technische Maßnahmen zur Emissionsminderung und Schadstoffrückhaltung.

Des weiteren sind Veränderung des Fahrverhaltens und der Verkehrsberuhigung (Geschwindigkeitsbegrenzung und Tempolimit) nötig sowie Aufklärung und Information über die Auswirkungen des Verkehrs im Hinblick auf Verhaltensänderungen der Verkehrsteilnehmer.

Eine wichtige verkehrspolitische Maßnahme muß die konsequente Anwendung der marktwirtschaftlichen Regeln auf den Verkehrssektor sein, d.h. die Umlegung der Folgekosten auf die Autofahrer nach dem
Verursacherprinzip. (Externe Kosten)

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrsleistung

Die V. ist mathematisch das Produkt aus der Anzahl der von Personen zurückgelegten Wege bzw. die Menge transportierter Güter und der dabei zurückgelegten Entfernungen (Einheit: Personen-km oder Pkm bzw. Tonnen-km oder tkm).

Die V. des Personenverkehrs mit motorisierten Verkehrsmitteln hat sich in der BRD von 1955 bis 1990 nahezu verfünffacht (s. Tab. bei Verkehr). Der Grund dafür liegt in der Verlagerung von Fußwegen (Fußgänger) und Fahrten mit dem Fahrrad auf die motorisierten Verkehrsmittel und in der Zunahme der durchschnittlichen Wegelänge.

Besonders stark stiegen der Pkw- und Flugverkehr. Auch im Güterverkehr nahm die V. in der Vergangenheit stark zu. Die mit Abstand größten Zuwächse erzielte dabei der Straßengüterverkehr (Güterverkehr).

Der Anstieg der V. hat zu einer deutlichen Zunahme des Energieverbrauchs (Energie) und der verkehrsbedingten Luft- und Lärmbelastung geführt (Schadstoffe aus Kfz, Straßenverkehrslärm).

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrslärmschutzverordnung

Lärm ist in Großstädten zu einem ständigen Bestandteil unseres Lebens geworden. Die unterschiedlichen Nutzungen von Wohnen, Arbeiten und Verkehr führen zwangsläufig zu Konflikten über die Zumutbarkeit von Lärm.

Der Verkehr und hierbei insbesondere der Kraftfahrzeugverkehr stellt dabei den Hauptverursacher dar. Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung weisen darauf hin, dass bei Beurteilungspegeln zwischen 55 und 60 dB(A) tags die Lästigkeit des Verkehrslärms ansteigt, über 60 bis 65 dB(A) erkennbar zunimmt und ab 65 dB(A) vermutlich Gesundheitsrisiken beginnen, die ab 70 dB(A) tags signifikant belegt sind. Als Ursache für gesundheitsschädigende Auswirkungen sehen die Lärmwirkungsforscher des Umweltbundesamtes im Wesentlichen die nächtlichen Lärmbelastungen über 55 dB(A) an, weil Schlafstörungen in besonderem Maße zu Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems führen

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz behandelt in den §§ 41 bis 43 die Lärmvorsorge, d. h. die Berücksichtigung der Belange des Lärmschutzes beim Neubau oder der wesentlichen Änderung von Straßen und Schienenwegen. Konkretisiert wurden diese Vorschriften durch die Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) und die Verkehrswege- Schallschutzmaßnahmenverordnung (24. BImSchV). Wenn im Rahmen der beim Neubau, bzw. wesentlichen Änderung von Verkehrswegen notwendigen Planverfahren eine Überschreitung der in Wohngebieten tagsüber von 57 bzw. 59 db(A) und nachts 47 bzw. 49 db(A)geletenden Grenzwerte prognostiziert wird, muss entsprechend den genannten Verordnungen Lärmvorsorge durchgeführt werden, d. h. in der Regel Bau von aktiven oder passiven Schallschutzmaßnahmen.

Für bestehende Straßen gibt es keine verbindlichen gesetzlichen Regelungen, die die Einhaltung bestimmter Lärmbelastungen vorschreiben. Bei Straßen in der Baulast des Bundes - in Berlin Autobahnen sowie Bundesfernstraßen - bestehen dagegen Lärmsanierungsmöglichkeiten nach den "Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes-VLärmSchR 97" durch eine freiwillige Verpflichtung des Bundesministers für Verkehr.

Lärmsanierung, insbesondere durch Schallschutzfenster, ist hiernach dann möglich, wenn der Beurteilungspegel einen der folgenden Richtwerte übersteigt. Eine analoge Regelung zur Lärmsanierung auf freiwilliger Basis gibt es seit kurzem auch für Bahnstrecken. Hier ist zunächst eine Lärmsanierung für Bereiche mit besonders hohen Belastungen beabsichtigt. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Schallschutzmaßnahmen im Bereich des Straßenverkehrs auch über straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen nach § 45 StVO möglich. Danach kann die Straßenverkehrsbehörde straßenverkehrsrechtliche Anordnungen - wie z. B. Lkw-Fahrverbot oder Geschwindigkeitsreduzierung zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm.

Autor: KATALYSE Institut

Verbandsklagerecht

Verbandsklagen gibt es in zwei Formen: als sog. egoistisches V. bei dem es um prozessuale Geltendmachung gebündelter Individualrechte geht, sowie als altruistisches V..

Letzteres betrifft die Klagebefugnis von Verbänden, deren spezielle selbstgestellte Aufgabe durch eine Verwaltungsmaßnahme berührt wird, ohne daß es auf eine Individualrechtsverletzung der Mitglieder ankommt. Für die Einführung der egoistischen Verbandsklage wird in der rechtswissenschaftlichen Literatur überwiegend kein Bedürfnis gesehen, während insb. die Umweltschutzverbände nach wie vor auf der Einführung des V. für anerkannte Natur- und Umweltschutzvereinigungen (sog. 29er Verbände) bestehen, da schwerwiegenden Eingriffen in Natur und Umwelt mangels Rechtsindividualität dieser Schutzgüter sonst mit rechtlichen Mitteln nur sehr mangelhaft entgegengetreten werden könne.

Daneben wird für das V. allgemein die Notwendigkeit angeführt, der Durchsetzung von Umweltinteressen in Konfliktfällen mehr Gewicht zu verschaffen, insb. gehe von ihr auch eine Präventivwirkung aus. Eine Effektivitätssteigerung erfolge auch durch "Streuwirkung" einzelner Entscheidungen.
Trotz wiederholter Anläufe hat das V. auf Bundesebene wegen des anhaltenden Widerstands der Industrie, von Teilen der öffentlichen Verwaltung und der Rechtswissenschaft noch keinen Eingang in die Gesetzgebung finden können, insb. sucht man es im Bundesnaturschutzgesetz vergeblich. Die Länder Bremen, Berlin und Hessen haben als erste V. eingeführt.

In den neuen Bundesländern wird darüber ernsthaft diskutiert. Neue Schubkraft dürfte die Diskussion durch die voraussichtliche Einführung eines "right to know", eines allgemeinen Akteneinsichtsrechts in Umweltbelangen, auf dem Wege der euröpäischen Gesetzgebung, die dann auch für Deutschland verbindlich wäre, erlangen.

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz

Durch das Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz wurde die Öffentlichkeitsbeteiligung bei der UVP im Raumordnungsverfahren bei Verkehrswegen in den neuen Bundesländern herausgenommen

In den neunziger Jahren wurden eine Reihe von Gesetzen zur Beschleunigung der Planungen für die Verkehrswege in den neuen Ländern sowie im Land Berlin ,"kurz": Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz -VerkPBG vom 16.12.91 ( BGBl I, 2174) betreffend:
Bundeseisenbahnen, Bundesfernstraßen und Bundeswasserstraßen, Verkehrsflughäfen - Straßenbahnen in den neuen Bundesländern erlassen.

Ebenso ein Gesetz zur Vereinfachung der Planungsverfahren für Verkehrswege (PlanungsvereinfachungsG) vom 17.12.1993 (BGBl I, 2123): keine UVP erforderlich und Straffung des Anhörungsverfahrens innerhalb eines Monats nach Vorlage der Unterlagen durch den Vorhabensträger hat die Anhörungsbehörde Stellungnahmen einzuholen
und Planauslegung in den Gemeinden zu veranlassen
vom Vorhaben berührte Behörden haben sich binnen 3 Monaten zu äußern nach Ablauf der Einwendungsfrist hat die Anhörungsbehörde binnen 3 Monate die Erörterung abzuschließen und ihre Stellungnahme binnen eines Monats abzugeben bei Änderungen von Bundesfernstraßen Möglichkeit des Absehens von
der förmlichen Erörterung nach § 73 VI VwVfG (zugl. Einbeziehung der Öffentlichkeit n. § 9 I 2 UVPGG; jedoch ist Einwendern dann Gelegenheit zur Äußerung zu geben.

Autor: KATALYSE Institut

Verlichtung

Begriff aus der Forstwirtschaft. Einzelne Bäume verlichten durch Verlust von Nadeln und Blättern, Wälder durch Absterben oder "Ernten" von Bäumen, für die keine Verjüngung nachwächst.

Die V. ist eines der deutlichsten Symptome des Waldsterbens und wird als wichtigstes Kennzeichen zur Festlegung der Schadstufen bei der Waldschadenserhebung herangezogen.

Autor: KATALYSE Institut

Vogelgrippe

Grippe können auch Vögel bekommen. Der Erreger ist das Influenza A-Virus. Alle Influenza-Viren vom Subtyp H5 und H7 können Vögel infizieren. Es erkranken allerdings nicht alle Vögel. Wildvögel sind weitestgehend immun gegen die Vogelgrippe.

Sie tragen das Virus allerdings im Körper und verbreiten es mit ihrem Kot. In einemTeich, in dem eine Wildente ihren Kot abgelassen hat, können die Influenzaviren noch eine Woche lang nachgewiesen werden. Kommt dann ein Huhn mit dem Erreger in Kontakt wird es schwer krank.

Tiermediziner sprechen von der Geflügelpest
Vogelgrippe ist ein umgangsprachlicher Begriff, der aber dieselbe Krankheit bezeichnet. Die Krankheit beruht auf einem Influenza A-Virus vom Subtyp H5N1. Menschen können normalerweise nur schwer durch Vogel-Influenza-Viren infiziert werden, dennoch gab es Todesfälle. Die große Gefahr besteht darin, dass sich genetisches Material von Vogel- und Menschenviren zu einem neuen für den Menschen hochinfektiösen und gefährlichen Virustyp verbinden könnte. Genau dies ist bei der "Spanischen Grippe" von 1918 mit weltweit Millionen von Todesopfern wahrscheinlich schon einmal geschehen. Inzwischen soll H5N1 in China auch bei Schweinen festgestellt worden sein. Schweine können sich gleichzeitig mit Menschen- und Vogelgrippeviren infizieren. Dass sich Menschen mit der Vogelgrippe infizieren können, ist seit 1997 bekannt.

Das Risiko einer weltweiten Influenzaepidemie (Pandemie) wird maßgeblich davon beeinflusst, wie weit ein Virus verbreitet ist. Insofern bedeutet jeder neue Ausbruch eine Erhöhung des Risikos. Mitte Oktober 2005 wurde offiziell bestätigt, dass bei Geflügel in der Türkei, in Rumänien sowie auch in Teilen Russlands der in Asien zirkulierende Virusstamm H5N1 nachgewiesen wurde. Auch für Griechenland und Kroatien wurde das Auftreten der Vogelgrippe bestätigt. Inzwischen ist das hochpathogene H5N1 auch nach Deutschland eingeschleppt.

Für die Bevölkerung in Deutschland ist derzeit ein großes Risiko kaum erkennbar, dies auch vor dem Hintergrund, dass andere Mikroorganismen, wie etwa Salmonellen allein in Deutschland jedes Jahr zu mehr Todesfällen führen als die Vogelgrippe in den letzten Jahren insgesamt weltweit.
Aufgrund der Diskussion um die Vogelgrippe lassen sich inzwischen viele Menschen gegen Grippe impfen als in den vergangenen Jahren. Dies obwohl die aktuelle Impfung nicht vor der Vogelgrippe schützt.

Erst 1996 entdeckte der US-Wissenschaftler Taubenberger den Erreger der Spanischen Grippe. Im Kriegsjahr 1918 war diese mit amerikanischen Soldaten nachEuropa gelangt, ein Jahr später hatte sie sich bereits weltweit verbreitet. Ein Fünftel der Weltbevölkerung war infiziert, über 40 Millionen Menschen starben. Das waren mehr als alle Opfer des zweiten Weltkriegs. Es handelte sich um das Virus H1N1, das auch Bestandteile eines Vogelvirus enthielt. Auch der Erreger der Asiatischen Grippe H2N2, die in den Jahren 1957/58 über 70.000 Menschen tötete, enthielt ein Vogelprotein.

1997 wurden allein in Hongkong 1,8 Millionen Hühner getötet. Dieses Mal machte das Virus auch vor Menschen nicht halt. Im Mai 1997 starb ein kleiner Junge an einer unbekannten Grippe. Experten aus den Niederlanden entdecken in seinem Blut das Vogelvirus H5N1 - dasselbe Virus, das in Hongkong die Vogelgrippe ausgelöst hatte. Bis November 1997 waren 18 Menschen infiziert, 6 von ihnen starben - die meisten von ihnen hatten engen Kontakt zu Vögeln.

1999 meldeten neun Provinzen in Norditalien den Ausbruch der Geflügelpest. Um die Seuche möglichst schnell in den Griff zu bekommen, wurden 13 Millionen Hühner not geschlachtet. Die Angst vor einer Übertragung des Virus auf Menschen beherrschte die Schlagzeilen. Diesmal ist der Erreger, das Virus H7N1, weniger aggressiv als zwei Jahre zuvor in Hongkong.

2003 wurde in den Niederlanden Vogelgrippe-Alarm ausgelöst. Die Behörden reagierten schnell: 20 Millionen Hühner wurden gekeult, das waren rund 90 Prozent des Bestandes. Auslöser war ein Virus, das bisher für Menschen ungefährlich war: H7N7. Vor dem Ausbruch der Seuche war er nur in einer Löffelente nachgewiesen worden. Dennoch erkrankten 89 Menschen daran – ein Tierarzt starb.

Thailand hat die viertgrößte Geflügelindustrie der Welt: 600.000 Menschen sind hier beschäftigt. Erst als Ende des Jahres die ersten Todesopfer zu beklagen sind, wird Alarm geschlagen und in ganz Südostasien werden über 33 Millionen Hühner und Enten notgeschlachtet. Jedes zweite Huhn dieser Erde lebt in Asien, insgesamt über 7 Milliarden. Es gehört damit für die Menschen unweigerlich zum Alltag und in jeden Haushalt. Die Krankheit, die sich in der Folgezeit in Südostasien weiter unter den Hühner ausbreitet, ist die Vogelgrippe. Ein Influenza A-Virus, der gleiche Typ wie bei der winterlichen Grippe in unseren Breitengraden.

Aufgrund des engen räumlichen Kontakts von Mensch und Tier, gelingt es einem Vogelvirus regelmäßig, in den Körper eines Menschen einzudringen. Für diesen stellt die Form der Vogel-Influenza normalerweise jedoch keine Gefahr dar. Die Oberfläche des Vogelvirus unterscheidet sich so stark von seiner menschlichen Variante, dass dieses keine Möglichkeit findet, sich in den humanen Zellen zu vermehren. Doch unter den zahllosen Hühnern in Asien verbreitet sich das Grippevirus rasant. Die von der Vogelgrippe befallenen Hühner bekommen Atembeschwerden, Durchfall und Fieber. Das aggressive Virus hat sich so verändert, dass ihm über 90 Prozent der infizierten Hühner zum Opfer fallen. Über ihren Kot gelangen wiederum riesige Mengen an Viren in die Umwelt.

Durch spontane Mutation können neue Varianten des Vogelvirus entstehen. Irgendwann ist vielleicht eine Virusvariante darunter, deren Oberflächenstruktur sich so verändert hat, dass sie sich auch im menschlichen Körper zurecht findet. Das Virus zwingt so seinen neuen Wirt, fortlaufend identische Kopien von sich zu produzieren. Das Immunsystem erkennt das für den menschlichen Körper völlig unbekannte Virus nicht und kann sich nicht wehren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass solch eine Virusvariante entsteht, ist höher, je mehr Hühner von der Krankheit befallen sind. Nimmt man jedoch die absoluten Zahlen, sind die Erkrankungen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung verschwindend gering. Zusätzlich stellt der einzelne Mensch eine Sackgasse für den Erreger dar. Es gibt für das Virus keine Möglichkeit, von Mensch zu Mensch überzuspringen. Für eine weitere Ansteckung gibt es in diesem Fall keine Chance.

H5N1 = Killervirus?
Forscher und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnen jedoch vor einem möglichen Horrorszenario. Es besteht theoretisch die Möglichkeit, dass ein neues Super-Virus entstehen könnte. Trifft das Virus der Vogelgrippe (H5N1) auf ein menschliches Influenzavirus (H3N2), kann dies verheerende Folgen haben. Beide Viren können bei der Vermehrung in den menschlichen Zellen ihre Erbinformationen austauschen. Im schlimmsten Fall bildet sich dadurch ein völlig neuer Erreger, der die negativen Eigenschaften beider Krankheiten in sich vereint. Für den Menschen wäre das Virus so gefährlich wie die Vogelgrippe und so ansteckend wie seine menschliche Variante. Das menschliche Immunsystem wäre bis zur Bereitstellung eines geeigneten Impfstoffes gegen den Erreger machtlos. Eine weltweite Pandemie wäre die Folge. Bei allen theoretischen Möglichkeiten ist es glücklicherweise jedoch mehr als wahrscheinlich, dass dieses Horrorszenario nicht eintreten wird.

Die einzige Möglichkeit die Geflügelpest oder Vogelgrippe einzudämmen, besteht darin, die betroffenen Bestände zu schlachten. Da praktisch alle infizierten Tiere sowieso an der Krankheit sterben würden, ist das auch im Sinne des Tierschutzes, da durch das Keulen ein qualvoller Tod und weitere Ansteckungen verhindert werden können. Eine Impfung ist keine Alternative zum Keulen der Tiere. Der Impfstoff ist nämlich nicht effektiv genug. Er kann das Virus nicht abtöten. Geimpfte Tiere werden zwar nicht krank, tragen das Virus aber weiterhin in sich und können es auch an nicht geimpfte Tiere weitergeben.

Autor: KATALYSE Institut

Vollwertkost

Die Vollwertkost nach Dr. Max Otto Bruker ist eine überwiegend ovo-lacto-vegetarische Ernährungsweise, die auf der Lehre Werner Kollaths basiert.

Dieser vertrat die Ansicht, Lebensmittel so natürlich wie möglich zu verzehren. Brukers Empfehlungen basieren auch auf seinen persönlichen Erfahrungen, die er als Arzt in der Therapie verschiedener Erkrankungen gemacht hat. Bruker ließ es nicht nur bei einem Appell, wie Kollath, sondern griff vielmehr die Nahrungsmittelindustrie an, indem er diese für 80 Prozent aller Zivilisationskrankheiten verantwortlich machte. Bruker kritisierte u.a. auch Claus Leitzmann, der die weniger strikte Form der Vollwertkost, die Vollwert-Ernährung vertritt.
Leitzmann entwickelte nach seinem zwölfjährigen USA Aufenthalt und fünf Jahren in Asien zusammen mit Thomas Männle und Karl von Koerber die Vollwert-Ernährung (Gießener Konzeption). Grundlage, dafür waren Leitzmanns Auslandserfahrungen und die Erfahrungen von Männle und von Koerber. Diese hatten während eines Praktikums bei Bruker Einblick in die Vollwertkost bekommen. Sie beobachteten, dass bislang kränkelnde Patienten sich mit Brukers Vollwertkost gesund und vital fühlten. Leitzmann lehnt jedoch den Begriff Vollwertkost strikt ab, da kein einzelnes Lebensmittel an sich vollwertig sein kann. Es kommt auf die Ernährungsweise als Ganzes an, d.h. dass neben gesundheitlichen Aspekten auch soziale und ökologische Aspekte beachtet werden sollen. Die Vollwert-Ernährung hat zudem weder Regeln noch strikte Verbote, sie basiert ausschließlich auf Empfehlungen.

Für Bruker sind Lebensmittel zur Erhaltung der Gesundheit unerlässlich. Nahrungsmittel sind lediglich Träger von Nährstoffen und reichen für die Gesunderhaltung nicht aus. Der Gehalt an Vitalstoffen (Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme u.a.) ist das Kriterium für die Qualität eines Lebensmittels. Nach Bruker sind diese nicht mehr im Nahrungsmittel enthalten.

Brukers Empfehlungen für eine vollwertige Kost:

  • Verzicht auf Nahrungsmittel, weitgehender Verzicht auf Fleisch und Wurst,
  • Eingeschränkter Verzehr von Käse, Eier und Milchprodukten,
  • Keine Säfte, da sie bei Magen-Darm empfindlichen Personen zu Unverträglichkeiten anderer Nahrungsmittel führen- dafür viel Kräutertee und Wasser,
  • Viel Frischkost (frisches Obst und Gemüse),
  • Naturbelassene Fette,
  • Vollkornprodukte,
  • Ein tägliches „Muss“ ist, der Frischkornbrei zum Frühstück. Dazu werden unterschiedliche Sorten Getreide über Nacht in Wasser eingeweicht, anschließend mit Obst und Sahne gemischt. Dadurch sollen besonders viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe aufgenommen werden,
  • Keine Kalorienbeschränkung, allerdings nur drei Mahlzeiten am Tag,
  • Grundsätzlich Lebensmittel aus ökologischem Anbau.

Ernährungsphysiologische Bewertung:

  • Die Ursachen für ernährungsbedingte Erkrankungen sah Bruker im Verzehr von Auszugsmehlen, Zucker, raffinierten Ölen und Fetten. Dem Zucker schrieb er zudem die Unheilbarkeit verschiedener Krankheiten zu. Mit der Vollwertkost sollen nicht nur Krankheiten verhütet, sondern auch geheilt werden. Bruker wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, wissenschaftlich unhaltbare und zudem für den Verbraucher verwirrende Aussagen, Erklärungen und Versprechungen zu verbreiten. Beispiele: „Die Zuckergier des Kindes ist ein klassisches Zeichen eines Vitalstoffmangels“, „Fett macht nicht fett“, „Krebs lässt sich bis zu einem gewissen Grad durch Vollwertkost verhüten und je nach Stadium heilen“ oder dass erhitzte Milch gesundheitsgefährlich ist.
  • Bei Menschen, die ihre Ernährungsweise zu schnell auf Vollkornprodukte umstellen, kann es zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie schmerzhafte Blähungen und Durchfall kommen. Für diese Beschwerden sind bakterielle Zersetzungsvorgänge verantwortlich, bei denen aus nicht oder schlecht verdauter ballaststoffreicher Kost toxische Gärungsalkohole und biogene Amine entstehen. Diese können die Darmschleimhaut und den sich im Darm befindliche Teil des Immunsystems schädigen.
  • Nach Bruker soll so früh wie möglich, bereits im Säuglingsalter, mit der Vollwertkost in Form von Frischkornmilch oder Frischkornbrei angefangen werden. Säuglinge und Kleinkinder sind jedoch noch nicht in der Lage rohes Getreide zu verdauen, da der Magen-Darm-Trakt noch nicht ausreichend entwickelt ist. Glutenhaltige Getreideprodukte können das Auftreten einer Zöliakie begünstigen. Getreide soll erst nach dem vierten Lebensmonat und in erhitzter Form gegeben werden, um Unverträglichkeitsreaktionen und die Gefahr von Allergien zu vermeiden.
  • Für Erwachsene ist die Vollwertkost als Dauerkost zu empfehlen. Bei einer vielseitigen Lebensmittelauswahl ist mit der Vollwertkost eine bedarfsgerechte Ernährung möglich.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
HAHN, A.; STRÖHLE, A.; WOLTERS, M.: Ernährung- Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Stuttgart 2005.
LÖBBERT, R. et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
http://www.oekolandbau.de
http://www.oekotest.de
LÖBBERT, R. et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.

Weiterführende Literarur:
BRUKER, M.: Lebensbedingte Krankheiten. 2001.
BRUKER, M.: Unsere Nahrung- unser Schicksal. 2001.
GUTJAHR, I.: Das große Dr. M. O. Bruker- Ernährungsbuch. 2000.

Autor: KATALYSE Institut

Vollwert-Ernährung

Vollwert-Ernährung ist eine ganzheitliche und überwiegend lakto-vegetabile Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden.

Hauptsächlich verwendete Lebensmittel sind Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte, in geringen Mengen auch Fleisch, Fisch und Eier. Die Hälfte der Nahrungsmittel besteht aus unerhitzter Frischkost.

Die Grundsätze der Vollwert-Ernährung beinhalten neben dem gesundheitlichen Aspekt auch ökologische, soziale und ökonomische Aspekte:

  • Verwendung von Produkten der Saison und möglichst aus regionalem und /oder ökologischem Anbau,
  • Vermeidung von Nahrungsmitteln mit Zusatzstoffen,
  • Bevorzugung unverpackter oder umweltschonend verpackter Lebensmittel,
  • Vermeidung bzw. Verminderung der allgemeinen Schadstoffemission durch Verwendung umweltverträglicher Produkte und Technologien,
  • Verminderung von Veredlungsverlusten durch geringeren Verzehr tierischer Lebensmittel,
  • Bevorzugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die unter sozialverträglichen Bedingungen erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden (Fairer Handel mit Entwicklungsländern).

Diese Grundsätze stellen weder Gebote noch Verbote dar. Sie sollen als Empfehlungen verstanden werden, die individuell an Vorlieben und Bedürfnisse angepasst und umgesetzt werden können. Das Ziel ist, eine hohe Lebensqualität, die Schonung der Umwelt und die weltweite Förderung der sozialen Gerechtigkeit.

Die Vollwerternährung ist ein ganzheitliches Ernährungskonzept, das in den Grundzügen auf Erkenntnisse von Professor Werner Kollath basiert. Kollath forderte, die Nahrung so natürlich wie möglich zu lassen.

Karl von Koerber, Claus Leitzmann und Thomas Männle haben diese Idee weiterentwickelt und durch neuere ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt (Gießener Konzept).

Nach Erkenntnissen der Gießener Vollwert-Ernährungs-Studie ist die Bedarfsdeckung der essentiellen Nährstoffe möglich. Vollwertköstler kamen den Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der DGE näher als Mischköstler. Bei den vegetarischen Studienteilnehmer/innen erwies sich die Nährstoffrelation als optimal.

(Weiter Forschungsergebnisse der Giessener Vollwert-Ernährungs-Studie gibt es unter http://www.uni-giessen.de/fbr09/nutr-ecol/forsc_main.php).

Bei Menschen, die ihre Ernährungsweise zu schnell auf Vollkornprodukte umstellen, kann es zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie schmerzhafte Blähungen und Durchfall kommen. Für diese Beschwerden sind bakterielle Zersetzungsvorgänge verantwortlich, bei denen aus nicht oder schlecht verdauter ballaststoffreicher Kost toxische Gärungsalkohole und biogene Amine entstehen. Diese können die Darmschleimhaut und auch der sich im Darm befindliche Teil des Immunsystems schädigen.

Der Begriff Vollwert-Ernährung wird oft mit dem der vollwertigen Ernährung (definiert nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) in Verbindung gebracht bzw. verwechselt. Die DGE versteht unter einer vollwertigen Ernährung eine bedarfsgerechte Zusammensetzung einer ganzen Kostform, im Sinne der DGE- Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr. Demnach ist ein einzelnes Lebensmittel erst dann vollwertig, wenn alle Nährstoffe im gewünschten Verhältnis vorhanden sind. Dabei geht es vor allem um den gesundheitlichen Aspekt. Soziale und ökologische Aspekte haben keine Bedeutung.

Quellen:
KOERBER, K.; MÄNNLE, T.; LEITZMANN, C.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1994.
POLLMER, U; WARMUTH, S.: Lexikon der populären Ernährungsirrtümer. München 2004.
http://www.naturkost.de/basics/formen/leitz.htm
http://www.ugb.de

Autor: KATALYSE Institut

Vitamine

V. sind organische Verbindungen, die für den menschlichen Stoffwechsel lebensnotwendig sind, von diesem aber nicht gebildet werden können und daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.

Bei Unterversorgung mit V. kommt es zu typischen V.-Mangelkrankheiten (z.B. V. C: Skorbut, V. D: Rachitis mit Knochenerweichungen und Zahnverfall, V. K: Blutgerinnungsstörungen), die unbehandelt zum Tode führen. V. greifen auf vielfältige Weise in biochemische Prozesse ein.

Die wasserlöslichen V. (B1, B2, B6, B12, C, H) bilden als funktionelle Bestandteile der Enzyme einen Komplex, der Stoffwechselvorgänge katalysiert (Katalyse). Die fettlöslichen V. (A, D, E, K, Q) wirken z.T. als Vorstufen (z.B.V. A: Vorstufe des Sehfarbstoffs; V. D: Vorstufe des unter UV-Strahlung im Körper entstehenden V. D.), oder bei anderen Stoffwechselreaktionen mit.

Bei einer ausgewogenen Ernährung und dem heutigen Nahrungsmittelangebot kommt es nur noch sehr selten zu V.-Mangelkrankheiten. Daher ist die Vitaminisierung von Nahrungsmitteln (Bonbons, Säfte, Säuglingsnahrung) und die Einnahme zusätzlicher V.-Präparate problematisch.

Kommt es zur Überdosierung von bestimmten V., so kann dies auch zu Gesundheitsstörungen führen; z.B. kann zuviel V. A, das während der Schwangerschaft eingenommen wird, zu Mißbildungen beim Kind führen, und zuviel V. D kann Kalkablagerungen in den Blutgefäßen hervorrufen.

V. sind natürliche Konservierungsstoffe, denn je höher der V.-Gehalt eines landwirtschaftlichen Produkts ist, desto größer ist seine Lagerfähigkeit. Die Nahrungsmittelindustrie nutzt deshalb die V. E und C zur Konservierung.

Autor: KATALYSE Institut

Vegetarier

Vegetarier sind Anhänger einer alten alternativen Ernährungsform- dem Vegetarismus. Bei dieser Form werden nur pflanzliche Produkte und teilweise auch Produkte vom lebenden Tier konsumiert.

Umgangssprachlich werden Personen als Vegetarier bezeichnet, die auf den Verzehr von tierischen Lebensmitteln verzichten oder zumindest extrem einschränken.

Ernährungsgeschichte
Über Jahrmillionen hinweg bevorzugte der Mensch pflanzliche Kost, was sich bis heute an anatomischen und physiologischen Merkmalen nachweisen lässt. Die rein vegetarische Kost ist jedoch eine Erscheinung der Kultur und nicht in der Natur des Menschen begründet.

Historische Entwicklung
Die Sekte der Orphiker in Griechenland und der griechische Philosoph Pythagoras gaben im 6. Jahrhundert v.Chr. dem Vegetarismus die ersten Impulse. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Vegetarismus noch "Pythagoräismus" genannt. Mit der Lebensreform-Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts, erreichte der Vegetarismus in Deutschland eine breite Öffentlichkeit. Der Ansatz dieser Reform war neben einer vollwertigen Ernährung die Zunahme des Fleischkonsums in den 1850er Jahren und die damit verbundene Zunahme der Zivilisationskrankheiten. Mit der Umweltbewegung in den 1970er Jahren kam ein weiterer Aufschwung. Heute werden nicht nur gesundheitliche, sondern auch tierethische Aspekte ins Blickfeld genommen.

Formen
Vegetarismus ist keine einheitliche Ernährungsform, sondern umfasst verschiedene Kostformen, die sich in der Lebensmittelauswahl, Zielen und Beweggründen unterscheiden. Die Hauptmotive finden sich in ethisch-religiösen, gesundheitlichen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten. Nach der Lebensmittelauswahl unterscheiden sich ovolacto, ovo-, lacto-, vegetarische und vegane Kost. Kostformen nach Bircher-Benner, Waerland, Schnitzer und die Evers-Diät werden zwar nicht ausdrücklich als vegetarisch bezeichnet, sind es ihrem Erscheinungsbild nach. Die Ernährung nach der chinesischen und Mazdaznan Ernährungslehre, Mayr-Kur sowie verschiedenen Rheuma-Diäten zählen ebenso zur vegetarischen Ernährungsweise.

Die Anzahl der Vegetarier in Deutschland hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verzehnfacht. Der Vegetarierbund Deutschland zählt knapp sieben Millionen Vegetarier, wobei die meisten Ovolaktovegetarier sind. Diese Gruppe verzehrt weder Fleisch noch Fisch und daraus hergestellte Produkte. Allerdings sind die Ansichten zum Einsatz von Chymosin bei der Käseherstellung unterschiedlich. Neben pflanzlicher Nahrung sind Milch, Milchprodukte und Eier sowie andere Produkte vom lebenden Tier erlaubt.

In diesem Zusammenhang wird seit einiger Zeit auch von Pudding– und Semivegetariern gesprochen. Puddingvegetarier bevorzugen, entgegen der Grundregel alternativer Ernährungsformen, stark verarbeitete Lebensmittel mit einer geringen Nährstoffdichte (Weißmehlerzeugnisse, Zuckerwaren). Semivegetarier schränken den Verzehr von Fleisch und Fisch sehr, aber nicht ganz, ein.

Die Gruppe der Ovovegetarier meidet Milch und Milchprodukte, verzehrt aber Eier. Zur ovo- vegetarischen Ernährung zählen die Evers-Diät, Schnitzer-Normalkost. Diese Form wird eher selten praktiziert.
Dagegen meiden Lactovegetarier Eier und mit Kälberlab hergestellten Käse. Die Waerland-Kost sowie verschiedene Rheumadiäten werden zu dieser Form gezählt.

Als strengste Form des Vegetarismus wird die vegane Ernährung bezeichnet. Veganer meiden alle vom Tier stammenden Produkte (Nahrungsmittel mit Gelatine, Milch, Honig etc.) und Gebrauchsgegenstände (Lederschuhe und –taschen, Pinsel, Federn, Bürsten aus Tierhaar etc.). Bei mangelnden Kenntnissen der Lebensmittelzusammensetzung ist eine vegane Rohkost auf Dauer abzulehnen.

Ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse
Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg erkranken Vegetarier seltener als "Normalesser". Die Todesrate durch Schlaganfälle und Herzinfarkt lag um 50 Prozent niedriger als im Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Das Vorkommen Krebserkrankungen war bei Männern um 50 Prozent, bei Frauen um 25 Prozent niedriger. Auch chronische Krankheiten wie Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck traten seltener auf. Die beste Gesundheit wiesen gemäßigte Vegetarier auf, die, im Gegensatz zu strengen Vegetariern, nicht auf tierische Produkte wie Eier und Milch und Milchprodukte verzichten.

Kennzeichnung
Viele Produkte enthalten versteckte, tierische Bestandteile, z.B. Gelatine in Süßigkeiten, Speckfett in Tomatensuppe, Schweineschmalz in Gemüsepizza und andere. Klarheit schafft das V-Zeichen der europäischen Vegetarier-Union. Es dürfen nur Produkte mit diesem Label gekennzeichnet werden, die keine Zutaten oder Substanzen von getöteten Tieren enthalten. Zusätzlich kann das Wort "vegan" beigefügt werden, wenn keinerlei tierische Stoffe oder Substanzen enthalten sind. Das Prüfzeichen wird vom Vegis Lizenzvertrieb vergeben.

Quellen:
LEITZMANN, C.; HAHN, A.: Vegetarische Ernährung. Stuttgart 1996.
LÖBBERT et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
KOERBER, K.; MÄNNLE, T.; LEITZMANN C.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1999.
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
SPEKTRUM: Lexikon der Ernährung. Berlin 2002.

Autor: KATALYSE Institut

Verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung

Die "Verordnung über die verbrauchsabhängige Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten" von 1981 in der Neufassung vom 20.1.1989 hat zum Ziel, den Energieverbrauch durch Gebäudeheizungen (Heizung, Raumwärmebedarf) und Warmwasserbereitung zu vermindern.

Der Anreiz zur Änderung im Das Verbraucherverhalten hat grossen Einfluss auf die Umweltbelastung. Dies beginnt schon beim Konsumverhalten. Der Kauf umweltfreundlicher Produkte (Umweltzeichen) entlastet nicht nur die Umwelt bei Herstellung, Verwendung und Entsorgung, sondern kann auch Einfluss auf die Unternehmenspolitik ausüben (umweltorientierte Unternehmensführung, Ökomarketing). Verbraucherverhalten besteht darin, daß sich die V. am tatsächlichen Verbrauch des einzelnen orientiert. Die Betriebskosten werden dementsprechend verteilt. Das Ziel der Einsparung kann schon erreicht werden, wenn mindestens 50% der Heizkosten nach dem individuellen Verbrauch verteilt werden. Die V. führt nach Untersuchungen zu Energieeinsparungen von etwa 15%. Dazu werden Geräte zur Verbrauchserfassung von Wärme und Warmwasser angebracht.  Die Gebäude werden dabei nicht nach ihrer Nutzungsart unterschieden, sondern entscheidend ist, dass sie (sowohl Wohn- als auch gewerbliche Gebäude) von verschiedenen Personen genutzt, aber nur von einer gemeinsamen Anlage (Zentralheizung, Nah- oder Fernwärme, -wasser) versorgt werden. Bei fast 50% der zentral beheizten Wohnungen wurde bereits vor dem Inkrafttreten der Verordnung eine V. durchgeführt. Heute wird die V. in rd. 10 Mio Wohnungen angewandt.

Autor: KATALYSE Institut

Vakuumröhrenkollektoren

S. sind ein Bestandteil solarthermischer Anlagen. Sie absorbieren die einfallende Solarstrahlung und wandeln sie in Wärme um.

siehe: Sonnenkollektoren

Autor: KATALYSE Institut

Vulkanisation

V. ist eine vom Amerikaner Goodyear 1940 entwickelte Methode zur dreidimensionalen Vernetzung von Kautschuk.

Der Kautschuk geht bei dieser Reaktion vom plastischen in einen elastischen Zustand über. Bei der V. müssen V.-Starter und -Beschleuniger eingesetzt werden, z.B. Schwefelspender und Thiocarbamate.

Bei der V. in Salzbädern entstehen Amine. Sekundäre Amine bilden krebserregende Nitrosamine und führen zu Belastungen der Arbeiter (erhöhtes Krebsrisiko, Berufskrankheiten). Es wird versucht, Vernetzungssysteme zu entwickeln, die keine oder ungefährlichere Nitrosamine bilden.

Siehe auch: Kautschuk

Autor: KATALYSE Institut

vPvB-Stoff

vPvB-Stoffe sind sehr persistente, sehr bioakkumulierbare Stoffe.

Erfüllt ein Stoff die im Folgenden aufgeführten Kriterien für hohe Persistenz und hohe Bioakkumulation, dann wird er gemäß REACH als vPvB-Stoff identifiziert:

Sehr persistent

  • Halbwertszeit in Meerwasser od. Süßwasser oder
  • Flussmündungen >60 Tage oder
  • Halbwertszeit in Meeressediment oder Süßwasser- oder
  • Flussmündungssediment >180Tage oder
  • Halbwertszeit im Boden >180 Tage

Sehr bioakkumulierbar

  • Biokonzentrationsfaktor >5000

Quellen:
REACH-Verordnung: Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2006/l_396/l_39620061230de00010851.pdf
RIPs: http://ecb.jrc.it/reach/rip/
http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de
http://www.gisbau.de
BRANDHOFER, P; HEITMANN, K.: REACH – Die neue Herausforderung für Ihr Unternehmen! 2007
AU, M.; RÜHL, R.: REACH-Verordnung. 2007

Autor: KATALYSE Institut

Verkehrsclub Deutschland (VCD)

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) setzt sich für eine nachhaltige Verkehrspolitik, die langfristig eine ökologische und sozialverträgliche Mobilität aller Verkehrsteilnehmer sichert, ein.

Der VCD macht sich u.a. stark:

  • für die intelligente Verknüpfung aller Mobilitätsarten: Zufußgehen, Fahrrad-, Bus-, Bahn- und Autofahren
  • für die kundenfreundliche Bahn
  • für einen besseren Nahverkehr
  • für die Förderung des Fahrradverkehrs (Mit dem Masterplan Fahrrad)
  • für die Lkw-Gebühr
  • für die clevere Autonutzung
  • für den Schutz besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer (Behinderte, Kinder, Senioren)

Die rund 70000 Mitglieder erhalten sechsmal jährlich das Magazin „fairkehr“, worin über Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen berichtet wird. Der VCD bietet ebenfalls eine ökologische Autoversicherung an, wo sich die Prämienhöhe an der ökologischen Qualität des Autos orientiert.
Weitere Angebote wie Car-Sharing, Verkehrsberatung (lieber Diesel oder Benzin?) und eine Mitfahrzentrale sind für Mitglieder und Nicht-Mitglieder zugänglich. Im Großraum Bonn baut der VCD in einem Pilotprojekt ein Netz auf, das Mitfahrgelegenheiten bei dem täglichen Weg zur Arbeit zu vermitteln versucht.

Kontakt:
Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. Bundesverband
Kochstraße 27
10969 Berlin
Telefon: 030 / 28 03 51-0
Fax: 030 / 28 03 51-10
www.vcd.org

Autor: KATALYSE Institut

Verrottung

siehe Kompostierung, Bodengefüge,Bodenorganismen, Humus.

Autor: KATALYSE Institut

Verpackungsmüll

Von den durchschnitlich 250 kg Hausmüll, die der Durchschnittsbürger pro Jahr produziert, entfallen ungefähr 70 kg, also knapp 30 Gew.-% auf Verpackungsmaterialien, wie Papier, Pappe, Glas, Kunststoffe und Metalle, die bereits nach einmaligem Gebrauch nutzlos sind und entsorgt werden müssen

Die Tab. gibt an, wie viel Gew.-% des jeweiligen Stoffes im Hausmüll aus Verpackungen stammen.
Diese Mengen könnten durch abfallarmen Einkauf (Abfallvermeidung) gemindert werden, indem man auf Verbundverpackungen (z.B. Getränkekartons) verzichtet und anfallende Verpackungsreste einer Wiederverwertung zuführt (Mehrwegverpackung, Recycling).

Lit.: KATALYSE e.V.: Kommt gar nicht in die Tüte!, Köln 1991

Autor: KATALYSE Institut

Verpackungen

Man unterscheidet Mehrweg(MW)-V. (z.B. Pfandflaschen) und Einweg(EW)-V. (z.B. Plastiktüten, Aludosen, Konservendosen oder Getränkekartons).

Beide Systeme belasten die Umwelt unterschiedlich stark durch Rohstoff- und Energieverbrauch, Schadstoffemissionen und Abfallaufkommen (Verpackungsmüll) bei Erzeugung, Transport und Entsorgung. 

Ökologische Vergleiche zwischen EW- und MW-V. sind von der Spülung, der Umlaufzahl und dem Transportweg abhängig.
Die Umlaufzahl beschreibt die Anzahl der Wiederbefüllungen von V.. Da MW-V. i.d.R. schwerer sind als EW-V., sind MW-V. mit niedrigen Umlaufzahlen (z.B. Flaschen aus Polyethylenterephtalat(PET)) nicht unbedingt umweltfreundlicher als EW-V.. Hohe Umlaufzahlen erreichen MW-Glasflaschen (bis zu 50).
Hohe Transportwege vom Verpacker zum Verbraucher verschieben das Verhältnis zugunsten von EW-V.. Die Entfernug läßt sich jedoch stark verringern, indem man das verpackte Gut entweder durch ein Gut ersetzt, das in der Nähe produziert oder verpackt wurde, oder indem MW-Systeme normiert werden (Standardisierung). Durch die Normierung können MW-V. an beliebigen Sammelstellen erfaßt und dezentral wiederverwendet werden. Für Getränke war dies jahrelang der Fall, da Flaschen und Kästen für Bier oder Sprudel einheitlich waren. Leider geht der Trend immer mehr zu einer Individualisierung von Flaschen und Kästen.

Mehrere Studien belegen den Trend, daß MW-V. den EW-V. ökologisch in allen untersuchten Bereichen überlegen sind. Eine Ausnahme bildet allenfalls eine PE-Schlauchbeutel-V. für Frischmilch. Auch Recyclingmaßnahmen wirken sich nicht positiv auf das Umweltverhalten von EW-V. aus (Abfallvermeidung,Abfallverwertung). Eine noch größere Umweltenlastung läßt sich durch die Vermeidung von V. (z.B. Um-V.) erreichen. Der Verbraucher sollte unnötige V. auf jeden Fall in den von der Verpackungsverordnung vorgeschriebenen Behältern im Supermarkt zurücklassen, um so Druck auf die V.-Industrie auszuüben, derartige V. zu vermeiden.

Lit.: S.Schmitz, (UBA): Vergleich der Umweltauswirkungen von Einweg- und Mehrwegverpackungen, Berlin 1992; H.J.Oels, (UBA): Umweltauswirkungen verschiedener Verpackungsformen und Lösungsmöglichkeiten der daraus resultierenden Probleme, Berlin. Beide sind über das Umweltbundesamt erhältlich.

Autor: KATALYSE Institut

Verklappung

siehe Abfallbeseitigung auf See

Autor: KATALYSE Institut