Vogelgrippe

Grippe können auch Vögel bekommen. Der Erreger ist das Influenza A-Virus. Alle Influenza-Viren vom Subtyp H5 und H7 können Vögel infizieren. Es erkranken allerdings nicht alle Vögel. Wildvögel sind weitestgehend immun gegen die Vogelgrippe.

Sie tragen das Virus allerdings im Körper und verbreiten es mit ihrem Kot. In einemTeich, in dem eine Wildente ihren Kot abgelassen hat, können die Influenzaviren noch eine Woche lang nachgewiesen werden. Kommt dann ein Huhn mit dem Erreger in Kontakt wird es schwer krank.

Tiermediziner sprechen von der Geflügelpest
Vogelgrippe ist ein umgangsprachlicher Begriff, der aber dieselbe Krankheit bezeichnet. Die Krankheit beruht auf einem Influenza A-Virus vom Subtyp H5N1. Menschen können normalerweise nur schwer durch Vogel-Influenza-Viren infiziert werden, dennoch gab es Todesfälle. Die große Gefahr besteht darin, dass sich genetisches Material von Vogel- und Menschenviren zu einem neuen für den Menschen hochinfektiösen und gefährlichen Virustyp verbinden könnte. Genau dies ist bei der "Spanischen Grippe" von 1918 mit weltweit Millionen von Todesopfern wahrscheinlich schon einmal geschehen. Inzwischen soll H5N1 in China auch bei Schweinen festgestellt worden sein. Schweine können sich gleichzeitig mit Menschen- und Vogelgrippeviren infizieren. Dass sich Menschen mit der Vogelgrippe infizieren können, ist seit 1997 bekannt.

Das Risiko einer weltweiten Influenzaepidemie (Pandemie) wird maßgeblich davon beeinflusst, wie weit ein Virus verbreitet ist. Insofern bedeutet jeder neue Ausbruch eine Erhöhung des Risikos. Mitte Oktober 2005 wurde offiziell bestätigt, dass bei Geflügel in der Türkei, in Rumänien sowie auch in Teilen Russlands der in Asien zirkulierende Virusstamm H5N1 nachgewiesen wurde. Auch für Griechenland und Kroatien wurde das Auftreten der Vogelgrippe bestätigt. Inzwischen ist das hochpathogene H5N1 auch nach Deutschland eingeschleppt.

Für die Bevölkerung in Deutschland ist derzeit ein großes Risiko kaum erkennbar, dies auch vor dem Hintergrund, dass andere Mikroorganismen, wie etwa Salmonellen allein in Deutschland jedes Jahr zu mehr Todesfällen führen als die Vogelgrippe in den letzten Jahren insgesamt weltweit.
Aufgrund der Diskussion um die Vogelgrippe lassen sich inzwischen viele Menschen gegen Grippe impfen als in den vergangenen Jahren. Dies obwohl die aktuelle Impfung nicht vor der Vogelgrippe schützt.

Erst 1996 entdeckte der US-Wissenschaftler Taubenberger den Erreger der Spanischen Grippe. Im Kriegsjahr 1918 war diese mit amerikanischen Soldaten nachEuropa gelangt, ein Jahr später hatte sie sich bereits weltweit verbreitet. Ein Fünftel der Weltbevölkerung war infiziert, über 40 Millionen Menschen starben. Das waren mehr als alle Opfer des zweiten Weltkriegs. Es handelte sich um das Virus H1N1, das auch Bestandteile eines Vogelvirus enthielt. Auch der Erreger der Asiatischen Grippe H2N2, die in den Jahren 1957/58 über 70.000 Menschen tötete, enthielt ein Vogelprotein.

1997 wurden allein in Hongkong 1,8 Millionen Hühner getötet. Dieses Mal machte das Virus auch vor Menschen nicht halt. Im Mai 1997 starb ein kleiner Junge an einer unbekannten Grippe. Experten aus den Niederlanden entdecken in seinem Blut das Vogelvirus H5N1 - dasselbe Virus, das in Hongkong die Vogelgrippe ausgelöst hatte. Bis November 1997 waren 18 Menschen infiziert, 6 von ihnen starben - die meisten von ihnen hatten engen Kontakt zu Vögeln.

1999 meldeten neun Provinzen in Norditalien den Ausbruch der Geflügelpest. Um die Seuche möglichst schnell in den Griff zu bekommen, wurden 13 Millionen Hühner not geschlachtet. Die Angst vor einer Übertragung des Virus auf Menschen beherrschte die Schlagzeilen. Diesmal ist der Erreger, das Virus H7N1, weniger aggressiv als zwei Jahre zuvor in Hongkong.

2003 wurde in den Niederlanden Vogelgrippe-Alarm ausgelöst. Die Behörden reagierten schnell: 20 Millionen Hühner wurden gekeult, das waren rund 90 Prozent des Bestandes. Auslöser war ein Virus, das bisher für Menschen ungefährlich war: H7N7. Vor dem Ausbruch der Seuche war er nur in einer Löffelente nachgewiesen worden. Dennoch erkrankten 89 Menschen daran – ein Tierarzt starb.

Thailand hat die viertgrößte Geflügelindustrie der Welt: 600.000 Menschen sind hier beschäftigt. Erst als Ende des Jahres die ersten Todesopfer zu beklagen sind, wird Alarm geschlagen und in ganz Südostasien werden über 33 Millionen Hühner und Enten notgeschlachtet. Jedes zweite Huhn dieser Erde lebt in Asien, insgesamt über 7 Milliarden. Es gehört damit für die Menschen unweigerlich zum Alltag und in jeden Haushalt. Die Krankheit, die sich in der Folgezeit in Südostasien weiter unter den Hühner ausbreitet, ist die Vogelgrippe. Ein Influenza A-Virus, der gleiche Typ wie bei der winterlichen Grippe in unseren Breitengraden.

Aufgrund des engen räumlichen Kontakts von Mensch und Tier, gelingt es einem Vogelvirus regelmäßig, in den Körper eines Menschen einzudringen. Für diesen stellt die Form der Vogel-Influenza normalerweise jedoch keine Gefahr dar. Die Oberfläche des Vogelvirus unterscheidet sich so stark von seiner menschlichen Variante, dass dieses keine Möglichkeit findet, sich in den humanen Zellen zu vermehren. Doch unter den zahllosen Hühnern in Asien verbreitet sich das Grippevirus rasant. Die von der Vogelgrippe befallenen Hühner bekommen Atembeschwerden, Durchfall und Fieber. Das aggressive Virus hat sich so verändert, dass ihm über 90 Prozent der infizierten Hühner zum Opfer fallen. Über ihren Kot gelangen wiederum riesige Mengen an Viren in die Umwelt.

Durch spontane Mutation können neue Varianten des Vogelvirus entstehen. Irgendwann ist vielleicht eine Virusvariante darunter, deren Oberflächenstruktur sich so verändert hat, dass sie sich auch im menschlichen Körper zurecht findet. Das Virus zwingt so seinen neuen Wirt, fortlaufend identische Kopien von sich zu produzieren. Das Immunsystem erkennt das für den menschlichen Körper völlig unbekannte Virus nicht und kann sich nicht wehren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass solch eine Virusvariante entsteht, ist höher, je mehr Hühner von der Krankheit befallen sind. Nimmt man jedoch die absoluten Zahlen, sind die Erkrankungen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung verschwindend gering. Zusätzlich stellt der einzelne Mensch eine Sackgasse für den Erreger dar. Es gibt für das Virus keine Möglichkeit, von Mensch zu Mensch überzuspringen. Für eine weitere Ansteckung gibt es in diesem Fall keine Chance.

H5N1 = Killervirus?
Forscher und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnen jedoch vor einem möglichen Horrorszenario. Es besteht theoretisch die Möglichkeit, dass ein neues Super-Virus entstehen könnte. Trifft das Virus der Vogelgrippe (H5N1) auf ein menschliches Influenzavirus (H3N2), kann dies verheerende Folgen haben. Beide Viren können bei der Vermehrung in den menschlichen Zellen ihre Erbinformationen austauschen. Im schlimmsten Fall bildet sich dadurch ein völlig neuer Erreger, der die negativen Eigenschaften beider Krankheiten in sich vereint. Für den Menschen wäre das Virus so gefährlich wie die Vogelgrippe und so ansteckend wie seine menschliche Variante. Das menschliche Immunsystem wäre bis zur Bereitstellung eines geeigneten Impfstoffes gegen den Erreger machtlos. Eine weltweite Pandemie wäre die Folge. Bei allen theoretischen Möglichkeiten ist es glücklicherweise jedoch mehr als wahrscheinlich, dass dieses Horrorszenario nicht eintreten wird.

Die einzige Möglichkeit die Geflügelpest oder Vogelgrippe einzudämmen, besteht darin, die betroffenen Bestände zu schlachten. Da praktisch alle infizierten Tiere sowieso an der Krankheit sterben würden, ist das auch im Sinne des Tierschutzes, da durch das Keulen ein qualvoller Tod und weitere Ansteckungen verhindert werden können. Eine Impfung ist keine Alternative zum Keulen der Tiere. Der Impfstoff ist nämlich nicht effektiv genug. Er kann das Virus nicht abtöten. Geimpfte Tiere werden zwar nicht krank, tragen das Virus aber weiterhin in sich und können es auch an nicht geimpfte Tiere weitergeben.

Autor: KATALYSE Institut

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