Steinkohle

S. (Kohle) ist ein fossiler Brennstoff. Wegen ihres höheren Alters liegt sie meist tiefer als Braunkohle und muss unter Tage abgebaut werden (Fördertiefen heute bis zu 1.200 m).

S. hat einen Anteil von 16% (1990) am Primärenergieverbrauch (Energie) Deutschlands, wo große Energiereserven an S. lagern. S. wird verwandt zur Stromerzeugung, als Koks (Kokerei) in der Eisenindustrie und als Brechkoks und Eierkohle zur

Hausfeuerung (Heizung, Ofenheizung).
Zur Stützung der gegenüber Importkohle erheblich teureren deutschen S. gibt es eine Reihe von Maßnahmen: Jahrhundertvertrag zwischen S.-Bergbau und Stromerzeugern, den Hüttenvertrag zwischen S.-Bergbau und Stahl-/Eisenindustrie, den Kohlepfennig im Strompreis, die Kohleimportkontingentierung und das Beheizen öffentlicher Gebäude mit S.. Allein zwischen 1988 und 1990 wurden aus dem Bundeshaushalt rd. 25 Mrd DM Zuschüsse an den deutschen S.-Bergbau gezahlt. Die derzeitge Förderung von 70 Mio t/Jahr soll bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter 55 Mio t/Jahr verringert werden. Derzeit sind 130.000 Bergleute im S.-Bergbau beschäftigt.
Umweltbelastungen durch S.-Nutzung treten auf beim Abbau: Im Ruhrgebiet, in dem 80% der deutschen S. gefördert werden, führt die Aushöhlung der Erde zu großflächigen Bodenabsenkungen um bis zu 20 m. Sie werden dadurch begünstigt, dass der anfallende Abraum heute praktisch nicht mehr zurück unter Tage gebracht, sondern oberirdisch auf riesigen Halden gelagert wird. Absenkungen treten verstärkt unter bebautem Gebiet auf und führen zu Gebäudeschäden.
In Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel führen Absenkungen zur Verpolderung (Poldergebiete): Da kein natürlicher Wasserabfluß mehr stattfindet, muss das Grundwasser, um ein Versumpfen zu verhindern, abgepumpt oder in künstlichen, tief liegenden Vorflutern (Abwasserkanälen) abgeführt werden. Beides entzieht der Trinkwasserversorgung das Grundwasser. Das aus den Gruben abgepumpte Grundwasser ist stark salzhaltig. Seine Einleitung in den Ruhrgebietsfluß Lippe z.B. macht diesen für die Trinkwassergewinnung ungeeignet. Das früher hohe Risiko der Bergarbeiter, an Staublunge, Tuberkulose und Lungenkrebs zu erkranken, konnte durch Verminderung der Staubkonzentration und Automatisierung unter Tage stark reduziert werden. Große Umweltbelastungen treten bei der Verbrennung von S. in Kohlekraftwerken auf, insb. werden große Mengen Schwefeldioxid, Stickoxide, Staub und Kohlendioxid emittiert.
Kohlekraftwerk, Kokerei, Kohleumwandlung, Fernwärme, Schmelzfeuerung, Wirbelschichtfeuerung, Großfeuerungsanlagen-Verordnung, Kohle

Autor: KATALYSE Institut

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