Sukzession

Als Sukzession bezeichnet man die sich mit der Zeit auf einem gegebenen Areal einander ablösenden Lebensgemeinschaften von Organismen aufgrund allmählicher oder tiefgreifender Veränderungen der Existenzbedingungen in einem Biotop.

Die Umweltänderungen werden von den Organismen z.T. selbst verursacht (z.B. Anreicherung von abgestorbenen Pflanzenteilen bei der Verlandung eines Sees), deren Folgeorganismen der nächsten Sukzessions-Stufe als Umwelt dienen. Dieser Vorgang strebt einem Zustand, dem sog. ökologischen Gleichgewicht, entgegen, in dem die von den Pflanzen "erzeugten" Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zu den von den übrigen Lebewesen benötigten Nährstoffen stehen (die Primärproduktion entspricht dem Bedarf der Konsumenten).

Über eine primäre Sukzession, die Pionierphase und die folgenden Sukzession-Gesellschaften entwickelt sich schließlich ein stabiles Endstadium, das Klimaxstadium. Die Zeitdauer der Sukzession ist stark vom Medium des Ökosystems abhängig. Aquatische Ökosysteme sind schnellebig, sie erreichen die Klimaxphase oft in Jahresfrist. Dagegen beansprucht die Primär-Sukzession in terrestrischen Ökosystemen, etwa bei der Besiedlung von Lavafeldern, Moränen etc., viele tausend Jahre, bis der Klimaxzustand erreicht ist. Sekundär-Sukzession bezeichnen Wiederbesiedlungen von aufgelassenem Ackerland oder Kahlschlägen. Derartige Areale können in 100-200 Jahren wieder eine Klimaxgesellschaft werden.

Die Sukzession und damit das ökologische Gleichgewicht sind z.B. in Waldökosystemen durch den sauren Regen empfindlich gestört. Die natürliche Sukzession auf Kahlschlaggebieten kann nicht mehr erfolgen, da junge Pflanzentriebe aufgrund der Bodenversauerung (Auswaschung von Nährstoffen, Freisetzung von Schadstoffen, Schädigung der Feinwurzeln) im geschädigten Boden nicht mehr anwachsen können. Junge Baumtriebe müssen daher künstlich mit erheblichem Aufwand vorgezogen werden (Verjüngung, Waldsterben).
Graphik: Klimaxstadium einer Biozönose

Autor: KATALYSE Institut

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