Radioaktive Nuklide

R. sind instabile Atomkerne oder Nuklide, die dem radioaktiven Zerfall unterliegen (Radioaktivität). Sie wandeln sich direkt oder über radioaktive Zwischenprodukte (Tochternuklide) in stabile Nuklide um.

Jedes R. hat eine für sich charakteristische physikalische Halbwertszeit. Es gibt nur wenige natürlich vorkommende R., hierzu gehören: Kalium-40, Kohlenstoff-14 und Wasserstoff-3 sowie Nuklide der Uran- und Thoriumreihe (Natürliche
Strahlenbelastung). Die überwiegende Zahl kann nur künstlich hergestellt werden durch Kernspaltung (Kernkraftwerk) oder bestimmte Kernreaktionen.

Die radioaktiven Nuklide jedes chemischen Elementes liegen in einem bestimmten prozentualen Verhältnis zusammen mit ihren stabilen Isotopen vor. Sie werden mit der Nahrung, dem Trinkwasser oder durch Inhalation aufgenommen. Aus dieser Aufnahme resultiert eine jährliche Exposition von durchschnittlich 0,25 mSv (ohne Radon und seine Zerfallsprodukte), der größte Anteil entfällt dabei auf Kalium-40.

Jede Exposition gegenüber ionisierender Strahlung wie sie von Radionukliden ausgeht wirkt mutagen, dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Strahlung natürlicher und künstlicher Quellen.
Die Anwesenheit von Radionukliden und anderer Komponenten der natürlichen Hintergrundstrahlung legen die Vermutung nahe, dass der Mensch Schutzmechanismen dagegen entwickeln konnte. Epidemologische Befunde weisen jedoch daraufhin, dass die Hintergrundstrahlung für einen Teil der sogenannten spontanen Krebsrate verantwortlich ist.

Autor: KATALYSE Institut

Renaturierung

Rückführung von genutzten Flächen in einen mehr oder weniger naturnahen Zustand.

Renaturiert werden alte Industriestandorte, Tagebaue (Braunkohle), Kiesgruben, unwirtschaftliche landwirtschaftliche Randzonen und Gewässer. In einer intensiv genutzten Kulturlandschaft ist R. zum Erhalt naturnaher Ruhezonen erforderlich. Jedoch kann damit der Verlust an Naturlandschaft durch Bebauung und Versiegelung nicht kompensiert werden. Die Rückzugsgebiete vieler Pflanzen und Tiere sind mittlerweile so zerschnitten, klein und weit auseinanderliegend und die genutzten Äcker, Wiesen und Gärten so artenarm, daß eine Wiederbesiedlung nahezu ausgeschlossen ist. Im Gegensatz zur R. von Gewässern und Feuchtgebieten, die durch die Flugverbreitung von Insekteneiern und Pflanzensamen im Gefieder von Wasservögeln begünstigt wird, ist die R. von Trockenrasen und Torfmooren, wenn überhaupt, nur in Hunderten bis Tausenden von Jahren möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Regenwald

Der Regenwald ist der immergrüne Wald der inneren Tropen mit ganzjährig heißem, feuchtem Klima. Die tropischen Regenwald sind die artenreichste Lebensgemeinschaft auf der Erde.

In ihnen leben mindestens die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Bäume des Regenwald werden bis zu 60 m und mehr hoch. Durch Brandrodung für Viehzucht und Landwirtschaft, Staudämme (Wasserkraft), Bergbau und Industrie, Brennholzeinschlag und Holzkohleproduktion (

Holz) und v.a. auch Holzexporte (Tropenholz) ist der Bestand des Regenwald weltweit bedroht.

Der Tropenholz-Einschlag zerstört i.d.R. zunächst nicht den gesamten Wald, ist aber häufig Wegbereiter für die weitere Zerstörung, da er den Regenwald über Straßen etc. zugänglich macht. Laut FAO-Bericht wurden 1989 17 Mio ha Regenwald zerstört. Die Auswertung von Satellitenphotos ergab für 1990 sogar eine Fläche von 20 Mio ha. 40% der 1980 bis 1991 erfolgten Abholzung entfielen auf Südamerika, 30% auf Asien und die Pazifik-Regionen und 30% auf Afrika.

Die Regenwald-Zerstörung ist eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit. Folgen hieraus ergeben sich nicht nur für die örtliche Tier- und Pflanzenwelt (Artensterben), die Nahrungsgrundlagen der dort lebenden Menschen und die gesamte Ökologie (Erosion, Überschwemmungen usw.), sondern auch für das globale Klima (Treibhauseffekt).
Aus diesen Gründen fordern viele Umweltgruppen einen Boykott von Tropenholz und eine Einschränkung des Fleischkonsums.

In vielen Ländern mit Regenwald laufen neue Nutzungskonzepte an, die in Waldprodukten nicht nur Nutzholz sehen, sondern andere Waldprodukte, die teilweise einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Wert aufweisen, fördern. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht im Regenwald-Schutz auch die Existenzsicherung der lokalen Bevölkerung durch verbesserte Formen der Waldnutzung und -bewirtschaftung im Sinne einer ökologisch und sozial verträglichen Nutzung.

Dabei geht es z.B. um die nachhaltige Gewinnung von Waldprodukten wie Rattan, Kautschuk, Nahrungsmittel (Honig, Früchte, Nüsse u.a.), Gewürze, Duft- und Geschmacksstoffe, Baumsäfte und -harze, Heilkräuter und Arzneimittel. So hatten z.B. 1988 die medizinischen Endprodukte, die aus dem Regenwald gewonnen wurden, bereits einen kommerziellen Wert von ca. 15 Mrd US Dollar.

Die nachhaltige Nutzung des Regenwald ist Plantagen-Monokulturen vorzuziehen. Monokulturen produzieren nicht so hochwertige Qualitäten wie im Regenwald gewachsene Produkte, z.B. Teakholz. Außerdem ist in Monokulturen i.d.R. ein Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln notwendig, um den Ertrag zu sichern.

Eine weit bessere Nutzung von Regenwald und der Gewinnung seiner Produkte kann in sog. Nutzreservaten geschehen. Grundvoraussetzung dafür ist aber eine ökologische und soziale Bodenreform, die die Belange der Bewohner voll berücksichtigt (Anbau der eigenen Grundnahrungsmittel). Dann wäre ein Grundstock für eine ökologische Nutzung vieler verschiedener Waldprodukte des Regenwald gegeben, die mit einfachen landesüblichen Mitteln zu ernten und zu verarbeiten sind.

Lit.: C.Niemitz (Hrsg.): Das Regenwaldbuch, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut

Rußzahl

Meßgröße für den Staub- und Rußanteil in Rauchgasen.

Bei Heizungsanlagen ist eine hohe R. ein Hinweis auf den schlechten Wirkungsgrad der Anlage. Die R. wird mit Hilfe der Rußpumpe gemessen, mit der das Abgas durch ein Filterpapier gesaugt wird. Die Schwärzung des Filterpapiers wird mit der Bacharach-Skala verglichen und erlaubt so die Bestimmung der R..

Siehe auch: Staub, Ruß, Rauchgasen

Autor: KATALYSE Institut

Robin Wood

1982 schlossen sich Umweltschützer zusammen, um gegen das Sterben der Wälder gewaltfrei in Aktion zu treten. Mittlerweile hat der Verein rund 2300 Mitglieder, in 20 Städten arbeiten Regionalgruppen.

Mit verschiedenen Aktionen setzen sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter gegen die Zerstörung der heimischen und der tropischen Wälder, gegen Energieverschwendung und für eine vernünftige Verkehrspolitik ein.
Robin Wood setzt sich auch aktiv für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie und den endgültigen Stopp aller CASTOR- Transporte ein.
Folgende Schwerpunkte hat sich ROBIN WOOD für die nähere Zukunft gesetzt: die naturverträgliche Waldnutzung, das Forest Stewardship Council (FSC), die nordischen Wälder (u.a. Landrechtkonflikte der Saami im nordschwedischen Lappland) und Waldsterben durch Stickstoff-Immissionen aus der Massentierhaltung.

Das ROBIN WOOD- Magazin ist eine Zeitschrift für Umweltschutz und Ökologie, die viermal im Jahr erscheint. Die wechselnden Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Wald, Tropenwald, Energie, Müll, Klima und Verkehr. Dazu berichtet das Magazin über die Aktivitäten und Aktionen der Organisation ROBIN WOOD. Ein Jahresabonnement kostet € 12.

Kontakt:
ROBIN WOOD Bundesgeschäftsstelle
Postfach 102 122
28021 Bremen
Tel: 0421 - 59 828 8
Fax: 0421 - 59 828 72
eMail: geschaeftsstelle@robinwood.de
www.robinwood.de

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgasentstickungsanlagen

R. sind Anlagen zur Abscheidung von Stickoxiden aus Rauchgas, die eingesetzt werden, wenn sog. Primärmaßnahmen zur Stickoxidminderung nicht ausreichen.

R. können außer bei Kohle- und Ölkraftwerken auch zur Reinigung der Rauchgase in anderen Industriezweigen (z.B. chemische Industrie, Eisen- und Stahlindustrie) eingesetzt werden. Das z.Z. am häufigsten eingesetzte Rauchgasentstickungsverfahren ist das sog. SCR-(Selective Catalytic Reduction)Verfahren. Bei diesem Verfahren werden die Stickoxide im Rauchgas in eine Reaktionskammer geleitet, wo sie mit eingedüstem Ammoniak zu den unschädlichen Reaktionsprodukten Stickstoff (N2) und Wasser umgesetzt werden.

Mit dem SCR-Verfahren kann die Stickoxidkonzentration im Rauchgas um 90% verringert werden. Eine SCR-R. für ein Kohlekraftwerk mit 700 MW elektrischer Leistung kostet ca. 70 Mio DM; lt. Beschluß der Umweltministerkonferenz vom 5.4.1984 müssen alle neuen Kohlekraftwerke der BRD mit einer Wärmeleistung von mehr als 300 MW einen Stickoxid-Grenzwert von 200 mg/m3 Rauchgas einhalten. Bei kohlebefeuerten Altanlagen muß zum frühestmöglichen Zeitpunkt der o.g. Grenzwert eingehalten werden (Altanlagensanierungsprogramm).

Siehe auch: Großfeuerungsanlagenverordnung, Kraftwerk, DESONOX-Verfahren, Stickoxiden

 

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgasentstaubungsanlagen

R. sind Anlagen zur Abscheidung von Stäuben aus dem Rauchgas. R. können heute in allen Industriezweigen zur Verminderung der staubförmigen Emissionen eingesetzt werden.

Es werden verschiedene Verfahren eingesetzt:

  • Beim Massenkraftabscheider (Zyklonabscheider) wird das Rauchgas umgelenkt, wobei die Staubpartikel der Umlenkung schlecht folgen können und so abgeschieden werden. Dieses Verfahren wird überwiegend in kleineren Betrieben eingesetzt, wo keine so weitgehende Entstaubung wie bei Großanlagen gefordert wird (z.B. Entstaubung von holzstaubhaltiger Abluft in der Holzindustrie). Der Abscheidegrad (Abscheidung) der Stäube ist gering, und die gesundheitsgefährdenden Feinstäube (Staub) werden kaum zurückgehalten.
  • Beim Naßabscheider wird Flüssigkeit in das Rauchgas gesprüht, deren Tropfen die Staubpartikel binden und so aus dem Abgas waschen. Naßarbeitende Abscheider sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da die mit dem Staub ins Abwasser eingetragenen Schwermetalle Probleme bei der Abwasserreinigung mit sich bringen.
  • Besonders geeignet zur Entstaubung von Rauchgasen sind Gewebefilter (filternde Abscheider) oder Elektrofilter (elektrische Abscheider).

Siehe auch: Staub, Stäuben, Emissionen

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgasentschwefelungsanlagen

R. (REA) sind Anlagen, bei denen Schwefeloxide (Schwefeldioxid SO2 und Schwefeltrioxid SO3) aus Rauchgasen abgeschieden werden.

R. können außer bei Kohle- und Ölkraftwerken auch zur Reinigung in anderen Industriezweigen (z.B. Eisen- und Stahlindustrie, chemische Industrie) eingesetzt werden. Es wird zwischen trockenen, nassen und trocken-regenerativen R. unterschieden. Bei den trockenen Verfahren wird i.d.R. gemahlener Kalk in die Feuerung eingeblasen, wo er sich mit SO2 zu Sulfit verbindet und dadurch der natürliche Einbindungsgrad von SO2 in der Asche erhöht wird (Trocken-Additiv-Verfahren).

Bei den nassen Verfahren werden die SO2-haltigen Rauchgase in einer speziellen Anlage mit feinen Kalkschlammtröpfchen besprüht, wobei sich SO2 und Kalk zu Gips verbinden (REA-Gips). Anstelle von Kalkschlamm können auch Ammoniaklösungen (Walther-Verfahren) oder Natriumsulfit (Wellmann-Lord-Verfahren) verwendet werden. Der Abscheidegrad für Schwefeloxide liegt bei trockenen Verfahren bei nur 50%, bei nassen bei über 95%. Aufgrund der Großfeuerungsanlagenverordnung mußten alle deutschen Kraftwerke mit einer Wärmeleistung von mehr als 300 MW bis zum 1.7.1988 mit nassen R. ausgerüstet werden.

Aufgrund der neuen TA Luft von 1986 müssen auch Kohlekraftwerke mit einer Wärmeleistung von weniger als 50 MW mindestens nach dem trockenen Verfahren entschwefelt werden.
Durch den Einsatz von R. fielen 1989 in westdeutschen Steinkohlekraftwerken rd. 1,8 Mio t Gips an, in Braunkohlekraftwerken rd. 1,2 Mio t. Der Gips aus Steinkohlekraftwerken wird zu 100% verwertet, vorwiegend in der Bauindustrie (REA-Gips).

Der in Braunkohlekraftwerken anfallende Gips kann derzeit verfahrensbedingt aufgrund seiner Sulfit- und Sulfidbelastung nicht in der Bauindustrie eingesetzt werden, sondern wird in den Tagebaugruben (Braunkohle) deponiert.

Siehe auch: Wirbelschichtfeuerung, DESONOX-Verfahren

Autor: KATALYSE Institut

Rauchgas

Unter dem Begriff R. werden die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie der Müllverbrennung entstehenden und in die Atmosphäre abgeleiteten Stäube und Gase (z.B. Schwefeldioxid und Stickoxide) zusammengefasst.

Siehe auch: Verbrennung, fossiler Brennstoffe, Atmosphäre, Stäube, Gase

Autor: KATALYSE Institut

Rodentizide

Pestizide gegen Nagetiere (Rodentia). In der Landwirtschaft v.a. zur Bekämpfung von Wühlmäusen eingesetzt.

Chemisch lassen sich R. in anorganische (Zinkphosphid und Arsenverbindungen) und

organische Verbindungen (Camphechlor, Cumarinderivate, z.B. Warfarin) unterscheiden. Z.T. werden auch Repellents (Räuchermittel, Schutzanstriche o.ä.) zur Nagetierbekämpfung eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Rindenhumus

R. stellt als Bodenverbesserungs- und Düngemittel eine Alternative zur Verwendung von Torf dar.

Das Rohmaterial Rinde fällt reichlich an, seit die Forstwirtschaft aus Kostengründen ihre Bäume nicht mehr sofort nach dem Fällen am ursprünglichen Standort entrindet. Dies geschieht jetzt in vollautomatischen Anlagen direkt in den Sägewerken.
Die Rinde wird nach dem Schälen fein zerkleinert und mindestens sechs Monate lang kompostiert (Kompostierung). Dabei werden pflanzenschädliche Stoffe wie Gerbsäure, Harze und Wachse abgebaut. Der Kohlenstoffanteil von Rindenkompost ist größer als beim Torf, so daß etwa 20% mehr Dauerhumus entsteht. Nicht erwünscht sind die hohen Mangananteile, die bei empfindlichen Pflanzen Eisenmangel hervorrufen können. Dieser Mangel kann durch Zugabe von Eisenverbindungen ausgeglichen werden. Kritisch zu beurteilen ist der Gehalt an Pflanzenschutzmitteln im R. aus der Forstwirtschaft.
Für R. existiert ein RAL-Qualitätszeichen.

Autor: KATALYSE Institut

Rharbarber

Rharbarber ist eine ausdauernde Staude mit kräftigen Wurzelstöcken. Seit etwa 300 Jahren Anbau als Gemüsepflanze üblich, Stiele und Blätter enthalten Fruchtsäuren, die Wurzeln Gerb- und Farbstoffe.

  • Systematik: Familie: Polygonaceae (Knöterichgewächse), Art: Rheum spec.
  • Herkunft: Mongolei, Nordchina, Ostsibirien
  • Klimaansprüche: gemäßigt anspruchslos, wichtig ist eine ausreichend hohe Wasserversorgung, wächst auch im Halbschatten, saure bis mäßig saure Böden werden toleriert, tiefgelockerter Boden und hoher Grundwasserstand von ein bis zwei Meter sind günstig.
  • Anbausystem: für Gemüsegewinnung als Dauerkultur üblich, Nutzungsdauer bei Anbau zur Wurzelgewinnung mindestens drei, besser vier Jahre Standzeit zur Ertragsbildung notwendig, soll nicht nach sich selbst und nicht nach Luzerne angebaut werden
  • Aussaat/Pflanzung: Vermehrung erfolgt vegetativ durch Auspflanzung von Rhizomstücken, Pflanzenabstände 1,5 x 1,5 Meter, Mikrovermehrung ist möglich
  • Düngung: 100 kg Stickstoff, 200 kg Kalium und 100 kg Phosphat je Hektar/Jahr, aufgrund großer Biomasseentwicklung ist der Nährstoffbedarf hoch
  • Pflanzenschutz: systematischer Pflanzenschutz ist nicht notwendig, Schädlinge und Krankheiten treten meist nur gelegentlich auf, Unkrautentwicklung wird ab dem zweiten Standjahr durch Abschattung des Bodens unterdrückt
  • Ernte: bisher nur Ernte der Stiele für Saft- und Mischobstprodukte sowie Wurzeln von Medizinalrhabarber üblich, Ernte wenig mechanisiert, keine großflächige Wurzelernte
  • Ertrag: unter mitteleuropäischen Bedingungen nach drei bis vier Jahren Wurzelerträge von ca. 50 Tonnen/Hektar/Jahr, Stielertrag ca. 50 bis 70 Tonnen/Hektar/Jahr; Herstellung von Gerbmitteln für Lederverarbeitung.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Resistenzzüchtung in der Forstwirtschaft

Statt sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, die Ursachen des Waldsterbens zielstrebig zu beseitigen, wird von verschiedenen Stellen immer wieder über R. diskutiert; das erklärte Ziel: Baumarten v.a. gegen Luftschadstoffe widerstandsfähiger zu machen.

Auch vor genmanipulierten Baumspezies machen die Überlegungen nicht halt (Gentechnologie). Selbst wenn solche Züchtungen von Erfolg "gekrönt" sein sollten, was angesichts der oft sehr speziellen Anpassung einzelner Bäume an ihren Lebensraum mehr als fraglich ist, sind sie äußerst zweischneidig.

Denn neben vielen anderen Aufgaben erfüllt jeder einzelne Baum die Funktion eines Bioindikators, eines Anzeigers schädlicher Umwelteinflüsse, der reagiert, noch bevor z.B. die Menschen ernsthaft krank werden. Natürlich können wir versuchen, alle empfindlichen Lebewesen unserer Umwelt durch entsprechende Züchtungen und Genveränderungen an die bestehenden Belastungen anzupassen. Folgerichtig sollten wir dann jedoch auch damit beginnen, den schadstoffresistenten Menschen heranzuziehen.

siehe: Waldsterben

Autor: KATALYSE Institut

Rekultivierung

Unter R. versteht man die Wiederherstellung eines durch menschliche Eingriffe gestörten Gebietes (Natur- oder Kulturlandschaft), in dem der ursprüngliche Oberboden entfernt oder unbrauchbar gemacht worden ist. Eine R. ist gesetzlich vorgeschrieben.

Von der flächenmäßig größten Bedeutung ist die R. im Rheinischen Braunkohlenrevier in der Köln-Aachener Bucht (Braunkohle). Neben dem Braunkohletagebau müssen aber auch Kies-, Sand- und Tongruben sowie Torfabbaugebiete (Moor) rekultiviert werden.
Die R. besteht meist darin, daß die Abbauflächen ganz oder teilweise verfüllt werden, Erde auf den Rohboden ausgebracht und mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt wird. Da wegen der Verbauung von Bächen und Flüssen Rohböden (z.B. Kiesbänke) weitgehend verschwunden sind, sprechen sich viele Biologen gegen eine R. aller Kiesgruben aus, damit ein ausreichendes Angebot des Biotops Rohboden erhalten bleibt.

siehe auch: Renaturierung

Autor: KATALYSE Institut

Ruß

Althochdeutsch.: ruos = dunkel-, schmutzfarben)Erscheinungsform des Kohlenstoffs, die bei einer unvollständigen Verbrennung entsteht.

R. entsteht unerwünschterweise bei der Verbrennung von Diesel (Dieselmotor, Schadstoffe aus Kfz.), bei schlecht eingestellten Ottomotoren und als Schornsteinruß (Schornstein).

Diese R. enthalten neben dem ungiftigen Kohlenstoff z.T. sehr giftige Kohlenwasserstoffe (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und werden daher seit 1987 in der MAK-Wert-Liste als karzinogen eingestuft. Die Emission solcher R. läßt sich durch spezielle R.-Filter (Partikelfilter) vermindern.

Ein Maß für die R.-Emission ist die R.-Zahl. Technische R. werden mit bestimmten Verfahren hergestellt und anschließend von unerwünschten Stoffen gereinigt. Anwendung finden sie als Pigmente (Druckerschwärze) wegen der hervorragenden Eigenschaften wie Unlöslichkeit in allen Lösemitteln, Lichtechtheit und Farbtiefe. Weiterhin werden R. bei der Produktion von Autoreifen u.ä. verwendet. Produktionsmenge 1991, alte Bundesländer: 380.000 t.

Autor: KATALYSE Institut

RSI-Syndrom

Das R. (Repetitive Strain Injurie, deutsch.: Verletzung durch wiederholte Überanstrengung) ist eine neuartige Berufskrankheit, die durch einseitige, sich oft wiederholende Bewegungen bedingt ist.

R. wird oft als Berufskrankheit des Informationszeitalters bezeichnet, da sie vor allem bei Arbeiten am Computer auftritt. Das hohe Arbeitstempo, das bei Computerarbeit gleichzeitig mit hoher Konzentration verbunden ist, senkt die Aufmerksamkeit des Menschen für Schmerzen, die Warnsignale für Fehlhaltungen und ungesunde Bewegungen darstellen.

Symptome sind v.a. schmerzhafte Schwellungen am Unterarm, Gelenkschwellungen und Gelenksteif- und -taubheit (Arme und Hände). Zunächst gehen die Schmerzen nachts wieder weg, dann dauert die Erholungszeit immer länger, bis schließlich im schlimmsten Fall Berufsunfähigkeit eintritt. Eine der schlimmsten Formen des R. ist das sog. Karpaltunnelsyndrom, bei dem die Erkrankten nicht einmal mehr eine Tasse halten können - hier muß, mit zweifelhaften Erfolgsaussichten, operiert werden.

In den USA ist die "Bürokrankheit" R. mittlerweile mit 48% Anteil die häufigste Berufskrankheit, in Australien ist R. bereits seit 10 Jahren als Berufskrankheit offiziell anerkannt. In Deutschland leiden etwa 20% der am Computer Tätigen wenigstens zeitweise an R.-typischen Schmerzen.
Gegenmaßnahmen: Ergonomische Ausgestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes (Computer), Senkung des Arbeitstempos, Reduzierung der Anschlagszahl auf z.B. maximal 10.000 Anschläge/h.

Autor: KATALYSE Institut

Röntgenpass

In den R. werden sämtliche Röntgenaufnahmen eines Patienten eingetragen, insb. um unnötige Röntgenaufnahmen zu vermeiden.

Der Arzt kann anhand des R. erkennen, ob bereits eine Röntgenaufnahme vorliegt, die die aktuelle medizinische Fragestellung abdeckt. Obwohl durch den R. die Strahlenbelastung durch die Röntgendiagnostik gesenkt werden könnte, ist der R. bis heute nicht obligatorisch, sondern muß vom Patienten gepflegt werden. R. sind u.a. bei den Krankenkassen erhältlich.

Autor: KATALYSE Institut

Röntgendiagnostik

Röntgenstrahlung besitzt die Eigenschaft, daß mit ihr durch optisch undurchsichtige Stoffe hindurchgesehen werden kann.

Röntgenstrahlung wird von verschiedenen Stoffen verschieden stark absorbiert, so daß bei Durchleuchtung eines Körpers die Strahlung in bestimmten Bereichen vollkommen geschluckt und in anderen noch durchgelassen wird. Dies kann auf Röntgenschirmen und Röntgenfilmen sichtbar gemacht werden. Die Medizin macht sich dies zunutze, um Knochenbrüche, Tuberkuloseherde, Karies, Nierensteine etc. ausfindig zu machen.

Mit Hilfe von Kontrastmitteln können zudem Magen- und Darmuntersuchungen durchgeführt werden. Röntgenstrahlung kann als ionisierende Strahlung zu Strahlenschäden führen. Die R. macht die mit Abstand größte zivilisatorische Strahlenbelastung aus. Einzelne Röntgenaufnahmen führen zu Organdosen zwischen 0,1 und 65 mSv (Sievert, s. Tab.). Die
Strahlenbelastung bei Röntgendurchleuchtung ist i.a. höher als die bei Röntgenaufnahmen.

Im Mittel wird jeder Bundesbürger jährlich einer Röntgenuntersuchung unterzogen, wobei viele Untersuchungen mehrere Einzelaufnahmen erfordern. Trotz verbesserter diagnostischer Verfahren werden auch heute noch ca. 90% der genetisch signifikanten bzw. 95% der somatisch signifikanten zivilisatorischen
Strahlenbelastung durch medizinische Anwendungen verursacht, diese wiederum zu ca. 95% durch R. (andere medizinische Anwendungen: Nuklearmedizin, Strahlentherapie).

Durchschnittlich erhält jeder Bundesbürger pro Jahr durch R. eine Keimdrüsendosis von etwa 0,5 mSv und eine Ganzkörperdosis (Strahlendosis) von 1,5 mSv. Daraus resultieren jährlich etwa 12.000 Krebstote in Deutschland (somatische Strahlenschäden). Wenn auch i.d.R. der diagnostische Nutzen höher als der Schaden ist, schätzen Fachleute, daß nahezu die Hälfte aller Röntgenuntersuchungen überflüssig sind. Viele Untersuchungen, insb. im Bauchbereich, sind ebensogut mit unschädlichem Ultraschall durchführbar. Besonders kritisiert werden Röntgenreihenuntersuchungen auf Tuberkulose, v.a. weil ungefährliche Ersatzmethoden (Tuberkulintest) zur Verfügung stehen.

Moderne Röntgen-Untersuchungstechniken mit Bildverstärker oder Computertomographie reduzieren die Belastung gegenüber konventionellen Röntgengeräten erheblich. Eine Gefahr für das medizinische Personal und den Patienten besteht besonders dann, wenn aus Bequemlichkeit oder Unkenntnis nicht die zum Strahlenschutz notwendigen Vorkehrungen getroffen werden. Das mindeste ist das sorgfältige Anlegen der schweren Bleischürzen, die v.a. die Keimdrüsen vor Strahlung schützen sollen (Abschirmung).

Bei schwierigen Knochenbrüchen muß oft stundenlang am Röntgenschirm gearbeitet werden. Dabei ist kaum zu vermeiden, daß aus der Röntgenröhre stammende Strahlung an den Wänden reflektiert wird und als Streustrahlung das medizinische Personal trifft. Mit guten Röntgengeräten und einer starken Einschränkung der R. auf die notwendigen Fälle könnte die Belastung erheblich gesenkt werden. Röntgenstrahlung findet auch in der Strahlentherapie Verwendung.

Lit.: L.Rausch: Mensch und Strahlenwirkung, München 1986; KATALYSE /Hrsg.): Strahlung im Alltag, Frankfurt 1986

Autor: KATALYSE Institut

Röntgen

Nach dem Physiker Wilhelm C. Röntgen benannte Einheit für die Ionendosis. Ionisierende Strahlung, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Siehe auch: Ionendosis, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Risikogruppen

Personengruppen, die aufgrund bestimmter Bedingungen ein erhöhtes Risiko tragen, einen Schaden zu erleiden.

R. sind z.B. Kinder oder alte Leute, da sie im Gegensatz zu normalen Erwachsenen einen veränderten Stoffwechsel haben. Bei der Festlegung der Grenzwerte für Schadstoffe wird die erhöhte Empfindlichkeit von R. oft nicht genügend berücksichtigt.

Autor: KATALYSE Institut

Rinderwahnsinn

Siehe unter Bovine Spongiforme Enzephalopathie.

Autor: KATALYSE Institut

Ricin

Das Toxin wird aus der Christuspalme (Ricinus communis) gewonnen. R. blockiert die zelluläre Proteinsynthese, ist aber weniger giftig als Botulinum- oder Entero-Toxin.

Höhere Dosierungen führen innerhalb von zwei Tagen zu Lungenödemen, Zyanose und schließlich zu Atemversagen. Eingenommenes R. kann innere Blutungen auslösen.

Therapie: Nur adjuvant.
Impfung: Derzeit nicht möglich.

Autor: KATALYSE Institut

Resistenz

R. ist die Fähigkeit eines Organismus den Angriff eines potenziellen Erregers bis zu einem bestimmten Grade abzuwehren oder der Wirkung eines schädlichen Agens (z.B. eines Pflanzenschutzmittels) zu widerstehen.

Resistenzen werden nach Antibiotika-R., Pathogen.-R und Virus-R. usw. unterschieden.

Organismen können durch Mutation und Selektion resistent werden. Bakterielle Krankheitserreger können eine Antibiotikum-Resistenz entwickelt und die Behandlung von Infektionskrankheiten erschweren.

Einige Unkräuter sind inzwischen gegen Herbizide, Insekten gegen Insektizide oder Pilze gegen Fungizide resistent.

Zum Schutz gegen Infektionen, die bei Kulturpflanzen große Ernteschäden anrichten können, werden sogenannte Resistenzzüchtungen an den pflanzen vorgenommen. Die Faktoren, die für eine bestimmte R. zuständig sind werden gezielt in den Pflanzen gezüchtet. Klassischerweise werden Wildpopulationen oder primitive Sorten, die noch Resistenzgene aufweisen für diese Züchtung eingesetzt. Nachteile können geringere Ernteerträge und toxische Inhaltsstoffe sein, die erst durch aufwendige Rückkreuzungen beseitigt werden müssen.

Bei der "In-vivo-Selektion" werden Zellkulturen aus den einzelnen Kulturpflanzen hergestellt, die Stressfaktoren ausgesetzt werden. Die überlebenden Zellen bilden gegen den Stressfaktor eine R. aus, die nach Regeneration der Zellen wieder ganze Pflanzen mit den entsprechenden R. bilden.

Mit Hilfe der gentechnischer Methoden kann der langwierige Züchtungsprozess zur Herstellung von R. in Kulturpflanzen enorm abgekürzt werden. Genmanipulierte Pflanzen sind jedoch aufgrund ihrer unwägbaren Risiken und einer nicht mehr möglichen Rückholbarkeit nach der Freisetzung in die Umwelt abzulehnen.

Die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegen Krankheitserreger bezeichnet man als Immunität und umfasst die Anpassung des Immunsystems an die Krankheitserreger.

Autor: KATALYSE Institut

Reinigungsmittel

Eine unübersehbare Vielfalt an Pflege- und R. wird heute dem Verbraucher angeboten. Die Palette reicht vom Backofenspray über Mülleimerdeos bis zum Desinfektionsreiniger.

Fast alle R. gelangen nach ihrem Gebrauch ins Abwasser und belasten Kläranlagen (Abwasserreinigung) und Vorfluter. Wie auch bei den Waschmitteln sind unter den Inhaltsstoffen von R. insb. die Tenside als umweltrelevante Schadstoffe zu nennen.

Anders als dort ist in einigen Produkten noch das eutrophierende Phosphat (Spülmittel) zugegen. Einige R. enthalten aktive Chlorverbindungen (Sanitärreiniger) und tragen zur AOX-Belastung des Abwassers bei. Wieder andere wirken aufgrund ihrer hohen Alkalität (ph-Wert, Rohrreiniger) korrosiv auf Mensch und Materialien. Gefahren gehen auch von lösemittelhaltigen Produkten (Fleckentferner, Bodenbehandlungsmittel, Putzmittel) aus.

Nur ein kleiner Teil der auf dem Markt offerierten R. ist wirklich nötig. Praktisch alle haushaltsüblichen Reinigungsvorgänge lassen sich mit Seife, einem milden Allzweckreiniger, Scheuermittel, Spülmittel sowie Essig(reiniger) und Alkohol (Spiritus) auf preiswerte und relativ umweltschonende Weise erledigen.

Autor: KATALYSE Institut

Rauchen

siehe Tabakrauch, Passivrauchen, Nikotin.

Autor: KATALYSE Institut