Regenwald

Der Regenwald ist der immergrüne Wald der inneren Tropen mit ganzjährig heißem, feuchtem Klima. Die tropischen Regenwald sind die artenreichste Lebensgemeinschaft auf der Erde.

In ihnen leben mindestens die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Bäume des Regenwald werden bis zu 60 m und mehr hoch. Durch Brandrodung für Viehzucht und Landwirtschaft, Staudämme (Wasserkraft), Bergbau und Industrie, Brennholzeinschlag und Holzkohleproduktion (

Holz) und v.a. auch Holzexporte (Tropenholz) ist der Bestand des Regenwald weltweit bedroht.

Der Tropenholz-Einschlag zerstört i.d.R. zunächst nicht den gesamten Wald, ist aber häufig Wegbereiter für die weitere Zerstörung, da er den Regenwald über Straßen etc. zugänglich macht. Laut FAO-Bericht wurden 1989 17 Mio ha Regenwald zerstört. Die Auswertung von Satellitenphotos ergab für 1990 sogar eine Fläche von 20 Mio ha. 40% der 1980 bis 1991 erfolgten Abholzung entfielen auf Südamerika, 30% auf Asien und die Pazifik-Regionen und 30% auf Afrika.

Die Regenwald-Zerstörung ist eine der größten Umweltkatastrophen unserer Zeit. Folgen hieraus ergeben sich nicht nur für die örtliche Tier- und Pflanzenwelt (Artensterben), die Nahrungsgrundlagen der dort lebenden Menschen und die gesamte Ökologie (Erosion, Überschwemmungen usw.), sondern auch für das globale Klima (Treibhauseffekt).
Aus diesen Gründen fordern viele Umweltgruppen einen Boykott von Tropenholz und eine Einschränkung des Fleischkonsums.

In vielen Ländern mit Regenwald laufen neue Nutzungskonzepte an, die in Waldprodukten nicht nur Nutzholz sehen, sondern andere Waldprodukte, die teilweise einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Wert aufweisen, fördern. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht im Regenwald-Schutz auch die Existenzsicherung der lokalen Bevölkerung durch verbesserte Formen der Waldnutzung und -bewirtschaftung im Sinne einer ökologisch und sozial verträglichen Nutzung.

Dabei geht es z.B. um die nachhaltige Gewinnung von Waldprodukten wie Rattan, Kautschuk, Nahrungsmittel (Honig, Früchte, Nüsse u.a.), Gewürze, Duft- und Geschmacksstoffe, Baumsäfte und -harze, Heilkräuter und Arzneimittel. So hatten z.B. 1988 die medizinischen Endprodukte, die aus dem Regenwald gewonnen wurden, bereits einen kommerziellen Wert von ca. 15 Mrd US Dollar.

Die nachhaltige Nutzung des Regenwald ist Plantagen-Monokulturen vorzuziehen. Monokulturen produzieren nicht so hochwertige Qualitäten wie im Regenwald gewachsene Produkte, z.B. Teakholz. Außerdem ist in Monokulturen i.d.R. ein Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln notwendig, um den Ertrag zu sichern.

Eine weit bessere Nutzung von Regenwald und der Gewinnung seiner Produkte kann in sog. Nutzreservaten geschehen. Grundvoraussetzung dafür ist aber eine ökologische und soziale Bodenreform, die die Belange der Bewohner voll berücksichtigt (Anbau der eigenen Grundnahrungsmittel). Dann wäre ein Grundstock für eine ökologische Nutzung vieler verschiedener Waldprodukte des Regenwald gegeben, die mit einfachen landesüblichen Mitteln zu ernten und zu verarbeiten sind.

Lit.: C.Niemitz (Hrsg.): Das Regenwaldbuch, Berlin 1991

Autor: KATALYSE Institut

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