Lebensmittelverschwendung

Aufkommen an Lebensmittelverlusten und Lebensmittelabfällen

Weltweit gehen konservativ geschätzt rund 2,5 Milliarden Tonnen bzw. 30 bis 40 Prozent der für die menschliche Ernährung bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnisse jährlich verloren. Davon entfallen rund 1,2 Milliarden Tonnen auf Lebensmittelverluste in der Primärproduktion und laut älteren Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in den sich anschließenden Phasen der Wertschöpfungskette 1,3 Milliarden Tonnen auf genießbare Lebensmittelabfälle (FAO 2013). Nach dem neusten Food Waste Index Report 2024 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) fallen über die Lieferkette in den Sektoren Groß- und Einzelhandel, Außerhaus-Verpflegung und private Haushalte weltweit rund 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfälle (2021 931 Mio. t) an. Das entspricht rund 19 Prozent der 5,5 Milliarden Lebensmitteln, die laut den neuesten Food Balance-Daten (FAOSTAT) im Jahr 2020 zum Konsum zur Verfügung standen, bzw. einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen von 132 kg. Zu in der Lebensmittelherstellung anfallenden Lebensmittelabfällen konnten keine belastbaren Daten ermittelt und somit keine Aussagen getroffen werden (UNEP 2024). Vorliegende Studien können zudem auch die Verluste in der Primärproduktion im Ernte- und Nacherntebereich, nur unzureichend abdecken.

Ansatzpunkte zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten sind die insbesondere durch Anforderungen des Handels entstehenden Einbußen im Ernte- und Nachernteprozess. Im Einzelnen durch Aussortierung von Obst, Gemüse und Kartoffeln (siehe Qualitätsstandards für Obst und Gemüse) als nach äußerlichen Merkmalen nicht vermarktungsfähige Ware, um den vorgegebenen Größen- und Schönheitsanforderungen zu genügen, Überproduktion infolge der Anforderung ‚Qualitätsware‘ in ausreichenden Kapazitäten gewährleisten zu müssen sowie nicht mehr rentable Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen infolge zu geringer Erzeugerpreise. Zu den Verlusten in der landwirtschaftlichen Erzeugung gibt es bislang keine belastbaren Datengrundlage.

Die EU-Kommission hat die EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2019 per Durchführungsbeschluss (EU) 2019/2000 (EU-Kommission 2019) verpflichtet die Menge der Lebensmittelabfälle jährlich auf allen Stufen der Lebensmittelversorgungskette – erstmalig zum Erhebungsjahr 2020 – systematisch zu erfassen und an die EU-Kommission zu berichten. Laut dem im Juni 2022 an die EU-Kommission übermittelten Bericht sind in Deutschland im Jahr 2020 über die Lebensmittelversorgungskette rund 11 Mio. Tonnen Lebensmittelabfälle angefallen, die 20 Prozent des aktuellen Lebensmittelverbrauchs von 54,5 Mio. Tonnen entsprechen. Der von einem Konsortium aus Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt, Statistischem Bundesamt und mehreren Forschungsinstituten verfasste Bericht wurde bis dato nicht veröffentlicht, der im Juni 2023 fällige Bericht für das Jahr 2021 von Deutschland (wie auch von Griechenland, Italien, Lettland, Malta, Spanien, Tschechien und Zypern) noch nicht vorgelegt.

Laut der zweiten EU-weiten Überwachung der Lebensmittelverschwendung beliefen sich die gesamten im Jahr 2021 gemessenen Lebensmittelabfälle auf mehr als 58,4 Mio. Tonnen Frischmasse (2020 58,1 Mio. Tonnen Frischmasse). Das durchschnittliche Pro-Kopf-Aufkommen lag bei 131 kg Lebensmittelabfällen pro Einwohner:in (2020 127 kg) und im Sektor private Haushalte bei 70 kg pro Einwohner:in. Die im Erhebungszeitraum 2020 für Deutschland ermittelten Werte lagen mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen in Höhe von 131 kg insgesamt etwas über dem europäischen Durchschnittswert (und gemeinsam mit Luxemburg an vierzehnter Stelle im europäischen Ranking), mit 78 kg pro Haushalt erzeugten Lebensmittelabfällen etwas stärker über dem diesbezüglichen europäischen Durchschnittswert und an 19. Stelle im europäischen Ranking.

Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Deutschland sieht sich dem von der Staatengemeinschaft im Rahmen der Agenda 2030 beschlossenen Nachhaltigkeitsziel verpflichtet, vermeidbare Lebensmittelabfälle auf Einzelhandels- und Verbraucherebene bis 2030 zu halbieren (Sustainable Development Goal, SDG, 12.3) und hat die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als relevanten Aspekt ‚Nachhaltiger Agrar- und Ernährungssysteme‘ in der ‚Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie‘ bekräftigt (Die Bundesregierung 2020).

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Februar 2019 die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung (StLMV) verabschiedet (BMEL 2019). Die StLMV setzt auf Zusammenarbeit mit allen Akteuren der Lebensmittelkette, freiwillige Maßnahmen von Lebensmittelindustrie, Handel und Gastronomie sowie das zur Dachmarke der Strategie ausgebaute Portal ‚Zu gut für die Tonne‘, das mit der Verbreitung von sektorspezifischen Ergebnissen und Best-Practice-Beispielen, Tipps, Bildungs- und Informationsmaterialien sensibilisieren und verändertem Umgang mit der Lebensmittelverschwendung beitragen soll.

Klima- und Umweltrelevanz der Lebensmittelverschwendung

Die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung ist eine klimapolitisch hoch relevante Herausforderung. Laut älteren Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gelangen durch verschwendete Lebensmittel jährlich rund 4,4 Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre (FAO 2015). Aktuellere Schätzungen gehen davon aus, dass das globale Ernährungssystem mit Lebensmittelabfällen zu rund zehn Prozent zu den globalen Treibhausgasemissionen (THG) beiträgt (vgl. auch weltweiter Treibhausgasausstoß), zu circa zwölf Prozent mit direkten THG-Emissionen (Methan aus Reisanbau und von Wiederkäuern, Lachgas aus landwirtschaftlich genutzten Böden) und inklusive weiterer THG-relevanter Prozessschritte wie bspw. Transport, zur Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung eingesetzter Energie oder Verpackung insgesamt mit bis zu 37 Prozent (WWF Deutschland 2022). Eine konsequente Reduzierung von Lebensmittelabfällen kann somit einen relevanten Beitrag leisten zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung, die den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 65 Prozent reduzieren will, sowie zu Ressourcenschonung und Umweltschutz (Flächen-, Wasser- und Energieverbräuche) beitragen und Biodiversitätsverlusten entgegenwirken. Mit der politisch angestrebten Halbierung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Handel und Konsum könnten schätzungsweise 17 Mio. t CO2-Äquivalente, vier Mio. Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und 368 Mio. GJ zur Lebensmittelerzeugung eingesetzter Energie eingespart werden (Schmidt et al. 2019).

 

Literatur

BMEL (2019): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Berlin: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Bundesregierung (2020): Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Weiterentwicklung 2021. Berlin.

EU-Kommission (2019): Delegierter Beschluss (EU) 2019/1597 der Kommission vom 03.05.2019 zur Ergänzung der Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf eine gemeinsame Methodik und Mindestqualitätsanforderungen für die einheitliche Messung des Umfangs von Lebensmittelabfällen. In: Amtsblatt der Europäischen Union (L 248), S. 77–80.

EU-Kommission (2021): DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2021/1890 vom 2. August 2021 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 543/2011 hinsichtlich der Vermarktungsnormen im Sektor Obst und Gemüse. In: Amtsblatt der Europäischen Union (L 384), S. 23–83.

FAO (2013): Food wastage footprint. Impacts on natural resources : summary report. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations. ISBN 978-92-5-107752-8.

FAO (2015): Food wastage footprint & Climate Change. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations.

Schmidt, T G; Baumgardt, S et al. (2019): Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen - Pathways to reduce food waste (REFOWAS). Maßnahmen, Bewertungsrahmen und Analysewerkzeuge sowie zukunftsfähige Ansätze für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln unter Einbindung sozio-ökologischer Innovationen. Volume 1. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut (Thünen Report 73). DOI: 10.3220/REP1569247044000.

UNEP (2024): Food Waste Index Report 2024. Think Eat Save: Tracking Progress to Halve Global Food Waste.: United Nations Environment Programme.

WWF Deutschland (2022): Ernährung & Klimawandel: Essen wir das Klima auf? Berlin.

(Stand 12.2023)

Autor: Regine Rehaag

Lungenödem

Schwere Erkrankung mit Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe und/oder in den Lungenbläschen.

Das L. tritt oft plötzlich auf, meist als Folge von Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden. Die Symptome sind schwere Atemnot, Blauwerden. An äußeren Faktoren, die ein L. auslösen können, kommen im wesentlichen in Frage: Ein Aufenthalt in größeren Höhen (über 4.000 m) ohne vorausgehende Höhenanpassung und die Inhalation von Reiz- und Kampfgasen (Phosgen, Blausäure, Methylisocyanat - Giftgaskatastrophe in Bhopal/Indien 1984 mit über 2.500 Toten).

Autor: KATALYSE Institut

Lungenkrebs

L. (Bronchial-Karzinom) macht 25% aller Karzinome (Ca) aus; Männer sind häufiger betroffen (4:1); der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 55 und 60 Jahren.

In 85% der Fälle ist Zigarettenrauch (Tabakrauch, Passivrauchen) die Ursache , hier insb. die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, weiterhin andere inhalative Karzinogene(90% Asbest, außerdem Arsen, Chrom,Nickel).

Zigarettenrauch potenziert das Krebsrisiko durch Asbest erheblich. Die nach dem Rauchen häufigste Ursache von L. ist das Einatmen natürlich vorkommender radioaktiver Stoffe (Radon, Somatische Strahlenschäden) und Dieselruß (Schadstoffe aus Kfz)).

Auf zellulärer Ebene werden vier Bronchial-Ca-Arten unterschieden: Plattenepithel-Ca (50% [nach: Pschyrembel]), kleinzelliges Ca (40%), Adeno-Ca (7%) und großzelliges Ca. Darüber hinaus kann L. auch eine Metastase eines bereits in anderen Organen bestehenden Krebses sein.

Die Tumorarten unterscheiden sich sehr stark hinsichtlich ihrer Metastasierungsgeschwindigkeit und ihrer Therapieansprechbarkeit: Die schlechteste Prognose haben die kleinzelligen Karzinome. Andere Formen lassen sich in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation und -ausbreitung mit Hilfe von chirurgischen Maßnahmen, Chemo- und Strahlentherapie, sowie Naturheilverfahren bekämpfen.

Autor: KATALYSE Institut

Lungenkampfstoffe

Zu den L. zählen eine Reihe chemischer Verbindungen wie Chlor, Phosgen und Chlorpikrin.

Ihre Einwirkung führt zu schwersten, irreparablen Schädigungen der Atemwege, insbesondere der Lunge. Beim Einatmen kommt es zur Bildung von Lungenödemen, wodurch die Sauerstoffaufnahme durch das Gewebe bis zum Tod durch Ersticken unterbunden werden kann. Unter der Bezeichnung Grünkreuz waren die L., zunächst Chlor, später Phosgen, die ersten im Ersten Weltkrieg eingesetzten chemischen Kampfstoffe; rund 80% der Gastoten waren Phosgen-Opfer.

Autor: KATALYSE Institut

Lungenerkrankungen

Aluminium-(Staub-)Lunge, Asbestose, Asthma bronchiale, Byssionose, Eisenstaublunge, Farmer-Lunge, Hartmetall-Lunge, Lungenfibrose, Lungenödem, Lungenkrebs, Silikose

@Umweltlexikon?

  • Aluminium-(Staub-)Lunge, Asbestose, Asthma bronchiale, Byssionose,Eisenstaublunge, Farmer-Lunge, Hartmetall-Lunge, Lungenödem, Lungenkrebs,Silikose

Autor: KATALYSE Institut

Luftzahl

L. ist das Verhältnis von Luft zu Brennstoff bei einer Verbrennung.

Bei Kraftfahrzeugen wird das L. des Drei-Wege-Katalysator mit Hilfe einer Lambdasonde gemessen. Lambda ist die Einheit, die das Kraftstoff-Luftverhältnis bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Love-Canal

Ortsteil der amerikanischen Kleinstadt Niagara Falls (Bundesstaat New York). Weltweit erster Ort, der wegen Giftmüll evakuiert werden musste.

Die Chemiefirma Hooker Chemicals kaufte das Gelände Ende der 20er Jahre und nutzte den ausgehobenen Kanalabschnitt bis 1952 als Deponie für mindestens 21.000 Tonnen hochgiftiger Produktionsrückstände, darunter Benzol,Toluol, Trichlorethylen, chlorierte Benzole und Phenole, etwa 5 Kilogramm des Sevesogiftes Dioxin.

1953: Verkauf des Geländes an die Gemeinde, die über dem mittlerweile zugeschütteten Kanal eine Schule und mehrere hundert Häuser errichten ließ.

1978: wurde eine Häufung bestimmter gesundheitlicher Schäden unter den Anwohnern bekannt: Erkrankung der Atem- und Harnwege, des zentralen Nervensystems (Hyperaktivität, Migräne, Nervenzusammenbrüche, Epilepsie), Häufung von Fehlgeburten, plötzlichen Säuglingstod und Missbildungen bei Neugeborenen. Nachdem hohe Schadstoffbelastungen in Luft und Bodenfestgestellt wurden, erklärten die Behörden den L. im August 1978 zum nationalen Notstandsgebiet.

Insgesamt mussen etwa 3.000 Menschen den Ort verlassen. Die Sanierung der Deponie erweist sich als äußerst schwierig. Trotz massiver Kritik bestehen Pläne zur Wiederbesiedelung im Lauf der kommenden Jahre.

Autor: KATALYSE Institut

Lost

L. gehört zu den halogenierten Thioethern, in dem der Brückensauerstoff durch ein Schwefelatom ersetzt wurde. Chemische Bezeichnung: 2,2-Dichlordiethylsulfid.

Senfgas stellte vor allem im 1. Weltkrieg einen besonders effektiven Kampfstoff dar, da er seine Wirkung nicht nur über die Atemwege entfaltete, sondern der Eintritt auch über die Haut erfolgte. Senfgas ist gut fettlöslich und dringt innerhalb von Minuten über die Haut in den Organismus ein. Daher wird es auch als Kontaktgiftbezeichnet.

Die Wirkung von Lost besteht in einer Schädigung der DNA, wodurch es zu einer Hemmung der Zellteilung kommt. Neben anderen Wirkungen blockiert das L. daher eine Reihe von Enzymen in der Haut und hemmt die Bildung der weißen Blutkörperchen. Die daraus folgenden Schäden sind schwere Entzündungen und schwer heilende Wunden auf der Haut, "ähnlich" wie bei Verbrennungen mit großen Blasen. Diese Blasen vergrößern sich zu riesigen, bis zu 30 cm großen Brandblasen. Später kommt es zu Schädigungen der oberen Atemwege und der Lunge, des Nervensystems sowie des Kreislaufsystems.

Aufgrund der Hemmung der weißen Blutkörperchen führen ansonsten eher harmlose Infektionen zu schweren Erkrankungen. Es kann auch zu schweren Schäden an den Augen kommen. Die Wirkung setzt aber nicht sofort ein, sondern erst mit Latenzzeiten in der Größenordnung von Stunden, und außer einer leichten Reizung der Augen und des Rachens sind oft anfangs keine weiteren Symptome zu spüren. Nach einigen Stunden aber beginnen dann unerträgliche Augenschmerzen, begleitet von starker Übelkeit. Sofern das Gas direkt in die Lunge gelangt, sind schwere Atembeschwerden mit Erstickungsanfällen, blutigem bzw. flüssigem Ausfluss bis hin zum Tod die Folge. In der Lunge und der Luftröhre löst sich die Schleimhaut ab. Bei Verstorbenen wog beispielsweise die Lunge das Doppelte ihres Normalgewichts, ebenso das Herz.

L. kann in flüssigem oder gasförmigem Zustand eingesetzt werden. Das Kampfmittel kann aber auch mittels Flugzeugen über bestimmten Gebieten versprüht werden. Es kann mittels Bomben abgeworfen oder in Granaten verschossen werden.

L. wird nach den beiden deutschen Chemikern Lommel und Steinberg, die an dessen Entwicklung maßgeblich beteiligt waren, auch als Lost bezeichnet.
L. wurde bereits in 1. Weltkrieg im größerem Umfang als Kampfgas, und zwar das erste Mal in der Nacht vom 12. zum 13. Juli des Jahres 1917 in Ypern, im heutigen Belgien, von deutschen Truppen eingesetzt. Da die mit dem Gas gefüllten Granaten damals mit einem gelben Kreuz gekennzeichnet waren, hat sich bis heute auch die Bezeichnung Gelbkreuz eingebürgert. Einen zweifelhaften Ruf erlangte das Senfgasauch im Krieg der Italiener gegen Äthiopien. Durch den Einsatz des Giftgases im Jahr 1936 in Mikale wurden die Äthiopier entscheidend besiegt und Tausende der völlig ungeschützten Menschen verstarben ohne jede Hilfe einen qualvollen Tod.

Im 2. Weltkrieg wurden auf allen Seiten der kriegsführenden Parteien große Bestände dieses Kampfstoffs angelegt, kamen jedoch nie zum Einsatz. Große Mengen der deutschen Bestände wurden von den Alliierten in der Ostsee, u.a. in der Nähe der dänischen Insel Bornholm sowie im Skagerak versenkt.

siehe auch Stichwörter Senfgas und Hautkampfstoffe

 

 

Autor: KATALYSE Institut

Lösemittel

L. sind Flüssigkeiten, die andere Stoffe lösen können, ohne sie chemisch zu verändern.

Bei L. handelt es sich nicht um eine definierte Stoffgruppe, sondern um einen Vielzahl unterschiedlicher Chemikalien.

L. sind unterschiedliche

organische Verbindungen aus der Gruppe der Lösungsmittel. In der industriellen Produktion als Hilfsmittel der

Gummi-, Klebstoff-, Textilien-, Lack-, Kunstleder- und Haushaltspflegemittelindustrie sowie als Bestandteil von Entfettungs-, Reinigungs- und Abbeizmitteln verwendet.

Die verschiedenen L. unterscheiden sich ganz erheblich in ihrer Wirkung auf den Menschen. Das kommt in den unterschiedlichen MAK-Werten zum Ausdruck, die jedoch Kombinationswirkungen (Synergismus) außer acht lassen. BenzolTetrachlorkohlenstoff als starkes Lebergift und

Chloroform (Trichlormethan) als im Tierversuch krebserregend sind chlorierte Kohlenwasserstoffe, die insb. bei chronischer Einwirkung Nerven- und Gehirnzellen schädigen. Andere L. wieAlkohole, Ester, Ketone gelten überwiegend als weniger gesundheitsschädlich.

Organische L. tragen beträchtlich zur Luftverschmutzung und zur Bildung des fotochemischen Sommersmogs bei. Abgasreinigungsanlagen und L.-Rückgewinnungsanlagen können die industriellen L.-Emissionen (Lackiererei,Automobilindustrie) beträchtlich mindern; im Haushalts- und Heimwerkerbereich ist die Verwendung L.-freier oder L.-armer Produkte vorzuziehen, die dasUmweltzeichen tragen. L. sind in unterschiedlichem Maße wassergefährdend, z.T. durch starke Fischgiftigkeit oder durch Störung der für die Fortpflanzung wichtigen Kommunikation der Wasserorganismen. Dieses ist bereits bei Konzentrationen, die 10.000 mal niedriger liegen als die offiziellen Unbedenklichkeitsschwellen (Gewässerbelastung), zu beobachten.

Emissionen: Kohlenwasserstoffe, Lackierereien, Lacke, Klebstoffe, Automobilindustrie, Nachverbrennung.

 

Autor: KATALYSE Institut

Lkw-Verkehr

Den stärksten Anteil am Transportaufkommen hat wegen seiner Verteilerfunktion der L. Auf der Straße wurden – nach einer Schätzung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen – im Jahr 2003 2.909 Mill. Tonnen befördert, rund 1,5 Prozent weniger als im Jahr 2002.

Die dabei im Inland erzielten tonnenkilometrischen Leistungen sind aber um 1,8 Prozent auf 358 Mrd. Tonnenkilometer (tkm) gestiegen, d.h. die Güter wurden durchschnittlich 123 km gegenüber 119 km im Jahr 2002 weiter befördert.

Der Bestand an Kraftfahrzeugen betrug zum 1. Januar 2004:

  • Kraftomnibusse: 86.80
  • Lastkraftwagen: 2.586.329
  • Sattelzugmaschinen: 179.219
  • Übrige Kraftfahrzeuge: 689.165

Die meisten LKW stossen weitaus mehr Stickoxide aus, als gesetzlich erlaubt und vorgeschrieben. Man stellte fest, dass viele LKW Hersteller bewusste Manipulationen herbeiführen. Dies hat den wirtschaftlichen Vorteil, dass die LKWs weitaus weniger Kraftstoff verbrauchen, jedoch deutlich mehr Ausstoss verursachen. Die Motoren arbeiten nicht mehr in der Norm des Drehzahlbereiches und verursachen so mehr Emissionen.

Auf dem TÜV Prüfstand bemerkte man die Manipulationen nicht, da in der Prüfung ein Sensor dafür sorgt, dass eine Art Normalsituation erzeugt wird. Die Elektronik erkennt die Prüfung, schaltet den Drehzahlbereich um und die Manipulation wird nicht erkannt. Unter Alltagsbedingungen schaltet die Elektronik in den umweltschädigenden Zustand wieder um.

Autor: KATALYSE Institut

Lkw-Straßengebühr

Die Bundesregierung fordert im Einklang mit dem Bundesverband des Deutschen Güterfernverkehrs (BDF) vor Inkrafttreten der EG-Liberalisierung (Lkw-Verkehr) die Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen zwischen deutschen und europäischen Lkw-Unternehmen.

Eine unabhängige Expertenkommission hatte vorgeschlagen, Lkw ab 2002 mit 12 Cent pro Kilometer zu belasten. Nach Berechnungen des VCD würden die Transportkosten eines Lkw, die im Durchschnitt bei 1,25 Euro liegen, durch eine Gebühr in dieser Höhe nur um etwa 10 Prozent erhöht. Damit ist die Lkw-Maut ist ein kleiner Schritt in Richtung Kosten- und Wettbewerbsgerechtigkeit zwischen Straße und Schiene.

Während in Deutschland die LKW-Maut vor der Einführung (2005) steht, werden bereits in 17 Ländern Europas schon länger Autobahngebühren erhoben. Einige Länder verlangen nur für bestimmte Strecken ein Nutzungsentgelt, andere für ausnahmslos alle Autobahnen und Schnellstraßen. Teilweise muss man sogar für einzelne Passstraßen und Tunnels zusätzlich zahlen.

In Italien muss beispielsweise auf fast allen Autobahnen Maut bezahlt werden. Die Maut für italienische Autobahnen wird nach zwei verschiedenen Systemen berechnet: Das "geschlossene" System bei der Mehrzahl der Autobahnen, bei dem sich die Gebührenhöhe nach der Streckenlänge richtet: Man zieht bei der Einfahrt eine Mautkarte und legt diese zur Zahlung vor, wenn man die Autobahn verläßt. Auf bestimmten Autobahnabschnitten gilt das "offene" System, bei dem man keine Mautkarte zieht, sondern an der Mautstation einen Pauschalbetrag bezahlt. Gebührenfreie Abschnitte gibt es südlich von Neapel und auf Sizilien. An vielen Mautstellen kann nicht mit Kreditkarte bezahlt werden.

In Deutschland wird die geplante entfernungsabhängige LKW-Maut für das Befahren von Autobahnen mit Lastkraftwagen ab 12 t zulässigem Gesamtgewicht erhoben. Installiert und betrieben werden soll das deutsche Mautsystem vom privaten Unternehmen Toll Collect (u.a. Deutsche Telekom und Daimler Chrysler). Erklärtes Ziel ist es, auch ausländische LKW stärker an der Finanzierung der deutschen Verkehrsinfrastruktur zu beteiligen. Man rechnet mit Bruttoeinnahmen von jährlich 2,8 Mrd. Euro. Toll Collect soll davon für den Betrieb des Abrechnungssystems bis zum Jahr 2015 jährlich ca. 650 Mio. Euro aus den Mauteinnahmen erhalten. Realisiert werden soll ein auf GPS-Satelliten gestütztes System mit sogenannten On Board Units in den Fahrzeugen.

Ursprünglich sollte das deutsche Mautsystem am 31. August 2003 starten. Wegen gravierender technischer Probleme konnte Toll Collect diesen Termin nicht einhalten. Der Start wurde zunächst auf den 2. November 2003 verschoben, später wurde auch dieser Termin gekippt. Im Februar 2004 einigten sich die Bundesregierung und die Anteilseigner von Toll Collect auf eine Einführung der LKW-Maut mit eingeschränkter Funktionalität zum 1. Januar 2005. Am 1. Januar 2006 soll das Mautsystem dann im vollen Umfang funktionsfähig sein.

 

Autor: KATALYSE Institut

Lkw

Abkürzung für Lastkraftwagen, siehe auch Stichwort Güterverkehr.

LKW im Sinne des § 30 StVO (Sonntagsfahrverbot) sind

Kfz, die nach ihrer Bauart und Einrichtung zur Beförderung fremden, d. h. nicht nur der Funktion des Fahrzeugs dienenden Transportgutes bestimmt und geeignet sind. Sattelzumaschinen ohne Sattelauflieger unterliegen nicht dem Sonntagsfahrverbot, mit Auflieger allerdings schon.

Bezieht sich die Definition auf die diverse Vekehrszeichen (z.B. Zeichen 253) dann sind nämlich alle

Kfz über 3,5 t LKW.

Autor: KATALYSE Institut

Lithosphäre

Die an der Bodenbildung beteiligte Gesteinswelt (Bodenentwicklung).

 

Autor: KATALYSE Institut

Lineare Alkylbenzolsulfonate

Abk. LAS. Diese wichtigste Gruppe anionischer -Tenside auf petrochemischer Basis ist infolge ihres günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses nach wie vor in zahlreichen Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten.

Angesichts dieses Massenverbrauchs und der erheblichen aquatischen Toxizität gibt es kaum eine Chemikalie, die intensiver auf ihr Umweltverhalten untersucht worden ist. Chronische Schäden beginnen für Organismen, die typisch für belastete aquatische Lebensräume sind, bei 0,25-0,6 mg/Liter.

Empfindliche »Sauberwasserbewohner« werden dagegen schon ab 0,01 mg/Liter beeinträchtigt. Eine Beurteilung dieser Umweltbelastung wird dadurch erschwert, dass wie alle technischen Tenside, auch L. keine einzelne Substanz, sondern ein Gemisch von -"Homologen darstellt, deren Abbauverhalten und Toxizität sehr unterschiedlich sind.

Die problematischeren Bestandteile des L. werden schnell abgebaut. Andererseits ist über mögliche Kombinationseffekte mit anderen Abwasser-Inhaltsstoffen nicht viel bekannt. Angesichts dieser Defizite kommt der Abbaubarkeit von L. eine besondere Bedeutung zu. Diese ist im Vergleich zu anderen wichtigen technischen Tensiden z.B. Fettalkoholsulfaten, Fettalkoholethoxylaten und -Seife deutlich schlechter und v.a. unvollständig.

Erschwerend kommt hinzu, daß L. im Gegensatz zu den Genannten nicht anaerob abgebaut werden. Aus Vorsorgegründen sollten daher L. durch besser abbaubare Tenside ersetzt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Limonen

Limonen zählt zur Gruppe der Terpene und ist ein Hauptbestandteil in ätherischen Ölen.

 

Autor: KATALYSE Institut

Limnologie

L. ist die Wissenschaft von den Binnengewässern (Seen, Fließgewässer, teilweise auch Grundwasser) und ihren Organismen. Sie ist ein Teilgebiet der Ökologie und ist aus der Seenkunde der Geographie entstanden.

Die L. beschäftigt sich mit den biologischen Abläufen in Seen und Teichen, die durch die biotischen und abiotischen Umweltfaktoren und v.a. auch durch die Eingriffe des Menschen bestimmt werden.

Von zentraler Bedeutung für die biologische Prozesse in Binnengewässern ist die Schichtung der Gewässer in unterschiedliche Temperaturzonen, die in engem Zusammenhang mit der jahreszeitlichen Zirkulation eines Sees oder Teichs stehen.

Ein großes Problem ist die zunehmende Eutrophierung der Binnengewässer durch hohe Nährstoffeinträge. Die angewandte L. beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Fischereiwirtschaft und dem Schutz und der Nutzung der Gewässer

Autor: KATALYSE Institut

Lignin

L. ist hochmolekularer aromatischer Stoff, der in verholzten Pflanzen vorkommt und die Räume zwischen den Zellmembranen ausfüllt und zu Holz werden lässt.

Der L.-Gehalt von getrocknetem Pflanzenmaterial wird für Laubholz mit rund 22% angegeben. L. fällt als Nebenprodukt bei der Zellstoffgewinnung an und gelangt bei der Papierherstellung als Holzinhaltsstoff in das Abwasser. Beim Aufschluß des Holzes entstehen durch die Reaktion von L. mit schwefliger Säure sog. L.-Sulfonsäuren. Die hieraus isolierten Produkte finden breite technische Anwendungen. Bedingt durch den Restgehalt an L. ist Papier natürlicherweise hellbraun und wird bei der Neuproduktion häufig einer Bleiche (Zellstoffbleiche) unterzogen.
Papierindustrie, chlorfreies Papier

Autor: KATALYSE Institut

Lichtlenkung

L. soll Tageslicht in Innenräume bringen und dabei Kunstlicht ersetzen (Licht, Tageslichtnutzung).

Die L. macht sich bis zu drei verschiedene physikalische Phänomene nutzbar:
- Reflexion, durch Einsatz von Reflektoren (Spiegel), reflektierenden Lamellen,
- Brechung, durch Einsatz von Prismen,
- Beugung, durch Einsatz von Beugungsgittern auf der Glasebene (holographische Beschichtungen, z.Z. noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium).
Der Einsatz von lichtlenkenden Elementen bedingt hohe Reflexionsgrade der Raumflächen (z.B. die Decke), auf die das gelenkte Tageslicht trifft.

Autor: KATALYSE Institut

Lewisit

Hautkampfstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Leukämie

Griechisch: Weißblütigkeit.

Allgemein ist Leukämie eine bösartige Entartung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Leucos ist griechisch und heißt weiß; -ämie, -häm  kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet Blut. Zusammengesetzt heißt es also in etwa „Weißblütigkeit“. Damit ist nicht gemeint, dass das Blut weiß aussieht, sondern diese Bezeichnung entstand, weil im Falle dieser Erkrankung (meistens) sehr viele weiße Blutkörperchen im Blutausstrich gefunden werden.

Alle Blutzellen werden im Knochenmark gebildet, sowohl weiße als auch rote (Erythrozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Dort befinden sich so genannte Stammzellen, aus denen über mehrere Zwischenstufen die reifen Zellen heranwachsen. Die Leukozyten werden in verschiedene Arten unterteilt: Lymphozyten (T- und B-Zellen, für die Immunabwehr zuständig), Granulozyten und Monozyten (kleine und große Fresszellen, die für die Beseitigung von Eindringlingen, Fremdstoffen und Zellschrott zuständig sind).

Im Prinzip kann jede Zelle entarten, ob Stammzelle, unreife Zwischenstufe oder reifeZelle. Entartete Zellen sind Zellen, die sich ungehemmt vermehren und die nicht korrekt funktionieren, so dass im Falle der Leukämie das Blut mit Zellen überschwemmt wird, die ihre Aufgaben nicht erfüllen können. Die funktionsfähigen gesunden Zellen werden in den Hintergrund gedrängt, und das führt zu mangelnder Abwehr gegen schädliche Einflüsse von außen.

Leukämie kann daher in verschiedenen Formen vorkommen.
1. Akute Lymphatische oder Lymphoblastische Leukämie (ALL), eine bösartige, schnell verlaufende Form, bei der die Reifung der B-Zellen verhindert wird; die häufigste Form im Kindesalter.
2. Akute Myeloische Leukämie (AML), die zweithäufigste Form bei Kindern, die aber auch bei älteren Personen vorkommen kann.
3. Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), die gehäuft bei älteren Menschen von etwa 60 bis 70 Jahren Auftritt:
4. Chronische Myeloische Leukämie (CML), die bei jungen Erwachsenen bis zu älteren Menschen (20 bis 60 Jahre) vorkommt.

Der Verlauf der akuten Formen ist bösartiger und schneller als bei den chronischen Formen, allerdings sind die Heilungschancen bei Kinderleukämie in den letzten Jahrzehnten gestiegen.

Die Ursachen für die Entstehung von Leukämie ist bis heute nicht richtig geklärt. Man geht davon aus, dass bestimmte Chemikalien (z. B. Pestizide), ionisierende Strahlen (Röntgen- und Gammastrahlen, radioaktive Strahlung), Tumorviren (onkogene Viren), das Zellwachstum hemmende Medikamente, Zigarettenrauchen und genetische Faktoren und einige andere Bedingungen Auslöser sind. Zu den genetischen Faktoren zählt auch das so genannte Philadelphia-Chromosom, das man bei Patienten mit CML findet. Dieses Chromosom entsteht durch den Austausch von Genen zwischen den Chromosomen 9 und 22, wodurch neue genetische Eigenschaften entstehen. 

 Schäden der Immunabwehr (Immunsystem) führen zu Anfälligkeit gegen Infektionen, zu Geschwürbildungen und Pilzbefall. Durch Aussaat entarteter Zellen kommt es zur Bildung leukämischer Herde (Metastasen) in allen Organen, insb. im Zentralnervensystem und in der Haut. Früher oder später führt L. i. d. R. zum Tod. Medikamentös läßt sich die Erkrankung kaum beeinflussen.

Häufig gelingt es, durch Zytostatikabehandlung den Krankheitsverlauf zu verzögern. Bei Kindern läßt sich heute häufiger sogar eine endgültige Heilung erzielen. Die Ursachen für die Entstehung von L. sind noch nicht vollständig geklärt.

Bekannte auslösende Faktoren für L. sind ionisierende Strahlung (somatische Strahlenschäden, Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitungsanlage, Strontium, Plutonium), verschiedene chemische Substanzen (Benzol) und eventuell auch elektrische und magnetische Felder (Hochspannungsleitung, Elektrosmog). Darüber hinaus wird der Einfluß bestimmter Viren diskutiert. Jährlich erkranken 40-50 Personen pro 1 Mio Einwohner.

Autor: KATALYSE Institut

Letalität

Verhältnis der Zahl der Todesfälle zur Zahl der an einer bestimmten Krankheit erkrankten Personen.

Autor: KATALYSE Institut

Leitbild

Der Begriff Leitbild stammt aus der Raumplanung und koordiniert das Handeln auf zukünftige Ziele.

Ein Leitbild besteht daher aus Zielaussagen zu einer angestrebten Organisationskultur in Institutionen oder Organisationen. Es stellt die Strategie und das Selbstverständnis, die Philosophie und die einzuschlagende Entwicklung und die zu erreichenden Ziele dar. Leitbilder können Teilziele in komplexen Prozessen und Organisationen koordinieren und besitzen eine Orientierungsfunktion für Entscheider und die Öffentlichkeit.

 

Autor: KATALYSE Institut

LD50

Letale (tödliche) Dosis, bei der 50% aller Versuchstiere, denen eine bestimmte Giftmenge verabreicht wurde, sterben.

Es handelt sich um einen Begriff aus dem Bereich der Toxikologie, der ein Maß für die Giftigkeit einer Substanz darstellt. Nach dem Chemikalien- und dem Arzneimittelgesetz ist die Einstufung von chemischen Stoffen/Arzneistoffen in vorgeschriebene Bereiche (s. Tab.) als Ergebnis der Prüfung auf akute Giftigkeit vorgesehen (Angaben in mg/kg Tierkörpergewicht bei oraler Verabreichung).

Der Sinn ist umstritten, da er durch Verabreichungsform (auf/unter die Haut, einatmen, verschlucken, in Muskel) und das Versuchsobjekt (welches Tier, Geschlecht) beeinflußt wird. Akute L. reicht z.B. für 2,3,7,8-TCDD (Dioxine und

Furane) von 0,001 mg/kg beim Meerschweinchen bis zu 5 mg/kg beim Hamster.

Die Übertragbarkeit auf den Menschen wegen unterschiedlicher Verteilung des Giftes in den Gewebearten und Stoffwechselunterschieden (Abbau, Verweildauer) ist stets ungewiss, da unsicher ist, welche Tierart bei welchem Gift in der Giftwirkung dem Menschen am ehesten entspricht. Langzeitwirkungen sind meist nicht erfaßbar. L. dient neben dem no-effect-level zur Festlegung von Grenzwerten.

Autor: KATALYSE Institut