Europäisches Holz

E. wird zum größten Teil in Plantagen (Wirtschaftswald) "künstlich" angepflanzt und gezüchtet.

In der modernen Forstwirtschaft in Deutschland und den meisten europäischen Ländern herrscht das Gesetz der Nachhaltigkeit, d.h. es dürfen nur so viele Bäume eingeschlagen werden, wie an Baummasse nachwächst. Dadurch wird sichergestellt, daß die Waldfläche nicht verkleinert wird. Aufgrund unseres marktwirtschaftlichen Gesellschaftssystems werden hauptsächlich schnellwachsende Spezien wie Fichte, Tanne und Kiefer angepflanzt.
Andere hochwertige Hölzer wie z.B. Eiche werden wegen ihrer langen Wachstumszeit von 160 und mehr Jahren und der daraus resultierenden langen Kapitalbindung weniger häufig angepflanzt. Bei richtiger Holzartenauswahl können europäische Hölzer für alle bautechnischen Anwendungen mit langer Lebensdauer eingesetzt werden (s. Grafik).
Zur Verwendung kommt nicht nur das Massivholz, sondern es werden auch sog. Holzwerkstoffe (z.B. Spanplatten) hergestellt.

siehe auch: Waldsterben, Tropenholz, Wirtschaftswald

Autor: KATALYSE Institut

Düngung in der Forstwirtschaft

Düngung spielt in der Forstwirtschaft eine untergeordnete Rolle, da die Entnahme von Biomasse im Vergleich zur Landwirtschaft gering ist, vorausgesetzt, Rinde und Äste bleiben im Bestand, und nur die Stämme werden geerntet.

Unter diesen Umständen genügt die Nährstoffzufuhr durch Gesteinsverwitterung und der Eintrag aus der Luft, um den Entzug auszugleichen. D. ist deshalb nur auf äußerst armen Standorten, dort, wo früher die Streu genutzt und dem Boden viele Nährstoffe entzogen wurden, sowie zur Anregung des Humusabbaus nötig bzw. sinnvoll, oder um Kulturen einen besseren Start zu ermöglichen (Melioration). D. gegen das Waldsterben wird erprobt:

- um die vom Menschen verursachte beschleunigte Versauerung der Böden zu stoppen,
- um die Bodenlebewelt zu aktivieren, die Streuzersetzung zu beschleunigen und den Auflagehumus abzubauen,
- um die vermehrte Auswaschung von Kalzium und Magnesium zu stoppen,
- um Mineralstoffauswaschung aus Blättern und Nadeln auszugleichen.

Eine D. im Wald kann nur unter sorgfältiger Abwägung aller Umstände, besonders der chemischen Zusammensetzung des Bodenwassers sowie der Emissionen bei der Düngemittelproduktion ins Auge gefasst werden. D. kann die Widerstandskraft gegen Frost, Schneebruch und Schädlinge herabsetzen. Kalkung führt zu einem beschleunigten Abbau des Auflagehumus, so daß mehr Stickstoff freigesetzt werden kann, als die Bäume aufnehmen können.
Nicht nur Nährstoffauswaschung ist die Folge, auch das Grundwasser wird durch Nitrate gefährdet. Ist die Mykorrhiza oder das Feinwurzelsystem geschädigt, können die Bäume die zusätzlichen Nährstoffe und Spurenelemente meistens nicht aufnehmen.

siehe auch: Waldboden, Waldsterben, Nährstoffkreislauf, Humus

Autor: KATALYSE Institut

Embryotoxizität

Giftigkeit, Schädigungsmöglichkeit des sich entwickelnden Kindes im Mutterleib durch Einwirkung chemischer Substanzen auf die Mutter.

E. bezeichnet strenggenommen nur die Schädigung des Embryos (18. Tag-8. Woche). Schwere Schädigungen vor dem 18. Tag führen zum Keimtod. Geringgradige Schäden vor dem 18. Tag heilen größtenteils ohne Defekt aus.
Schädigungen des Embryos führen zu Organschäden. Dabei kommt es weniger auf die Art des Stoffes als auf den Zeitpunkt an, zu dem der Stoff wirkt. Die größte Gefahr von Mißbildungen besteht zwischen der 4.-8. Woche. In der Zeit nach der 8. Woche (Fetalzeit) rufen Schädigungen meist keine Mißbildungen, sondern nur noch mangelhaft funktionierende Organe hervor.

Die E. von Stoffen hängt hauptsächlich davon ab, ob diese Stoffe in die Plazenta eindringen können. Die Liste solcher Stoffe ist sehr lang. Z.B. ist E. die schwerwiegendste Nebenwirkung von Arzneimitteln. Die Tierversuche zur Erprobung neuer Stoffe sind nicht generell auf den Menschen übertragbar. I.A. gilt für Schwangere, den Kontakt mit aggressiven Chemikalien (Lacke, Pflanzenschutzmittel, spezielle Reiniger) zu meiden und Arzneimittel nur auf Verordnung von Ärzten einzunehmen.

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Dioxine und Furane

Sammelbezeichnung für die Stoffgruppe der 75 polychlorierten Dibenzo-p-dioxine (PCDDs) und 135 polychlorierten Dibenzofurane (PCDFs).

Diese Vielzahl an Verbindungen ergibt sich aus acht möglichen Chlorierungspositionen im Dibenzo-p-dioxin- oder Dibenzofuranmolekül. Die bekannteste und bestuntersuchte Verbindung aus dieser Klasse ist das 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (Abk. 2,3,7,8-TCDD), weil es auch die giftigste ist. Manchmal ist mit D. speziell diese Verbindung gemeint.

Auch bromierte oder gemischt chlorierte/bromierte Vertreter dieser Gruppe haben inzwischen Beachtung gefunden, die als polyhalogenierte Dioxine bzw. Furane (PXDD, PXDF, X steht für Halogen) bezeichnet werden. Mit Brom und/oder Chlor gibt es 1.720 PXDDs und 3.300 PXDFs, von denen jedoch bisher nur wenige untersucht wurden. D. werden auch als "Ultragifte" bezeichnet, da sie zu den giftigsten vom Menschen erzeugten Stoffen gehören.

Von toxikologischem Interesse sind nur die D., die in den Positionen 2, 3, 7 und 8 mit Chlor (oder Brom) substituiert sind; es gibt 7 solcher PCDDs und 10 PCDFs. Um die Giftigkeit eines Gemisches dieser Substanzen anzugeben, hat man toxikologische Equivalentfaktoren (TEF) definiert, die die Giftigkeit eines PCDDs oder PCDFs in Relation zum 2,3,7,8-TCDD ausdrückt. So hat 2,3,7,8-TCDD einen TEF von 1, während octachlorodibenzo-p-Dioxin nur einen TEF von 0,001 hat.

Durch Addition der mit den TEFs gewichteten Mengen von D. in einer Probe lässt sich die toxikologische Equivalenz (TEQ) eines Gemisches von D. angeben. Die Giftigkeit ist nicht nur sehr unterschiedlich im Hinblick auf die jeweils vorliegenden PCDDs/PCDFs, sondern auch im Hinblick auf verschiedene Tierarten. Die LD50 (letale Dosis, bei der 50% der Versuchstiere nach einmaliger Verabreichung sterben) von 2,3,7,8-TCDD erstreckt sich von weniger als 1 µg pro kg Körpergewicht bei Meerschweinchen bis zu mehreren mg/kg bei Hamstern.

Anzeichen einer Belastung beim Menschen sind vor allem Chlorakne, eine sehr schwere und anhaltende Hautkrankheit mit Akne-ähnlichen Hauterscheinungen, die vor allem bei Chemiearbeitern der Phenol- und Pestizidherstellung auftrat. Andere, weniger spezifische Symptome sind Leberschäden, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen.

Für den Menschen von größerer Bedeutung als die akute Belastung mit D. ist die Langzeitbelastung mit kleinen Mengen (chronische Exposition), da D. sehr beständige Substanzen sind und sich in der Nahrungskette anreichern. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass D. ab einer bestimmten Konzentration Missbildungen in Nachkommen auslösen und Krebs erregen können.

Die mittlere tägliche Aufnahme des Menschen von D. liegt in industrialisierten Ländern bei einigen Picogramm TEQ pro kg Körpergewicht und Tag. In derselben Größenordnung liegt auch die maximale tägliche Aufnahme, die noch als gesundheitlich sicher beurteilt wird. Expertenmeinungen gehen hierzu stark auseinander. Das Bundesgesundheitsamt (BGA) sieht eine tägliche Aufnahmemenge von unter 1 Picogramm Dioxin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (1 pg/kg KG d) als vorläufig duldbar an (Richtwert im Sinne der Vorsorge).

Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat dagegen als zumutbare tägliche Aufnahme nur 0,008 pg/kg KG d Dioxin berechnet. Dabei geht sie davon aus, dass ein Krebsrisiko von einem zusätzlichen Krebstoten auf eine Million Menschen akzeptabel ist. Der deutsche Richtwert berücksichtigt damit nicht die Gefahr der Langzeiteffekte z.B. im Sinne eines erhöhten Krebsrisikos oder einer Schädigung des Immunsystems.

Da D. fettlöslich sind und sich in der Nahrungskette anreichern, sind die höchsten Konzentrationen in Milch und Milchprodukten, Fleisch und Fisch zu finden. Etwa 99% der menschlichen Belastung stammt aus der Nahrung. Eine besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe sind Babys, die gestillt werden. Muttermilch ist i.d.R. höher mit D. belastet als Kuhmilch, und Babys nehmen relativ zu ihrem Körpergewicht mehr Milch auf als Erwachsene. Die tägliche Belastung pro Körpergewicht kann damit 10- bis 100mal höher liegen als bei Erwachsenen.

D. entstehen als unerwünschte Nebenprodukte bei der Müllverbrennung, der Herstellung und der Verarbeitung bestimmter chlorierter Kohlenwasserstoffe, vor allem chlorierter
Phenole oder auch bei der
Chlorbleiche in der Papierherstellung. Einige Produktionsverfahren wurden inzwischen umgestellt, um die Entstehung von D. zu verhindern. Eine andere Quelle für D. sind Verbrennungs- und Hochtemperaturprozesse aller Art, bei denen die notwendigen Bestandteile Kohlenwasserstoffe, Sauerstoff und Chlor zugegen sind. In diese Kategorie fallen Müllverbrennung, der Automobilverkehr und einige metallverarbeitende Prozesse (Magnesium-, Eisenherstellung; Kupferhütten).

Durch zahlreiche gesetzliche Maßnahmen (Verbot von Zusatzstoffen im Benzin, Herstellungsverbot für PCB und PCP usw.) kommen heute die D.-Einträge kaum noch aus der Chemieindustrie und seinem Zweig der Chlorchemie, aber sie sind der Verursacher von Altlasten anzusehen. Heute sind es v.a. unvollständige Verbrennungsvorgänge (v.a. Industrie-, Gewerbe- und Hausbrandfeuerungen), die zu weiteren D.-Einträgen in die Umwelt führen. In der Umwelt werden D. äußerst langsam abgebaut mit Halbwertszeiten von einigen Jahren. Die biologische Halbwertszeit im Menschen reicht von 7 bis 10 Jahren. Die Analyse von D.-Proben ist sehr aufwendig und teuer.

  • Seveso: Am 10.7.76 entwich aus einem Reaktorkessel einer Trichlorphenolfabrik des Schweizer Chemiekonzerns Hoffmann-La Roche in Seveso, Italien, eine Menge 2,3,7,8-TCDD, die auf einige hundert Gramm bis einige Kilogramm geschätzt wird. In der Folge erlitten etwa 190 Personen Chlorakne, verendeten viele tausend Tiere oder mussten getötet werden. Die Behörden ließen ein 87 ha großes Areal evakuieren und bis zum heutigen Tag hermetisch abriegeln.
  • Agent Orange: In den Jahren 1965-1971 verspritzte die US-Army während des Krieges über Vietnam etwa 34 Mio. l des Entlaubungsmittels "Agent Orange", das bis zu einige mg D. pro Liter enthielt. Die gesamte versprühte D. -Menge wird auf 80 kg geschätzt. In der Folge traten erhöhte Missbildungsraten bei neugeborenen Vietnamesen sowie gesundheitliche Schäden bei den Veteranen des Krieges auf. Wegen der anderen Chemikalien im Agent Orange ist die epidemiologische Darlegung eines Zusammenhanges zu den D. jedoch schwierig.
  • Times Beach: Im US-Bundesstaat Missouri waren Anfang der 70er Jahre extrem D.-belastete Chemieabfälle unter Altöle gemischt und als Bindemittel gegen die Staubentwicklung auf Straßen versprüht. Einige Pferde und Vögel starben, Kinder erkrankten. Man schätzt, dass etwa 60 kg 2,3,7,8-TCDD versprüht wurden. Im Jahre 1983 wurden daraufhin die 2.000 Bewohner von Times Beach evakuiert.
  • Hamburg: In Deutschland wurde die Problematik der D. 1984 der breiten Öffentlichkeit verstärkt bewusst, nachdem D. auf mehreren Mülldeponien, außerhalb des Müllberges Georgswerder in Hamburg, auf dem Werksgelände der Hamburger Niederlassung von Boehringer-Ingelheim, in der Umgebungsluft von Müllverbrennungsanlagen und in Muttermilchproben gefunden wurde.
  • Marsberg: 1991 wurde bekannt, dass das als Sportplatz- und Wegebelag häufig benutzte Kieselrot hoch mit D. belastet war. Es stammte aus dem sauerländischen
    Marsberg und war ursprünglich ein Produktionsrest aus der Kupferherstellung.
 

Autor: KATALYSE Institut

Cancerogen

Siehe: Karzinogene, Krebs

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Antigen

Begriff aus der Immunologie für Substanzen, die die Bildung spezifischer Antikörper auslösen.

I.d.R. handelt es sich dabei um hochmolekulare, körperfremde Eiweiße (Proteine). Substanzen geringer Molekülgröße können nur dann die Bildung spezifischer Antikörper in einem Organismus auslösen, wenn sie zuvor mit größeren Proteinen Komplexe gebildet haben, z.B. durch Bindung an körpereigene Eiweiße immunogen werden (Formaldehyd, Di-Isocyanate).

Siehe auch: Immunsystem, Antikörper

Autor: KATALYSE Institut

Akute Strahlenschäden

Akute Strahlenschäden (auch: Frühschäden) gehören zu den nicht stochastischen Strahlenschäden und treten bei kurzzeitigen Ganzkörperdosen (Strahlendosis) ab 0,5 Sv (Sievert) auf.

Ab solchen Dosen werden so viele Zellen durch die ionisierende Strahlung abgetötet oder funktionsgestört, daß innerhalb von Stunden oder Tagen zahlreiche Schäden sichtbar werden, die bis zum Tod führen können. Der Krankheitsverlauf ist um so schwerer, je höher die Dosis war. Speziell betroffen sind Zellen, die sich häufig teilen, insbesondere die blutbildenden Zellen im Knochenmark, deren Ausfall das Immunsystem schwächt bis lahmlegt, die Zellen des Darmepithels, deren Ausfall zu Störungen im Wasser- und Mineralhaushalt sowie Darmkoliken führt, und die Haarwurzel, deren Schädigung Haarausfall nach sich zieht.

Weitere mögliche Akute Strahlenschäden: Trübung der Augenlinse (Grauer Star), Hautschädigung, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, Mißbildungen, Tod- und Fehlgeburten durch Bestrahlung des Embryos. Symptome bei kurzzeitiger Ganzkörperbestrahlung ohne medizinische Behandlung s. Tab.. Den typischen Krankheitsverlauf nennt man Strahlenkrankheit (weitere Symptome dort). Todesfälle bis etwa 5 Sv sind meist Folge der erhöhten Infektionsbereitschaft.

Bei höheren Dosen sind Darmstörungen Haupttodesursache. Bis etwa 10 Sv Ganzkörperdosis haben Bestrahlte bei stationärer medizinischer Versorgung gute Chancen zu überleben. Bei den Überlebenden können zahlreiche Spätschäden (Strahlenschäden) auftreten: Krebs, unspezifische Lebensverkürzung, Sterilität, dauerhafte Immunschwäche (Immunsystem) etc.. Akute Strahlenschäden wurden bei Atombombenopfern in Hiroshima und Nagasaki (Atomwaffen) und bei Betriebsunfällen im Kernkraftwerksbereich beobachtet.

Lit.: L.Rausch: Mensch und Strahlenwirkung, München 1986

Autor: KATALYSE Institut

ADI-Wert

Acceptable Daily Intake, ein im Lebensmittelbereich gebräuchlicher Wert, der die maximal duldbare tägliche Aufnahmemenge für Fremdstoffe in Lebensmitteln (z.B. DDT, Lebensmittelzusatzstoffe) angibt.

Er gibt die Menge einer Substanz an, die ein Mensch täglich sein Leben lang ohne gesundheitliches Risiko zu sich nehmen kann. Grundlage zur Festsetzung von ADI-Werten sind Tierversuche. Nach Ermittlung der unwirksamen Dosis beim Versuchstier (No-effect-level) erhält man durch Einsetzen eines Sicherheitsfaktors (Division i.a. durch 100) den ADI-Wert.

Der Sicherheitsfaktor enthält den Faktor 10 für die Risiken der Übertragung der Ergebnisse aus den Tierversuchen auf den Menschen und einen weiteren eigentlichen Sicherheitsfaktor 10. Der Sicherheitsfaktor sagt aber nichts darüber aus, wie groß die Sicherheitsspanne tatsächlich ist. Denn die Angabe der duldbaren täglichen Aufnahmedosis wird auf das Körpergewicht bezogen.

Nur ein Teil der gesamten Körpermasse ist aber an der Umwandlung (Metabolisierung) und Ausscheidung der Substanz beteiligt (hauptsächlich Leber und Nieren). Dieser Anteil ist beim Menschen im Vergleich zum gesamten Körpergewicht aber wesentlich kleiner als z.B. bei Ratte oder Maus.

Autor: KATALYSE Institut

Baumwolle

Baumwolle ist ein einjähriger, meist bis zu 1,2 Meter hoch kultivierter Busch mit dichter basaler Verzweigung und langgestielten, behaarten, 3 bis 7-lappigen Blättern und kurzgestielten, in den Blattachseln sitzenden Blüten.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Gossypium sp.
  • Herkunft: Mittelasien oder Südafrika
  • Klimaansprüche: Wärme, Sonne und mindestens 180-200 frostfreie Tage sowie 800 bis 1000 mm Niederschlag
  • Anbausystem: einjähriger Anbau
  • Aussaat: vor Beginn der Regenzeit in den Tropen; 1 bis 3 Pflanzen/m2
  • Düngung: Stickstoff: 60 kg/Hektar, Phosphat: 40 kg/Hektar, Kalium: 50 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Rhizoctonia, Sclerotium, Rhizopus; Schädlinge: Baumwollkapselkäfer, Kapselwurm, Baumwollwurm, Milben, Baumwollblattlaus, Zwergzikaden; Viren: Kräuselvirus; Sonstige: Wurzelgallenälchen
  • Ernte: Pflücken der Samenhaare nach Aufspringen der Kapsel; maschinell oder manuell
  • Ertrag: 1,5 bis 3,5 kg/Hektar Fasern
  • Qualitätsmerkmale: Faserlänge und -gehalt, Ölgehalt und -ausbeute
  • Besonderheiten: Hohes Wärme- und Feuchtebedürfnis

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Zusatzstoffe

Siehe Lebensmittelzusatzstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Xylit

Siehe Süßstoffe, Zucker.

Autor: KATALYSE Institut

Aufforstung

A. ist die künstliche Bewaldung von nicht oder nicht mehr mit Wald bewachsenen Flächen durch Pflanzung junger Bäume oder Saat von Samen.

Die Wieder-A. kahlgeschlagener Flächen ist nach dem Waldgesetz Pflicht. Die Neu-A. nur schwer wirtschaftlich nutzbarer Böden, wie etwa von ehemaligem Ackerland, spielen in Deutschland flächenmäßig eine untergeordnete Rolle.
Das Wiederaufforstungsgebot (§ 11 BWaldG) regelt in Verbindung mit den jeweiligen Landesgesetzen die Mindestverpflichtung für alle Waldbesitzer, kahlgeschlagene Waldflächen und verlichtete Waldbestände in angemessener Frist wieder aufzuforsten oder zu ergänzen, soweit die natürliche Wiederbestockung unvollständig bleibt. In den Landeswaldgesetzen wurde die angemessene Frist unterschiedlich, in der Regel auf 2 bis 3 Jahre, festgesetzt.
Nachdem man bei der A. jahrzehntelang hauptsächlich Monokulturen aus Fichte und Kiefer anpflanzte, werden in den letzten Jahren auch wieder verstärkt Mischwälder gegründet, bzw. zumindest der Waldsaum mit Laubbäumen aufgeforstet, da diese Stürmen besser widerstehen und so den restlichen Baumbestand vor Windwurf schützen können.
Von großer Bedeutung sind die Schutzwald-Aufforstung im Gebirge zur Vermeidung von Erosion, Steinschlag und Lawinen. Infolge des Waldsterbens, aber auch durch Wildschäden kann hier die A. nicht mit dem Sterben der Bäume Schritt halten. Wegen des versauerten Bodens gehen viele der gepflanzten Bäume bereits nach wenigen Jahren wieder ein (Saurer Regen).
Deutschland ist zu rund 30 Prozent bewaldet. Die Waldfläche nahm seit 1960 um rund 500.000 Hektar zu und beträgt heute 10,7 Mio. Hektar. Der Wald ist damit ein bedeutender großflächiger Lebensraum, zugleich die naturnächste Landnutzungsform und ein wesentliches landschaftsprägendes Element. Die vier häufigsten Baumarten sind heute Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.
Deutschland nimmt bei den Holzvorräten mit durchschnittlich 270 m3/Hektar im europäischen Vergleich einen führenden Platz ein. Dem jährlichen Holzeinschlag in Deutschland von
3,7 m3/Hektar steht ein potenzielles und nachhaltig nutzbares Rohholzaufkommen von 5,7 m3/ha gegenüber. Das Holzeinschlagspotenzial wird demnach nur zu 70 Prozent ausgeschöpft.

 

Quelle: u.a. Nationales Forstprogramm Deutschland
Ein gesellschaftspolitischer Dialog zur Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung 1999/2000; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn

siehe: Waldfläche, Waldfunktionen, Waldsterben, Forstwirtschaft

Autor: KATALYSE Institut

Atrazin

Von den Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) der bekannteste und bisher, vor allem im Maisanbau, am häufigsten eingesetzte Wirkstoff.

Seine Wirkung beruht auf einer Hemmung der Photosynthese. In pflanzlichen Lebensmitteln sind bis zu 0,1 mg/kg zugelassen, in Gemüsemais 1,0 mg/kg.
Trotz gegenteiliger Annahme stellte sich mit Verbesserung der analytischen Möglichkeiten heraus, daß A. bis ins Grundwasser gelangt.
Im Trinkwasser wurde für Pflanzenbehandlungsmittel unabhängig von deren Giftigkeit ein einheitlicher Grenzwert von 0,1 mycrog/l festgelegt; er trat zum 1.10.1989 in Kraft. Der Hauptanteil aller positiven Befunde und Grenzwertüberschreitungen bei Pflanzenbehandlungsmitteln ist auf A. und dessen Hauptabbauprodukt Desethyl-A. zurückzuführen.
Seit März 1991 ist zum Schutz des Grundwassers die Anwendung von A. und 6 weiteren Wirkstoffen verboten. Ein Nachweis im Grundwasser ist noch auf Jahre hinaus zu erwarten. Bei Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser ist eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung möglich. Voraussetzung ist ein erfolgversprechender Sanierungsplan und Einhaltung des Ausnahmegrenzwertes von 3 µg/l für A.
Die Wirkung von Atrazin, beruht auf Hemmung der Photosynthese von Schadpflanzen. Es wird in der Umwelt nur relativ langsam abgebaut. Atrazin ist für Wasserorganismen giftig. Für Vögel und Nützlinge (z. B. Bienen), sowie für Bodenlebewesen ist der Wirkstoff weitgehend ungefährlich. Atrazin reichert sich in der Nahrungskette nicht an.
Atrazin weist für den Menschen eine geringe akute Giftigkeit auf. Reizungen der Haut, Augen und der Atemwege sind vereinzelt beim Menschen beobachtet worden.
Am 31. Oktober 1986 gelangten etwa 400 Liter Atrazin über die Abwässer der Firma Ciba-Geigy in den Rhein, was zusammen mit einem weiteren Chemieunfall der Firma Sandoz bei Basel einen Tag später ein Fischsterben im Rhein auslöste.
A. ist noch immer in der Umwelt weit verbreitet, nach dem Elbehochwasser im Jahre 2002 beispielweise wurde es ausgeschwemmt und konnte später vor Helgoland vermehrt nachgewiesen werden, auch in der Leber von Miesmuscheln und der Flunder.

Autor: KATALYSE Institut

Thiabendazol

T. (E233) wird wegen seiner fungiziden Eigenschaften (Pflanzenschutzmittel) gegen Pilzbefall von Citrusfrüchten, Bananen, Kernobst und Zwiebeln eingesetzt.

T. ist unter der Bezeichnung E233 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.

Autor: KATALYSE Institut

Speisesalz

Siehe Natriumchlorid.

Autor: KATALYSE Institut

Sorbit

Auch Sorbitol genannt, Kohlenhydrat, Stoff aus der Gruppe der Zucker.

Zwischenprodukt einer Umwandlung von Fruktose in Glukose im Organismus. Anwendung: Süßstoff für Diabetiker. S. ist wasseranziehend. Deswegen wird es als pharmazeutischer Hilfsstoff eingesetzt und in Kosmetika verwendet, um die Haut geschmeidig zu halten

Autor: KATALYSE Institut

Sorbinsäure

S. kommt in Ebereschenbeeren (Vogelbeeren), Kirschen und Pflaumen vor und ist gegen sehr viele Schimmmelpilze, Hefen und bestimmte Bakterien wirksam.

Ihre physiologische Unbedenklichkeit wurde nachgewiesen. Daher wird sie als Konservierungsstoff für Lebensmittel, z.B. Schnittbrot, verwendet. S. wirkt im schwach sauren Bereich am besten. Sie steht chemisch den Fettsäuren nahe und wird wie diese im Körper abgebaut. Derivate der S. werden in der Kunststoff- und Lackindustrie als Zusatz zur Erzielung trockener Öle verwendet.

Siehe auch: Lebensmittelzusatzstoffe

Lit.: KATALYSE e.V. (Hrsg.): Was wir alles schlucken, Reinbek 1985

Autor: KATALYSE Institut

Radon

R. ist ein radioaktives Edelgas, Ordnungszahl 86, R. entsteht durch natürlichen Zerfall von Radium. R. ist die wichtigste Quelle der natürlichen
Strahlenbelastung des Menschen.

Dabei verteilt sich die Belastung etwa 10 Prozent aus der Exposition im Freien und zu etwa 90 Prozent aus der Exposition aus Innenräumen.

R. ist eine natürlich auftretende radioaktive Strahlung, die von den geologischen und den physikalischen Gegebenheiten des Bodens abhängig ist. Diese Belastung spielt v.a. bei der Auswahl von Baumaterialien und der Innenraumbelastung bestimmter Regionen eine Rolle.

Es wird geschätzt, dass etwa 10 Prozent aller Lungenkrebsfälle in Deutschland auf die Belastung mit R. zurückzuführen sind. Die durchschnittliche R.-Belastung von deutschen Wohnungen liegt bei 40 Bq/m3, Einzelwerte können bis 3.000 Bq/m3 (Erzabbaugebiete in Thüringen und Sachsen) reichen, für die unbedingt Sanierungsmaßnahmen vorzusehen sind. Das KATALYSE Institut empfiehlt bei Belastungen über 100 Bq/m3 einfache Sanierungen durchzuführen.

In der Aussenluft liegt die Belastung bei durchschnittlich 14 Bq/m3. Diese Konzentration zugrunde gelegt wird die Bevölkerung mit einer effektiven Ganzkörperdosis von ca. 1,3 mSV belastet, das sind über 50 Prozent der natürlichen
Strahlenbelastung.

Quelle:
KATALYSE Institut Köln: Radon und Strahlung aus Baustoffen Broschüre Köln 1994

Autor: KATALYSE Institut

Proteine

(Eiweiße) P. bilden die vielseitigste biologische Stoffklasse.

Sie sind Makromoleküle, die alle in den Genen enthaltenen Informationen im Organismus verwirklichen; d.h., die Gene steuern über die P. Vermehrung, Wachstum und Stoffwechsel mit allen Organfunktionen, Regulationsvorgängen, Informationsübertragung des Nervensystems, Funktion des Immunsystems (z.B. Antikörper), Muskelbewegung etc. Sie werden im Stoffwechsel eines Lebewesens nach der Vorschrift der Erbmaterials (DNS) aus kleineren Bausteinen - den Aminosäuren - zusammengesetzt, wobei durch den genetischen Code bestimmt wird, in welcher Reihenfolge die Aminosäuren, von denen es 20 verschiedene gibt, zum P. zusammengebaut werden. Durch die Kombination der Aminosäuren lassen sich eine unbegrenzte Zahl unterschiedlicher pflanzlicher und tierischer P.-Ketten synthetisieren, die in charakteristischer Weise gedreht, gefaltet oder zu mehreren aneinandergelagert sind. Die Funktion der P. wird dabei von der Abfolge der Aminosäuren und der Faltung der Kette bestimmt.
P. bilden als gestreckte Ketten Faser-P. wie z.B. Seide, Sehnen oder Haare, während sie z.B. im Blutfarbstoff Hämoglobin in kugeliger Gestalt auftreten. Zudem sind P. auch für die Form und die Beweglichkeit von Muskeln verantwortlich.
P. sind für die Ernährung sehr wichtig, denn sie führen dem Körper die Aminosäuren zu, die er nicht selbst herstellen kann.

(Stand 08.2022)

 

Autor: KATALYSE Institut

Propionsäure

Seit 1988 in Deutschland verbotener Konservierungsstoff, der bis dahin für Schnittbrot zur Schimmelverhütung zugesetzt wurde.

Fällt als Nebenprodukt der Essigsäuregärung an. P. (E280; E-Nummern) verursacht bei Tieren Magenkrebs.
Lebensmittelzusatzstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Orthophenylphenol

Nebenprodukt bei der Synthese von Phenol aus Chlorbenzol und Natronlauge.

O. wird als Konservierungsmittel für Citrusfrüchte und Gemüse, aber auch in der Leder-, Papier-, Textil- und Kosmetikindustrie eingesetzt. Eine abschließende Beurteilung der Toxizität beim Menschen steht derzeit noch aus.

Autor: KATALYSE Institut

Nitrofen

Die chemische Bezeichnung von Nitrofen lautet 2,4-Dichlorophenyl-p-nitrophenylether. Nitrofen ist ein Unkrautvernichtungsmittel, dass als Rückstand in Futtergetreide zwischen März und Mai 2002 an rund 120 Öko-Höfen in mindestens fünf Bundesländern durch einen niedersächsischen Futtermittelhersteller verkauft wurde.

Die Rückstände wurden nach der Untersuchung von Putenfleisch eines niedersächsischer Öko-Putenerzeuger entdeckt. Der Mäster wandte sich mit seinem positiven Befund an die Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF), die seine Ergebnisse bestätigte. Die BAFF hatte im untersuchten Putenfleisch Werte zwischen 0,08 und 0,4 Milligramm Nitrofen pro Kilogramm nachgewiesen

Nitrofen ist ein Getreideherbizid, das 1964 in den USA entwickelt wurde. Nach Angaben der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig war Nitrofen in den alten Bundesländern bis 1980 zugelassen. Die Zulassung ist danach nicht mehr verlängert worden, weil es Bedenken gab, dass direkt damit arbeitende Menschen, Schaden nehmen könnten.

Ein vollständiges Anwendungsverbot gibt es in den alten Bundesländern seit 1988 und in den neuen Bundesländern seit 1990. Nach der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) ist Nitrofen in Anlage 1 als Substanz Nr. 35 geführt. Für diese Stoffe besteht ein vollständiges Anwendungsverbot.

Die Ursache für die Nitrofen-Verunreinigungen in Öko-Getreide ist ein Fall mangelnder Lagerhygiene. Die Lagerhalle für das betroffene Getreide einer Saatgutfirma bei Neubrandenburg hatte zu DDR-Zeiten als Pestizidlager gedient.

In der ehemaligen DDR war Nitrofeni n den Pflanzenschutzmittel "Trizilin" und Trzilin 25" enthalten. In den Produkten "Namedit", Plantulin", "Trazalex" und Trazalex extra" wurde Nitrofen mit anderen Wirkstoffen wie 2,4-D oder Simazin kombiniert. Hergestellt wurden die Produkte vom VEB Chemiekombinat Bitterfeld und dem VEB Berlin-Chemie in Ostberlin.

Sehr wahrscheinlich ist die Halle in Malchin zudem nicht die einzige Quelle der Nitrofen-Verunreinigungen. Denn es sind positive Proben genommen worden, die nicht mit Malchin in Verbindung gebracht werden können. Auch ist bisher nicht geklärt, ob die 250 Tonnen belastete Triticale, die Anfang Mai an die GS agri geliefert wurden, auch in der fraglichen Halle untergebracht waren.

Nitrofen wird im Boden durch Mikroorganismen und Licht abgebaut. In Laboruntersuchungen zum Abbau im Boden im Dunkeln erwies sich Nitrofen nach Angaben der Biologischen Bundesanstalt als sehr persistent. In der Praxis verringerte sich der Nitrofengehalt im Boden innerhalb von 100 Tagen auf ein Viertel und nahm danach nur noch langsam ab. Nach einigen Jahren war kein Nitrofen mehr im Boden nachweisbar.

Das in Wasser unlösliche Nitrofen reichert sich nicht im Boden und nur wenig im Fettgewebe von Tieren an.
Neben der krebsauslösenden Wirkung, die im Tierversuch festgestellt wurde, besteht bei Nitrofen auch der Verdacht endokrine Wirkungen (hormonähnliche Wirkungen) zu besitzen bzw. auszulösen. Das Herbizid Nitrofen ist weiterhin Embryo schädigend (Lungenmissbildungen). Zur Wirkung beim Menschen gibt es derzeit keine toxikologischen Daten, die Ergebnisse der Tierversuche zeigen aber einen ausreichender Verdacht der möglichen Kanzerogenität (Krebserzeugung) beim Menschen durch Nitrofen.

Gerade für Anwender ist Nitrofen besonders gefährlich, da es als weißes bis braunes kristallines Pulver stark toxisch ist. Die Substanz reizt die Augen, die Haut und die Atemwege. Wiederholter oder andauernder Hautkontakt kann Dermatitis hervorrufen.
Experten halten das Krebsrisiko bei den aufgetretenen Rückstandswerten im Futtergetreide für sehr gering. Im Tierversuch wurden den Mäusen einen Menge verabreicht, die beim Menschen einer täglich Aufnahme von 7.000 Milligramm (7 Gramm) Nitrofen entspricht.

Nitrofen ist ein schnell wirkendes, selektives Kontaktherbizid, das sowohl über das Blatt als auch über die Wurzel aufgenommen wird. Der Wirkstoff wird in der Pflanze verteilt und unter Lichteinfluss zu einem aggressiven Radikal umgebaut, dass die Zellmembran angreift und zerstört. Über den genauen Mechanismus ist nur wenig bekannt. Zudem stören Diphenylether wie Nitrofen auch die Bildung von Chlorophyll, indem sie die Aktivität des Enzyms Protoporphyrinogen-Oxidase hemmen, das für die Bildung des grünen Farbstoffes gebraucht wird.

Die Ursache für die Nitrofen-Verunreinigungen in Ökogetreide ist nicht der Ökobranche zu zu schreiben. Vielmehr wurde das Getreide in Mecklenburg-Vorpommern mit dem verbotenen Pflanzenschutzmittel in einer Lagerhalle kontaminiert, die zu DDR-Zeiten als Pestizidlager gedient hatte. Grund ist also mangelnde Lagerhygiene und weniger die Versäumnisse der Ökobranche. Eine pauschale Verurteilung von Öko-Produkten wird daher der Sachlage nicht gerecht. Alle Ökohersteller, die das belastete Getreide verfüttert haben, wurden gesperrt und haben ihre Produkte zurückgezogen.

Nitrofen in Ökoprodukten ist ein Problem, das "von außen" in das System Ökolandbau wirkt und schadet. Skandale, wie Nitrofen werden durch kritikwürdiges Verhalten einzelner Menschen verursacht und sind nicht die Schuld einer ganzen Branche. Im Sinne von Verbraucherschutz und Produktsicherheit ist und bleibt der ökologische Landbau das zuverlässigste landwirtschaftliche System.

Autor: KATALYSE Institut

Mineralwasser

Mineralwasser ist Grundwasser, das im Vergleich zum üblichen Trinkwasser mit Mineralstoffen angereichert ist.

Mineralwasser muss ursprünglich rein, d.h. so rein sein, dass eine Aufbereitung entfallen kann. Mineralwasser entsteht, wenn Niederschlagswasser in einem sehr langsamen Prozess durch verschiedene Gesteinsschichten sickert, dabei Mineralstoffe löst und sich damit anreichert.

Der Mineralstoffgehalt und die Zusammensetzung des Mineralwasser sind abhängig von den Gesteinsarten und davon, ob Kohlensäure vorhanden ist. Die Tiefe des Mineralwasser-Vorkommens und vulkanische Gesteine führen zu höheren Kohlensäuregehalten. Mineralwasser unterliegen der Mineralwasser-Verordnung, die einerseits einen bestimmten Mindestgehalt an bestimmten Mineralstoffen vorschreibt, damit Mineralwasser als solche anerkannt werden, andererseits wird eine Auswahl bestimmter Stoffe begrenzt.

Die Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Eisen, Iod, Fluor sind gesundheitlich erwünscht, da der Versorgungszustand der Bevölkerung regional oder durch Ernährungsgewohnheit bedingt nicht zufriedenstellend ist.

Andere Mineralstoffe wie z.B. Natrium oder Chlorid dagegen sollten in nicht zu hohen Konzentrationen enthalten sein, da sie bereits aus anderen Quellen in sehr hohem Maße aufgenommen werden und den Blutdruck beeinflussen können. Daher sollten Blutdruckkranke Mineralwasser mit einem Natriumgehalt unter 20 mg/l kaufen.

Mineralwasser können allerdings auch Schadstoffe wie Nitrat u.a. enthalten, wie Untersuchungen zeigen.
In der Regel ist das Wasser aus der Leitung sehr gut als Trinkwasser geeignet. Bei einigen Schadstoffen werden strengere Grenzwerte als beim Mineralwasser zugrunde gelegt. Ist die regionale Trinkwasserqualität jedoch schlecht, kann es ratsam sein auf Mineralwasser zurück zu greifen.

Für die Säuglingsernährung sollte nur Mineralwasser verwendet werden, das maximal 10 mg/l Nitrat, 0,02 mg/l Nitrit, 20 mg/l Natrium, 0,02 mg/l Nitrit 0,7 mg/l Fluorid, 0.05 mg/l Mangan, 0,005 mg/l Aresen und 240 mg/l Sulfat enthält. Die Bezeichnung "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" garantiert die Einhaltung dieser Grenzwerte.

Man unterscheidet verschiedene Wasser bzw. Verkehrsbezeichnungen:
Natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser, natürliches Mineralwasser mit eigener Kohlensäure versetzt, natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt, Säuerling (mit mehr als 250 mg/l Kohlensäure), Kohlensäure ganz oder teilweise entzogen, enteisentes oder entschwefeltes Mineralwasser.

Daneben unterscheidet man noch, je nach Mineralstoffgehalt, verschiedene Typen, z.B. Hydrogencarbonatwässer, Sulfatwässer, Chloridwässer u.a., die als Heilwässer zu betrachten sind.
Neben den Mineralwasser sind noch Quellwasser (Abfüllung direkt an der Quelle), Tafelwässer (künstlich hergestellte Mineralwässer) und Heilwässer (unterliegen dem Arzneimittelgesetz) auf dem Markt.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Mineralwasser ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Er hat sich von 1980 bis 1990 von 40 Liter pro Kopf auf fast 80 Liter pro Kopf verdoppelt und lag zuletzt im 2001 bei 134,5 Liter.

Daten und Fakten zur Mineralwasserbranche 2001

  • Betriebe: 237 (Ost: 29)
  • Umsatz: 2.700 Mio. Euro (+ 2,8 %)
  • Absatz der Gesamtbranche: 10.605 Mio. Liter (+ 3,8 %)
  • Absatz von Mineral- und Heilwasser: 8.045 Mio. Liter (+ 3,3 %)
  • Absatz von Mineralwasser 7.780 Mio. Liter (+ 3,7 %)
  • · mit CO2 4.795 Mio. Liter (- 0,3 %)
  • · wenig CO2 2.745 Mio. Liter (+ 9,3 %)
  • · ohne CO2 160 Mio. Liter (+ 64,8 %)
  • · mit Aroma 80 Mio. Liter (- 6,7 %)
  • · Heilwasser 265 Mio. Liter (- 6,8 %)
  • Absatz von Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränken: 2.560 Mio. Liter (+ 5,5 %)
  • davon Mineralwasser + Frucht/Schorle: 450 Mio. Liter (+ 20,5 %)
  • Pro-Kopf-Verbrauch: 134,5 Liter
  • davon Mineral- und Heilwasser 103,4 Liter und Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke 31,1 Liter

Quelle: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser

 

Autor: KATALYSE Institut