Rapsöl

R. wird aus geschroteten Samen durch Pressung und Extraktion und anschließender Raffination mit Schwefelsäure gewonnen.

Typisch für R. war in der Vergangenheit der hohe Gehalt an Erucasäure, die einer Verwertung für die menschliche Ernährung hinderlich ist und gesundheitliche Schäden bei vielen Tieren verursachte. Seit Mitte der siebziger Jahre werden in Deutschland erucasäurearme Rapssorten angebaut.

R. ist heute eines der weltweit am meisten produzierten Pflanzenöle.
Raps wird vor allem in Kanada, China, Indien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien angebaut und zu Öl und Tierfutter verarbeitet. Das Öl kommt überwiegend als raffiniertes Speiseöl in den Handel und ist Bestandteil vieler Margarinesorten. Meist ist es nicht speziell als
Rapsöl ausgewiesen, sondern verbirgt sich hinter der Bezeichnung Pflanzenöl oder Pflanzenmargarine. Kaltgepreßtes, unraffiniertes
Rapsöl wird bisher nur vereinzelt in Naturkost- oder Reformwarengeschäften angeboten. Es hat noch seine grüne Farbe und seinen typisch rapsartigen, an Senf erinnernden Geschmack.

Rapssamen enthalten rund 40 Prozent Öl, das zu 60 Prozent aus Ölsäure und zu 5 bis 7 Prozent aus Alpha-Linolensäure besteht. Ölsäure kann als einfach ungesättigte Fettsäure den Cholesterinspiegel im Blut senken und so Herz-Kreislauferkankungen vorbeugen. Die Linolsäure ist mit etwa 20 Prozent ebenfalls reichlich vertreten. Die meisten anderen Pflanzenöle - außer Leinöl und Walnußöl - enthalten nicht einmal ein Prozent der essentiellen Omega-3-Fettsäure. Wegen seines hohen Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte insbesondere kaltgepreßtes, unraffiniertes
Rapsöl weder hoch erhitzt noch lange gelagert werden. Am besten wird es in kleinen Mengen eingekauft sowie kühl und dunkel aufbewahrt. Im Rahmen der Vollwert-Ernährung ist kaltgepreßtes, natives
Rapsöl für Salate sehr empfehlenswert.


Rapsöl wird auch als Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen sowohl zur Energieerzuegung als auch in Form von Biodiesel als Kraftstoff (RME) für Fahrzeuge eingesetzt. Die Anbau als auch die herstellung von Biodiesel wurde in den letzten zehn intensiv durch die Bundesregierung gefördert.

Siehe Stichwort: Biodiesel, Speiseöle, Autoantrieb, alternativer

Autor: KATALYSE Institut

Raps

Raps zählt zu den wichtigsten einheimischen Ölpflanzen. Der mit Kohl verwandte Raps ist ein- oder zweijährig. Das gelbblühende Kraut wird bis 1,2 Meter hoch und hat lange Pfahlwurzel und einen kräftigen bis zu zwei Meter langen Stängel.

  • Systematik: Brassica napus L. ssp. oleifera (Metzg.) Sinsk.)Raps wurde nachweislich aus dem Genom des Rübsen und des Kohls zusammengesetzt.
  • Herkunft: wahrscheinlich Südeuropa
  • Klima: gemäßigt; Winterraps: Kältebedürfnis, Winterfestigkeit bei -15 bis -20°C; Langtagspflanze
  • Anbausystem: als Sommner- und Winterraps zur Grünfuttergewinnung oder als Gründüngung eingesetzt, heute v.a. als Quelle für die Herstellung von Speiseöl oder Biodiesel
  • Aussaat: Mitte August bis Anfang September; Bestandsdichte 50 bis
    150 Pflanzen pro mz; 2 bis 4 Tonnen Saat/Hektar
  • Düngung: Stickstoff 60 bis 100 kg/Hektar; Gülle kann einen Teil der Mineraldüngung ersetzen
  • Pflanzenschutz: Bekämpfung tierischer Schädlinge und Krankheitserreger (v.a. Pilze) notwendig
  • Ertrag: der Ölgehalt des Rapes liegt zwischen 40 und 50 Prozent
  • Anbaufläche: als nachwachsender Rohstoff im Jahr 2005: 1.064.000 Hektar in Deutschland
  • Qualitätsmerkmale: hoher Öl- und Eiweißgehalt, geringer Gehalt an Rohfasern, geringer Glucosinolatgehalt
  • Ökologie: Da Raps außerordentlich eiweißreich ist, hat die Pflanze einen erhöhten Stickstoffbedarf, der sich bei konventionellem Rapsanbau in Nitrat- und Nitritbelastungen des Grundwassers widerspiegeln kann.

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Pökelsalz

Siehe Nitrosamine.

Autor: KATALYSE Institut

Ökologische Tierhaltung

Die Ö. wird auf biologisch wirtschaftenden Betrieben praktiziert. Seit Herbst 2000 gilt die EU-Verordnung (Nr. 1804/1999 des Rates vom 19. Juli 1999) für die Ö.; sie ist formal eine Ergänzung der EG-Verordnung zum Ökologischen Landbau von 1991.

Ziel der Regelungen ist es, auch die Tierhaltung in den weitgehend geschlossenen Betriebskreislauf des Ökologischen Landbaus zu integrieren. Der zulässige Tierbesatz je Flächeneinheit ist begrenzt, eine flächenunabhängige Produktion ausgeschlossen. Als Maßgabe für die höchstzulässige Anzahl von Tieren gilt dass der Wirtschaftsdünger maximal 170 Kilogramm Stickstoff je Hektar und Jahr enthalten darf. Außerdem ist der anfallende Dünger auf die eigenen Betriebsflächen oder die kooperierender Betriebe in der Region zurückzuführen, sofern die o.g. Obergrenze an Stickstoffeintrag eingehalten wird.

Die gesamte Tierhaltung eines Betriebszweiges muß auf die Ö. umgestellt werden. Es ist jedoch möglich, dass ein Betrieb, der pflanzliche Ökoprodukte erzeugt, eine Tierhaltung betreibt, die der Öko-Verordnung nicht entspricht. Ferner ist es möglich, eine Tierart nach den Richtlinien der Öko-Verordnung zu halten und eine zweite nicht.

Die Kombination einer ökologischen und nicht-ökologischen Tierhaltung ist möglich, "sofern sie in einer Produktionseinheit erfolgt, deren Gebäude und Flächen von dem gemäß dieser Verordnung wirtschaftenden Betriebsteil deutlich getrennt sind und sofern es sich um eine andere Tierart handelt". Die räumliche Trennung beinhaltet Haltung (z.B. anderes Stallgebäude), Futterlagerung, Fütterungs- und Futteraufbereitungsanlagen sowie die Trennung von Dunglagerstätten.

Ferner regelt die Verordnung die Umstellung der im Rahmen des ökologischen Landbaus genutzten Flächen sowie die Umstellung von Tieren und tierischen Erzeugnissen. Dabei muss die gesamte für Futter verwendete Fläche die Regeln des ökologischen Landbaus erfüllen.

Um die Ö. wirtschaftlich betreiben zu können ist es erforderlich bei der Auswahl der Tierrassen auf Vitalität, Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Tiere an die Umwelt zu achten. Weiter schreibt die EU-Verordnung vor, dass die Tiere von kontrolliert ökologisch wirtschaftenden Betrieben stammen und in diesem Haltungssystem bleiben, wenn sie oder ihre Produkte als ökologisch vermarktet werden sollen.

Auch das Futter muss aus ökologischer Erzeugung und "vorzugsweise" aus dem eigenen Betrieb stammen. Bis zu 30 Prozent der Futterration können aus "Umstellungsfuttermitteln" bestehen. Junge Säugetiere sind "auf der Grundlage natürlicher Milch" zu ernähren.

Neben Futtermitteln aus ökologischer Erzeugung darf ein begrenzter Anteil Futtermittel konventioneller Herkunft zugefüttert werden, sofern eine ausschließliche Versorgung mit Öko-Futtermitteln nicht möglich ist. Dies gilt im Rahmen einer Übergangsregelung zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren nach Veröffentlichung der Verordnung.

Das Prinzip der Krankheitsvorsorge in der Ö. basiert auf dem Grundsatz der Vorbeugung durch die Auswahl geeigneter Rassen, tiergerechte Haltungssysteme sowie den Einsatz hochwertiger Futtermittel. Erkrankt ein Tier dennoch, so ist es unverzüglich zu behandeln.

Die Verordnung schreibt unter Tierhaltungspraktiken u.a. vor, dass außer der künstlichen Besamung alle andere Arten der künstlichen Fortpflanzung, wie z.B. Embryotransfer, verboten sind. Eingriffe, wie beispielsweise das Kupieren von Schwänzen oder Stutzen von Schnäbeln bei Geflügel, dürfen nicht angewendet werden. Aus Sicherheits-, Tierschutz- und Hygienegründen können von der Kontrollstelle für Ö. in Einzelfällen bestimmte Maßnahmen genehmigt werden. Hierzu gehört z.B. das Enthornen junger Tiere.

Auch die Kastration von männlichen Tieren ist möglich. Außerdem dürfen Tiere „nicht in Anbindung gehalten werden"; Ausnahmen für Einzeltiere sind aus Sicherheits- oder Tierschutzgründen möglich. Für Geflügel gelten definierte Mindestschlachtalter. Tiertransporte müssen möglichst schonend und in Übereinstimmung mit den einschlägigen rechtlichen Bestimmungen erfolgen. Weitere Auflagen, wie z.B. das Verbot elektrischer Treibhilfen, sind einzuhalten.

Siehe auch unter:
-> Massentierhaltung
-> Artgerechte Tierhaltung

Lit.: Ministerium für Naturschutz, Umwelt, Verbraucherschutz und Landwirtschaft Nordrhein-Westfalen (MNUVL) (Hrsg.): Ökologische Tierhaltung - Die neuen gesetzlichen Bestimmungen zur Einbeziehung der tierischen Erzeugung in den Geltungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 über den ökologischen Landbau. Kostenloser Bezug: MNUVL, D-40190 Düsseldorf, Fax 0211-4566456

Steffi Graf, Manon Haccius, Helga Willer (Hrsg.): Die EU-Verordnung zur ökologischen Tierhaltung - Hinweise und Umsetzung 2. vollständig überarbeitete Auflage 1999, SÖL-Sonderausgabe Nr. 72 Bad Dürkheim

Autor: KATALYSE Institut

Nutztierhaltung

Im November 2001 wurde die Nutztierhaltungs-Verordung in Kraft gesetzt und alle Vorschriften über das Halten von Nutztieren systematisch zusammengeführt.

Damit haben sich die Vorschriften für die Nutztierhaltung verbessert, denn seither müssen Nutztierhalter über die Haltung ihrer Tiere Buch z.B. über die medizinischen Behandlungen und ihre Bestände führen.

Für die Kälberhaltung gelten nun ganz konkret schärfere Regeln: Dem Saugbedürfnis der Kälber ist ausreichend Rechnung zu tragen, im Stall muss ein weicher Liegebereich vorhanden sein und dem Kalb muss spätestens vom achten Lebenstag an Rauhfutter oder sonstiges angeboten werden.

Weitere Tierarten (wie Legehennen, Schweine usw.) sollen schon bald folgen und in die Tierhaltungsverordnung aufgenommen werden.

Autor: KATALYSE Institut

Mutterkorn

M. ist ein Pilz und Pflnazenparasit, der sich während der Getreideblüte an der Ähre festsetzt und bis zu einem 4 cm langen und etwa 3 mm breiten, blauschwarzen, kornähnlichen Gebilde heranwächst. Das Mutterkorn ist daher größer als das Getreidekorn.

Der Pilz gedeiht vorwiegend am Roggen, ist aber auch an einigen Grasarten zu finden. M. enthält die stark giftigen Mykotoxine Ergotamin, Ergotoxin und Ergometrin. Die Vergiftung beginnt mit Kribbeln in Fingern und Zehen, Durchfällen, Pupillenerweiterung und Durstgefühl. Vergiftungen mit dem Pilz sind heutzutage ausgesprochen selten.

Siehe auch: Mykotoxine

Autor: KATALYSE Institut

Alternativer Landbau

Zum A. zählen alle Landbewirtschaftungsformen, die auf die Anwendung von Mineraldüngern, chemischen Pflanzenschutzmitteln (biologische Schädlingsbekämpfung) sowie Futtermittelzusätzen verzichten.

Auch auf den Zukauf von Futtermitteln wird z.T. oder vollständig verzichtet. Angestrebt wird ein möglichst geschlossener Stoffkreislauf im Betrieb, in dem alles, was dem Boden an Nähstoffen entzogen wird, durch Gründüngung und Kompostierung wieder eingebracht werden muß. In Deutschland entfielen Ende 1990 0,65% des Produktionsvolumens auf den A.
Das Angebot von Lebensmitteln aus A. kann jedoch die steigende Nachfrage nicht decken. Das nicht ausreichende Angebot und eine unbefriedigende Rechtslage haben dazu geführt, daß auch Erzeugnisse aus dem konventionellen Landbau oder dem integrierten Pflanzenbau mit den Bezeichnungen "bio", "ökologisch", "biologisch" u.ä. beworben werden können.
Im Gegensatz zu einigen anderen Staaten gab es bisher in Deutschland keine gesetzliche Regelung, nach welchen Kriterien Lebensmittel aus A. angebaut und gekennzeichnet werden müssen. 1991 beschloß die EG die EG-Bio-Kennzeichnungsverordnung, die Kriterien für den Anbau und Kennzeichnung für Produkte aus ökologischem Landbau enthält.
Nahrungsmittel aus A. werden überwiegend in Naturkost- und Bioläden sowie direkt von alternativ bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben vermarktet. Inzwischen findet man sie auch verstärkt auf Wochenmärkten, in Supermärkten und in Drogerien. I.d.R. werden für Produkte aus A. höhere Preise als für konventionell hergestellte Nahrungsmittel verlangt. Dies läßt sich auf die höheren Vermarktungs- und Produktionskosten der Landwirtschaftsbetriebe zurückführen.
Eine Methode des A. ist der ökologische Landbau.

Autor: KATALYSE Institut

Algen

Artenreiche Abteilung des Pflanzenreichs. Niedere, autotroph lebende Pflanzen aus einzelnen Zellen oder Zellverbänden, die zumeist im Wasser, aber auch im Boden leben.

Man unterscheidet u. a. Blau-, Braun-, Rot-, Grün-, und Kiesel-A.. Unter den A. finden sich Spezialisten, die z.B. Uran aus dem Meerwasser anreichern oder Kieselsäure in ihre Membranen einlagern. Als Flechten treten andere Arten an Land in Symbiose mit Pilzen auf. A. werden als Dünge- und Futtermittel genutzt, zunehmend auch als Nahrungsmittel für den Menschen.
In Japan beträgt der Anteil der A. an der Nahrung zehn Prozent. Weitere Verwendung finden A. als Ausgangsstoff für Verdickungsmittel, z.B. Agar-Agar. Innerhalb der Biotechnologie arbeitet man an der industriellen Gewinnung von Methan und Pflanzenwuchsstoffen aus A.. Allerdings stellt die Schadstoffbelastung der Meere (Meeresverschmutzung) die Kultivierung der A. in Frage.
Zukünftige Nutzungsmöglichkeiten könnten A. als Sauerstofflieferanten und Kohlendioxid-Binder in Raumkapseln und U-Booten bieten. Zum Nachteil für den Menschen befallen A. Metalle, Bau- und Kunststoffe, breiten sich in Schwimmbädern und Aquarien aus und stören infolge Eutrophierung das Gleichgewicht von Binnengewässern durch ungehemmtes Wachstum.
A. können durch ihre leichte Anzucht als pflanzliche Biomonitoren verwendet werden. Mit ihnen durchgeführte Biotests dienen der Bestimmung der Wasserqualität, von Herbizidrückständen und der Trinkwasserüberwachung.
Explosionsartige Vermehrung durch Eutrophierung (hohe Düngemittelkonzentration) und hohe Wassertemperaturen wqerden als Algenpest oder Algenblüte bezeichnet.

Autor: KATALYSE Institut

Aldrin

A. ist ein Insektizid, das 1948 von der Hyman Company unter dem Handelsnamen Octalene auf den Markt gebracht wurde.

Es wird als sogenanntes Breitband-Insektizid eingesetzt und gehört zum "dreckigen Dutzend" klassischer Dauergifte. Durch Einarbeitung in den Boden vor oder während der Aussaat wirkt A. gegen Schädlingsbefall beispielsweise von Ameisen und Termiten sowie Drahtwürmern und Engerlingen in
Mais, Citrusfrüchte, Baumwolle, Reis, Zuckerrüben, Tabak und Bananen.

Es wirkt als Berührungs-, Fraß- und Atemgift. Bereits geringe Dosen A. sind für Nutzinsekten, Vögel und Fische hoch toxisch. Aldrin besitzt eine hohe Persistenz und wird von Organismen im Fettgewebe angereichert. Bei Säugetieren wurden durch Aldrin verursachte Leber- und Nierenschäden beobachtet.

A. gehört zu der Stoffgruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe mit hohem Anreicherungspotenzial und einer hohen akuten Toxizität. A. ist seit 1981 in Deutschland nicht mehr im Handel und unterliegt wie in 88 weiteren Staaten einem Anwendungsverbot.

Im Boden wird Aldrin zu dem Epoxid Dieldrin transformiert. Bei der Arbeit mit unverdünnten Präparaten muss Schutzkleidung getragen werden. Streumittel sollten nicht mit der bloßen Hand ausgebracht werden. Bei Säugetieren führt A. zu Leberschädigungen. MAK-Wert: 0,25 mg/m3.

A.-Daten:
Gruppe: Organochlorpestizide
CAS-Nr.: 309-00-2
Formel: C12H8Cl6

Synonyme:

  • 1,2,3,4,10,10-Hexachlor-1,4,4a,5,8,8a- hexahydro-1,4-endo-5,8-exodimethano-naphthalin
  • Chlorodan
  • Octalen
  • Seedrin

Die Zersetzung von A. erfolgt durch Erhitzung unter Bildung von giftigen, korrosiven Dämpfen (Chlorwasserstoff).

Autor: KATALYSE Institut

Agragpolitik

Festgeschriebenes Ziel der Agrarpolitik in Deutschland und der EG ist es, die Existenz bäuerlicher Familienbetriebe zu sichern.

Da die Weltmarktpreise für Agrarprodukte aber nur Großbauern (Agrarfabriken) wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen, werden staatliche Abnahmegarantien zu künstlich erhöhten Preisen gegeben, die diese Produkte unter rein marktwirtschaftlichen Bedingungen nur mit wenigen Ausnahmen erzielen würden. Die Aufwendungen der EG für die Agrarpolitik betrugen 1991 ca. 86 Mrd DM, dies entspricht rund 60% des EG-Haushaltes. Die Politik staatlich garantierter Abnahme landwirtschaftlicher Produkte hat verschiedene Auswirkungen:
Überproduktion: In fast allen Bereichen der Landwirtschaft kommt es zu Überproduktion, die mit Hilfe von jährlichen Exportsubventionen in Höhe von ca. 21 Mrd DM auf dem Weltmarkt abgesetzt werden. Die Überproduktion in der EG betrug 1990 für Magermilchpulver 168%, für Zucker 131%, für Getreide 119% und für Milch 113%, bezogen auf den tatsächlichen Bedarf. Gleichzeitig wird durch Zollabgaben die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus anderen Ländern verteuert.
Konzentration: Da keine direkten Beihilfen an Landwirte gezahlt werden, sondern Produktpreise subventioniert werden, sind Agrarfabriken in der Produktion gegenüber Kleinbauern bevorteilt. Dies hat in der gesamten EG zur Änderung der Betriebsgrößenstruktur in Agrarbetrieben geführt. Damit verbunden sind negative Auswirkungen auf die Umwelt (Konventionelle Landwirtschaft, Massentierhaltung, Pestizide).
Dritte Welt: Die Auswirkungen der Agrarpolitik der Industrieländer, insbesondere der EG, sind für Länder der Dritten Welt in mehrfacher Hinsicht katastrophal. I.d.R. ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig in diesen Ländern. Durch Handelshemmnisse wie z.B. Zölle wird ihnen aber der Zugang zu den Märkten der Industrieländer versperrt. Gegenüber den durch Exportsubventionen verbilligten Produkten der EG sind die Produkte der Dritte-Welt-Länder auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig. Die Landwirtschaft dieser Länder wird somit geschwächt.
Die erzeugten Lebensmittel würden bei gleichmäßiger Verteilung der subventionierten Überschußproduktion zur Ernährung der Weltbevölkerung ausreichen. Die Agrarpolitik der Industrieländer hat zu gleichzeitiger Überproduktion und Hunger geführt. Derzeit ist eine EG-Agrarreform geplant, die v.a. darauf abzielt, Subventionen abzubauen. Bei entfallender Preisstützung wird die EG direkte Einkommenbeihilfen zahlen, sie will Flächenstillegungungen prämieren und die Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion (Verzicht auf intensive Anbaumethoden: Einsatz von Pestiziden, Herbiziden, übermäßiger Einsatz von Düngemitteln) sowie Landschaftspflege durch Landwirte fördern, um so die Überproduktion zu drosseln.
Der Umweltbelastung durch die landwirtschaftlichen Produktionsprozesse versucht die EG durch entsprechende Richtlinien beizukommen: z.B. durch die Richtlinie zum Schutz der Umwelt und insbesondere der Böden bei der Verwendung von Klärschlamm in der Landwirtschaft von 1986 oder die Richtlinie über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln von 1991.
Danach dürfen in den jeweiligen Mitgliedstaaten nur noch Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht und angewendet werden, die nach den Bestimmungen der Richtlinie dort zugelassen sind. Allerdings bleiben die EG-Regelungen, um die Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaften wirtschaftlich schwächerer Staaten nicht zu gefährden, deutlich hinter einzelnen nationalen Regelungen zurück: z.B. dem Verbot des krebsverdächtigen Atrazin allein in Deutschland 1990. Da nun aber Pflanzenschutzmittel, die in einem Mitgliedstaat zugelassen sind, auch in den anderen verkauft werden dürfen, kann Atrazin auf diesem Wege in Deutschland wiederauftauchen.

siehe auch: GATT, Genbank, Artenschutz

Autor: KATALYSE Institut

Agrarfabrik

Der Begriff Agrarfabrik, seit Ende der 70er Jahre fester Bestandteil des Jargons kritischer Medien bzw. politischer Polemik, wurde zunächst in engem Zusammenhang mit den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der ehemaligen DDR gebraucht.

Agrarfabriken sind hochspezialisierte landwirtschaftliche Betriebe, die Landwirtschaft in Form nicht artgerechter Massentierhaltung und/oder große Flächen im Monokulturen bewirtschaften. Nicht allein die artfremden Lebensbedingungen der Tiere in solchen Betrieben (z.B. viel zu enge Käfige in Batteriehaltung von Legehennen) und die mangelnde Qualität der Produkte (z.B. durch minderwertige Futtermittel oder Hormongaben, hohe Dünger- und Pestizidgaben) geben Anlass zur Kritik.
Meist sind mit diesen Betrieben auch gravierende Umweltfolgen (Trinkwasser, Boden Erosion, Gülle,
Artenvielfalt usw.) verbunden.

Autor: KATALYSE Institut

Massentierhaltung

Als Massentierhaltung wird die konzentrierte Haltung von Tieren, v.a. Geflügel, Rindern und Schweinen in großer Zahl auf engem Raum (z.B. Batteriehaltung von Legehennen) zur Erzeugung tierischer Nahrungsmittel bezeichnet. Massentierhaltung erfolgt mit sehr großen Beständen und meist nur einer Tierart.

Die zunehmende der Konzentration der Tierhaltung erfolgt aus arbeitstechnischen und ökonomischen Gründen. Massentierhaltung oder auch Intensivtierhaltung ist nicht genau definiert. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) spricht von Intensivtierhaltung, wenn mehr als zehn Großvieheinheiten (GV entspricht ca. 10 Kühen) auf einem Hektar gehalten werden.

Massentierhaltung findet unter hohem Aufwand technischer Hilfsmittel und mit möglichst wenig Personal- und Zeitaufwand statt, um möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften. Mit der Spezialisierung gehen Tierhaltungsbetriebe wirtschaftlich und seuchenhygienisch ein größeres Risiko ein als ein vergleichbarer Mischbetrieb.

Aufgrund der beengten Haltung und der einseitigen Züchtung auf Leistung (z.B. hohe Fleischerträge) sind die Tiere krankheitsanfälliger, was zu einem höheren Arzneimitteleinsatz führt. In der Massentierhaltung ist die prophylaktische Gabe von Arzneimitteln zur Tierernährung immer noch legale Praxis, auch wenn einige für die menschliche Gesundheit gefährdende Stoffe inzwischen von der EU und der Bundesregierung verboten wurden. Der teilweise hohe Einsatz von Antibiotika wird für die Resistenz verschiedener Krankheitserreger bei Mensch und Tier verantwortlich gemacht.

Ein großes Problem sind die großen Mengen an Gülle und Festmist, die bei zu geringer Landfläche des Betriebes nicht komplett auf den eigenen Flächen ausgebracht werden können, so daß sie anderweitig entsorgt werden. Die weitgehende Umstellung der Stallhaltung von Festmist- auf Flüssigmistsysteme (Gülle) hat zu regional hoch anfallenden Güllemengen gesorgt. In der Vergangenheit wurden v.a. in den Intensivgebieten der Massentierhaltung Ackerflächen durch hohe Güllegaben überdüngt. Eine Grundwasserbelastung erfolgt v.a. durch überschüssiges Nitrat, das in tiefere Bodenschichten gelangt und bis in das Grundwasser ausgewaschen werden kann. (Überdüngung).

Die Massentierhaltung ist der Teil der Landwirtschaft mit besonderer Klimarelevanz, da die Tierhaltung in besonderem Umfang klimawirksame Emissionen freisetzt. Hierzu gehören die für den Treibhauseffekt verantwortlichen Gase wie Methan (CH4) (z.B. aus der Rinderhaltung) und Lachgas (N2O) (v.a. durch Gülle-Düngung) sowie Kohlendioxid (CO2) (durch anaerobe Prozesse). Das Umweltbundesamt hat daher in ihrer Studie Nachhaltiges Deutschland; von 1997 vorgeschlagen die gülleintensive Massentierhaltung in eine flächengebundene und artgerechte Tierhaltung umzuwandeln.

Dr. Jean Mayer (von der Harvard University) hat errechnet: 
60 Millionen Menschen mehr, könnten ernährt werden, wenn sich jeder Fleischesser nur um 10% einschränken würde. Grund: Pro 1 Kilogramm Fleisch, gehen 10 Kilogramm Futter (Getreide, Mais) voraus. 90% des globalen Ernährung wird durch den Fleischkonsum dezimiert. Während Äpfel z.B. nur 60 Liter Wasser pro Kilogramm aufbrauchen, braucht man pro 1 kg Rind, 32.100 Liter Wasser auf. (Stall- und Schlachthof-Reinigung mit einberechnet)

Autor: KATALYSE Institut

Höchstmengen

Vom Gesetzgeber festgelegte Größen, die den Umwelt- und Gesundheitsschutz des Bürgers durch Maximalmengen bestimmter Stoffe gewährleisten sollen.

Autor: KATALYSE Institut

Glashauskulturen

G. sind Pflanzenkulturen, die im Glashaus (Gewächshaus), einem heizbaren Raum mit lichtdurchlässigem Dach und Wänden, unabhängig von den klimatischen Verhältnissen an- und aufgezogen werden.

Glashäuser haben meist eine Lüftung und gelegentlich Zusatzbeleuchtung und Beregnungsanlagen. Nach den mittleren Temperaturen in der kalten Jahreszeit unterscheidet man zwischen dem Kalthaus (bis 12 Grad C), dem temperierten Haus (12-18 Grad C) und dem Warmhaus (Treibhaus; ab 18 Grad C). In letzterem werden kälteempfindliche Pflanzen (z.B. Gurken, Tomaten usw.) gehalten.

Autor: KATALYSE Institut

Getreide und Getreideerzeugnisse

 Getreide gehört zu den bedeutenden Grundnahrungsmitteln. Hauptinhaltsstoff des Getreides ist Stärke. Getreide ist eine Sammelbezeichnung für landwirtschaftlich kultivierte, einjährige Pflanzenarten aus der Familie der Gräser mit einsamigen Früchten. Sie werden als Körner bezeichnet und sind die Hauptnahrungsquelle für Mensch und Tier.

Geschichte
Archäologischen Funden nach hat der Getreideanbau seinen Ursprung im 9. Jahrtausend v. Chr. in Vorderasien. Die ältesten Getreidearten sind

Weizen und Gerste. Im 5. Jahrtausend v. Chr. erreichten diese über Thessalien Mitteleuropa. Hafer und Roggen kamen als Wildkräuter vor und wurden erst spät als Kulturpflanze herangezüchtet. Erst im 14. Jahrhundert wurde, ein auf Überschusserzeugung abgestellter Getreideanbau möglich. Der moderne Getreideanbau kam um 1860 mit der Düngung, Einführung der Dränage und dem Dampfflug. Heute macht der Getreideanbau den weltweit größten Anteil an der landwirtschaftlichen Produktion aus.

Arten
Es gibt insgesamt sieben Getreidearten:

Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis,
Mais und Hirse. Dinkel und Kamut sind Ursprungsarten von

Weizen. Grünkern ist unreif, gedarrter Dinkel. Buchweizen zählt nicht zu den Getreidearten, sondern zu den Knöterichgewächsen. Getreideähnliche Körner sind Quinoa und Amaranth. Sie zählen zu den Meldegewächsen und haben gegenüber Getreide meist einen höheren Gehalt an Protein und einigen Mineralstoffen. Getreidekörner werden gewöhnlich nicht roh gegessen, sondern verarbeitet. Durch Vermahlen, Quetschen, Schroten und Sieben entstehen die Getreideerzeugnisse Schrot, Mehl, Grieß, Kleie, Grütze, Graupen und Getreideflocken. Diese können wiederum zu einer Vielzahl von Produkten weiterverarbeitet werden. Daneben werden Getreidekörner in Brauereien und Brennereien sowie zur Herstellung von Kaffeeersatz verwendet.

Aufbau eines Getreidekorns
Alle Getreidekörner haben den gleichen Aufbau. Sie bestehen aus einer Schale, dem Mehlkörper und dem Keimling. Einige Getreidekörner, wie Hafer, Hirse, Gerste, sind von einer zusätzlichen harten Schale, die Spelze, umgeben. Die Inhaltsstoffe des Getreidekorns sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern kommen im weißen Mehlkörper, im Keim und in den dunkleren Randschichten in unterschiedlichen Mengen vor.

Insgesamt enthält ein ausgereiftes Getreidekorn rund 12 Prozent Wasser, 11 Prozent Eiweiß, zwei Prozent Fett, 70 Prozent Stärke und rund 2,5 Prozent Ballaststoffe. Der Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen variiert von Getreideart zu Getreideart. Einfluss auf den Nährwert eines Korns hat zudem auch die Zusammensetzung des Bodens. Enthält dieser, beispielsweise wenig Selen enthält das Getreidekorn auch wenig Selen. Der Ballast- und Mineralstoffgehalt von Mehlen ist vom Ausmahlungsgrad des Getreides abhängig (z.B. enthält Typ 405 weniger, Typ 1050 mehr Mineral- und Ballaststoffe). Ein hoher Stärkegehalt, wie er bei niedrigen Mehltypen vorkommt, ist küchentechnisch z.B. für die Backfähigkeit sowie bei der industriellen Verarbeitung von großer Bedeutung.

Reis besitzt den höchsten Stärkegehalt. Hirse, Hafer und Roggen liefern das meiste Eisen,

Weizen, Reis und Hirse am meisten Magnesium. Hafer, den höchsten Fett- und Vitamin B1 und B6-Gehalt. Den höchsten Vitamin E Gehalt besitzt
Mais.

Getreidekonsum
In den letzten 100 bis 200 Jahren hat sich der Getreideverzehr stark verändert. Vom weltweit verzehrten Protein stammen 45 Prozent aus Getreide; von den Kohlenhydraten liefert Getreide 64 Prozent, von Fett neun Prozent, Eiweiß und von der insgesamt mit aufgenommenen Energie 50 Prozent. Um das Jahr 1800 wurde etwa 52 Prozent der Nahrungsenergie durch Getreide geliefert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es 35 Prozent, im Jahr 1994 betrug die Energiebereitstellung durch Getreideprodukte nur noch 22 Prozent.In Entwicklungsländern ist Getreide das wichtigste Lebensmittel. In Deutschland hingegen wird 60 bis 70 Prozent des Getreides als Viehfutter verwendet, denn um ein Kilogramm Fleisch produzieren zu können werden 16 Kilogramm Getreide oder Sojafrüchte benötigt.

Wissenswertes
Rohes Getreide kann von

Mutterkorn oder Schimmelpilz befallen sein (Mykotoxine). Rückstände von Pflanzenschutzmitteln liegen i.d.R. weit unter den Grenzwerten. Auch die Schwermetallbelastungen liegen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln niedrig. Ganze Getreidekörner sind bis zu zwei Jahre lagerfähig. Am besten dunkel und trocken, aber nicht luftdicht verschlossen, denn bei zu warmer und feuchter Lagerung können sich Schimmelpilzgifte bilden. Pilzbefall ist an einem süßlichen und unangenehmen Geruch zu erkennen. Vollkornmehle werden schnell ranzig, da sie einen höheren Fettgehalt haben. Gerste,

Weizen, Dinkel, Grünkern, Hafer, Roggen enthalten das Getreideeiweiß Gluten und sind daher nicht für Personen geeignet die an Zöliakie leiden.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
LEITZMANN, C; MÄNNLE, T; KOERBER, K.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1999.
LÖBBERT, R; et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
Wissenswertes zu Vegetarismus und Getreide

Autor: KATALYSE Institut

Geflügelpest

In Nordrhein-Westfalen ist der erste Fall der hoch ansteckenden und gefährlichen Geflügelpest bestätigt worden. In der Tierseuchengesetzgebung unterscheidet die klassische G. und die atypische G., die als Newcastle-Krankheit bezeichnet. Das Virus ist für Geflügel hoch ansteckend, die Sterblichkeitsrate bei infizierten Tieren liegt bei 90 Prozent. Die Newcastle-Krankheit des Geflügels ist seit 1927 bekannt. Sie trägt ihren Namen nach dem Ort des ersten Ausbruchs in Europa, der wissenschaftlich erforscht wurde. Da bei dem klinischen Erscheinungsbild viele Ähnlichkeiten mit der klassischen G. bestehen, wurde diese Infektionskrankheit in Deutschland in früheren Jahren als atypische G. bezeichnet.

Die Erreger beider Krankheiten sind jedoch unterschiedlich. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind weitgehend identisch weshalb sie in einer seuchenhygienischen Verordnung zusammengefasst sind. Bei Seuchenausbruch wird stets die Tötung des Gesamtbestandes angeordnet. Ein Unterschied besteht hinsichtlich einer möglichen Impfung. Für die G. steht kein geeigneter Impfstoff zur Verfügung und Impfversuche außer für wissenschaftliche Zwecke sind untersagt. Für die Newcastle-Krankheit dagegen besteht Impfpflicht für Hühner und Puten sowie andere, mit diesen Tieren gemeinsam gehaltenen Geflügelarten.

Im Frühjahr 2003 hat sich die G. in den Niederlanden ausgebreitet. Auch niederländische Geflügelbetriebe nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen sind betroffen. Seit dem 9. April 2003 gilt in NRW die "Verordnung zum Schutz gegen die G.". Seit dem 13. April 2003 gilt die "Eil-Verordnung zum Schutz vor der Verschleppung der Klassischen G.". Sie regelt unter anderem:

  • Jede Haltung von Hühnern, Puten, Enten und Gänsen ist der zuständigen Behörde anzuzeigen.
    Erhöhte Verluste oder Leistungsverringerung in den Geflügelbeständen müssen der zuständigen Behörde mitgeteilt werden, eine Untersuchung auf die
    Klassische G. ist zu veranlassen.
  • Geflügelschauen und -märkte sind verboten.
  • Geflügel und Bruteier dürfen nur nach einer tierärztlichen Untersuchung - die nicht länger als 24 Stunden zurückliegt - transportiert werden.
  • Alle Geflügelhalter müssen Zu- und Abgänge von Geflügel detailliert nachweisen.

Für die grenznahen Kreise gelten weitere Auflagen. ergänzen. Wie das Verbraucherministerium in Bonn berichtet, ist der gefundene Erregerstamm für den Menschen nicht gesundheitsgefährdend, dennoch ist ein Tierarzt in Holland nach der Ansteckung verstorben. Bei einem niederländischen Tierarzt ist das für die G. verantwortliche Virus in der Lunge gefunden worden. Das hat das Ministerium für Volksgesundheit in Den Haag mitgeteilt. Der Arzt war in Den Bosch gestorben. Er war an der Bekämpfung der seit Anfang März in den Niederlanden wütenden Tierseuche beteiligt. Dabei habe er allerdings nicht die Anti-Virus-Medizin eingenommen.

Die EU-Kommission in Brüssel hat ein Ausfuhrverbot für Geflügel aus Nordrhein-Westfalen in Staaten der Europäischen Union verhängt. Auch in einem Umkreis von 20 Kilometern um den betroffenen Mastbetrieb in Schwalmtal hat das NRW-Umweltministerium ein für drei Wochen geltendes Transportverbot für Geflügel und Bruteier verhängt.
In Nordrhein-Westfalen sind bereits rund 84.000 Tiere vorsorglich getötet worden. In den Niederlanden sind bereits 13,5 Millionen Tiere getötet worden, um die Seuche zu stoppen.

Die Tierseuche zunächst auf Betriebe in der nördlicher gelegenen Provinz Gelderland in den Niederlanden begrenzt gewesen, hatte sich aber dann nach Süden in Richtung Grenze zu Deutschland und Belgien ausgebreitet. Bisher ist die Seuche auf 210 Betrieben sicher festgestellt worden, bei 21 weiteren besteht nach Angaben der Behörden der ernste Verdacht auf Anwesenheit des Virus.

Autor: KATALYSE Institut

Geflügel

Sammelbezeichnung für diejenigen Vogelarten, die als Nutz- und Haustiere (Haus-G.) gehalten werden oder jagdbares Wild (Feder-, Flugwild) darstellen (Wild-G.).

Die in der G.-Haltung zur Erzeugung von Fleisch und Eiern eingesetzten Tiere stammen aus Zuchtbetrieben. Als Haltungsformen sind heute üblich die Bodenhaltung und die G.-Haltung in Legebatterien. Letztere ist, weil sie in keiner Weise artgerecht ist, abzulehnen (Batteriehaltung, Massentierhaltung).

In der G.-Haltung scheint es die Tendenz zu geben, die Tiere wieder mehr in Bodenhaltung, bei der sie sich frei bewegen können - im Gegensatz zur Käfighaltung - zu ziehen. Einige Eier- und Brathähnchenerzeuger werben für ihre Produkte mit dem Hinweis, daß die Tiere in Bodenhaltung oder freilaufend gehalten werden.

Autor: KATALYSE Institut

Futtermittelzusätze und Tierarzneimittel

Aufgrund des großen wirtschaftlichen Drucks und der gestiegenen Nachfrage der Verbraucher nach billigem Fleisch haben die heutigen Methoden der Massentierhaltung zu einem intensiven Einsatz pharmakologisch wirksamer Stoffe geführt.

Diese werden aus therapeutischen, zum größten Teil jedoch aus prophylaktischen und wirtschaftlichen Gründen (Verkürzung der Mastzeiten o.ä.) eingesetzt. Rückstände dieser Stoffe sind gesundheitlich bedenklich und können gerade durch kontinuierliche Aufnahme zu Problemen führen (Allergien, Resistenzen pathogener Keime). Sie gelangen v.a. durch illegale Anwendung, missbräuchliche Auslegung der Gesetze und zu geringer Wartezeiten nach der Anwendung auf den Teller des Verbrauchers.

Die entsprechenden Gesetze (Futtermittelrecht, Lebensmittelrecht, Fleischrecht, Arzneimittelrecht) greifen nur da, wo auch eine wirksame Überwachung stattfindet. Diese jedoch kann nur Stichproben erfassen und stößt aufgrund der nicht kontrollierbaren Zahl an chemischen Verbindungen auf Schwierigkeiten.

Die eingesetzten Stoffe sind:
Antibiotika, sie dürfen bis auf wenige Ausnahmen nur zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Allerdings kommt es immer wieder zu missbräuchlichen Auslegungen dieses Verwendungszweckes. V.a. das Antibiotikum Chloramphenicol wird in Tieren immer wieder nachgewiesen. Antibiotika haben neben der Verhütung von Infektionen den günstigen Nebeneffekt, die Futterverwertung zu verbessern und das Wachstum von Jungtieren zu steigern. Nach einem Beschluss des Rates für Landwirtschaft und Fischerei am 20. Februar 2003 in Brüssel, sind ab 1. Januar 2006 antibiotische Leistungsförderer in der Tierernährung verboten.

Cortison oder cortisonähnliche Stoffe werden bei Schweinen zur Vermeidung von Stresszuständen eingesetzt.

Östrogene werden als Masthilfsmittel besonders in der Rindfleischproduktion eingesetzt. In Deutschland ist der Einsatz von Hormonen zu Mastzwecken seit 1958 verboten. Seit 1988 gilt dieses Verbot auch EU-weit. Trotzdem kam es im Sommer 1988 zum großen Hormonskandal. 70.000 Kälber zweier Südoldenburger Mäster wurden beschlagnahmt.


Psychopharmaka werden als Beruhigungsmittel zur Vermeidung von Streßzuständen bei Massentierhaltung, Transporten und vor der Schlachtung angewendet. Bei Dauergebrauch wirkt sich auch die Ruhigstellung positiv auf das Mastergebnis aus. Ebenfalls als Beruhigungsmittel werden die Herz-Kreislauf-wirksamen Beta-Blocker sowie Tranquilizer eingesetzt.

Somatotropin ist ein gentechnisch hergestelltes Wachstumshormon. Das Somatotropin soll die Milchleistung der Kühe um 30 Prozent steigern, und auch die Fleischausbeute soll erhöht werden. Der Nachweis des Somatotropin im Fleisch ist schwierig, da dieses Hormon auch von der Kuh selbst produziert wird. Zweifel an der Unbedenklichkeit werden immer lauter.

Quelle:
KATALYSE (Hrsg.): Neue Chemie in Lebensmitteln. Frankfurt 1998.

Siehe auch: DFD-Fleisch, PSE-Fleisch

Autor: KATALYSE Institut

Bovine Spongioforme Enzephalopathie

BSE (auch als Rinderwahnsinn bekannt) trat erstmals 1985 in Großbritannien auf. Im Zeitraum 01.01.2001 bis 30.06.2005 wurden in Deutschland insgesamt 372 Fälle von BSE amtlich festgestellt.

BSE ist eine Erkrankung des Nervensystems, die durch infizierte Eiweißkörper ausgelöst wird. Aufgrund der langen Inkubationszeit (2-8 Jahre) ist es kaum möglich infizierte Rinder frühzeitig zu erkennen und auszusondern. BSE zählt zu einer Gruppe von Erkrankungen, die bei Schafen unter dem Namen Scrapie schon rund 200 Jahre bekannt ist. In Laborversuchen wurde bewiesen, dass auch Hamster, Mäuse und Schweine infiziert werden können.

Etwa ab 1985 trat in England eine bis dahin unbekannte Krankheit bei Rindern auf, deren Symptome denen von Scrapie bei Schafen sehr ähnelten. So bezeichnete der englische Tierarzt Colin Whitacker, der als erster mehrere BSE-Rinder untersucht hatte, die Krankheit der Kühe zunächst auch als Scrapie- ähnliches Syndrom. Die erkrankten Tiere waren ungewöhnlich aggressiv und schreckhaft und litten unter fortschreitendem Verlust der Koordination ihrer Gliedmaßen.
Die Untersuchung der Gehirne von erkrankten Tieren erbrachte eine schwammartige Zersetzung des Hirngewebes, ähnlich der beim Menschen bekannten, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK). Darüber hinaus wurden in den Gehirnen erkrankter Tiere auch massenhaft Eiweißablagerungen gefunden (sogenannte amyloide Plaques). Darin ähnelt die Hirnveränderung der neuen Variante der
CJK bei Menschen, die seit Anfang der 90er Jahre vor allem in Großbritannien vermehrt auftritt. Die neue Krankheit wurde wissenschaftlich BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie, schwammartige Hirnveränderung bei Rindern) und von den Medien; Rinderwahnsinn genannt.
In Großbritannien, dem Ausgangspunkt von BSE sind seit dem ersten Auftreten von 1985 mehr als 180.000 Rinder an der schwammartigen Gehirnveränderung erkrankt, in Irland 1453, in Portugal 974, in der Schweiz 458, und in Frankreich 968 Tiere (alle Angaben bis 2005).

Weitere Informationen zu BSE und seinen Hintergründen finden Sie im KATALYSE-Ratgeber: BSE und die Folgen, Verlag die Werkstatt, Göttingen 2001.

Autor: KATALYSE Institut

Biotechnologie

B. ist die technische Nutzung lebender Organismen und ihrer Stoffwechselprodukte zur Produktion und Umwandlung von Substanzen.

Zur B. gehören Bereiche wie die Gentechnologie, Zellkulturtechnik, Fermentationstechnik sowie auch Techniken der Tier- und Pflanzenzucht.

Traditionelle Verfahren der B. sind z.B. die Brotsäuerung, die alkoholische Gärung und die Sauermilchherstellung, die als eine verfeinerte Nutzung von Naturvorgängen zu betrachten sind. In der modernen B. werden gezielt veränderte oder beschleunigte biologische Abläufe, die im Labor entwickelt und erprobt wurden, im großtechnischen Maßstab umgesetzt.

Die großtechnische Produktion mit Hilfe von Mikroorganismen wird heute in Bioreaktoren durchgeführt, die eine Größenordnung von ca. 150 m3 haben. B. findet auch in der Landwirtschaft sowie im Umweltschutz zur biologischen Abwasserreinigung, Abgasreinigung (Biofilter) Abfallbehandlung (Kompostierung, Biogas) und Beseitigung von Ölverschmutzungen (Tankerunfälle) Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Biotechnische Schädlingsbekämpfung

Im Unterschied zur biologischen Schädlingsbekämpfung erfolgt die B. mit Hilfe gentechnisch veränderter Pflanzen.

Gene für natürliche Abwehrsubstanzen von Bakterien, Insekten oder anderen Organismen werden dazu in Kulturpflanzen eingebaut, um ihre Resistenz gegen Schädlinge zu stärken. So wurde Tomaten z.B. das Gen des Bacillus thuringensis für ein Endotoxin eingepflanzt, welches bei Schmetterlingsraupen die Darmschleimhaut zersetzt.

Um die Resistenz gegen krankheitserregende Viren zu stärken, wurden Tomaten und Kartoffeln mit dem Gen für das Hüllprotein des Tabak-Mosaik-Virus ausgestattet, wodurch die Vermehrung des Virus gestört wird. In Deutschland wurden derartig veränderte Pflanzen bislang nicht zugelassen, in anderen EU-Ländern und den USA wurden sie jedoch schon zu Versuchszwecken freigesetzt.

Die Hoffnung, dass mit Hilfe der B. der Einsatz von Pestiziden verringert werden kann, steht entgegen, dass sich offensichtlich Resistenzen entwickeln und die Gefahren der Anwendung gentechnischer Pflanzen bisher immer noch weitgehend ungeklärt sind.

Autor: KATALYSE Institut

Biosiegel

Das Mitte 2001 eingeführte B. soll Transparenz und Klarheit auf dem Ökomarkt bei den Verbrauchern schaffen.

Allein in Deutschland gibt es über 100 Biomarken und Ökosiegel. Mit dem Biosiegel können alle Produkte ausgezeichnet werden, die nach den Standards der EU-Öko-Verordnung erzeugt wurden. Ausgezeichnet werden können nicht nur Öko-Lebensmittel deutscher, sondern auch ausländischer Herkunft soweit sie die Anforderungen der EU erfüllen.

Die neue Regelung soll in der Nutzung unbürokratischer und einfacher als das alte „Ökoprüfzeichen“ (ÖPZ) sein, das wegen der geringen Akzeptanz bei Lebensmittelhandel und Hersteller kaum Bedeutung am Markt erlangen konnte. Das Biosiegel soll in einer etwa einjährigen Übergangsfrist das ÖPZ ganz ablösen.

Bestehen bleiben dagegen die altbekannten Verbandszeichen und Marken von Demeter, Bioland, Naturland usw., die auch strengere Regelungen als die EU-Öko-Verordnung vorsehen.

Autor: KATALYSE Institut

Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise

Dieses agrarwirtschaftliche System geht auf die theoretischen Grundlagen von Rudolf Steiner zurück und gehört zu den alternativen Landbauformen (Alternativer Landbau).

Bei der B. werden die notwendigen pflanzlichen Nährstoffe durch geschlossene Kreislaufprozesse im landwirtschaftlichen Betrieb zur Verfügung gestellt und auf synthetisch erzeugte Stickstoffdünger verzichtet. Gegen Unkräuter wird die mechanisch-biologische Bekämpfung, gegen Schadorganismen werden Mittel natürlicher Herkunft eingesetzt. Die B. nimmt innerhalb der alternativen Landwirtschaft eine Sonderstellung ein, die sich z.T. durch ihre Verankerung im anthroposophischen Gedankengut Rudolf Steiners erklärt

Neben naturwissenschaftlichen Erfahrungen spielen bei der B. auch geisteswissenschaftliche Erkenntnisse eine Rolle. Dazu gehört die "dynamische" Wirkung von Präparaten aus natürlichen, meist wirtschaftseigenen Substanzen (Hornkiesel, Schachtelhalmaufguß). In geringen Mengen aufgebracht, beeinflussen sie Stoffwechsel- und Wachstumsvorgänge der Pflanzen und bodenbiologische Vorgänge.

Eine wesentliche Rolle werden kosmischen Einflüssen wie der Mondphase und der Stellung des Mondes bei der Aussaat zugeschrieben, die im Zusammenhang mit Biorhythmen im Organismenreich stehen. Zwar gibt es einige Untersuchungen, die diese Annahmen stützen; eine naturwissenschaftlich gesehen eindeutige Erklärung des Phänomens steht allerdings aus.
1991 existierten ca. 1.000 Demeter-Betriebe (B.) mit einer Anbaufläche von 20.000 ha B. und Bioland bearbeiten zusammen den größten Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in den alten Bundesländern.

Dieses agrarwirtschaftliche System geht auf die theoretischen Grundlagen von Rudolf Steiner zurück und gehört zu den alternativen Landbauformen (Alternativer Landbau). Bei der B. werden die notwendigen pflanzlichen Nährstoffe durch geschlossene Kreislaufprozesse im landwirtschaftlichen Betrieb zur Verfügung gestellt und auf synthetisch erzeugte Stickstoffdünger verzichtet. Gegen Unkräuter wird die mechanisch-biologische Bekämpfung, gegen Schadorganismen werden Mittel natürlicher Herkunft eingesetzt.

Die B. nimmt innerhalb der alternativen Landwirtschaft eine Sonderstellung ein, die sich z.T. durch ihre Verankerung im anthroposophischen Gedankengut Rudolf Steiners erklärt. Neben naturwissenschaftlichen Erfahrungen spielen bei der B. auch geisteswissenschaftliche Erkenntnisse eine Rolle. Dazu gehört die "dynamische" Wirkung von Präparaten aus natürlichen, meist wirtschaftseigenen Substanzen (Hornkiesel, Schachtelhalmaufguß).

In geringen Mengen aufgebracht, beeinflussen sie Stoffwechsel- und Wachstumsvorgänge der Pflanzen und bodenbiologische Vorgänge. Eine wesentliche Rolle werden kosmischen Einflüssen wie der Mondphase und der Stellung des Mondes bei der Aussaat zugeschrieben, die im Zusammenhang mit Biorhythmen im Organismenreich stehen. Zwar gibt es einige Untersuchungen, die diese Annahmen stützen; eine naturwissenschaftlich gesehen eindeutige Erklärung des Phänomens steht allerdings aus.

1991 existierten ca. 1.000 Demeter-Betriebe (B.) mit einer Anbaufläche von 20.000 ha B. und Bioland bearbeiten zusammen den größten Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in den alten Bundesländern.

Autor: KATALYSE Institut