Eibisch

Eibisch ist eine mehrjährige, gering verzweigte Pflanze vom 60 bis 120 cm Höhe mit samtig behaartem Stengel, gezähnten, eiförmigen Blättern und rötlichen Blüten mit Außenkelch.

  • Systematik: Familie: Malvaceae (Malvengewächse), Art: Althea officinalis
  • Herkunft: Osteuropa bis Westasien
  • Klimaansprüche: feuchtwarm
  • Anbausystem: zweijähriger Anbau; Selbstunverträglichkeit: Einhaltung einer Anbaupause von 4 bis 5 Jahren
  • Düngung: Stickstoff: 100 kg/Hektar in drei Teilgaben, Kalium: 120 kg/Hektar, Phosphat: 70 kg/Hektar, Calcium: 400 kg/Hektar
  • Aussaat: Vorkultur: April bis Juni und/oder September bis Oktober; Direktsaat im August; 7 Pflanzen/m2
  • Pflanzenschutz: Pilze: Malvenrost; Schädlinge: Malvenblattfloh, -motte, Blattläuse, Hopfenspinnmilbe; Sonstige: Wühlmäuse
  • Ernte: Wurzeln: Oktober bis November und/oder Februar bis April; Blätter: Mai bis Juni maschinell
  • Ertrag: Wurzeln: 8 bis 12 Tonnen/Hektar, 2,0 bis 4,0 Tonnen/Hektar Droge;
    1,2 Tonnen/Hektar Blätter; 400 kg/Hektar Droge
  • Ertragsmerkmale: Wurzel (geschält): Schleim (10 bis 15 Prozent), Pektin (11 Prozent), Stärke (37 Prozent), Zucker, Gerbstoff
  • Wirkspektrum: Schutz der Schleimhäute; gegen Hustenreiz

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Brennessel

Die Brennessel ist eine zweihäusige Pflanze mit 60 bis 150 cm hohem starkem vierkantigem Stängel. Die männlichen und weiblichen Blüten sitzen meist auf verschiedenen Pflanzen und besitzen kreuzgegenständige, lanzett- bis herzförmige Blätter.

 

  • Systematik: Familie: Urticaceae (Brennesselgewächse), Art: Urtica dioica
  • Herkunft: Südeuropa
  • Klimaansprüche: gemäßigte Breiten Eurasiens und Nordamerikas; inzwischen weltweit verbreitet
  • Anbausystem: ein- und/oder mehrjähriger Anbau
  • Aussaat: Vorkultur von Jungpflanzen; Pflanzung im Mai, 13.600 bis 17.000 Stecklinge pro Hektar
  • Düngung: Stickstoff: 150 kg/Hektar, Phosphat: 80 kg/Hektar, Kalium: 100 kg/Hektar
  • Pflanzenschutz: Pilze: Fusarium, Rhizoctonia; Schädlinge: Schmetterlingsraupen
  • Ernte: Das Kraut steht von August bis Oktober in Vollblüte. Maschinelle Fasergewinnung zum Blühende; Ernteprodukte: Kraut, Wurzeln und Blätter für Pharmazie und Kosmetikindustrie und Verwendung als Futter und Gemüse
  • Ertrag: Ab dem zweiten Jahr etwa 8 bis 10 Tonnen Stengelstroh ergibt etwa
    1.200 kg Reinfasern/Hektar und bis zu 2.400 kg technische Fasern/Hektar; Blätter: 20 bis 40 Tonnen/Hektar; 2,5 bis 4,0 Tonnen/Hektar Droge
  • Wirkspektrum: entwässernd, blutzuckersenkend

Literatur:

  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen; Thieme Verlag Stuttgart 1997
  • Franke, W.: Nutzpflanzenkunde, Thieme Verlag Stuttgart 1992
  • KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.): Leitfaden Nachwachsende Rohstoffe – Anbau, Verarbeitung, Produkte; C.F. Müller Verlag Heidelberg 1998
  • Rehm, S.: Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen: Anbau und wirtschaftliche Bedeutung, Verwertung. 3. Auflage Stuttgart 1996
  • Bellmann, H. et. al.: Steinbachs Großer Tier- und Pflanzenführer; Ulmer Verlag 2005

Autor: KATALYSE Institut

Hautirritation

(Hautreizung) Wird durch unterschiedlichste Auslöser, z.B. chemische Substanzen, UV-Strahlung, trockene Luft, Kosmetika, mechanische Einwirkungen hervorgerufen. 

Die Folgen einer H. können sein: Rötung, Austrocknung, Hautrisse, Entzündungen, Juckreiz, Schwellung.

Siehe auch: UV-Strahlung, Luft, Kosmetika

Autor: KATALYSE Institut

Hausstauballergie

Die allergischen Erscheinungen der H. können sich als Neurodermitis, Heuschnupfen oder als Asthma äußern, evtl. kann die H. auch Kopfschmerzen, Migräne etc. hervorrufen.

Wichtigste Hausstauballergene sind: Tier- und Menschenepithelien, Milben bzw. Milbenkot, Fasern und Schimmelpilze. Hausstaubmilben finden sich v.a. in Betten, Polstermöbeln und anderen Staubfängern. Wie bei allen Allergien ist die Vermeidung des Allergens die beste Therapie:
Dies läßt sich in gewissem Maße durch eine Wohnraumsanierung, besonders durch Schaffung einer "Ruheinsel" im Schlafzimmer erreichen: Bettfedern, Roßhaar- und Seegrasmatratzen sollten durch waschbare Materialien ersetzt werden, Haustiere, Felle und Staubfänger sollten aus der Wohnung entfernt werden. Feuchtwarmes Raumklima sollte vermieden werden.

Autor: KATALYSE Institut

Hausstaub

Partikelförmige Immissionen in Gebäuden, die sich auf Oberflächen absetzen.

Insb. durch die Vielzahl der verschiedenen Allergene, die im H. vertreten sein können, wird die Staubkonzentration in Innenräumen heute nicht mehr nur unter Reinheitskriterien betrachtet. Als die häufigsten Allergene im H. werdenSchimmelpilze und Hausstaubmilben angesehen. An der Oberfläche von Staubpartikeln lagern sich eine Vielzahl von Schadstoffen an; es handelt sich dabei in der Regel um schwerflüchtige Verbindungen wie z.B. Holzschutzmittelwirkstoffe,Pestizide oder Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Siehe auch: Allergie, Holzschutzmittelwirkstoffe, Hausstauballergie

Autor: KATALYSE Institut

Hasenpest

Bereits 10 bis 50 Bakterien der Art Francisella tularensis als Aerosol können einen Menschen infizieren. H. (Tularämie) ist aber nicht zwischen Menschen übertragbar.

Das Bakterium kann über Wochen in Boden und Wasser überleben.

Symptome: Treten zwei bis zehn Tage nach einer Infektion auf. Die Krankheit beginnt mit starkem Fieber, später kann sich eine Pharyngitis, Bronchiolitis, Pneumonie, Pleuritis oder Lymphadenitis entwickeln. Unbehandelt sterben 30 bis 60 Prozent der Betroffenen. 

Bei der ulzeroglandulären Form bilden sich nach Kontakt mit infizierten Tieren Papeln auf der Haut, die sich zu Geschwüren entwickeln. Hierbei ist die Letalität deutlich geringer.

Therapie: Es werden Streptomycin 30 mg/kg i.m. oder 3 bis 5 mg Gentamycin parenteral täglich über zehn bis 14 Tage empfohlen.

Prophylaxe: 14 Tage lang oral 100 mg Doxycyclin zweimal täglich oder 2 g Tetrazyclin täglich.

Impfung: Vakzine wurden entwickelt, sind aber nicht mehr verfügbar.

Autor: KATALYSE Institut

Hartmetall Lunge

Schwere, evtl. tödlich verlaufende Lungenfibrose durch Einatmen von metallischen Stäuben, Dämpfen und Rauchen, die bei der Sinterung sowie beim Gießen von Hartmetallen entstehen.

Wolfram, Chrom, Molybdän, Vannadium, Kobalt, Tantal, Titan, Niob, Hafnium sowie deren Oxide und Carbide können die Erkrankung auslösen. Besonders gefährdet sind die Hartmetallschleifer. Krankheitserscheinungen nach längerer Staubexposition sind Husten, Auswurf, Atemnot bis hin zu schweren Lungenfunktionsstörungen und Rechtsbelastung des Herzens (Corpulmonale).

Durch Einschränkung von Atmung und Kreislauf führt die Erkrankung zum Tod. Dieser Prozeß kann Jahre dauern. Kobalt als allergisierendes und zytotoxisches Metall hat besondere Bedeutung bei der Krankheitsentstehung. Früherscheinungen treten z.T. nach nur mehrmonatiger Exposition auf.

Technischer Arbeitsschutz: Einhaltung der TRK-Werte (Technische Richtkonzentration) für Kobalt von 0,5 mg/m3. H. ist eine anerkannte, entschädigungspflichtige Berufskrankheit. Im Zeitraum von 1978 bis 1982 wurden 180 Fälle gemeldet.

Lit.: H.Valentin et al.: Arbeitsmedizin, Stuttgart 1985

Siehe auch: Gießerei

Stand: 1993

Autor: KATALYSE Institut

Handy

Siehe Mobilfunk.

Autor: KATALYSE Institut

Grauer Star

Auch Katarakt. Trübung der normalerweise vollkommen klaren Linse des Auges. Das sonst schwarze Pupillengebiet erscheint grauweiß und trübe.

Man unterscheidet zwischen dem angeborenen Star und dem im Laufe des Lebens erworbenen Star, der insb. auf Strahlenschäden zurückzuführen ist (akute Strahlenschäden, UV-Strahlung, Mikrowelle, Mobiltelefon).
Die Erkrankungsrate einer Population an G. hängt v.a. von der akkumulierten Lebenszeitdosis an UV-Strahlung ab.

Infolge der zunehmenden UV-Strahlung, bedingt durch die Zerstörung der stratosphärischen Ozonschicht (Ozonabbau), werden weltweit jährlich mindestens 400.000 zusätzliche Fälle von G. erwartet, insb. in der Dritten Welt. Hier wird auch eine hohe Erblindungsrate befürchtet, da Behandlungsmöglichkeiten fehlen.

Autor: KATALYSE Institut

Gesundheit

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens.

Diese weitgefaßte Definition bleibt für den größten Teil der Weltbevölkerung eine utopische Zielvorstellung. Die sozialversicherungsrechtliche Darstellung geht von der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit aus.

Im engeren Sinne wird Gesundheit als das subjektive Empfinden des Fehlens körperlicher, geistiger, und seelischer Störungen/Veränderungen definiert.
Nach einem psychosomatischen Konzept liegt der Gesundheit - ähnlich der Krankheit - "ein gesundheitserzeugender" Prozess zugrunde, d.h. Gesundheit muss durch Wechselwirkung von psychischen, sozialen und physiologischen Faktoren aktiv aufrechterhalten werden.

Lit.: Uexküll, Psychosomatische Medizin, 1989

Autor: KATALYSE Institut

Gentherapie

Behandlung genetischer Defekte und die Behebung der dadurch bedingten Krankheit durch die molekulare Charakterisierung des Defekts und die Übertragung eines normal funktionierenden Gens.

Man unterscheidet die somatische Therapie, bei der in genetisch defekte Körperzellen gesunde Gene übertragen werden, von der Keimbahn-Therapie, bei der Ei- oder Samenzellen genetisch verändert und damit die Eigenschaften eines möglichen Nachkommens künstlich beeinflußt werden (z.B. zur Heilung von Erbkrankheiten).

Während die Keimbahn-Therapie beim Menschen bisher theoretisch diskutiert wird, findet die somatische Therapie in einigen Ländern z.B. den USA bereits ihre Anwendung (z.B. zur Krebstherapie). In Deutschland wurde sie, soweit bekannt ist, noch nicht durchgeführt.

Siehe auch: Gen

Autor: KATALYSE Institut

Gensonde

Bezeichnung für eine spezifische DNS- oder RNA-Sequenz, mit deren Hilfe man ein gesuchtes Gen in einer Genbank oder im Genom eines Organismusidentifizieren kann.

Die als G. benutzten Nukleinsäuren müssen zumindest teilweise in ihrer Basensequenz mit dem gesuchten Genidentisch sein. Als Sonden werden klonierte Gene, Genfragmente oder chemisch synthetisierte Nukleinsäureabschnitte verwendet.

Siehe auch: Gentechnologie

Autor: KATALYSE Institut

Genomanalyse

Die G. ist die Identifizierung aller funktionellen Bereiche (Gene) der Erbinformation des Menschen, die weltweit mit großem Aufwand betrieben wird.

Ziele sind die Aufstellung vollständiger genetischer Karten der menschlichen Erbanlagen (Genom) und die Analyse derDNS-Bereiche auf ihre Funktionen und verschiedenen Ausprägungen. 

Anwendungsgebiete: Erkennung vonErbkrankheiten im vorgeburtlichen Stadium; Erkennung genetisch bedingter Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Substanzen z.B. zur Erkennung von Krankheitsanfälligkeit bei Arbeitnehmern; genetischer Fingerabdruck. Kritiker befürchten den genetisch "gläsernen" Menschen, der entsprechend seiner genetischen Anlagen für bestimmte Krankheiten oder psychische Defekte "sortiert", nur in bestimmten Berufen eingesetzt, oder genetisch behandelt wird.

Zu 99 Prozent ist das Erbgut des Menschen entziffert. Die Endversion der Abfolge aller drei Mrd. DNA-Bausteine im menschlichen Erbgut ist das Resultat von 15 Jahren Arbeit.

Autor: KATALYSE Institut

Genom

Die Gesamtheit der Erbanlagen eines Individuums, die aus den Chromosomenbestehen, auf denen als funktionelle Einheiten die Gene lokalisiert sind.

Das G. befindet sich bei höheren Lebewesen im Kern jeder Zelle und bildet ihre Steuerzentrale. Es ist beim Menschen und vielen anderen Organismen doppelt angelegt (diploid) und besteht beim Menschen aus 2 x 22 homologen Chromosomen sowie zwei Geschlechtschromosomen, die beim Mann (X,Y) verschieden und bei der Frau (X,X) identisch sind. 

Das G. beinhaltet ca. 2 x 50.000 Gene, die allerdings nur 2% der DNS ausmachen. Die anderen 98 Prozent% dienen zur Steuerung der Genaktivität und anderer z.T. noch nicht bekannten Funktionen.

Die vollständige genetische Information des Menschen; das auf 50 000–100 000 Informationseinheiten (Gen) geschätzte Humangenom wird im Rahmen eines international organisierten Forschungsprogramms (»HUGO«, »human genome organization«) an vielen Forschungseinrichtungen aufgeklärt. Beispielsweise wird mittels DNS-Sequenzanalyse die Struktur der Desoxyribonucleinsäure allerChromosomen analysiert, u. die Genloci werden den entsprechenden Genprodukten zugeordnet, so dass im Ergebnis eine »Chromosomen-« bzw. »Genkarte« entsteht.

Autor: KATALYSE Institut

Genetische Strahlenschäden

Unter genetische Strahlenschäden versteht man alle Wirkungen ionisierenderStrahlung auf Keimzellen (Samen- und Eizellen), die zu Veränderungen des Erbgutes führen (Keimdrüsendosis).

Solche Mutationen können entstehen, wenn ionisierende Strahlung auf die DNSdes Zellkerns trifft (Strahlenschäden). Für genetische Strahlenschäden gibt es keinen Schwellenwert, jede noch so kleine Strahlendosis kann zu Mutationen führen. Die Wahrscheinlichkeit einer positiven Mutation ist bei hochentwickelten Organismen neben der Wahrscheinlichkeit negativer Folgen so gering, daß sie vernachlässigt werden kann.

Folgen sind: Totgeburten (nicht lebensfähige Mutationen), Erbkrankheiten (z.B. erblich bedingte Leukämie) und angeborene oder sich später zeigende Anomalien. Um die Gefahr der strahlenbedingten Mutationen abzuschätzen, vergleicht man sie mit der natürlichen Mutationsrate. Die Verdopplungsdosis gibt an, bei welcher Strahlendosis sich die Zahl der Mutationen gegenüber der natürlichen Mutationsrate verdoppelt. Die Ermittlung der Verdopplungsdosis ist mit vielen Unsicherheiten behaftet und wurde in den letzten Jahren stets nach unten korrigiert, sie liegt nach heutigem Wissen bei 100-1.000 mSv (Sievert) bei kontinuierlicher Bestrahlung.

In Kerala (Indien), wo aufgrund terrestrischer Strahlung Strahlenbelastungen von 15-30 mSv pro Jahr auftreten, findet man Mongolismus (Trisomie 21) und andere geistige Behinderungen aufgrund von Genschädigungen bis um das Vierfache erhöht. Die Verdopplungsdosis für Trisomie 21 beträgt nur etwa 20 mSv.

In der BRD wird die durchschnittliche genetisch signifikante 
Strahlenbelastung auf jährlich 1,6 mSv pro Person geschätzt, das sind innerhalb von 30 Jahren zeugungsfähiger Zeit 50 mSv. Dadurch werden in der ersten Generation auf 1 Mio lebendgeborene etwa 20 bis 1.200 schwerwiegende genetische Defekte erwartet.

Durch genetische Strahlenschäden kann das genetische Material der Menschheit unwiederbringlich verändert werden, wobei sich unter Umständen ein gehäuftes Auftreten von Defekten erst nach Generationen bemerkbar macht. Genetische Strahlenschäden stellen für den Fortbestand der Menschheit eine Zeitbombe von weitgehend unbekannter Sprengkraft dar.

Bedingt durch den damaligen Super-GAU von Tschernobyl traten insb. in der UdSSR und der Nordtürkei schwere genetische Strahlenschäden an Neugeborenen auf. Selbst in der relativ gering belasteten BRD kam es zu erhöhten Mißbildungsraten bei Kälbern (Bayern) und zu einer Zunahme von Trisomie 21 (nicht unumstritten).

Siehe auch: Strahlenschäden, somatische Strahlenschäden, Strahlenbelastung, Strahlenschutzverordnung

Autor: KATALYSE Institut

Gen

Funktionelle Einheit der Vererbung; abgegrenzter Bereich auf der DNS, der die Information zur Herstellung eines Proteins (z.B. eines Hormons) beinhaltet.

Die Aktivität eines G. ist regulierbar, das heißt, G. sind an- und abschaltbar bzw. in ihrer Aktivität zu verändern. Man unterscheidet Struktur-G. von Regulator-G.. Regulator-G. sind den Struktur-G. vor oder nachgeschaltet und für die Steuerung der G.-Aktivität von einzelnen oder mehreren Struktur-G. verantwortlich.

Die Gesamtheit der G. eines Lebewesens nennt man Genom. Man schätzt die Anzahl der G. beim Menschen auf ca. 50.000, von denen z.Z. bereits mehr als 1.000 bekannt sind. Von etwa 200 G. weiß man, auf welchem Chromosom sie liegen.

Siehe auch: Mutation, Proteins

Autor: KATALYSE Institut

Ganzkörperbestrahlung

Bei einer gleichmäßigen, äußeren Bestrahlung des ganzen Körpers durch ionisierende Strahlung spricht man von G..

Rechnerisch ist die Ganzkörperdosis (Strahlendosis) der Mittelwert der Äquivalentdosen von Kopf, Rumpf, Oberarmen und Oberschenkel bei einer solchen gleichmäßigen Bestrahlung.

Siehe auch: Strahlenbelastung, Strahlenschäden, Radioaktivität, Strahlung, Maßeinheiten

 

Autor: KATALYSE Institut

Ganzheitsmedizin

Medizin, die den gesamten Menschen - Körper, Geist und Seele - in seiner Umwelt zu erfassen sucht.

Im Vordergrund steht nicht das medikamentöse "Herumdoktern" an den Symptomen, sondern eine Selbstheilung des Organismus von innen heraus. Unterstützende Medikamente dazu kommen vor allem von Naturheilmitteln (Phytomedizin) und aus der Homöopathie.

Daneben wird auch das psychosoziale Umfeld des Patienten (seelische Verfassung, die Lebens- und Arbeitsbedingungen, die seelische Entwicklung in der Herkunftsfamilie, Lebenserfahrungen usw.) mit beachtet und evtl. nötige Hilfestellung durch Psychotherapie, autogenes Training etc. gegeben.

Die Behandlung kann sich weiterhin auf eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, auf Klimakuren, Akupunktur, Bäder, sportliche Betätigung usw. ausstrecken. Die G. kommt besonders bei psychosomatischen Erkrankungen, Allergien, aber auch bei Symptomen ohne schulmedizinisch feststellbare Ursachen zur Anwendung.

Autor: KATALYSE Institut

Fitness

Unter Fitness wird in der Medizin der körperliche, geistige und emotionale Zustand eines Menschen im Verhältnis zu seinen Leistungen verstanden.

Im engeren Sinn steht Fitness für die durch Training erworbene, körperliche Leistungsfähigkeit. Die Fitness hängt unter anderem vom körperlichen Leistungspotenzial, der Intelligenz, der emotionalen Stabilität und dem Zustand des Immunsystems ab.

Autor: KATALYSE Institut

Farmer-Lunge

(Drescherlunge). Ursache der Erkrankung ist das Einatmen von mit Pilzsporen behaftetem, verschimmeltem Staub aus Heu, Stroh, Getreide und Gemüse.

Der Häufigkeitsgipfel liegt in der Zeit von Herbst bis Frühjahr, wenn Heu verfüttert wird. Die F. ist eine allergische Entzündung der Lungenbläschen. Bei dieser Allergie vom verzögerten Typ kommt es zu Husten, Auswurf, Kopf- und Thoraxschmerzen.

Der F. ähnliche Erkrankungen sind:
1. die Vogelhalterlunge. Sie tritt auf bei Personen, die in der Geflügelzucht arbeiten und dabei mit dem Staub Proteinbestandteile aus der Haut und von Exkrementen der Vögel einatmen.
2. die Befeuchterlunge. Sie entsteht durch das Einatmen von Pilzen in Druckereien und Papierfabriken mit hoher Luftfeuchtigkeit.
3. die Pilzarbeiterlunge (Pilzzucht).
4. die Käsearbeiterlunge (Käseherstellung).
Anerkannte entschädigungspflichtige Berufskrankheiten.

Lit.: Helmut Valentin et al.: Arbeitsmedizin, Bd.2, Stuttgart, New York 1985

Siehe auch: Bagassosis

Autor: KATALYSE Institut

Ergonomie

Wissenschaftliche Disziplin, deren Forschungs- und Gestaltungsgegenstand die Beziehungen zwischen Mensch und technischen Systemen ist.

Ziel der E. ist es, im Mensch-Maschinen-System die technischen Systemkomponenten - Arbeitsobjekt, Arbeitsstoff, Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung - auf die Möglichkeiten und Grenzen des Menschen abzustimmen, um eine optimale Systemwirksamkeit zu erreichen. Neben diesem wirtschaftlichen Aspekt steht der humanitäre: Verhinderung akuter oder langfristiger gesundheitlicher Schäden beim Menschen.

Siehe auch: Computer

Autor: KATALYSE Institut

Erbkrankheiten

Die Ursachen von E. sind krankhafte Erbanlagen in Form defekter Gene oder Gengruppen.

Unter E. versteht man über die Gene weitergegebene, vererbte Krankheiten, die wie folgt unterschieden werden:

  • autosomal dominante Erbkrankheiten
  • autosomal rezessive Erbkrankheiten
  • geschlechtschromosomale Erkrankheiten

Die E. sind nicht immer von vorgeburtlich erworbenen Missbildungen zu trennen. Genetische Anteile und Umwelteinflüsse können zusammenwirken und eine Fruchtschädigung hervorrufen, Embryotoxizität. Beispiele für E. sind die Sichelzellenanämie (Genotyp), die Bluterkrankheit, der Zwergwuchs; sie sind durch den Defekt eines einzigen Gens verursacht.

In den USA sind etwa 0,33 Prozent der Neugeborenen von solchen Erbleiden betroffen. Chromosomenschäden (z.B. Down-Syndrom treten bei 0,54 Prozent auf (Gen und Umwelt).

Siehe auch: Mißbildungen

Autor: KATALYSE Institut

Epidemiologie

Wenn von epidemiologischen Studien die Rede ist, geht es immer um Statistik, also um das Rechnen mit Krankheitsfällen. Definitionsgemäß ist die Epidemiologie die „Lehre von den Volkskrankheiten“ oder die „Wissenschaft vom Auftreten der Krankheiten in der menschlichen Bevölkerung“.
Eine Epidemie (griechisch für „im Volk verbreitet“) ist eine Krankheit, die gehäuft in einem bestimmten Zeitraum in einem bestimmten Gebiet auftritt. Wenn diese Krankheit sich weltweit verbreitet, spricht man von einer Pandemie. Ursprünglich ging es in der Epidemiologie um die übertragbaren Seuchen (Infektionskrankheiten), heute werden auch Umwelt-, Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten epidemiologisch überwacht mit dem Ziel, möglichst frühzeitig Vorsorgemaßnahmen ergreifen zu können.
Um das Krankheitsgeschehen beziffern zu können, muss man Begriffe definieren, die für die statistische Auswertung eingesetzt werden können. Hier einige Beispiele:
Prävalenz ist die Anzahl der Erkrankten an einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Zeitraum; demgegenüber ist die Inzidenz die Anzahl derer, die als Neuerkrankte hinzukommen. Um rückblickend festzustellen, ob bestimmte Bedingungen krankmachend sind, werden Fall-Kontroll- oder Kohorten-Studien durchgeführt. Bei Fall-Kontroll-Studien sucht man die Krankheitsfälle einer bestimmten Krankheit über einen gewissen Zeitraum, z. B. 20 Jahre, zusammen und vergleicht die Lebensumstände der erkrankten Personen mit denen von Nichterkrankten oder anderen Bezugsgruppen; bei Kohortenstudien werden bestimmte Berufs- oder Altersgruppen miteinander verglichen. Man erhält durch Befragungen Daten, mit denen man Risikofaktoren ausrechnen kann. Ein Risikofaktor von 1 besagt, dass es keine Unterschiede zwischen Kontrolle und Krankheitsfall gibt, der Faktor 2 bedeutet, dass das Risiko doppelt so hoch ist, an einer bestimmten Krankheit zu erkranken.
Ein grundlegendes Problem bei epidemiologischen Studien ist, dass die untersuchten Kriterien in ihrer Bedeutung abgeschätzt werden, somit Unsicherheiten enthalten. Ein weiteres ist, dass es häufig zu kleine Fallzahlen gibt, wodurch man dann nicht mit Sicherheit sagen kann, ob die Krankheit zufällig entstanden oder den Bedingungen zuzuordnen ist. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich dann, wenn eine Ursache, z. B. ein Allergen, verschiedene Symptome hervorrufen kann.

Autor: KATALYSE Institut

Entero Toxin B

Staphylococcus aureus bildet Entero-Toxin B, eines der Toxine, die eine Lebensmittelvergiftung verursachen.

Die Wirkung beruht auf Überaktivierung des Immunsystems. Selbst Zehnerpotenzen unter der letalen Dosis ist das hitze- und aerosol-stabile Gift stark wirksam: Betroffene sind für zwei Wochen arbeitsunfähig.

Symptome: Drei bis 12 Stunden nach Exposition klagen die Patienten über hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und trockenen Husten. Das Fieber kann fünf Tage lang dauern, der Husten bis zu vier Wochen.
Therapie: Nur adjuvant möglich
Impfung: An Vakzinen wird geforscht.

Autor: KATALYSE Institut