Automobilindustrie

Der Weltmarkt der A. wird von einer kleinen Anzahl Firmen aus den USA, Japan und Europa beherrscht.

10 Firmen produzieren 70% aller Autos der Welt, sie bestimmen die Marktauswahl. Die europäischen Hersteller halten einen Marktanteil von 21,5%. Jährlich werden weltweit 49 Mio Neuwagen produziert, die größten Absatzmärkte sind Europa und Nordamerika mit je 40% des Fahrzeugbestandes der ganzen Welt, doch wird der sich öffnende Markt in Osteuropa für die A. in Zukunft von zunehmender Bedeutung sein.

An der Automobilherstellung sind zahlreiche Förder- und Herstellungsindustrien auf der ganzen Welt beteiligt, die die Umwelt in großem Maße beeinträchtigen. Eisen- und Stahlherstellung (Stahlindustrie), Bauxitabbau zur Aluminiumherstellung, Zink- und Blei-Industrien, Kupferverhüttung und Platingewinnung für die Katalysatoren, all diese Industriezweige sind enorme Energieverbraucher, mit hoher Ressourcenbelastung, riesigen Emissions- und Abfallproblemen und einer ganzer Reihe gesundheitsschädigender Auswirkungen.

Weitere Schadstoffe fallen bei der A. selbst an. 10% der in Westdeutschland 1990 verbrauchten FCKW, Hauptursache für die Zerstörung der Ozonschicht (Ozonabbau), stammten aus der A.. Der größte Teil entfällt dabei auf die Autoklimaanlagen, weiter werden für die Herstellung von Kunststoffteilen wie Polstern, Lenkrädern, Heckspoilern u.ä. sowie bei der Autoelektronikindustrie (Elektronikindustrie) FCKW eingesetzt.

Das Lackieren der Automobile (Lacke, Lösemittel) ist ebenfalls umweltbelastend. Hier müßten ausschließlich schwermetall- und lösemittelfreie Farben Verwendung finden. Probleme entstehen beim Recycling der Altautos (Autorecycling). Einige Hersteller haben sich verpflichtet, Fahrzeuge der neuen Generation kostenlos zurückzunehmen.

Bei der Reduzierung von Abgasen (Schadstoffe aus Kfz) beim Umweltverschmutzer Auto sucht die A. nach technischen Lösungen. Doch sämtliche Verbesserungen, beispielweise Kraftstoffeinsparungen, wurden durch Zunahmen bei der Motorleistung wieder aufgezehrt. Die A. - auch wenn ihre Imagewerbung in die ökologische Richtung zielt - produziert stetig größere, schwerere, schnellere Autos. Diese unzeitgemäße Konzeption kann auch nicht durch asbestfreie Bremsbeläge oder Batterie-Entsorgung wettgemacht werden. Von wirklichen Energiesparautos mit einem Verbrauch um 2 l/100 km existieren bislang nur Prototypen.

Lit.: Greenpeace (Hrsg.): Ökobilanz Auto. Hamburg 1991; F.Vester: Ausfahrt Zukunft, Strategien für den Verkehr von morgen, München 1991

Autor: KATALYSE Institut

Betastrahlung

Betastrahlung (auch ß-Strahlung geschrieben) ist eine Art von ionisierender Strahlung. Sie entsteht beim radioaktiven Betazerfall von Atomkernen, und besteht aus Betateilchen (Elektronen).

Die Elementarteilchen der Betastrahlen sind Elektronen (ß--Strahlung) oder Positronen (ß+-Strahlung), die mit hoher Energie (Geschwindigkeit) aus dem Atomkern eines sich gerade durch radioaktiven Zerfall (Betazerfall) verändernden Atoms ausgestoßen werden.

Betastrahlen lassen sich mit einem einige Millimeter dicken Absorber gut abschirmen. Allerdings wird dabei ein Teil der Energie der Betateilchen in Röntgen- oder Gammastrahlung umgewandelt, die so genannte Bremsstrahlung. Um diesen Prozess zu verringern, sollte das Abschirmmaterial möglichst leichte Atomkerne aufweisen. Dahinter kann dann ein Schwermetall als zweiter Absorber dienen, der auch die Bremsstrahlung aufnimmt.

Wenn Betateilchen in ein Material eindringen, findet der höchste Energieübertrag auf das Material und die höchste Ionisierung in einer dünnen Schicht statt, die der Eindringtiefe der Teilchen entspricht. Ist der menschliche Körper Betastrahlen ausgesetzt, werden nur Hautschichten geschädigt. Dort kann es aber zu intensiven Verbrennungen und daraus resultierenden Spätfolgen wie Hautkrebs kommen. Sind die Augen exponiert, kann es zur Linsentrübung kommen. Therapeutisch wird dieser Effekt eingesetzt, um dicht unter der Hautoberfläche liegende Krebsgeschwüre zu bestrahlen.

Werden Betastrahler inkorporiert (Inkorporation), sind hohe Strahlenbelastungen in der Umgebung des Strahlers die Folge. Gut dokumentiert ist Schilddrüsenkrebs als Folge von radioaktivem Jod-131, das sich in der Schilddrüse sammelt. In der Literatur findet man auch Befürchtungen, dass Strontium-90 zu Knochenkrebs und Leukämie führen kann, da sich Strontium wie Calzium in den Knochen anreichert.

Autor: KATALYSE Institut

alternativer Autoantrieb

Im Hinblick auf die Endlichkeit fossiler Brennstoffe wird die Verwendung nachwachsender Rohstoffe als eine Alternative zu den herkömmlichen Antriebssystemen für Fahrzeuge, die mit Verbrennungsmotoren auf Erdölbasis arbeiten, erforscht und erprobt.

Hier steht die Gewinnung von Treibstoffen aus Biomasse wie Ethanol und Rapsöl im Vordergrund.
Rapsöl verbrennt sauberer als Diesel bei geschlossenem Kohlendioxid(CO2)-Kreislauf, weil nur diejenige CO2-Menge freigesetzt wird, die die Pflanzen vorher aufgenommen haben. Dieselmotoren können
Rapsöl ohne große Anpassung verbrennen.

Ethanol kann z.B. über alkoholische Gärung aus Zuckerrohr gewonnen werden, wie dies in Brasilien großtechnisch praktiziert wird. Hierbei treten große Umweltprobleme durch stark verunreinigte Abwässer der Ethanol-Herstellung auf. Generell ist die notwendige Bereitstellung riesiger Anbauflächen mit allen negativen ökologischen Folgen einer Intensivlandwirtschaft (Monokultur) als negativ zu bewerten. In den Entwicklungsländern werden neben der zu befürchtenden weiteren Rodung tropischen Regenwaldes kostbare Ackerflächen für die Herstellung von Autotreibstoffen verschwendet.

Zudem wird für den Anbau und die Verarbeitung der Pflanzen ein erheblicher Teil des gewonnenen Treibstoffs verbraucht. Das Grundproblem des Individualverkehrs (Verkehr) wird durch den Einsatz des sog. "Bio-Sprits" nicht gelöst, sondern im Gegenteil verharmlost. Insb. ist die Verbrennung von "Bio-Treibstoffen" nicht unbedingt umweltverträglich, weil dabei Stickoxide und möglicherweise krebserregende Stoffe freigesetzt werden.

Weitere Alternativen zum benzinbetriebenen Ottomotor sind Multi-Fuel-Motoren, die sowohl mit Benzin als auch mit Methanol,
Rapsöl oder mit einem Gemisch aus allem laufen, sowie der Wasserstoffmotor.

Batteriebetriebene Fahrzeuge bilden eine weitere große Gruppe mit A.. Hier ist das sich aus dem Stromnetz speisende Elektroauto zu nennen oder das Solarmobil, welches seine Energie entweder direkt über Solarzellen auf dem Autodach oder über Strom aus einer Solartankstelle bezieht.

Siehe auch: fossiler Brennstoffe, nachwachsender Rohstoffe

 

Autor: KATALYSE Institut

Bestrahlung

In der Umgangssprache wird unter B. eine, oft z.B. beim Hals-Nasen-Ohrenarzt vorgenommene, Wärmebestrahlung verstanden.

Die verwendete elektromagnetische Strahlung ist Infrarotstrahlung oder Mikrowelle und dient der Verflüssigung von Schleim bzw. allgemein der Beschleunigung von Heilungsprozessen durch Wärmeeinwirkung.
B. mit ionisierender Strahlung: Nuklearmedizin, Strahlentherapie

Autor: KATALYSE Institut

CarSharing

C. meint die gemeinschaftliche Haltung und Nutzung von Kraftfahrzeugen.

Der individuelle Autobesitz wird zugunsten des A. mit anderen aufgegeben, ohne die Vorteile und Bequemlichkeiten der Autobenutzung ganz aufzugeben.
Ausgehend von der Tatsache, daß das Umweltproblem Auto bereits mit seiner Herstellung beginnt (bei der Produktion entstehen pro Pkw durchschnittlich 25 t Müll, der Energieaufwand ist höher als je Energie durch den Betrieb verbraucht werden kann), steht eine Reduzierung des Kfz-Bestandes im Vordergrund des Interesses.

Ein weiterer positiver Effekt: bei jeder Fahrt wird eine echte Wahl zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln getroffen, was zu einer gewollten Einschränkung der Fahrleistungen beim Auto führt. So werden Umweltbelastungen weiter reduziert, der Straßenverkehr entlastet, Auto-Verkehrs- und Parkflächen können zum Aufenthalt und zur Nutzung durch andere Verkehrsteilnehmer zurückgewonnen werden.

Autos in Privatbesitz werden nur einen Bruchteil ihrer Lebensdauer zum Fahren genutzt, rund 23 Stunden pro Tag stehen die Fahrzeuge. Dieser Umstand macht die Autos sehr unwirtschaftlich, da Fixkosten (Wertverlust, Steuern, Kosten für Garage u.a.) unabhängig von den gefahrenen Kilometern anfallen. Die Mehrfachnutzung eines Autos führt zur Kosteneinsparung für alle Beteiligten.

Auto-Teiler sind keine 'Vielfahrer', sie denken über ihre Mobilitätsansprüche nach, wollen das unbeschränkte Verfügungs- und Eigentumsrecht am Auto aufgeben, auf das 'Sozialprestige' verzichten und wohnen in räumlicher Nähe zu den Beteiligten bzw. in guter Erreichbarkeit der Gemeinschaftsautos.

Organisationsformen des A. reichen vom eingetragenen Verein über die Genossenschaft bis zur GmbH, die die Autos erwirbt, versichert und wartet, und sie den Mitgliedern zur Verfügung stellt. Die Fahrzeuge können über Buchungsstellen spontan oder im voraus gebucht werden. Eine Vorstufe des organisierten A. ist die Fahrgemeinschaft.

Lit.: VCD e.V. (Hrsg.): Auto-Teilen. Ein Leitfaden für gemeinschaftliche Autonutzer und Car-Sharing-Organisationen. Bonn, 1991

Autor: KATALYSE Institut

Berstschutz

Baukonzept für einen Kernreaktor, bei dem der Reaktordruckbehälter mit einem Stahlbetonmantel umgeben wird, um ein Auseinanderbrechen (Bersten) des Druckbehälters zu verhindern.

Nachteil des B.: Wiederholungsprüfungen des Druckbehälters z.B. durch Ultraschall sind schwer möglich. Kernkraftwerke werden ohne B. gebaut, da von Betreiberseite ein Bruch des Druckbehälters ausgeschlossen wird. Kritiker halten das Bersten bei Störfällen für möglich und verweisen auf Materialversprödung durch ionisierende Strahlung und Hitze. Bekannt wurden Risse in Reaktordruckbehältern französischer Kernkraftwerke und Versprödungen bei älteren deutschen Anlagen (z.B. Stade). Der Bruch des Druckbehälters führt unweigerlich zum Super-GAU (Kernschmelzen).
Umweltbelastungen: GAU, Kernkraftwerk

Autor: KATALYSE Institut

Becquerel

Maßeinheit für den radioaktiven Zerfall von Atomkernen (Aktivität).

Eine radioaktive Substanz besitzt die Aktivität von 1 Becqerel (Bq), wenn pro Sekunde genau ein Atomkern zerfällt.
Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

 

Autor: KATALYSE Institut

Ausbreitung

Die in Luft, Wasser oder Boden verdünnten Emissionen werden als A. bezeichnet.

Eine radioaktive Substanz besitzt die Aktivität von 1 Becqerel (Bq), wenn pro Sekunde genau ein Atomkern zerfällt.
Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten

Autor: KATALYSE Institut

Atomwaffentests

Zwischen 1945 und 1991 wurden von den fünf Nuklearmächten USA, UdSSR, Frankreich, England und China über 1.900 A. durchgeführt.

USA und UdSSR unterzeichneten 1963 das Teststoppabkommen, nach dem keine A. in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser gezündet werden dürfen. Frankreich und China stellten ihre oberirdischen A. erst 1975 bzw. 1981 ein. Unterirdische A. werden weiterhin durchgeführt, 1990 insgesamt 18. Ein generelles Verbot von A. scheitert bislang am Einspruch der USA.
Besondere Schäden gehen von oberirdischen A. aus. Jüngste Studien (Prof. Whyte, Kanada) zeigen einen Zusammenhang zwischen atmosphärischen A. der 50er und 60er Jahre und dem Anstieg der Babysterblichkeit in den USA und England. Nach einer Studie der Internationalen Vereinigung "Ärzte gegen Atomkrieg" werden die 423 oberirdischen A. bis zum Jahr 2000 weltweit 430.000 Krebstote fordern (somatische Strahlenschäden). In den folgenden Jahrhunderten wird der Fallout weiteren 2,4 Mio Menschen das Leben kosten (infolge einer langanhaltenden Erhöhung des C-14-Gehalts).
Darüber hinaus haben die A. riesige Gebiete der Erde auf unabsehbare Zeit verseucht und die Anwohner von Testgebieten hochgradig belastet. Betroffen sind insbesondere Angehörige eingeborener Völker und ethnischer Minderheiten sowie Soldaten, die vor allem in der Anfangsphase der A. der Strahlung schutzlos ausgeliefert waren.
In den USA können seit 1990 Bürger, die infolge oberirdischer A. erkrankt sind, eine Entschädigung von 50.000 Dollar beantragen. Für die Opfer der A. in den 50er Jahren auf den Marshallinseln wurden 45 Mio Dollar bereitgestellt.
Kollektivdosis

Autor: KATALYSE Institut

Atomwaffen

Waffen, die durch Kernspaltung (Uran, Plutonium) oder durch Kernfusion (Wasserstoffbombe, Neutronenbombe Neutronenstrahlung) Energie in Form von Hitze, Druckwellen und ionisierender Strahlung freisetzen (Akute Strahlenschäden).

Kernspaltungs-A. erzeugen durch langlebige Spaltprodukte (Kernspaltung) langanhaltende radioaktive Verseuchungen (Radioaktivität, Halbwertszeit, Anreicherung).
Weitere Folgen: Nuklearer Winter, Fallout, Atomwaffentests, C-14, Tritium.
Die Herstellung von A. ist technisch eng verknüpft mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie (Wiederaufarbeitung).
Der A.-Sperrvertrag verpflichtet seine Mitglieder auf die friedliche Nutzung der Kernenergie und die Nichtverbreitung von A.-Technologie. Bis 1991 haben 142 Staaten den A.-Sperrvertrag unterzeichnet. Welche Maßnahmen zur Nichtverbreitung von A. erforderlich sind, ist bis heute strittig. Neben den bekannten Nuklearmächten USA, GUS, Frankreich, Großbritannien, China und Indien werden A. noch bei einer Reihe weiterer Länder vermutet.
Die einzig bislang militärisch eingesetzten A. wurden 1945 von der US-Luftwaffe auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Laut Berechnungen der Internationalen Vereinigung "Ärzte gegen Atomkrieg" kamen durch diese beide Abwürfe etwa 300.000 Menschen ums Leben. Die meisten davon nicht unmittelbar durch den Abwurf (akute Strahlenschäden), sondern erst Jahrzehnte später infolge von Spätschäden (somatische Strahlenschäden).
In der UdSSR wurden A. auch im zivilen Bereich wie z.B. beim Tunnelbau eingesetzt.

Autor: KATALYSE Institut

Auto

Im Jahr 2001 bewegten sich 44,3 Millionen PKW in Deutschland. Im Jahr 2020 dürften es 52 Millionen sein. Voraussetzung ist ein Bevölkerungswachstum.

Bei einer schrumpfenden Bevölkerungszahl geht die Studie von ca. 48 Millionen PKW aus. Die Fahrleistung der PKW geht aber zurück von derzeit 12 300 km pro Jahr auf ca. 11 500. Der Spritverbrauch wird von derzeit 7,7 Litern aufgrund neuer Technologien auf 3,7 bis 4,3 Liter fallen.

Neben dem Mobilitätszweck kann das A. für das Erleben eines 'Freiheitsgefühls' stehen, Prestige, das Gefühl von Macht, Stärke und Sicherheit vermitteln, Funktionen, die den Automanagern bekannt sind und in Werbung und Produktion genutzt werden. Doch haben die Nebenwirkungen des beständig steigenden Straßenverkehrs zu unübersehbar schweren Umweltproblemen geführt.

Das A. ist bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung einer der rohstoff-verschwenderischsten Faktoren unserer Industriegesellschaft. Für die Produktion eines A. entstehen beim Hersteller etwa 800 kg
Abfall, bei den Zulieferern weitere 1.300 kg. Werden Rohstoffgewinnung mit Bergbau und Verhüttung eingerechnet, so verursacht jedes A. etwa 25 Tonnen
Abfall, das 20fache seines Eigengewichtes. In jedem Auto sind durchschnittlich 1 t Stahl (Stahlindustrie), Kunststoffe,

Gummi, Glas, Leichtmetalle und Legierungen verarbeitet.

Aufgrund der Materialvielfalt und des hohen Kunststoffanteils können Rohstoffe aus A.-Wracks nur teilweise zurückgewonnen werden (Autorecycling). Hinzu kommen Starterbatterien (Batterie-Entsorgung), Altreifen, Altöl und Schmierstoffe. Ferner werden bei der Produktion Schadstoffe freigesetzt (Automobilindustrie).

Das A. ist, zusammen mit dem Lastkraftwagen (Lkw-Verkehr) für den größten Anteil an der Luftverschmutzung verantwortlich (Schadstoffe aus Kfz, Straßenverkehr, Verkehr). Es trägt zu den Kohlendioxid-Emissionen (Kohlendioxid) aus fossilen Brennstoffen und damit zum Treibhauseffekt bei. Es verbraucht Platz zum Stehen und Fahren (Verkehrsflächenbedarf).

Dies führt zur Zersiedlung und schweren Schädigung des Ökosystems. Es erzeugt Lärm (Straßenverkehrslärm) und ist Mittel zu Verkehrsunfällen.

Umweltkosten werden zunehmend durch Einführung des Verursacherprinzips über Energie- und Ökosteuern, z.B. auf den Benzinpreis, dem Autofahrer angelastet werden.

Eine Reduzierung des A.-Bestandes kann das Auto-Teilen(Carsharing) sein. Wirklich umweltfreundlich sind Fußgänger, Fahrrad, öffentliche Personennahverkehr und Schienenverkehr (Verkehrspolitik).
Verkehrsleistung, Emissionsvergleich mit anderen Verkehrsmitteln: Verkehr

Autor: KATALYSE Institut

Altreifen

Eine Wiederaufbereitung oder Verwertung der in Deutschland anfallenden A. (1987 418.000 t) findet wegen des niedrigen Ölpreises nur in sehr geringem Umfang statt.

Rund ein Drittel der A. werden als Ersatzbrennstoff in Zementwerken eingesetzt. Der Energiegehalt von A. entspricht dem der Braunkohle; aufgrund des Eisengehalts kann aber höchstens 20% der in den Zementwerken benötigten Energie durch A. gedeckt werden. Die Verbrennung stellt durch den sehr hohen Schwefelgehalt des vulkanisierten Gummis erhöhte Anforderungen an die Rauchgasreinigung und ist daher bedenklich.

Ein weiteres Drittel der A. wird noch als
Abfall (direkte Deponierung, Shredder (Autorecycling), Pyrolyse) entsorgt. Auf den Deponien ergeben sich Probleme durch die Bildung von Hohlräumen (Ungeziefer, Ansammlung von Deponiegas).

Zur Runderneuerung (Runderneuerte Reifen) gelangen nur etwa 20% der A. Eine weitere Möglichkeit zum Recycling stellt die mechanische Aufbereitung zu Altreifengranulat dar. Der restliche Teil der A. geht in den Export (Naher Osten, Afrika) oder wird in der Landwirtschaft und Seefahrt verwendet.

Die Verbrennung von A. zur Wärmegewinnung in der Zementindustrie ist eine Quelle von Dioxin- und Furan-Emissionen (Zement).

Autor: KATALYSE Institut

Altautos

Siehe auch: Autorecycling

Autor: KATALYSE Institut

Alkoholkraftstoff

Die Alkohole Methanol und Ethanol sind in reiner Form (M 100 und E 100) oder als Beimischung zu Benzin oder Diesel als Kraftstoff geeignet.

In einem größeren Forschungsprogramm liefen etwa 900 Pkw mit einem M 15 Kraftstoff (15% Methanol, 85% Benzin) und wurden durch 30 Tankstellen im Bundesgebiet und besonders in Berlin versorgt. Motiv ist hauptächlich das wirtschaftliche Interesse an Kohlevergasung und Verwertung von Biomasse als Ersatz für Erdöl.

Die Vorteile sind: höhere Klopffestigkeit (Oktanzahl) mit der Möglichkeit höherer Verdichtung und höherem Wirkungsgrad, etwas geringere Kohlenmonoxid-, Kohlenwasserstoff- und Stickoxid-Emissionen (Schadstoffe aus Kfz).

Die Nachteile sind: höhere Formaldehyd-Emission, größeres Volumen und fast doppeltes Gewicht pro Energieeinheit und Wasserempfindlichkeit.

Siehe auch: Benzin, Diesel, Kraftstoff, Biomasse, Kraftstoff, Autoantrieb

 

Autor: KATALYSE Institut

Abrieb

Abrieb entsteht durch die Abnutzung von Fahrbahnbelag, Fahrzeugreifen, Bremsbelägen und metallischen Bremsteilen.

Genaue Mengenangaben gibt es nicht, allein die Menge des Reifenabriebes wird auf über 200.000 t/Jahr geschätzt. Besonders gefährlich ist die Freisetzung von Bitumen, Asbest, Zink, Blei, Nickel und Chrom. Kleinfaserige Partikel (z.B. Asbest) können den Menschen direkt über die Atemluft gefährden. Der Abrieb belastet in der Umgebung der Straßen Boden, Oberflächengewässer und Pflanzen.

Siehe auch: Regewasser, Streumittel

Autor: KATALYSE Institut

Anreicherung

(radioaktiver Stoffe in Organismen) Erhöhung der Konzentration von Stoffen in biologischen Systemen.

Tiere, Pflanzen und speziell auch Menschen nehmen bestimmte chemische Substanzen, die sie für ihre Lebensvorgänge benötigen, bevorzugt aus der Nahrung auf und speichern sie. Da sich radioaktive Isotope (Radionuklid) chemisch nicht von ihren nichtradioaktiven Isotopen unterscheiden, werden sie genau wie diese angereichert. Untersucht man die Ausbreitung radioaktiver Stoffe in Ökosystemen und Nahrungsketten bis hin zum Menschen, sind Anreicherungs-Vorgänge wichtige Größen. Sie werden beschrieben anhand von Transferkoeffizienten. Für die innere
Strahlenbelastung des Menschen spielt es eine entscheidende Rolle, ob radioaktive Substanzen, die über Luft, Wasser oder Nahrung in den Körper gelangt sind (Inkorporation), wieder ausgeschieden oder in einzelnen Organen angereichert werden, dort lange bleiben und zu hohen Organbelastungen führen (Strahlendosis, Organdosis, Halbwertszeit).

Die besondere Gefährlichkeit zahlreicher künstlich erzeugter radioaktiver Substanzen (z.B. aus Kernkraftwerken) liegt in ihrem Anreicherungs-Verhalten begründet. Viele Organe reichern natürlich vorkommende radioaktive Stoffe gar nicht oder nur in kleinen Mengen an, während sie künstliche radioaktive Stoffe in großen Mengen aufnehmen und speichern. Radioaktives Iod ist ein Beispiel für eine künstlich erzeugte radioaktive Substanz mit hoher Anreicherung: Iod wird zunächst von Pflanzen (Gras) aufgenommen und reichert sich über die weidende Kuh in deren Milch an. Trinkt ein Mensch diese Milch, gelangt das Iod in seinen Körper und wird in hohem Maße in der Schilddrüse angereichert, wo es zu starken Organbelastungen führt.


Strahlenbelastung, Strahlenschäden, Radioaktivität, Bioakkumulation

Lit.: P.Weish/E.Gruber: Radioaktivität und Umwelt, Stuttgart 1986; KATALYSE (Hrsg.): Strahlung im Alltag, Frankfurt 1986

Autor: KATALYSE Institut

Alphastrahlung

Eine Möglichkeit des radioaktiven Zerfalls (Radioaktivität) ist der Alphazerfall, bei dem bestimmte Radionuklide, die Alphastrahler, Heliumkerne mit einer Geschwindigkeit von etwa 15.000 km/sec (entspricht einer Energie von etwa 3 MeV) aussenden.

Diese schnell fliegenden Heliumkerne werden Alphateilchen bzw. A. genannt. Sie bestehen aus 2 Protonen und 2 Neutronen. Der Alphazerfall ist häufig von der Aussendung von Gammastrahlung begleitet. Da Alphateilchen in Luft nur wenige Zentimeter weit fliegen, bis sie ihre Energie vollständig abgegeben haben (Abschirmung), werden Alphastrahler für den Menschen erst gefährlich, wenn sie auf die Haut gelangen oder vom Organismus durch Essen, Trinken oder Atmen aufgenommen werden (Inkorporation). Dort stellen sie eine große Gefahr für den Organismus dar (Ionisierende Strahlung, Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten,
Strahlenbelastung, Strahlenschäden). Einige Alphastrahler und ihre physikalischen Halbwertszeiten: Uran-238: 4,47 x 109 Jahre/Radon-222: 3,82 Tage/Thorium-232:1,41x1010 Jahre/Plutonium-239: 24.400 Jahre.

Autor: KATALYSE Institut

Aktivität

Die A. eines radioaktiven Stoffes gibt die Zahl der pro Sekunde zerfallenen Atomkerne an.
(Radioaktivität und Strahlung, Maßeinheiten)

Autor: KATALYSE Institut

Aktivierung

Erzeugung von Radionukliden durch die Einwirkung von Teilchenstrahlung, insbesondere Neutronenstrahlung.

So werden z.B. Kühlmittel von Kernkraftwerken und Legierungszusätze des Reaktordruckbehälters (Kernreaktor) aktiviert. Aktivierte Materialien müssen als Atommüll entsorgt werden.

Autor: KATALYSE Institut

Abschirmung

Abschirmung nennt man Schutzeinrichtungen, die insb. Menschen vor ionisierender Strahlung schützen sollen.

Dies kann auf seiten der Strahlungsquelle erfolgen (Radionuklide werden in Bleiziegeln verpackt, der Reaktordruckbehälter im Kernreaktor besitzt eine Betonummantelung) oder auf seiten der zu schützenden Person mit Bleischürzen. Blei eignet sich besonders gut zur Abschirmung von Gammastrahlung, Wasser und Beton zur Abschirmung von Neutronenstrahlung.

Die Abschirmung absorbiert Strahlungsenergie; ist sie dick genug, kann sie die gesamte Strahlung schlucken. Eine 10-15 cm dicke Betonschicht schluckt z.B. die Hälfte einer typischen Neutronenstrahlung. Die kurzreichweitige Alphastrahlung kann bereits durch ein Blatt Papier abgeschirmt werden.
Strahlenschutz, Strahlenschäden

Autor: KATALYSE Institut

Wildnis

Der Begriff W. ist kulturell unterschiedlich besetzt und reicht von der Wildpflanzenecke im Garten bis hin zum gefährlichen tropischen Urwald.

Der große Unterschied zwischen W. und der rasch um sich greifenden Zivilisation, hat in USA viel früher zur Achtung der W. als in Europa geführt. In Europa hat sich die Landschaft mit seinen menschlichen Nutzungsformen entwickelt und damit W. weitgehend verdrängt.

W. bedeutet im ursprünglichen Sinn Ödland, Brache oder Urwald. W ist teilweise negativ belastet, weckt Urängste (gefährliche Tiere wie Wolf, Bär) und fordert zum Bezwingen und Nutzen heraus.

Autor: KATALYSE Institut

Wattenmeer

Amphibisches Ökosystem zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie, das vom natürlichen Ungleichgewicht durch Wechsel der Überflutung lebt.

Die im W. lebende Tier- und Pflanzenwelt ist an den ständigen Wechsel von Flut und Ebbe angepaßt und nutzt das reichliche Nahrungspotential. Mit jeder Flut wird Plankton aus der Nordsee in das W. eingebracht, ebenso führen Flüsse Nährstoffe heran. Zusammen mit günstigen Lichtverhältnissen bei Niedrigwasser bewirkt der hohe Nährstoffeintrag reichliches Algenwachstum.

Algen dienen Muscheln, Schnecken und Würmern als Nahrung, von denen sich wiederum Fische, Krebse und Vögel ernähren. Die hohe Produktivität des W. an tierischer Biomasse wurde von jeher durch die Fischerei genutzt. Die Gefahr für das Ökosystem W. geht heute von zusätzlicher Nutzung durch den Menschen aus: Transportweg, Tourismus, Eindeichung, militärische Übungsgebiete, Abfallbeseitigung etc. Besonders die Einleitung von Abwässern mit düngenden und giftigen Substanzen (Schwermetalle, Halogenkohlenwasserstoffe, Ölprodukte, Dünnsäure, düngende Stoffe wie Phosphat und Nitrat usw.) verändert das ökologische Gefüge.

Ein erhöhter Nährstoffgehalt führt zu einer Massenentwicklung von bestimmten Planktonarten. Beim Absterben steigen diese zunächst nach oben und färben das Wasser. Später absinkendes totes Plankton verursacht in Jahren mit geschichtetem Nordseewasser Sauerstoffmangel in der Tiefe. Mehr Plankton führt auch zu mehr Muscheln, algenfressenden Bodentieren und Schnecken. Außerdem entstehen vermehrt blattförmige Grünalgen. Diese wachsen zu dicken Matten und ersticken das Leben unter sich im Wattboden.

Verschiedene Schadstoffeinträge können sich gegenseitig beeinflussen. Dadurch lassen sich Auswirkungen von Schadstoffen nur schwer erfassen. Z.B. können erhöhte Einträge von Düngemitteln die Giftwirkung bestimmter Stoffe kompensieren, so daß die Produktivität von Biomasse nichts über die Schädigung bestimmter Tier- oder Pflanzenarten aussagt.

Die 1986 erfolgte Gründung des Nationalparks W. sorgt für erste, noch völlig unzureichende Schutzvorkehrungen. Seit dem 18.2.1991 gilt für die Nordsee die Katogorie 5 des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL). Diese Übereinkunft verbietet jegliches Überbordkippen von Schiffsabfall. Leider finden die Kategorien 1,2 und 4 keine Anwendung für die Nordsee. Demnach dürften keine ölhaltigen Gemische, Ladungsreste von Chemikalien und Schiffsabwässer mehr in die Nordsee eingeleitet werden.

  • Ökosystem

Autor: KATALYSE Institut

Wasserschutzgebiet

Das W. ist ein spezielles gesetzliches Instrument, Grundwassernutzungen für die öffentliche Wasserversorgung zu schützen.

Es ist in mehrere Zonen gegliedert, für die abgestufte Handlungsbeschränkungen und Verbote gelten. Das W. wird von der Kreisverwaltungsbehörde auf Antrag des Betreibers der Wasserversorgung festgesetzt.

Der unmittelbare Einzugsbereich von Trinkwassergewinnungsanlagen muss frei von wassergefährdenden Stoffen sein. Die zuständige Wasserbehörde kann für ein genau bezeichnetes Gebiet ein Wasserschutzgebiet festlegen. In diesem Wasserschutzgebiet können Handlungen (z.B. Transporte von Gefahrgut) verboten werden, die das Gewässer gefährden.
Für die öffentliche Trinkwasserversorgung sind grundsätzlich Wasserschutzgebiete einzurichten.

Autor: KATALYSE Institut

Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen

Das W. wurde 1973 aufgrund einer Empfehlung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (Stockholm 1972) abgeschlossen und ist 1975 völkerrechtlich in Kraft getreten.

In der BRD ist das W. seit 1976 in Kraft, und seit 1984 wird das Übereinkommen in der gesamten EG nach gemeinschaftlichen Regeln durchgeführt. Dabei hat die EG in der Verordnung zur Anwendung des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen in der Gemeinschaft" von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, strengere Vorschriften als die im W. festgelegten zu erlassen.

Dies gilt allerdings nur für die Außengrenzen der EG. Bis heute sind dem Übereinkommen fast 100 Staaten beigetreten. Ziel des Übereinkommens ist es, durch Einschränkung des internationalen Handels eine der Hauptursachen der Gefährdung bestimmter Tier- und Pflanzenarten zu beseitigen. Das W. sieht ein umfassendes Kontrollsystem für den Handel mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten, deren ohne weiteres erkennbare Teile sowie ohne weiteres erkennbare hieraus gewonnene Erzeugnisse, vor.

Handel im Sinne des Übereinkommens ist die Ausfuhr, die Wiedereinfuhr, die Einfuhr sowie das Einbringen aus dem Meer. Die vom Übereinkommen erfaßten Tier- und Pflanzenarten sind entsprechend ihrer Schutzbedürftigkeit in drei Listen als Anhänge zum W. aufgeführt, die ständig überprüft und angepaßt werden.

Anhang I enthält die von der Ausrottung bedrohten Arten, deren Handel nur in Ausnahmefällen zugelassen wird, zu kommerziellen Zwecken ist er praktisch ausgeschlossen, z.B. verschiedene Arten von Meeresschildkröten. Die Einfuhr setzt sowohl das Vorliegen einer Einfuhrgenehmigung des Importstaates als auch eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates voraus.

Im Anhang II sind solche Tier- und Pflanzenarten erfaßt, deren Erhaltungssituation zumeist noch eine geordnete wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zuläßt, z.B. den Luchs. Diese Arten können unter bestimmten Voraussetzungen gehandelt werden, wobei für die Einfuhr lediglich eine Ausfuhrgenehmigung oder Wiederausfuhrbescheinigung des Exportstaates erforderlich ist.

Importstaaten können die Herkunftsländer bei der Ausfuhr von Anhang-II-Exemplaren nur unterstützen, indem sie den legalen Export überprüfen. In einem Anhang III sind solche Arten aufgeführt, die von einer Vertragspartei in ihrem Hoheitsgebiet einer besonderen Regelung unterworfen sind.

Nach Angaben des WWF werden jährlich bis zu 40.000 lebende Papageien, bis zu 1.000 Krokodile, Warane und mehrere tausend Riesenschlangen nach Deutschland, das zu den bedeutendsten Einfuhrländern wildlebender Tiere gehört, importiert.

Stärkere Importkontrollen sowie eine schärfere Rechtssprechung sind zur Durchführung des W. nötig. Ebenso wichtig ist die Änderung des Konsumverhaltens der Verbraucher, so daß die Nachfrage nach lebenden Wildtieren und Fellen geschützter Tiere gesenkt wird.

Lit.: BMU: Umweltbericht 1990

Autor: KATALYSE Institut