Molekül

Ein Verband aus mehreren Atomen.

So bildet z.B. der Wasserstoff H2-M., die aus zwei miteinander verbundenen Wasserstoffatomen bestehen. Zahlreiche von lebenden Organismen produzierte M. bestehen aus sehr vielen Atomen, z.B. Eiweißstoffe (Proteine).

Autor: KATALYSE Institut

Mobiltelefon

siehe Stichwort Mobilfunk

Autor: KATALYSE Institut

Glyphosat

Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es ist eine biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitbandherbizide und wird seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre weltweit zur Unkrautbekämpfung in Landwirtschaft, Gartenbau, Industrie und Privathaushalten eingesetzt. Glyphosat wirkt unselektiv gegen Pflanzen; Nutzpflanzen können mittels Gentechnik eine Resistenz gegen Glyphosat erhalten. Glyphosat ist weltweit seit Jahren der mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoff von Herbiziden.

Im März 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen" eingestuft. Die Konsequenz aus dieser Einstufung kann nur sein: sofortiges Verbot. Das verlangt die EU-Gesetzgebung. Zum einen ist die Einstufung als "krebserregend" ein absoluter Verbotsgrund, zum anderen gebietet das Vorsorgeprinzip, dass die Behörden bereits dann tätig werden müssen, wenn der letzte Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit eines Stoffes noch nicht vorliegt. Ein Verbot ist umso dringlicher, als Glyphosat das meist eingesetzte Spritzmittel der Welt ist und Menschen ihm nicht ausweichen können.

Natürlich kommt eine EU-Wiederzulassung von Glyphosat, die eigentlich 2015 ausgesprochen werden sollte, nach dem Urteil der WHO-Experten nicht mehr in Frage!

Zudem wirft die Einschätzung der WHO-Experten ein denkbar schlechtes Licht auf die deutschen Zulassungsbehörden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das zuletzt im Rahmen der EU-Wiederzulassung von Glyphosat alle Hinweise auf die krebserregende Wirkung von Glyphosat ignoriert hat, bekommt endlich Contra. Das BfR hat sich zu sehr auf die von der Industrie vorgelegten Studien verlassen. Es hat Ergebnisse unabhängiger Wissenschaftler, die seit Jahren auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Glyphosat hinweisen, fast schon routinemäßig damit abgeschmettert, sie seien fachlich nicht fundiert. Hoffentlich löst die WHO-Einstufung diese Voreingenommenheit der deutschen Behörden endlich auf.

Autor: KATALYSE Institut

Mobilität

Mit M. sind die Möglichkeiten zur Ortsveränderung, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel und den zurückgelegten Entfernungen gemeint. M. ist nicht mit Verkehr gleichzusetzen. M. ist die Zahl aller Wege pro Person und Tag (einschließlich der Wege zu Fuß) oder ist die Summe aller Wege eines Produktes - von der Rohstoffgewinnung über die Verwendung bis hin zur Entsorgung.

Damit wird M. nicht größer, je länger die Wege werden, da ansonsten jeder Umweg einen M.-Gewinn darstellen würde. In der öffentlichen Diskussion wird der Begriff M. häufig mit Fortbewegung mit dem Automobil gleichgesetzt. Dadurch erhält die Automobilität in der öffentlichen Diskussion z.B. gegenüber dem Fußgängerverkehr häufig Vorrang. Der Slogan "Freie Fahrt für freie Bürger" steht für diese Einstellung, den täglich-mehrfachen Gebrauch des Automobils und für die nicht limitierte Höchstgeschwindigkeit als Ausdruck individueller Freiheit. Das
Auto beansprucht viel Platz, der zu Lasten anderer Straßenbenutzer geht und diese in ihren M.-Bedürfnissen einschränkt. Gerade für das Ziel einer nachhaltigen M. ist diese Definition nicht geeignet.

M. ist eine Notwendigkeit des täglichen Lebens und verbraucht Energie, Ressourcen und Flächen. M. erzeugt Schadstoffe und Lärm, welche unsere Gesundheit stärker als bisher angenommen gefährdet, wie eine aktuelle Untersuchung der WHO zeigt. In der Diskussion um M. müssen Aspekte der Verkehrsangebote, die Raum- bzw. Siedlungsstruktur und deren Zugänglichkeit als Einheit betrachtet werden.

Weltweit nimmt der Straßenverkehr, besonders in den Industrieländern zu. Der Individualverkehr bildet den größten Zuwachs. Im Güterverkehr gilt heute weitestgehend das Just-in-time-Prinzip. Auslöser dieser Entwicklung sind z.B. Vergrößerung des Streckenbudgets, der zurückgelegten Strecken, Zunahme der Reisegeschwindigkeiten, Verfügbarkeit von Fortbewegungsmitteln und geringe Benutzung öffentlichen Verkehrsmittel.

Als Gründe der Verkehrszunahme werden soziale Trends wie kleinere Familien, höhere Scheidungsquoten, mehr berufstätige Frauen sowie größere Entfernungen zwischen Arbeitsplatz, Einkaufszentren und Wohnort genannt. Höhere Einkommen und mehr Freizeit haben zu einem starken Anstieg des Individualverkehrs geführt. Bereits 1990 wurde fast die Hälfte aller gefahrenen Kilometer in der Freizeit zurückgelegt.

Telearbeit, Videokonferenzen und elektronische Teletransaktionen,
Mobilfunk haben nicht die erhoffte Stabilisierung oder zu einem Rückgang des arbeitsbedingten Verkehrs geführt.

Mobilitätsleitbild: Vermeiden - Verlagern - Verbessern

  • Reduzierung der CO2-Emissionen und anderer Klimagasemissionen entsprechend den internationalen Klimaschutzabkommen
  • Verringerung von Flächenverbrauch und Bodenversiegelung für den Verkehr. Keine weitere Zerschneidung von zusammenhängender Naturlandschaft sowie Rückbau nicht zwingend notwendiger Verkehrsflächen.
  • Senkung der Emissionen (Schadstoffe und Lärm)
  • Vermeidung von Verkehr (Zwangsmobilität) durch siedlungspolitische Maßnahmen, mit dem Ziel, Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung durch kurze Wege miteinander zu verbinden.
  • Verlagerung stark motorisierter Verkehrsströme auf öffentliche Verkehrsmittel und flexible innovative Verkehrsmittel.
  • Entwicklung und Einsatz von ressourcenschonenden Fahrzeugen.

Projekte und Infos zu deutschen Mobilitätsprojekten: http://www.mobev.de
Infos zu Mobilität in Ballungsräumen: http://www.mobiball.de

Literatur:
Der Stau sind wir; Auto-Mobilität und neue Leitbilder. Vorschläge und Ideen für zukunftsfähige Lebensweisen; Bundesverband für Umweltberatung e.V., Bornstr. 12 / 13, 28195 Bremen
Im Internet kann auch online bestellt werden unter: www.vzbv.de

Verkehr - "Kein Klima für Autos"; Didaktische Hinweise, Projekttipps und 33 Arbeitsblätter (z.T. zweiseitig): DIN-A4-Kopiervorlagen. Im Anhang: Hintergrund-Informationen Hrg. Greenpeace, 1995, Verlag Die Werkstatt, Göttingen

Armin Böck/ Reiner Jung/ Thomas Kimm/ Elke Rink: Mobilität. Wenn Menschen was bewegen; Materialien für einen fächerübergreifenden naturwissenschaftlichen Unterricht Sek I 295 Seiten, DIN A 4, 10,40 € Unkostenbeitrag plus Portokosten. Unterrichtsbeschreibungen, Unterrichtserfahrungen, Kopiervorlagen, Arbeitsblätter und Folienvorlagen rund um das Thema Mobilität.
Direktbezug ausschließlich über: Forum Eltern und Schule, Huckarderstr. 12, 44147 Dortmund, Internet: www.ggg-nrw.de/Natur oder per Mail: wroer@aol.com

       

Autor: KATALYSE Institut

Mitwelt

Von Meyer-Abich eingeführter Begriff, um den Blickwinkel von der stark anthropogen bezogenen und auf den Menschen als im Mittelpunkt stehenden Subjekt hin zu einem auf die Eigenwelt der Natur einbeziehenden Sichtweise aufzuwerten.

Autor: KATALYSE Institut

Mittelwert

M. von z.B. Schadstoffmessungen über einen bestimmten Zeitraum spielen in der Bewertung von Meßdaten eine große Rolle.

Die Aussagekraft von M. muss jeweils am konkreten Fall überprüft werden, weil durch die Mittelung sowohl niedrigere als auch höhere Werte u.U. nicht genügend gewichtet werden.

Unter dem M. versteht man i.a. den arithmetischen M.. Er ist bei einer gegebenen Datenmenge definiert als Quotient aus der Summe der Messwerte und der Anzahl der Meßwerte. Beispiel: Die Messwerte betragen 6,3,7,5,7. Der M. beträgt demnach: (6+3+7+5+7):5=5,6. Die Aussagekraft eines so gewonnenen M. kann man nur durch die zusätzliche Berechnung der Streuung (sog. Standardabweichung) einer Messdatenreihe beurteilen. So ergibt sich in folgendem Fall ein schiefes Bild: Die Messwerte betragen 5,3,6,2,54. Der M. ergibt sich zu (5+3+6+2+54):5=14. Die Streuung ist hier wesentlich größer als beim ersten Beispiel, und der M. hat nur eine geringe Aussagekraft.
Vom M. zu unterscheiden ist der Medianwert.

Autor: KATALYSE Institut

Mittelungspegel

Die meisten Schallvorgänge sind nicht konstant, sondern zeitlich in ihrer Intensität verschieden.

Um solche Vorgänge mit einem einzigen Wert beschreiben zu können, werden sie über die Zeit gemittelt. Der energieäquivalente M. wird als Äquivalenter Dauerschallpegel bezeichnet.
Da das menschliche Gehör kein integrierendes Meßgerät ist und Schall nicht gleich Lärm ist, wird ein solches Verfahren dem tatsächlichen Empfinden in keiner Weise gerecht. So werden folgende Situationen durch den M. (65 dB) als identisch deklariert:
- Vorbeifahrt von 2.000 Pkw pro Stunde bei 50 km/h und 25 m Entfernung
- Vorbeifahrt eines üblichen D-Zugs pro Stunde bei 160 km/h und 25 m Entfernung; ansonsten herrscht völlige Ruhe
- Vorbeifahrt desselben D-Zugs, jedoch zusätzlich 200 Pkw pro Stunde.
So kann Ruhe durch Lärm ersetzt werden, ohne den Messwert dabei zu verändern. Da Lärmschutz nicht darin bestehen kann, ein schlechtes Meßverfahren zu verteidigen, sollte neben dem M. zusätzlich der Ruhezeitanteil mit angegeben werden. Dies würde eine erheblich bessere Beurteilung von Schallvorgängen zulassen, als daß dies beim M. oder dem auf dem M. basierenden Beurteilungspegel der Fall ist.

Autor: KATALYSE Institut

Mineralstoffe

M. sind anorganische Bestandteile in Boden, Wasser, Luft und Nahrung. Sie liefern dem menschlichen Organismus keine Energie, dienen ihm jedoch als Baustoffe u.a. für Knochen und Zähne.

In gelöster Form, als Elektrolyte, beeinflussen sie die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Körperflüssigkeiten. Als Bestandteile von organischen Verbindungen (Hormone, Enzyme usw.) sind M. beteiligt an der Steuerung lebensnotwendiger Funktionen.

Nach dem Bedarf des Menschen unterscheidet man Mengenelemente (Calcium, Natrium, Kalium, Phosphor, Magnesium) und Spurenelemente (Jod, Selen usw.).

Autor: KATALYSE Institut

Mineralisierung

M. ist der Abbau organischer Verbindungen vorwiegend durch Mikroorganismen zu anorganischen Stoffen (Kohlendioxid, Wasser sowie Oxiden, Hybriden oder Mineralsalzen).

Die M. ist von großer Bedeutung für die Freisetzung von Nährstoffen beim Um- und Abbau im Boden befindlicher organischer Stoffe wie etwa Ernte- und Wurzelrückstände, Stallmist, Gründüngung, Laub usw., und die Rückführung in den Nährstoffkreislauf. Die Höhe der M.-Rate hängt von der Anzahl der Bodenorganismen, der Temperatur, dem pH-Wert und der Feuchtigkeit des Bodens sowie von der zur Verfügung stehenden organischen Masse ab.

Naturfremde Substanzen hingegen werden nur selten vollständig und schnell mineralisiert, meist lassen sich entsprechende Molekülbruchstücke der naturfremden Substanzen im Humus nachweisen. Die M. ist auch bedeutend für die Selbstreinigung von Gewässern, Vorflutern und für die biologische Stufe von Kläranlagen (Abwasserreinigung), wo organische Stoffe durch Mikroorganismen mineralisiert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Mikrowellen

M. sind elektromagnetische Wellen (Elektromagnetische Strahlung) im Hochfrequenzbereich von ca. 0,5 GHz bis ca. 300 GHz.

Sie werden, dank ihrer Eigenschaft Wolken, Nebel und Wasser durchdringen zu können, eingesetzt in der Nachrichten- und Kommunikationstechnik, in der Navigations- und Detektorentechnik (Radar = Radio Detecting and Ranging) und dank ihrer thermischen Eigenschaften zum Erhitzen von Nahrungsmitteln in industriellen Trocknungsanlagen und M.-Herden sowie zur medizinischen Therapie.

Trocknungsanlagen und Herde werden durch eine Metallkapselung abgeschirmt, so dass die M. nicht aus der Anlage bzw. aus dem Gerät treten können und möglichst wenig Strahlung an die Umgebung abgeben.Dagegen sind M.-Sender offene M.-Quellen.

Der Hauptschädigungsmechanimus sind die thermischen Schäden. Bekannt ist bei Radartechniken der M.-Star, eine Augenlinsentrübung (Grauer Star) infolge von M.-Strahlung, und die Sterilität bei Männern. Solche starken Schädigungen treten nur in Nähe starker M.-Sender auf, z.B. militärische und zivile Luftraumüberwachung. Für die Umgebung solcher Sender wurden auch Waldschäden (Waldsterben) beobachtet.

Verkehrsradar zur Geschwindigkeitskontrolle ist dem gegenüber um Größenordnungen schwächer. Nichtthermische Gesundheitsgefahren können beim sogenannten Elektrosmog durch Mobiltelefone oder Mobilfunkstationen entstehen.

Für den Bürger, der nicht unmittelbar neben einem Radarsender wohnt, ist der M.-Herd die wichtigste potenzielle Strahlungsquelle. Etwa jeder zweite bundesdeutsche besitzt einen M.-Herd.

Die in der Nahrung enthaltenen Wassermoleküle absorbieren die M.-Energie und heizen sich dadurch bei nur geringen Energieverlusten auf. Durch die Erwärmung von Lebensmitteln mittels M. werden eine Reihe biochemischer Veränderungen bewirkt, die jedoch insgesamt nicht gravierender sind als die Veränderungen beim Braten, Backen oder Kochen.

Allerdings können M.-erhitzte Gerichte geschmacklich leiden, da die richtigen Bedingungen für die Entfaltung des vollen Geschmacks (z.B. Bräunung) fehlen, weshalb M.-geräte häufig mit einer Grillschlange ausgerüstet werden. Im Unterschied zu den konventionellen Methoden kann die Nahrung durch M. sehr ungleichmäßig erhitzt werden (Verbrennungsgefahr beim Essen oder Trinken).

Eine weitere Gefahr besteht darin, wenn man Nahrung mittels M. nur bis zur Esstemperatur aufgewärmt wird; die dabei auftretenden Temperaturen genügen nicht immer zum Abtöten von Salmonellen (Salmonellosen).

M.-Herde sind der heimische Zugang zu umweltbelastender Tiefkühlkost und Fast Food. Energiespareffekte gegenüber konventioneller Erwärmung stellen sich nur bei der Zubereitung kleiner Portionen ein.

Wichtig ist, dass die M. im M.-Herd gefangen bleiben, da austretende M. bei Menschen (und Tieren) zu schweren inneren Hitzeschäden, Gewebeschäden und Missbildung beim Embryo führen können. Bei modernen, intakten Geräten ist dies gewährleistet. Nach den Prüfvorschriften des VDE sollen M.-Herde bei geschlossener Tür nicht mehr als 5 mW/cm² (zukünftig 1 mW/cm²) Störstrahlenintensität nach außen abgeben. Geräte neuerer Bauart liegen bis zum zehnfachen (bzw. zweifachen) unter diesem Grenzwert und arbeiten nur bei geschlossener Tür. Stichproben zeigten allerdings, dass etwa 10 Prozent der alten Geräte erhebliche Leckagen aufweisen.

Manche TÜV-Niederlassungen testen gegen Entgelt M.-Geräte auf solche Leckagen. Preiswerte M.-Prüfgerate (ca. 10 Euro) für eigene Messungen sind im Elektrohandel erhältlich.

Obwohl bei modernen M.-Herden die Sichtfenster nicht mehr Strahlung durchlassen als Rück- und Seitenwände, sollten Kinder auf keinen Fall mit dem Gesicht am Sichtfenster kleben. Die austretenden M. sind in unmittelbarer Nähe des Gerätes noch intensiv genug, um bei längerer Einwirkung Augenschäden (Grauer Star) verursachen zu können.

Autor: KATALYSE Institut

Mikroorganismen

Mikroskopisch kleine, einzellige Organismen, z.B. Bakterien, Blaualgen sowie ein großer Teil der Algen und Pilze.
Viren gehören nicht zu den M. Eine Aufstellung verschiedener M. findet sich unter Bodenorganismen.

Autor: KATALYSE Institut

Mikrobielles Transformationsvermögen

Die Umsetzung der organischen und anorganischen Stoffe im Boden durch einzellige Mikroorganismen (Bodenorganismen) wird als M. bezeichnet.

Nach der Art des umzusetzenden Stoffes unterscheidet man:
- Kohlenhydratabbau, d.h. Abbau von Cellulose, Hemicellulose, Zucker und Stärke zu Kohlendioxid und Wasser bei Sauerstoffverbrauch (Abbau).
- Eiweißabbau zu Aminosäuren, Ammoniumverbindungen und Nitrat.
- Nitrifikation, d.h. die Umwandlung von Ammoniumverbindungen (NH4) zu Nitrat (NO3) in zwei Stufen: NH4 zu NO2 durch die Bakterienart Nitrosomonas und NO2 zu NO3 durch Nitrobacter-Luft-Stickstoffbindung entweder durch frei im Boden lebende Bakterien wie z.B. dem säureempfindlichen und aerob lebenden Acetobacter oder dem säureunempfindlichen und anaerob lebenden Bacillus amylobacter oder durch die in Symbiose mit Pflanzenwurzeln lebenden Knöllchenbakterien oder Actinomyceten. Damit können Bodenorganismen dem Boden Stickstoffverbindungen zuführen und damit Düngemittel ersetzen (Bodenorganismen).
- Umsetzung der Schwefelsäure zu Schwefelwasserstoff durch anaerobe Bakterienarten, die daraus für sich Sauerstoff gewinnen oder umgekehrt die Oxidation des Schwefels und der Sulfide zu Sulfaten und Schwefelsäure.
- Oxidation und Reduktion von Eisenverbindungen.

Autor: KATALYSE Institut

Migration

Allgemeine Bezeichnung für Substanzverlagerungen in verschiednenen Medien; z.B. wurden 1985 hohe Rückstandswerte von
Diethylenglykol in bestimmten Lebensmitteln nachgewiesen, die in mit dem Weichmacher
Diethylenglykol behandelten Zellglasfolien verpackt wurden.

Besondere Bedeutung hat die M. bei Verpackungen von Arzneimitteln und Lebensmitteln. Die Gesamtmenge aller migrierenden Stoffe wird als Global-M. bezeichnet.
Die Kunststoff-Kommission beim Bundesgesundheitsamt begrenzt die maximalen Übergangswerte von Verpackungsinhaltsstoffen durch Empfehlungen und Verordnungen.
In der Geologie wird die Verlagerung des Erdöls vom urzeitlichen Entstehungsort zum heutigen Fundort als M. bezeichnet.
EN71

Autor: KATALYSE Institut

Methanol

M. (veraltet Methylalkohol, auch Holzgeist genannt) ist eine farblose Flüssigkeit von alkoholischem Geruch mit einem MAK-Wert von 200 ml/m3 (ppm) entsprechend 260 mg/m3.

M. ist ein wichtiges chemisches Grundprodukt und wird hauptsächlich zur Herstellung von Formaldehyd verwendet. Produktionsmenge 1991 früheres Bundesgebiet: 716.000 t.
Für die Giftigkeit von M. ist die beim Abbau im Körper gebildete Menge von Ameisensäure entscheidend. Bereits wenige ml M. können zu Erblindung führen. Häufig wiederholte Aufnahme kleiner M.-Mengen, z.B. bei beruflicher Einatmung der Dämpfe, verursacht Schleimhautreizungen, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Krämpfe, Verdauungs- und Blasenstörungen. M. findet auch als Energieträger in Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen Verwendung (Verbrennung).

Autor: KATALYSE Institut

Metallindustrie

In der M. fallen erhebliche Mengen an Abfallstoffen (Sonderabfälle) und z.T. sehr giftige Abwässer in Metallbeizereien, in Eloxalbetrieben (Aluminium) und in Galvanikbetrieben (Galvanisieren) an.
Ganz ähnliche Abwässer finden sich auch in der Elektroindustrie und in derElektronikindustrie, da dort z.T. die gleichen Arbeitsgänge auftreten.

Beizereien: Zum Entfetten werden Lösemittel, u.a. chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) verwendet, die nach Gebrauch entsorgt werden müssen (Sonderabfälle, Verbrennung auf hoher See). Beim Beizen fallen zwischen 10 und 30 kg/t Eisen an salzsäure- oder schwefelsäurehaltigen Bädern an (Chlorwasserstoff, Schwefelsäure).
Eloxalbetriebe: Beim Korrosionsschutz von Aluminium mit dem Eloxal-Verfahren fallen ebenfalls CKW zur Entfettung sowie säure- und fluoridhaltige Bäder an (Fluor). Bei der Neutralisation dieser Bäder entstehen Schlämme, die als Sonderabfälle deponiert werden müssen.
Galvanikbetriebe: In Galvanikbetrieben fallen v.a. chromat- und cyanidhaltige Abwässer an, die hochgiftig sind und entgiftet sowie neutralisiert werden müssen (Chrom). In den drei genannten Bereichen kann die Abwassersituation durch Kreislaufführung von Wasser sowie die Wiedergewinnung von Wertstoffen erheblich verbessert werden.

Lit.: Institut Fresenius u.a. (Hrsg.): Abwassertechnologie, Berlin 1984

Autor: KATALYSE Institut

Weißmacher

siehe Optische Aufheller.

Autor: KATALYSE Institut

Metalle

(griechisch: metallon = Bergwerk) Lichtundurchlässige, stark glänzende, elektrischen Strom gut leitende chemische Elemente.

Sie machen rund 80 Prozent der heute bekannten chemischen Elemente aus. Die Dichte von M. liegt zwischen 0,534 g/cm3 (Lithium) und 22,48 g/cm3 (Osmium). Oberhalb einer Dichte von ca. 4,5 g/cm3 spricht man von Schwermetallen, darunter von Leichtmetallen.

Viele M. weisen untereinander viel größere Ähnlichkeiten auf als man sie unter den anderen Elementen findet. M. treten in der Natur nur sehr selten in elementarer Form (gediegen) auf, sondern kommen meist in chemischer Verbindung in Form von Erzen vor. Viele M. sind für den Menschen essentiell, können aber in größeren Mengen sehr giftig sein (Selen, Arsen, Chrom).

Einige M. sind nicht lebensnotwendig und schon in geringen Mengen für den Menschen giftig (z.B. Blei, Cadmium, Quecksilber, Thallium). Zwischen der Giftigkeit der M. und deren Stellung im Periodensystem gibt es eine Gesetzmäßigkeit. DieToxizität von M. einer Gruppe steigt mit ihrer Atommasse. M. der 6. Periode sind somit potentiell die giftigsten (z.B. Quecksilber) und M. der 3. Periode die ungiftigsten (z.B. Magnesium).

Die M.-Aufnahme des Menschen erfolgt in erster Linie über die Nahrung sowie das Rauchen und Verschlucken von Staub- und Bodenpartikeln.

M. haben in der heutigen Zeit praktisch in allen Lebensbereichen eine große Bedeutung. Da die bekannten M.-Erzlagerstätten in absehbarer Zeit erschöpft sein werden, ist es notwendig langfristige Konzepte zur Rohstoffsicherung zu entwickeln, die v.a. die Vermeidung und das Recycling von metallischen Abfällen forcieren.

Autor: KATALYSE Institut

Weltbank

Auch: Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. 1944 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington (Mitgliederzahl 1986: 151 Mitglieder).

Zu ihren Aufgaben gehörte zunächst die Förderung des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. Mittlerweile spielt sie eine maßgebliche Rolle bei der internationalen Koordinierung der Entwicklungshilfe. Offizielle Zielsetzung der W. ist die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und die Bekämpfung der Armut.

Dies geschieht sowohl durch die Gewährung von Darlehen und finanzielle Garantieübernahmen als auch durch die projektbezogene Beratung von Regierungen. Die W. erstellt u.a. länder- oder regionalbezogene Entwicklungsstudien und finanziert Ausbildungsaktivitäten. Die Darlehenspolitik erfolgt nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen. Kredite mit einer Laufzeit von 15-25 Jahren werden grundsätzlich nur an die Regierungen oder gegen Regierungsgarantie vergeben. Die Finanzierung der Darlehen erfolgt aus dem von den Mitgliederländern gezeichneten Grundkapital, den Darlehensrückzahlungen, den Reingewinnen, Schuldverschreibungen und dem Verkauf von Darlehensforderungen.

Die W. sieht ihre Arbeit in einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang, ökologische Aspekte werden erst seit kurzer Zeit innerhalb dieses Rahmens integriert. Bis dahin wurden Umweltaspekte oft völlig vernachlässigt, wie z.B. bei der Nutzung der Kernenergie (Kernkraftwerke) oder auch der großtechnischen Wasserkraft. Auf massive Kritik hin stellte die W. ihre internen Strukturen um, um zukünftig Wechselwirkungen zwischen der geförderten wirtschaftlichen Entwicklung und möglichen Umweltbelastungen zu berücksichtigen. Die W. will sogar direkte Naturschutzvorhaben unterstützen und Umweltschutz zum festen Bestandteil ihrer Projekte machen. Echte Impulse fehlen bislang allerdings; so wartet z.B. die Solarenergie immer noch vergeblich auf eine finanzielle Unterstützung der W. zur Realisierung von Solarkraftwerken in Entwicklungsländern.

Autor: KATALYSE Institut

Metabolit

Stoffwechsel- bzw. Zwischenprodukte, die im Organismus durch Auf- oder Abbaureaktionen entstehen (Anabolite und Katabolite).

Man unterscheidet endogene M., die der Organismus selbst herstellt und benötigt (z.B. Hormone), und exogene M., die von fremden Organismen erzeugt werden und die der betreffende Organismus von außen aufnimmt (z.B. Vitamine).

Autor: KATALYSE Institut

Weltmodell

W. sind im wesentlichen computergestützte Simulationen zukünftiger Entwicklungen auf der Erde.

Zukunftsprognosen beruhen auf der Hochrechnung vorhandener Daten mit Hilfe der Kybernetik. Der Zusammenhang und die Wechselwirkungen der ausgewählten Problembereiche (je nach Zielsetzung durchaus unterschiedliche) werden in mathematischen Beziehungen ausgedrückt.
Ein erstes derartiges Modell, das das Weltbild vieler Menschen tiefgehend geändert hat, war die 1972 veröffentlichte Studie Die "Grenzen des Wachstums", erstellt von Meadows und anderen Mitarbeitern des Massachusetts Institute of Technology(MIT) im Auftrag des Club of Rome. Die Ergebnisse entwarfen ein pessimistisches Zukunftsbild: Die Fortsetzung des bisherigen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums führt noch innerhalb des nächsten Jahrhunderts wegen der Erschöpfung der Rohstoffressourcen, weltweiter Unterernährung, Umweltzerstörung und -verschmutzung zu einem dramatischen Bevölkerungszusammenbruch, falls nicht rechtzeitig eingreifende politische Maßnahmen in bezug auf Familienplanung, Stopp des Wirtschaftswachstums und Einführung umweltschonender technologischer Methoden (Recycling, Erhöhung der Wertbeständigkeit von Produkten etc.) im industriellen Bereich eingeführt werden.

Auch das ebenfalls vom Club of Rome in Auftrag gegebene differenziertere Folgemodell von Mesarovic (Cleveland, USA) und Pestel (Frankfurt), dessen Ergebnisse zwei Jahre nach dem ersten Modell 1974 mit dem Titel "Menschheit am Wendepunkt" herausgebracht wurden, kommt mit Hilfe einer Szenariotechnik, nach der die Erde in einzelne, in bezug auf Bevölkerungsentwicklung, Ressourcen etc. miteinander verkoppelte Regionen aufgeteilt wird, zu ähnlichen Ergebnissen, die in der Forderung nach einer neuen globalen Wirtschaftsordnung und fairen und dauerhaften Systemen der Verteilung der Weltressourcen kumulieren.
Global 2000: Der Bericht an den Präsidenten, 1980 herausgegeben vom Council on Environmental Quality/US-Außenministerium, stellt bis heute eines der detailliertesten Bilder der Welt in der Reihe der pessimistischen Modelle dar, begrenzt allerdings auf den engen Zeitraum bis zum Jahr 2000. Dokumentiert wird zusätzlich eine Bestandsaufnahme schon feststellbarer und noch zu erwartender Umweltschäden. Selbstkritische Methodenanalysen ermöglichen Einblick in die Dateninterpretationsgrundlagen. Prognosen werden gestellt mit der Annahme anhaltender gegenwärtiger politischer, ökonomischer und technischer Entwicklungstrends, in die keine Störungen durch katastrophale technologische Rückschläge oder Kriege eingreifen. Die Aussagen sind erschreckend genug: Bis zum Jahr 2000 werden in den unterentwickelten Ländern (vornehmlich südliche Halbkugel der Erde) 5 Mrd Menschen leben, davon über 1,3 Mrd im Zustand ständiger Unterernährung. Mexico City wird von mehr als 31 Mio Menschen bewohnt sein, 40% des Waldes sind vernichtet, und 20 Jahre später wird kein zugänglicher Wald mehr in den unterentwickelten Ländern vorhanden sein. Damit hängt eine Verlagerung der Rohstoffproblematik, weg vom Metall- und Energiebereich, hin zu wirklich unwiederbringlichen Rohstoffverlusten durch Vernichtung genetischer Reserven (Genbank) pflanzlichen und tierischen Lebens, zusammen.
Entscheidende Veränderungen haben diese aufrüttelnden Modelle nicht bewirkt. 1991 veröffentlichte der Club of Rome seinen zweiten Bericht "Die globale Revolution"; die Kernaussage: Heute ist die Welt in einem schlechteren Zustand als vor 20 Jahren. Die Zeit, um endlich zu reagieren, ist sehr viel kürzer geworden. Industrialisierung, Umweltverschmutzung und Ausbeutung nicht erneuerbarer Rohstoffe, Bevölkerung und Nahrungsmittelbedarf wachsen in einem Tempo, daß ohne eine globale Revolution das baldige Ende der Menschheit gewiß ist. Der Club of Rome hält die derzeitigen Marktmechanismen für ungeeignet, globale Probleme zu lösen, und "Konsum in seiner gegenwärtigen Form kann nicht überleben". Besondere Bedeutung wird dem Treibhauseffekt beigemessen. Um die drohende Klimakatastrophe zu verhindern, schlägt der Club of Rome eine weltweite Kampagne zum Energiesparen vor und ein Crash-Programm, um die Weltenergieversorgung auf regenerative Energiequellen umzustellen. Selbst die nukleare Option (Kernkraftwerk) wird nicht von vornherein ausgeschlossen. Das jüngste W. stammt von Dennis und Donella Meadows ("Die neuen Grenzen des Wachstums", 1992): Die vergangenen zwei Jahrzehnte staatlichen Umweltschutzes haben nicht nur die Umweltschäden nicht reduziert, es hat auch keine signifikanten Veränderungen im weltweiten Wachstumsprozeß gegeben. Die vergangenen Jahrzehnte sind im Sinne des notwendigen revolutionären Wandels verschenkt worden. Die befürchtete Grenze der Belastbarkeit der Erde ist an vielen Stellen bereits überschritten, einige Weltregionen stehen vor dem Kollaps. Die Grundübel sehen die Meadows in der Wachstumsideologie und dem inhärent kurzfristigen Profitstreben und dem ebenso kurzsichtigen politischen Handeln. Ein radikaler Wandel im Wirtschaften und in der Ethik sei notwendig, es gelte, in den westlichen Industriegesellschaften schnell eine neue, beispielhafte Kultur der Genügsamkeit zu entwickeln. Nach der landwirtschaftlichen Revolution vor 6.000 Jahren und der industriellen Revolution Anfang des 19. Jh. stehen wir nun vor der dritten Anpassungsperiode in der Menschheitsgeschichte, der Revolution zur weltweiten Anpassung an die Grenzen der Umwelt.
GAIA, Biosphäre II, Energiewende

Autor: KATALYSE Institut

Weißblech

Als W. bezeichnet man ein Eisenblech, das zum Schutz vor Korrosion mit einer dünnen Schicht aus Zinn überzogen ist.
Für W., das mit Lebensmitteln in Berührung kommt, werden meist über dem Zinn noch eine oder mehrere zusätzliche Schutzschichten aus Lack aufgebracht.

70% des in Westdeutschland hergestellten W. wird im Lebensmittelbereich verbraucht, wo man es meist zu Konserven- oder Getränkedosen verarbeitet. Auf diese Weise fallen mit Haus- und Gewerbemüll (Hausmüll,
Abfall) jährlich etwa 700.000 t W.-Schrott an, dessen Verwertung Probleme bereitet (Recycling). Früher wurde W. in der Eisenverhüttung eingesetzt, mit dem Rückgang der Eisenproduktion sind Stahlwerke z.Z. fast die einzigen Abnehmer. Jedoch darf aus Qualitätsgründen im Stahl ein bestimmter Zinnanteil nicht überschritten werden, so daß spezielle Verfahren der Entzinnung (z.B. Lurgi-Verfahren) zur Anwendung kommen oder der W.-Schrott mit Eisen verschnitten wird (Abkonzentration). W.-Erzeugnisse sind energetisch und ökologisch günstiger als die entsprechenden Produkte aus Aluminium. Wie beim Aluminium existiert jedoch auch für W. noch kein bundesweites Sammel- und Rückführsystem. Zudem ist W. als Einwegverpackung abzulehnen. Daher muß z.B. auf dem Getränkesektor die Forderung gestellt werden, in Zukunft verstärkt auf Glas in Mehrwegsystemen als Packstoff umzusteigen, auch wenn hierbei eine größere Bruchgefahr und ein höheres Verpackungsgewicht zu verzeichnen sind.

Autor: KATALYSE Institut

Weißkreuz

Bezeichnung aus dem Ersten Weltkrieg; bezieht sich auf die Markierung der Munition mit farbigen Kreuzen für die unterschiedlichen Klassen chemischer Kampfstoffe.

Reizstoffe.

Autor: KATALYSE Institut