Schadstoffarme Kfz

Von den 1990 in den alten Bundesländern neu zugelassenen 3 Mio Pkw und Kombis entsprachen 2,6 Mio der US-Norm.

95% davon waren Otto-Pkw (Ottomotor), überwiegend mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator. Anfang 1991 hatten von den rund 26 Mio Otto-Pkw und Kombis in Westdeutschland rund 6,6 Mio einen geregelten Katalysator und ca. 2,2 Mio einen ungeregelten Katalysator. Von den Diesel-Pkw (Dieselmotor) waren am 1.1.1991 rund 17% nach der US-Norm zugelassen.

Trotz steigender Fahrleistungen ist aufgrund des fast 100%igen Anteils schadstoffarmer Pkw an den Neuzulassungen zukünftig mit einem Rückgang der Stickoxid-, Kohlenwasserstoff- und Kohlenmonoxidemissionen aus dem Pkw-Verkehr in Westdeutschland zu rechnen. Nicht so günstig sieht die Entwicklung beim Straßengüterverkehr mit Lastkraftwagen aus, da verschärfte Emissionsgrenzwerte dort erst ab Mitte der 90er Jahre bei den Neuzulassungen deutliche Minderungen versprechen.

Autor: KATALYSE Institut

Schädliche Umwelteinwirkungen

Juristischer Begriff aus dem Umweltrecht. Durch das Bundesimmissionsschutzgesetz werden S. als Immissionen mit bestimmten Störwirkungen definiert. Sie werden mit Gefahren, Nachteilen und Belästigungen umschrieben. Dadurch wird nach der Schutzwürdigkeit verschiedener Rechtsgüter differenziert.
Das Rechtsgut menschliche Gesundheit geniesst dabei einen höheren Schutz (Schutz vor Gefahren) als das menschlich, körperliche Wohlbefinden unterhalb der Schwelle des Gesundheitsschadens. Tiere Pflanzen und Materialien stehen ebenfalls auf der unteren Stufe der Schutzwürdigkeit (Nachteile und Belästigungen).

  • Gefahr: unter Gefahr ist die objektive Möglichkeit eines Schadenseintritts zu verstehen. Das bedrohte Rechtsgut wird in aller Regel die menschliche Gesundheit sein.
  • Nachteile: Unter Nachteilen sind Vermögenseinbussen zu verstehen die durch physische Einwirkungen hervorgerufen werden, ohne zu einem unmittelbaren Schaden zu führen.
  • Belästigungen: Belästigungen sind Beeinträchtigungen des körperlichen und seelischen Wohlbefindens des Menschen. Der Übergang zwischen Belästigungen und Gesundheitsgefahren ist dabei fliessend. Nachteile und Belästigungen im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes gelten jedoch erst, wenn sie erheblich sind. Hier gilt - im Unterschied zu Gesundheitsgefahren - ein grösserer Beurteilungsspielraum.

Die Immissionsgrenzwerte der Ta Luft sollen diese Schutzanforderung konkretisieren, bleiben jedoch weit hinter dem aus dieser Definition abzuleitenden Gefahrenbegriff zurück. Der geforderte Sicherheitsmaßstab (Risiko eines Schadenseintritts) lässt sich zum Beispiel eher mit den Luftqualitätskriterien der Weltgesundheitsorganisation in Einklang bringen.

 

Autor: KATALYSE Institut

Saurer Nebel

Aus Schwefeloxiden entsteht in Verbindung mit sehr kleine Wassertröpfchen (Nebel) in der Luft z.B. Schwefel- und Salpetersäure.

Diese meist sehr sauren, flüssigen Teilchen nennt man S., der häufig noch wesentlich saurer ist, als saurer Regen. So wurden schon pH-Werte unter 2 gemessen, d.h. der S. war saurer als Zitronensaft. Bei Nebelwetterlagen entziehen sich Schwefel- und Stickoxide den Emissionsmessungen, da sie sich in den Wassertröpfchen lösen, die messtechnisch nicht erfasst werden. Der S. ist gesundheitlich äußerst bedenklich, da er leicht von Menschen mit der Atemluft aufgenommen wird und so in die Atmungsorgane und Schleimhäute gelangen kann. Seine aggressive Wirkung kann starke gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen.

Autor: KATALYSE Institut

Satelliten-DNA

Der Begriff Satelliten-DNA beschreibt ein Phänomen, das in einer experimentellen Situation in vitro (im Reagenzglas) vorkommt.

Im Labor wird die Satelliten-DNA sichtbar gemacht, wenn biologisches Material aus dem Zellkern von Eukaryonten (höhere Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern haben im Unterschied zu Prokaryonten, z. B. Bakterien, bei denen die Chromosomen frei im Zytoplasma liegen)

im so genannten Dichtegradienten zentrifugiert wird. Bei dieser Art der Gleichgewichts-Zentrifugation ordnet sich die DNA entsprechend ihrer Dichte im Zentrifugenglas an. Dabei entstehen verschiedene Banden, eine breite Hauptbande mit dem größten Teil des Genoms eines Individuums und eine kleine schmale Bande neben der Hauptbande. Diese Nebenbande wird Satellit genannt.

Die Satelliten werden von der so genannten Repetitiven DNA gebildet. Das sind kurze sich ständig wiederholende Sequenzen innerhalb des Genoms. Die Anzahl der Basenpaare und deren Wiederholungen können stark variieren, von einigen wenigen bis zu 100.000 Basenpaaren und einigen wenigen bis zu 100 Wiederholungen. Diese Repetitiven DNA-Sequenzen sind keine Gene, codieren also nicht, und verteilen sich über das gesamte Genom. Sie sind extrem variabel (d. h. sie mutieren besonders stark) und sie machen bei Säugetieren bis zu 10 % des Genoms aus. Repetitive DNA befindet sich vor allem im Bereich des Centromers der Chromosomen, einem Bereich, in dem bei der Zellteilung der Spindelapparat ansetzt, um die Chromosomen auseinander zu ziehen, und an den Enden der Chromosomen. Mikrosatelliten sind 2–4 Basenpaare lang und wiederholen sich hintereinander 10–100-mal. Minisatelliten sind kurze DNA-Abschnitte von 10–100 Basenpaaren (Nukleotiden) bei Säugetieren; sie können wenige bis zu 50 Wiederholungen haben.

Diagnostisch kann man die Methode der Untersuchung der Satelliten-DNA anwenden, um DNA verschiedener Individuen hinsichtlich ihrer Übereinstimmung zu untersuchen. Jedes Individuum hat eine ganz charakteristische Basenzusammensetzung dieser Sequenzen, deshalb kann mit der Fingerprint-Methode die DNA jedem „Besitzer“ zugeordnet werden. Dieses Verfahren nennt man auch „genetischer Fingerabdruck“ oder einfach Gentest, der z. B. mit Proben von Speichel, Sperma- oder Hautzellen durchgeführt wird. Im Prinzip ist aber jede andere Zellart auch geeignet.

 

Autor: KATALYSE Institut

Sasil

siehe Zeolith A

Autor: KATALYSE Institut

SAS

Abkürzung für die englische Bezeichnung Sodiumalkansulfonate. (SAS)
Alkansulfonate

Autor: KATALYSE Institut

Sanitärreiniger

Reinigungsmitteltyp, speziell für Sanitär-Keramik, Fliesen und Armaturen, der sowohl mit anorganischen Ablagerungen ( Kalk, Rost) und Urinstein als auch mit fettartigen Rückständen von Seifen und Kosmetika fertig werden muss.

Dazu sind zum einen Formeln geeignet, die sowohl Säuren (gegen Kalk etc. als auch Tenside (gegen fettige Anschmutzungen) enthalten. Hier bestehen fliessende Übergänge zu WC-Reinigern.

Ganz anderer Zusammensetzung sind alkalische S. Diese besitzen aufgrund ihres Alkalihydroxid-Gehaltes hohe ph-Werte (11-13), ähnlich den Rohrreinigern. Des weiteren enthalten sie ebenso Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge) und Tenside. Da mit den alkalischen Sanitärreinigern Kalkablagerungen nicht entfernt werden können, ist die Gefahr gross, dass bei unbefriedigendem Reinigungserfolg nachfolgend saure S. zur Anwendung kommen und sich spontan Chlorgas bildet. Aus den gleichen Gründen wie bei den flüssigen Rohrreinigern muss daher von alkalischen Sanitärreinigern dringend abgeraten werden.

Autor: KATALYSE Institut

Sanierung

Nachträgliche Verbesserung einer umweltbelastenden Anlage oder eines umweltbelastenden Raumes.

Die Sanierungsbedürftigkeit bemisst sich an der Überschreitung von Grenzwerten. Dabei ist die Anlagensanierung oft recht schwierig, weil Anlagen mit der Genehmigung zum Teil Bestandschutz haben. Bei der Sanierung von Räumen, die hohe Kosten verursacht, wird das Verursacherprinzip oft durch das Gemeinlastprinzip (Sanierung aus öffentlichen Mitteln) ersetzt, da Verursacher von Altlasten nicht mehr ermittelbar sind oder der Bestandsschutz von Anlagen nur durch Bezuschussung der Sanierung umgangen werden kann (Altanlagensanierungsprogramm). Beispiele: Asbest, Radon, Bodensanierung
nachträgliche Anordnung, Bundesimmissionsschutzgesetz.

Autor: KATALYSE Institut

Sanfter Tourismus

Von Robert Jungk 1980 geprägter Begriff für eine Art des Tourismus, die seit etwa Mitte der 80er Jahre in kleinem Rahmen von Veranstaltern oder bestimmten Tourismusregionen angeboten wird.

Beim sanften Tourismus geht es um Bemühungen, dem ressourcenvernichtenden und umweltfeindlichen Massentourismus ein human- und umweltorientiertes Tourismusmodell entgegenzusetzen. Oberste Zielsetzung dieser Tourismuspolitik ist es, die Zielkonflikte von Freizeit und Umwelt weitgehend zu entschärfen. Innerhalb einer intakten Umwelt sollen die Bedürfnisse der erholungsuchenden Menschen mit den Interessen der ortsansässigen Bevölkerung in Einklang gebracht werden.

Die wichtigsten Forderungen sind u.a. Dezentralisierung der Einrichtungen, Entzerrung und Lenkung der Verkehrsströme sowie Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Förderung von Kleinprojekten, Beteiligung der einheimischen Bevölkerung an touristischen Entscheidungen, Anpassung von Ernährung und Architektur an die regionalen Gegebenheiten. Nicht alle Zielkonflikte touristischer Nutzung lassen sich mit dem Sanften Tourismus lösen.

Sanfter Tourismus wird inzwischen auch von der Touristikbranche als Werbeargument eingesetzt, ohne dass die so bezeichneten Einrichtungen und Reiseprogramme immer den Mindestanforderungen des Sanftenb Tourismus entsprechen. Uneinigkeit besteht u.a. über die Frage, wer Auszeichnungen verleihen darf und nach welchen Kriterien dies geschehen soll (Blaue Flagge).

Schutzwald, Alpen

Autor: KATALYSE Institut

Salzsäure

siehe Chlorwasserstoff

Autor: KATALYSE Institut

Salze

S. sind Verbindungen, die aus Ionen aufgebaut sind, wobei anorganische S. entweder aus Metall-Kationen oder dem Ammonium-Ion NH4+ (Ammoniak) und aus Säurerest-Anionen bestehen.

Organische S. haben auch quartäre Ammonium-Ionen oder andere positiv geladene Moleküle oder Radikale als Kationen. S. können relativ wenig giftig sein, z.B. Kochsalz, oder stark giftig, z.B. Schwermetalls. wie Cadmiumchlorid (Schwermetalle).

Autor: KATALYSE Institut

Salmiakgeist

Wässrige Lösung von Ammoniak.

Autor: KATALYSE Institut

Russfilter

siehe Partikelfilter

Autor: KATALYSE Institut

Rutengänger

siehe Wünschelrute

 

Autor: KATALYSE Institut

Runderneuerte Reifen

Bei R. werden auf Altreifen neue Fahrprofile aufgeschweißt. 20% der Altreifen (66% Lkw, 34% Pkw) werden auf diese Art wiederverwendet.

So werden wertvolle Rohstoffe eingespart und die Abfallmenge und Emissionen verringert (Recycling). R. sind um 40% billiger als neue Reifen. Nach Herstellerangaben werden bei R. nicht mehr Reklamationen verzeichnet als bei Neureifen. R. tragen das Umweltzeichen.

Autor: KATALYSE Institut

Rubriken durchsuchen

Boden Wasser Luft & Klima Energie Abfall Bauen & Wohnen Mobilität & Verkehr Landwirtschaft Natur- und Artenschutz Ernaehrung Umweltrecht Gesundheit Chemie & Prozesse Substanzen & Werkstoffe Weiteres & Sonstiges Umweltorganisationen Lärm Radioaktivität

Autor: KATALYSE Institut

Rotguss

Rotguss wird auch als Mehrstoffbronze bezeichnet, da es aus Kupfer, Zinn, Zink, Blei, Nickel und Antimon bestehen kann. Der Gusswerkstoff ist eine Legierung (CuZnSn); sie enthält Kupfer (80-90 Prozent), Zinn (1,5-11 Prozent), und Zink (1-9 Prozent).

Rotguss hat gute Gleiteigenschaften, ist verschleißfest und kavitationsbeständig. Er findet Einsatz bei der Produktion von hydraulischen Anlagen, Gleitlagern, Zahnrädern, Schleifringen und Schneckenrädern. In der Sanitärinstallationstechnik ist Rotguss der Werkstoff schlechthin und wird für die Herstellung von Absperr-, Sicherungs- und Regulierarmaturen und für Fittinge eingesetzt.

Rotguss ist salzwasserbeständig und besitzt eine Zugfestigkeit von 15 - 30 kp/mm². Rotguss ist universell einsetzbar und kann mit allen bekannten Installationswerkstoffen beliebig kombiniert werden, z. B. in der Rohrsystem-Verbindungstechnik mit Kupfer, Edelstahl, verzinktem Stahl und mit Kunststoff.

Rotguss lässt sich sehr gut bearbeiten und findet Anwendung in den unterschiedlichsten Pressverbindungssystemen. Während bei Bauteilen aus Messing Zugspannungen bedingt durch den Herstellungsprozess des Bauteiles auftreten können, z. B. Pressen oder durch fehlerhafte Montage, z. B. Überhanfen eines Gewindes. Rotgussteile sind dagegen frei von Spannungsrisskorrosion.

Rotguss ist ein nach EN 1982 (modifiziert nach DIN 50930/6) genormter Armaturen- und Installationswerkstoff. Die Beeinflussung der Trinkwasserbeschaffenheit wird in der DIN 50930 Teil 6 - 8.7.2 und 8.7.3 geregelt, danach darf Rotguss max. 3 Prozent Blei 3,0 Prozent und max. 0,6 Prozent Nickel enthalten. Legierungen aus Rotguss für Armaturen und Rohrverbinder müssen in Ihren Bestandteilen und in den für die Herstellung erforderlichen Begleitelementen bestimmte Anforderungen erfüllen, die durch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) mit einer Kennzeichnung bestätigt werden. Danach ist Rotguss ein Werkstoff, der für alle Trinkwässer verwendet werden kann, da die Abgabe von Legierungsbestandteilen im Rahmen der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) liegen.

Rotguss wird heute überwiegend aus recyclten Material hergestellt und schont somit Umwelt und Ressourcen.

Autor: KATALYSE Institut

Rote Liste

Die R. der gefährdeten Tiere und Pflanzen in Deutschland wird im Auftrag der Bundesregierung erstellt und z.T. durch Landeslisten ergänzt.

Der Bestand der Tier- und Pflanzenarten wird alle 7-10 Jahre überprüft, zuletzt in den Jahren 1977 und 1984. Von den Farn- und Blütenpflanzen wurde zuletzt 1988 eine neue Liste erstellt. Der Name R. geht auf die Arbeit der Internationalen Naturschutzorganisation, IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources), zurück, die erstmals 1966 aussterbende Säugetiere im sog. Red Data Book festhielt. In der R. werden Tiere und Pflanzen in fünf Gefährdungsstufen eingeteilt:
0: ausgestorben oder verschollen,
1: vom Aussterben bedroht,
2: stark gefährdet (nahezu im gesamten einheimischen Verbreitungsgebiet gehen die Bestände zurück),
3: gefährdet (in großen Teilen des Verbreitungsgebietes gehen die Bestände zurück) und
4: potentiell gefährdet (räumlich begrenztes Vorkommen).
In der 1988 vorgelegten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen werden von 2.728 Arten rd. ein Drittel als gefährdet angesehen (s. Tab). Beispiele für vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten in Westdeutschland:
Farnartige Gewächse: Stachelporiges Brachsenkraut, Virginianische Mondraute, Pillenfarn, Schwimmfarn u.a.
Samenpflanzen: Zwergteichrose, drei Küchenschellenarten, Moltbeere, Wasserfalle, Deutsche Tamariske, Karlszepter, Wasserlobelie, Edelraute, Schachblume, Sumpfgladiole, Monte-Baldo-Segge, neun Orchideenarten.
In Westdeutschland gibt es noch 600 wildlebende Wirbeltierarten, von denen die Hälfte in ihrem Fortbestand als gefährdet gilt (s. Tab). Beispiele für vom Aussterben bedrohte Tierarten in Westdeutschland:
Säugetiere: Alpensteinbock, Biber, Baumschläfer, Otter, Luchs, Nordische Wühlmaus, Schweinswal, Birkenmaus sowie vier Fledermausarten. Vögel: Seeadler, Steinadler, Wanderfalke, Kornweihe, Wiesenweihe, Uhu, Sumpfohreule, Sperlingskauz, Weißstorch, Kranich, Moorente, Rohrdommel, Kormoran, Goldregenpfeifer, Birkhuhn, Auerhuhn, Wiedehopf u.a. Fische: Flußneunauge, Lachs, Meerforelle, Maifisch, Huchen, Zobel, u.a. Neue Daten zur R. der Wirbeltiere werden voraussichtlich Ende 1992 erscheinen.
Artensterben, Artenschutz

Autor: KATALYSE Institut

Rotasche

siehe Kieselrot

 

Autor: KATALYSE Institut

Rostschutzmittel

Stoffe zur Verhinderung (R.) oder zum Abbau von Rost (Rostentfernungsmittel, Rostumwandler).

R. können Bleimennige (Blei) oder krebserzeugendes Zinkchromat enthalten. Produkte ohne Blei und Chromat tragen das Umweltzeichen und enthalten Zinkphosphat, Zink o.a. Rostumwandler bestehen aus ätzender 25%iger Phosphorsäure (Säuren) oder stark reizenden Peroxiden, die Eisenoxid (Rost) in Eisenphosphat umwandeln sollen. Außerdem sind entfettende giftige Substanzen wie 1,1,1-Trichlorethan und Tetrachlorethen enthalten. Das für Großobjekte mangels kostengünstiger Alternativen immer noch verwendete Bleimennige wird bei Sanierungsmaßnahmen, z.B. Sandstrahlen von Stahlbrüchen, in großen Mengen in die Umwelt eingebracht.

Autor: KATALYSE Institut

Rost

Rost bildet auf Eisen und Stahl unter Einwirkung von Wasser und Sauerstoff und trägt somit zur Zerstörung dieser Materialien bei.

Rostschutz bedeutet, Eisen und Stahl gegen Feuchtigkeit oder Sauerstoff abzusperren. Rostschutzmassnahmen sind zum Beispiel Legieren, dass heisst Aufbringen von Schmelzüberzügen, aus nichtrostenden Metallen ( Zink, Zinn, Blei, Kupfer, Nickel, Chrom), Emaille oder Kunststoffen ( PVC, PE), Anstrich mit Rostumwandlern (phosphor- bzw. chromatsaure Lösungen) oder Rostschutzanstriche ( Rostschutzmittel). Es werden auch ölige Kunstharze, synthetischer Kautschuk, Aluminiumbronze, Teer und Bitumen verwendet.

Der Einsatz nichtrostender Materialien bei Rostschutz bietet häufig Alternativen. Ist dies nicht möglich, sind konstruktive Lösungen zu bevorzugen. Dazu zählt auch die einkontaktliche Bildung eines Rostfilms auf der Oberfläche. Ein Verrosten tieferer Schichten wird auf diese Weise erschwert oder gar verhindert.

Autor: KATALYSE Institut

Rohrreiniger

R. (Abflussreiniger) sollen Verstopfungen im Abflussbereich, die sich aus Kalkseifen, Fett, Haaren und Speiseresten aufbauen können, verhindern bzw. bereits entstandene wieder beseitigen.

Dazu wird sehr aggressive Chemie eingesetzt. Es gibt zwei Anwendungsformen:
1. R.-Granulate enthalten Natriumhydroxid. Die hoch alkalische Substanz verseift Fette und greift Haare etc. an. Außerdem löst es das ebenfalls enthaltene metallische Aluminium unter starker Wärmeentwicklung und Bildung von Wasserstoff-Gas. Die Gasproduktion soll den Schmutz lockern helfen. Da Wasserstoff mit Luft das entzündliche Knallgas bilden kann, wird noch Nitrat zugesetzt, welches den Wasserstoff unter Bildung von Ammoniak abfängt.
2. Flüssige R. sind gleichfalls hoch alkalisch, enthalten daneben noch Tenside und Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge), wobei letzteres insb. gegen Haarverstopfungen wirkt.
Von beiden Varianten muss dringend abgeraten werden. Sie sind aufgrund ihrer ätzenden Natur gefährlich für den Anwender und korrodieren die verschiedensten Materialien. Bei den chlorhaltigen Varianten besteht bei falscher Anwendung zusammen mit Säuren (WC-Reiniger) die Gefahr spontaner Bildung von Chlor-Gas. Hinzu kommt hier die AOX-Belastung des Abwassers als weiterer Nachteil.
Seit kurzem werden R. auf Enzym-Basis angeboten. Hier ist das unmittelbare Gefährdungspotential sicherlich geringer, das ändert nichts an der Tatsache, dass Rohrverstopfungen wirksamer, preiswerter und umweltschonender mit mechanischen Methoden wie Saugglocke und Spirale behoben werden können.

Autor: KATALYSE Institut

RNS

siehe Ribonukleinsäure

Autor: KATALYSE Institut

Richtwerte

R. besitzen ein wesentlich geringeres Maß an Verbindlichkeit als Grenzwerte.

Rechtlich gesehen kommt ihnen der Wert einer Veröffentlichung oder gutachterlichen Stellungnahme zu. R. basieren auf einem mehr oder weniger großen Wissens- und Erfahrungsstand und regeln eine Fülle von Bedeutungsinhalten, z.B. MIK-Werte, R. für Schadstoffe in Nahrungsmitteln, tolerierte Gehalte für Schwermetalle im Boden, Toleranzgrenzen, angestrebte Werte etc.

Autor: KATALYSE Institut

Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften

Eine EG-Richtlinie hat den Status eines verbindlichen europäischen Gesetzes.

In der Umweltpolitik ist die R. die übliche und am häufigsten angewandte Rechtsnorm. Die R. wird auf Vorschlag der EG-Kommission vom Ministerrat der EG beschlossen und richtet sich an die Mitgliedstaaten. Die R. muss - meistens innerhalb von zwei Jahren - in jeweiliges nationales Recht umgesetzt werden ("Rechtsangleichung") und erlangt somit erst zu diesem Zeitpunkt ihre Gültigkeit. Dabei bleibt es den Adressaten überlassen, welche Form und Mittel sie zur Erreichung der vorgegebenen Ziele einsetzen wollen.
Es gibt ca. 200 EG-Richtlinien im Bereich des Umweltschutzes, von denen ca. 45 größere Bedeutung erlangt haben, insb. im Bereich des Gewässerschutzes (Trinkwasserrichtlinie), des Chemikalienrechts, der Überwachung von Industrieanlagen (Sevesorichtlinie), des Luft-Immissionsschutzes; v.a.sind zu nennen: die UVP-Richtlinie, die Vogelschutz-Richtlinie.
Bei der Umsetzung von Umweltrichtlinien in nationales Recht und Praxis in den Mitgliedstaaten gibt es erhebliche Unterschiede. Dänemark und Frankreich gaben bislang am wenigsten Anlaß zur Klage. Dagegen haben Italien, Luxemburg und Irland nur 50 - 60% der Richtlinien umgesetzt.
Deutschland nimmt in der Umsetzung mit 99 vom 136 Umwelt-Richtlinien einen Mittelrang ein; ca. 30 Verfahren wegen Nichtumsetzung wurden von der EG-Kommission gegen Deutschland eingeleitet. Beanstandungen bei der Umsetzung der Vogelschutz-, Badegewässer- und Trinkwasserrichtlinien führten bereits zu Urteilen vor dem Europäischen Gerichtshof.

Autor: KATALYSE Institut