Category Archives: N – S
Naturschutzgebiet
N. sind, gemäß 13 des Bundesnaturschutzgesetzes, naturnahe Gebiete, bestimmt zum Schutz von Pflanzen und Tieren sowie deren Lebensräumen.
Nutzung und Betreten der Gebiete sollten so weit eingeschränkt sein, daß keine Zerstörung oder Veränderung des Gebietes erfolgt. Die Fläche aller Naturschutzgebiete in Deutschland betrug 2002 1.009.513 ha, das entspricht 2,8% der Gesamtfläche (Flächennutzung). Nur ca. 13% umfassen eine Fläche von 200 ha oder mehr; eine Mindestgröße ist aber zum Erreichen des Schutzziels notwendig. N. haben den größten Schutzstatus.
Trotzdem genießen sie keinen vollen Schutz, sondern werden durch landwirtschaftliche Nutzung (Landwirtschaftsklausel), Erholungseinrichtungen, Anpflanzungen fremder Hölzer u.ä. vielfach beeinträchtigt (Freizeit und Umwelt). Bei ca. einem Drittel der N. ist das Schutzziel gefährdet. Viele vom Aussterben bedrohte Arten werden von den N. nicht erfaßt (Artenschutz). Naturschutzverbände halten eine Vergrößerung auf mindestens 10% der deutschen Fläche für erforderlich.
- Bundesnaturschutzgesetz
Autor: KATALYSE Institut
Naturschutz
Die Aufgabe des Naturschutzes ist der Erhalt von wildlebenden Pflanzen- und Tierarten, ihrer Lebensgemeinschaften und natürlicher Lebensgrundlagen sowie der Erhalt von Landschaften und Landschaftsteilen unter natürlichen Bedingungen.
Die Schutzziele werden im Bundesnaturschutzgesetz festgelegt. Insbesondere sollen
- die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts erhalten,
- die Regenerations- und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter bewahrt,
- die Tier- und Pflanzenwelt in ihren Lebensräumen geschützt,
- die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie den Erholungswert von Natur und Landschaft dauerhaft bewahrt
und so die Lebensgrundlage des Menschen und die Voraussetzungen für die Erholung von Natur und Landschaft nachhaltig gesichert werden.
Durch die Ausweisung von besonderen Schutzgebieten, die vor unerwünschten Veränderungen bewahrt werden, sollen in der Praxis Natur- und Artenschutz sowie der Schutz von natürlichen Lebensgemeinschaften und ihren Lebensräumen (den Biotopen) verwirklicht werden.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Schutzgebieten:
Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate, Landschaftsschutzgebiete, Naturparke oder Naturdenkmäler.
Der Schutz der Natur als staatliche Verantwortlichkeit reicht in Deutschland mit der Ausweisung des ersten Naturschutzgebietes (1836) und ersten Naturschutzgesetzen (z.B.1875 preußisches Schutzwaldgesetz) in das 19. Jahrhundert zurück. Das Reichs-Naturschutzgesetz von 1935 stellte bereits einen verhältnismäßig weitreichenden Schutz dar und behielt bis zum in Kraft treten des Bundesnaturschutzgesetzes 1976 Geltung.
Erst in den siebziger Jahren erhielt der Naturschutz neue Impulse, u.a. durch die Arbeiten des Club of Rome (Grenzen des Wachstums; Weltmodelle). Erst in dieser Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass die natürlichen Ressourcen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und die natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Nutzung erhalten werden müssen.
Bislang werden zum Schutz der Natur vorwiegend erhaltende (konservierende) Maßnahmen (Artenschutz, Naturschutzgebiete) ergriffen, die sich v.a. am Nutzen für den Menschen orientieren. Erst in jüngster Zeit setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass ganzheitlicher Naturschutz, der den ökologischen Erfordernissen unserer Umwelt Rechnung trägt, unabhängig von dem konkreten kurzfristigen Nutzen des Menschen zu erfolgen hat.
Als weiterer Schritt zum Schutz der Natur trat 1992 die europäische Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) in Kraft. Mit der Unterzeichnung der Richtlinie verpflichten sich die EU-Mitgliedsstaaten ein europaweites Netz von ausgewiesenen Schutzgebieten einzurichten (Natura 2000).
- Bundesnaturschutzgesetz, Umweltschutz, Artenschutz
Autor: KATALYSE Institut
Naturpark
Naturparks sind großräumige Schutzgebiete, die dem Erhalt von Kulturlandschaften dienen und als Erholungsgebiete von der Bevölkerung genutzt werden können.
Der Schutz erfolgt durch die Ausweisung der überwiegenden Fläche als Landschaftsschutzgebiet oder Naturschutzgebiet (§ 16 Bundesnaturschutzgesetz). Wie andere Schutzgebiete, sollen Naturparks vor zerstörenden Eingriffen bewahrt werden. Dieses Schutzziel verträgt sich jedoch häufig nicht mit der gleichzeitigen Nutzung als Erholungs- und Fremdenverkehrsgebiete, nach deren Erfordernissen Naturparks geplant und erschlossen werden, so werden z.B. Wanderwege, Parkplätze oder Campingplätze angelegt. Die daraus resultierende Nutzung führt zu starken Belastungen dieser Landschaften.
In Deutschland gibt es derzeit 95 Naturparke (Stand: 2006), die etwa 24 Prozent d.h. rund 8,4 Millionen Hektar umfassen.
Autor: KATALYSE Institut
Naturnahe Wälder
Wenn auch vom Förster begründet, zeichnen sich N. dadurch aus, daß sie den Wäldern ähneln, die natürlich an einem bestimmten Standort wachsen würden.
Ein N. kann, wenn der Mensch geschickt eingreift, wesentlich artenreicher sein als ein natürlich wachsender Wald. So würde ein natürlicher Wald in unseren Breiten im Endstadium seiner Entwicklung (Klimaxstadium) v.a. aus Buchen bestehen.
Die Buche ist jedoch sehr "unduldsam", d.h., nur wenige andere Pflanzenarten können unter ihrem Dach gedeihen. Reine Buchenbestände sind daher recht artenarm.
Im Gegensatz zu Monokulturen
- bieten N. u.a. mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Sie sind damit stabiler gegen Schädlingsbefall,
- sind N. oft unempfindlicher gegen Windwurf. In ihnen wachsen häufig Bäume unterschiedlicher Höhe, so daß das Kronendach keine glatte Oberfläche bildet; auftretende Windböen werden besser "abgefangen",
- sind N. von Luftschadstoffen teilweise stärker betroffen. Das "aufgerauhte" Kronendach des gestuften Waldes filtert besonders gut Schadstoffe aus der Luft.
Autor: KATALYSE Institut
Naturdenkmal
Ein N. ist ein besonders schützenswertes Einzelobjekt in der Natur, wie z.B. Standorte seltener Tiere und Pflanzen, alte Bäume, Quellen, Felsformationen und Höhlen, Wasserfälle oder große Einzelbäume.
N. werden aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder ästhetischen Gründen sowie angesichts ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit unter Schutz gestellt (§ 17 Bundesnaturschutzgesetz).
Autor: KATALYSE Institut
Nationalparks in Deutschland
(Stand: 14.07.2004; EUROPARC Deutschland)
| Bundesland |
Nationalpark |
Gründung |
Gesamtfläche (ha) |
| Bayern | Bayrischer Wald | 1970 | 24.250 |
| Bayern | Berchtesgaden | 1978 | 20.778 |
| Schleswig-Holstein | Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer | 1985 | 441.500 |
| Niedersachsen | Niedersächsisches Wattenmeer | 1985 | 234.230 |
| Hamburg | Hamburgisches Wattenmeer | 1990 | 11.700 |
| Mecklenburg- Vorpommern | Vorpommersche Boddenlandschaft | 1990 | 80.500 |
| Mecklenburg- Vorpommern | Jasm und | 1990 | 3.003 |
| Mecklenburg- Vorpommern | Müritz | 1990 | 31.878 |
| Sachsen | Sächsische Schweiz | 1990 | 9.300 |
| Sachsen-Anhalt | Hochharz | 1990 | 5.868 |
| Niedersachsen | Harz | 1994 | 15.800 |
| Brandenburg | Unteres Odertal | 1995 | 10.600 |
| Thüringen | Hainrich | 1997 | 7.600 |
| Hessen | Kellerwald-Edersee | 2004 | 5.724 |
| Nordrhein-Westfalen | Eifel | 2004 | 10.700 |
| Deutschland gesamt | 913.431 |
Autor: KATALYSE Institut
Nationalpark
N. sind großräumige, mindestens 1.000 ha umfassende Naturlandschaften von besonderer Eigenart, Schönheit oder Seltenheit, in einem möglichst natürlichen, vom Menschen unberührten Zustand.
N. unterliegen strengen Schutzbestimmungen, um den vorhandenen vielfältigen Tier- und Pflanzenartbestand zu erhalten und ihn vor menschlichen Eingriffen zu schützen (nach § 14 Bundesnaturschutzgesetz). Die Mehrzahl der deutschen N. sind sogenannte Ziel-Nationalparke, in denen die Kriterien der ungestörten Naturentwicklung nur zum Teil erfüllt werden. Häufig werden die Schutzziele in Gebieten nicht erreicht, in denen traditionelle Lebens- und Wirtschaftsweisen der ansässigen Bevölkerung und touristische Aktivitäten zugelassen sind.
In Deutschland gibt es derzeit 15 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 913.431 ha. Ungefähr 80 % dieser Fläche sind Watt- und Wasserflächen.
- Naturschutz, Biosphärenreservat, Landschaftsschutzgebiet, Bundesnaturschutzgesetz
Autor: KATALYSE Institut
Stirlingmotor
Heißluftmotor nach Hubkolbenprinzip, der 1816 vom schottischen Pfarrer Stirling zum Patent angemeldet wurde.
Zwei Kolben schieben ein Arbeitsgas (z.B. Helium) zwischen einem kalten und einen beheizten Zylinder hin und her. Beheizt wird der Zylinder von außen durch einen kontinuierliche Verbrennung beliebiger Brennstoffe oder Sonnenstrahlen.
S. wurden um die Jahrhundertwende zu Tausenden gebaut, gerieten danach aber in Vergessenheit. Mit dem verstärkten Umweltbewußtsein ist der S. wieder ins Blickfeld gerückt. Die stete äußere Verbrennung erlaubt einen hohen Luftüberschuß und gleichbleibende Brennverhältnisse, wodurch erheblich weniger Schadstoffe emittiert werden als bei den üblichen Explosionsmotoren (Ottomotor, Dieselmotor) selbst, wenn diese mit einem Katalysator ausgerüstet sind.
Auch für die Nutzung der Solarenergie ist der S. (inkl. Generator) interessant und erreichen damit die höchsten Wirkungsgrade (30 %) aller stromerzeugendenSolarkraftwerke. Der S. könnte eine erfolgreiche Zukunft als Automotor und in Blockheizkraftwerken haben, wenn eine entsprechende Optimierung und Weiterentwicklung verfolgt wird, die mit einer deutlichen Preissenkung des S. einhergeht.
Autor: KATALYSE Institut
Stickstoffverbindungen
Zu den wichtigsten Stickstoffverbindungen gehören Ammoniak, Nitrate, Nitrit, Nitrosamine und Stickstoffoxide.
Ammoniak
Ammoniak ist ein farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas, das sehr gut wasserlöslich ist. Besonders viel Ammoniak entsteht in Folge intensiver Tierhaltung bei der Lagerund und Ausbringung von Gülle und führt zu großflächigem Stickstoffeintrag in die Atmosphäre. Andererseits stellen Stickstoffquellen wie Ammoniumnitrat für die Landwirtschaftwichtigen Dünger dar und werden bei der Herstellung in großen Mengen gebraucht.
Nitrate
Die Salze der Salpetersäure werden intensiv in der Landwirtschaft als Bestandteil von Stickstoffdüngern eingesetzt. Vom Boden können Nitrate in dasGrundwasser gelangen oder werden von Pflanzen mit großer Blattoberfläche eingelagert und können so in die menschliche Nahrungskette gelangen.
Nitrit
Nitrit kann aus Nitrat durch mikrobielle Reduktion, sowohl im Boden, als auch im menschlichen Verdauungstrakt Nitrit gebildet werden. Darüber hinaus wird Nitritdirekt durch den Verzehr gepökelter Fleisch- und Wurstwaren aufgenommen.
Nitrosamine
Aus Nitrat und Nitrit können sich unter anaeroben Bedingungen Nitrosamine bilden, die zu den stärksten bekannten chemischen Karzinogenen gehören. Raucher nebenNitrosamine direkt über den Rauch auf.
Stickstoffoxide
Stickstoffoxide entstehen bei Verbrennungsprozessen. Ökologisch relevant sind v.a. Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Sie führen zusammen mit Schwefeldioxid zur Versauerung und Nährstoffanreicherung von Böden.
Autor: KATALYSE Institut
Staubniederschlag
Feste Teilchen, die durch die Schwerkraft aus der Atmosphäre auf den Erdboden sinken, nennt man S..
Die gesundheitsgefährdende Bedeutung des S. besteht v.a. darin, daß sich an ihm Umweltgifte wie z.B. Blei und Cadmiumanlagern. Der S. und dessen Inhaltsstoffe tragen zur Belastung des Bodens und damit zum Eintrag von Schadstoffen in die Nahrungskette bei. In Industriegebieten treten hohe Belastungen an S. auf. So wurden im Ruhrgebiet auf ca. 200 km2 und im Saarland auf ca. 10 km2 S.-Mengen oberhalb des Grenzwertes der TA Luft (Immissionsgrenzwerte) festgestellt. Regional können hohe Blei- und Cadmiumimmissionen durch S. vorliegen.
Siehe auch: Atmosphäre, Staub
Autor: KATALYSE Institut
Stadtklima
Als S. bezeichnet man das gegenüber dem Umland veränderte Lokalklima in Stadt- und Industrielandschaften. Auslöser hierfür sind die Bebauungsart und –dichte, das Wärmespeichervermögen der verwendeten Baustoffe, die Bodenversiegelung, die fehlende Vegetation sowie die vermehrte Emission von Abgasen (Schadstoffe aus Kfz), Aerosolen und Abwärme.
Wechselseitig sich beeinflussend und bedingend, ergeben sich dadurch erhöhte Lufttemperaturen (Wärmeinseleffekt), Reduzierung der Luftgeschwindigkeit und -zirkulation, vermehrte Niederschläge, erhöhte Lufttrockenheit, erhöhte Lufttrübung (Dunstglocke) und eine verminderte Global- und UV-Strahlung.
Für den Menschen ungünstige Auswirkungen ergeben sich durch das vermehrte Auftreten von Smog, Schwüle und die Fülle luzftverunreinigender Stoffe. Insbesondere im Sommer kann es die verminderte Auskühlung der Städte zu Schlaflosigkeit bzw. zu Herz-Kreislauf-Beschwerden führen.
Eine Verbesserung des Stadtklimas lässt sich durch eine den Luftaustausch berücksichtigende Bebauung (Kaltluftschneisen), die Anlage von Grün- und Wasserflächen sowie die Begrünung von Höfen, Strassen, Fassaden und Dächern erreichen (Dachbegrünung).
Siehe auch: Baustoffe, Emission, Schadstoffe, Abwärme
Autor: KATALYSE Institut
Sommersmog
(Photochemischer Smog, Los-Angeles-Smog.) Während im WintersmogVerbrennungsprodukte (Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid) und Stäube direkt gesundheitsschädlich wirken, wird die schädliche Wirkung des Sommersmog von Photooxidantien (v.a. Ozon, Peroxyacetylnitrat) verursacht.
Diese bilden sich unter dem Einfluß von Sonnenlicht aus Stickoxiden (NOx) und Kohlenwasserstoffen und können schon bei sehr niedrigen Konzentrationen (<1 ppm) zur Reizung der Schleimhäute und Beeinträchtigung der Lungenfunktion beim Menschen und zu Schäden an Pflanzen und Materialien führen. Da NOx und Kohlenwasserstoffe v.a. von Industrieund Verkehr emittiert werden, sind Großstädte mit hoher Sonneneinstrahlung und stabiler lokaler Meteorologie besonders gefährdet.
Bekanntestes Beispiel für Sommersmog ist Los Angeles, wo Grenzwerte für Ozontrotz erheblicher Anstrengungen zur Luftreinhaltung z.T. immer noch erheblich überschritten werden. Seit den 70er Jahren tritt Sommersmog in den Sommermonaten verstärkt auch in Deutschland auf und gilt als eine der Hauptursachen des Waldsterbens. Die derzeitige Smog-Verordnung ist nur auf denWintersmog ausgerichtet. Eine Verordnung, die auch Gegenmaßnahmen bei hohen sommerlichen Ozonwerten vorschreibt, soll 1992 verabschiedet werden.
Bodennahes Ozon, Grenzwerte und Schädigungen: Ozon
Autor: KATALYSE Institut
Smog-Verordnung
In den fünfziger und sechziger Jahren gab es v.a. in Deutschland und England extreme Smogsituationen, welche Anlaß gaben erste S. zu erlassen.
Gleichzeitig wurde die Auslöseschwelle für Smogsituationen herabgesetzt, so dass beispielsweise 1985/86 und 1988/89 wesentlich häufiger der sogenannte Smogalarm ausgerufen wurde.
1987 wurde von den Landesregierungen ein bundesweiter Musterentwurf für die Kriterien der S. verabschiedet, der weitestgehend bis heute gültig ist.
Ein Smog-Frühwarnsystem wurde zwischen den zuständigen Länderbehörden und dem Umweltbundesamt (UBA) zur Frühwarnung im Falle ferntransportierten Smogs, so das ein Datenaustausch der Ergenisse der Länder- und Bundesmessnetze ermöglicht wurde. Hiermit wurde die Grundlage geschaffen Smogsituationen vorauszusagen und deren Entwicklung zu beobachten und Prognosen für die weitere Entwicklungen abzugeben.
Autor: KATALYSE Institut
Sferics
Die als Atmospherics (englisch für atmosphärische Störungen, abgekürzt „Sferics“) bezeichneten Erscheinungen sind natürlichen Ursprungs im Niederfrequenzbereich.
Das sind extrem kurzzeitig auftretende elektromagnetische Wellen, die durch Gewitter, Tornados und Turbulenzen in der Atmosphäre entstehen. Die Sferics werden durch die elektrischen Entladungen (Blitze) dieser Aktivitäten in der Atmosphäre erzeugt. Rund um den Globus treten ständig Gewitter auf, gehäuft in den Tropen, und die Sferics breiten sich über die gesamte Atmosphäre aus. So können Sferics auch weit entfernt vom Ort des Geschehens auftreten. Da diese Entladungen dann nicht unbedingt sichtbar sind, werden sie auch als „Dunkelblitze“ bezeichnet. Bei sehr niedrigen Frequenzen können sie sich durch Resonanz verstärken. Die Frequenzen dieser Sferics liegen im Bereich von 7–45 Hz (ELF-Bereich = Extremely low frequency, so genannte Schumann-Resonanzen) und 4–50 kHz (VLF-Bereich = very low frequency). Die Schumann-Resonanzen sind nach dem Entdecker W. O. Schumann (Physiker) benannt, der sie 1955 nachgewiesen hat. Heute gibt es viele Messstationen für Sferics, deren Daten zur Wettervorhersage verwendet werden.
Die Sferics wurden schon zu Beginn der Funktechnik Anfang des 20. Jahrhunderts registriert, da sie sich als Knacken und Knistern in den Radio-Empfangsgeräten bemerkbar machen. Man unterscheidet Wettersferics von den Geophysikalischen Sferics. Wettersferics werden direkt am Entstehungsort registriert, während die geophysikalischen von weit her kommen und nicht einem Ursprungsort zugeordnet werden können.
Seit den 1960er Jahren werden die Sferics genauer untersucht hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Menschen. Einige Untersuchungen dazu
Sferics wirken sich auf den Menschen zum einen in Form von Wetterfühligkeit aus, die individuell das Wohlbefinden mehr oder weniger stark beeinflusst. Zum anderen werden Herz-Kreislauf-Beschwerden, Hörsturz, Phantomschmerzen, Konzentrationsstörungen und psychische Beeinträchtigungen festgestellt. Erhöhte Sferic-Aktivität kann u. a. mit erhöhten Unfallzahlen einhergehen; umgekehrt stellte man weniger Unfälle bei geringer Aktivität fest.
Autor: KATALYSE Institut
Schwefeldioxid
S. (SO2)ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das beim Einleiten in Wasser schweflige Säure bildet. In der Natur befindet sich S. in vulkanischen Gasen und im Erdgas. 98 Prozent des industriell erzeugten S. dient zur Schwefelsäureherstellung.
Durch Verbrennung fossiler Brennstoffe ergibt sich eine große Belastung der Atmosphäre mit S: (Saurer Regen,Waldsterben, Winterssmog). Aufgrund der Bildung von schwefeliger Säure wirkt S. auf Mensch und Tier durch Reizung und Schädigung der Schleimhäute, Bronchospasmen und Reizhusten.
Konzentrationen ab 400-500 ppm S. sind kurzfristig bei Einatmung lebensbedrohlich (MAK-Wert: 2 ppm, entspricht 5 mg/m3). Die langfristige Einwirkung von S. führt zunächst zu fehlen des Geschmacks, roter Zunge und Beklemmungen, dann zu Lungenentzündungen bzw. –ödemen, zu Herz-Kreislauf-Versagen und Atemstillstand. Pflanzen reagieren entschieden empfindlicher auf die Einwirkung von S.. Anteile von 1-2 ppm S. genügen, um den natürlichen Photosynthese-Ablauf zu stören, was eine Schädigung der Blätter zur Folge hat (Blattnekrose, Waldsterben).
Autor: KATALYSE Institut
Schwebstaub
Alle festen Teilchen in der Atmosphäre nennt man S.. Je nach Teilchengröße unterscheidet man den Staub in Grob- und Feinstaub.
Da bei den Rauchgasentstaubungsanlagen die großen Teilchen besonders gut abgeschieden werden, besteht der in der Luft vorhandene S. zu ca. 90% aus Feinstaub. Feinstäube sind in bezug auf eine Gesundheitsgefährdung von großer Bedeutung, da sie lungengängig sind, in die Atmungsorgane des Menschen gelangen und sich so in den Lungenbläschen ablagern.
Zudem lagern sich umweltschädliche Stoffe wie Schwermetalle und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe an diese Feinstäube an. Messtechnisch sind in jedem eingeatmeten m3 Luft erbgutverändernde bzw. krebserregende Substanzen feststellbar. Bei gleichzeitiger Einwirkung von Schwefeloxiden und S. in hohen Konzentrationen kommt es zu einem Anstieg von Todesfällen.
Siehe auch: Smog, Schadstoffe aus Kfz, Atmosphäre, Feinstaub
Autor: KATALYSE Institut
Rußzahl
Meßgröße für den Staub- und Rußanteil in Rauchgasen.
Bei Heizungsanlagen ist eine hohe R. ein Hinweis auf den schlechten Wirkungsgrad der Anlage. Die R. wird mit Hilfe der Rußpumpe gemessen, mit der das Abgas durch ein Filterpapier gesaugt wird. Die Schwärzung des Filterpapiers wird mit der Bacharach-Skala verglichen und erlaubt so die Bestimmung der R..
Siehe auch: Staub, Ruß, Rauchgasen
Autor: KATALYSE Institut
Robin Wood
1982 schlossen sich Umweltschützer zusammen, um gegen das Sterben der Wälder gewaltfrei in Aktion zu treten. Mittlerweile hat der Verein rund 2300 Mitglieder, in 20 Städten arbeiten Regionalgruppen.
Mit verschiedenen Aktionen setzen sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter gegen die Zerstörung der heimischen und der tropischen Wälder, gegen Energieverschwendung und für eine vernünftige Verkehrspolitik ein.
Robin Wood setzt sich auch aktiv für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie und den endgültigen Stopp aller CASTOR- Transporte ein.
Folgende Schwerpunkte hat sich ROBIN WOOD für die nähere Zukunft gesetzt: die naturverträgliche Waldnutzung, das Forest Stewardship Council (FSC), die nordischen Wälder (u.a. Landrechtkonflikte der Saami im nordschwedischen Lappland) und Waldsterben durch Stickstoff-Immissionen aus der Massentierhaltung.
Das ROBIN WOOD- Magazin ist eine Zeitschrift für Umweltschutz und Ökologie, die viermal im Jahr erscheint. Die wechselnden Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Wald, Tropenwald, Energie, Müll, Klima und Verkehr. Dazu berichtet das Magazin über die Aktivitäten und Aktionen der Organisation ROBIN WOOD. Ein Jahresabonnement kostet € 12.
Kontakt:
ROBIN WOOD Bundesgeschäftsstelle
Postfach 102 122
28021 Bremen
Tel: 0421 - 59 828 8
Fax: 0421 - 59 828 72
eMail: geschaeftsstelle@robinwood.de
www.robinwood.de
Autor: KATALYSE Institut
Rauchgasentstickungsanlagen
R. sind Anlagen zur Abscheidung von Stickoxiden aus Rauchgas, die eingesetzt werden, wenn sog. Primärmaßnahmen zur Stickoxidminderung nicht ausreichen.
R. können außer bei Kohle- und Ölkraftwerken auch zur Reinigung der Rauchgase in anderen Industriezweigen (z.B. chemische Industrie, Eisen- und Stahlindustrie) eingesetzt werden. Das z.Z. am häufigsten eingesetzte Rauchgasentstickungsverfahren ist das sog. SCR-(Selective Catalytic Reduction)Verfahren. Bei diesem Verfahren werden die Stickoxide im Rauchgas in eine Reaktionskammer geleitet, wo sie mit eingedüstem Ammoniak zu den unschädlichen Reaktionsprodukten Stickstoff (N2) und Wasser umgesetzt werden.
Mit dem SCR-Verfahren kann die Stickoxidkonzentration im Rauchgas um 90% verringert werden. Eine SCR-R. für ein Kohlekraftwerk mit 700 MW elektrischer Leistung kostet ca. 70 Mio DM; lt. Beschluß der Umweltministerkonferenz vom 5.4.1984 müssen alle neuen Kohlekraftwerke der BRD mit einer Wärmeleistung von mehr als 300 MW einen Stickoxid-Grenzwert von 200 mg/m3 Rauchgas einhalten. Bei kohlebefeuerten Altanlagen muß zum frühestmöglichen Zeitpunkt der o.g. Grenzwert eingehalten werden (Altanlagensanierungsprogramm).
Siehe auch: Großfeuerungsanlagenverordnung, Kraftwerk, DESONOX-Verfahren, Stickoxiden
Autor: KATALYSE Institut
Rauchgasentstaubungsanlagen
R. sind Anlagen zur Abscheidung von Stäuben aus dem Rauchgas. R. können heute in allen Industriezweigen zur Verminderung der staubförmigen Emissionen eingesetzt werden.
Es werden verschiedene Verfahren eingesetzt:
- Beim Massenkraftabscheider (Zyklonabscheider) wird das Rauchgas umgelenkt, wobei die Staubpartikel der Umlenkung schlecht folgen können und so abgeschieden werden. Dieses Verfahren wird überwiegend in kleineren Betrieben eingesetzt, wo keine so weitgehende Entstaubung wie bei Großanlagen gefordert wird (z.B. Entstaubung von holzstaubhaltiger Abluft in der Holzindustrie). Der Abscheidegrad (Abscheidung) der Stäube ist gering, und die gesundheitsgefährdenden Feinstäube (Staub) werden kaum zurückgehalten.
- Beim Naßabscheider wird Flüssigkeit in das Rauchgas gesprüht, deren Tropfen die Staubpartikel binden und so aus dem Abgas waschen. Naßarbeitende Abscheider sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da die mit dem Staub ins Abwasser eingetragenen Schwermetalle Probleme bei der Abwasserreinigung mit sich bringen.
- Besonders geeignet zur Entstaubung von Rauchgasen sind Gewebefilter (filternde Abscheider) oder Elektrofilter (elektrische Abscheider).
Siehe auch: Staub, Stäuben, Emissionen
Autor: KATALYSE Institut
Rauchgasentschwefelungsanlagen
R. (REA) sind Anlagen, bei denen Schwefeloxide (Schwefeldioxid SO2 und Schwefeltrioxid SO3) aus Rauchgasen abgeschieden werden.
R. können außer bei Kohle- und Ölkraftwerken auch zur Reinigung in anderen Industriezweigen (z.B. Eisen- und Stahlindustrie, chemische Industrie) eingesetzt werden. Es wird zwischen trockenen, nassen und trocken-regenerativen R. unterschieden. Bei den trockenen Verfahren wird i.d.R. gemahlener Kalk in die Feuerung eingeblasen, wo er sich mit SO2 zu Sulfit verbindet und dadurch der natürliche Einbindungsgrad von SO2 in der Asche erhöht wird (Trocken-Additiv-Verfahren).
Bei den nassen Verfahren werden die SO2-haltigen Rauchgase in einer speziellen Anlage mit feinen Kalkschlammtröpfchen besprüht, wobei sich SO2 und Kalk zu Gips verbinden (REA-Gips). Anstelle von Kalkschlamm können auch Ammoniaklösungen (Walther-Verfahren) oder Natriumsulfit (Wellmann-Lord-Verfahren) verwendet werden. Der Abscheidegrad für Schwefeloxide liegt bei trockenen Verfahren bei nur 50%, bei nassen bei über 95%. Aufgrund der Großfeuerungsanlagenverordnung mußten alle deutschen Kraftwerke mit einer Wärmeleistung von mehr als 300 MW bis zum 1.7.1988 mit nassen R. ausgerüstet werden.
Aufgrund der neuen TA Luft von 1986 müssen auch Kohlekraftwerke mit einer Wärmeleistung von weniger als 50 MW mindestens nach dem trockenen Verfahren entschwefelt werden.
Durch den Einsatz von R. fielen 1989 in westdeutschen Steinkohlekraftwerken rd. 1,8 Mio t Gips an, in Braunkohlekraftwerken rd. 1,2 Mio t. Der Gips aus Steinkohlekraftwerken wird zu 100% verwertet, vorwiegend in der Bauindustrie (REA-Gips).
Der in Braunkohlekraftwerken anfallende Gips kann derzeit verfahrensbedingt aufgrund seiner Sulfit- und Sulfidbelastung nicht in der Bauindustrie eingesetzt werden, sondern wird in den Tagebaugruben (Braunkohle) deponiert.
Siehe auch: Wirbelschichtfeuerung, DESONOX-Verfahren
Autor: KATALYSE Institut
Rauchgas
Unter dem Begriff R. werden die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie der Müllverbrennung entstehenden und in die Atmosphäre abgeleiteten Stäube und Gase (z.B. Schwefeldioxid und Stickoxide) zusammengefasst.
Siehe auch: Verbrennung, fossiler Brennstoffe, Atmosphäre, Stäube, Gase
Autor: KATALYSE Institut
Photosmog
Siehe Sommersmog.
Autor: KATALYSE Institut
Photooxidantien
Luftschadstoffe werden durch Sonnenlicht oxidiert, wodurch in der Atmosphäre neue Schadstoffe wie Ozon, Peroxyacetylnitrat (Leitsubstanzen) und Wasserstoffperoxid entstehen. Vorläufersubstanzen sind Stickoxide und Kohlenwasserstoffe.
Gemeinsam sind alle Stoffe für die heute meist allein dem Ozon zugeschriebenen Reizungen von Augen und Atemwegen verantwortlich. Bei Inversionswetterlagen kommt es zur Bildung von photochemischen Smog, der durch verstärktes Auftreten der o.g. Substanzen geprägt ist. V.a. das ständig steigende Verkehrsaufkommen und der daraus resultierenden Zunahme der Vorläuferemissionen und als Folge häufig Auftreten kritischer Ozonkonzentrationen von mehr als 100 ppbv (200 µg O3/m3). Paradoxerweise findet man die höchsten Konzentrationen nicht in den Ballungsgebieten, sondern in den Rand- und Reinluftgebieten, die im Abwind der Emissionsquellen liegen, da es erst beim Luftmassentransport zur Bildung von P. kommt.
In Deutschland gibt es inzwischen ein bundesweites, engmaschiges Ozon-Messnetz. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz soll die Bevölkerung bei Konzentrationen >180 µg/m3 Ozon informiert und ab 360 µg/m3 Ozon gewarnt werden. Ab 240 µg/m3 Ozon können Verkehrsbeschränkungen eingeleitet werden.
Siehe auch: Atmosphäre, Schadstoffe, Ozon, Wasserstoffperoxid, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe
Autor: KATALYSE Institut
