Grillen

Grillen wird definiert als garen in trockener Luft mit Hilfe von Wärmestrahlung bei einer Umgebungstemperatur von 250 Grad, wobei das Gargut gleichzeitig gebräunt wird. Je nach Art der Wärmestrahlung wird mit Strom, Gas oder Glut gegrillt.

Durch eine hohe Temperatur an der Gargutoberfläche denaturieren die Eiweißstoffe. Kohlenhydrate karamellisieren, was zu einer Krustenbildung führt. Die Beschaffenheit der Lebensmittel ist neben der Beheizungsart und Vorbereitung ausschlaggebend dafür, inwieweit Aromen intensiviert und welche Bräunungsgrade erreicht werden.

Zum Grillen eignen sich Fleisch, Süßwasserfische, festfleischige Gemüsesorten (z.B. Paprika, Tomaten) oder Obstarten. Beim Grillen von Fleischprodukten entstehen infolge unvollständiger Verbrennung der Holzkohle polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen zahlreiche krebserregend sind. Bei Temperaturen von 500-600 Grad entstehen besonders stark kanzerogen wirkende PAK.

Zur Vorbeugung gegen zu große Mengen PAK sollte möglichst mageres Fleisch verwendet werden. Das Grillgut sollte erst auf den Rost aufgelegt werden, wenn die Holzkohle gut durchgeglüht ist und die starke Rauchentwicklung aufgehört hat. Es sollten auch keine anderen Brennmaterialien verwendet werden und das Grillgut sollte vor dem Nachschütten von Kohle vom Grill genommen werden.

Stark kanzerogen sind PAK, wenn Fleischfett auf glühende Holzkohle tropft und verdampft. Es ist deshalb darauf zu achten, dass kein Fett vom Fleisch in die Grillkohle tropft. Optimal sind Grillgeräte, bei denen das Grillgut nicht wie üblich über der Kohle Platz findet, sondern von der Seite gegart wird. Ruß an der Oberfläche von Fleischwaren ist ein sichtbares Zeichen für hohe Mengen an PAK.

Quelle:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.

Siehe auch: Fleisch und Fleischerzeugnisse, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Autor: KATALYSE Institut

Gluteninduzierte Enteropathie

Gluteninduzierte Enteropathie ist eine Intoleranz gegenüber dem Getreideprotein Gluten (Klebereiweiß), die eine chronische Erkrankung des Dünndarms hervorruft.

Gluteninduzierte Enteropathie wird im Kindesalter als Zöliakie und im Erwachsenenalter als einheimische Sprue bezeichnet. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten und ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht heilbar.

In Deutschland liegt die Häufigkeit der Fälle bei 1:800. Es wird jedoch angenommen, dass die Zahl der nicht erkannten Fälle viel höher ist. Westirland hat mit 1:300 Betroffenen die europaweit höchste Rate. Über die Ursachen und Auslöser der Krankheit besteht noch keine Klarheit. Bisher geht die Wissenschaft davon aus, dass die Erkrankung durch einen frühen Kontakt mit Gluten und sehr häufig bei familiärer Veranlagung ausgelöst wird.

Das Getreideprotein Gluten führt bei Zöliakie/Sprue zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Wird Zöliakie/Sprue nicht behandelt (anhaltende Glutenbelastung), verliert die normale Struktur der Darmschleimhaut nach und nach an Oberfläche (Abflachung der Darmschleimhaut, Abbau der Darmzotten). Durch diese Veränderung können wichtige Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen und ans Blut, an den Körper, weitergeleitet werden. Die fehlenden Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe führen zwangsläufig zu einer Unterversorgung des Körpers.

Die Symptome sind vom Erkrankungsalter des Patienten abhängig. Bei Kindern können beispielsweise Wachstumsstörungen, Wesenveränderungen oder Eiweißmangelsymptome auftreten, bei Erwachsenen dagegen Mundschleimhautentzündung, Knochenschmerzen oder Übelkeit. Die Krankheit kann durch eine Untersuchung der Darmschleimhaut oder einer Untersuchung auf Endomysium-Antikörper festgestellt werden.

Gluten ist in Weizen (Dinkel, Grünkern), Roggen, Gerste, und Hafer enthalten. Um einen Schub zu verhindern und die Symptome von Zöliakie/Sprue zu lindern erfordert es den vollständigen Verzicht auf Gluten, d.h. keinerlei Produkte aus oder mit

Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Vielfach wird Weizengluten aufgrund der guten technologischen Eigenschaften als Emulgator, Stabilisator oder als Trägersubstanz für Aromen in der Lebensmittelproduktion eingesetzt. Dies muss nicht gekennzeichnet werden, was dem Verbraucher den Einkauf erschwert. Glutenfrei sind dagegen
Mais, Reis, Kartoffeln, Kastanien, Buchweizen und Hirse. Säuglings- und Folgenahrung werden vorsorglich glutenfrei hergestellt.

Glutenfreie Lebensmittel sind durch eine durchgestrichene Ähre gekennzeichnet. Lebensmittelhersteller, die ihre glutenfreien diätetischen Produkte mit diesem Zeichen kennzeichnen, müssen einen Lizenzvertrag mit der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft abschließen. Lebensmittel, die von Natur aus kein Gluten enthalten dürfen dieses Zeichen jedoch nicht tragen.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
LÖBBERT, R; et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
SPEKTRUM: Lexikon der Ernährung. Heidelberg 2002.
HAHN, A., STRÖHLE,A., WOLTERS, M.: Ernährung. Stuttgart 2005.

Empfehlenswerte Bücher:
ALLMANN, I.: Kochbuch für Glutenallergiker und andere Allergiker. 1994.
BUHMANN, C.: Glutenfrei kochen und backen. 2004
GRAF-SITTLER, F.: Vollwertige Ernährung. 2005.
PABEL, B.: Natürlich glutenfrei. 2005.

Autor: KATALYSE Institut

Glutamat

Kurzbezeichnung für Natrium-G., Natriumsalz der Aminosäure Glutaminsäure.

G. wirkt als Geschmacksverstärker mit Ausnahme bei süßen Lebensmitteln. Findet weite Verbreitung bei Fertiggerichten, Suppen, Soßen und Gewürzzubereitungen. Kann bei (ständig) zu hoher Dosierung zu Erkrankungen führen (Symptome: Unwohlsein, Bluthochdruck, Hautrötung).

Siehe auch: Aminosäure

Autor: KATALYSE Institut

Glashauskulturen

G. sind Pflanzenkulturen, die im Glashaus (Gewächshaus), einem heizbaren Raum mit lichtdurchlässigem Dach und Wänden, unabhängig von den klimatischen Verhältnissen an- und aufgezogen werden.

Glashäuser haben meist eine Lüftung und gelegentlich Zusatzbeleuchtung und Beregnungsanlagen. Nach den mittleren Temperaturen in der kalten Jahreszeit unterscheidet man zwischen dem Kalthaus (bis 12 Grad C), dem temperierten Haus (12-18 Grad C) und dem Warmhaus (Treibhaus; ab 18 Grad C). In letzterem werden kälteempfindliche Pflanzen (z.B. Gurken, Tomaten usw.) gehalten.

Autor: KATALYSE Institut

Getreide und Getreideerzeugnisse

 Getreide gehört zu den bedeutenden Grundnahrungsmitteln. Hauptinhaltsstoff des Getreides ist Stärke. Getreide ist eine Sammelbezeichnung für landwirtschaftlich kultivierte, einjährige Pflanzenarten aus der Familie der Gräser mit einsamigen Früchten. Sie werden als Körner bezeichnet und sind die Hauptnahrungsquelle für Mensch und Tier.

Geschichte
Archäologischen Funden nach hat der Getreideanbau seinen Ursprung im 9. Jahrtausend v. Chr. in Vorderasien. Die ältesten Getreidearten sind

Weizen und Gerste. Im 5. Jahrtausend v. Chr. erreichten diese über Thessalien Mitteleuropa. Hafer und Roggen kamen als Wildkräuter vor und wurden erst spät als Kulturpflanze herangezüchtet. Erst im 14. Jahrhundert wurde, ein auf Überschusserzeugung abgestellter Getreideanbau möglich. Der moderne Getreideanbau kam um 1860 mit der Düngung, Einführung der Dränage und dem Dampfflug. Heute macht der Getreideanbau den weltweit größten Anteil an der landwirtschaftlichen Produktion aus.

Arten
Es gibt insgesamt sieben Getreidearten:

Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis,
Mais und Hirse. Dinkel und Kamut sind Ursprungsarten von

Weizen. Grünkern ist unreif, gedarrter Dinkel. Buchweizen zählt nicht zu den Getreidearten, sondern zu den Knöterichgewächsen. Getreideähnliche Körner sind Quinoa und Amaranth. Sie zählen zu den Meldegewächsen und haben gegenüber Getreide meist einen höheren Gehalt an Protein und einigen Mineralstoffen. Getreidekörner werden gewöhnlich nicht roh gegessen, sondern verarbeitet. Durch Vermahlen, Quetschen, Schroten und Sieben entstehen die Getreideerzeugnisse Schrot, Mehl, Grieß, Kleie, Grütze, Graupen und Getreideflocken. Diese können wiederum zu einer Vielzahl von Produkten weiterverarbeitet werden. Daneben werden Getreidekörner in Brauereien und Brennereien sowie zur Herstellung von Kaffeeersatz verwendet.

Aufbau eines Getreidekorns
Alle Getreidekörner haben den gleichen Aufbau. Sie bestehen aus einer Schale, dem Mehlkörper und dem Keimling. Einige Getreidekörner, wie Hafer, Hirse, Gerste, sind von einer zusätzlichen harten Schale, die Spelze, umgeben. Die Inhaltsstoffe des Getreidekorns sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern kommen im weißen Mehlkörper, im Keim und in den dunkleren Randschichten in unterschiedlichen Mengen vor.

Insgesamt enthält ein ausgereiftes Getreidekorn rund 12 Prozent Wasser, 11 Prozent Eiweiß, zwei Prozent Fett, 70 Prozent Stärke und rund 2,5 Prozent Ballaststoffe. Der Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen variiert von Getreideart zu Getreideart. Einfluss auf den Nährwert eines Korns hat zudem auch die Zusammensetzung des Bodens. Enthält dieser, beispielsweise wenig Selen enthält das Getreidekorn auch wenig Selen. Der Ballast- und Mineralstoffgehalt von Mehlen ist vom Ausmahlungsgrad des Getreides abhängig (z.B. enthält Typ 405 weniger, Typ 1050 mehr Mineral- und Ballaststoffe). Ein hoher Stärkegehalt, wie er bei niedrigen Mehltypen vorkommt, ist küchentechnisch z.B. für die Backfähigkeit sowie bei der industriellen Verarbeitung von großer Bedeutung.

Reis besitzt den höchsten Stärkegehalt. Hirse, Hafer und Roggen liefern das meiste Eisen,

Weizen, Reis und Hirse am meisten Magnesium. Hafer, den höchsten Fett- und Vitamin B1 und B6-Gehalt. Den höchsten Vitamin E Gehalt besitzt
Mais.

Getreidekonsum
In den letzten 100 bis 200 Jahren hat sich der Getreideverzehr stark verändert. Vom weltweit verzehrten Protein stammen 45 Prozent aus Getreide; von den Kohlenhydraten liefert Getreide 64 Prozent, von Fett neun Prozent, Eiweiß und von der insgesamt mit aufgenommenen Energie 50 Prozent. Um das Jahr 1800 wurde etwa 52 Prozent der Nahrungsenergie durch Getreide geliefert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es 35 Prozent, im Jahr 1994 betrug die Energiebereitstellung durch Getreideprodukte nur noch 22 Prozent.In Entwicklungsländern ist Getreide das wichtigste Lebensmittel. In Deutschland hingegen wird 60 bis 70 Prozent des Getreides als Viehfutter verwendet, denn um ein Kilogramm Fleisch produzieren zu können werden 16 Kilogramm Getreide oder Sojafrüchte benötigt.

Wissenswertes
Rohes Getreide kann von

Mutterkorn oder Schimmelpilz befallen sein (Mykotoxine). Rückstände von Pflanzenschutzmitteln liegen i.d.R. weit unter den Grenzwerten. Auch die Schwermetallbelastungen liegen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln niedrig. Ganze Getreidekörner sind bis zu zwei Jahre lagerfähig. Am besten dunkel und trocken, aber nicht luftdicht verschlossen, denn bei zu warmer und feuchter Lagerung können sich Schimmelpilzgifte bilden. Pilzbefall ist an einem süßlichen und unangenehmen Geruch zu erkennen. Vollkornmehle werden schnell ranzig, da sie einen höheren Fettgehalt haben. Gerste,

Weizen, Dinkel, Grünkern, Hafer, Roggen enthalten das Getreideeiweiß Gluten und sind daher nicht für Personen geeignet die an Zöliakie leiden.

Quellen:
DER BROCKHAUS: Ernährung. Mannheim 2001.
LEITZMANN, C; MÄNNLE, T; KOERBER, K.: Vollwert-Ernährung. Heidelberg 1999.
LÖBBERT, R; et al.: Lebensmittel. Haan-Gruiten 2004.
Wissenswertes zu Vegetarismus und Getreide

Autor: KATALYSE Institut

Gesundheitlicher Verbraucherschutz

Gesundheitlicher Verbraucherschutz ist ein Teil des vorsorgenden Verbraucherschutzes. Dieser soll garantieren, dass Bürgerinnen und Bürger darauf vertrauen können, dass die angebotenen Produkte gesundheitlich unbedenklich und die rechtlichen Voraussetzungen für die Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen gesichert sind.

Dem Schutz der Verbraucher vor Gesundheitsgefährdungen wird gegenüber wirtschaftlichen Interessen, Vorrang eingeräumt. Weitere Handlungsfelder des vorsorgenden Verbraucherschutzes sind wirtschaftlicher Verbraucherschutz und Verbraucherinformation

Einen Wendepunkt in der Verbraucherschutzpolitik stellte die BSE Krise dar. Im Zentrum der Neuorganisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes stand die Trennung von Risikobewertung, Risikokommunikation und Risikomanagement. Der institutionelle Wandel im Bereich Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, erfuhr je nach Mitgliedsstaat und politischer Kultur eine unterschiedliche Ausrichtung. In Deutschland wurden die bislang über mehrere Ministerien verteilten Kompetenzen des Verbraucherschutzes (BMG und BMWI) in dem neu gebildeten Verbraucherschutzministerium (BMVEL, 1/2001) zusammen geführt. Die risikopolitischen Zuständigkeiten im Lebensmittelbereich wurden grundsätzlich reorganisiert, die bisher zuständige Institution aufgelöst (BgVV) und im Sinne der klaren Trennung von Risikomanagement und Risikobewertung zwei neue Bundesbehörden gegründet (11/2002):

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für die Risikobewertung / Risikokommunikation
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für das Risikomanagement.

Zentrale Aufgabe des BfR ist die Durchführung von Risikobewertungen im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und der Lebensmittelsicherheit. Die Aufgaben der Risikokommunikation umfassen die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit (v.a. der Bevölkerung) über vorhandene oder potentielle Gefährdungen sowie die Zusammenarbeit mit den Bundesländern und der Europäischen Ebene. Die wichtigste Neuausrichtung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes auf politischer Grundsatzebene ist die Verankerung des Vorsorgeprinzips (Verordnung Nr. 178/2002, in Kraft getreten am 21. Februar 2002). Auf nationaler Ebene wurden auf Seiten der Politik, wie auch auf Seiten der Wirtschaft entsprechende Instrumente entwickelt:

  • Vorschriften zur lebensmittelrechtlichen Überwachung (AVV Rahmen-Monitoringplan, 3/2002), die u.a. einen auf Risikoanalyse gestützten bundeseinheitlichen Lebensmittelüberwachungsplan als präventives, die reguläre Lebensmittelüberwachung ergänzendes Untersuchungssystem und Vorschriften über die Betriebskontrolle umfassen.
  • Einführung einer unverzüglichen Meldepflicht für Lebensmittelunternehmen gegenüber der zuständigen Überwachungsbehörde, wenn das Unternehmen annimmt, dass ein von ihm in den Verkehr gebrachtes Lebensmittel den Vorschriften für den Gesundheitsschutz nicht entspricht (§ 40a LMBG, 8/2002).
  • Entwicklung des QS Siegels für Fleisch und Wurstwaren durch die Fleischwirtschaft (4/2002).
  • Ausweitung der Eigenkontrollen der Lebensmittelwirtschaft.

Autor: KATALYSE Institut

Gentransfer

Die Übertragung von Genen von einer Zelle in eine andere mit Hilfe von Vektoren (z.B. Plasmide, Viren) oder chemisch/physikalischen Methoden.

Der G. wird im Bereich bakterieller, pflanzlicher oder tierischer. Zellen aber auch zwischen diesen Zellgruppen vollzogen.

Autor: KATALYSE Institut

Gentechnologie

Sammelbegriff für auf molekularbiologischen Erkenntnissen fußende Techniken zur Isolation, Synthese und Charakterisierung von genetischem Material und Mechanismen, die das Erbgut von Organismen betreffen sowie zur Übertragung (Gentransfer, Vektoren) und Neukombination von DNS und RNA (Ribonukleinsäure).

Die praktischen Anwendung der G. erfolgt bereits in einer Vielzahl von Bereichen. Zu ihnen gehören Medizin (Human Genom Project, Gentherapie, Genomanalyse), Produktion von Pharmaka, Kriminalistik (Genetischer Fingerabdruck), Umweltschutz (schadstofffressende Bakterien) sowie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion (s.u).

Angesichts des enormen Förderungsvolumens für die Forschung im Bereich G. durch die Bundesregierung (Programm Biotechnologie 2000, 1989 bis 1994 rd. 1,7 Mrd DM) und die EG (1990 bis 1994 rd. 500 Mio DM) ist damit zu rechnen, daß die G. in einem Ausmaß Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung und das alltägliche Leben nehmen wird, wie es bislang von den neuen Technologien nur der Mikroelektronik gelang. Neben der Pharmazie bietet der Sektor der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung der G. das breiteste Spektrum der Anwendung und die schnellste Umsetzung in die Massenproduktion.

Industrieunternehmen der verschiedensten Bereiche versprechen sich durch den Einsatz der G. wirtschaftliche Vorteile. Die Lebensmittelindustrie z.B. sieht die Möglichkeit, mit der G. traditionelle, landwirtschaftliche Produkte sowie Mikroorganismen den Erfordernissen ihrer Verarbeitungsverfahren anzupassen und damit Prozesse zu rationalisieren. Zudem erhofft sie sich langfristig durch die Konstruktion neuer Produkte neue Marktnischen zu erschließen.

Heute werden bereits Enzyme und Aminosäuren zur Herstellung von Lebensmitteln z.T. mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen produziert (z.B.: alpha-Amylasen für den Herstellungsprozeß von Bier und Brot, Phenylalanin im Zusammenhang mit Süßstoffen). In verschiedenen europäischen Ländern ist es zulässig, Käse mit gentechnisch produziertem Chymosin herzustellen, der auch nach Deutschland importiert wird. Hefen und Bakterien, in der Produktion von Brot, Bier sowie Fleisch- und Milchprodukten werden verändert, um Verfahrenschritte zu verkürzen oder einzusparen. In Großbritannien ist eine gentechnisch veränderte Brot- und Bierhefe zur kommerziellen Anwendung zugelassen.

Die G. soll bei Nutztieren und -pflanzen das Spektrum der züchterischen Möglichkeiten erweitern. Aktuelle Ziele in der gentechnischen Pflanzenzucht-Forschung sind: die Übertragung von Resistenzen gegen Herbizide, Pflanzenschädlinge und Umwelteinflüsse/-schäden, wie z.B. hohe Bodensalzgehalte oder Trockenheit und die Veränderung der Pflanzeninhaltsstoffe.

Eine Vielzahl von Fragen, die die Gesundheits, Umwelt- und Sozialverträglichkeit der G. betreffen, sind bislang noch ungeklärt. So besteht derzeit kein gesichertes Wissen darüber, inwieweit der Einbau fremder DNS das Genom eines Organismus beeinflussen kann, da über die zeitliche und räumliche Wechselwirkung der Gene wenig bekannt ist. Damit wird das Auftreten neuer oder veränderter Stoffwechselprodukte, deren Wirkung auf die menschliche Gesundheit nicht abzuschätzen ist, denkbar.

Die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen wirft die noch weitgehend unbeantwortete Frage auf, inwieweit DNS im Freiland zwischen artfremden Organismen ausgetauscht werden und es damit zu einer unkontrollierten Ausbreitung von z.B. Resistenzeigenschaften kommen kann. Dabei ist noch unklar, inwieweit biotopfremde, gentechnisch manipulierte Organismen bestehende ökologische Gleichgewichte und Kreisläufe stören oder zerstören können. Zudem ist mit weitreichenden negativen sozio-ökonomischen Folgen durch Strukturveränderungen (Intensivierung und Konzentration) in der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie zu rechnen, die eine umfassende Einführung der G. hervorrufen kann bzw. verstärkt.

Den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen regeln EG-weit die Richtlinie 90/219 zur "Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen" und 90/220 zur "Absichtlichen Freisetzung von genetisch veränderten Organismen in die Umwelt" (Freisetzungsrichtlinie). In Deutschland ist im Juni 1990 das Gentechnikgesetz verabschiedet worden, mit dem die Umsetzung der Richtlinien in nationales Recht vollzogen werden sollte.

Bis Anfang 1993 wird aller Voraussicht nach vom Ministerrat der EG die Novel-Food-Verordnung verabschiedet werden, mit der EG-weit auch die Zulassung von Lebensmitteln geregelt werden soll, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Mit dieser einheitlichen Regelung wird es wahrscheinlich zu einer zunehmenden Verbreitung dieser Produkte kommen.

Im Rahmen von Arzneimittelgesetzen werden derzeit EG-einheitliche Zulassungsverfahren für gentechnisch hergestellte Arzneimittel erarbeitet.
Alle gesetzlichen Regelungen zur G. weisen mehr oder weniger große Mängel bzgl. Sicherheitsvorschriften, Definition des Anwendungsbereichs, Bürgerbeteiligung und Kennzeichnungsvorschriften auf (Gentechnikgesetz).

Siehe auch: Vektor

Autor: KATALYSE Institut

Gentechnikgesetz

Das G. (GenTG) ist die am 20.6.1990 erfolgte Umsetzung der europäischen Freisetzungsrichtlinie in deutsches Recht (letzte Änderung 23.9.1990).

Zweck des Bundesgesetzes zur Regelung der Gentechnologie ist: "1. Leben und Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen sowie die sonstige Umwelt in ihrem Wirkungsgefüge und Sachgüter vor möglichen Gefahren gentechnischer Verfahren und Produkte zu schützen und dem Entstehen solcher Gefahren vorzubeugen und 2. den rechtlichen Rahmen für die Erforschung, Entwicklung, Nutzung und Förderung der wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten der Gentechnik zu schaffen."

Das G. gilt für gentechnische Anlagen und Arbeiten, Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen und das Inverkehrbringen von Produkten, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus solchen bestehen.

Das G. als Umsetzung der EG-Freisetzungsrichtlinie ist lückenhaft, so daß damit zu rechnen ist, daß die EG-Kommission vor dem europäischen Gerichtshof gegen die Bundesregierung klagen wird. Die Punkte, die die EG-Kommission bemängelt betreffen u.a. Maßnahmen zur Unterrichtung der Öffentlichkeit und Sicherheitsmaßnahmen im Umgang und dem Handel mit gentechnisch veränderten Organismen.

Damit wird eine restriktivere Formulierung einiger Punkte im deutschen G. notwendig. Darüber hinaus sind vor dem Hintergrund der Risiken, die die Anwendung gentechnischer Verfahren mit sich bringt, eine Vielzahl von Kritikpunkten gegen das G. einzuwenden, die v.a. die Aspekte:
- lückenhafte Definition des Anwendungsbereichs,
- ungenaue Begriffsbestimmungen,
- dürftige Sicherheitsvorschriften,
- ungenügende Produkthaftung von Betreibern sowie
- nicht ausreichende Regelungen zur Information und Beteiligung der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen betreffen.

Die Mängel in den Bestimmungen gehen so weit, daß ein Sprecher des Bundesgesundheitsamtes sie damit kommentierte, daß hier in eklatantem Widerspruch zur EG-Richtlinie die unkontrollierte Freisetzung zugelassen werde.
Das G. orientiert sich deutlich an den Betreiberinteressen gentechnischer Anlagen und ignoriert die umfangreiche, vielschichtige und differenzierte Kritik, die von Umweltverbänden, Experten und selbst einzelnen Bundesbehörden lange vor Verabschiedung geäußert wurde.

Autor: KATALYSE Institut

Gemüse

Unter G. versteht man Teile meist einjähriger Pflanzen, die roh oder (erhitzt) zubereitet verzehrt werden. Bestimmte Vitamine und Mineralstoffe sind vorwiegend in G. und seinen Zubereitungen enthalten.

Damit möglichst wenig Verluste wertgebender Bestandteile auftreten, muß G. möglichst schonend verarbeitet werden.
Frisches G. steht heute ganzjährig zur Verfügung, im Ernterhalbjahr durch importiertes G. oder aus Treibhausplantagen, dieser Teil des G. hat großen Anteil an dem Zuwachs der Lebensmittel-Transporte auf der Straße.
Belastung: Schadstoffe treten einerseits durch Überdüngung (Nitratbelastung), andererseits durch Rückstände von Behandlungsmitteln (Pflanzenschutzmittel) auf. Grenzwertüberschreitungen bei Pestiziden sind beim G.-Anbau selten.
Schwermetallbelastungen sind in der Regel nur von regionaler Bedeutung (belastete Böden und Luftbelastungen). Stärker betroffen sind in der Regel G. mit großen Blattoberflächen (wie z.B. Grünkohl).

Siehe auch: Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Autor: KATALYSE Institut

G. belasten die Umwelt durch Stromverbrauch und FCKW-Freisetzungen (Ozonabbau).

G. belasten die Umwelt durch Stromverbrauch und FCKW-Freisetzungen (Ozonabbau).

Darüber hinaus ist Tiefkühlkost aufgrund energieaufwendiger Verarbeitung, Lagerung und Transporte das energieintensivste Nahrungsmittel überhaupt. G. gehören zu den Haushaltsgeräten mit dem höchsten Energieverbrauch. Je nach Güte der

Isolation verbrauchen K. unterschiedlich viel Energie, wobei sparsame Geräte nicht nur die Umwelt schonen (Strom, Kraftwerk), sondern auch Geld sparen (Haushaltsgeräte).

Zur FCKW-Problematik: Kühlschrank
Tips zum Stromsparen: Keine warmen Speisen einfrieren, unnötiges Öffnen vermeiden, Wandabstand zum Wärmetauscher (Metallgitter) mindestens 10 cm, regelmäßiges Säubern des Wärmetauschers, Aufstellung an möglichst kühlem Ort (auf keinen Fall neben dem Herd), evtl. zusätzliche Wärmedämmung anbringen und auf defekte Türdichtungen achten (insbesondere bei Gefrierschränken).

Gefrierschränke verbrauchen bei gleichem Volumen etwa 50% mehr Energie als Gefriertruhen (Haushaltsgeräte). Truhen sind i.d.R. deutlich besser isoliert als Gefrierschränke und beim Öffnen geht erheblich weniger Kälte verloren (dies gilt auch für defekte Türdichtungen älterer Geräte).

Siehe auch: Stromverbrauch

Autor: KATALYSE Institut

Geflügelpest

In Nordrhein-Westfalen ist der erste Fall der hoch ansteckenden und gefährlichen Geflügelpest bestätigt worden. In der Tierseuchengesetzgebung unterscheidet die klassische G. und die atypische G., die als Newcastle-Krankheit bezeichnet. Das Virus ist für Geflügel hoch ansteckend, die Sterblichkeitsrate bei infizierten Tieren liegt bei 90 Prozent. Die Newcastle-Krankheit des Geflügels ist seit 1927 bekannt. Sie trägt ihren Namen nach dem Ort des ersten Ausbruchs in Europa, der wissenschaftlich erforscht wurde. Da bei dem klinischen Erscheinungsbild viele Ähnlichkeiten mit der klassischen G. bestehen, wurde diese Infektionskrankheit in Deutschland in früheren Jahren als atypische G. bezeichnet.

Die Erreger beider Krankheiten sind jedoch unterschiedlich. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind weitgehend identisch weshalb sie in einer seuchenhygienischen Verordnung zusammengefasst sind. Bei Seuchenausbruch wird stets die Tötung des Gesamtbestandes angeordnet. Ein Unterschied besteht hinsichtlich einer möglichen Impfung. Für die G. steht kein geeigneter Impfstoff zur Verfügung und Impfversuche außer für wissenschaftliche Zwecke sind untersagt. Für die Newcastle-Krankheit dagegen besteht Impfpflicht für Hühner und Puten sowie andere, mit diesen Tieren gemeinsam gehaltenen Geflügelarten.

Im Frühjahr 2003 hat sich die G. in den Niederlanden ausgebreitet. Auch niederländische Geflügelbetriebe nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen sind betroffen. Seit dem 9. April 2003 gilt in NRW die "Verordnung zum Schutz gegen die G.". Seit dem 13. April 2003 gilt die "Eil-Verordnung zum Schutz vor der Verschleppung der Klassischen G.". Sie regelt unter anderem:

  • Jede Haltung von Hühnern, Puten, Enten und Gänsen ist der zuständigen Behörde anzuzeigen.
    Erhöhte Verluste oder Leistungsverringerung in den Geflügelbeständen müssen der zuständigen Behörde mitgeteilt werden, eine Untersuchung auf die
    Klassische G. ist zu veranlassen.
  • Geflügelschauen und -märkte sind verboten.
  • Geflügel und Bruteier dürfen nur nach einer tierärztlichen Untersuchung - die nicht länger als 24 Stunden zurückliegt - transportiert werden.
  • Alle Geflügelhalter müssen Zu- und Abgänge von Geflügel detailliert nachweisen.

Für die grenznahen Kreise gelten weitere Auflagen. ergänzen. Wie das Verbraucherministerium in Bonn berichtet, ist der gefundene Erregerstamm für den Menschen nicht gesundheitsgefährdend, dennoch ist ein Tierarzt in Holland nach der Ansteckung verstorben. Bei einem niederländischen Tierarzt ist das für die G. verantwortliche Virus in der Lunge gefunden worden. Das hat das Ministerium für Volksgesundheit in Den Haag mitgeteilt. Der Arzt war in Den Bosch gestorben. Er war an der Bekämpfung der seit Anfang März in den Niederlanden wütenden Tierseuche beteiligt. Dabei habe er allerdings nicht die Anti-Virus-Medizin eingenommen.

Die EU-Kommission in Brüssel hat ein Ausfuhrverbot für Geflügel aus Nordrhein-Westfalen in Staaten der Europäischen Union verhängt. Auch in einem Umkreis von 20 Kilometern um den betroffenen Mastbetrieb in Schwalmtal hat das NRW-Umweltministerium ein für drei Wochen geltendes Transportverbot für Geflügel und Bruteier verhängt.
In Nordrhein-Westfalen sind bereits rund 84.000 Tiere vorsorglich getötet worden. In den Niederlanden sind bereits 13,5 Millionen Tiere getötet worden, um die Seuche zu stoppen.

Die Tierseuche zunächst auf Betriebe in der nördlicher gelegenen Provinz Gelderland in den Niederlanden begrenzt gewesen, hatte sich aber dann nach Süden in Richtung Grenze zu Deutschland und Belgien ausgebreitet. Bisher ist die Seuche auf 210 Betrieben sicher festgestellt worden, bei 21 weiteren besteht nach Angaben der Behörden der ernste Verdacht auf Anwesenheit des Virus.

Autor: KATALYSE Institut

Geflügel

Sammelbezeichnung für diejenigen Vogelarten, die als Nutz- und Haustiere (Haus-G.) gehalten werden oder jagdbares Wild (Feder-, Flugwild) darstellen (Wild-G.).

Die in der G.-Haltung zur Erzeugung von Fleisch und Eiern eingesetzten Tiere stammen aus Zuchtbetrieben. Als Haltungsformen sind heute üblich die Bodenhaltung und die G.-Haltung in Legebatterien. Letztere ist, weil sie in keiner Weise artgerecht ist, abzulehnen (Batteriehaltung, Massentierhaltung).

In der G.-Haltung scheint es die Tendenz zu geben, die Tiere wieder mehr in Bodenhaltung, bei der sie sich frei bewegen können - im Gegensatz zur Käfighaltung - zu ziehen. Einige Eier- und Brathähnchenerzeuger werben für ihre Produkte mit dem Hinweis, daß die Tiere in Bodenhaltung oder freilaufend gehalten werden.

Autor: KATALYSE Institut

Mineralöl

Sammelbezeichnung für aus mineralischen Rohstoffen wie Erdöl, Braunkohle und Steinkohle, Holz und Torf gewonnene flüssige Destillationsprodukte, die v.a. aus Gemischen von gesättigten Kohlenwasserstoffen bestehen.

Bei der Verschmutzung von Haut und Kleidern mit unreinem M. können Paraffinkrätze, Akne und Hautkrebs auftreten. Durch Einatmen von M. tritt eine Reizung der oberen und tieferen Luftwege und evtl. M.-Pneumonien auf. M. gelten als wassergefährdende Stoffe.
M.-Lager: Lagertank

Siehe auch: Braunkohle, Kohlenwasserstoff

Autor: KATALYSE Institut

Methan

M. (CH4) ist ein farbloses, geruchloses, ungiftiges Gas, das zu Kohlendioxid und Wasser verbrennt. Methan gehört zu den klimarelavanten Treibhausgasen.

Methan kann als Brenn- und Heizgas z.B. in Brennstoffzellen verwendet werden. Seine Umweltrelevanz ergibt sich aus dem Ozonabbau von Methan und als klimarelevantes Spurengas beim Treibhauseffekt. Nach Kohlendioxid ist Methan mit einem Anteil von knapp 20 Prozent wichtigster Verursacher des Treibhauseffekts. Die weltweiten Methanemissionen werden auf 500 Mio. Tonnen/Jahr geschätzt, davon gehen rund 70 Prozent auf menschliche Aktivitäten zurück. 1994 wurden in Deutschland rund 833.000 Tonnen Methan emittiert.

Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas, Biogas, Deponiegas und Klärgas. Methan entsteht bei allen organischen Gär- und Zersetzungsprozessen, wie z.B. in Sümpfen, Nassreisfeldern und Massenviehhaltung (der Verdauungstrakt von Wiederkäuern produziert Methan). Die Tierhaltung verursacht rund 39 Prozent aller landwirtschaftlichen Methanemissionen, größtenteils durch Rinder. Der Nassreisanbau ist mit ca. 17 Prozent an den weltweiten Methan-Emissionen beteiligt.
In reiner trockner Luft findet man ca. 2 ppm Methan.

Des weiteren gelangt Methan durch Lecks in Erdgasleitungen und durch Bodenversauerung in die Umwelt. Methan entsteht bei der Abwasser- und Klärschlammbehandlung sowie bei der Klärschlammausbringung in der Landwirtschaft. Methan entsteht auch in geringen Mengen (0,6 bis 1,6 Prozent des enthaltenen Kohlenstoff werden in Methan umgewandelt) bei der Verbrennung von Biomasse bzw. fossilen Brennstoffen.

Autor: KATALYSE Institut

Kurzumtriebsplantagen

Die Kurzumtriebsplantage (KUP) zeichnet sich durch eine extensive Landwirtschaftsbenutzung aus, in der schnell wachsende Baumarten für die Holzproduktion angebaut werden.

In Form von Hackschnitzeln oder Holzpellets wird der nachwachsende Rohstoff Holz vor allem für die Wärmeerzeugung genutzt. Die steigende Nachfrage nach Energie, gekoppelt mit den steigenden Preisen für fossile Energieträger und dem Ausbau erneuerbarer Energien, macht Holz als nachwachsenden Energieträger (erneut) immer populärer. Überlegungen, diesen steigenden Bedarf durch Kurzumtriebsplantagen zu decken, werden zurzeit nachgegangen.
KUPs zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch schnell wachsende, hochproduktive Baumarten, die in hoher Dichte angepflanzt und regelmäßig geerntet werden (1-20 Jahre), in verhältnismäßig kurzer Zeit viel Holz (für z.B. die Energieerzeugung) liefern. (vgl. Rösch/Jörissen 2012: 194) Eine stoffliche Verwertung (Zellstoff-, Papier- und Holzwerkstoffindustrie) ist nach längeren Umtriebszeiten (etwa 10 Jahre) auch möglich. (vgl. NABU o.J.). Laut BUND (2010: 6) verringert sich das Stockausschlagvermögen nach mehren Ernten. "Meist wird mit einer mindestens 20jährigen Nutzungsdauer gerechnet, allerdings gibt es hierzu in Deutschland noch keine Erfahrungswerte" (BUND 2010:6).

Die Merkmale dieser Baumarten sind:
- schnelles Jugendwachstum,
- schnelle Vermehrbarkeit,
- gutes Stockausschlagevermögen,
- vegetative Vermehrbarkeit,
- Dichtstandsverträglichkeit,
- Resistenz
(vgl. Rösch/Jörissen 2012:195)

KUPs besitzen geringere Beeinträchtigungen für Klima und Umwelt gegenüber anderen - hauptsächlich für die Biogaserzeugung angebauten - 'Energiepflanzen':

  • Geringere Dünge- und Planzenschutzmitteleinsatz (u.a. geringerer Bedarf an Stickstoffdünger, dessen Herstellung viel Energie benötigt)
  • CO2-neutraler Energiequelle
  • Geringere Treibhausgasemissionen
  • Für unterschiedliche Standorte geeignet (auch auf Flächen, die für den Ackerbau nicht ge-eignet sind). Dadurch besteht auf diesen Flächen keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.
  • Keine Umwandlung in Biogas nötig, sondern direkt als Energieträger nutzbar

Positive Effekte durch KUPs sind u.a.:

  • eine Rekultivierung durch KUPs ist möglich, da die Bäume die oberen Bodenschichten lo-ckern und viel Kohlenstoff speichern (vgl. Rösch/Jörissen 2012:195-196).
  • Erhöhung der Strukturvielfalt in ackerbaudominierten Gebieten (wichtig für den Lebensraum von Pflanzen und Tieren)
  • Erosionsgefährdete Standorte werden geschützt
  • geringerer Produktionsdruck für einheimischen Wäldern (KUPs als Alternative zur starken Abholzung der einheimischen Wälder)
  • Beschränkung des Holzimports für Energiezwecke
  • Qualität des Grundwassers wird verbessert (durch hohe Nährstoffbindung der KUPs)

Negative Auswirkungen:

  • Rückgang der Sickerwassermenge (Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes, z.B. Grundwas-serabsenkung und verringerte Grundwasserneubildung ist möglich)
  • Meist Monokulturen
  • Konkurrenz zu Naturschutzflächen, z.B. wenn Brachflächen und Grünflächen als KUP genutzt werden und somit ein Verlust der biologischen Vielfalt droht (vgl. BUND 2010:7)
  • Gefahr des Anbaus von gentechnisch veränderten Bäumen oder von invasiven Baumarten
  • hohe Holzerträge nur auf leistungsfähigen Böden. Dies kann zu Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion führen.

Obwohl Kurzumtriebsplantagen in letzter Zeit an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewinnen, werden erst 4.000 Hektar als KUPs (vgl. Rösch/Jörissen 2012:195) in Deutschland genutzt. Allerdings sind die Flächenpotenziale sehr hoch. Weiterhin werden KUPs im Rahmen der GAP und des
EEG gefördert.

Lit.

  • Rösch, Christine/ Jörissen, Juliane (2012): Hoffnungsträger Kurzumtriebsplantagen? – Perspektiven und Herausforderungen im Überblick. – In: GAiA, 2012, Nr. 3, S.194-201.
  • BUND (2010): Kurzumtriebsplantagen für die Energieholzgewinnung – Chancen und Risiken. [Stand:28.02.2013]
  • NABU: Kurzumtriebsplantagen. [Stand: 28.02.2013]
  • Dr. habil. Röhricht (2008): Anbauergebnisse mit schnellwachsenden Baumarten. [Stand: 28.02.2013]

Autor: KATALYSE Institut

Kühlturm

In Kraftwerken fallen ca. 65% der erzeugten Wärme als Abwärme an, die an die Umwelt abgeführt werden muß.

Da die direkte Kühlung mit Flußwasser zu einer starken Aufheizung der Flüsse führt, wird heute bei Großkraftwerken dieAbwärme zusätzlich über K. an die Umgebungsluft abgegeben. Man unterscheidet zwischen Naß- und Trocken-K.. Im Naß-K. gibt das zu kühlende Wasser einen Teil seiner Wärme durch Verdunstung an die Luft ab, bevor es in den Fluß geleitet wird. Dabei gelangen in ihm enthalteneDesinfektionsmittel und Salze in den Fluß. Naß-K. haben den größtenWirkungsgrad, beeinflussen aber das Kleinklima durch Schwadenbildung negativ.

Diese werden bei den Trocken-K. vermieden. In Trocken-K. wird der geschlossene Kühlwasserkreislauf wie beim Autokühler mittels durchströmender Luft gekühlt und eine Belastung von Flüssen vermieden. Trocken-K. haben besonders bei warmem
Wetter einen schlechteren Wirkungsgrad, beeinflussen dafür aber mit Ausnahme ihres wuchtigen Erscheinungsbildes die Umgebung kaum. Trocken-K. sind nur bis zu einer Kraftwerksleistung von 300 MW elektrisch einsetzbar und werden bislang fast ausschließlich bei kleineren industriellen Kraftwerken eingesetzt, wo mit ihnen beträchtliche Wasserkosten gespart werden können. Bei großen Kraftwerken sind Trocken-K. größer und teurer in der Anschaffung als Naß-K..

Hier bietet sich eine Kombination aus Trocken- und Naß-K. an (Hybrid-K.). Sinnvoller wäre die Vermeidung von Großkraftwerken und eine Dezentralisierung der Energiegewinnung (Kraft-Wärme-Kopplung). Naß-K. werden in manchenKohlekraftwerken auch als Schornstein für Rauchgase mitgenutzt. Die Wasserdampfschwaden tragen die Rauchgase in große Höhen.

Siehe auch: Kraftwerk, Abwärme

Autor: KATALYSE Institut

Kraftwerk

Kraftwerke sind Anlagen, die aus verschiedenen Energieträgern Strom gewinnen.

Die meisten Kraftwerke arbeiten als Dampfkraftwerken. In Dampfkraftwerken wird durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, Spaltung von Uran(Kernkraftwerk) oder Sonnenenergie(Solarkraftwerk) Wasser zu Wasserdampf erhitzt. Der Wasserdampf treibt zur Stromerzeugung Turbinen an und kondensiert schließlich wieder zu Wasser. Wird die in Kraftwerken zwangsläufig anfallende Abwärme als Fernwärme genutzt, spricht man von Kraft-Wärme-Kopplung und nennt eine solche AnlageHeizkraftwerk.

Dampfkraftwerke wandeln ca. 40 Prozent der eingesetzten Energie in Strom um, die restliche Energie geht als Abwärme verloren und belastet die Umwelt (Abwärme, Kühlturm). Bei der Stromverteilung treten zusätzliche Energieverluste auf (Hochspannungsleitung). In Heizkraftwerken werden 80-90 Prozent der Energieausgenutzt (Kraft-Wärme-Kopplung). Neben Dampfkraftwerken gibt es Kraftwerke, die ohne Erhitzung von Wasser Strom erzeugen. Bei Blockheizkraftwerken und Notstromdieselaggregaten wird ein Generator von einem Verbrennungsmotor betrieben. Wasserkraft- und Windkraftanlagen (Windenergie) nutzen die mechanische Energie von Wasser bzw. Wind zum Antrieb eines Generators.

Bei Gasturbinen treiben die Verbrennungsgase Turbine/Generator an. Besonders hohe Wirkungsgrade haben Kombikraftwerke, die Gas- und Dampfturbinen koppeln. Schließlich gibt es noch Photovoltaik-Kraftwerke, die Sonnenlicht direkt in Stromumwandeln (Solarzellen).

Durch den Einbau von Rauchgasentschwefelungsanlagen,Rauchgasentstickungsanlagen und Rauchgasentstaubungsanlagen konnten die Kraftwerksemissionen in den letzten Jahren deutlich reduziert werden (Großfeuerungsanlagenverordnung).

Autor: KATALYSE Institut

Kombikraftwerk

K. sind Kraftwerke Kraft-Wärme-Kopplung, bei denen Gas- und Dampf-Prozesse gekoppelt sind.

Dabei treiben die unter Druck stehenden Verbrennungsgase direkt eine Gasturbinean. Die in den Verbrennungsgasen verbleibende Wärme wird nach Austritt aus der Gasturbine zur weiteren Stromerzeugung in einer Dampfturbine genutzt, entweder durch direkte Dampferzeugung oder bei der Nutzung des Abgases als Verbrennungsluft. K. erreichen bei Erdgas- oder Heizöl-Feuerung elektrische Wirkungsgrade von über 50%, was deutlich über denen konventioneller Kraftwerke (30-40%) liegt.

Mit integrierter Vergasung können auch feste Brennstoffe, wie z.B. Kohle, Torf,

Holzoder Klärschlamm , im K. genutzt werden (Kohlevergasung). Kohle-K. sollen gegenüber konventionellen Kohlekraftwerken eine Reihe von Vorteilen aufweisen: höherer Wirkungsgrad der Stromerzeugung (45% statt ca. 35%), Schwefel kann im Brenngas als Schwefelwasserstoff abgeschieden und in elementaren Schwefelumgewandelt werden (kein Gipsanfall, Rauchgasentschwefelungsanlage),Stickoxidemissionen sollen bei nur 100 mg/m3 liegen. Erste Pilotanlagen sind in Deutschland in Planung.

Autor: KATALYSE Institut

Kollektor

Siehe Sonnenkollektor.

Autor: KATALYSE Institut

Kohlevergasung

Unter K. versteht man eine Reihe von Verfahren zur Kohleumwandlung, bei denen gemahlene Kohle mit Wasserdampf und Sauerstoff bei Temperaturen von 650-2.000 Grad C und Drücken bis 100 bar zur Reaktion gebracht wird.

Je nach Verfahren (Druck, Temperatur, Katalysatoren) entsteht Synthesegas mit verschiedenen Anteilen von H2 (Wasserstoff), CO (Kohlenmonoxid) undMethan. Synthesegas dient als Ausgangssubstanz der chemischen Industrie. Aus Synthesegas können u.a.Methanol und höhere Kohlenwasserstoffe(Benzin u.a.) hergestellt werden. Synthesegas mit hohen Methananteilen findet als Erdgasersatz Verwendung.

Zwei Verfahren zur K. der sog. zweiten Generation haben inzwischen industrielle Reife erlangt, nämlich die Texaco-Flugstromvergasung und das Rheinbraun HTW-Verfahren. In Deutschland wird das HTW-(Hoch-Temperatur-Winkler) Verfahren favorisiert, das neben Braun- und Steinkohle auch Torf,

Holz und Klärschlamm in Synthesegas umsetzen kann. Seit 1986 ist eine Demonstrationsanlage von kommerzieller Größe in Hürth-Berrenrath in Betrieb (950 Grad C, 10 bar, 720 tBraunkohle/Tag). Die Anlage produziert jährlich rd. 300 Mio m3 Synthesegas zurMethanolerzeugung.

In Finnland ist eine verwandte Anlage zur kommerziellen Torfvergasung (650 t/Tag) seit 1988 in Betrieb. 1989 wurde in Hürth-Berrenrath eine Pilotanlage zur HTW-Vergasung unter höherem Druck (25 bar) eröffnet, die später in sog.Kombikraftwerken Verwendung finden soll.
Der im Brennstoff enthaltene Schwefel liegt nach der K. als Schwefelwasserstoff vor, kann leicht abgeschieden und zu elementarem Schwefel umgesetzt werden.

Siehe auch: Kohleumwandlung

Autor: KATALYSE Institut

Kohleverflüssigung

K. ist ein Verfahren zur Kohleumwandlung.

Bei der in Deutschland schon im Zweiten Weltkrieg angewandten Hydrierungstechnik werden die wasserstoffarmen Kohlenstoffverbindungen der Kohle bei 400 Grad C und 300 bar in kleinere Einheiten aufgespalten und anschließend durch Zugabe von Wasserstoff zu langkettigen Kohlenwasserstoffen aufgebaut. Endprodukte sind:Benzin, Diesel, Heizöl und Aromate für die chemischeIndustrie.

Die in Bottrop betriebene Pilotanlage zur K. (Durchsatz 200t Steinkohle pro Tag) wurde inzwischen umgestellt auf die Hydrierung (Hydrolyse) von Abfällen (Lacke,Lösungsmittel, Kunststoffe, Bitumen und PCB-haltige Schlämme). Ursprünglich geplante großtechnische Folgeprojekte wurden aus Kostengründen storniert.

Siehe auch: Kohleumwandlung

Autor: KATALYSE Institut

Kohleumwandlung

Unter K. - auch Kohleveredlung genannt - versteht man neben der Verkokung (Kokerei) alle Verfahren, durch die Kohle in flüssige oder gasförmige Energieträger umgewandelt wird.

Hierzu gehören Kohleverflüssigung undKohlevergasung. In
Deutschland lassen sich Brennstoffe wieGas oder Benzin durch K. auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich erzeugen bzw. ersetzen. Aus diesem Grunde wurden trotz erheblicher öffentlicher Mittel in den 70er- und 80er Jahren bislang keine großtechnischen, kommerziellen Anlagen zur K. realisiert. Die Kohleverflüssigung wurde komplett eingestellt, während dieKohlevergasung als integraler Bestandteil von Kombikraftwerken durchaus Zukunftschancen besitzt.

Wichtigste Umweltprobleme bei der K.:

- Schlechter Wirkungsgrad: Nur 50-60% der Energie der eingesetzten Kohle sind in den K.-Produkten enthalten.
- Emission von Schadstoffen: Bei der K. entsteht eine Vielzahl von festen, flüssigen und gasförmigen Nebenprodukten. Eine besondere Gefahr geht bei einigen Verfahren von den polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, z.B.Benzopyren, aus. Sie sind z.T. stark krebserregend und werden vonMikroorganismen schlecht abgebaut. Wegen fehlender Erfahrung mit großtechnischen K.-Anlagen ist bisher nur ungenügend bekannt, welche umweltbelastenden Stoffe bei K. auftreten und in welchem Umfang sie in die Umweltgelangen. Tendenziell entstehen bei der K. weniger Schwefeldioxid und Stickoxideals bei der Verbrennung von Kohle in Kraftwerken, dagegen erheblich mehrKohlenwasserstoffe.

Autor: KATALYSE Institut