Kohleumwandlung

Unter K. - auch Kohleveredlung genannt - versteht man neben der Verkokung (Kokerei) alle Verfahren, durch die Kohle in flüssige oder gasförmige Energieträger umgewandelt wird.

Hierzu gehören Kohleverflüssigung undKohlevergasung. In
Deutschland lassen sich Brennstoffe wieGas oder Benzin durch K. auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich erzeugen bzw. ersetzen. Aus diesem Grunde wurden trotz erheblicher öffentlicher Mittel in den 70er- und 80er Jahren bislang keine großtechnischen, kommerziellen Anlagen zur K. realisiert. Die Kohleverflüssigung wurde komplett eingestellt, während dieKohlevergasung als integraler Bestandteil von Kombikraftwerken durchaus Zukunftschancen besitzt.

Wichtigste Umweltprobleme bei der K.:

- Schlechter Wirkungsgrad: Nur 50-60% der Energie der eingesetzten Kohle sind in den K.-Produkten enthalten.
- Emission von Schadstoffen: Bei der K. entsteht eine Vielzahl von festen, flüssigen und gasförmigen Nebenprodukten. Eine besondere Gefahr geht bei einigen Verfahren von den polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, z.B.Benzopyren, aus. Sie sind z.T. stark krebserregend und werden vonMikroorganismen schlecht abgebaut. Wegen fehlender Erfahrung mit großtechnischen K.-Anlagen ist bisher nur ungenügend bekannt, welche umweltbelastenden Stoffe bei K. auftreten und in welchem Umfang sie in die Umweltgelangen. Tendenziell entstehen bei der K. weniger Schwefeldioxid und Stickoxideals bei der Verbrennung von Kohle in Kraftwerken, dagegen erheblich mehrKohlenwasserstoffe.

Autor: KATALYSE Institut

Veröffentlicht in Energie, G - M, K.