Klimafinanzierung

Die Klimafinanzierung umfasst Ressourcen und Förderinstrumente, die eingesetzt werden, um Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu finanzieren. Klimafinanzierung ist entscheidend, um dem Klimawandel zu begegnen, da groß angelegte Investitionen notwendig sind, um den Übergang zu einer Weltwirtschaft mit geringen Kohlenstoffemissionen zu ermöglichen und Gesellschaften dabei zu unterstützen, ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.

Klimafinanzierung kann aus verschiedenen Quellen – öffentlich oder privat, national oder international, bilateral oder multilateral – stammen und in Form verschiedener Instrumente bereitgestellt werden, wie Zuschüsse und Spenden, grüne Anleihen, Schuldentausch, Garantien und günstige Darlehen.

Multilaterale Fonds, auf die Länder zugreifen können, sind beispielsweise der Grüne Klimafonds (GCF), der Globale Umweltfonds (GEF) und der Anpassungsfonds (AF). Hoch entwickelte Länder, die historisch gesehen wesentlich zum Klimawandel beigetragen haben, haben sich verpflichtet, jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimamaßnahmen in Entwicklungsländern durch den GCF bereitzustellen.

 

 

(Stand 03.2024)

Autor: Diego Guarin

Kohlenstoffsenke

Kohlenstoffsenken resultieren aus Prozessen die mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen, als sie freisetzen. Boden, Ozeane und Wälder sind die größten Kohlenstoffsenken der Welt.

Ozeane nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre durch marine Ökosysteme und die darin beheimatete Flora und Fauna auf. Der Prozess der Kohlenstoffbindung in marinen Ökosystemen wird allgemein als ‚blauer Kohlenstoff‘ bezeichnet. Auch terrestrische Ökosysteme wie Böden, Moore und Wälder speichern Kohlenstoff in Bäumen, Pflanzen und deren organischen Zersetzungsprodukten.

Menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Entwaldung führen dazu, dass mehr Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt, als natürliche Kohlenstoffsenken der Erde aufnehmen können, was zu globaler Erwärmung und Klimawandel führt. Menschliche Aktivitäten und der daraus resultierende Klimawandel führen zudem zur Degradation natürlicher Kohlenstoffsenken, was das Risiko birgt, dass der gespeicherte Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt wird. Daher sind der Schutz und die Ausweitung der Kohlenstoffsenken eine Schlüsselstrategie zur Bewältigung des Klimawandels und zur Stabilisierung des Klimas.

(Stand 03.2024)

Autor: Diego Guarin

Kohlenstoffmärkte

Kohlenstoffmärkte sind Handelssysteme, die finanzielle Anreize für Aktivitäten schaffen, die die Emissionen von Treibhausgasen reduzieren oder eliminieren. In diesen Systemen werden die Emissionen in ‚Kohlenstoffguthaben‘ quantifiziert, die gekauft und verkauft werden können. Ein handelbares Kohlenstoffguthaben entspricht einer Tonne Kohlendioxid oder der äquivalenten Menge eines anderen reduzierten, gespeicherten oder vermiedenen Treibhausgases.

Länder können Kohlenstoffguthaben als Teil ihrer Strategie für national festgelegte Beiträge (Nationally Determined Contributions NDCs) kaufen, ebenso wie Unternehmen mit Nachhaltigkeitszielen und Einzelpersonen, die ihre Kohlenstoffbilanz verbessern möchten.

Die Bereitstellung von Kohlenstoffguthaben erfolgt durch private Einrichtungen oder Regierungen, die Programme zur Reduzierung oder Beseitigung von Emissionen entwickeln. Diese Programme werden von einer Drittpartei zertifiziert und unterliegen einem Kohlenstoffmarktstandard.

Damit Kohlenstoffmärkte erfolgreich sind, müssen Länder kooperieren, um eine solide Kohlenstoffbuchhaltung zu gewährleisten, Transparenz bei Kohlenstoffmarkttransaktionen sicherzustellen, Schutzmechanismen gegen Menschenrechtsverletzungen und andere nachteilige Auswirkungen auf die Gesellschaft zu implementieren und Greenwashing sowie die irreführende Darstellung von kohlenstoffneutralen Produkten und Dienstleistungen zu bekämpfen.

(Stand 03.2024)

Autor Diego Guarin

Kohlenstoff-Fußabdruck

Der Kohlenstoff-Fußabdruck ist ein Maß für die Treibhausgasemissionen, die von einer Person, einer Organisation als Folge eines Produkts oder einer Aktivität freigesetzt werden. Ein größerer Kohlenstoff-Fußabdruck bedeutet mehr Kohlendioxid- und Methanemissionen und somit einen größeren Beitrag zur Klimakrise.

Die Messung des Kohlenstoff-Fußabdrucks einer Person oder Organisation beinhaltet die Analyse der direkten Emissionen, die sie durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Energieerzeugung, Heizung sowie Luft- und Landtransport verursachen, sowie der indirekten Emissionen, die durch die Herstellung und Entsorgung der konsumierten Lebensmittel, Güter und Dienstleistungen entstehen.

Der Kohlenstoff-Fußabdruck kann reduziert werden, indem man Energiequellen mit geringen Kohlenstoffemissionen wie Wind- und Solarenergie verwendet, die Energieeffizienz von technischen Geräten verbessert, die Politik- und Regulierungsrahmen der Industrien verschärft, Einkaufs- und Reisegewohnheiten ändert und den Fleischkonsum sowie die Lebensmittelverschwendung reduziert.

(Stand 03.2024)

Autor Diego Guarin

Kohlenstoffentfernung vs. Kohlenstoffbindung

Treibhausgasemissionen aus der Atmosphäre können entweder durch natürliche Lösungen wie Aufforstung und Bodenmanagement oder durch technologische Lösungen wie die direkte Luftabscheidung und verbesserte Mineralisierung reduziert werden. Die CO2-Entfernung ist zwar kein Ersatz für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, kann jedoch den Klimawandel verlangsamen und ist insbesondere notwendig, falls wir vorübergehend unsere Klimaziele überschreiten.

Die Kohlenstoffbindung und -speicherung ist der Prozess, bei dem bei der Nutzung fossiler Energiespeicher (Brennstoffkraftwerken oder industrielle Fertigung) entstehende Kohlenstoffemissionen, eingefangen werden, bevor sie in die Atmosphäre gelangen und tief unter der Erde gespeichert werden. Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sollten nicht als Alternative zum Übergang zu grüner Energie betrachtet werden, sondern wurden als Möglichkeit vorgeschlagen, Emissionen aus Sektoren anzugehen, die schwer zu dekarbonisieren sind, insbesondere Schwerindustrien wie Zement, Stahl oder Chemie.

Diese Technologien befinden sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium und erfordern sorgfältig gestaltete Richtlinien. Die drastische Reduzierung von Treibhausgasemissionen muss weiterhin oberste Priorität haben, um der Klimakrise entgegenzuwirken.

 

 

 

(Stand 03.2024)

Autor: Diego Guarin

Klimaanpassung

Klimawandelanpassung bezieht sich auf Maßnahmen, die dazu beitragen, die Anfälligkeit gegenüber den aktuellen oder erwarteten Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren. Dazu zählen Wetterextreme und Naturkatastrophen, der Anstieg des Meeresspiegels, der Verlust von Biodiversität oder Nahrungsmittel- und Wasserknappheit. Anpassungsmaßnahmen müssen in der Regel auf lokaler Ebene umgesetzt werden, sodass ländliche Gemeinden und Städte eine zentrale Rolle spielen.

Solche lokalen Maßnahmen umfassen den Umstieg auf Pflanzensorten, die widerstandsfähiger gegen Dürre sind, die Praxis der regenerativen Landwirtschaft, die Verbesserung der Wasserspeicherung und -nutzung, die Bewirtschaftung von Land zur Reduzierung von Waldbrandrisiken da Waldbrände Treibhausgase freisetzen und die Struktur der Landschaft verändern; sowie den Ausbau von Schutzvorrichtungen gegen extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Hitzewellen.

Dennoch müssen die Anpassungen auch auf nationaler und internationaler Ebene vorangetrieben werden. Neben der Entwicklung der erforderlichen Richtlinien zur Lenkung der Anpassungen müssen Regierungen groß angelegte Maßnahmen in Betracht ziehen, wie beispielsweise die Stärkung oder Verlegung von Infrastrukturen aus Küstengebieten, die vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen sind, den Bau von Infrastrukturen, die extremen Wetterbedingungen standhalten können, die Verbesserung von Frühwarnsystemen und den Zugang zu Katastropheninformationen, die Entwicklung von Versicherungen, die spezifisch auf klimabedingte Bedrohungen ausgerichtet sind, sowie die Schaffung neuer Schutzmaßnahmen für die Tierwelt und natürliche Ökosysteme.

(Stand 03.2024)

Autor: Diego Guarin

Lebensmittelverschwendung

Aufkommen an Lebensmittelverlusten und Lebensmittelabfällen

Weltweit gehen konservativ geschätzt rund 2,5 Milliarden Tonnen bzw. 30 bis 40 Prozent der für die menschliche Ernährung bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnisse jährlich verloren. Davon entfallen rund 1,2 Milliarden Tonnen auf Lebensmittelverluste in der Primärproduktion und laut älteren Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in den sich anschließenden Phasen der Wertschöpfungskette 1,3 Milliarden Tonnen auf genießbare Lebensmittelabfälle (FAO 2013). Nach dem neusten Food Waste Index Report 2024 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) fallen über die Lieferkette in den Sektoren Groß- und Einzelhandel, Außerhaus-Verpflegung und private Haushalte weltweit rund 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfälle (2021 931 Mio. t) an. Das entspricht rund 19 Prozent der 5,5 Milliarden Lebensmitteln, die laut den neuesten Food Balance-Daten (FAOSTAT) im Jahr 2020 zum Konsum zur Verfügung standen, bzw. einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen von 132 kg. Zu in der Lebensmittelherstellung anfallenden Lebensmittelabfällen konnten keine belastbaren Daten ermittelt und somit keine Aussagen getroffen werden (UNEP 2024). Vorliegende Studien können zudem auch die Verluste in der Primärproduktion im Ernte- und Nacherntebereich, nur unzureichend abdecken.

Ansatzpunkte zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten sind die insbesondere durch Anforderungen des Handels entstehenden Einbußen im Ernte- und Nachernteprozess. Im Einzelnen durch Aussortierung von Obst, Gemüse und Kartoffeln (siehe Qualitätsstandards für Obst und Gemüse) als nach äußerlichen Merkmalen nicht vermarktungsfähige Ware, um den vorgegebenen Größen- und Schönheitsanforderungen zu genügen, Überproduktion infolge der Anforderung ‚Qualitätsware‘ in ausreichenden Kapazitäten gewährleisten zu müssen sowie nicht mehr rentable Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen infolge zu geringer Erzeugerpreise. Zu den Verlusten in der landwirtschaftlichen Erzeugung gibt es bislang keine belastbaren Datengrundlage.

Die EU-Kommission hat die EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2019 per Durchführungsbeschluss (EU) 2019/2000 (EU-Kommission 2019) verpflichtet die Menge der Lebensmittelabfälle jährlich auf allen Stufen der Lebensmittelversorgungskette – erstmalig zum Erhebungsjahr 2020 – systematisch zu erfassen und an die EU-Kommission zu berichten. Laut dem im Juni 2022 an die EU-Kommission übermittelten Bericht sind in Deutschland im Jahr 2020 über die Lebensmittelversorgungskette rund 11 Mio. Tonnen Lebensmittelabfälle angefallen, die 20 Prozent des aktuellen Lebensmittelverbrauchs von 54,5 Mio. Tonnen entsprechen. Der von einem Konsortium aus Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt, Statistischem Bundesamt und mehreren Forschungsinstituten verfasste Bericht wurde bis dato nicht veröffentlicht, der im Juni 2023 fällige Bericht für das Jahr 2021 von Deutschland (wie auch von Griechenland, Italien, Lettland, Malta, Spanien, Tschechien und Zypern) noch nicht vorgelegt.

Laut der zweiten EU-weiten Überwachung der Lebensmittelverschwendung beliefen sich die gesamten im Jahr 2021 gemessenen Lebensmittelabfälle auf mehr als 58,4 Mio. Tonnen Frischmasse (2020 58,1 Mio. Tonnen Frischmasse). Das durchschnittliche Pro-Kopf-Aufkommen lag bei 131 kg Lebensmittelabfällen pro Einwohner:in (2020 127 kg) und im Sektor private Haushalte bei 70 kg pro Einwohner:in. Die im Erhebungszeitraum 2020 für Deutschland ermittelten Werte lagen mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen in Höhe von 131 kg insgesamt etwas über dem europäischen Durchschnittswert (und gemeinsam mit Luxemburg an vierzehnter Stelle im europäischen Ranking), mit 78 kg pro Haushalt erzeugten Lebensmittelabfällen etwas stärker über dem diesbezüglichen europäischen Durchschnittswert und an 19. Stelle im europäischen Ranking.

Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Deutschland sieht sich dem von der Staatengemeinschaft im Rahmen der Agenda 2030 beschlossenen Nachhaltigkeitsziel verpflichtet, vermeidbare Lebensmittelabfälle auf Einzelhandels- und Verbraucherebene bis 2030 zu halbieren (Sustainable Development Goal, SDG, 12.3) und hat die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als relevanten Aspekt ‚Nachhaltiger Agrar- und Ernährungssysteme‘ in der ‚Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie‘ bekräftigt (Die Bundesregierung 2020).

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Februar 2019 die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung (StLMV) verabschiedet (BMEL 2019). Die StLMV setzt auf Zusammenarbeit mit allen Akteuren der Lebensmittelkette, freiwillige Maßnahmen von Lebensmittelindustrie, Handel und Gastronomie sowie das zur Dachmarke der Strategie ausgebaute Portal ‚Zu gut für die Tonne‘, das mit der Verbreitung von sektorspezifischen Ergebnissen und Best-Practice-Beispielen, Tipps, Bildungs- und Informationsmaterialien sensibilisieren und verändertem Umgang mit der Lebensmittelverschwendung beitragen soll.

Klima- und Umweltrelevanz der Lebensmittelverschwendung

Die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung ist eine klimapolitisch hoch relevante Herausforderung. Laut älteren Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gelangen durch verschwendete Lebensmittel jährlich rund 4,4 Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre (FAO 2015). Aktuellere Schätzungen gehen davon aus, dass das globale Ernährungssystem mit Lebensmittelabfällen zu rund zehn Prozent zu den globalen Treibhausgasemissionen (THG) beiträgt (vgl. auch weltweiter Treibhausgasausstoß), zu circa zwölf Prozent mit direkten THG-Emissionen (Methan aus Reisanbau und von Wiederkäuern, Lachgas aus landwirtschaftlich genutzten Böden) und inklusive weiterer THG-relevanter Prozessschritte wie bspw. Transport, zur Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung eingesetzter Energie oder Verpackung insgesamt mit bis zu 37 Prozent (WWF Deutschland 2022). Eine konsequente Reduzierung von Lebensmittelabfällen kann somit einen relevanten Beitrag leisten zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung, die den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 65 Prozent reduzieren will, sowie zu Ressourcenschonung und Umweltschutz (Flächen-, Wasser- und Energieverbräuche) beitragen und Biodiversitätsverlusten entgegenwirken. Mit der politisch angestrebten Halbierung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Handel und Konsum könnten schätzungsweise 17 Mio. t CO2-Äquivalente, vier Mio. Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und 368 Mio. GJ zur Lebensmittelerzeugung eingesetzter Energie eingespart werden (Schmidt et al. 2019).

 

Literatur

BMEL (2019): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Berlin: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Bundesregierung (2020): Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Weiterentwicklung 2021. Berlin.

EU-Kommission (2019): Delegierter Beschluss (EU) 2019/1597 der Kommission vom 03.05.2019 zur Ergänzung der Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf eine gemeinsame Methodik und Mindestqualitätsanforderungen für die einheitliche Messung des Umfangs von Lebensmittelabfällen. In: Amtsblatt der Europäischen Union (L 248), S. 77–80.

EU-Kommission (2021): DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2021/1890 vom 2. August 2021 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 543/2011 hinsichtlich der Vermarktungsnormen im Sektor Obst und Gemüse. In: Amtsblatt der Europäischen Union (L 384), S. 23–83.

FAO (2013): Food wastage footprint. Impacts on natural resources : summary report. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations. ISBN 978-92-5-107752-8.

FAO (2015): Food wastage footprint & Climate Change. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations.

Schmidt, T G; Baumgardt, S et al. (2019): Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen - Pathways to reduce food waste (REFOWAS). Maßnahmen, Bewertungsrahmen und Analysewerkzeuge sowie zukunftsfähige Ansätze für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln unter Einbindung sozio-ökologischer Innovationen. Volume 1. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut (Thünen Report 73). DOI: 10.3220/REP1569247044000.

UNEP (2024): Food Waste Index Report 2024. Think Eat Save: Tracking Progress to Halve Global Food Waste.: United Nations Environment Programme.

WWF Deutschland (2022): Ernährung & Klimawandel: Essen wir das Klima auf? Berlin.

(Stand 12.2023)

Autor: Regine Rehaag

Mutante

Individuum mit einer durch Mutation veränderten Erbinformation.

M. sind i.d.R. nur als solche zu identifizieren, wenn die Mutation zu physiologischen Veränderungen geführt hat.

Autor: KATALYSE Institut

Motorkapselung

Sowohl Elektromotoren als auch Verbrennungsmotoren lassen sich durch Kapselung schalldämmen.

Von dieser Möglichkeit wird jedoch kaum Gebrauch gemacht, da vielfach die Bereitschaft fehlt, die relativ hohen Kosten hierfür zu tragen.

Autor: KATALYSE Institut

Mortalität

(Lateinisch mortalitas.) Sterblichkeit, Verhältnis der Zahl der Todesfälle zur Zahl der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum.

Nicht zu verwechseln mit Letalität.

Autor: KATALYSE Institut

Monomere

M. sind niedermolekulare, gleichartige Moleküle, die durch Polymerisation, Polyaddition oder Polykondensation miteinander zu Polymeren reagieren können.

Bei der Bildung von Polymeren aus M. bleiben stets kleine Anteile von M. im Polymerisat zurück, welche als Rest-M. bezeichnet werden. In Kunststoffteilen und –produkten können Rest.-M. an die Oberfläche wandern und dadurch in den angrenzenden Stoff (Migration) oder in die Atemluft gelangen.

Durch die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften einiger M., wie etwa von Vinylchlorid und Styrol, ist bei der Kunststoffproduktion auf die Einhaltung niedrigster Restmonomergehalte zu achten. Neue M. unterliegen im Gegensatz zu den Polymeren der vollen Anmeldepflicht des Chemikaliengesetz mit gesetzlicher Verpflichtung zur gesundheitlichen und ökologischen Prüfung.

Autor: KATALYSE Institut

Molybdän

Chemisches Element der VI. Nebengruppe, Symbol Mo, Ordnungszahl 42, Schmelzpunkt 2.610 Grad C, Siedepunkt 5.560 Grad C, Dichte 10,2 g/cm3, dem Wolfram ähnliches Metall, MAK 5 mg/m3 (lösliche Verbindung) bzw. 15 mg/m3 (unlösliche Verbindung).

M. ist ein essentielles Element und führt bei ungenügender Aufnahme zu Mangelsymptomen (Spurenelemente). Die Weltgesundheitsorganisation hält eine tägliche M.-Zufuhr von 2 mycrog für ausreichend. Durch M. wird die Zufuhr von Fluoriden (Fluor) in den Zahnschmelz begünstigt (Schutz vor Karies). In höheren Dosen ist M. toxischer als Blei und Quecksilber. Die wiederholte Aufnahme von Nahrung mit einem M.-Gehalt von mehr als 25 mg/kg (bezogen auf Trockenmasse) kann toxisch wirken (bei genügender Kupfer- und Eiweiß-Versorgung können Symptome aufgehoben werden). M. ist ein seltenes Element und kommt in der oberen Erdkruste nur zu 0,0014 Gew.-% vor. Anwendung findet M. in der Stahlindustrie (ca. 57%), Elektronikindustrie (ca. 27%) und für Farbpigmente (Farbstoffe) und Katalysatoren (ca. 16%). Die Weltproduktion ist stark vom Stahlmarkt abhängig und betrug 1989 117.000 t.
Kernfusion

Autor: KATALYSE Institut

Molekül

Ein Verband aus mehreren Atomen.

So bildet z.B. der Wasserstoff H2-M., die aus zwei miteinander verbundenen Wasserstoffatomen bestehen. Zahlreiche von lebenden Organismen produzierte M. bestehen aus sehr vielen Atomen, z.B. Eiweißstoffe (Proteine).

Autor: KATALYSE Institut

Mobiltelefon

siehe Stichwort Mobilfunk

Autor: KATALYSE Institut

Glyphosat

Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es ist eine biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitbandherbizide und wird seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre weltweit zur Unkrautbekämpfung in Landwirtschaft, Gartenbau, Industrie und Privathaushalten eingesetzt. Glyphosat wirkt unselektiv gegen Pflanzen; Nutzpflanzen können mittels Gentechnik eine Resistenz gegen Glyphosat erhalten. Glyphosat ist weltweit seit Jahren der mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoff von Herbiziden.

Im März 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen" eingestuft. Die Konsequenz aus dieser Einstufung kann nur sein: sofortiges Verbot. Das verlangt die EU-Gesetzgebung. Zum einen ist die Einstufung als "krebserregend" ein absoluter Verbotsgrund, zum anderen gebietet das Vorsorgeprinzip, dass die Behörden bereits dann tätig werden müssen, wenn der letzte Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit eines Stoffes noch nicht vorliegt. Ein Verbot ist umso dringlicher, als Glyphosat das meist eingesetzte Spritzmittel der Welt ist und Menschen ihm nicht ausweichen können.

Natürlich kommt eine EU-Wiederzulassung von Glyphosat, die eigentlich 2015 ausgesprochen werden sollte, nach dem Urteil der WHO-Experten nicht mehr in Frage!

Zudem wirft die Einschätzung der WHO-Experten ein denkbar schlechtes Licht auf die deutschen Zulassungsbehörden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das zuletzt im Rahmen der EU-Wiederzulassung von Glyphosat alle Hinweise auf die krebserregende Wirkung von Glyphosat ignoriert hat, bekommt endlich Contra. Das BfR hat sich zu sehr auf die von der Industrie vorgelegten Studien verlassen. Es hat Ergebnisse unabhängiger Wissenschaftler, die seit Jahren auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Glyphosat hinweisen, fast schon routinemäßig damit abgeschmettert, sie seien fachlich nicht fundiert. Hoffentlich löst die WHO-Einstufung diese Voreingenommenheit der deutschen Behörden endlich auf.

Autor: KATALYSE Institut

Mobilität

Mit M. sind die Möglichkeiten zur Ortsveränderung, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel und den zurückgelegten Entfernungen gemeint. M. ist nicht mit Verkehr gleichzusetzen. M. ist die Zahl aller Wege pro Person und Tag (einschließlich der Wege zu Fuß) oder ist die Summe aller Wege eines Produktes - von der Rohstoffgewinnung über die Verwendung bis hin zur Entsorgung.

Damit wird M. nicht größer, je länger die Wege werden, da ansonsten jeder Umweg einen M.-Gewinn darstellen würde. In der öffentlichen Diskussion wird der Begriff M. häufig mit Fortbewegung mit dem Automobil gleichgesetzt. Dadurch erhält die Automobilität in der öffentlichen Diskussion z.B. gegenüber dem Fußgängerverkehr häufig Vorrang. Der Slogan "Freie Fahrt für freie Bürger" steht für diese Einstellung, den täglich-mehrfachen Gebrauch des Automobils und für die nicht limitierte Höchstgeschwindigkeit als Ausdruck individueller Freiheit. Das
Auto beansprucht viel Platz, der zu Lasten anderer Straßenbenutzer geht und diese in ihren M.-Bedürfnissen einschränkt. Gerade für das Ziel einer nachhaltigen M. ist diese Definition nicht geeignet.

M. ist eine Notwendigkeit des täglichen Lebens und verbraucht Energie, Ressourcen und Flächen. M. erzeugt Schadstoffe und Lärm, welche unsere Gesundheit stärker als bisher angenommen gefährdet, wie eine aktuelle Untersuchung der WHO zeigt. In der Diskussion um M. müssen Aspekte der Verkehrsangebote, die Raum- bzw. Siedlungsstruktur und deren Zugänglichkeit als Einheit betrachtet werden.

Weltweit nimmt der Straßenverkehr, besonders in den Industrieländern zu. Der Individualverkehr bildet den größten Zuwachs. Im Güterverkehr gilt heute weitestgehend das Just-in-time-Prinzip. Auslöser dieser Entwicklung sind z.B. Vergrößerung des Streckenbudgets, der zurückgelegten Strecken, Zunahme der Reisegeschwindigkeiten, Verfügbarkeit von Fortbewegungsmitteln und geringe Benutzung öffentlichen Verkehrsmittel.

Als Gründe der Verkehrszunahme werden soziale Trends wie kleinere Familien, höhere Scheidungsquoten, mehr berufstätige Frauen sowie größere Entfernungen zwischen Arbeitsplatz, Einkaufszentren und Wohnort genannt. Höhere Einkommen und mehr Freizeit haben zu einem starken Anstieg des Individualverkehrs geführt. Bereits 1990 wurde fast die Hälfte aller gefahrenen Kilometer in der Freizeit zurückgelegt.

Telearbeit, Videokonferenzen und elektronische Teletransaktionen,
Mobilfunk haben nicht die erhoffte Stabilisierung oder zu einem Rückgang des arbeitsbedingten Verkehrs geführt.

Mobilitätsleitbild: Vermeiden - Verlagern - Verbessern

  • Reduzierung der CO2-Emissionen und anderer Klimagasemissionen entsprechend den internationalen Klimaschutzabkommen
  • Verringerung von Flächenverbrauch und Bodenversiegelung für den Verkehr. Keine weitere Zerschneidung von zusammenhängender Naturlandschaft sowie Rückbau nicht zwingend notwendiger Verkehrsflächen.
  • Senkung der Emissionen (Schadstoffe und Lärm)
  • Vermeidung von Verkehr (Zwangsmobilität) durch siedlungspolitische Maßnahmen, mit dem Ziel, Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung durch kurze Wege miteinander zu verbinden.
  • Verlagerung stark motorisierter Verkehrsströme auf öffentliche Verkehrsmittel und flexible innovative Verkehrsmittel.
  • Entwicklung und Einsatz von ressourcenschonenden Fahrzeugen.

Projekte und Infos zu deutschen Mobilitätsprojekten: http://www.mobev.de
Infos zu Mobilität in Ballungsräumen: http://www.mobiball.de

Literatur:
Der Stau sind wir; Auto-Mobilität und neue Leitbilder. Vorschläge und Ideen für zukunftsfähige Lebensweisen; Bundesverband für Umweltberatung e.V., Bornstr. 12 / 13, 28195 Bremen
Im Internet kann auch online bestellt werden unter: www.vzbv.de

Verkehr - "Kein Klima für Autos"; Didaktische Hinweise, Projekttipps und 33 Arbeitsblätter (z.T. zweiseitig): DIN-A4-Kopiervorlagen. Im Anhang: Hintergrund-Informationen Hrg. Greenpeace, 1995, Verlag Die Werkstatt, Göttingen

Armin Böck/ Reiner Jung/ Thomas Kimm/ Elke Rink: Mobilität. Wenn Menschen was bewegen; Materialien für einen fächerübergreifenden naturwissenschaftlichen Unterricht Sek I 295 Seiten, DIN A 4, 10,40 € Unkostenbeitrag plus Portokosten. Unterrichtsbeschreibungen, Unterrichtserfahrungen, Kopiervorlagen, Arbeitsblätter und Folienvorlagen rund um das Thema Mobilität.
Direktbezug ausschließlich über: Forum Eltern und Schule, Huckarderstr. 12, 44147 Dortmund, Internet: www.ggg-nrw.de/Natur oder per Mail: wroer@aol.com

       

Autor: KATALYSE Institut

Mitwelt

Von Meyer-Abich eingeführter Begriff, um den Blickwinkel von der stark anthropogen bezogenen und auf den Menschen als im Mittelpunkt stehenden Subjekt hin zu einem auf die Eigenwelt der Natur einbeziehenden Sichtweise aufzuwerten.

Autor: KATALYSE Institut

Mittelwert

M. von z.B. Schadstoffmessungen über einen bestimmten Zeitraum spielen in der Bewertung von Meßdaten eine große Rolle.

Die Aussagekraft von M. muss jeweils am konkreten Fall überprüft werden, weil durch die Mittelung sowohl niedrigere als auch höhere Werte u.U. nicht genügend gewichtet werden.

Unter dem M. versteht man i.a. den arithmetischen M.. Er ist bei einer gegebenen Datenmenge definiert als Quotient aus der Summe der Messwerte und der Anzahl der Meßwerte. Beispiel: Die Messwerte betragen 6,3,7,5,7. Der M. beträgt demnach: (6+3+7+5+7):5=5,6. Die Aussagekraft eines so gewonnenen M. kann man nur durch die zusätzliche Berechnung der Streuung (sog. Standardabweichung) einer Messdatenreihe beurteilen. So ergibt sich in folgendem Fall ein schiefes Bild: Die Messwerte betragen 5,3,6,2,54. Der M. ergibt sich zu (5+3+6+2+54):5=14. Die Streuung ist hier wesentlich größer als beim ersten Beispiel, und der M. hat nur eine geringe Aussagekraft.
Vom M. zu unterscheiden ist der Medianwert.

Autor: KATALYSE Institut

Mittelungspegel

Die meisten Schallvorgänge sind nicht konstant, sondern zeitlich in ihrer Intensität verschieden.

Um solche Vorgänge mit einem einzigen Wert beschreiben zu können, werden sie über die Zeit gemittelt. Der energieäquivalente M. wird als Äquivalenter Dauerschallpegel bezeichnet.
Da das menschliche Gehör kein integrierendes Meßgerät ist und Schall nicht gleich Lärm ist, wird ein solches Verfahren dem tatsächlichen Empfinden in keiner Weise gerecht. So werden folgende Situationen durch den M. (65 dB) als identisch deklariert:
- Vorbeifahrt von 2.000 Pkw pro Stunde bei 50 km/h und 25 m Entfernung
- Vorbeifahrt eines üblichen D-Zugs pro Stunde bei 160 km/h und 25 m Entfernung; ansonsten herrscht völlige Ruhe
- Vorbeifahrt desselben D-Zugs, jedoch zusätzlich 200 Pkw pro Stunde.
So kann Ruhe durch Lärm ersetzt werden, ohne den Messwert dabei zu verändern. Da Lärmschutz nicht darin bestehen kann, ein schlechtes Meßverfahren zu verteidigen, sollte neben dem M. zusätzlich der Ruhezeitanteil mit angegeben werden. Dies würde eine erheblich bessere Beurteilung von Schallvorgängen zulassen, als daß dies beim M. oder dem auf dem M. basierenden Beurteilungspegel der Fall ist.

Autor: KATALYSE Institut

Mineralstoffe

M. sind anorganische Bestandteile in Boden, Wasser, Luft und Nahrung. Sie liefern dem menschlichen Organismus keine Energie, dienen ihm jedoch als Baustoffe u.a. für Knochen und Zähne.

In gelöster Form, als Elektrolyte, beeinflussen sie die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Körperflüssigkeiten. Als Bestandteile von organischen Verbindungen (Hormone, Enzyme usw.) sind M. beteiligt an der Steuerung lebensnotwendiger Funktionen.

Nach dem Bedarf des Menschen unterscheidet man Mengenelemente (Calcium, Natrium, Kalium, Phosphor, Magnesium) und Spurenelemente (Jod, Selen usw.).

Autor: KATALYSE Institut

Mineralisierung

M. ist der Abbau organischer Verbindungen vorwiegend durch Mikroorganismen zu anorganischen Stoffen (Kohlendioxid, Wasser sowie Oxiden, Hybriden oder Mineralsalzen).

Die M. ist von großer Bedeutung für die Freisetzung von Nährstoffen beim Um- und Abbau im Boden befindlicher organischer Stoffe wie etwa Ernte- und Wurzelrückstände, Stallmist, Gründüngung, Laub usw., und die Rückführung in den Nährstoffkreislauf. Die Höhe der M.-Rate hängt von der Anzahl der Bodenorganismen, der Temperatur, dem pH-Wert und der Feuchtigkeit des Bodens sowie von der zur Verfügung stehenden organischen Masse ab.

Naturfremde Substanzen hingegen werden nur selten vollständig und schnell mineralisiert, meist lassen sich entsprechende Molekülbruchstücke der naturfremden Substanzen im Humus nachweisen. Die M. ist auch bedeutend für die Selbstreinigung von Gewässern, Vorflutern und für die biologische Stufe von Kläranlagen (Abwasserreinigung), wo organische Stoffe durch Mikroorganismen mineralisiert werden.

Autor: KATALYSE Institut

Mikrowellen

M. sind elektromagnetische Wellen (Elektromagnetische Strahlung) im Hochfrequenzbereich von ca. 0,5 GHz bis ca. 300 GHz.

Sie werden, dank ihrer Eigenschaft Wolken, Nebel und Wasser durchdringen zu können, eingesetzt in der Nachrichten- und Kommunikationstechnik, in der Navigations- und Detektorentechnik (Radar = Radio Detecting and Ranging) und dank ihrer thermischen Eigenschaften zum Erhitzen von Nahrungsmitteln in industriellen Trocknungsanlagen und M.-Herden sowie zur medizinischen Therapie.

Trocknungsanlagen und Herde werden durch eine Metallkapselung abgeschirmt, so dass die M. nicht aus der Anlage bzw. aus dem Gerät treten können und möglichst wenig Strahlung an die Umgebung abgeben.Dagegen sind M.-Sender offene M.-Quellen.

Der Hauptschädigungsmechanimus sind die thermischen Schäden. Bekannt ist bei Radartechniken der M.-Star, eine Augenlinsentrübung (Grauer Star) infolge von M.-Strahlung, und die Sterilität bei Männern. Solche starken Schädigungen treten nur in Nähe starker M.-Sender auf, z.B. militärische und zivile Luftraumüberwachung. Für die Umgebung solcher Sender wurden auch Waldschäden (Waldsterben) beobachtet.

Verkehrsradar zur Geschwindigkeitskontrolle ist dem gegenüber um Größenordnungen schwächer. Nichtthermische Gesundheitsgefahren können beim sogenannten Elektrosmog durch Mobiltelefone oder Mobilfunkstationen entstehen.

Für den Bürger, der nicht unmittelbar neben einem Radarsender wohnt, ist der M.-Herd die wichtigste potenzielle Strahlungsquelle. Etwa jeder zweite bundesdeutsche besitzt einen M.-Herd.

Die in der Nahrung enthaltenen Wassermoleküle absorbieren die M.-Energie und heizen sich dadurch bei nur geringen Energieverlusten auf. Durch die Erwärmung von Lebensmitteln mittels M. werden eine Reihe biochemischer Veränderungen bewirkt, die jedoch insgesamt nicht gravierender sind als die Veränderungen beim Braten, Backen oder Kochen.

Allerdings können M.-erhitzte Gerichte geschmacklich leiden, da die richtigen Bedingungen für die Entfaltung des vollen Geschmacks (z.B. Bräunung) fehlen, weshalb M.-geräte häufig mit einer Grillschlange ausgerüstet werden. Im Unterschied zu den konventionellen Methoden kann die Nahrung durch M. sehr ungleichmäßig erhitzt werden (Verbrennungsgefahr beim Essen oder Trinken).

Eine weitere Gefahr besteht darin, wenn man Nahrung mittels M. nur bis zur Esstemperatur aufgewärmt wird; die dabei auftretenden Temperaturen genügen nicht immer zum Abtöten von Salmonellen (Salmonellosen).

M.-Herde sind der heimische Zugang zu umweltbelastender Tiefkühlkost und Fast Food. Energiespareffekte gegenüber konventioneller Erwärmung stellen sich nur bei der Zubereitung kleiner Portionen ein.

Wichtig ist, dass die M. im M.-Herd gefangen bleiben, da austretende M. bei Menschen (und Tieren) zu schweren inneren Hitzeschäden, Gewebeschäden und Missbildung beim Embryo führen können. Bei modernen, intakten Geräten ist dies gewährleistet. Nach den Prüfvorschriften des VDE sollen M.-Herde bei geschlossener Tür nicht mehr als 5 mW/cm² (zukünftig 1 mW/cm²) Störstrahlenintensität nach außen abgeben. Geräte neuerer Bauart liegen bis zum zehnfachen (bzw. zweifachen) unter diesem Grenzwert und arbeiten nur bei geschlossener Tür. Stichproben zeigten allerdings, dass etwa 10 Prozent der alten Geräte erhebliche Leckagen aufweisen.

Manche TÜV-Niederlassungen testen gegen Entgelt M.-Geräte auf solche Leckagen. Preiswerte M.-Prüfgerate (ca. 10 Euro) für eigene Messungen sind im Elektrohandel erhältlich.

Obwohl bei modernen M.-Herden die Sichtfenster nicht mehr Strahlung durchlassen als Rück- und Seitenwände, sollten Kinder auf keinen Fall mit dem Gesicht am Sichtfenster kleben. Die austretenden M. sind in unmittelbarer Nähe des Gerätes noch intensiv genug, um bei längerer Einwirkung Augenschäden (Grauer Star) verursachen zu können.

Autor: KATALYSE Institut

Mikroorganismen

Mikroskopisch kleine, einzellige Organismen, z.B. Bakterien, Blaualgen sowie ein großer Teil der Algen und Pilze.
Viren gehören nicht zu den M. Eine Aufstellung verschiedener M. findet sich unter Bodenorganismen.

Autor: KATALYSE Institut

Mikrobielles Transformationsvermögen

Die Umsetzung der organischen und anorganischen Stoffe im Boden durch einzellige Mikroorganismen (Bodenorganismen) wird als M. bezeichnet.

Nach der Art des umzusetzenden Stoffes unterscheidet man:
- Kohlenhydratabbau, d.h. Abbau von Cellulose, Hemicellulose, Zucker und Stärke zu Kohlendioxid und Wasser bei Sauerstoffverbrauch (Abbau).
- Eiweißabbau zu Aminosäuren, Ammoniumverbindungen und Nitrat.
- Nitrifikation, d.h. die Umwandlung von Ammoniumverbindungen (NH4) zu Nitrat (NO3) in zwei Stufen: NH4 zu NO2 durch die Bakterienart Nitrosomonas und NO2 zu NO3 durch Nitrobacter-Luft-Stickstoffbindung entweder durch frei im Boden lebende Bakterien wie z.B. dem säureempfindlichen und aerob lebenden Acetobacter oder dem säureunempfindlichen und anaerob lebenden Bacillus amylobacter oder durch die in Symbiose mit Pflanzenwurzeln lebenden Knöllchenbakterien oder Actinomyceten. Damit können Bodenorganismen dem Boden Stickstoffverbindungen zuführen und damit Düngemittel ersetzen (Bodenorganismen).
- Umsetzung der Schwefelsäure zu Schwefelwasserstoff durch anaerobe Bakterienarten, die daraus für sich Sauerstoff gewinnen oder umgekehrt die Oxidation des Schwefels und der Sulfide zu Sulfaten und Schwefelsäure.
- Oxidation und Reduktion von Eisenverbindungen.

Autor: KATALYSE Institut

Migration

Allgemeine Bezeichnung für Substanzverlagerungen in verschiednenen Medien; z.B. wurden 1985 hohe Rückstandswerte von
Diethylenglykol in bestimmten Lebensmitteln nachgewiesen, die in mit dem Weichmacher
Diethylenglykol behandelten Zellglasfolien verpackt wurden.

Besondere Bedeutung hat die M. bei Verpackungen von Arzneimitteln und Lebensmitteln. Die Gesamtmenge aller migrierenden Stoffe wird als Global-M. bezeichnet.
Die Kunststoff-Kommission beim Bundesgesundheitsamt begrenzt die maximalen Übergangswerte von Verpackungsinhaltsstoffen durch Empfehlungen und Verordnungen.
In der Geologie wird die Verlagerung des Erdöls vom urzeitlichen Entstehungsort zum heutigen Fundort als M. bezeichnet.
EN71

Autor: KATALYSE Institut