Chromosomen

Die DNS, die das Erbgut (Genom) bildet, ist auf eine bestimmte Anzahl von Untereinheiten - die C. - verteilt.

 

Die Anzahl der C. variiert bei den unterschiedlichen Organismen-Arten und ist ein artspezifisches Merkmal. Der Mensch besitzt 23 C.-Paare, damit also 46 C. im doppelten (diploiden) Satz.
Ein C. höherer Organismen wird von einem vielfach aufspiralisierten DNS-Doppelhelix-Faden und eingebetteten Histonen gebildet und wird nur während der Zellteilung (Mitose) in aufspiralisierter Form mikroskopisch sichtbar. Die C. sind das wichtigste Element im Zellkern. Auf den C. sind die Gene linear angeordnet. C. haben vier Funktionen:
1. Speicherung der genetischen Information,
2. Fähigkeit der identischen Verdopplung der genetischen Information bei der Zellteilung (Mitose),
3. Übertragung der genetischen Information von DNS auf RNA (Ribonukleinsäure),
4. Verteilung der genetischen Information bei geschlechtlicher Fortpflanzung
Da alle höheren Organismen i.d.R. durch Verschmelzung von Eizelle und Samen entstehen, ist ihr C.-Satz doppelt (diploid). Beim Menschen ist das in der befruchteten Eizelle und in allen anderen Körperzellen mit Ausnahme der Geschlechts-C. des Mannes der Fall. Der Bildung von Samen- und Eizelle geht die meiotische Teilung voraus, bei der der doppelte (diploide) C.-Satz zum einfachen (haploiden) reduziert wird. Daher haben Eizelle und Samen einen einfachen (haploiden) C.-Satz. V.a. bei Pflanzen treten höhere Zahlen an C.-Sätzen auf. Bei der Pflanze Aronstab (Arum maculatum) z.B. ist der C.-Satz 24.576fach.

Autor: KATALYSE Institut

Chlorierte Kohlenwasserstoffe

C. (CKW) ist der Sammelname für eine große Klasse organisch-chemischer Verbindungen, die außer Kohlenstoff und Wasserstoff auch Chlor enthalten.

Vielfältige Verwendung in Industrie und Haushalt (z.B. Trichlorethan(1,1,1-), Tetrachlorkohlenstoff) und Pflanzenschutzmittel (Chlorpestizide). Die weite Verbreitung sowie die hohe Stabilität der CKW führt dazu, daß sie heute überall in der Umwelt, in Trinkwasser, Nahrung und Luft vorkommen. Spuren von CKW wurden auch schon in einigen Mineralwässern gefunden.

Sie reichern sich im menschlichen Organismus an (u.a. in Gehirn, Leber, Nieren, Herz und Keimdrüsen) und bewirken so, trotz geringer akuter Giftigkeit, chronische Schäden (Bioakkumulation, Nahrungskette). C.-bedingte Schäden stehen an zweiter Stelle bei den Berufskrankheiten. C. können die Haut durchdringen und greifen das Zentralnervensystem an.

Einatmen der Dämpfe führt zu Schleimhautreizungen und Lungenentzündungen. Am Auge können sich Hornhauttrübungen ergeben. Viele C. sind carcinogen und mutagen. Beim Arbeiten mit C. (z.B. Abbeizen, Lackieren) ist auf gute Belüftung und Schutzkleidung (Handschuhe, Brille) zu achten. Ein besonderes Problem bildet die Entsorgung von C..Produktionsmenge 1991, früheres Bundesgebiet: 5.200 t Wirkstoffgewicht.

Autor: KATALYSE Institut

Chlorfreies Papier

Mit dem Begriff C. wird Papier bezeichnet, zu dessen Herstellung Zellstoff eingesetzt wird, welcher ohne Einsatz von elementarem Chlor oder chlorhaltigen Verbindungen produziert wird.

Dies führt zu einer starken Reduzierung der Einleitungen an chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) ins Abwasser. Um dies zu ermöglichen, müssen die traditionellen Verfahren der Zellstoff-Gewinnung (Sulfit-, Sulfat- oder Holzstoffverfahren; Papier) durch neue Zellstoffproduktionsverfahren unter Einsatz anderer, meist organischer Aufschlußmittel ersetzt werden. Derzeit werden hauptsächlich drei Verfahren angewandt:

  • 1. Beim Organosolv- (Organocell-) Verfahren wird eine Mischung von Wasser und Methanol als Extraktions- und Lösungsmittel sowie in einem zweiten Kochprozeß Natronlauge (Natriumhydroxid) eingesetzt. Das Methanol wird anschließend wieder zurückgewonnen. Gegenüber bisherigen Aufschlußverfahren entstehen kaum Abwässer und Abgase. Aufgrund sehr geringer Ligninreste kann der Zellstoff mit Ozon und Wasserstoffperoxid auf hohe Weißgrade aufgehellt werden. Chlorhaltige Bleichmittel werden nicht mehr benötigt. Weißgrad und Festigkeitseigenschaften entsprechen denen der Sulfit- bzw. Sulfateigenschaften.
  • 2. Das ASAM-Verfahren verwendet als Aufschlußchemikalien geringe Mengen Sulfit sowie Natriumcarbonat und Natronlauge (Natriumhydroxid). Zusätzliches Lösungsmittel ist Methanol, welches nahezu 100-%ig wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt wird. Durch die nahezu vollständige Abtrennung des Lignins vom Zellstoff wird dieser in einer solchen Reinheit gewonnen, daß auf chlorhaltige Bleichmittel verzichtet werden kann. Hinsichtlich des Weißgrades, der Festigkeit und Ausbeute ist das ASAM-Verfahren mit den klassischen Verfahren konkurrenzfähig.
  • 3. Beim Acetosolv-Verfahren erfolgt der Aufschlußprozeß mit Essigsäure unter einem 0,1-%igen Zusatz von Salzsäure (Chlorwasserstoff). Eine Bleiche mit Wasserstoffperoxid wird in diesen Kochungsprozeß direkt integriert. Hinsichtlich von Weißgrad und Festigkeitseigenschaften besitzt dieser Zellstoff zum Teil bessere Werte als Sulfit- und Sulfatzellstoff.

    Obwohl klare Vorteile gegenüber den klassischen Verfahren vorhanden sind, muß berücksichtigt werden, daß noch keines dieser neuen Verfahren in großtechnischem Maßstab eingesetzt wurde. Einen Grund zur Kritik bietet die Tatsache, daß es sich hier um die Herstellung von Zellstoffen aus Primärfasern handelt.

    Durch Einsatz der neuen Aufschlußverfahren kann zwar der Schadstoffausstoß (Emission) bei der Zellstoffproduktion gesenkt werden, eine Ressourceneinsparung oder Abfallreduzierung, wie durch erhöhten Einsatz von Altpapier möglich, wird hierdurch jedoch nicht erreicht. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum führende deutsche Umweltorganisationen und -zeitschriften lauthals damit werben, daß sie nur auf C. drucken, anstatt direkt Altpapier zu verwenden.

 

Autor: KATALYSE Institut

Chlorfluorkohlenstoffe

(CFK) Richtige Bezeichnung für die im allgemeinen als FCKW bezeichneten halogenierten Kohlenwasserstoffe, die gar kein Wasserstoffatom enthalten.

Wegen dieser unsystematischen Bezeichnung werden teilhalogenierte Stoffe, die wie Chlordifluormethan ein Wasserstoffatom enthalten, als H-FCKW bezeichnet.

Folgende C. fallen unter die FCKW-Halon-Verbots-Verordnung vom 6.5.1991:
1. Trichlorfluormethan (R11)
2. Dichlordifluormethan (R12)
3. Chlortrifluormethan (R13)
4. Tetrachlordifluorethan (R112)
5. Trichlortrifluorethan (R113)
6. Dichlortetrafluorethan (R114)
7. Chlorpentafluorethan (R115)

C. sind mangels Wasserstoffatomen so stabil, daß sie in die Stratosphäre (Atmosphäre) aufsteigen können und erst dort durch UV-Strahlung gespalten werden. Je größer der Gehalt an Chloratomen im C. ist, um so größer ist die Zahl der zum Ozonabbau beitragenden Chlor-Radikale in der Ozonschicht.

Die FCKW-Halon-Verordnung gilt weiterhin für die bromhaltigen Halone (1211), (1301), (2402) sowie für Tetrachlormethan und 1,1,1-Trichlorethan (Methylchloroform).

Autor: KATALYSE Institut

Cellophan

Zellglas

Autor: KATALYSE Institut

Cellulose

Gerüstsubstanz fast aller Pflanzen; weitaus häufigste organische Verbindung.

C. kann auch durch Recycling aus Altpapier zurückgewonnen werden. C. findet Verwendung im Bauwesen als Dämmstoff (Cellulosedämmstoff, Isofloc), mit Gips gebunden als Wandbauplatte (Fermacell) und als Pappe in Verbindung mit Teer und Bitumen für Abdichtungsarbeiten.

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Chemische Kampfstoffe

C. werden allgemein in folgende Gruppen eingeteilt: Atmungsgifte, Binärkampfstoffe, Entlaubungsmittel, Hautkampfstoffe, Lungenkampfstoffe, Nervenkampfstoffe, Reizstoffe.

{b1l}Daneben existieren noch Psychokampfstoffe, wie z.B. Lysergsäurediäthylamid (LSD), die zu Verwirrung und Handlungsunfähigkeit führen und somit ideale Sabotagegifte darstellen.
Geschichte: Bereits im Altertum und Mittelalter machten Menschen von der giftigen Wirkung bestimmter Stoffe Gebrauch. Die rasante Entwicklung der chemischen Industrie im 19. Jh. führte dazu, daß eine große Anzahl von chemischen Verbindungen produziert wurde, die wegen ihrer Giftigkeit als C. geeignet erschienen. 1907 sprach man zwar in der Haager Landkriegsordnung (HLO) ein Verbot der Anwendung C. aus, aber am 22.4.1915 wurde von deutscher Seite an der Westfront mit Chlor erstmals ein C. eingesetzt; die nach ihrer farblichen Kennung bezeichnete Giftgasmunition (Blau-, Gelb-, Grün-, Weißkreuz) forderte auf beiden Seiten etwa 100.000 Tote und 1,2 Mio Verletzte.
Obwohl das Genfer Giftgasprotokoll von 1925 erneut den Einsatz C. untersagte, wurde weiter und intensiver als vorher an der Entwicklung neuer Kampfstofftypen geforscht. Aus dieser Zeit stammen die Nervenkampfstoffe Tabun, Sarin und Soman. Im Zweiten Weltkrieg wurden C. in Asien von japanischer Seite eingesetzt, in deutschen Gaskammern brachte man mit dem Atmungsgift
Zyklon B Mio von Menschen um. Im anschließenden "Kalten Krieg" setzte bei den C. wie auch bei atomaren Waffen ein Wettrüsten ein. Eine neue Variante der chemischen Kriegsführung demonstrierten die USA mit dem Einsatz von Entlaubungsmitteln im Vietnamkrieg. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung setzt die Produktion von Binärkampfstoffen.
Seit 1925 sind über 30 Kriege dokumentiert, in denen C. eingesetzt wurden. Am Beispiel der beiden Golfkriege wurde deutlich, daß die C. als "
Atombombe des armen Mannes" in Zukunft vor allem in Ländern der sog. "Dritten Welt" stärkere Bedeutung erlangen werden. Es ist zu bezweifeln, ob internationale Anstrengungen zur endgültigen Ächtung C. erfolgreich sein werden.
Die Beseitigung von C. ist technisch zwar in Form einer Hochtemperaturverbrennung möglich, doch ist das Betreiben einer solchen Anlage mit einem hohen Sicherheitsrisiko verbunden, vom Transport der Kampfstoffe ganz zu schweigen. Die in der BRD einzige Anlage zur C.-Entsorgung in Munster (GEKA = Gesellschaft des Bundes zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten mbH) ist auf Jahre hin ausgelastet. Die Kosten für die Entsorgung werden auf mindestens das dreifache der Produktionskosten geschätzt.

Lit.: D.Wöhrle, D.Meisner: Die zunehmende Verbreitung eines Massenvernichtungsmittels; in Nachrichten aus Chemie, Technik und Laboratorium, 1989

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Chelat

Chele = griech. Krebsschere.

C. sind metallorganische Komplexe, bei denen ein Metallkation von einem größeren organischen Molekül (dem C.-Bildner oder Chelatoren) an mindestens zwei Stellen scheren- oder klammerartig gebunden ist. Durch die C.-Bindung verbessert sich das Lösungsverhalten des bestreffenden Metallkations. Metall-Chelat-Komplexe finden daher in der Düngung Anwendung.

In der Natur kommen auch häufig C.-Verbindungen vor, wie z.B. im Chlorophyll (Blattgrün), in dem das Mg2+-Ion chelatartig gebunden ist. Viele im Boden vorkommenden organischen Verbindungen z.B. Huminsäuren, Aminosäuren und Carbonsäuren können C. bilden und damit Metallkationen aus Tonmineralen herauslösen; sie tragen so zur Verwitterung bei.

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Campinggaslampen

Ferien und Freizeit werden u.a. beim Camping zugebracht. Die dabei verwendeten C. sind mit Glühstrümpfen ausgestattet, die zur Erzeugung einer hohen Leuchtkraft im Mittel 330 Milligramm Thoriumoxid enthalten.

Dies entspricht einer Gesamtaktivität von etwa 1.300 Becquerel. Natürlich vorkommendes Thorium besteht fast ausschließlich aus dem Isotop Thorium-232, das als Anfangsglied der Thorium-Zerfallsreihe mit einer Halbwertszeit von 13,9 Milliarden Jahren unter Aussendung von Alpha-Strahlen zerfällt. Während der ersten Stunde der Brennzeit werden vermehrt Radionuklide aus der Thorium-Zerfallsreihe an die Umgebung abgegeben, weshalb speziell während dieser Zeit für eine gute Lüftung gesorgt werden sollte.

Die Glühstrümpfe enthalten zur Erzeugung einer hohen Leuchtkraft radioaktives Thoriumoxid. Nach dem Einbrennen sind diese Glühstrümpfe sehr brüchig und zerfallen beim Auswechseln leicht zu Staub.

Eine Untersuchung über die radiologischen Risiken für den Camper wurde 1985 bei der Sektion Strahlenschutz des Berner Bundesamtes für Gesundheitswesen in der Schweiz durchgeführt.

Autor: KATALYSE Institut

Byssionose

B. ist eine Erkrankung der tieferen Atemwege und der Lunge, die durch Einatmen organischer Stäube von Textilfasern, besonders von verunreinigter Baumwolle, meist nach 5-10jähriger Exposition auftritt. Es erkranken fast ausschließlich Arbeiter, die in Vorreinigungsbetrieben von Baumwollspinnereien, Flachsspinnereien oder in der Hanfindustrie beschäftigt sind. Als charakteristische Krankheitserscheinung gilt die sog. Montagssymptomatik. Nach einer mindestens eintägigen Arbeitspause kommt es typischerweise montags im Laufe der Arbeitsschicht zu quälendem Engegefühl in der Brust, allmählicher Kurzatmigkeit und allgemeiner Abgeschlagenheit. 1-2 Stunden nach Beendigung der staubgefährdeten Tätigkeit tritt Beschwerdefreiheit auf. Sie kann an den folgenden Arbeitstagen fortbestehen. Im weiteren Krankheitsverlauf nimmt die Zahl der Arbeitstage ohne Beschwerden ab, später treten die Beschwerden auch in der arbeitsfreien Zeit auf. Als Endstadium nach 20-30jähriger Baumwollstaubbelastung ergibt sich ein chronisch-asthmatischer Zustand mit Lungenüberblähung,
Bronchitis und Herzüberlastung. B. wurde 1977 neu in die Berufskrankheiten-Verordnung aufgenommen. 1981 wurden 19 Fälle angezeigt. MAK-Wert: 1,5 mg/m3.

Autor: KATALYSE Institut

Cadmium

C. wird in Antikorrossionsmitteln, Batterien und Legierungen und als Stabilisator in Kunststoffen und Pigmenten eingesetzt. C. ist biologisch nicht abbaubar und weist eine lange biologische Halbwertszeit auf.

C. ist chemisches Element der II. Nebengruppe, Symbol Cd, Ordnungszahl 48, Schmelzpunkt 321 Grad C, Siedepunkt 767 Grad C, Dichte 8,65 g/cm3, silberweißes, glänzendes weiches und plastisch verformbares Schwermetall, seit 1983 in der MAK-Liste III A2 eingestuft.

C. fällt bei der Zinkgewinnung an (3 kg C. pro t Zink). Nach derzeitigem Kenntnisstand ist C. ein nicht lebensnotwendiges, für Menschen, Tiere und Pflanzen bei erhöhter Zufuhr giftiges Element (ebenso C.-Verbindungen). Bei einer C.-Konzentration von 5 mg/m3 Luft kann eine achtstündige Exposition tödlich sein. Langjährige Inhalation C.-haltigen Luftstaubs (früher in der Industrie häufiger beobachtet) führt zu Lungen- und Nierenschädigungen. In Japan führten hohe C.-Mengen in Reis und Trinkwasser über einen längeren Zeitraum zu schweren Knochenerkrankungen (Itai-Itai-=Aua-Aua-Krankheit).

Im Tierversuch verstärkt C. möglicherweise die Wirkung von Blei und beeinträchtigt die lebenswichtige Funktion des Zinks. C. zeigt im Tierversuch erbgutschädigende (mutagene) und fetusschädigende (teratogene) Wirkung. C. und seine Verbindungen stehen im begründeten Verdacht, beim Menschen Krebs zu erzeugen. Biologische Halbwertszeit ca. 19 Jahre.

In Ballungsgebieten (z.B. Ruhrgebiet) sind die C.-Werte in über 20 Prozent der Böden erhöht. Grenzwerte in Deutschland: 10-60 mg/kg (Trockenmasse), Klärschlamm (Trockenmasse) 10 mg/ zur Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen. Klärschlämme die im Zeitraum 1991 bis 1994 auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wurden wiesen einen durchschnittlichen Gehalt von 2,1 mg/kg Trockenmasse auf. Die durchschnittlichen C.-Konzentrationen im Boden liegen zwischen 0,1 mg/kg und 1,0 mg/kg. Saurer Regen führt zu einer erhöhten Mobilisierung von C. und anderen Schwermetallen. Mit dem Phosphatdünger gelangt relativ viel C. in den Ackerboden. Die C.-Gehalte von Pflanzen nehmen von der Wurzel zum Spross hin ab.

Die C.-Gehalte im Schwebstaub liegen auf dem Land bei 0,1 ng/m3 und bei 1 ng/m3 in städtischen Gebieten, bei einem Maximum von 6 ng/m3.

Zulässige Höchstmengen für C. in Lebensmitteln gibt es in Deutschland nicht, aber unverbindliche Richtwerte, die für weniger kritische Lebensmittel zwischen 0,05 und 0,1 mg/kg und bei Leber 0,3 mg/kg sowie bei Nieren bei 0,5 mg/kg liegen. Hohe C.-Konzentrationen weisen einige pflanzliche Lebensmittel wie Wurzel- und Großblattgemüse, Leinsamen,

Mohn, Sonnenblumenkerne sowie Wildpilze auf. Cadmiumverbindungen sind recht flüchtig, so dass Raucher eine besondere C.-Belastung haben. Mehr als 90 Prozent des aufgenommen C. wird durch Lebensmittel aufgenommen. Hauptspeicherorgane für das aufgenommen C. sind die Leber und Nieren.
Trinkwassergrenzwert: 5 µg/l. Zielwert der WHO für Trinkwaser: 3 µg/l.
Luft: 40 ng/m3 nach TA-Luft

Bei Aufnahme über den Nahrungsweg beträgt die Resorption 6 Prozent. Calcium-, Eisen- und Eiweißmangel erhöhen die Resorption. C. wird im Organismus in Nieren und Leber deponiert. Der aus der Nahrung zugeführten Menge von ca. 30 µg/Tag entspricht eine resorbierte Menge von ca. 1,8 µg/Tag. Der Rauch von 20 Zigaretten führt zur Resorption von ca. 1,1 µg/Tag C.. Das Körperdepot bei männlichen Nichtrauchern beträgt ca. 15 mg C., bei Rauchern ca. 30 mg C.

Die Weltproduktion betrug 1987 20.170 t C. (UdSSR 2.600 t, Japan 2.450 t, USA 2.176 t, Kanada 1.581 t, Belgien/Luxemburg 1.308 t, Mexiko 1.135 t, BRD 1.125 t). Rund 35 Prozent des Verbrauches gehen in Batterien (Akkumulatoren, Nickel-Cadmium-Akkumulatoren), 25-30 Prozent in Korrosionsschutz für Eisen u.ä. Metalle, 25-30 Prozent in C.-Pigmente und C.-Siefen als Stabilisatoren für PVC und 5 Prozent in Legierungen. Weiterhin spielt C. in Kernkraftwerken als Brems- und Regelstäben eine große Rolle.

Der C.-Bedarf für C.-haltige Solarzellen fällt zur Zeit noch nicht ins Gewicht. Das könnte sich erheblich ändern, wenn ein großer Teil der Energieversorgung durch solche Solarzellen gedeckt werden soll, zumal der C.-Verbrauch auf anderen Gebieten rückläufig ist.

In Schweden ist seit April 1982 die C.-Verarbeitung mit wenigen Ausnahmen (Akkumulatoren) verboten. Ersatzstoffe für C. sind u.a. Zink und aufgedampftes Aluminium für Plattierungen, Zink- und Eisenpigmente. Jährlicher Eintrag in die Atmosphäre weltweit ca. 8.000 t (davon 5-10 Prozent aus natürlichen Quellen); in de EU ca. 240 t, in Deutschland 80 t (1980) und 45 t (1985) sowie 11 t (1995).

Autor: KATALYSE Institut

C-Waffen

Bei C. spricht man u.a. von Giftgasen, Chemiewaffen, chemischen Kampfmitteln oder chemischen Kampfstoffen.

Die Gefahr, dass Terroristen chemische Kampfstoffe einsetzen, ist nach dem 11. September 2001 erheblich gestiegen. Auch bei Kriegen mit militärisch schwachen Staaten bleibt der Einsatz von chemischen Massenvernichtungsmittel eine ständige Gefahr für die Welt, denn das gilt nicht nur für den Irak.

Autor: KATALYSE Institut

Butan

Das farb- und geruchlose B. brennt an der Luft mit rußender Flamme. B.-Luftgemische sind explosiv und verbrennen zu Kohlenstoffdioxid und Wasser.

Höhere Konzentrationen wirken schwach narkotisierend. B.-gas ist auch in kleinen blauen Druckbehältern als Campinggas im Handel erhältlich. Es ist oft mit dem isomeren 2-Methylpropan (Isobutan) vermischt. B. fällt in großer Menge bei der Erdölverarbeitung an (Erdöl- und Erdgasdestillation, thermisches Cracken). Verwendung findet es als Campinggas; als Heizgas im Labor und in Haushalten; zur Herstellung von Buten; als Kältemittel in der Industrie; als Treibmittel in Spraydosen.

B.-Daten:
Vorkommen in Erdgas und Erdöl
RS-Sätze: R 12, S 9-16
MAK: 1000 ml/m3

MG: 58,12 g/mol
Schmelztemperatur: -135 °C
Siedetemperatur: -0,5 °C
Wasserlöslichkeit (17°C): 150ml/l
andere Löslichkeiten: org. Lösungsmittel
Explosionsgrenze: 1,5 - 8,5 Vol.-% (Luft)

siehe auch Stichwort Treibgase.

Autor: KATALYSE Institut

Builder

Builder sind Gerüststoffe und wichtige Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln, welche die Wasserhärte mindern, die Tenside bei der Reinigung unterstützen und die Wiederanlagerung (Re-Deposition) des abgelösten Schmutzes verhindern sollen.

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Butadien

B. (1,3-B.) ist ein farbloses, leicht zu verflüssigendes Gas mit mildem Geruch.

B. besitzt große technische Bedeutung und ist Ausgangsmaterial für viele chemische Synthesen. 1991 wurden im früheren Bundesgebiet 669.000 t B. produziert.

Für B. gibt es keinen MAK-Wert, da B. in die MAK-Kategorie III A2 (im Tierversuch krebserregend) aufgenommen worden ist. B. reizt Augen, Haut, Schleimhäute, wirkt in hohen Konzentrationen narkotisierend und verursacht Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit. Durch Verdrängung der Atemluft besteht Erstickungsgefahr.

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Brom

Chemisches Element der VII. Hauptgruppe, Symbol Br, Ordnungszahl 35, Schmelzpunkt -7,2 Grad C, Siedepunkt 58,8 Grad C. B. (Br2) gehört zur Gruppe der Halogene und ist chemisch und toxikologisch mit Chlor eng verwandt.

Elementares B. ist eine dunkelbraune, leicht flüchtige Flüssigkeit mit starker Reizwirkung auf der Haut. B.-Dämpfe gelten als gesundheitsschädigend. Sie reizen Schleimhäute an Augen und Atemwegen. Auf der Haut ruft flüssiges Brom schmerzhafte, tiefe Wunden hervor.

B.-Dämpfe werden in 100.000-facher Verdünnung noch leicht gerochen; bei 10.000-facher Verdünnung (nach langem Einatmen) sind Bronchienverätzungen zu befürchten (MAK-Wert: 0,1 ml/m3 (ppm) entsprechend 0,7 mg/m3). Sorge bereiten die B.-Rückstände in Lebensmitteln.

Als B.-Quellen kommen insb.
Antiklopfmittel (Kraftstoffzusätze), Begasungsmittel zum Zweck der Konservierung (Konservierungsstoffe) z.B. bei Schiffstransporten (Brommethan = Methylbromid), Insektizide und Flammschutzmittel in Frage. B. findet Verwendung bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, Farbstoffen, Arzneimitteln, Fotochemikalien und Reizstoffen.

Die früher ca. 90% der B.-Erzeugung ausmachende Verwendung für Dibromethan(1,2-) (Kraftstoffzusätze) ist aus Gründen des Umweltschutzes stark zurückgegangen.

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Bromaceton

siehe Reizstoffe.

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Bromierte Kohlenwasserstoffe

B. können zu vielen verschiedenen Zwecken eingesetzt werden: als Zusatz in Kraftstoffen (Dibromethan(1,2-), als Desinfektions- und Pflanzenschutzmittel (Methylbromid), als Zusatz in Feuerlöschmitteln und Kunststoffen (Brom-Chlor- bzw. Brom-Fluor-Methane) und als Narkotika (Halothan).

Brombenzolderivate werden als Desinfektions- und Flammschutzmitttel eingesetzt, organische Bromverbindungen als Tränenreizstoffe.
Die wichtigsten B.:
Methylbromid (Brommethan): gasförmige, stark giftige Verbindung, die als Nematizid und Feuerlöschmittel verwendet wird.

Der MAK-Wert liegt bei 5 ml/m3 (ppm) entsprechend 20 mg/m3 in der MAK-Wert-Liste III B (Verdacht auf krebserzeugendes Potential); wird vor allem über die Haut und die Atemwege in den Körper aufgenommen.
Bromoform (Tribrommethan): farblose, süß schmeckende, giftige Flüssigkeit. Die Aufnahme in den Körper erfolgt über Haut und Schleimhäute. Die toxische Wirkung äußert sich in lokalen Schleimhautreizungen, Organschädigungen (besonders Leber) und Atemlähmung.

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BRAM

Abkürzung für Brennstoff aus Müll, siehe Stichwort.

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Bodenbeschichtung

B. ist ein auf Betonböden oder Estrichen aufgebrachter Oberflächenschutz, der Staubbildung und Verschleiß verringern, Pflegeleichtigkeit erhöhen und vor Durchfeuchtung und chemischen Angriffen schützen soll.

Ausgangsprodukte sind PVC, Polyurethan (PU) oder Epoxidharze. Eine Gesundheitsgefährdung besteht vor allem während aber auch nach der Verarbeitung durch Ausgasen von leichtflüchtigen organischen Verbindungen (z.B. Aldehyde). Insb. bei billigen Flüssigkunststoffen ist mit erhöhten Innenraumluftbelastungen zu rechnen. Parkettversiegelung: Lacke und Anstrichfarben. Während sich glatte Flächen hygienisch pflegen lassen, können sich in Teppichböden Mikroorganismen, Sporen und Keime ansammeln.

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Bleistifte

Bleistifte bestehen aus Holz und einer B.-Mine.

Das Holz kann mit einem Überzug (Lackierung) versehen sein, für dessen Gehalt an Schwermetallen die Grenzwerte der EN 71 gelten (auch für die B.-Mine). Die B.-Mine besteht im wesentlichen aus Graphit und Ton. Der Tongehalt schwankt zwischen ca. 25% bei den weichsten und ca. 70% bei den härtesten B. Nach dem Brennen der Graphitminen bei über 1.000 GradC werden Fett- oder Wachsgemische in etwa 20 Gew.-% zugesetzt, um die Gleit- und Haftfähigkeit auf dem Papier zu erhöhen

Autor: KATALYSE Institut